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Full text of "geschichte der arabischen litteratur"

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Gesehiehte 



der 



Arabischen Litteratur 



von 



Carl Brockelmann 



1. Band 



^ U. i^' 



' 14. "-. 



Weimer 

Verlag von Emil Felber 

189« 



y«55^^^ 



213349 



Alle Rechte Yorbehalten. 



Druck TOD Emil Felber ia Weimar. 



- ' - -v 



Vorwort 



Deu Plan, eine Geschichte der arabischen Litteratur zu 
schreiben, habe ich schon vor bald 10 Jahren gefasst; ich 
hatte gehofft denselben einst in voller Müsse und in grossem 
Stile ausführen zu können. Nach meiner Rückkehr aus 
Constantinopel aber musste ich mich im Frühjahr 1896 dazu 
entsch Hessen, das nun vorliegende Buch zu schreiben, um 
der dort vorbereiteten Ausgabe von b. Qutaiba's *öjun al 
ahbär das Erscheinen zu ermöglitthen. 

Ausdrücklich betone ich hier noch einmal, dass ich nur 
die äussere Geschichte der arabischen Litteratur habe dar- 
stellen wollen, weil es bei dem heutigen Stande der Forschung 
unmöglich ist, zum Versti'uidnis der inneren Entwickelung 
ausser auf einigen beschränkten Gebieten vorzudringen; bedarf 
es doch wohl noch mindestens eines .lahrhunderts ange- 
strengter philologischer Arbeit, um nur die wichtigsten Denk- 
mäler der älteren Litteratur zugänglich zu machen. In diesem 
Punkte freue ich mich der Zustimmung de Goejes und Nöldekes. 
Ich habe mich weiter auf die noch erhaltene Litteratur be- 
schränkt; hätte ich meine Sammlungen über verlorene, nur 
noch aus Bibliographien und Citaten bekannte Werke aus- 
schütten wollen, so hätte ich den Umfang dieses Buches, 
leicht verdoppeln können, ohne der Sache zu nützen. Wäre 
es mir vergönnt gewesen, an einer mit Handschriften und 
orientalischen Drucken reicher ausgestatteten Bibliothek zu 
arbeiten, so hätte ich wohl manches ausführlicher behandeln 
können. Die Benutzung der Berliner Bibliothek ist ja frei- 
lich seit einigen Jahren uns Provinzialen sehr erleichtert, 
aber doch immer noch mit beträrhtlichen Unbequemlichkeiten 



I V Vorwort 

luul vor allem mit Zeitverlust verbiniden. Rieii's Supplement 
z. H. Iiiibe irli drei Semester hindurch in regelmässigen 
Zwischenräumen immer wieder vergeblich aus Berlin bestellt; 
erst, n<i< iMlem ein Versuch, das Werk aus Gdttingen zu er- 
halten, gleichfalls fehlgeschlagen, wurde es mir durch das 
frenndliche Kntgcgenkommen der hiesigen Bibliotheksverwal- 
tuni; zugänglich. Auch den Kairoer Katalog habe ich erst 
während des Druckes vollständig benntzeu können. Robles' 
Katalog uikI die Revue africaine sind mir ganz unzugänglich 
gcblii'ben: ich habe sie daher nur gelegentlich aus zweiter 
Hand zitieren können. Auf absolute Vollstäudigkeit aber 
hätti' ich auch unter günstigeren Verhältnissen verzichten 
müssiMi. Mein nu<'li soll weder ilie orientalische Bibliographie 
und ihre Vorgänger noch einen künftigen Catalogus ('atalo- 
gornm rrsi*tz<'n, wie ihn Aufrerht für das Sanskrit geschaffen 
hat. Kin sohher wird sich erst s<*hreiben lassen, wenn einmal 
alb' llandschrifteusammlungen des Orients, namentlich die 
Stamlnds. wissenschaftlich aufgenimimen sind, wie <lie in- 
dischen hibliotheken durch die Bemühungen der englischen 
Regierung. Von den im Auftrage des osmauischen Unter- 
richtsministeriums herausgegebenen Katalogen habe ich un- 
gefähr 40 im Oktober IHiK) auf der Kaiserl. Deutstrhen l)ot- 
schaft in Pera durchgesehen und z. T. excerpiert. Vollständig 
aufgenominen habe wh nur die S. 4 ft'. verzeichneten Kataloge 
der BibJintheken, in <lenen U']i selbst gearbeitet und die auf- 
fallendsten Angaben kontrolliert habe. Nur mit Räiib [»asä's 
Bibliothek habe ieh eine Ausnahme gemacht, weil sie an 
Seltenlieiten besondcTs reich ist; diese war mir leider noch 
infn|«i;i' iWs letzten gr(»ss<*n Krdbelnnis unzugänglich geblieben. 
Ks srhien mir einerseits überflüssig, Werke, die ohnedies in 
Kuropa reiclilich vertreten sinil, noch in ca. 40 Stambuler 
Hibliotheken nachzuweisen, and<*rerseits gefährlich, in wieli- 
tiii:eren Käll<Mi den meist unglaublich nachlässig gearbeiteten 
Kataln^eu unliesehen zu trauen. Wer würde, um nur <'in 
l>eis|>ir| /ii nenn<*n, in der S. .■)!:» zu ()i>n; mitgeteilten An- 
gabc iWs NO-Kataloges ilen von D. II. Müller entdeekten 
Srhatz /u vermuten ut»waü:t haben? 



Vorwort V 

.Jede Zerlegung eines gescliichtlirihen StoftVs iu Perioden 
hat etwas willkürlirhes, da ja der stete Fortgang der Knt- 
wickelung niemals wirklich unterbrochen ist. Dennorli .scheint 
mir eine srdche Kinteilung unerlässlicli. Hätte ich. wie z. \\. 
de <ioeje vorschlägt, jeden einzelnen Zweig der Litteratnr 
von Anfang bis zu Knde verfolgen wollen, so wäre wieder 
der doch sehr wünschenswerte Ueberblick i\ber die litterari- 
8(!lien I^eistungen eines bestimmten Zeitalt<»rs sehr erschwert 
worden. Dass ich mich fibrigens Jin die Zeitgrenzen nicht 
mit abs(duter Strenge gebun<len habe, sondern hier nnd da 
von ihnen abgewichen bin, wo es litternrisrhe Verwandtschaft 
zu fordern schien, wird man hoftentli(;h nicht missbilligen. 
Innerhalb der beiden ersten IVrioden habe ich die islamisc^he 
Litteratur als «^ine p]inh<*it narh siichlichen (lesichtspunkten 
eingeteilt. Hei der ausserordentlichen Vielseitigkeit so 
mnnrher arabischen (Jelehrten niusste ich ilicse oft i\ potiori 
einem bestimmten Kapital zuweisen. w<Min ich das der Poly- 
historen nicht ril)ermässig bela^^ten wollte. Dabei ging es 
nicht ohne subjektive Willkür ab, und i(-h selbst würde schon 
jetzt bei einem Neudruck dies und jenes anders ordnen: um 
so weniger darf ich in diesem Punkte auf allseitige Zu- 
stimmung holfen. 

Den biographischen StotV dieses Piandes hab<» ir*h dun*h- 
weg aus den i^e<lrurkten ^^»uellen gesehö|)ft. Da ich den b. 
IJall. nach dem Uulä<|er Druck zitiere, den ich selbst besitze, 
ijebe ich hier eine Conconlanz <lesselben mit Wüsteufelds 
.\usgabe '). Dass ich die F<u'tsetzer der Jatima bei Seite 

') W. 1-75 ^^ K. 1 7.'). Ks iVhlon in K.: W. 7»i, 7s, i:n, 147, 
14!>, ir»0, 154, imi bis, r,M», 201, 202 (-= KawAt 1 14."»), 2i:<, 214 (-= rnwnt 
1 141»), 217, 277, 27s (= KavvAt I 171), 2SS, 2!H, 2'.»2, 2l»S, 2tM, :<02, :U):{, 
:U7, :ns, :^87— .M47, M'A, :iso, :iHl, 52s; os Immlclt >'u'\\ lii^T in«-i>t mir 
Ulli riK-rsrliriftcii, ziiweiliMi mit 'ro<l<'s«lat«Mi. Da^t'i^t'ii fohlt 25)7 K. lM»i 
\V.: 1157 ist von W. in <loi' Zäliliniij nlM'rspruiij^rfi; 40.'» W, als Aii- 
liaiijj zu 404 1— 'Mu K. i>t nirlit Ix"*. «^[('/ilhlt. K. i^t austTihrliclirr als 
W. in fol^'omlt'ii Viteii: 220 K. - 2X\ W.; 223 K. 2'M W.: 230 K. 
=--. 24H W.; 233 K. -^ 24U W.; 24h K. - 2r.l W.; «lajrojr.Mi isr mir 
S42 M'. uu>fiilirli('h(>r als 22i» K. Durrli rinstrlluni: «•iitsinirlit ls| K. 
=^ I8<» W. In K. i"«»l,i;t IIa aui* WAw, \u*'i W. uni^rkt^lirt; «lainT iMit- 
H|»re«'hcii hicli: W. 77s s»0 = K. 745— .'>7 und \V. 701 iMi K.lM) 4t. 



VI Vorwort 

gelassen hal)e, \Yenlen Kenner begreiflich finden. Ibu as 
Snbkis Tabaqät, die mir zugänglich gewesen wären, habe 
ich absichtlich nicht herangezogen, um Ungleichmässigkeit zu 
verm(»i(len. Die erste Hälfte des zweiten Bandes beruht da- 
gegen ganz auf handschriftli<*hen Materialien, auf die ich 
gegen Scliluss dieses Bandes schon hier und da habe ver- 
weisen müssen. 

Die Arbeiten der einzelnen Schriftsteller habe ich nach 
sachlichen Gesichtspunkten disptmieren müssen; ist es doch 
bis jetzt nur in verschwindend wenigen Füllen möglich, 
sämtliche Werke eines Autors chronologisch zu ordnen. Die 
Titel habe ich arabisch in der Umschreibung der ZDM(i (aber 
mit (j) gegeben^): nur bei einigen wenigen, die ich bei (-asiri 
und Wüsteilfeld allein in lateinischer Uebersetzung fand, habe 
ich mi<*h mit diesen begnügen müssen. Den Inhalt habe ich, 
soweit er iii<^ht schon aus dem Titel genügend erhellt, nach 
den Katalogen kurz angegeben. Ks ist mir ein Bedürfnis 
hervorzuheben, wieviel ich namentlich den Werken von Ahl- 
wardt. de (ioejc, Pcrtsch un<l Rieu verdanke. * Weini ich 
einzelne Versehen, besonders des Berliner Katalogs hier und 
da gelüssentlrch ans Licht gezogen habe, so bitte ich das 
nicht auf kleinliche Tadelsucht zurückzuführen. Ich hoffte 
vielmehr auf mildere Beurteilung etwaiger eigner Versehen. 
<lie bei einem soweit zerstreuten Materiale schwer zu ver- 
meiden sind, rechnen zu können, wenn ich meine Kritiker 
gelegentlirh daran erinnerte, dass auch das Lebenswerk eines 
so ansi;ezeichiieten (lelehrten, dem '25 Jahre hindurch die 
reichste Bibliothek Deutschlands zu freier Verfügung stand, 
nicht ganz ohne Fehler geblieben ist. 

Was mir seit der Ausgabe der ersten Hälfte aus in- 
zwischen ers<;hienener oder mir erst zugänglich gewordener 
Litteratur zuwuchs, habe ich am Schlüsse nachgetragen. Ich 
habe hier lieber etwas zu viel als zu wenig geben wollen. 



^) In (Ion Voknlen habe icli mich auf die Hi-hriftgeniAsMcn n, i, u 
beKchrAnkcu wollen; doch ?*ind mir von der g:ewohnten Aussprache her 
zn^scilcn auch c und o in die Feder gekommen. 



Vorwort VH 

Wer solche Nachträge gewöhnlich übersieht, dem schadet es 
nirht; wem es aber um möglichst vollständige Belehrung zu 
thun ist, der wird die kleine Mühe des Nachschlagens nicht 
sffhehen. 

Der zweite Band, der auch die nötigen Register bringen 
wird, soll, soweit es an mir liegt, bald nachfolgen. 

ETidlich erfülle ich die angenehme Pflicht, den Herren 
M. J. de Goeje (Rec. Museum (>, p. 7), Th. Nöldeke, C. F. 
Seybold (Lit. CBl. 189Snr 15/6) für die gütige Mitteilung 
von Verbesserungen zur ersten Hälfte meinen besten Dank 
zu sagen; was ich in den beiden Listen am Schlüsse den 
genannten Herren verdanke, ist je mit ihren Initialen ge- 
zeichnet. Für jede weitere Belehrung, sei es auf dem Wege 
privater Mitteilung, sei es auf dem öffentlicher Kritik, werde 
ich sehr dankbar sein. 

Breslau, im November 1898. 

C. Brockelmann. 



Inhalt 



Seite 

Einleitung 1 

I. Buch. Die arabische Nationallitteratiir. 

1. Abschnitt. Von den Anfängen bis zum Auftreten 

Muhammeds. 

1. Kapitel. Die arabische Sprache ...11 

2. 9 Die Anfange der Poesie 12 

3. „ Die Formen der arabischen Poesie 13 

4. ^ Allgemeine Charakteristik der altarabischen Poesie . 14 

5. .„ Die Überlieferung der altarabischen Poesie .... 16 

6. ^ Quellen unserer Kenntnis der altarabischen Poesie . 17 

7. yf Die sechs Dichter 22 

8. „ Andere Dichter der Heidenzeit 24 

9. „ Jüdische und christliche Dichter vor dem Islam . . 28 
10. „ Die Anfänge der arabischen Prosa 31 

2. Abschnitt. Muhammed und seine Zeit. 

1. Kapitel.' Muhammed der Prophet 32 

2. n Der Qor'&n 33 

8. „ Lebld und al A'sA . 36 

4. ^ Hasft&n b. TAbit 37 

5. r, ka*b b. Zuhair . 38 

6. « Mutammim b. Nuwaira 39 

7. n ' AI HansÄ' 40 

8. n Abu Mihgan und al Hutai'a 40 

9. n Dichter zweiten Ranges 41 

10. j, Zwei Fälschungen 43 

3. Abschnitt. Das Zeitalter der Umaijaden. 

1. Kapitel. Allgemeine Charakteristik 44 

2. „ 'Omar b. abi Rabi'a 45 

3. n Andere Dichter in Arabien 47 

4. ^ AI Ahtal , 49 



Inhalt 

Siits 

K&pitel. AI Feraidaq r>3 

, Qerlr 5« 

, Dö'r Rumina 58 

n Die Kegezilichter 59 

, Dichter zweiten Rangea SU 

10. n Die Prosalitteratur im Zeitalter der Umaijaden , . 64 

2. Buch. Die iBUmisehe Lltteralor 1» arablieher Sprache. 

). Abachnilt. Die kla«BiBche Periode von ca. 750 
bin CH. lOOll. 

Einleitung Tl 

1. Kapitel. Die PoeHie 72 

A. Die Diithter von Kagdäd . T.l 

B. Dichter im 'Irtq und der Öezira HH 

C. Dicliter in Arnbicn und Syrien )<3 

D. Der Krei» de» Suifailduulu MS 

K. ÄKypti'-ulie DiuhtiT 91 

2. Kapitel. Die Kun8t|iri<iia 112 

3. , Die Philologie üK 

1. Die Sehule von HnijrH ■*« 

2. Die Schule vun Küfu 114 

3. Die äciiule von BagdM '. . I2U 

4. Die Sprach widsenHchnt't in PerBien und den ßBtIichen 

Lindern 12T 

5. Die Sprach wiHBt'nHchaß in Ägjypten und Spanien . ■ . lü\ 
i. Kapitel. Die Ocschi cht Schreibung 1113 

1. UcHchiehte Huhanimedii 134 

2. »titdtcReHuhifhtc 137 

:t. Ocncliiclite <leB arabischen Altertums 13K 

4. Keii'hs- und Weltgenchichte 14(1 

5. Kultur- und LilteraturgeBchichta 141) 

li. Oescliichte Ägypten« und Nordafrihas 141) 

T. UeBchichte Spanienn 14» 

5. Kapitel. Unterhai tun gjilittcratur in Prosa 151 

8. , Der Iladil ISK 

7. , AI Fiqh Hi» 

1. Die Hanctiteu 1119 

2. Die Mälikiton 1T5 

3. Diu Säti'itcn 17« 

4. Die unbedeutenderen Bchulen 1^*1 

5. Die Sru 184 

8. Kapitel. Ditt llor'änwiBsenBcliaften I8H 

1. Die Unr'AnlexekunBt lt*H 

2. Die <lDr'anau«legung 190 



Inhalt. XI 

Seite 

9. KapiM. Die Dogiiiatik 192 

10. „ Die Mystik 197 

11. „ Die Übersetzer 201 

12. „ Die Philosophie 20H 

i:{. „ Die Mathematik 215 

14. y, Astronomie und Astrologie 220 

If». j, Die Oeojjraphie 225 

IH. „ Die Medizin 230 

17. „ Natur- und Oeheimwissenschaften 240 

18. „ Kncyklopiulien 244 

2. Abschnitt. Die nachklussische Periode der 
isl&mischcn Litteratur von ca. 400 (1010) bis ca. 65B 

(125.S). 

Kinleitunju: 24.'> 

1. Kapitel. Die Poosie : . . . . 24(i 

A. Die Di<'hter in Ha^dud, im 'Ir&q und in der (iezira . . 240 

B. Pt»rMs«"lw Dii-htrr 251 

C. Svrisrhe Dichter 20 4 

D. Arabi:jche Dichter 25^» 

K. Äj;:yptische Dichter 2tU> 

K. Nordafnkani>ch«' und Sicilische Dichter 2<i7 

(i. 8])anischc Diihter 27«» 

2. Kapiti'l. Die Kun^^tjirosa 274 

3. , Die PhihdoKi*» 2Ts 

1. Die Philolojjii» im *lräq 27*J 

2. Die Philohiijie in Persien und den Nachbarländern . . 2S4 

3. Die Philologie in Syrien 2'.»7 

4. Die Philologie in Sudarabien :iO(i 

5. Die Philolügfie in Ägypten 301 

6. Die Philologie in Nordafrika und Sicilien 307 

7. Die Philologie in Spanien 30s 

4. Kapitel. Die üeschiihtschreibung 313 

1. Kinzelbiographien 313 

2. Dynastiengescliichte 321 

3. Personalgc>chichte 323 

4. Lokalgesrliichte 32s 

A. Bagdad 32i» 

B. Damaskus 330 

0. Jerusalem 331 

D. Halab 332 

K. Dunaisir 333 

F. Südarabien 333 

0. ÖurgAu 334 



XII Inhalt 

Seite 

H. Ägypten 334 

J. AI ILajfrib 336 

K. Spaiuen 338 

5. Chalifen- nnd üniTersalgeBchichte 342 

6. ProphetengMchichte . . « ^ . . 350 

5. KapitoL Unterhaltongslitteratur in Prosa 351 

6. , Der Hadlt 353 

1. *Ir^, Oeztra, Syrien und Arabien 353 

2. Persien 362 

8. Ägypten und Nordafrika 366 

4. Spanien 367 

7. Kapitel AI Fiqh .372 

1. Die Hanafiten 372 

2. Die M&likiten 383 

8. Die äifiMten 385 

4. Die Hanbaliten 398 

5. Z&hiriten und Almohaden 399 

6. Die Öra . . . : 402 

A. Die Zaiditen 402 

B. Die Im&miten 404 

8. Kapitel. Die Qor'&nwi98enschaften 406 

1. Die Qor'ftnlesekunst 406 

2. Die Qor'Anauslegung 411 

9. Kapitel. Die Dogmatik 418 

10. „ Die Mystik 432 

11. „ Die Philosophie und die Politik 452 

12. „ Die Mathematik 469 

13. y, Die Astronomie 472 

14. „ Geographie und Reisebeschreibungen 475 

15. ^ Die Medizin 482 

16. y, Naturwissenschaften 494 

17. « Geheimwissenschaften 496 

18. „ Encyklopädie und Polyhistorie 498 

Nachträge 513 

Üerioltig^ngen 526 

Abkürzungen 527 



Einleitung. 



I. Die Aufgabe der Litteratiirgesclüchte. 

Fassen wir das Wort Litteratur im weitesten Sinne, so 
können wir darunter alle Krzeugriisse des menschliehen (ieistes 
verstehen, die in s])rachlirhe Form gekleidet sind. In diesem 
Sinne wollte z. H. A. Hoeekh auch die Inschriften eines Volkes 
als einen Teil seiner Litteratur angesehen wissen, und so 
liest man auch heute noch hisweilen von einer babvlonischen 
Contract- und Brieflitteratur. Im allgemeinen aber schliesst 
man Briefe. Urkunden u. dgl. mit Recht von dem Begriffe 
Litteratur aus und bezeichnet als litterarische AVerke nur 
solche, die sich von vorneherein an einen grösseren Kreis 
von Hörern oder Lesern wenden. Freilich muss der Histo- 
riker der Litteratur eines modernen Kulturv<dkes den Kreis 
noch enger umschreiben, indem er alle Werke der streng 
wissenschaftlichen Prosa von seinem Arbeitsgebret ausschliesst: 
denn es ist bei der ungeheuren Ausbreitung und DiH'ereiiz- 
ierung des geistigen Lebens für den einzelnen unmöglich ge- 
worden, alle (Jebiete gleichmässig zu überschauen. Für den 
Historiker einer abgeschlossen vor uns liegenden Litteratur 
aber ist diese Beschränkung nirht zulässig, und so wird man 
auch von uns verlangen dürfen, dass wir alle Seiten <les 
ärabii^chen Geisteslebens zur Darstellung bringen. Aber das 
Arabische ist nicht nur die Litteratursprai-he eines einzelnen 
Volkes gewesen, sondern es hat sich als solche im Laufe von 
zwölf Jahrhunderten über alle den Islam i)ekennen(len Vrdker 
ausgebreitet. Von den Ufern des Bontus bis nach Zanzibar, 
von Fez und Timbuktu bis rmch Kasgar und den Sundainseln 

lir o c k c 1 tn ann, Arabische Litterutur^cschichte. I. 1 



2 Einleitung. 

ist das Arabische das gemeinsame geistige Band der ver- 
schiedenartigsten Völker geworden, die sich nun alle mehr oder 
weniger am Ausbau der arabischen Litteratur beteiligt haben. 
Dazu kommt, dass die litterarische Betriebsamkeit kaum 
irgendwo reger gewesen ist, als im islamischen Orient. Soll 
unser Buch nicht ins Masslose wachsen, so müssen wir den 
gewaltigen Stoft* zu begrenzen versuchen. 

Von selbst scheiden nun zwei Gebiete aus, die sich nicht 
an die Gesamtheit der arabisch Redenden wenden, sondern 
nur an einen ausdrucklich beschränkten Kreis. Das sind 
die specifisch christlichen und jüdischen Schriften. Diese 
können nur im Zusammenhang mit den übrigen christlichen 
Litteraturen des Orients einerseits und mit dem neuhebräischen 
Schrifttum andererseits behandelt werden. Wir verzichten 
femer auf die Besprechung der zahllosen verloren gegangenen 
Schriften, mit Ausnahme derjenigen, die nachweislich auf den 
Gang der Litteratur einen bestimmenden Einfluss ausgeübt 
haben. Freilich hängen Verlust oder Erhaltung eines Werkes 
manchmal von zufälligen Umständen ab; im allgemeinen aber 
darf man annehmen, dass Bücher, die ganz spurlos unter- 
gegangen sind, in der That nicht lebensfähig w^aren. Eine 
zeitliche Beschränkung unseres Stoffes Hesse sich nicht recht- 
fertigen; aber natürlich sind wir nicht nur berechtigt, sondern 
auch verpflichtet, die classischen Perioden der Litteratur aus- 
führlicher zu behandeln als die Zeiten des Verfalls. 

Die Litteraturwissenschaft im höheren Sinne M sucht 
die Entwicklung eines jeden Schrifttums im Zusammenhang 
mit der gesamten Kultur des Volkes und die Entstehung 
des einzelnen Werkes in ihrer Abhängigkeit von der Indi- 
vidualität des Autors und den Einflüssen seiner Umgebung 
zu verstehn. In dieser Weise lassen sich heutzutage immer 
nur einzelne Gebiete der arabischen Litteratur bearbeiten, 
wie es Goldziher mit der Tradition gethan hat. Wer aber 



') E. GroHse, Dio LiterHturwi«»sen:*fhaft, ihr Ziel und ihr Weg. 
Di»». HaUe 1SH7. H. Ten Hrink, Heber die Aufgabe der Litteratur- 
geschiohte, Rectoratsrode. Strassburg 1891. K. Elster, Die Aufgaben 
der Litteraturgenchichte. Akadomische Antrittsrede. Halle 1894. 



Einleitung. 3 

das Ge.samtgebiet darzustellen uuteriiiniint, imiss sein Ziel 
niedriger stecken und sich begnügen, das äussere lieben der 
Litteratur zu schildern und so der künftigen Erforschung ihres 
AVerdens und Vergehens vorzuarbeiten. 

II. Quellen und frühere Darstellungen der arabischen 

Litteraturgeschichte. 

1. Unsere Quellen, von denen wir hier natürlich nur 
die das Gesamtgebiet betrettenden aufzählen, während die 
Monographien je an ihrem Orte genannt werden, sind teils 
biographischen, teils bibliographischen Inhalts. 

1. biographische Werke: 

J. Hall. = Ibn HallikAn Wafajftt al Aj&n 2 Bde. B&l&q 1299»). 
Vitae illuHtrium viroruni ed. F. Wüstenfeld, Oottingae 1835—40. Ihn 
Khallikans biographical dictionary translated frum the arabic, by Mac 
Guckin de Slane, 4 Bde. Paris-London 1848—71. 

Fawät = M.b.SÄkir al Kutiibi Fawät alWafajät, 2 Bde., Bülaq 1282. 

2. bibliographische Werke: 

Fih. Kitäb al-Fibrint, hsgb. von G. Flügel, nach deK^en Tode 
besorgt von J. Rödiger und A. Müller, 2 Bde., Leipzig 1871 — 72. 

H H Lexicon bibliographicum et encyelopaedicum a Mustapha 
ben Abdallah Katib Jelebi dicto et nomine Haji Khalfa celebrato 
compositum ed. G. Flügel, Leipzig- London 1835-58. 7 Bde. 

Ellis A. G. Catalogue of arabie books in tlie British Museum 
vol. I A— L. London 1894. 

Euting Katalog der kaiserlichen Vniversitäts- und Landes- 
bibliothek in Strassburg. Arabische Literatur. Strassburg 1877. 

B O J. Th. Zenker, Bibliotheca orientalis. Manuel de bibliographie 
Orientale, 2 Bde., Leipzig 1846, 1861. 

Fried. Friederici K. Bibliotheca orientalis oder vollständige Liste 
aller 1876—83 in Deutschland, Frankreich, England und den Kolonien 
erschienenen Bücher etc., Leipzig 1877 — 84. 

L Bl. Literaturblatt für orientalische Philologie, hsgb. von E. Kuhn, 
4 Bde., Leipzig 1883—88. 

OB. Orientalische Bibliographie, begründet von A. Müller, hsgb. 
von L. Schermann, Berlin 1887 ff. 

*) Für gewöhnlich nach dieser Ausgabe citiert mit Nummern der 
Biographien. 

1* 



4: Einleitung. 

Die wichtigsten Quellen endlich sind die Handschriften- 
kataloge, die wir nach alphabetischer Reihenfolge der Sigeln 
verzeichnen: 

Alger Catalogue general de» msä. des bibliotheques publiques 
de France. Departements Tome XVIII. Alger par E. Fagnan, 
Paris 1893. 

A. S. Defteri kutubh&ne'i Aja Sofia Stambul 1304. 

Berl. Ahlwardt, Verzeichniss der arabischen Hss. der königl. 
Bibliothek zu Berlin, Bd. 1—8, Berlin 1887 ff. ^ 

Bodl. Bibliothecae Bodleianae cod. mss. or. Catalogus p. I a Jo. 
Uri Oxon. 1787. p. II vol. 1 ab Alex. Nicon Oxon. 1821, p. II vol. 2 ab 
E. B. Pusev Oxon. 1835. 

Br. Mus. Catalogus codd. Mss. qui in Musaeo Britannico asser- 
vantur pars II. cod. arab. amplectens 3 vol. London 1870 — 79. 

Br. Mus. Suppl. Rieu Ch. Supplement to the catalogue of tlie 
arabic mss. in the British Museum. London 1894. 

Brill. Houtsma Catalogue d' une collection de mss. appartenant 
ä la maison Brill. Levde 188G. 

Cambr. Palmcr Descriptive Catalogue of the Arabic, Persian a. 
Turkish mss. in th^ library of Trinity College Cambridge 1870. 

Dresd. Fleischer, H. L. Catalogus codd. mss. or. bibl. reg. Dresd. 
Lipsiac 1831. 

Es cur.' Bibliotheca Arabico-Hispana Escurialensis op. M. Casiri, 
2 Bde. Matriti 17<)0— 70. 

Escur.^ Derenbourg, H. Les manuscrits arabes de TEscurial I. 
Paris 1884. 

Ooth. Pert-ch, W. Die arab. Hdschr. der herzogl. Bibliothek zu 
Gotha. Bd. I— IV. Ootha 1877—83. 

Havn. Codices arabici bibl. reg. Hafn. enum. et descr. a F. Mehren 
Hafniae 1851. 

Jeni. Jeni ÜÄmi kutubhane defteri Stambul 1300. 

Ind. off. Loth Catalogue of the arabic mss. in the library of the 
India ofrice. London 1877. 

Jong. P. de Jong Catalogus codd. or. bibl. acad. scient. Lugd. 
Bat. 1862. 

Kairo Fihrist al kutub al 'arabiia al mahfüza bil kutubhÄne al 
hidiwija al misrlja, Bd. I— VII. Kairo 1306—9. 

') Die Zusammenstellungen am Schlüsse der einzelnen Capitel sind 
citiert: Ahlw. Nr. 



Einleitung. 5 

Köpr. Köprülöz&deh Mehemed Pänä kutubhäne deftcri. Stam- 
bul o. J. 

Kr äfft. Krafft, Die arab., per», und türk. Hd^chr. der k. k. orient. 
Akademie zu Wien. Wien 1842. 

Leipz. Catalugus librorum mss. bibl. »enat. Lips. ed. A. O. R. Neu- 
mann. Cod. or. ling. deHcr. H. O. Fleischer et Fr. Delitzsch, Orimmae 1838. 

Leyd. Catalogus cod. or. bibl. ac. Lugd. Bat. ed. Dozy, de Jong, 
de Goeje et Houtsma, vol. I— VI, Lugd. Bat. 1851—77. 

— Catalogu8 cod. arab. ed. II, vol. I Lugd. Bat. 1888. 

Madr. (Koble«, F. G.) Catälogo de los nianuscritos arabes exist. 
en la Biblioteca Nacional de Madrid. Madrid 1889. 

Münch. Aumer, J. Die arab. und per». Hdschr. der Hof- und 
Staatsbibliothek in München 1866. 

Nau. Catälogo de Cod. M». or. della Biblioteca Naniana comp, 
dair Ab. 8. Asssemani p. I. U Padova 1792. 

X O. Nüri Onmäulje kutubhäne defteri Stambul O. J. 

Pari». Biblioth^que Nationale. I)«^partement des manuHcrita. 
Catalogue de» manuHcrits arabes par de 81ane. Pari» 1888 — 1895. 

Pet. Catalogue des ms»*, et xylographcn orientaux de la Biblio- 
theque inip^r. publ. de 8t. Petersbourg 1852. 

Pet. A. M. KoHcn, V. Notices sommaire» des nis:*. arabe» du Mus^e 
Asiatique I. 8t. Petersbourg 1881. 

Pet. Ror*. Collection »cientifique de Tinstitut des languen orien- 
tales du Ministere de» affaires etrangere» I. Les nianusorits arabes par 
V. Rosen. St. Petersbourg 1877. VI. les hk-*. arabert etc. par Gunzburg, 
Rosen etc. 8t. PeterHbourg 1891. 

Rtk^ib. Defteri kutubhftne'i Ragib P&^ä. 8tanibul 1310. 

Ref. Die RefAMja Fleischer, Kl. Sehr. III 866 ff. 

Ups. Tornberg, C. J. Codices arab., pcrs. et turc. bibl. reg. univ. 
Upsal. Luud. 1849. 

Vat. Bibliothecae apostolicae Vaticanae cod. mscr. cat. p. I. t. I. 
Romae 1766. 

Wien. Flügel, G. Die arab., pers. und türk. Haudschr. der K. K. 
Hof bibl. 3 Bde. Wien 1868-1867. 

2. Den ersten Versuch, die arabische Utteraturgeschichte 
vollständig darzustellen, machte Hammer -Purgstall ^). Die 
Mängel dieses Werkes sind so bekannt, dass wir es im 



*) Literaturgeschichte der Araber. Von ihrem Beginne bis zu 
Ende des zwölften Jahrhunderts der Hidschret. 7 Bde. Wien 1850 - 56. 



ß Einleitung. 

folgenden einfach ignorieren dürfen. Dasselbe gilt von dem 
Buche Arbuthnot« ^). Meisterhaft ist die kurze Skizze 
A. V. Kremers ^), der wir mannigfache Anregung verdanken. 

III. Einteilung der arabischen Litteraturgeschichte. 

Arabische Kritiker pflegen die Geschichte der Poesie 
ihres Volkes in zwei Perioden zu zerlegen, in die Zeit des 
Heidentums, (iähilija^), und die des Islams. Aus der ver- 
ächtlich klingenden Bezeichnung der ersten Periode darf man 
nicht etwa schliessen, dass die Späteren in religiöser Ver- 
blendung den Wert der heidnischen Dichter im Vergleich mit 
ihren gläubigen Nachfolgern herabzusetzen geneigt gewesen 
wären; im Gegenteil, man betrachtete die Alten als absolut 
unübertreffliche Muster und ging in der Pedanterie sogar 
soweit, einem Dichter, dessen Leistungen man seine Anerken- 
nung nicht versagen konnte, diese doch zu schmälern, nur, 
weil er nach Muhammed geboren war*). Man schuf daher 
noch eine mittlere Klasse, die der Muhadramün, die ihre 
Jugend wenigstens noch in der heidnischen Zeit verlebt hatten. 
In Wahrheit hat aber der Islam zunächst durchaus keine so 
einschneidende Bedeutung für die arabische Litteratur gehabt, 
wie uns diese Kritiker glauben lassen möchten. Während 
der ganzen Zeit der umaijadis<;hen Herrschaft fuhren die 
Dichter fort in den Bahnen ihrer heidnischen Vorgänger zu 
wandeln. Erst mit der Thronbesteigung der *Abbäsiden kommt 
der islamische Geist wirklich zur Herrschaft und richtet nun 
seine Spitze nicht nur gegen den religiösen Inditterentismus, 
sondern gegen das nationale Wesen der Araber selbst; <leim 
die 'Abbäsiden verdankten ihr Emporkommen gerade der 
Unterstützung der nichtarabischen, insbesondere <ler persi- 



*) Arabic authorn, a manual of arabian history and literature. 
London 1890. 

*) Kulturgeschichte de» Orient«* unter den Chalifen. Bd. II. Wien 
1877. 8.341—484. 

>) Goldziher, M. 8t. 1,219 — 229. 

♦) ders. Abh. z. ar. Phil. I, 136. 



Einleitung. 7 

sehen Bekenner des Islams. So entwickelte sich unter ihrer 
Ägide eine islamische Litteratur in arabischer Sprache ^). 
Wir teilen also die arabische Litteraturgeschichte in zwei 
Hauptperioden : 

I. Die arabische Nationallitteratur von den ersten An- 
filngen bis zum Untergänge der ümaijaden i. J. 132/750: 

1. bis zum Auftreten Muhammeds, 

2. Muhammed und seine Zeit, 

3. Das Zeitalter der Ümaijaden. 

II. Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 

Die eigentliche Blütezeit der arabischen Litteratur dauerte 
kaum 3 Jahrhunderte. 

Schon um die Mitte des 10. Jahrhunderts ging mit der 
politischen Einheit des ^abbäsidischen Reiches auch der 
materielle Wohlstand und die geistige Blüte einem schnellen 
Verfall entgegen. Noch drei Jahrhunderte dauerte freilich 
die Nachblüte, die erst durch die Mongolenstürme des 
13. Jahrhunderts endgültig geknickt w^urde. Untergegaugen 
ist die arabische Litteratur in diesen Stürmen allerdings 
nicht; aber sie ist seitdem in einem starren Schematismus 
verknöchert, und nur Poesie und Geschichtschreibung haben 
noch einige originelle Früchte gezeitigt. 

Was der arabischen Litteratur wahrend dieser Periode 
an Originalität abging, das hat sie durch ihren erziehenden 
Einfluss auf die zahlreichen dem Islam nach und nach ge- 
wonnenen Völker ausgeglichen. Das wichtigste politische 
Ereignis dieser Zeit ist die Eroberung Ägyptens durch den 
osmanischen Sultan Selim i. J. 1517, durch welche die sunni- 
tischen Völker wieder in einem Staate vereinigt wurden. 

Vfir teilen also die Geschichte der islamischen Litteratur 
in 4 Perioden: 

1. Die Blütezeit unter der Herrschaft der ^Abbasiden im 
*Iräq von ca. 750 bis ca. 1000. 



<) A. Müner, Der It^Uin I, 470. 



3 Einleitung. 

2. Die Nachblüte von ca. 1(X)0 bis zur Zerstörung Bag- 
dads durch Ilulagu i. J. 1'258. 

3. Von der Mongolenherrschaft bis zur Eroberung Ägyp- 
tens durch Selim i. J. 1517. 

4. Von 1517 bis zur Gegenwart. 



1. Buch. 



Die arabische Nationallitteratur. 



1. Abschnitt. 

Von den Anfingen bis zum Auftreten Hnhamnieds. 



1. Kapitel Die arabische Sprache. 

Die Bewohner der arabischen Halbinsel zerfallen von 
altersher in zwei durch tiefgehende Unterschiede scharf ge- 
sonderte Volksgruppen. Die Minäer. Sabäer und Hinijaren 
in den südlichen und sudwestlichen Küstenlandern erfreuten 
sich dank ihrer Lage an der indisch-ägyptischen Handelsstrasse 
seit alter Zeit einer blühenden Kultur, von der uns noch jetzt 
mächtige Ruinen und zahlreiche Inschriften Kunde geben. 
Während der ersten Jahrhunderte n. Chr. ging aber diese 
Kultur allmählig ihrem Verfall entgegen, da <ler Handel 
andere Wege einschlug; das Land venldete und viele seiner 
Bewohner sahen .sich zur Auswanderung nach Norden ge- 
nötigt. Dort hausten in der weiten Hochebene des Negd 
bis tief nach Syrien und Mesopotamien hinein ihre Stammes- 
vettem, die Beduinen, denen das freie und ra.stlose Nomaden- 
leben in der Wüste (^ieist und l^ib anders geartet hatte aU 
den Bauern und Krämern <les Südens. Nur an der Handels- 
strasse in der Küstenlandsi-haft Hit^äz hatten es diese Nord- 
araber zu städtis<rhen Siedelungen gebracht, und nur an den 
Kändeni der Wüste unter dem Einflus.»ie der römiwhen unil 
der persischen (irossmacht waren ihnen die Anfänge staat- 
licher (Organisation gelungen. Aber trotz der äusseren Zer- 
splitterung si-heint bereits vor dem Islam eine gewis.^^e Ein- 
heit der religiösen und sittlichen Ideen die Beduinen zu einer 
Nation verbunden zu haben. Das bestätiget uns auch die 



12 1. Buch. 

Sprache ihrer Poesie, die bei den christlichen Bewohnern von 
Hira dieselbe ist, wie bei den heidnischen Ziegenhirten in 
den Gebirgen südlich von Mekka. Mit Recht betont Nöldeke ^), 
dass diese Gleichheit weder durch die redaktionelle Thätig- 
keit der Überlieferer n()ch aus der Annahme einer künstlichen 
dialectus poetica erklärt werden kann. 

Die arabische Sprache ist reich an ausdrucksvollen Formen 
und syntaktischen Feinheiten. Noch reicher ist ihr Wort- 
schätz an Synonymen zum Ausdruck der feinsten Nuancen 
in der eintönigen Umgebung der Beduinen. Trotz ihrer Ab- 
geschlossenheit ist übrigens die arabische Sprache nicht frei 
geblieben von Lehnwörtern, die die Beduinen insbesondere von 
den ihnen an Kultur überlegenen Aramaern bezogen*-^). 

2. Kapitel. Die Anfänge der Poesie. 

Was uns die arabischen Philologen von dem angeblich 
ersten Dichter zu berichten wissen^), gehört in das Reich 
der Mythe oder vielmehr der willkürlichen Erfindung, wie 
die übrigen sogenannten Awä'il. Glücklicherweise hat uns 
aber die echte üeberlieferung noch einige Züge erhalten, 
die sich zu einem ziemlich deutlichen Bilde von einer der 
kunstmässigen Poesie des f). .Jahrhunderts vorangehenden 
Stufe der Litteratur verbinden lassen. Ks ist eins der vielen 
Verdienste J. Goldzihers*), diese Züge gesammelt und ge- 
deutet zu haben. 

Der Dichter führt bei den Arabern den Namen siVir, 
d. i. der Wissende, und zwar als Inhaber übernatürlichen 
Wissens. Kr galt als eine Art Orakel seines Stammes, gleich 



') Die Semitischen Sprachen p. 45. 

^) S. Fränkel, Die aramäischen Fremdwörter im Arabischen. 
Leiden 1886. 

') Ahlwardt, Über Poe-^ie und Poetik der Araber p. S. 

*) Abhandlungen zur arab. Philologie. Leiden 1876. 1. Über die 
Vorgeschichte der Higä-Puesie; Bemerkungen zur ältesten Oe^^chichte 
der arab. Poesie in Actes du X^">« congres d. orient. sect. III p. 1 — 5. 



Die arabische Xationallitteratur. 13 

dem Kahin, nur da*^i^ er nicht wie dieser an ein Heiligtum 
gebunden war; auch seine Fähigkeit, wie die ih'i^ Kahin, 
führte der Volksglaube auf die Inspirariou diinh einen (ünn 
zurück. Goldziher fuhrt eine Reihe vcm Fallen an. in denen 
man in alter Zeit den Rat des Dichters einholte. Auf der 
alten Anschauung vom zauberhaften Charakter des I>i<hter- 
wortes beruht auch der < Gebrauch des Wortes ansada für das 
Recitieren von Gedichten, wie von r>eschworungen und Kid- 
flüchen. 

(ianz besonders deutlich aber tritt der (ilaube an die 
Fetischkraft des Wortes beim Hiiiä hervor, das ursprunglich 
als eine feierliche Verfluchung des (iei^ners gedacht und mit 
religiösen Cerem<inien verbunden war. 

^Mit dem allmrddigen Schwimlen der altheidnischen 
Lebensanschauung ist aus dem Wissenden der Dichter ge- 
worden, aus dem Seher der Wortknnstler. Es ist da> nicht 
das einzige Beispiel dafür, dass eine Thiltigkeit. mit welcher 
man auf uralter Kultur^^tufe die Vi»rstellung eines zauber- 
haften Charakters verband, auf ent wiekelteren Stufen, von 
allem reiiiriosem Wesen losirelo.^t. im profanen Lebensverkehr 
zur Hedeutunij gelangte und in dieser Kigens«*haft einen neuen 
Entwirklungsgantr durchmaehte. Das >i*r «ler Araber, wie es 
in der Litteratur fdierliefert ist. hat dieselbe Vorgeschiehte 
wie die frraoidi^ und das rarmeu" * ». 

A. Kapitel. Die Formen der arabiKclien Poesie. 

Schon die fdtesten. auf uns j^ekommenen Litteratur- 
denkmfder zeigen horhentwickelte . manniirfaltige Metra, 
denen allen der Endreim gemeinsam i>t. Als die fdteste 
Form der poetL<4-hen Rede können wir daher das .^aii*. die 
Reimprosa, bezeichnen. Für das höh«- Alter dieser KuiLSt- 
form spricht aurh der Umstand, dass wir dieselbe bei den 
näch.<ten Verwandten der Araber, den Abes>iniern. wi^-der- 
finden. und zwar nieht nur in kirchlichen Dichtungen, die ja 



'l OMMzih*-r L L jt. 1*. 



14 1- Bucli. 

unter fremdem Einflüsse stehen könnte^i, sondern aurli in 
den altamliarisclien Volksliedern. 

Aus dem Sag entwickelte sich durch rythmische (iliede- 
rung das jambische Mass, das Rejiez mit dem Endreim am 
Sehluss jedes Kolons^). Dieses rdteste Metrum wird von 
manchen arabischen Theoretikern überhaupt nicht als si'r an- 
erkannt und es ist in der That immer in naher Berührung 
mit der Prosa geblieben. 

Es ist in hohem (Jrade waiirscheinlich, dass aus dem 
Regez erst die übrigen Metra sich entwickelt haben, und dass 
bei dieser Entwicklung musikalische Prinzipien wirksam 
gewesen simP). Jacob ^) wollte die altarabischen Metra aus 
den verschiedenen (Jangarten des Kamels herleiten. An ihn 
knüpft Hartmann*) an. Er entkleidet den Gedanken Jacobs 
seiner immerhin originellen Form und versucht durch rein 
mechanische Deduktionen die gesamte Metrik aus dem Schritt- 
mass des Kameltreibers abzuleiten. Solange nicht genaue 
Untersuchungen über die Geschi(!hte der arabischen Metra 
und ihre Behandlung bei den einzelnen Dichtern vorliegen, 
sind alle Spekulationen fruchtlos. 

4. Kapitel. Allgemeine Charakteristik der altarabischen 

Poesie.*) 

Es ist nicht leicht, das Wesen der arabischen Poesie 
scharf zu definieren, weil wir dabei genötigt sind, die Termino- 
logie unserer europäischen, auf den Kategorien der Peri- 
patetiker und Alexandriner beruhenden Poetik auf einen ganz 
fremdartigen Stoff anzuwenden. 



^) Guldziher 1. 1. p. 76. 

^ if. St. Ouyard, J. A. P. VI. 7. S (187G); Landberg, Arabioa III. 
(1895) p. 19. 

») Studien in arabischen Dichtern, Heft II S. 106. 

*) Metrum und Rythnius. Der Ursprung der arabischen Metra. 
Giessen 1896. 

*) Ahlwardt, W. Über Poesie und Poetik der Araber. Gotha l.sr)6. 
Basset, R. La Poesie arabe anteislamique. Paris 1880. Wenig, J. G. 
Zur aUgemeinen Charakteristik der arabischen Poesie. Innsbruck 1S70. 



Die arabische Kationallitteratar. 15 

Man uennt die arabische Poesie für gewölinlirh schlecht- 
weg lyrisch, d. h. ursprünglich für den Gesang bestimmt. 
Nun bezeichnet die Überlieferung allerdings die in nach- 
islamischer Zeit übliche Art des Oedichtvortrags mit musi- 
kalischer Begleitung als eine den Persern entlehnte Kunst. 
Aber wir hören doch schon aus heidnischer Zeit, dass die 
Mekkanerinnen in der Schlacht bei Ohod die Lieder, durch 
die sie den Mut ihrer Männer zu entfachen suchten, mit 
Musik begleiteten. Wenn nun bis in die neueste Zeit auch 
in der Wüste jeder Gedichtvortrag auf der Rebäbe begleitet 
wird, so dürfen wir das auch wohl für das Altertum als das 
Normale annehmen. In diesem Sinne wäre also die Bezeich- 
nung lyrisch gerechtfertigt. 

Dem lyrischen Liede. dem /i/iux;. im Gegensatze zum 
Bi<K. schreibt man als zweites Charakteristikum zu. dass es 
die subjektiven Empfindungen des Dichters zum Ausdruck 
bringe. Stellen wir dies in den Vordergrund, so dürfen wir 
nur einen kleinen Teil der altarabischen Poesie als Ivrisch 
bezeichnen. 

Was die altarabische Poesie im Gegensatze zu der aller 
anderen Völker hauptsächlich charakterisiert, Ist der Mangel 
einer geschlossenen Komposition. Der Araber findet die 
poetische Schönheit immer nur im einzelnen Verse oder Halb- 
verse, wie aus zahlreichen Kunsturteilen in der belletristis<hen 
Litteratur zu ersehen ist * ). Es wird einem Dichter geradezu 
als Fehler angerechnet, wenn er zum Ausdruck eines Ge- 
dankens zwei oder gar mehr Verse gebraucht. Wie die ein- 
zelneu Verse oder Versgruppen aneinander gereiht werden. 
igt zunächst gleichgiltig. Daher findet sich kaum ein Ge- 
dicht in zwei verschiedenen Überlieferungen mit gleicher 
Versfolge. 

Es ist immer nur eine einzelne Empfindung oder eine ein- 
zelne Beobachtung, die der Dichter in einen Vers fasst. Wohl 
mag sich ihm Vers an Vers reihn. bis er alle Glieder seines 
Reittiers gepriesen oder jeden einzelnen Vorgang an einem 



») Vgl. z. B. Hiz. I, 373. 



1(] 1. Buch. 

Schlachttage oder bei einem Naturereiguis au unserem Auge 
vorübergefiihrt. Aber nie ist das Getuge sijjner Rede so fest, 
dass jedem Gliede seine Stelle mit zwingender Notwendigkeit 
angewiesen wäre. \ 

Der (iedankenkreis der arabischen Poesie ist der Ein- 
tönigkeit des Nomadeulebens entsprechend eifi eng be- 
schränkter. Liebesklage, Scliilderung. Lob, Selbstlob. Spott 
und Totenklage sind die immer wiederkehrenden Grund- 
themata. Die beiden ersten sind die notwendigen Bestand- 
teile jeder Qaside, mit denen sich die anderen je nach den 
Umständen verbinden. Es scheint fast, als ob diese Kunst- 
form verhältnismässig jungen Datums sei; doch ist unser 
Material zu dürftig, um eine sichere Entscheidung zu er- 
möglichen. 

5. Kapitel. Die rborlieferiiiig der arabischen Poesie.^) 

Wenn auch der (iebrauch der Schrift, wie neuere Funde 
gezeigt haben, in Nordarabien schon in weit älterer Zeit 
bekannt war, als man früher annahm, so darf man doch mit 
Sicherheit behaupten, dass die Aufzeichnung der uns jetzt 
vorliegenden Texte erst in nachmuhammedanischer Zeit be- 
gann. Vorher lebten die alten Lieder ausschliesslich im 
Munde des Volkes und waren daher manmgfachen Gefahren 
ausgesetzt; mag man auch die Gedächtniskraft eines Natur- 
volkes noch so hoch anschlagen, so waren doch schon materielle 
Verluste unvermeidlich. -^m* 

(Joldziher^) hat auf den Bericht des heiligen Nilus aus 
der Zeit ca. 400 n. Chr. aufmerksam gemacht, der uns meldet, 
dass die Araber der SinaihalbinswPKieder anzustimmen pflegten, 
wenn sie nach langer Wanderung eine Quelle fanden, und 



^) Th. Nüldeke, Zur Oeschichte und Kritik der altarabiBchcn Poesie 
in Beiträge zur Kenntnis der Poesie der alten Araber, S. Iff. W. Ahl- 
wardt, Bemerkungen über die Ächtheit der alten Arabischen Gedichte. 
Greifs wald 1872. 

2) Abb. I. p. r>8. 



I 

Die arabische Nationallitteratur. 27 

auf die Parallele Num. 21, 16. 17 hingewiesen. Von solchen 
alten Quellenliedern besitzen wir nun aber nichts mehr. 

Aber auch die vollständig überlieferten Texte mussten 
im Munde des Volkes mancherlei Umgestaltung erfahren. 
Die reichhaltige Synonymik der arabischen Sprache ver- 
anlasste teils unwillkürliche, teils absichtliche Vertauschung 
. einzelner Wörter, und das lose Gefüge der Lieder begüi^tigte 
den Ausfall uml die Versetzung einzelner Verse und Vers- 
gruppen. Nicht selten fand eine Vermischung von Texten 
verschiedenen Ursprungs, die im Inhalt sowie im Metrum 
und Reim zueinander passten. statt. 

Ausser diesen unwillkürlichen müssen wir nun aber 
auch bewusste Änderungen der Überlieferung annehmen. 
Mag man die Religiosität der alten Araber norh so gering 
anschlagen, so bleibt es Aovh immer auffallend, wie selten 
in unserer Überlieferung die Namen der hei<inischen Ciötter 
erscheinen. Das kann nur durrh muslimische Athetesen 
erklart werden. 

Endlich wissen wir auch, dass spätere l'berlieferer, wie 
llammäd ur Räwiia und Ilalaf al Alimnr die Zahl der von 
ihnen im (iedächtnis bewahrten Lieder durch Zuthaten aus 
eigener Fabrik vermehrten, und solche Fälschungen werden 
auch schon früher vorgekommen sein. 

<). Kapitel. Quellen unserer Kenntnis der altarabischen 

Poesie. 

Aus den Schulen <ler Grammatiker zu Basra um! Küfa, 
die sich die Krhaltung der alten Poesie anp:e]eiren sein Hessen, 
gingen ausser den alsbald zu besprechenden Diwanen ein- 
zelner Dichter eine Reihe von Sammelwerken hervor, teils 
Anthologien, teils Sammlungen der Lieder eines ganzen 
Stammes oder einer ganzen Menschenklasse. 

1. Die älteste, uns erhaltene Antht>logie sind -die Mualla- 
t/dt^), d. i. die wegen ihrer Kostbarkeit auf einen Ehrenplatz 

') Nüldoko, n.'itr. XVII ff., Knr. Brit. XVI, 53*». 

Broc keliu .^nn, Ar:ib.»i'he r.ittiTaturB«*ch'iihte. I. 2 



18 1. Buch. 

erhobenen. Aus der wörtlichen Deutung dieses Namens ent- 
stand, wie Nöldeke nachgewiesen hat, die bekannte Sage, 
dass diese Gedichte schon in heidnischer Zeit als Meister- 
werke anerkannt und an der Ka'ha aufgehängt wären. In 
Wahrheit ist Hammäd ar Räwija der Urheber dieser Samm- 
lung. Die Überlieferung ist nicht ganz einig darüber, welche 
Gedichte zu den Mu'allaqät gehören. Fünf werden von 
allen dazu gerechnet, die des lmru\ilqais, Tarafa, Zuhair, 
Lebid, *Amr b. Kultum. Der 6. und 7. Dichter sind nach 
der gewöhnlichen Clierlieferung *Antara und al Härit b. Hilliza, 
während al Mufaddal an deren Stelle an Näbiga und al 
A*sä anführt. £s sind hier die Dichter gewählt, die auch 
sonst als die berühmtesten gelten. Eine Ausnahme macht 
nur al Härit b. II., und für diesen hat Nöldeke mit grosser 
Wahrscheinlichkeit den Grund "nachgewiesen, weshalb ihn 
Hammäd in seine Sammluni; aufnahm. Hammäd war ein 
Klient des Stammes Bekr b. WäHl. Der lag in historischer 
Zeit in beständiger Fehde mit dem Stamme Taglib. Dem 
Ruhme dieses Stammes nun ist das Gedicht des 'Amr b. 
Kultum gewidmet, das sich wegen der weiten Verbreitung 
der Taglib eines hohen Ansehns erfreute. Da H. dies Gedicht 
nicht umgehn konnte, musste er ein besonderes Interesse 
daran habiMi, ihm ein Gedicht an 'die Seite zu stellen, das 
dem Kuhme seiner Herrn, der Bekr b. Wä^'il, diente. So 
wählte er das Lied ihres Stammesgenossen, des sonst wenig 
berühmten Härit. Die Späteren, die ein solches Interesse 
nicht hatten, ersetzten ihn durch einen berühmteren Dichter. 
Übrigens zählen andere 9 Mu'allaqät, indem sie zu den" von 
Hammäd ausgewählten noch die zwei von Mufaddal hinzu- 
fügten. 

Septem Mu'allakftt od. F. A. Arnold, LipHiao 1850. 

L. AbelyWörterverzeirliniHHe zur aUarabiHcbcn Poesie I. Berlin 1891, 
dazu: Jacob. G., Dr. Abels Mirallaq^t- Ausgabe, nachgeprüft, Studien 
in arabischen Dichtern 1. II. Berlin 189.-);4. Tibrizi a commcntary on 10 
ancient arabic poems ed. Ch. Lyall fsc. I. II Calcutta 1891. 1893. Az 
Zauzant Sarh al mu*aUaqät Bül&q 1304 (und bei Arnold 1. l.) An Nahh&s 
Corot, zur M. de» Imruulqaiij, hsgb. von K. Frenkel, Di»»., Halle 1876. 
Comt. V. b. Kaisän f 320/932, Ind. off. 800, v. Mauh&b b. A. al Ho^rl, 



Die arabittcho Nationallitteratur. 19 

Paris 3279, anonym Leyd. 559, 562; deutsch v. A. Th. Hartmann, Münster 
1802, Ph. Wulff, Rottweil 1857. 

'2. AVeniger herfiliint als «lie Mii*ailaqät aher für unsere 
Kenntnis der altarabisclien Poesie noch wichtiger ist die 
Anthologie des Alm 'Abdarrahinan al Mufaddal b. M. b. .la'lä 
ad Oabbi f 170/78<5, die er für seinen Zögling, den damaligen 
Prinzen al Mabdi, sammelte und k. al ihtij/lnlt nannte. Diese 
Sammlung, gewrdinlirh al Mufaildattjat genannt, wurde in 
verschiedenen Schulen weiter fiberliefert. Die berühmteste 
Rezension ist die des Ihn al A'rabi. 

Die Mufaiiaalljät, h^gl». v. H. Tiiorbeckc, 1. Heft, Leipzig 1SS5. 
Ewald, ZKM. Jl. 1»2, AIV'üiiteiifiM ib. 482. Comt. v. al Marzuql 
t 421/1030 Berl. 7440, vun Abu M. al Qä-*im al AnbAri Kcf. 221, 
Kairu lY. 287. 

H. Die Gamharat a^ar nl 'amh ist eine Sammlung von 
7x7 Qasiden mit einer Kinleitung über «lie Sprache «ler 
Araber, die Wcrtschatziiiig der Dichter im allgemeinen und 
einzelner im besonderen. Als Sammler nennt sich .\bu Zaid 
al Qorasi und als sein (^iewfdirsmann erscheint al MnfüddaK 
der als Nachkomme des Chalifen 'Omar im <i. (ilifdc bt*/t*irhnt't 
wird, also um die Mitte iles :i. Jahrhund<.'i-ts d. 11. gewirkt 
haben miLsste. Da bciile Männer sunst ican/ unbekannt sind, 
so kann man sirh des Verdaihtes niilit erwrhren. da.««s ihre 
Namen erfunden seien, als IVmlant /n dem benlhmten tiramnni- 

tiker Abu Zaiil al Ansari und >eiMem Lehn-r al .Mufaddal 

. . . 

ad Dabbi. Da aber <las Werk H-hon \'*\\\ i». liasiq i:^iM» bis 
750 ' KHK) — Hn;4» erwähnt wird, .««o mat; e> um tlie Weiule 
des 3. und 4. Jahrhunderts vei-fa.*ist .sein. Wfini amli die 
Kinleitung und der Kommentar fast wertbis sind, und tlie 
Auswahl selbst Mangel an Kritik verrat, so verdanken wir 
dem Werke doch die Krhaltung nmnches wertvollen Sturkes. 

AoKg. TOD Sa'id AiitQn BrilM^ VMPt\ M^»: AI:;. I7?r». Krill 4. Hrit. 
Muft. 10€3, 1662, Leyd- Wn* ^t. :<]iC«ni^r*r 1215; iloiiim«.! Ai t»?* du VI -»<• 
congres intern, d. oricni, 11. p. »ect. I. p, 3>»7 — 4«r^ NMld*:kv ZDMfi 
49, 290—3. 

4. Neben den bisher besprochenen Sammlungen voll- 
ständiger Qa.^iilen entstanden in etwas späterer Zeit Antho- 
logien von Bnich.Mfieken. die nach den Inlialt geordnet f»ind. 



20 1- Buch. 

Unter diesen sind die berühmtesten die Sammlungen der 
beiden Dichter Abu Temmäm f 231 / 846 und al Buhturi 
t 284/897, beide u. d. T. al Hänuha, Das erstere Werk zer- 
jfallt in 10 Kapitel sehr ungleicher Länge und gibt Proben 
zu allen Haupttliemen der Poesie aus heidnischer und frQh- 
islamischer Zeit. 

Hamasae carmina cum TebriBÜ scholiia ed. G. Frey tag, 2 vol. 
Bonnae 1S2S— 47; Bül&q 1286, Galcutta 1S56. HamUsa oder die ältesten 
arabiBchen YolkBlieder, gesaromeU von Abu Temmitm, Übersetzt und er- 
läutert von F.RQckert, 2 T., Stuttgart 1846. Shaikh Abdal Kadar a comt. 
on the poetical werk ent. Hamasa Bombay 1883. Comt. v. b. Ginnt 
t 392, Paris 3285, Kairo lY, 221; al Marzüql \ 42l, Berl 7449, Br. 
Mus. 568/9, Kairo II 269, Köpr. 1308—11, NO 3999-4001, Ab 4058; 
V. al ÜorgiLnl f 731/1040, Escur.* 289, v. b. Malkftn f 584 ib 312, v. al 
•Okbart f 612, Köpr. 1307, v. ar R&wcndi Br. Mus. 1663, v. al Aster- 
ftb&di Alg. (de älane 68). 

5. Weniger berühmt und auch in pbetischer Hinsicht 
minder wertvoll ist die Hamäsa des al Buhturi. Sie zerfällt 
in sehr viele kleine Kapitel, deren jedes einen ganz bestimmten 
Gegenstand behandelt, meist moralischer oder didaktischer 
Tendenz. Diese Anordnung macht es uns möglich, über die 
verschiedensten Dinge eine Reihe ähnlicher, sich gegenseitig 
ergänzender Dichterstellen benutzen zu können. Leider ist 
das AVerk nur in einer einzigen, nicht eben guten Hds. 
(Leyd. 889) erhalten, nach der z. Z. in Beirut eine Ausgabe 
vorbereitet wird. 

Th. Nöldeke, Beiträge p. 183—99, Oeyer ZDMG 47, 418. 

(*). Von allen Sammlungen der Gedichte ganzer Stämme ^) 
ist uns nur der Diwan der Dichter aus dem Stamme Hudail 
erhalten, der in den Gebirgen südöstlich von Mekka seine 
Sitze hatte. FAn Teil der Dichter gehört noch dem Heiden- 
tum an, die meisten sind Muhammedaner. Die Gedichte 
sind nach dem Jahre 275/888 von dem Philologen as Sukkari 
gesammelt und von dessen Schuler al Hulwäni dem Gramma- 
tiker ar Kummäni überliefert. Dieser versah den Text mit 



^) Vgl. J. Goldziher, Some notes on the diwftns of the arabic tribes. 
JKAS 1«'.j7 p. 32.0—34. 



Die arftbi(»che Natiunallitteratur. 21 

einem Comt, der iiiiä leider nur in stark und nicht immer 
gescliickt abgekürzter Form erhalten ist. Die Leyd. und <lie 
Par. Hds. enthalten beide nur den 2. Teil <les ganzen Werkes ; 
fQr den Verlust des ersten Teils ents<*hädigt uns einiger- 
massen der Umstand, dass der Diwan <les bedeutendsten 
huilailitisehen Dichters, Abu Du'aib, der diesem ersten Teile 
angehörte, selbständig in einer Ilds. der Lan<lberg\schen 
Sammlung auf uns gekommen ist ^). 

J. O. L. Kosegarten, The Hudsailiun pooma vol. I London 1h:i4. 
A»*ftr ul Hudaiyjlna, deutHch von R. Abicht, NaniHlau 1879. J. W(>U- 
hausen, Letzter Teil der Lieder der Iludhailiten, arab. und dctitHcb: 
Skizzen und Vorarbeiten, 1 Heft, Berlin 1887. ZDMG 39, 411-80. 

7. Derselbe as Sukkari verfasste auch ein Buch ahhfir 
al Ifiifti», in dem er die Gedichte berühmter Heduinenriluber 
zusammenstellte. Einen Teil desselben, den Diwan des Abu 
Taliman aus der Zeit der Lmaijaden, bat Wright*^) heraus- 
gegeben. Zahlreiche Fragmente dieses Buches finalen sich 
noch in Jäqfits geographischem Wörterbuche, in Tibrizi's 
Hamäsacomt. u. s. w. 

8. Für die Lebensumstände der einzelnen Di<^hter ist 
unsere Ilauptquelle das Kifah al aj^ni (cit. Ag.; des Abik1 
Farag 'Ali al Isfahäni t :^.V; %7. 20 Bde. Buläq l-2«5 
(Bd. XXI. ed. Brünnow Leiden l>^xx. Index von Guidi I, ib. 
lxl>.j) das später noch tcenaucr zu In^sprechen sein wird. 
Daneben kommt hauptsä<:hli«'li die Ifizan^t nl adnh ini. Ijiz.) 
des 'Abdab|ädir al Baidinli t lO!i::{ H;x-2. \ Bde. Biilar| lii^J, 
in Betracht, ein Comt. zu den '^atinhitl, d«'M di'-hterif-chen 
Belegstellen im Comt. Kadi aildin al .X^-terabädi".- t <J><0 1287 
zur Kafija , einer ^irammatik von b. Maüib ^f ♦i4^i \'lV^). 
Der Verfasser hat viele alt»- und vortreflTlirhe .\utorerj. lueiit 
noch dazu in guten Hd<-. K .-nutzt. 

ludf-x von J. Guidi in At!. d'ri L:j. -.. H mü li?»]. 



•} Goldziher lj»:i Fi-'.r;«:f. '/A>Mh »'• *.'*. 
*» Opiuc. arib L«ryd«:r* \r'/*. 



22 1- Buch. 

7. Kapitel. Die sechs Dichter. 

Unter der grossen Zahl der vorislamischen Dichter nehmen 
sechs als die berühmtesten die erste Stelle ein. Ihre Gedichte 
sind von dem Philologen al Asma'i (f 210/825 oder 215/830) 
gesammelt und uns in der Recension des Spaniers Jüsuf al 
A'lam as Santamari (f 47(5/1083) erhalten, Ahlwardt, W. 
The divans of the six ancient arabic poets London 1870, 
al AMam's Comt. Par. 3274. s. u. 

l. An Näbi^a ad Uubjäni Zijäd I). Mu*awija lebte in der 
letzten Hälfte des Jahrhunderts vor Muhammed hauptsächlich 
in llira unter den Königen al Mundir 111 und IV und 
en No'man abü Qabus. Unter diesem fiel er in Ungnade 
und floh nach Damascus an den Hof des (lassaniden 'Amr 
b. Harit. Nach dessen Tode aber kehrte er nacrh Hira zurück 
und es gelang ihm die Gunst des Königs wieder zu gewinnen. 
Er soll kurz vor dem Auftreten Muhammeds gestorben sein. 

Ag IX, 1Ü2— 176. Ahlwardt, Bemerkungen p. 3G— 50. Le diwan 
de Nftbiga publ. p. H. Derenbüurg J. A. P. lS()8/69. Cumt. v. al Batal- 
jaust Cairo 1293. 

2*. 'Ant'ara b. Saddäd (oder 'Amr oder Muäwija) al 
'Absi war der Sohn einer schwarzen Sklavin und erlangte 
daher erst als «Jüngling auf (Srund seiner persönlichen Tüchtig- 
keit die Anerkennung seiner Ebenbürtigkeit. Er nahm hervor- 
ragenden Anteil an dem Kriege des Dähis und der Gabrä ^), 
und fiel in einem Kampfe mit dem Stamm Tai. Er ist der 
populärste altarabische Held geworden, dessen Andenken 
noch lieute durch den 'Antarroman (s. Bd. 11) und zahlreiche 
Ortsnamen lebendig erhalten wird. 

Ag Vll, 148—153, Ahlwardt p. 50—57, H. Thorbecke, 'Antarah, ein 
voriHlamiHcher Dichter, Leipzig 1867. Munjat an nefni fl as'&r *Antara 
b. Sadd&d al 'Absl intih&b lakonder Agft Abkarius Bairut 1864 (£ut. 1647). 
Dtw&n *Antara Bairü^ 1888 (OB, 111 3572). Goldziher, Der arabische 
Held 'Antar in der geographiHchen Nomenklatur, Glubus LXIY, 65—67. 

• 

3. Taraf a 'Amr b. al 'Abd al Bekri lebte am Hofe des 
Königs *Amr b. Hind von Hira, der bis zum Jahre 5G8 oder 

») Vgl. A. MQUer, Der Islam 1,5 ff. 



Die arabische Nationallitteratur. 23 

569 n. Chr. regierte ^), und zwar als Gesellschafter bei dessen 
Bruder Qäbus. Da er aber in jugendlichem Leichtsinn sich 
nicht scheute auf den König selbst Spottverse zu dichten, 
80 suchte dieser sich hinterrücks seiner zu entledigen. Er 
schickte ihn und seinen Oheim al Mutalammis, der gleichfalls 
ein namhafter Dichter war, angeblich mit je einem Empfeh- 
lungsschreiben zu dem Statthalter von Bahrain. Sein Be- 
gleiter schöpfte Verdacht, öffnete das ihm übergebene Schreiben, 
liess es sich vorlesen und erfuhr, dass der König dem Statt- 
halter alle beide zu töten befahl. Da floh er nach Syrien. 
Tarafa aber liess sich nicht warnen, setzte seine Reise fort 
und wurde nach seiner Ankunft in Bahrain lebendig be- 
gniben. 

Ag XXI, 185— 210. Hiz. 1,414- 18, A. Perron JAP 8. III K 9 p. 46, 215, 
Rückert, Sieben BQcher roorgenländi»cher Sagen und Gei^chichten, 
1 — 4. Buch, Stuttf^art lb37 8.136, Ahlwardt 1.1. p. 57 — 61, Vanden- 
hoff, B., Nonnulla Tarafae poetae carmina ex arabico in lat. sermonem 
Tersa notisque adumbrata, Dio»., Berlin 1895. Diwftn al Mutalammis 
mit Scholien von al Atram f 230 844, Mui«. Brit. 1407 aus einer Hds. 
der Soc. Reg. Mus. (Cat. Wilkint^ nr. 160), Kairo IV 251, AS 3931, DIwAn 
seiner Schwester Hirniq Kairo IV 270, ed. Cheikho Bairüt 1897. 

4. Zuhair b. abi Sulmä Rabfa al Muzani lebte im 
Lande der B. (latafau und wird daher von b. Qutaiba im 
k. as suarä falschlirh zu diesen gerechnet* Der Sage nach 
soll er als lOOjrihriger Tirei-s mit «lein Propheten zusammen- 
getroffen sein; wahrscheinlich aber ist er schon vor dessen 
Auftreten gestorben. In seiner Familie war dichterische Be- 
gabung nicht selten: sein Stiefvater .\us b. Hagar, seine 
Schwester al Hansa und sein Sohn Ka b werden uns noch be- 
gegnen. Seine (ledichte tragen durchweg einen ernsten 
Charakter; das sentenziüse. lehrhafte Element tritt in ihnen 
stark hervor. 

. Afc IX, 146- 15h. Hiz. 1,375 — 77. Ahlwardt 1.1. p. 61—65: Comt. 
T. laMab t 291 904, Knyr.' 271. cod. Söcin ZDMG. 31, 710, von al A'Iam 
t 476; 1083 «.d. Landber^. Primeurs arabe» fai>c. II Lejde 1889; K.Dyroff, 
Zur Geschichte der Cberlieferunij^ dei» ZuhairdiwanH mit einem Anhang 
unedierter Gedichte Zuhain». München 1892. 

*) Nöldeke, TabariQberf^. p. 170 ff. 



24 1- Buch. 

5. 'Alqama b. 'Abada aus dem Stamme Temim, zu- 
benaiint al Fahl, ist besonders bekannt durch ein Gedieht, in 
dem er den (iassäuiden al Härit b. Gabala um Freilassung 
gefangener Stammesgenossen bat. Was von seinem Wett- 
streit mit Imru%ilqa)s erzahlt wird, gehört in das Reich der 
Sage. An seinen Gedichten rühmt man besonders die Schilde- 
rung von Straussen. 

Ag XXI, 172 — 75, Ahlwardt 1.1. p. 65 — 71. Die Gedichte des 
'Alkama el fnhl mit Anm. hsg. von A. Suciu, Leipzig 1867, dazu Ahl- 
wardt p. 146—168. 

(>. Iniru^ilqais b. liugr stammte aus dem südarabischen 
Geschleqhte Kinda. Seinem Vorfahr Hugr Äkil al murär war 
es ca. 480 gelungen, sich eine Herrschaft im Nai;d zu be- 
gründen, die aber unter seinen Nachkommen mehr und mehr 
verfiel. Des Dicliters V^iter Hu<;r war von den IJ. Asad er- 
mordet. Er selbst rieb sein Leben in stets wiederliolten und 
immer fehlschlagenden Versuchen auf, das väterliche Krbe 
zurückzugewinnen. Um das Jahr 530 veranlasste ihn der 
byzantinische Kaiser Justinian, der ihn gegen die Perser aus- 
spielen zu können hoftte, zu einer Reise nach KonstantinopeL 
Nach längerem Aufenthalt wurde er zum Phylarchen von 
Palästina ernannt, starb aber auf der Rückreise in Angora, 
der Sage nach ermonlet auf Befehl des Kaisers, den er durch 
Verführung einer Prinzessin beleidigt hatte. Er gilt für den 
grössten Dichter der Vorzeit, doch sind uns seine Lieder nur 
in sehr verwahrlostem Zustande erhalten. 

A^ VlII, 62— 77, Ahlwardt 72—84, Lo diwan d'Amro'lkaia par le 
baron de .Slano, Paris 1837. Ainrilkais, der Dichter und König. Von 
Fr. Rückert, Stuttgart und Tübingen 1843. Comt. von Abu Bekr 'Asim 
b. Aijüb al BataljÜH! (f 494,1100)'), Kairo 1307, v. Behäeddin M. b. 
IbrAhim al Haiabi b. an Nahhä» t 698,1298 u. d. T. fa'liqa Escur.» 302. 
Sein Oheim Muhalhll Hiz I 302—4. 

8. Kapitel. Andere Dichter der Heidenzeit. 

Wir beschränken uns darauf, nur die berühmtesten 
Dichter zu nennen, sowie die, deren Gedichte uns in selb- 
ständigen Sammlungen erhalten sind. 

') Vandenhoff, Diss. p. 5. 



Die arabische I^ationallitteratur. 25 

» ^^ 

1. Ta'abbata »arran Jäbit b. Gäbir al Fahmi wird gleich 
\\iitaTa zu den agribat al *arab gerechnet wegen seiner Ab- 
stammung von einer schwarzen Mutter. Er führte ein un- 
stetes Leben als einsamer Wustenheld; von ihm werden eine 
ganze Reihe von Abenteuern erzählt, die im Gegensatze zu 
den meisten anderen Berichten aus dem Leben alter Dichter 
durchaus das Gepräge volkstumlicher Erfindung tragen. Von 
seinen Liedern, die uns nur in Anthologien zerstreut erhalten 
sind, ist das Trauerlied auf seine Verwandten Hamäsa 382 — 8() 
am berühmtesten.^) 

ki XYIII 209—218, Baur ZDMG X 71 ff., Freytag, Carmen arabi- 
cum perpetuo commt. et versione jambica germanica illuatr. Gutting. 1814. 
Goethe, Noten zum west-ÖHtl. Di van (Werke. Weimar 1888 Bd. 7) p. 12. 
Carmen quod cecinit Taabbata Sharran Tel Chalepf Elahmar in vindictae 
ranguini« et fortitudinii» laudem arab. sueth. DisB., quam praeside B. 
Magno Bolmeer exhibet H. Hellmann, Lundae 1834. 

2. Der Gefährte des T. S. auf vielen seiner abenteuer- 
lichen Fahrten war a^ Sanfarä. Er war etwas älter als 
jener, starb vor ihm und wurde in einem Liede von ihm be- 
trauert. Er ist besonders berühmt durch die Lanüjut al 'arab, 
die zu den herrlichsten Erzeugiii.'?s#;n der altarabischen Poe.sie 
geh«)rt. Auch die Echtheit dirses Liedes i.st in Zweift^l tje- 
zogen. und in der That .sch»firit es der ältesten Philologen- 
generation unbekannt cew»:sen zu snin. Innere Gnlnde für 
einen späteren Ursprung aber lassen sich ui^ht auffinden: 
sollte das Geiiicht wirklich d-ni S. unt»frgHSchMben rr*rin. so 
kann es nur von einem Manne herrühren, dnr »fin»: jrross- 
artige, dichteris^i-he Begabung mit c^^nau-tj^r K»;nntni-« des 
Altertums verband. 

Ag XXI 134-143. Hiz II 14 ff. Dh rjfc' y rKr*:-.!. arar,. H. I t. I 
309 ff. ed. 2 t. II 134 ff. NöM^rk^ be.:r. p. :^'/) ff. (-^r-j iin-, V:\*zt*: LjU*:- 
ratur Terieichnei i-ii. rrhanfari La.r.:jat ul .\r&?j a |/r«:i-i*.v*:'; itrnbiafj 
Qasida tran«l. inio enj^ii-h Ter-*:- :.y O. H-i^r.«:- I r >• . './ff.» v. «i 
Mubarrad und az Zamjih^ar: T;.*?! Ö4L-«ä'io '.•/.*>. v..^ r«. J;,r%.'] fi<:ri 
7408, az Zaazani Vat '^»'A. al O*- •.♦.•: V,^:. 'i'/: h- -"'*5i.';. >;• M ,-. 



et dem Halaf al ahm«.^ z -?•:•'. r. :.«--. r.'. c.f. '.rr.*: z*. :./>:: ;^ '/.• *r '>. 
wie BQckert in dec Aseci. z\,' H^u-k** r.a'.r. »^.<: 



26 1- Buch. 

14154, an Naqguw&nl Leid 569. M. b. OAsim b. Zftkür ca 1112/1700 
Berl. 7470, Sulaimftn al 'Ubaidt ca 1200/1785, Berl. 7471, anonyiii Berl. 
7472/3, Bodl II, 305 etc. 

3. Weniger berQhmt als diese beiden charakteristischen 
Typen altarabischen Lebens, aber durch zahlreichere Lieder uns 
näher bekannt ist Trwab. al Ward b. Häbis aus dem Stamme 
^Abs. Sein Vater, als tapferer Mann von ^Antara besungen, 
spielte eine Rolle im Dähiskriege (s. o. p. 22); seine Mutter 
war aus dem wenig geachteten Stamme Nahd, was auch auf 
ihn einen Schatten warf. Seine I^ebenszeit muss dem Siege 
des Islams sc4ion ziemlich nahe liegen. Kr war in seinem 
Stamme als der grösste Dichter anerkannt, da der an sich 
berühmtere 'Antara mehr als Held geachtet war. Seine l^ieder 
sind uns in der Recension des as Sukkari (f ca. 244/858) 
erhalten. 

A^ II 190- 197; Die Gedichte des *U. b. A. hrsg., Obers, u. erl. 
y. Th. Nüldeke, Göttingen 1803 (Abh. d. Kgl. Ges. der Wiss. Bd. 11). 
Boucher Notice sur Orwa b. al-Ward J. A. P. s. VI. t. 9. p. 97. 

4. Qotba b. Aus al Hädira aus dem Stamme B. Ta'lab 
b. Sa'd b. Dubjän, einer Unterabteilung der (iatafän, lag mit 
Zabbän b. Saijar in Fehde und wechselte Spottverse mit ihm. 
Seine wenig zahlreichen Gedichte sind uns in der Sammlung 
des Abu 'Abdallah al Jezidi f 310/922, erhalten. 

Ag III 82—4. Specimen litt, exhibens Al-Hadirae Diwanum ed. 
H. Engelroann Lugd. Bat. 1858; andere Hdss.: Br. Mus 1525, Kairo 
IV 244, A. 8. 3881 bis, 3932—6. 

5. *Abid b. al Abras aus dem Stamme Asad lebte am 
Hofe zu Hira und stand in Verkehr mit an Nabiga ad Dubjaui. 
Er wurde, angeblich in hohem Alter, von dem Könige Mundir 
b. Mä'essemä getötet, als Opfer an dem Grabe zweier Freunde 
des Königs, die derselbe einst im Zorn lebendig hatte be- 
graben lassen. 

Ag XIX 84—90, Hiz I 322—4, Diwftn in HibataUah b. as Sagarl 
(t 542/1147) Muhtftrftt as su'arä, Kairo 1306 p. 87—108. Hommel, Auf- 
sätze und Abhandl. München 1890, p. 52—92; eine Qaside Berl. 7475}, 
Ind. Off. 801, a. 

6. Hätim b. 'Abdallah b. Sa'd at Tä'i, ein sprichwört- 
liches Muster der Freigebigkeit, stand in Beziehung zu 'Abid 



Die arabische Nationallitteratur. 27 

and an Näbiga; sein Sohn und seine Tochter fielen zur Zeit 
des Propheten in die Gefangenschaft der Muslime. Die unter 
seinem Namen erhaltenen Gedichte verdienen noch ein^ ein- 
gehende Prüfung ihrer Echtheit. 

Ag XYI 96—110. Si'r H. waahbftruhu nach Hisftm b. M. al Kalbt 
und Jalyft b. Mudrik at JftM Br. Mus. 566,. Hatim Tai diss. praes. 
Bolmeer exh. P. E. 0«een Lond. Goth. 1832. Diwftn H. at T. wa ah- 
bAmhu London (R. HasitQun) 1872, Randnoten v. Feiz al Hasan. Labore 
1878. Der Diwftn des arabischen Dichters Hfttim Tej hsg. r. F. Schult- 
hetii. Leipzig 1897. 

7. Laqit b. Ja'mur al Ijädi gehörte zu den mesopo- 
tamischen Arabern und ist besonders bekannt durch eine 
Qaside, in der er seine Stammesgenossen vor Kisrä warnte. 

A^ XX 23-5 Muht&rftt aHHu'arft p. 2—7. Th. Nuldeke in Orient 
und Occident 1, 689 fr./2 Gedichte, Borl. 7479 80, Diwftn A.S. 393b. 

8. Aus b. Ha<;ar aus dem Stamme Tamim war ein 
Zeitgenosse des Königs *Amr b. Hind von Hira, dessen Vater 
in der Schlacht bei al I.Iijiär u. d. .1. 554 n. Chr. fiel. Seine 
Heimat<provin% war al Bahrain, doch durchzog er als fahrender 
Sänger ganz Nordarabien und die Kuphratlander; zu dem 
Hofe von Mira unterhielt er dauernde Beziehungen. Sein 
Stiefsohn war der berühmte Zuhair (s. o. p. *2'^). Seine Ge- 
dichte, an denen man bes(»nders die Beschreibungen von 
•lagdscenen und allerlei Waffen lobte, waren von b. as Sikkit 
gesammelt, sind uns aber nur in Bruchstücken erhalten. 

Ag X fi — 8. R. Geyer, Gedichte und Fragmente de» A. b. H. 
8BWA phil.-hibt. Cl. Bd. 126, Wien 1892, dazu A. Fischer, GGA 1895 
nr. 5, ZDMG 49, p. 85- 144, 678-80, Fraenkel ib. 297. 

9. Cieuauere Untersuchung verdient noch ümaija b. a.«i 
Salt, ein vornehmer Mekkaner, der im zweiten Jahre nach 
der Geburt des Propheten als Teilnehmer an einer Deputation 
der Qoraisiten dem jemenischen Könige Saif b. di'l Jezen 
einen poetischen (ilfickwunsch zu seinem Siege über die 
Abessinier überbrachte und i. J. 9 d. H. als Ungläubiger 
in Tä'if starb. In seinen Ciedichten beschäftigte er sich viel 
mit religiösen Dingen; da er wunderliche Ciottesnamen an- 
wandte, wunlen seine Verse von den Gelehrten nicht citiert. 



I i ' .■■-■*■, 



28 1. Buch. 

Afc III 186—92, XVI 71-7, Damlrl II, 154, Dlw&n mit Comt. des 
M. b. Hablb, Hiz. I 130—3. 

10. In Jatrib, dem späteren Medina, dichtete Qais b. al 
Ifatim, berühmt durch die Blutrache, die er an den zum 
Stamme Hazrag gehörigen Mördern seines Vaters und seines 
Grossvaters nahm, und durch den Krieg, den er dadurch 
zwischen Aus und Hazrag erregte. Er erlebte zwar noch das 
Auftreten des Propheten, starb aber noch vor der Higra. 

Ag II, 159 — 70, Diwftn Kairo IV, 251, Harnftsa I, 94, III, 104. 
11. Sark Divcän al Mutaqqib al *Abd7 'Abid b. Muhsin 2 Exe. Kairo 
IV, 271, vgl. Mufadd nr. 22. 12. iarh Diwan Giran al 'Aud an Nu- 
niairi von as Sukkarl, f 275/SS8. Kairo IV, 269. 

9. Kapitel. jQdisohe und christliche Dichter vor 

dem Islam. 

1. Die jüdischen Kolonien im nördlichen Higäz sind 
wahrscheinlich durch Flüchtlinge aus Palästina nach der 
Niederwerfung des Aufstandes durch Titus und Hadriau ge- 
gründet. Obwohl sie selbst vollkommen arabisiert waren und 
auch echt arabische Stämme in ihre Gemeinschaft aufgenommen 
hatten, blieben sie doch nicht nur durch das schriftliche 
Gesetz, sondern auch in Bezug auf Halacha und Haggada in 
geistigem Zusammenhang mit dem Mutterlande. 

Der berühmteste unter den jüdischen Dichtern ist as 
Samau'al b. 'Ädijä. Von einigen wird er allerdings für 
einen echten Araber ausgegeben, nach anderen soll wenigstens 
seine Mutter vom Stamme (jlassän gewesen sein; aber un- 
zweifelhaft bekannte er sich zum Judentum. Kr bewohnte 
das Schloss Ablaq in oder bei Taimä. Seineu Ruhm ver- 
dankte er weniger seiner Dichtergabe als der Treue, die er 
mit Aufopferung seines eigenen Sohnes dem Imru^ilqais be- 
wahrte. Ausser mehreren Bruchstücken besitzen wir von 
ihm ein schönes^ stolzes Lied in der IJamäsa, p. 40 ff. Auch 
sein Sohn (larid und sein Enkel Su*ba sind als Dichter be- 
kannt. Gleich hier wollen wir auch erwähnen, dass in dem 
jüdischen Stamme Quraiza in Medina zur Zeit Muljammeds 
mehrere Dichter blühten, von denen uns Bruchstücke in den 
Biographien des Propheten erhalten sind. 



Die arabische Nationallitteratur. 29 

±t XIX. 94— 102, XXI, 91-3, Th. Xoldeke, Beitr&ge p. 52-86. 
Franz Delitz»cb. JQdiBch-arabi»che Poesien aus Tormuhammedanischer 
Zeit. Leipiig 1874. Comt. tnr Qaslde des as Samau'al von A. as SigAM 
t 11901776 Beri. 7465. 

2. Die Araber gerieten an den Rändern der syrischen 
ITüste in stete Berührung mit dem Christentum, das ihnen 
in Syrien als die Staatsreligion, in Mesopotamien als der 
Glaube der ihnen an Kultur überlegenen aramäischen Land- 
bevölkerung entgegentrat. So waren denn die (iassäniden in 
Damascus schon in früher Zeit und zuletzt auch die Lah- 
miden in Hira zum Christentum übergetreten. Zur Zeit 
Muhammeds war dasselbe bei den Stämmen Qudä'a. Rahfa. 
Tamim und Taiji' weit verbreitet. Im llii!:äz und im Neüd war 
der neue Glaube fa.st ülterall wenigstens bekannt. Der 
christÜrhe Einsiedler, der Kähib, ist in der Poesie eine 
populäre Figur. 

Den Christen, namentlich den 'Jbaditen in Hira. gebührt 
wahrscheinlich das Verdienst, das Arabische zuerst als Schrift- 
sprache verwandt zu haben. Sie hatten aut-b eine eigene 
Poesie entwickelt, deren llauptvertreter *.\di b. Zaid 
ist. Er stammte aus einer an::eseb»-nen, christlichen Familie. 
die seit alters in Hira an>iis>iir war. Sein Vater war am 
persischen Hufe erzi»geu. hatte s^hon nach dem Tode des 
ersten No'män zeitweise die Kecrierung in Hira geführt bis 
al Mundir eingesetzt wurde, und übernahm für diesen, als 
er sieh durch seine Habsucht unmOirlich j:ema'ht hatte, die 
Civilverwaltunir. *Adi Kenoss zusammen mit dem Sohne eines 
Marzbän die Erziehung der persischen Aflli^en. Er lebte 
dann am Hofe zu Madä'in und stand beim Künig in hoher 
Gunst. Derselbe schickte ihn mit einT G*-andtsfhaft nach 
Bvzanz: bei dieser Gelecenheit kam er au'h nach Damascus. 
wo sein erstes Gedii-ht ent>tand»-rj sein "^«#1). Al?5 er zurück- 
kehrte, war s-in Vat»-r und der Marzban. der ihn erzogen 
hatte, gesturber?. Kr hatte nun die Stellunir seines Vaters 
in Hira einnehmen k«'trjDen. zo;r es aber vor. in fr»'ier Mn->e 
abwech.selnd in d»-nj Jagdgebiete Ijafir. in Hira und Ma'iä'in /u 
leben. AI* al Murj«iir ^tarb. enjpfahl er ihm .-»ein^-n Sohn. 



.' < 



30 1- Buch. 

an Nu'mäü. Diesem soll er durch eine List den Thron ver- 
schafft haben; dadurch zog er sieh den Hass der B. Marina 
zu, die auf Seiten der anderen Söhne al Mundirs gestanden 
hatten. Während er. wieder in Madä'in weilte, gelang es 
seinen Gegnern ihn bei an Nu'män mit der Beschuldigung 
zu verdächtigen, dass er von ihm, als seinem Geschöpfe, ver- 
ächtlich rede. N. lockte ihn durch eine gleissnerische Ein- 
ladung auf sein Gebiet und setzte ihn gefangen. Als der 
Perserkönig davon erfuhr, sandte er einen Boten nach Iura, 
um seine Freilassung zu erwirken. Dieser aber fand ihn 
schon im Gefängnis ermordet vor. 

'Adi's Genre war das Trinklied (Ag VI, 12H) und er 
scheint auf Walid II, den Vater der muslimischen Wein- 
poesie, der seine Gedichte durch seinen Zechgenossen, <len 
Ibäditen al Qasim b. at Tofail kennen lernte,, einen bedeu- 
tenden Einfluss ausgeübt zu haben. Oft genug schlägt er 
auch ernste Töne an und gerade in den uns erhaltenen 
Resten seiner Poesie herrschen die Motive von Tod und Ver- 
gänglichkeit vor. 

A^ 11,18-43, Iliz. 1, 184—6, Oamh. 103. Seinen Dlwän crw&hnt 
noch Hiz. II, 20.. 

Auch bei an Näbiga und Zuhair und besonders bei den 
etwas späteren al A'sa und Lebid finden sich manche specifisch 
christliche Gedanken, die uns beweisen, dass das Christentum 
an der durch die Poesie repräsentierten, geistigen Bildung 
seinen stillen Anteil hatte. Aber eine Religion kennen 
heisst noch lange nicht sie bekennen. Es ist daher durch- 
aus verfehlt, wenn Cheikho so ziemlich alle bedeutenden 
Dichter der Heidenzeit für das Christentum in Anspruch 
nimmt. 

Weiniausen, Skizzen und Vorarbeiten III 197 ff. Cheikho Les 
po6te8 arabe» chretien». Poetes antoiHlamiqucs. Qoush, evOque de 
Nagrftn. J^:tude8 relig. phil. et litt. 1888 aoüt p. 592-611; der». Su*ara 
an NaHrunija. Le» pocten arabe» chrctieni) f8C 1 — 6 Beyrouth 1890 — 1. 
Baumgartner, Die altarubiäche Dichtung und das Christentum, Stimmen 
au8 Maria Laach XL VII, S. 325—346. 



Die arabische Nationallitteratur. 31 

11. Kapitel. Die Anfänge der arabischen Prosa. 

Neben dem Dichter spielt schon in heidnischer Zeit bei 
den nächtlichen Unterhaltungen, dem .^amar, im Zeltlager 
der Wanderstämme, wie in den Zusammenkünften der Städter 
auch der Geschichtenerzähler eine bedeutende Rolle. Natür- 
lich besitzen wir keine zeitgenossischen Aufzeichnungen ihrer 
Erzählungen, aber die Werke der alten Philologen, namentlich 
das K. al agänt spiegeln uns den Geist derselben treulich 
wieder. 

Die Stoffe ihrer Krzuliluiigen waren teils märchenhaft, 
teils historisch. Stoffe ersterer Art werden den alten Arabern 
schon in heidnischer Zeit auch von aussen her zugeführt sein. 
So wird uns berichtet, dass der Mekkaner Nadr b. Härit, 
der sich längere Zeit in Iura aufgehalten hatte, durch Er- 
zählungen aus der persischen Heldensage dem Propheten 
Muhammed erfolgreiche Konkurrenz machte, wenn dieser durch 
erbauliche Prophetenlegenden auf seine Mitbürger Eindruck 
machen wollte ; das musste er nach der Schlacht bei Badr 
mit dem Tode büssen. Wir können hier auf die vielum- 
strittene Frage der Wanderung der Märchenstoffe nicht näher 
eingehen, solange die Untersuchungen, die wir von compe- 
tenter Seite über die arabischen Erzählungen zu erwarten 
haben, noch nicht vorliegen. 

Eine grosse KoUe spielen ferner die Erzählungen von 
den Schlachttagen, den aijdm al *Arab, die später mehr- 
mals gesammelt wurden. Wie wenig genau es diese Berichte 
mit der historischen Wahrheit zu nehmen pflegten, können 
wir an der Geschichte der Zenobia ersehen, da wir hier ein- 
mal die arabische Version mit der Darstellung römischer 
Geschichtschreiber vergleichen können. In der arabischen 
Erzählung ist Zenobia, Zeinub. selbst zu einer Nebenfigur 
herabgesunken; die Hauptrolle spielt ihre Schwester Zebbä, 
entstanden aus dem syrischen General der Zenobia, Zabdai, 
dessen Name bei der arabischen Grenzbevölkerung gefürch- 
teter sein mochte, als der der Herrscherin selbst. Die ganze 
Geschichte wird von Palmyra-Tadmor, das nur nebenbei er- 



32 1' Buch. 

wähnt wird, auf zwei nicht genannte St&dte am Euphrat 
QbeFtragen. Der unterirdische Gang, der die beiden mitein- 
ander verbindet, entspricht dem Schlupfloch in der Mauer, durch 
welches Zenobia dem Aurelian zu entkommen sucht. Der Tod 
des Odenathus beim Gastmahl ist auf den Gegner der Zebbä 
übert:ragen. Kurz, alle weBentlicIien ZQge sind verschoben. 
In ähnlicher Weise wie hiei mögen die Tbatsachen auch in 
anderen Erzählungen entstellt sein. 

RedhouBO Were Zenobia und Zebbft'u identiralf JRAB XIX &33 
bJB 597. A. Malier, Der IsUm 1 11 ff. 

Zu den Resten der ältesten Prosa können wir auch die 
Sprichwörter rechnen, von denen manche gewiss noch aus 
der Heidenzeit stammen. Sie bestehen durchweg aus An- 
spielungen an bestimmte Ereignisse, die meist schon der 
Vergessenheit anheimgefallen waren. Die gelehrten Sammler 
kommen allerdings nie in Verlegenheit sie zu erklären; aber 
ihre Berichte verdienen durchweg nicht mehr Glauben als dio 
Erzählungen, die uns die Commeutatoren so oft zur Er- 
klärung dunkler Verse auftischen. 

Aba Hil&l al 'Askarl f 382/»92äamharat ftl (tmtftl, Bombay 1306/7 u. n. 
Rde von al Maid&nl f &1S;II24. Magma' at amtU, Kairo 1310. Uebvr 
etwaige Entlehnungen aui der Fremde vgl. Fraenkel, ZDMQ 4G, 737 ff. 
Piachel ib 17, 86 ff. 

Endlich können wir auch als gewiss annehmen, dass schon 
im alten Arabien die Kunst, durch wohlgesetzte Worte auf 
die Meinung oder den Entschluss der Mitmenschen einzu- 
wirken, gebloht hat, eine Kunst, in der gleitjifalls die Keime 
späterer litterarischer Entwicklung lagen. 

J. Ooldiiher, Der Chatlb bei den Arabero WZKM Vi 97—102. 



2. Abschnitt. 

HaliamiDed und seine Zelt. 



1. Kapitel. Huhammed der Prophet. 

Wenn man die arabischen Berichte über das Leben des 
Propheten unbefangen durchliest, so könnte man die freudige 



Die arabische Nationallittcratur. 33 

Zuversicht gewinnen, dass man hier endlich einmal eine Re- 
ligion im vollen Lichte der Geschichte entstehen sieht. Ober 
das ganze Leben Muhammeds von seiner frühsten Kindheit 
an liegen uns Berichte angeblicher Augenzeugen vor, deren 
Glaubwürdigkeit den Anhängern des Isl&ms über jeden 
Zweifel erhaben ist. Je tiefer aber die moderne Kritilc mit 
Hilfe der einzigen, authentischen Quelle, des Qor'äns, in die 
Entstehungsgeschichte der Tradition eindringt, desto mehr 
kommen wir zu der Erkenntnis, dass wir eigentlich über das 
Leben des Propheten bis zur Flucht nach Medinä recht wenig 
wissen. Ganz fest steht nur, dass Muhammed aus einer 
sehr armen und keineswegs angesehenen Familie stammte, 
sowie, dass er durch eine reiche Heirat sein Glück machte. 
Wahrscheinlich ist er durch (*hristliche und jüdische Ideen 
angeregt worden, sich mit religiösen Dingen zu beschilftigen. 
Durch angestrengtes Nachdenken über die letzten Dinge und 
durch langen Aufenthalt in der Einsamkeit kam Muhammed 
zu der festen Überzeugung, dass er von Gott zum Propheten 
berufen sei. Der Widerstand, den seine Stammesgenossen 
seiner Lehre entgegensetzten, hat es hauptsächlich veranlasst, 
dass Muhammed zum Stifter einer kriegerischen Religion und 
zum Gründer eines Staates geworden ist. Wie diese Ent- 
wicklung sich im einzelnen vollzogen, können wir hier nicht 
näher ausführen. 

Th. l^öldekc, Das Lebon Muhammod», Hannover 18(>3. A. Sprenger, 
Da» Leben und die Lehre des Mohiininied. Zweite Aus|;ube, Berlin 1809. 
W. Muir, The life uf Mahoniet and historv of Islam 4 vul. London 
1SÖ8— 61. L. Krchl, Da» lieben und die Lehre des Muhammed. 1. Teil: 
Dm Leben des Muhammed, Leipzig 1884. iL üriinme, Mohammed (Darst. 
a. d. Geb. d. nichtehristl. KeligionAgeHoh. 7.) 2 Bd.. MQni^ter 1892. 
1895, dazu Snouck-Hurgronje Kev. de Thist d. rel. XXX. (1893), 48 bii» 
70, 149—78. 

2. Kapitel. Der Qoran. 

M. gab vor, seine Offenbarungen vom heiligen GeisU 
den er auch als Engel auffas^t und in den inedinischen Kuren 
auch Gibril nennt, zu empfangen. In der erstcH Zeit mögen 
diese Offenbarungen mehrfach nach nervösen Anfällen erfolgt 

Bcockelmaan, ArabUche Litt«raturgeichichte. I. 8 



1 ,■ 



34 1- Bucli. 

sein, wfthrend sie später mehr und mehr als das Produkt 
ruhiger Überlegung erscheinen. Die Länge der einzelnen 
Offenbarungen ist sehr verschieden. Die Suren*), wie sie 
uns jetzt vorliegen, sind z. T. aus Stücken verschiedener Zeit 
zusammengesetzt; andere aber, namentlich solche, die Erzäh- 
lungen enthalten, machen durchaus den Eindruck einheitlicher 
Komposition. 

Die Redefonn des Qor'äns ist die Keiniprosa, Sa^* 
(s. 0. p. 13); allerdings behandelt M. den Reim in den späteren 
Offenbarungen immer freier und nachlässiger. D. H. Müller^) 
glaubt als eine weitere Kunstfonn die der Strophe entdeckt 
zu haben. Der Prophet soll den Strophenbau von seinen 
chriHtlichen oder jüdischen Lehrern übernommen, seinen An- 
hängern aber absichtlich geheim gehalten und sogar durch 
allerlei üngleichmässigkeiten in der Ausführung verdeckt 
haben, um den Reiz der wunderbaren Offenbarung zu erhöhen. 
Damit hat Müller sich schon selbst widerlegt. 

Die Suren des Qor'äus zerfallen nach dem Oii ihres 
Entstehens in mekkanische und medinische. 

Da die Chronologie der mekkanischen Periode im Leben 
des Pro])heten zu unsicher ist, als dass sie einer Einteilung 
der mekkanischen Suren zu Grunde gelegt werden könnte, 
so müssen wir uns begnügen, dieselben nach inneren, be- 
sonders stilistischen Merkmalen in grössere Gruppen zu zer- 
legen. Am schärfsten unterscheiden sich die ältesten, leiden- 
schaftlich bewegten, meist aus kurzen, abgerissenen Sätzen 
bestehenden Suren von den späteren, schon der medinischen 
Art sich nähernden und in längerer Rede sich ergehenden. 
Zwischen diesen beiden Gruppen steht eine dritte, die in all- 
mähliger Abstufung von der einen zur anderen hinüber führt: 
ein äusserliches Kennzeichen derselben ist der Gottesname 
er Rahmän. 



») a. d. hebr. »üra, vgl. de La|,'urae NGGW. ISSO S. 293— 322. 

*) Die Propheten in ihrer urHprQnfi^1ichi;n Form. Die (Grundgesetze 
der urttentitifichen PoeKie, erHchloHMcn und nachgcwicHcn in Bibel, 
Keilschriften und Koran und in ihren Wirkungi'n erkannt in den Chören 
der griechiHchen Tragödie. 2 Ude. Wion lS9r>. 



Die arabische Nationallitteratur. 35 

Die medinischen Suren knüpfen meist an bestimmte, 
uns mehr oder weniger genau bekannte Ereignisse an und 
liessen sich daher wenigstens zum grössten Teil in eine chrono- 
logische Ordnung bringen. Sie enthalten Betrachtungen und 
Ermahnungen, heftige Polemik gegen die „Zweifler^ und 
gegen die Juden und Verordnungen, über alle Gebiete des 
rituellen, des bürgerlichen und des Strafrechts, wie sie das 
Bedürfnis des Augenblicks hervorgerufen. 

Bei Muhammeds Lebzeiten* wurden zwar schon manche 
Offenbarungen, z. T. unter seiner eigenen Aufsicht, nieder- 
geschrieben, aber niemand dachte daran, sie zu sammeln. 
Als nun nach seinem Tode in der Entscheidungsschlacht gegen 
Musailima i. J. 12/633 viele qor'änkundige Mllnner gefallen 
waren, riet 'Omar aus Besorgnis, die Wissenschaft der Offen- 
barung möchte ganz verloren gehn, dem Chalifen Abu Bekr 
die einzelnen Qor'änstücke sammeln zu lassen. Nach einigen 
Bedenken beauftragte dieser den Zaid b. Täbit, einen jungen 
Medineiiser, der dem Propheten mehrfach als Schreiber ge- 
dient hatte,, mit dem Werke. Die von Zaid veranstaltete 
Sammlung blieb im Besitze des Chalifen und wurde auf dessen 
Nachfolger 'Omar und später auf dessen Tochter Hafsa ver- 
erbt; es war ein durchaus privates Werk, das keinerlei 
kanonische Geltung beanspruchen konnte. 

Die Verschiedenheit der unter den Muslimen umlaufenden 
Qor'äntexte wurde bald immer grosser und gab zu ernsten 
Streitigkeiten Veranlassung. Im J. 30/651 veranlasste daher 
Hudaifa, der Sieger von Nehawend, den Chalifen *Otman eine 
einheitliche, zu offizieller Anerkennung bestimmte Kecension ein- 
zuführen. Wiederum wurde Zaid b. Täbit mit der Aufgabe 
betraut und ihm drei vornehme Qoraisiten beigegeben. Wahr- 
scheinlich begnügten sie sich damit, von jener ersten Samm- 
lung drei weitere Abschriften zu veranstalten, die nach 
Damascus,, Basra und Kufa geschickt und dort weiter ver- 
vielfältigt wurden. Dieser 'otmänische Text ist in kurzer 
Zeit, ohne dass es gewaltsamer Mittel bedurft hätte, zu kano- 
nischem Ansehn gelangt. Die Unvollkommenheit der damaligen 
arab. Schrift gab allerdings noch zu mancherlei Varianten 

3* 



36 1- Buch. 

Veranlassung und der gänzlich unbezeicimet gebliebenen 
Vokalauspraohe stand noch ein weiter Spielraum offen. 
Darauf beruhte die Thätigkeit der Qor'änleser, die wir im 
zweiten Buche kennen lernen werden. 

Curani textuB arabicuB ed. Q. Flägel ed. III Lip^iae 1869. Der 
Koran, übersetzt von F. Rückert, hsgb. von A. MüUer, Frankfurt 1888 
(in AuBwahl). M. Klamroth, Die 50 ältesten Suren des Korans in ge- 
reimter deutscher Obersetzung. Mit einein Auhang über die übrigen 
mekkanischen Suren, Hamburg 1890. Weil, Einleitung in den Koran, 
2. Aufl., Bielefeld und Leipzig 1878. Th. Nöldeke, Geschichte des Qorans, 
Göttingen 1860, ders. in Orientalische Skizzen, Berlin 1892 S. ^3—62. 
A. Geiger, Was hat Mohammed aus dem Judentum aufgenommen? 
Bonn 1833. Gerok, Christologie des Korans. Umbreit, Studien und 
Kritiken 1841 I S. 256. Torrey, Gh., The commercial theological terms 
in the Koran, Leyden 1892. 

3. Kapitel. Lebfd und al A'ifL 

Auf der Grenzscheide von Heidentum und Islam stehn 
zwei Dichter, die sich beide schon vor dem Auftreten Muham- 
meds mit religiösen Fragen beschäftigt hatten und von denen 
der eine zu seiner Lehre übertrat. 

1. Abu *Aqii Lebid b. Rabra entspross einer hoch- 
angesehenen Familie der B. Ga'far, eines Zweiges der Kiläb, 
die zu den ß. 'Amir, öiner Unterabteilung des grossen llawä- 
zin- Stammes, gehörten. Er scheint um das Jahr 5G0 n. Chr. 
geboren und hochbetagt zu Anfang von Mu'äwija^s Chalifat 
(41 — ßO/GGl — 680) gestorben zu sein. In seiner Jugend be- 
teiligte sich der Dichter eifrig an den mancherlei kleinen 
Fehden seines Stammes. Kurz nachdem Muhammed als 
Prophet aufgetreten, war L. in Mekka, scheint aber damals 
der neuen Lehre nicht näher getreten zu sein. Als der 
Prophet in Medina zu Macht und Ansehen gelangt war, 
erkrankte der Oheim L.'s, *Ämir, und schickte seinen Neffen 
zu jenem, damit er ihn um ein Heilmittel ersuche. Bei dieser 
Gelegenheit lernte er den Qor'än kennen, der einen tiefen 
Eindruck auf ihn gemacht zu haben scheint. Nach dem Tode 
seines» Oheims geleitete er eine Deputation seines Stammes 
nach Medina und nahm nun den Islam an. Unter dem 
Chalifat des 'Omar soll er nach Küfa gezogen sein. 



Die arabische Nationallitteratur. 37 

Seine Gedichte, von denen eins unter die Mu'allaqät 
aufgenommen wurde, erfreuten sich eines hohen Ansehns und 
wurden von den bedeutendsten Philologen herausgegeben. 
Erhalten ist uns der Comt. des Tüsi zu 20 Gedichten. 

• 

Der Di¥r&n de» Lebid nach einer HandBchrift zum ersten Male 
hsgb. von Jüsuf Dij&addin al ChMidl, Wien ISSO.. A. Kremer, Über 
die Gedichte des Labyd, SBWA Bd. 98 (1881) 8. 565 ff. Die Gedichte 
des Lebid nach der Wiener Ausg., übers, u. m. Anm. vers. aus dem 
Nachlass des Dr. A. Huber, hsgb. v. C. Brockelmann, Leiden 1891. 
Dhvftn des Lebid, nach den Hdss. zu Strassburg und Leiden mit den 
Fragmenten, Obersetzung und Biographie des Dichters aus dem Nach- 
lasse des Dr. A. Huber, hsgb. Ton C. Brockelmann, Leiden 1891. 

2. AI A'sä Maimün b. Qais aus dem Stamme Qais b. 
Ta'laba war in Manfüha in al Jemäma geboren; daselbst 
wurde später auch sein Grab gezeigt. Er war ein fahrender 
Sänger, dem seine Kunst als Quelle seines Lebensunterhaltes 
diente. Er durchzog ganz Arabien von Hadramaut bis nach 
Hira, geehrt und reich beschenkt als Lobredner, gefürchtet 
wegen seiner beissenden Spottgedichte. Mit dem Christen- 
tum ist er oft in nahe Berührung gekommen, sowohl durch 
die 'Ibäditen in Hira, zu denen sein Räwi Jal.ija b. Mattä 
gehörte, als auch den B. 'Abd al Madän in Nagrän, deren 
Bischof er alljährlich besuchte. Er war Monotheist und 
glaubte an die Auferstehung und das jüngste Gericht. An 
seinen Gedichten lobte man besonders die Mannigfaltigkeit 
der Metra, die Schilderungen des Weines und der Wildesel 
und seine Kunst in Lob- und Spottverse?. Den grössten 
Ruhm hat sein Loblied auf den Propheten Muhammed er- 
reicht, das daher auch ausserhalb seines Diwans in mehreren 
Sammelwerken überliefert ist. 

AJ VIII 77— 87 DlwAn bearbeitet Ton Ta*lab f 291/»04 E8cur.»303 
(Photographie aus Thorbecke^s Nachlass in der Bibl. der DMG) Carmen 
Ashae arab. et ßueth. prop. M. F. Brag et T. Thorelius, Lundae 1842. 
H. Thorbeoke,. AI Aa^'s Lobgedicht auf Muhammed in Morgenland. 
Forsch. (Leipzig 1875). 

4. Kapitel. Hassan b. Täbit 
war in Medina (Jatrib) geboren und gehörte zum Stamme 
Hazrag. In seiner Jugend hatte er als wandernder Dichter 



1 



38 1- Bach. 

in yir& wie in Damaacus sein Glflrk zu machen verHucbt. 
Ala der GeB&ndte Gottes sich als Fürst in seiner Vaterstadt 
festsetzte, gelang es ihm, sich bei diesem als Hofdichter bald 
unentbehrlich zu machen. Muhammed war zwar den Dichtern 
und ihrer Kunst im Grunde sehr abgeneigt; da aber mit den 
Deputationen, durch welche die einzelneu Stämme ihre Unter- 
werfung und Bekehrung anzeigten, sehr häufig auch Dichter 
nach Medina kamen, brauchte er jemand, der ihnen antworten 
konnte. I^assäns Stellung war indeoseii keineswegs sehr ehren- 
voll ; daran wird allerdings nicht zum wenigsten seine Charakter- 
schwäche Schuld gewesen sein, di6 z. B. in seinem Verhalten 
bei der EbebruchsaflUre der 'ÄiAa besonders grell zu Tage 
trat In der Tradition wird ihm ancli der Vorwurf der Feig- 
lieit gemacht; er soll an keinem Kampfe teilgenommen haben. 
H. erreichte ein hohes Atter und starb 54/674. 

Seine Gedichte stehen ästhetisch betrachtet auf einer sehr 
niedrigen Stufe; ihre Sprache ist durchaus einfach, um nicht 
zu sagen gewöhnlich. Aber eben diesem Umstände verdanken 
sie neben ihrem Inhalt, <lem Lobpreis des Propheten, ihre 
grosse Beliebtheit bis in die spiUesten Zeiten. 

Ag IV, 2- IT, XIV. 2—9; Diwftn Tunis 1261, naoh Diktaten des 
M. b. Ifkblb, t 245;'859, Berl. 7507, «ädere SHiDmlungen Parie 3004, 
Br. Ulis. lOaa, Pet. A. M. SfiS, A.B. 3916, KQpr. 1255, Kairo IV, 244; 
eitnelne Gedichte Berl. 7518. K. Hirachfeld, Prolegamens to an edition 
of the Diwan of ÜMsan b. Thibit Trans. Congr. Or. London 1892 II, 
a »9—103. 

5. Kapitel. Ka'b b. Zuhftir 
hatte die Dichtergabe vou seinem Vater (s. o. p. 23) geerbt. 
Seine Blüte f&llt in die Zeit, als der Isiäm in unwidersteh- 
lichem Siegeslauf ganz Arabien- für sich eroberte. Auch sein 
Stamm, die Huzaina, und sein eigener Bruder ßugair nahmen 
den neuen Glauben an. Darüber machte sich der Dichter 
in spöttischen Versen lustig. Als Muhammed davon erfuhr, 
sprach er das Todesurteil über ihn aus. Ka'b musste nun, 
wenn er nicht einem beliebigen Fanatiker zum Opfer fallen 
wollte, um jeden Preis seine Begnadigung vom Propheten zu 
erwiricen suchen. Das gelang ihm auch durch eine kühne 



Die arabische Nationallitteraturi 39 

List und zum Dank dafür trug er ein Loblied auf den Pro- 
pheten vor und machte dadurch so tiefen Eindruck, dass er 
ihn durch das Geschenk seines eigenen Mantels belohnte. 
Dies eine Gedicht, nach den Anfangsworten Banat Su'äd ge- 
nannt, verschafTte dem Dichter unsterblichen Ruhm. 

A|^ XY, 147-151, Bänat Su'äd ed. Lette Lugd. Bat. 1748, Freytag 
Halae 1828, Comt. v. b. Duraid, f 321/933, Borl. 7489, v. at Tibrizi, 
t 502/1108, Berl. 7490/1, AuK7.ug Ind. Off. 802, v. b. HiS&m f 761/1360 
ed. Guidi LipHiae 1871 — 4, mit GIobs. v. Ibrfthim al B&gürl a. Rde. 
Kairo 1305, 1307, v. b. Higga t 837/1433, Berl. 7495, v. as Sfijftti f 911/1505, 
BerL 7497, Havu 249, v. al Ilaitaml f 973 1565, Ref. 104, MQnch. 841, 
Alg. 1827«, 1829,, v. al Q&rl al Herewi f 1014,1606, Berl. 7498,9, Mttnch. 
886 fol. 209b, t. 'Abdallnh iil HUi, Berl. 7496, v. Lutf 'Ali ib. 7500, 
▼. SAlih b. aH Siddiq al HHzragi fi«cur' 304, , v. 'Isa b. 'Abdarnxiz al 
Gazfilt Alg. 1830,, v. AI. h.\. 8ii*udi MQnch. 542, v. 'AbdallAh al MuusiU 
Paris 3078, t. M. b. Humaid al Kafawi ib.,, v. Gaiii&l eddiu al MaqalH 
Frgm., Ref. 17, anonym Berl. 7492, 7501/2; 10 Comt. bei Ahlw. 7505. 
Tahmftf v. MahmCkd an Naggär la. 1088,1677, Berl. 7503, v. Sadaqnt 
all&h al Q&hirt f 1115 1703, Berl. 7502, v. 8a*bAn b. M. al Qorast Alg. 
1830s, V. aaSekbftnl ib.«, v. Semn eddin al BadaniA»! PariH 3080,, anonym 
Ooth. 2227, PariH 32484..,, Ind. Off. 1044—6. — Tabtir v. 'Ali A^& al 
Galili t ca. 11801766 und v. 'Abdarazzfiiq b. al Gundl f 1189/1775, 
Berl. 7505. 

6. Kapitel. Miitammim b. Nuwaira. 

Der Häuptling des Stammes .larbü*, einer Unterabteilung 
der Tamim, war zur Zeit des Propheten Mälik b. Nuwaira. 
Derselbe nahm den Islam an und wurde mit dem Amte eines 
Steuererhebers betraut. Nach Muhammeds Tode aber schloss 
er sich als einer der ersten dem Aufstand an, in dem sich 
die meisten Stämme der Herrschaft der Muslime zu entziehen 
suchten. Als aber Halid b. al Walid in sein Gebiet einruckte, 
ergab sich Mälik nach kurzem Kampfe und wurde, obwohl 
er sich zum Islam bekannte, von dem wortbrüchigen 
Feldherm hingerichtet. Sein Tod wurde von meinem 
Bruder Mutamniim in tief empfundenen Klageliedern be- 
trauert, von denen uns mehrere ganz und in Bruchstücken 
erhalten sind. 

Ag XIV, 66-76, Hiz. 1,234—8, Muffadd. nr. 8, (iarah. p. 141, Nöl- 
deke, Beiträge p. 87— 151. 



40 1- Buch. 

7. Kapitel. AI Haesä. 

Die Aufgabe, die Toten zu beklagen, fiel in alter Zeit 
hauptsächlich den Frauen zu, und aus dem fonnlosen Klage- 
geschrei der Weiber scheint sich die Martija in der That 
erst entwickelt zu haben. So wurde denn diese Kunstform 
auch später noch vielfach von Frauen gepflegt. Unter diesen 
ist AI Hansa am berühmtesten. 

fr 

Sie hiess eigentlich Tumädir und geh6i*te zu dem Stamme 
Sulaim, einem Zweige der Qais, der im nördlichen Higäz bis 
nach dem Negd zu zeltete. In ihrer Jugend bewarb sich 
Duraid b. as Simma, der angesehenste Mann des Stammes 
Gusam (Ag IX, 1 — 20), um ihre Hand, wurde aber von ihr 
abgewiesen. Sie heiratete später den Mirdäs b. Abi 'Ämir, 
dessen Sohn 'Abbäs (Ag XHl, 64—72) als Dichter bekannt 
war und nach dessen Tode den 'Abdallah b. 'Abdaruzzä. 
Noch in der Heidenzeit wurden ihre beiden Bruder Mu'äwija 
und Sahr erschlagen; den Klageliedern auf diese verdankt 
die Dichterin hauptsächlich ihren Ruhm. Kurz nach der 
Schlacht bei ßadr hielt sie sich in Mekka auf und schon in 
ihrem fünfzigsten Lebensjahre kam sie zu 'Omar und 'Ä'isa 
nach Medinä. Ihr Todesjahr steht nicht fest. Ihre Begabung 
vererbte sich auf ihre Tochter 'Amra, von der uns einzelne 
Gedichte im Diwan der MuU^er erhalten sind. 

Ag XIII, 136—147, Nöldeke, Beitrage 152—182, AnU al gulaaä /% 
ditcän al Ifansä. Beirut 1888, 2. Ausg. 1895 par Cheikho; texte et tra- 
duction fran<;ai8e par P. V. de Coppier ib. Rijäd al adab f% maro/t 
8awä*ir al *Arab par Cheikho ib. 1896, Dtw&n8 de trois po^tesses arabes, 
Hiniiq 8oeur de Tarafa, Amrah iille d'al Hans& et Lail& PAhialite par 
le m^ine ib. 1897. 

8. Kapitel. Abu Mih^an und al Hutai'a. 

1. Ein etwas jüngerer Zeitgenosse Muhammeds ist Abu 
Mih^an. Als sein eigentlicher Name erscheint bald *Amr, 
bald Mälik, bald 'Abdallah b. Habib. Er gehörte zu dem 
im Higäz ansässigen Stamme Taqif. Als der Prophet i. J- ft/62d 
nach der Unterwerfung Mekkas auch diesen Stamm und sein^ 
Hauptstadt Tä'if angriff, befand sich unser Dichter wnie^ de 



1 



Kroberung von Karthago zu melden. Seine 5 Sühne waren 
vnr ihm in einem Jahre an der Pest in Ägypten geshirben und 
wurden von ilim in einem Trauerliede beklagt. 

A^ VI, &8— 69, If ii. I, 20», Diwftn uod. Lfmdhcr« vgl. QoldiiliiT 
bei FJMsher ZDMO 49, «T9. 

•2. Aä Sammäh b. piriir aus dem Stamme Dubjän war 
ein Zeitgenofwv des al I^utai'a, der ihn für den gröbsten 
Dichter' der Gatafän erklärt haben noll. M. b. Saläui. 
f 2H'i/847, »teilte ihn in die dritte Klasse zugleich mit Abu 
IJn'aib, an Näbiga und l<ebid. Seine Häuptstärke Ing iu der 
BeRchreibiing der Wildesel, in der Improvisation und im Kagaz. 

Alt VHI, 101—109. Dtwftii Kairo IV, Hl. 

3. Suliiaim war ein uubischer Sklave der B. al Ijasl.iäs 
und starb im Jahre 40Jt>C(». 

Kg XX. 2-9, VawU I, 16«, HJx I, 273, DiwAn Bef. nr. 39, eiiiu 
Qmiide Berl. T!il6,. 

4. Abük'l Atiwad ad Du'ali ii;t besonders bekannt dnroh 
seine Beziehungen zum C'hatifen 'Ali. Er war ein angesehener 
Bürger der Stadt Ba.^ra; aU 'Abdallah b. '.\bbäs, der dortige 
Statthalter 'Alfs, sich nach dem H\g&r. begab, übertrug er 
ihm seine Vertretung. Als dann 'Ali selbst nach dem 'Iräq 
kam, um den Kampf gegen Mu'awija personlich zit führen, 
schlos» AbQ'l Aswad sich ihm an und begleitete ihn auch in 
der Schlacht von ^itftn. Sein Todesjahr »teht nicht genau 
fest, nach einigen soll er im Pestjahr (i9/(>>!8 gestorben sein, 
n. a. aber erst unter 'Omar II !t!t — 101/777 — 7"iO. In der 
litterarhistorischeu Legende der Araber spielt er eine grosse 
Kolle als angeblicher Erfinder der Grammatik. Diesem Um- 
stände haben wir wahrscheinlich auch die Erhaltung seiner 
Gedichte in einer Hds. zu verdanken, die aus dem eigen- 
händigen Ex. des berQhmteu Philologen b. Giuni (f :4d2fl002), 
bei dessen l.iebzeiten von einem seiner Schüler abgeschrieben 
ist. Seine Gedichte sind aber an sich ohne poetischen Wert 
und liefern auch keinerlei nennenswerte historische Ausbeute. 

Ak XI, 105-^24, Ilit I, 136—8, DiwAu Kef. nr. 33. Tgl. NCldeke 
ZnHO 18, 232ff., ein« QaMdo Berl. Von,. 



Die arabische Nationallitteratur. 43 

10. Kapitel. Zwei Fälschungen. 

1. Die Hds. Ref. S3 enthält ausser den beiden eben ge- 
nannten Diwanen noch den des Abu Tälib, des Oheims 
Mohammeds. Diese Gedichte drehen sich um den Propheten 
und sein Verhältnis zu den Quraisiten. Einige wenige 
Lieder, deren Ton durchaus zu der wirklichen Lage des Abu 
Talib passt, mögen immerhin echt sein. Die grosse Mehrzahl 
derselben aber röhren von späterer Hand. Die Erfindung 
dieser Gedichte wurde einmal durch den Wunsch veranlasst, 
auch die älteste Geschichte Muhammeds mit Versen, wie man 
sie für die medinische Periode reichlich besass, auszuschmücken. 
Dazu aber kam das Interesse der 'Aliden, das Verhältnis 
ihres Stammvaters zum Propheten in ein möglichst vorteil- 
haftes Licht zu setzen. Da aber ein grosser Teil dieser 
Lieder schon von b. Ishäq (f 151/708) in seine Biographie 
des Propheten aufgenommen ist, so müssen sie schon ziem- 
lich früh entstanden sein; dafür spricht auch der Umstand, 
dass die B. Hasim in denselben noch immer als eine Ein- 
heit und noch nicht in 'Abbäsideu und 'Aliden gespalten er- 
scheinen. 

Th. Nöldeke ZDMQ IS, 220ff. 

2. Noch jüngeren Ursprungs sind die unter dem Namen des 
Chalifen 'Ali gehenden Gedichte und Sprüche. Dass 'Ali in der 
That dichterische Begabung besass, ist allerdings gut bezeugt; 
ob aber in seinem Diwan sich irgendwelche echte Stücke finden, 
ist sehr zn bezweifeln. Übrigens tragen diese Gedichte den 
Stempel sütischer Erfindung so oifen an der Stirn, dass schon 
sunnitische Kritiker die Fälschung erkannt haben. 

Der tflrkische Gomiaeiitator Mustaqlmz&de schreibt die Gedichte 
dem al MnrtadA f 436/1044 zu, lAP s 4 t 13 p. 7. Ali ben Abi Taleb 
otrinina arabioe et lat. ed. et notis ill. O. Kuypen Lugd. Bat. 1745. 
Diw&n Bftl&q 1251, Kairo 1276, 1311, Bombay 18S3, u. d. T. Anwar al 
"^tqül min ai'dr wofi ar ra$ül ges. ▼. Sa*dl b. T&gi im J. 897/1492 
Wien 448, Br. Mus. 577/8 (Tgl. Ewald ZKM II 192) Bodl. I 102«, 
Hain 242,«, Kasan 167 NO 3858. AS 3937 — 42 pers. Gomt. v. Husain 
«1 Maibudt Terf. 890/1485, Leid. 534. Br. Mu8. 579, 1665, die Ein! aUein 
^ha 2228, tflrk. Comt. (aber«, aus M aibudl ?) t. Sa'deddhi b. SnUiniAn 



44 1. Buch. 

BüUq 1255 lAP 1845 II 654, 186. Einzelne Gedichte Berl. 7513—15. 
Äl qafida az zainabije eig. ▼. SMih fo. 'AbdalquddÜB Berl. 7511/18 mit 
Gomt. V. as Samallftwl Brill Cat. p6r. n. 412, Kairo 1306 Yersch. v. Kairo 
lY 219 cf. Trans. IX th congr. Or. (London 1893) II 115, Goldziher, 
Abh. I 126. Alis 100 SprQche arab. u. pers., paraphrasiert v. Reschi- 
deddin Watwat (f 573/1177) nebst einem doppelten Anhang arab. Sprüche, 
hsg., übers, u. m. Anm. begleitet y. H. L. Fleischer Leipzig 1837. Pers. 
Comt. y. Maibudl Br. Mus. 1665, t. M. al *Omarl Paris 3954^. Gurar 
dl hikam tca durar al kelim in aiphabet. Ordnung ▼. 'Abdal w&hid al 
Amidi ca. 510/1116 Berl. 8861/62, Paris 2582^4. Br. Mus. 721, Ind. 
Off. 162. Spruchsammlung v. b. Duraid frgm. Paris 3971«. Ar. Gafra eine 
Weissagung über die Begebenheiten bis zum Ende der Welt, Krafft 363. 
Bßjän fath mamälik Ifreng eine Weissagung in Versen ib. 364. ^Aq/ida 
Paris 667,, mgäb "anm Amulet ib. 1072, a§ $ah%fa al kämila Gebet- 
buch ib. 1174 75. Urgüza über die Mondstationen, Paris 2292«. 



3. Abschnitt. 

Das Zeitalter der UmaUaden. 



1. Kapitel. Allgemeine Charakteristik. 

Die ersten Zeiten der Umaijadischen Regierung mit ihren 
unablässigen Kriegs wirren konnte^u sich dem Gedeihen der 
Litteratur nicht förderlich erweisen. Nachdem aber diese 
schweren Sturme überwunden waren, die den von 'Omar 
gegründeten Staat bis ' in seine Grundvesten erschütterten, 
fing das arabische Leben an, wieder in ruhigere Bahnen ein- 
zulenken. Dem Herrschertalent des 'Abdelmelik war es ge- 
lungen, das Reich des Islams, das schon wieder in einzelne 
Gebiete zu zerfallen drohte, noch einmal mit kraftvoller Hand 
zu einigen und die centrifugalen Kräfte zu überwinden, denen 
später das Reich der 'Abbäsiden zum Opfer fiel. Mit glück- 
licher Schonung des arab. Nationalcharakters Hess er den 
einzelnen Stämmen in unwesentlichen, aber von ihnen darum 
ni\r um so eifersüchtiger behaupteten Punkten ein ziemliches 
Mass von Selbständigkeit. Trotz der vielfach veränderten 
LebenBbedingungen blieben daher die arab. Kigentümlichkei^^'^ 



Die arabische Nationallitteratur. 45 

noch durchaus gewahrt und hatten Ilaum, sich aufs neue zu 
entfalten. 

Unter solchen Bedingungen nahm auch das geistige Leben 
einen neuen Aufschwung, und die Poesie erlebte noch eine 
unverächtliche NachblQte. Zwar an Schwung und Kühnheit der 
Sprache vermögen diese Epigonen den Vergleich mit den 
altheidnischen Dichtern nicht auszuhalten. Wo sie dem Ge- 
schmacke der Zeit Rechnung tragen, der nun einmal die alte 
Qa^idenform festzuhalten gebot, da erscheinen sie uns oft 
alfer Originalität bar. Wird es uns schon schwer bei den alten 
Dichtern, die alle eine so grosse Gleichmässigkeit der Tech- 
nik zeigen, die individuellen Besoilderlieiten zu erfassen, so 
wird das noch viel schwerer, wenn dieser Stil zur Manier 
wird. Glücklicherweise bildet aber diese Nachahmung der 
altertümlichen Qaside wenigstens bei den bedeutendsten 
umaijadischen Dichtern gewissermassen nur die Staffage für 
eine andere Kunstrichtung, die unser historisches Interesse 
in hohem Grade zu fesseln geeignet ist. Das sind die bei 
fast all diesen Dichtern sehr zahlreichen Gelegenheitsgedichte, 
die aus der Stimmung des Augenblicks erwachsen sind und 
uns die Zeitgeschichte aufs lebhafteste zu illustrieren ver* 
mögen. 

Diese Nachblüte ist uns weit besser bekannt als die an 
sich anziehendere und bedeutendere altheidnische Poesie. 
Die Nachrichten über die Lebensumstände der Dichter liegen 
uns in einer kaum ein Jahrhundert später fixierten Über- 
lieferung vor, die wir durchweg mit Leichtigkeit an der ge- 
nauer bekannten Zeitgeschichte kontrollieren können. Auch 
die Texte der Gedichte selbst sind uns in weit zuverlässigerer 
Gestalt erhalten als die irgend eines der ältei^n Dichter. 

2. Kapitel 'Omar b. abf Rabfa. 

Der Stamm Qorais in Mekka hatte bisher in der Poesie 
80 gut wie gar keine Rolle gespielt. Im L Jahrh. d. H. aber 
war es ihm vergönnt, einen Dichter aus seiner Mitte hervor- 
gehen zu sehen, dessen Kunst schon bei seinen Zeitgenossen 



46 1. Buch. 

die verdiente Anerkennung fand und auch bei der Nachwelt 
zu hohem Ruhm gelangte. 

'Omar b. abi Rabi'a entspross dem Geschlechte der 

■ 

Maljzüm. Sein Vater 'Abdallah, einer der reichsten Kaufherren 
Mekka's, ward vom Propheten Muhammed zum Statthalter 
eines südarab. Bezirkes ernannt und verwaltete dies Amt 
bis zum Tode 'Omars, n. a. auch noch unter 'Otmän. In 
Iladramaut kam eine himjarische Frau als Kriegsgefangene 
in seinen Besitz und diese gebar den 'Omar, angeblich am 
selben Tage, ^an dem der Chalif 'Omar ermordet wurde. 
Dieser Synchronismus, schon an sich verdächtig, wird durch 
einen darangeknQpften Ausspruch al Hasan al Basri^s vollends 
als kunstlich erwiesen; immerhin aber mag die Geburt unseres 
Dichters um d. J. 23/ (»43 zu setzen sein. Seine Jugend ver- 
lebte '0., wie es scheint, in Mekka und dieser Stadt seiner 
Ahnen ist er bis an sein Ende treu geblieben. Als Sohn 
seines Vaters war er der Sorge um des Lebens Notdurft 
überhoben, und der Ehrgeiz, der seine Verwandten .in die 
Kämpfe der Zeit hineinzog, focht ihn nicht an. So genoss 
er als freier Mann das Leben in vollen Zügen und strömte 
die Empfindungen, die ihm der bunte Wechsel seiner Liebes- 
abenteuer wachrief, in Liedern aus, unbekümmert um die 
Ermahnungen seines Bruders, der ihn aus Furcht vor dem 
Scandal immer wieder auf den geraden Weg philisterhafter 
Ehrbarkeit zu leiten suchte. Ganz unbegründet war diese 
Furcht allerdings nicht, da es meist vornehme Damen, unter 
ihnen sogar zwei Prinzessinnen aus dem Hause der Umaijaden, 
waren, denen seine Huldigungen galten. Kein Wunder, dass 
er in Damascus schlecht angeschrieben war. Schon 'Abdel- 
melik hatte ihn^ als er auf einer Pilgerfahrt nach Mekka kam, 
recht schnöde behandelt. Als nun gar der bigotte 'Omar II. 
zur Regierung kam, Hess er ihn und sdnen Kunstgenüssen 
al Ahwa^ in Fesseln an seinen Hof schicken; letzterer wurde 
nach der Insel Dahlak im roten Meere verbannt, und 'Omar 
entging einer ähnlichen Strafe nur durch den Eid, fortan 
seiner Kunst zu entsagen. Da er damals das 70. Lebensjahr 
überschritten haben muss, wird es ihm nicht schwer gefallen 



Die arabische Nationallitteratur. 47 

i 

nein, diesen Eid zu halten. Bald darauf muMs er auch ge- 
storben sein; wo, steht nicht fest. Die Angabe, dass er bei 
einer* Schiffskatastrophe ums Leben gekommen sei, steht wohl 
mit der irrigen Annahme, dass er ebensa wie al Ahwas nach 
Dahluk verbannt worden sei, in Zusammenhang. Sein Tod mag 
101/719 erfolgt sein; das andere Datum 9H/712 steht mit der 
Geschichte seiner Bestrafung durch 'Omar im Widerspruch. 

'Omar*H Lieder handeln einzig von der Liebe. In der 
alten Qaside war das Nasib zu Anfang unvermeidlich, aber 
eben deswegen in Manier entartet. '0. war, wie es scheint, 
der ei*ste, der das Liebesgedicht um seiner selbstwillen pflegte. 
Zwar hat er das alte Thema nicht eben um viele neue Ge- 
danken bereichert: da er aber immer nur aus eigener Em- 
pfindung heraus dichtete, traf er immer den rechten Ton. 
Da seine Lieder sich zudem durch melodischen Wohlklang 
auszeichneten, so wurden sie gar bald auf Flügeln des Ge- 
sangs durch die ganze arab. Welt verbreitet. 

Ag I 30—97 J. HaU 408, Hiz. I 240, DiwAii Kairo 1311, P. HiJiwars 
'Umnr ihn tibi Reb!*a, ein arub. Dichter der Umajjadenzeit, Disa., 
Leipzig 1893. 

8. Kapitel. Andere Dichter in Arabien. 

L Aus qoraisitischem Ges<;hleclite. gleich 'Omar, ent- 
stammte 'Abdallah b. Qais ar Kuqaijat, so benannt 
wegen seiner Liebe zu drei Frauen Namens Kuqaija. Er 
war anfangs in Mediua ansässig und scliloss sich dem Mu^'ab 
b. az Zubair, dem Statthalter des (legenclialifen 'Abdallah 
b. az Zubair im Mräq, an. Nach der unglücklichen Schlacht bei 
Dair el Gätaliq i. J. 71/6^0, in der Mus'ab fiel, hielt er sich 
ein Jahr lang verborgen und kehrte dann nach Medina zurück. 
'Abdalmelik begnadigte ihn zwar auf die Fürbitte des 'Abdallah 
b. Ga'far, strafte ihn aber durch Entziehung seines Jahres- 
gehaltes. Da er damals nach seiner Angabe 60 Jahre zählte, 
so wird er ca. 10/()81 geboren sein. Sein Todesjahr ist nicht 
genau bekannt. 

Aj: IV 155—167. Dlw&n Kairo IV 235, (\»mt. v. as Sukkarl ib. 271 
r^h Goldsiher bei FiKcher ZDMG 49, 679. 



48 1- Buoh. 

2. Gleichfalls in /Medina ansässig war Qais b. D&rih 
aus dem Stamme Bekr b. 'Abd Manat. der Milchbruder des 
Husain b. 'Ali. Er starb i. J. 68/687. 

Aj: YllI 112—137, Fawftt 11 185, Diw&n mit Gomt. des Abu 'Ab- 
AMkh M. ar RaÜdl al VmawS (9. Jahrh.) Eäcur.^ 409, verech. Berl. 7519,. 
Ihm wurden nac^ G»hif, Ag I 169soi ftHe Liebeslieder unbekannter Her- 
kunft, in denen eine Lubn&^ vorkam , zugeschrieben, so wie man alle 
Lieder auf Lail& dem MAg^Cin Bant *Aniir zuschrieb. 

3. Fast ZU einer mythischen Person ist Qais b. al Mulau- 
wah geworden, mit dem Beinamen Magn&n Bani 'Ämir, 
berühmt durch seine Liebe zu I^ailä, der alle seine Lieder 
gewidmet sind. Er soll ca. 70/689 gestorben sein. 

Ag 1 167— 1S9, II 2— IS, FawAt II 136, Diw&n, gesammelt und er- 
iRutert von Abu Bekr al W&H (n. a. al WAlibl) Berl. 7520, Havn 2S5, 
Pet. AM 260/1, Ind. ofT. 804, Paris 3672, Alger 1818/19, Kairo lY 252, 
AS 3778, Köpr. 1265, gedr. Beirut 1882, Kairo 1300, 1309. 

4. Dasselbe gilt von Gemil b. 'Abdallah aus dem süd- 
arab. Stamme 'Udra^), berühmt durch seine Liebe zu But^iua. 
Sein Tod wird in das Jahr 82/701 gesetzt. 

Afc VII 77—110, Gedichte Berl. 7523,. 

5. Als Räwija des Gemil gilt Kutaijiru 'Azzata, so 
zubenannt wegen seiner Liebe zu 'Azza, einer Beduinin aus 
dem Stamme Pamra. Er selbst gehörte zu dem südarab. 
Stamme Huzä*a b. Rabfa und lebte meist in Mediua. Ob- 
wohl er als Anhänger der sfitischen Sekte al Kaisänija ein 
Gegner der umaijadischeu Herrschaft war, fand er doch bei 
'Abdalmelik in Damascus freundliche Aufnahme, tir starb 
105/723. 

Ag VIII 27—44, XI 46—52, Hiz. II 381—83, Sahrartt. I 111, J. Hall 
519. Diwan mit Comt. des Abu '^'AbdaUfth M. ar Rasidi nl Umawi 
(9. Jahrh.) Escur.* 409, einzelne Qasiden Berl. 75742. 

6. Medina war auch die Heimat des al Ahwa§ 'Abdallah 
b. M. al Ansäri, der wegen seiner Liebesabenteuer mit den 
Frauen vornehmer Mekkaner unter Sulaimän b. Abdalmelik 
von dessen Statthalter Abu Bekr b. M. b. *Amr gegeisselt 
und an den Pranger gestellt, unter 'Omar II zugleich mit 

') den Asra Heines. 



Die arabiHche Nationallitteratur. 49. 

'Omar b. abi Kabfa (s. o. p. 4(>) nach Damascus citiert und 
dann nach der Insel Dahlak verbannt wurde; unter Jezid II 
wurde er begnadigt und begab sirh nach Damascus. Kr 
starb ca. 110/728. 

A^ IV 40—59, VI 52—56, Hiz 1 232—34, eine Qaside Berl. 752H. 

7. Dichter und Komponist zugleich war Junus a1 kätib, 
der die Musik von Suraiji b. Muhriz und al Garid erlernt 
hatte. Er war persischer Abkunft und im Diwan zu Medina 
angestellt. Auf einer Geschäftsreise in. Syrien lernte er den 
damaligen Prinzen Welid b. Jezid (s. u. p. i\'2) kennen, der 
ihn an seinen Hof berief, als er i. .1. 125/742 auf den Thron 
kam. Was nach dessen, srhon i. J. 126 erfolgten, Tode aus 
ihm wurde, wissen wir nicht. 

Ag IV. 114 — US. Er verfa^Hte als dor erste ein Ar. al agäin ^ das^ 
in Ag. oft citiert wird. 

8. Ein Nachalimer des 'Omar b. abi Rabra war der 
Umaijade 'Abdallah b. 'Omar genannt al 'Argi nach al 'Arg, 
einem Landgute bei TäMf. Seine l^iebeslieder richtete er an 
al Haida, die Mutter des M. b. Hisäm al Mahzümi, wie es 
beisst, nicht aus Liebe zu ihr, sondern ibrem Sohne zur 
Schande. Dafür wurde er von diesem, als er unter 'Abdel- 
melik Statthalter wurde, eingekerkert und hart bestraft; doch 
wird die Geschichte seiner Bestrafung auch noch anders 
erzahlt. Ag I 153—187. 

4. Kapitel. AI Alltal. 

Während die jeunesse doree von Mekka und Medina in 
unrühmlicher Thatenlosigkeit ihren Liebesabenteuern nach- 
ging und schmachtende Verse auf neumodischer Laute klim- 
perte, tobte an den Grenzen der Krieg gegen die Ungläubigen, 
in Syrier und Mesopotamien der Bürgerkrieg und der niemals 
mhende Hader der Stämme untereinander. Ganz anderer Art 
sind daher die Lieder jener Dichter, die sich um den Hof 
der Umaijaden zu Pamascus scharten, um die Ruhmestbaten 
ihrer Gönner zu verherrlichen, oder jener, die als Führer 
ihres Stammes, getragen von Hass und Fanatismus, mitten im 
wilden Kampfe der Parteien stehen. 

Brockalaiann, ArabUcbe LiCteratuiYMcl>icl>te. L ^ 



50 1- Buch. 

AI Alltal (iijät b. Härit gehörte zu dem in Mesopotamien 
ansässigen Stamme Taglib und bekannte sich gleich den 
meisten Mitgliedern derselben zum Ghristentume ; diesem seinen 
(ilauben ist er stets treu geblieben, so oft auch später die 
Versuchung, den Islam anzunehmen, an ihn herantrat. Freilich 
war ihm und seinen Herren, den Umaijaden, sein Christentum 
zuweilen auch recht bequem, da es ihm ermöglichte, manche, 
jedem guten Muslim sehr anstössige That derselben laut zu 
preisen und die ihnen oft recht unhe(|uemen frommen Herren 
in Mekka und Medina mit seinem Spott zu überschütten. 
Oberhaupt darf man sich von seinem Christentume keine zu 
ideale Vorstellung machen; mag er sich auch im Alter aus 
Furcht vor dem Tode zu Bussübungen erniedrigt haben, so 
wird er doch in der Vollkraft seiner Jahre öfter von der 
Freiheit, die ihm seine Religion im Vergleich mit dem Islam 
gewährte, Gebrauch gemacht, als sich von ihrer Moral haben 
Schranken setzen lassen. 

Am Hofe des Mu'äwija machte sirh der zu den Ansär 
gehörende Dichter 'Abderrahnian durch seine Anninssung den 
altmekkanischen Familien oft unbequem, ja er ging in seiner 
Kühnheit gar so weit, sich offen einer Liebelei mit einer 
Tochter des Chalifen selbst zu rühmen, und erregte dadurch 
den Z(»rn ihres Bruders, des Prinzen Jezid. Vergeblich suchte 
dieser von seinem Vater die Bestrafung des Dichters zu er- 
wirken; der war ein zu kluger Politiker, um die angesehenen 
Ansär zu reizen. Jezid wandte sich daher an den Dichter 
Ka'b b. Gu'ail mit der Bitte, durch ein Spottgedicht den An- 
massenden zu züchtigen. Ka'b empfahl dem Prinzen seinen 
Stamrngenossen al Ahtal, der sich der Aufgabe denn auch 
sc gründlich entledigte, dass er selbst nur mit Mühe der 
Rache der Ansär entging. Als dann .lezid i. J. 60/679 zur 
Regierung kam, zog er den Dichter an seinen Hof und dort 
blieb er auch unter dessen Nachfolgern, vor allem unter 
Abdelmelik. Er hielt sich aber nicht dauernd in Damascus 
auf. Als echter Beduine konnte er von Zeit zu Zeit der 
Sehnsucht nach der Wüste nicht widerstehen. Va lebte dann 
bei seinem Stamme in Mesopotamien und ging dort auch eine 



Die arabische Nationallitteratur. 5] 

Ehe eifL Sein häusliches Leben war aber nicht besonders 
glücklich; die Scheidung war damals bei den christlichen 
Arabern ebenso leicht wie bei den Muslimen und al Ahtal 
machte von dem Recht, seine Frau zu Verstössen, mehrfach 
Gebrauch. Au(^h darin zeigte sich unser Dichter als echter 
Beduine, dass er an den Stammesfehdeii, die unter umaija- 
discher Herrschaft nach gut altheidnischem Brauch in schönster 
Blüte standen, lebhaften Anteil nahm. Sein Stamm hatte 
eine Zeitlang an der Seite der Qaisiten, deren Führer Zufar 
b. Harit sich in Circesium festgesetzt hatte, gegen die Sud- 
araber gefochten. Aus kleinen Reibereien zwischen den Ver- 
bündeten entstand alsbald ein langer und blutiger Krieg, der 
erst i. f1. 73/692 zur Ruhe kam. Die Führer beider Stämme 
fanden sich bei 'Abdelmelik in Damascus ein; aber indessen 
Gegenwart begannen die Reibereien von neuem, zunächst in 
Worten. AI Ahtal trug eine beissende Satire auf die Qaisiten 
vor; einer fühlte sich besonders getroffen und unternahm es, 
seinen Stamm zu rächen. Als al Ahtal bald darauf zu den 
Seinen zurückkehrte, wurde er nächtlicherweile im Lager 
überfallen. Kin grosser Teil seiner Familie wurde {<rausam 
niedergemacht; er selbst entging dem Tode nur dudurch, dass 
er sich ffir einen Sklaven ausgab und im Dunkel der Nacht 
unerkannt blieb. Als später der Führer der Qais selbst am 
Hofe 'Abdelmeliks erschien, wurde er aus politischen (Jründen 
freundlich aufgenommen. Als al Ahtal davon erfuhr, trug er 
in (Jegenwart des Chalifen ein Gedicht vor und erbitterte 
diesen dadurch so gegen den ehemaligen Rebellen, dass er 
nur durch Berufung ^nf das ihm zugesagte sichere Geleit dem 
Tode entging. 

AI Ahtal stand bereits auf der Höhe seines Ruhmes, 
als im 'Iräq der Streit der beiden Dichter (ierir und 
al Ferazdaq entlTrannte. Kr soll sieh anfangs auf einen Be- 
richt seines Sohnes Mälik hin für den ersteren erklart haben. 
Einige Zeit darauf besuchte er den Bisr h. Merwan, Bruder 
des Chalifen und Statthalter in Kufa. Damals sollen die Ver- 
wandten des Ferazdaq ihn durch Geschenke bewogen haben, 
seinen Spott gegen Gerir zu richten. So kam es zu einem 



52 1- B«ch. 

poetischen Streit zwischen ihnen, der sich Jahrelang hinzog. 
Anfangs wurde der Streit gefuhrt, ohne dass die beiden 
Kämpen Gelegenheit gehabt hätten, sich persönlich kennen 
zu lernen. Diese Gelegenheit bot sich erst, als Gerir nach 
Damascus kam, um dem Chalifen seine Aufwartung zu machen. 
Die Erbitterung war damals schon so gross, dass der Herrscher 
Mühe hatte, ein Handgemenge zwischen ihnen zu verhüten. 

Dieser Streit beschäftigte ihn noch in seinen letzten 
Augenblicken. Der einzige Auftrag, den er seinen Angehörigen 
gab, soll eine Mahnung an al Ferazdaq gewesen sein, dem 
Gerir keine Ruhe zu lassen. Kr starb hochbetagt um das 
Jahr 92/710. 

Die Frage, wer von den drei Dichtern al Ahtal, Gerir 
und al Ferazdaq der grösste sei, ist von den arabischen 
Kritikern sehr oft aufgeworfen und ebenso oft verschieden 
beantwortet; doch vereinigten sich auf al Ahtal viele gewichtige 
Stimmen. Abu 'Amr b. al 'Alä wollte ihm den Vorzug vor 
allen anderen Dichtern geben, wenn er nur einen Tag der 
Heidenzeit erlebt hätte. ^) AI Ahtal nahm für sich selbst den 
Ruhm in Anspruch, dass er in seinen Spottgedichten, so 
beissend sie auch oftmals wären, niemals die Rücksicht auf 
den Anstand ausser Augen gesetzt habe, was man seinen 
Rivalen nicht nachsagen kann. Wir bewundem an ihm in erster 
Linie die tüchtige Beherrschung der poetischen Technik und die 
witzige Gewandtheit in der Satire. Wo er die Weise der Alten 
nachahmt, lässt er die Originalität recht oft vermissen; schon 
die arabischen Philologen haben für viele Stellen seiner Ge- 
dichte die Muster in der altheidnischen Poesie nachgewiesen. 

Aj: YII 169—188, X 2—6, Hiz. I 220/1. Gaussin de Perceval Notice 
8ur les poetes arabes Akhtal Ferazdaq et Djerir JAPs2tl3, p. 289, 
507, t. 14, p. 5 ff. Akhtal Encomium Omayadamm ed. Houtsma Lugd. 
Bat. 1878. Dorn Muh. Quellen zur Gesch. der südl. Küstenländer des 
Kasp. Meeres lY, St. Petersburg 1858, S. 64—70. Le dlwin d'al- 
Ahtal ed. par P. A. Salhani, S. J. Beyrouth 1891—2, vgl. Nöldeke 
W'ZKM y 160 ff., VI 840 ff. H. Lammens le chantre des Omiades JAP s 9, 
t 4, p. 94—176, 193—241, 381—459. Naqä'id 6erir wal AJ^al ta'Hf al 
imäm . . . Abi Temmäm cod. Cpl. Bibl. 'Umümlje nr. 5471. 

») Aj; VII 172,, vgl. Ooldziher, Abh. I 135. 



Die arabische Nationallitteratur. 53 

5. Kapitel. AI Ferazdaq. 

AI Ferazdaq Hammäm b. G&lib b. Sa'§a'a gehörte zum 
Stamme Därim, einer Unterabteilung der Temim. Sein Vater 
und 8ein Gross vater waren beide ihrer Freigebigkeit wegen 
berühmt. F. wurde zu Basra gegen Ehde der Regierung 
Omars um d. J. 20/()41 geboren. Bald nach der Kamel- 
schlacht ^) i. J. 3(>/65() wurde er von seinem Vater dem 'AU 
als einer der Dichter von Modar vorgestellt. Dieser soll ihm 
geraten haben, sich lieber mit dem Qor'än zu beschäftigen; 
n;ich Hause zurückkehrt, soll F. sich selbst die Füsse ge- 
fesselt und geschworen haben, die Fesseln nicht eher zu 
losen, als bis er den Qor'än ganz auswendig gelernt. Bald 
darauf, zu Beginn der Regierung des Mu'äwija verlor F. seinen 
Vater und dichtete auf seinen Tod ein Trauerlied. Um die 
Mitte der Regierung desselben Chalifen sah er sich gezwungen, 
seiner Vaterstadt den Rucken zu kehren. Kr hatte durch 
satirische Angriffe den Zorn der B. Nahsal auf sein Haupt 
geladen; diese aber standen bei Zijud b. abi Sufjan, dem 
Statthalter des 'Iraq, in hohem Ansehen, und er musste daher 
fürchten, von ihm zur Recheuscliaft gezogen zu werden. Zu- 
nfichst wandte er sich nach Küfa, aber auch dort, wo er noch 
im Machtbereiche des Zijäd war, fulilte er sich bald nicht 
mehr sicher. Kr ging daher nach Medina und wurde von 
dem Statthalter Said b. al 'Äsi freundlich aufgenommen. 
In dieser Stadt ergab er sich eine Zeit lang dem dort 
herrschenden heiteren Lebensgenüsse. Nicht lange danach 
aber wurde Sa*id durch Merwan b. al Hakani abgelöst, der 
von F. kurz zuvor verspottet war und ihm daher heimlich 
grollte. Bald fand er auch eine Gelegenheit, sich an dem 
Dichter su rächen. Dieser rühmte sich einmal in einem Ge- 
dicht eines galanten Abenteuers, bei dem er die hohen 
Mauern eines Harems mittelst einer St rickh'iter überstiegen 
hatte. Das erregte die Kntrustung der Frommen in Medina, 
und Merwan handelte ganz im Sinne der öffentlichen Meinung, 



■) A. Müller, Der Islam I 316. 



54 !• Buch. 

als er den leichtsinnigen Don Juan aus der Stadt verwies. F. 
wollte nun nach Mekka übersiedeln, aber schon auf dem 
Wege dahin erhielt er die Nachricht vom Tode des Zijäd und 
nun konnte er ungescheut in seine Heimat zurückkehren. 
Der Sohn und Nachfolger des Zijäd, 'Obaidalläh, nahm ihn 
freundlich auf. 

Aus dem späteren Leben des Dichters sind wir besonders 
über sein Verhältnis zu seiner Gattin New&r und seinem 
Rivalen Gerir näher unterrichtet. Seine Cousine Newär hatte 
unter seiner Vormundschaft gestanden und war durch eine 
schnöde List von ihm zur Ehe gezwungen worden. Vergeh- 
lieh suchte sie, in Ba§ra einen Scheidungsprozess gegen ihn 
anzustrengen; aus Furcht vor der Satire des Dichters fand 
sich kein Zeuge bereit, gegen ihn aufzutreten. Um sich ihm 
zu entziehen, verliess sie die Stadt und suchte bei ver- 
schiedenen Stämmen Zuflucht; aber die Verse, die F. gegen 
ihre jeweiligen Beschützer richtete, trieben sie aus einem 
Asyl ins andre. Endlich begab sie sich nach Mekka zu dem 
Oegenchalifeu des 'Abdelmelik, 'Abdallah b. az Zubair, und 
es gelang ihr, sich den Schutz seiner Gemahlin zu sichern. 
Aber F. reiste ihr nach und fand bei- den Söhnen des 'Ab- 
dallah Zutritt. Dieser war anfangs geneigt, ihm zu will- 
fahren, Hess sich dann aber durch seine Gattin wieder um- 
stimmen. F. liess sieh nun hinreissen, den Chalifen .selbst 
mit Spottverseu anzugreifen. Dafür ward ihm eine entehrende 
Züchtigung zuteil, ja 'Abdallah bot der Newär sogar an, ihren 
Vetter durch Verbannung oder Tötung unschädlich zu machen. 
Darein aber mochte sie doch nicht willigen. Nun versuchte 
F. einerseits mit Hilfe <ler Söhne des 'Abdallah dessen Gunst 
wieder zu gewinnen, andererseits Newär zur endlichen An- 
erkennung ihrer Ehe zu bewegen. Endlich gab sie seinen 
unermüdlichen Bitten nach und der Ohalif selbst bestätigte 
ihre Vermählung. Aber der eheliche Friede dauerte nicht 
lange. Als sie auf einem und demselben Kamel nach Basra 
zurückreisten, benutzte Newär die Gelegenheit, ihrem (Jatten 
seinen lockren Lebenswandel vorzuhalten; er aber rächte sich, 
indem er noch auf der Reise eine zweite Frau aus dem 



Die Arabische Nationallitteratur. 55 

christlichen Stamme der B. Qais b. Il&Iid heiratete. Newär 
war um so mehr empört, als sie, die vornehme St&dterin, die 
unbedeutende und nicht einmal hübsche Beduinin nicht als 
ebenbürtige Rivalin anerkennen konnte. Da ihre eigenen 
Vorstellungen bei ihrem Gatten erfolglos blieben, so veran- 
lasste sie den (ierir, ihre Nebenbuhlerin zu verspotten. Als 
diese bald darauf starb, ging F. eine neue Ehe ein, und das 
Verhältnis zu seiner ersten Frau wurde immer unleidlicher, 
bis er endlich iliren Bitten nai^hgab und sieh durch al Flasan 
al Basri von ihr scheiden liess. Alle diese einzelnen Epi- 
soden seines Ehelebens, hat er durch Poesien, die seiner 
jeweiligen Stimmung Ausdruck geben, beleuchtet, und auch 

m 

sein Gegner (ierir nimmt hfiuKg auf sie Bezug. 

F. starb an einer Brustfellentzündung, die er sich auf 
einer Wustenreise zugezogen hatte. Das Jahr seines Todes 
steht nicht ganz fest; doch hat das Datum 110/728 die grösste 
Wahrscheinlichkeit. 

Der Charakter des F. wird in der arab. I.itteratur sehr 
ungünstig beurteilt und er. erscheint in seinen Gedichten in 
der That nicht nur als leichtsinniger und frivoler, sondern 
auch als schlechter und gnuidKatzloser Mensch. Dies Urteil kann 
nur durch die Charakterfestigkeit etwas j:emililert werden, 
mit der er zeitlebens, auch unter den un-^iinsti^isten Verhält- 
nissen, an seiner Vereliriuig ffir das Flaiis 'Alis festlneli. 
Als i?er unglucklirhe llosaiu seinen Zu« narh Knfa |)lante. 
soll F., der gerade zur Wallfahrt von Basra narli Mt-kka ge- 
kommen war, ihn vergehlirh vr»r der Tr^ulnsii^keit d^r Be- 
wohner des 'lrac| gewarnt haben. Als er im Alter von 
70 Jahren auf der Pilgerfahrt in Mekka mit dem Prinzen 
Hisäm b. 'Abdelmelik zusammentraf, srheute er sich nicht, 
demselben ein Lobgedicht auf Zain al 'Äbidin, den Knkel 
des 'Ali, vorzutrajjen und nuisste seine Kfihnheit im G»'fänß- 

nisse büssen. 

Das Gebiet, auf dem F. vnrzfiplich ülnnzte, war das 
Higa'; von der hei.^senden Wirkung .-eines Spottes geben 
zahlreiche Anekdoten Knnde. Seine Gedichte waren auch in 
spaterer Zeit noch >ehr bernhmt. Man lobte an ilineii he- 



56 1- Buch. 

sonders die Mauiügfaltigkeit des Ausdrucks; der Grammatiker 
Jünus pflegte zu sagen: „Wenn die Gedichte des F. nicht 
erhalten wären, so wäre der dritte Teil des arab. Wortschatzes 
untergegangen.^ Nicht mit Unrecht erhebt aber ai A§ma*i 
gegen ihn den Vorwurf des Plagiats. Eben die Verse, durch 
die er einst in der Moschee zu Mediua einen Zweifler von 
seiner dichterischen Grösse überzeugte, waren z. T. dem 
Gemil entlehnt.^) Den Du'r Runima nötigte er einmal, ihm 
vier Verse zu überlassen, da er mehr Würdigkeit besitze, 
sie hervorgebracht zu haben.*) Als einst b. Maijäda^) einen 
schönen Vers zum Preise seiner Abstammung vortrug, eignete 
er sich denselben ohne weiteres an, indem er statt Zälim den 
Namen seines eigenen Vorfahren Därim einsetzte, und befahl 
seinem Räwi ihn unter seineu Namen zu verbreiten. 

Aj: VIII 186- 197, XIX 2—52, Hiz. I 105- 8, J. HaU 755. Dlw&n 
geBammelt t. M. b. Habtb t 245, 859 AS 8884. Divan de F^razdaq, re- 
cits de M. b. H. d^apr^H Ibn el Arabi publik 8ur le ms. de St. Sophie 
de Cple avec une trad. fran^. par K. Bouclier Pari» 1870 (incompl.)^ 
Recension a» Sukkarr^ Bodl. Jl 306, Kairo lY 271, Teil III Br. Mus. 
1066, zuHanmicn mit en-N&biga *Urwa, HAtim, *Alqama Kairo 1239. 
(iedicht auf Zaiii al *Abidin Leid. 590, Ooth. 14 s«, einige Qaslden 
Berl. 7525. 

0. Kapitel. (Jerir. 

(ierir b. 'Atija al llaifi aus dem Stamm Kulaib, einer 
Unterabteilung der Tamim, war unter der Regierung des *Ali 
geboren. Der erste Vers, den G. dichtete, war an seinen 
Vater gerichtet und enthielt Vorwürfe wegen seines (ieizes. 
Der damalige Kronprinz Je/id eignete sich den Vers au, da 
er seinen Vater denselben Vorwurf zu machen hatte. Als 
er nach seinem Regierungsantritt von dem Dichter, der an 
seinen llof gekommen war, daran erinnert wurde, soll er ihn 
reich belohnt haben. 

Da (i. in 'lnu| lebte, lag es für ihn am nächsten, sich 
zuerst um die (junst seines Landesherrn, des gefürchteten 
Statthalters al Uagtijag, zu bewerben. Er dichtete ein Lob- 

•) V^l. auch Ag. Vil 80. ^) Ag. XVI IIG, Goldziher, Abh. 1 i:i7 
nr. I. ') A^. 11 8H 120, IJiz. 1 77 H. 



i 



Die arabii«che Nationallitteratur. 57 

gedieht auf ihu und begab sich nach Wäsit, der Residenz des 
Gestrengen. Als leichtlebiger Poet mochte er sich bisher 
nicht viel um die harten Polizeivorschriften, gekümmert haben, 
durch die Haggäg seine Unterthanen im /aume hielt. So 
betrat er denn die Stadt, ohne zuvor die Erlaubnis des Statt- 
halters zu erbitten. Er nahm bei einem seiner (jönner, einem 
hohen Beamten, Quartier, und diesem gelang es, ihm die 
Gunst seines Vorgesetzten zu gewinnen, die er sich dunih 
zahlreiche Lobgedichte zu erhalten wusste. Inzwischen wuchs 
sein Ruhm durch seine Fehde mit al Farazdaq und al Ahhil, 
und als letzte Weihe fehlte im nur noch die AnerktMinung 
am Hofe zu Damaskus. Als nun einst der Sohn seines 
Gönners, Muhammed, mit politischen Auftrügen dorthin ging, 
schloss. er sich ihm an. 'Abdelmelik, der von seinem (irinst- 
ling al Ahtal gegen ihn eingenommen war, weigerte sich an- 
fangs ihn zu empfangen. Erst als man ihm vorstellte, dass 
e^ als eine Beleidigung seines getreuen Statthalters ausgelegt 
werden könnte, wenn er dessen Hofdichter eine Audienz ver- 
weigere, Hess er sich dazu herbei, behandelte aber auch 

# 

dann noch den G. schnöde genug. Auch bei *Abdelmeliks 
Nachfolger Welid war er nicht gut angeschrieben; denn <lieser 
musste mehrmals seinen Hortlichter 'Adi b. er Kaqa ') gegen 
ihn in Schutz nehmen. Derselbe ('halif Hess ihn seine IJn- 
gnade einmal sogar sehr empfindlich fühlen. (\. lag damals 
in Fehde mit dem Dichter '(jrnar b. La(i;a', und die beiden 
(legner trafen in Medina znsaninien. als Welid gerade dort 
anwesend war. Dem kam ihr Streit zu Ohren; weil nun 
beide Dichter in den erotischen Krgilhssen, wie sie der her- 
kömmliche Stil zu Anfang jedes j:rös.ser«n <je<lieht«8 verlangte. 
die Namen vornehmer Damen ans der HofuesellHchaft com- 
promittiert hatten, lie^« er beidi- aneinander trefesHclt an den 
Pranger stellen. AI- aber der bigotte Omar H. a'if den 
Thron kam. fand merKwfirdigwei.-e O. allein von allen Diclitern, 
die sich um eine Audienz bewarben. Onade vor j-einen Aüt^en.*) 

'» A^ VIII ITH— IM 

=) '|.|«! I IM. 11«;. i«>4. O tii. i:»0:i f';l. IXU , \>U fol. 70. "mJ \U:r\. 
I.Mntlberi; h:s:i f«l. 4'?* If.. rujLtj }Au'^u\ Ui Wi:il * Int I .V^l. 



58 1- Buch. 

r 

G.8 ganzes Leben war erfüllt von unablSlssigen Fehden mit 
anderen Dichtem, deren ihm im ganzen 43 entgegengetreten 
sein sollen; von ihm besiegt zu werden, galt fflr rühmlicher 
als einen andern besiegt zu haben. Ein Spottgedicht von 
ihm genügte, um einem alten und angesehenen Dichter, dem 
Räi '1 ibil^), der ihn durch ein absprechendes Urteil über 
seine dichterischen Leistungen gereizt hatte, den Aufenthalt 
in Basra unmöglich zu machen und den Zorn seines ganzen 
Stammes gegen ihn aufzuregen, weil er allzu leichtfertig seine 
und ihre Ehre biossgestellt hatte. Am berühmtesten aber 
ist seine Fehde mit seinem grossen, allein ihm ebenbürtigen 
Gegner al Ferazdaq, dem al Ahtal sekundierte. An diesem 
Streit nahm die ganze Natiim lebhaften Anteil. Als Muhallab, 
der Feldherr des 'Abdelmelik, gegen die Azraqiten in Persien 
in Fehde lag, entbrannte unter seinen Truppen ein Streit über 
den Vorrang der beiden Dichter. Die streitenden Parteien 
wandten sich mit der Bitte um Entscheidung an ihren Feld- 
herm; der aber hütete sich wohlweislich, den Zorn eines 
der beiden Dichter auf sich zu laden. Er wies sie an ihre 
Feinde, die ganz unparteiisch und <ler Poesie wohl kundig 
wären, war do(rli ihr Führer al Qatari selbst ein angesehener 
Dichter. Eioer von dessen Vertrauten nun sprach dem (jlerir 
die Krone zu. 

Gegen Ende seines Lebens zog sich G. auf sein Landgut 
in der «lemäme zurück. Dort ist er im .1. 1 1()/7'2S gestorben. 

Ag VII 3S- 77, Iliz. I 3«— 7, Diwan i;e»*nnimelt von M. b. Hablb 
t 245,859, Leid. 587, Pct. AM 262, Beirut lAP« Ot 4 p. 108 n 1. Naqä'id 
Gerir wal Ferazdaq ges. v. M. b. Hablb mit Conit. v. M. b. al 'Abb&s 
al Jezidl Hodl. I 1224i. 

7. Kapitel. Dö'r Rumma. 

DiVr Rumma Cailän b. '0<ibsi gehörte zu dem Stamme 
der B. 'Adi. Aus seinem Leben ist uns wenig mehr bekannt 
als die (jleschi(*1ite seiner Liehe zu Maija und al Harqa, seine 
Beziehungen zu dem von ihm besungenen Biläl b. abi -Burda 
al As'ari und einige unbedeutende Begebenheiten bei seinen 

') Ajr XX 160—17». 



Die ftrabi»che NatiuDallitteratur. 59 

Besuchen am Hofe zu Damascus. Er starb i. J. 107/719, 
Tl. a, aber erst 117/735 und soll in der Wfuste begraben 
worden sein. 

IJ. ist der letzte Vertreter der alten Beduinen poesie, die 
bei ihm ganz zur festen Manier erstarrt ist. Er soll diese 
Einseitigkeit selbst empfunden haben: man berichtet von ihm 
die Äusserung, wenn er anfange mit kaannahi, nfimlich um 
einen Vergleich anzubringen, so finde er kein Ende. AI Fe- 
razdaq soll ihm auf die Frage, was ihn bindere, die erste 
Stelle unter den Dichtern einzunehmen, geantwortet haben: 
^Dass du beständig über den Spuren verlassener Wohnstätten 
weinst und dass du nur Qatavögel und Kamele beschreibst.^ 
Trotz dieser Einseitigkeit erfreute er sieb als letzter Vertreter 
der alten Poesie bei den spateren Philologen eines hohen 
Ansehens. Abu 'Amr b. al 'Alä soll Imnrulqais den ersten 
und ihn den letzten Dichter genannt haben. Zu dieser Vor- 
liebe der Cielehrten für L>. mag auch der l instand mitgewirkt 
haben, dass seine (ledichte besonders oft sprachliche Erhlute- 
ning erforderten; denn er suchte sein»? llaujitstrirke in der 
Anwendung seltener und entlegener Wiirter. Sein Diwan. 
17 mei.st lance Qa.siden enthaltend, ist von ilem berühmtesten 
der alten Philologen. hI Asma'i. z-isarrnnengestellt und com- 
mentiert. 

Ajir XVI 110- I2ö. IMw&n Br. M'i-. :.*»•!. I.'i«l. 'ihO. n-i»hhrtltit?er 

587, Kiiiro IV 2ih: einzelne Gedirbt»- Iterl. T.'.J««.. Hr. Mun. .'»f.lg. I.j.-i<l. 

588, de Jung 211. 1)1«» li»TÖhint»'-te (i.i-'«l«r mir d'in Anfanir: mä hahi 
*ain\ki'. K. Smc'nd. r>o Dsurrunirna [Hietu Hruhicti et currriinff »fjus, 
Bonn 1874. 

H. Kapit»!. Die Re^f^zdichtor. 

Während zur llt-iil^-nz^-it A\\> lieüt-/ fs. o. p. 14) eine 
untercreordnete Kuli»' üe-pjelt hart»* uml piu»iitli(|i nur in 
Improvisationen /ur <ieltunix cr^-kninnifn \Kar. niihin»n .««ich 
unter den Umaijadf'ii mf-lir^r^^ I>i':lit«T mit l)»-«»iindiTtrr Vor- 
liebe der Fflejre (lie.'^es M»'truin> an und iili»-rrriiu'»'n auf da.s- 
Belbe die ganze Terlmik il^r <ja':'id^n«ii«'lituiiix. Di»* Kinfa«lih<:it 
des Metrums surliten sie durrh Anwentlunir r»-«lit **ntle2^n»^r 
Wörter au^'Zllgleichen; ja. die h»fiden bedeuteml.'jten Vertret<;r 



60 1- Buch. 

dieser Richtung stehen sogar nicht ohne Grund in dem Ver- 
dacht, auf eigene Faust durch abenteuerliche Neuformungen 
das arab. Lexikon noch bereichert zu haben. Als der erste 
Verfasser längerer Regezgedichte wird al Aglab b. 'Omar 
b. 'Obaida^) genannt, der i. J. 21/641 in der Schlacht von 
Nehäwand fiel. Etwas besser ist uns Abu Negm al Fa^l 
b. Qodäma al 'Igli^) bekannt, der beim Chalifen Hiä&m 
b. 'Abdelmelik (WS— 125/723— 742) in hohem Ansehn stand 
und gegen Ende der Umaijadenherrschaft starb; ein Diw&n 
ist uns aber auch von ihm nicht erhalten. Die bedeutendsten 
Vertreter dieser Richtung sind al 'Aggäg und sein Sohn Ru^a 
aus dem Stamme Temim. Ersterör blGhte unter 'Abdelmelik 
und starb unter dessen Nachfolger Welid u. d. J. 90/709; 
letzterer starb i. J. 145/762, als er vor dem Aufstande des 
^Aliden Ibrahim gegen 'al Man^ur von Basra in die Wüste floh. 

D!w&n al 'Agg&g KG of. D. H. Müller, SBWA 1S7S, p. 335 — 42 
mit Comt., Kairo IV, 271. DaB erste Gedicht aus dem Dlw&n des ara- 
bischen Dichters al 'Agg&g. Nach den Handschriften Yon Opel, Kairo 
und Leiden, hsg. y. M. Bittner, Wien 1896, vgl. Nöldeke, ZDMG 50, 
523—528. Das Gedicht feiert den *Gmar b. *ObaidalUh b. Ma'mar f 82/701, 
der den Häri^itenführer Fudaik besiegte und tötete. Tab. II, 852; es 
hat 180 Verse und heisst al garrä Wright op. ar. 55. 

Ru'ba Ag XXI, 84—91, }{iz. I, 43—45. Diw&n mit Comt. des M. b. 
Habfb Bd. I, 17 darunter 8 Lobgediohte, Bd. II, 40 darunter 18 Lob- 
gedichte Berl. 8155, Kairo IV, 270, cod. Spitta, ZDMG 40, 313. 

9. Kapitel. Dichter zweiten Ranges. 

1. Zijäd b. Sulaimän al A'gam war ein Client der 
Abdalqais aus <lem Stamme 'Ämir b. al Härit, wohnte in 
Istalir, n. a. war er in I.spahän geboren und lebte und starb 
um d. J. 70/089 in Horäsan. 

Ag XIV, 102—9. Lobgedicht auf *Omar b. 'Obaidall&h Ham&sa 
IV, 148. Qnsidc auf den Tod dea Muhalleb b. ab! Sufra Berl. 7519«, 
für die bottte Martija ihrer Zeit erklärt. Sein Gegner Jezid b. Rabt'a 
b. Mufarrig t 69/ßB8 in KermAn Ag XVH 51—73, Hiz. II 813—6. 

2. Hälid b. Safwän al Qannäs war ein Freund des 
Jezid b. al Muliallab, f 102/720, und starb i. J. 90/709. 



Ag XVI 11 164—7, Hiz. I, 333. «) Ag IX 77—82. 



Die arabische Nittionallincratur. 51 

(^afidat al *aru8. Lobgedicht auf ein junges Mädchen, mit Coint. 
Berl. 7523, Leid. 585, Br. Mua. 565,, Ind. OfT. 1043,4, Yat. 364, Kairo IV 272. 

3. Als historische Persönlichkeit fast noch berühmter 
denn als Dichter ist Qatari b. al Fugä'a, der Führer der 
tlärigiten in Persien, der i. J. 78/697 im Kampfe gegen Sufjän 
al Kelbi fiel. Seine Lieder zeichnen sich durch schwungvolle 
Sprache und kriegerisches Feuer aus. 

J. Hall. 517, Hamäsa I 49, 68, II 111. 

4. Wie in altheidnischer Zeit unter den Dichtern von 
Maräte eine Frau die erste Stelle einnahm, so auch unter 
den Umaijaden. Lailä al Ahjulija war die Tochter des 
* Abdallah b. ar Rahliäl aus dem Stamme der B. 'Ämir 
b. SaWa. Um sie bewarb sich ihr Stammgenosse Tauba b. 
al Homaijir^); der Vater aber verheiratete sie an einen 
siammfremden Mann. Tauba hielt ihr die Treue, bis er i. J. 
85/704 auf einer Gazwa von den B. 'Auf b. 'Oqail getötet 
wurde. Nun beklagte sie ihn in zahllosen Liedern. Nach- 
dem sie dadurch berühmt geworden war, scheint sie sich 
ganz der Kunst gewidmet und gleich ihren männlichen 
CoUegen die Fürstenhüfe besucht zu haben. So kam sie zu 
'Abdelmelik, dem besonders ihre Schlagfertigkeit imponiert 
haben soll; aber auch bei al Haggäg war sie wohlgelitten. 
Sie starb i. J. 89/707 auf der Reise zu ihrem Vetter Qotaiba 
b. Muslim, dem bekannten Feldherrn, der damals in Ijoräsän 
commandierte 

A^ X 68—84, m^k mit an Näbiga al Qa'di ib. IV 133/4, Faw&t 
II 141 Gedichte, Berl. 7523,, s. o. p. 40. 

5. Näbiga B. Saibän 'Abdallah b. al Muhäriq scheint 
Christ gewesen zu sein; denn er schwört in seinen Liedern 
oft beim Evangelium und mit andern christlichen Eiden. Er 
kam aus der Wüste oft nach Damascus und dichtete Lob- 
lieder auf 'Abdelmelik und Welid. 

Xi VI 151—154, Diwan Kairo IV 254. 

6. Zum Christentum bekannte sich anfangs auch *Omair 
b. §tijaim at Taglibi, der Schwestersohn des al AhtaK trat 

') Faw&t I 95. 



«« ; I- 



62 1- Buch. 

aber später zum Islam über. Er führte die Beinamen al 
Qu tarn i, der Habicht, nach einem besonders treffenden Ver- 
gleich in einem (iedicht. und sarf al |J:awani. Er starb im 
•I. 110/72«. 

Ag XX HS— 132, Hiz. 1 892—3 l))wAn mit «inon. Coint Abttchrift 
a. d. J. 3((4'974, coHationiert von döin berQhmten Phüologon al Marxüqi 
t 421/1030 Bcrl. 7327, Kairo IV 250. 

7. A'sa Hamdän *Abdarrahmän b. 'Abdallah b. al Härit 
aus dem südarab. Stamme der B. (iusam, Schwager des be- 
rahmten Tra<litionsgelehrten as Sa'bi\ lebte in Küfa. Er 
nahm an dem Feldzuge gegen die Dailemiten teil und wurde 
bei diesen eine Zeit lang gefangen gehalten. Im J. 8:^/702 
schloss er sich dem Aufstande des 'Abderrahmän b. al As'at^) 
an, fiel aber dem Haggag in die Hände und wurde hinge- 
richtet. Seine Gedichte wurden schon bei seinen Lebzeiten 
von seinem Freunde A. an Nasibi componiert. 

Aj; V 146—161; einige Qasiden Berl. 7524.. 

8. Muhammed b. 'Abdallah an Numairi stammte aus 
at Tä'if. Er verliebte sich in Zainab, die Schwester seines 
berühmten Landsmannes al Haggäu; b. Jüsuf, und scheint 
diesem nach dem 'Iraq gefolgt zu sein. Da er die Dame 
durch seine (Jedichte compnimittiert hatte, verfolgte iliii H. 
und er musste zu 'Abdelmelik fliehen. 

A^ VI 24- 32, Diw&n, gesaiiiinelt von M. b. Ilablb Ad 3U7S. 

9. Isinä'il b. Jas&r, Client der B. Murra Taim Qurais, war 
ein Anhänger der Zubairiden. Er begleitete den 'Urwa b. az 
Zubair auf seiner Reise zu al Walid und dichtete, als 'Urwas 
Sohn Muhammed auf der Reise starb, auf diesen eine Toten- 
klage. Später besuchte er den Walid noch einmal in ar 
Rusäfa. In seinen Gedichten rühmte er sich oft seiner persi- 
schen Abstammung. 

Ag IV 119— 12S, V. Kromei- StrejfzOgo 29, Ooldziher MSt I 100. 

10. AI Walid wai der Sohn des umaijadischen Clialifeu 
Jezid b. 'Abdelmelik, der im J. 105/723 starb, als W. 15 Jahre 
alt war. Von früher Jugend an ergab er sich den grösste»* 
Ausschweifungen. Er war anfangs von seinem Obeim Hisäm 

1) A. MQller, Der Islam 1 890. 



Die arabische Nationallitteratur. ()3 

zum Thronfolger designiert. Später aber wollte dieser seinem 
Sohne Maslama die Nachfolge verschaffen. Kr schickte ihn 
daher nach Mekka, damit er sich auf der Pilgerfahrt durch 
Weintrinken compromittiere. Das geschah auch und der 
Chalif entzog ihm und seinen Anhängern die Apanage. Beim 
Tode Hisäms im .1. 1*25;742 wurde ihm doch das Chalifat über- 
tragen; er wurde aber schon im. Jahre darauf von den Je- 
meniten ermordet. Kr dichtete fast ausschliesslich Weinlieder 
nach dem Muster des 'Adi 1). Zaid (s. o. p. *M)) und wurde 
seinerseits wieder i)esonders von Abu Nuwäs nachgeahmt. 

Ag VI 101—141, alK CümpnuiKt und Sängor ib. VIII 1«1— 2. 

IL AI Kumait b. Zaid aus dem Stamme Sa'd b. Talaba 
war im J. (50/679 geboren. Er war ein (Gegner der Südaraber 
und ein glühender Verehrer des Hauses liäsim. Wegen eines 
Loblieds auf die Hasiuiiden wurde er von dem Chalifen 
Hisam zum Tode verurteilt und von llalid al Qasri in Küfa 
gefangen gesetzt. Mit Hilfe seiner Frau gelang es ihm aber, 
zu Maslama, dem Sohne des Chalifen, zu euttliehen und dieser 
erwirkte ihm die Verzeihung seines Vaters. Im J. l'2(Ji743 
wurde er bei einem Aufstand in (Ja farija von den Truppen 
Ijälids getötet. 

Ag XV n:<— 130 IJiz. I 69/70, 8(>;7, (iamh. 187, AI HäHmijät Leid. 
518, Br. Mu». 1063. Ein k. sariqät al Kumait min al qorän wa yairihi 
verf. b. Kunäsa f 207^822 Fih. 71. Sein Freund at Tirimm&h Ag X 156 
biB 160. 

12. Abu 'Ata Aflah b. .hisar as Sindi war in Küfa 
geboren und lebte <lort als Client des B. Asad. Sein Vater 
stammte aus Sind, und er selbst sprach das Arabische noch 
sehr schiecht aus. Er dichtete Loblieder auf die Umaijaden 
und Higä' gegen die 'Abbasiden. Er stjirb erst gegen Ende 
der Regierung des al Mansur (f ir>«/774). 

AJ XVI, 81—87, Ham&sft II, 150. 

13. Weniger als Dichter denn als tlbtsrlieferer der alten 

Poesie, die er allerdings dun-h eigene Zuthaten vermehrt 

habensoll (s. o. p. 17^ ist hier l.lammäd b. Säbur ar Käwija 

zu nennen. Er war im J. 7j/()i)4 in Küfa geboren. Seiiie 

daiiainitische Abkunft verriet er auch später noch oft durch 



64 1* Baoh. 

Sprachfehler. Er hatte sieh um die (lunst des Jezid be- 
worben und dadurch das Missfallen des Hisäm erregt; als 
dieser nun im J. 105/723 zur Regierung kam, traute er sich 
eine Zeitlang nicht aus dem Hause. Dieser aber berief ihn 
bald darnach selbst nach Damascus und überhäufte ihn mit 
Geschenken. Er starb im J. 155/771, n. a. aber erst nach 
dem J. 158/774 unter al Mahdi. 

Ag V, 164—5, J. Hall 197, Wüstenfeld GeHch. 31. Sammler der 
Ma'allaq&t ;». >. p. IS. 

10. Kapitel. Die Prosa litteratur im Zeitalter 

der Umaijaden. 

Der rein weltliche und natiooalarabische fielst, der die 
ganze Regierungszeit der Umaijaden durchweht, beherrscht 
auch die Prosalitteratur ihrer Zeit, so weit wir uns nach 
den spärlichen Nachrichten und den noch spärlicheren Resten 
ein Bild von derselben machen können^). 

1. In erster Linie waren es historische Nachrichten, die 
in jener Zeit auf Veranlassung der Umaijaden litterariseh 
fixiert wurden. Ob Zijäd, der Halbbruder und Statthalter 
des Mu'äwija wirklich ein Buch über verdächtige Familien- 
geschichten verfasst habe, das seinen Söhnen als Waffe gegen 
die Sticheleien auf ihre Abstammung dienen sollte^), kann 
man allerdings bezweifeln. Ganz sicher aber ist die litte- 
rarische Thätigkeit der beiden Südaraber 'Abid b. Sarija 
und Wahb b. Munabbih bezeugt. Ersterer wurde von 
Mu*^wija aus San'ä nach Damascus berufen, damit er ihm 
die' Geschichte der Könige vor Jemen und biblische Legenden 
erzähle; ob er selbst das später unter seinem Namen ver- 
breitete Buch über diese Dinge niedergeschrieben habe, können 
wir nicht mehr feststellen. Er starb angeblich in sehr hohem 
Alter unter 'Abdelmelik. 

Sein k. al mulük wa af^är al mädije wurde in den ersten Jahr- 
hunderten des Islams viel gelesen. Nach al Hamdänt f 334/945 wichen 
die zu seiner Zeit verbreiteten Recenäionen des Buches so stark von 



') Vgl. Goldsiher, Muh. Stud. II 203 ff. 
*) Wüstenfeld. Oeach. nr. 2. 



Die arabische Nationullitteratur. ()5 

einander ab, da»» man kaum zwei gleiche Kopien finden konnte; 
sein jüngerer Zeitgenosse al MaB'üdi f 346.957 nennt en ein bekannte», 
in aller Händen betindliche» Buch IV 89, üoldziher MSt. I 182, Lidz- 
baraki, De propheticis qu. d. legendis arabicis, diu». Leipzig 1898 1—2; 
k. al am:al HII V 392, ^Vü8tenfeld, Gesch. 5. 

Wahb war zu Diniär bei Sau ä geboren und starb f>0 Jahre 
alt i. J. 110/728. Er behauptete die alten Religionsschriften 
gelesen zu haben und hat manches schwindelhafte Citat auf 
dem Gewissen. 

J. IlaU. 743, k. al niaydzi HH 12464, k. al fntüh ib 81»32, ahhdr 
al anbijä oder k. al muhtadäj k. al isrd^ilijäf Wüetenfeld, (iesch. 16, 
ZDMG 44, 488, BASS III 41, Lidzbarski 1.1. 2- f), 44-54. 

Gleichfalls im ersten «lahrhundert blühte Abu Mihnaf 
Lüt b. Jahjä al Azdi, von dem uns Fih. 93 die Titel von 
32 Abhandlungen über einzelne Personen und Begebenheiten 
überliefert sind. 

Faw&t II 140. Wüstenfeld, Oesch. 19. Ganz späte Machwerke 
sind die unter seinem Namen gehenden Bücher: Dikr maqiaf saijidijtä 
wa mauländ al Hosain b. 'Ali Goth. 1838, Leid. 792, Pet. AM 78, vgl. 
Wüstenfeld, Der Tod llusains und die Kache, Abb. G. G. W. 1883, und 
Jf^bär al Mul^fdr b. abi 'Obaid Berl. 9039, Goth. 1838^, Leid. 792..,. 

2. Das historische Interesse kreuzt sich schon mit dem 
religiösen bei dem berühmten Traditionarier az Zuhri M. b. 
Muslim. Er lebte anfangs in Medina, gehörte aber nicht zu 
den Unversöhnlichen, die die Umaijaden ohne weiteres als 
gottlos verdammten. Er ging später nach Damascus, liess 
sich von Hisäm als Prinzenerzieher anstellen und nahm unter 
tiezid 11. ein Qadiamt an. Es ist unter diesen L inständen 
wahrscheinlich, dass er geneigt war, die Interessen der Dynastie 
mit theologischen Mitteln zu fördern. Sein Alter verlebte 
er auf seinem Gute Adama an der Heerstrasse von Svricn 
nach Medina, das ihm die B. Merwan geschenkt hatten. 
Dort starb er am 17. Rain. 124/25 Juli 742. 

J. Hall. 535, Güldziher MSt. II 38 — 9, k. al maydzt HII 10513, 
12464. Wüstenfeld, GeHch. 18. 

Sein Schüler M. b. 'Abderrahmän al 'Ämiri f 120,7:^7 
in Küfa, ist der erste, uns bekannte Verfasser eines juristischen 
Traditionswerkes. 

Brockelm ann, Arabische Litteratui^eschichte. I. •> 



(yß 1. Buch. 

AI Muwafta*. ZurqÄn! sarh al muiraffa' Kairo 1279 I 16 lo. Man 
stellte diese» Werk höher als das spätere des MAlik, aber man warf 
dem Verf. vor, dass er es mit den Gewährsmännern nicht genau nehme. 
Ooldziher M St. II 220. 

lu den Kreisen der Traditionsgelehrten sind ohne Zweifel 
schon im 1. und 2. Jahrhundert mehrfach kleinere Sammlungen 
von Aussprüchen Muhammeds niedergeschrieben; uns ist nur 
ein Werk der Art erhalten. 

A^ az zuhd von Asad b. MüsA b. Ibrähtm gen. Asad es Sunna 
t 132 749; es enthält Traditionen über das jüngste Gericht, besonders 
über die Hölle und ihre Strafen HH IV p. 91 nr. 10162, BerL 1553. 

Dem berühmten Traditionarier M. b. Slrln f 110/728 (J. Hall 576) 
wird u. d. T. Ar. al gawämV eine Schrift über Traumdeutung beigelegt. 
Paris 2742 3, NO 3751, gedr. Kairo 1310, gr. u. lat. in Paris u. Frankfurt 
(Scholl, Griech. Lit.-Gesch. übers, v. Pinder III 487); Auszug Goth. 842, 
vgl. Steinschneider ZDMG 17,227; verschieden davon: k. al isära bi 
V/m ol 'ibära Paris 2744, Havn 295, nach HH I 307 n. 760 v. M. b. 
A. b. 'Omar as Sälimt. 

H. Unter der Regierung der Uniaijaden kamen die Mus- 
limen Syriens in häufige Berührung mit den Christen, die 
sich z. T. eines hohen Ansehns am Hofe erfreuten. Da war 
auch der Austausch religiöser Anschauungen unvermeidlich. 
Der letzte grosse Dogmatiker der griechischen Kirche, Johannes 
V. Damascus (geb. 070), dessen Vater bei *Abdalmelik wohl 
gelitten war, verfasste unter den späteren Umaijaden eine 
Verteidigung der christlichen Religion gegen den Islam in der 
Form eines Gesprächs zwischen einem Christen und einem 
Saracenen. So wird es denn kein Zufall sein, dass eben die 
Lehren dieses Johannes von der auf die Seligkeit aller 
Mensc hen gerichteten Gnadenabsicht Gottes und von der 
Freiheit des menschlichen Willens gerade im syrischen Islam 
durch die Sekten der Murgi'a und der Qadarija vertreten 
wurden. Im 'Jräq setzte man diesen Lehren heftigen Wider- 
stand entgegen. Dort war al Hasan al Basri (f 110/728) 
das Haupt der Orthodoxie, die die Lehren des Qor'äns in 
ihrer strengsten Form weiter entwickelte. Sein Schüler war 
Wäsil b. *Atä, der sich zuerst, wie es heisst, bei der Streit- 
frage, ob jeder, der eine schwere Sünde begangen hat, als 



Die arabische Nationallitteratur. 67 

Ungläubiger zu betrachten sei, sich von seinen Meister 
trennte und die Schule der Mu'tazila begründete. Litte- 
rarische Denkmäler aus dieser ältesten Epoche der Theologie 
sind uns leider nicht erhalten. 

Houtsma M Th. De str\j(i over het dogma in den Islam totop el 
Ash'ari Leiden 1875. A.v. Kremer, Culturgesch. Streifzfige 5,6. AI Hasan^B 
Qor'Ancomt. nach der Überlieferung des *Amr b. *Obaid benutzt von 
at Ta'labi t 427 1035 Br. Mus. 821. Ihm wird beigelegt: R. fi fadl 
haram Mekka al musarrafa, Brief an einen Freund, der Mekka ver- 
lassen will Ooth. 23,, Berl. 6064, Paris 2250,, AS 1849. W&sil: J. Hall 
739, Faw&t II 317, as Sahrast. 31—33. 

4. Schon unter den Umaijaden begann auch die Auf- 
zeichnung von Sprichwörtern und Gnomen. 

Goldziher M St. II 204. 'Il&sa b. Kerim al Kil&bl verfasste unter 
Jezld b. Mu*äwija60— 64/679— 683 ein k. al arntjH Fih. 90, Wüstenfeld, 
Oesch. 11. 

5. Der umaijadische Prinz Hälid b. Jezid f ^5/704 be- 
fasste sich mit dem Studium der Alchemie, in der ein Mönch 
Marianus (?) sein Lehrer war. tlr schrieb drei Rasä'il, deren 
erste über seinen Lehrer und seinen Unterricht handelte, 
sowie Gedichte gelehrten Inhalts. 

Von b. Hald. Proleg. trad. p. de Slane p. 207 mit Unrecht be- 
zweifelt; Ag XYI 88 — 93, b. Hall 201. Liber de compositione Alchemiae, 
quem edidit Morienuts Romanus Calid regi Aegyptiorum übers. 1182 
V. Robert Castrensis Ledere. 1 64. Berthelot, La chimie au moyen 
Age III 2. 



5* 



2. Buch. 



Die islamische Litteratur in arabischer 

Sprache. 



1. Abschnitt. 

Die classische Periode von ca. 750 bis ca. 1000. 



1. Kapitel. Einleitung. 

Die umaijadische Herrschaft war eine durchaus national- 
arabische und bis zu einem gewissen Grade volkstumliche 
gewesen; sie stürzte, nachdem sie schon lange durch den 
Hader der Stämme geschwächt war, unter dem Anprall des 
bisher schmählich unterdrfickten, jetzt durch die 'abbäsidische 
Agitation zu neuem Selbstbewusstsein aufgerüttelten Perser- 
tums. So war es denn für die neue Dynastie ein unabweis- 
bares Bedürfnis, sich womöglich auf beide Nationen gleich- 
massig zu stützen und sie durch einander in Schach zu halten. 
Die Perser gelangen denn auch bald am Hofe zu Bagdad zu 
bedeutendem Einfluss und das persische Haus der Barmekiden 
behauptet sich fast ein halbes Jahrhundert im Besitze der 
höchsten Staatsämter. 

Natürlich machte sich der persische Einfluss bald auch 
in der Litteratur geltend. Ein eigenes, neupersisches Schrift- 
tum entwickelte sich allerdings erst zwei Jahrhunderte später, 
als Iran allmählich zu politischer Selbständigkeit gelangte. 
Zunächst blieb das Arabische noch die alleinige Schriftsprache, 
deren sich auch die Perser bedienten. So drang persische 
Eleganz und Feinheit in die Poesie ein und überwucherte 
immer mehr die alte Beduinendichtung; der Unterhaltungs- 
litteratur wurde durch Übersetzungen aus dem Persischen 
eine Fülle neuen Stoffes zugeführt. Aber nicht minder gross 
war der persische Einfluss auf den verschiedenen Gebieten 



72 2. Buch. 

der uun zu ungeahnter Blüte sieh entfaltenden Wissenschaft. 
Die Philologie war zwar von Haus aus eine arabische 
Schöpfung, aber einige ihrer bedeutendsten Vertreter waren 
iranischer Abstammung; die Geschichtschreibung verdankte 
dem Vorbilde der mittelpersischen Annalistik mächtige Impulse. 
Ganz besonders aber sind es die theologischen und juristischen 
Wissenschaften, in denen die Perser aus Schülern bald zu 
Meistern der Araber wurden. Die Pflege der profanen Wissen- 
schaften dagegen lag vorzugsweise in den Händen der Ara- 
mäer, die den Arabern die Kenntnis der hellenistischen Kultur 
vermittelten. So müssen wir uns denn von jetzt ab bei 
jedem Schriftsteller die Frage nach seiner Nationalität vorlegen. 

Die hohe Blüte von Kunst und Wissenschaft unter den 
'Abbasiden im 'Iräq dauerte kaum zwei Jahrhunderte. Im 
Laufe des 5. Jahrhunderts ist das weite islamische Reich 
schon in voller Auflösung begriften. Die einzelnen Provinzen 
entwickeln sich immer mehr zu selbständigen Staaten und 
damit geht auch die geistige Centralisation der 'abbäsidischen 
Blütezeit verloren. So bereitet sich allmählig der mannig- 
fache locale Färbungen aufweisende Charakter der nach- 
klassischen Periode vor; leider aber auch der von Jahrhundert 
zu Jahrhundert wachsende Verfall orginalen Empfindens und 
selbständigen Denkens. 

2. Kapitel. Die Poesie. 

Die Qasidenform der altheidnischen Dichtung hatte sich 
schon gegen Ende der Umaijadenzeit völlig überlebt: da sie 
mit ihren engbegrenzten, traditionellen Stoffen durchaus an 
das Wüstenleben gebunden war, so passte sie nicht mehr zu 
den ganz anderen Verhältnissen der arabisch -persischen 
Mischbevölkerung in den grossen Städten, die jetzt den Sitz 
des geistigen Lebens bildeten. Die einzelnen Glieder der 
alten Qaside, soweit sie überhaupt no(;h lebensfähig waren, 
entwickelten sich jetzt unter der Hand der grossen Dichter 
zu den selbständigen Gattungen der Wein-, Liebes-, Jagd- 
gedichte u. s. w. Die gleichzeitig erblühende Sprachwissen- 



Die isl&mische Litteratur in arabidcher Sprache. 73 

Schaft stellte nun allerdings das Dogma von der absolut un- 
erreichbaren VortreiTlichkeit der alten Beduinenpoesie auf 
und drängte dadurch die unbedeutenden Tr.lente immer 
wieder in die Bahnen der Alten zurück; d&ss aber diese 
Anschauung den Entwicklungsgang der Litteratur nicht wesent- 
lich hemmte, zeigt uns eben die Praxis der grossen Dichter. 
Im 4. Jahrhundert wurde dann dieses Vorurteil auch theo- 
retisch überwunden und die neue Form der Poesie von der 
gelehrten Kritik als berechtigt anerkannt. 

Goldziher, Alte und neue Poesie im Urteile der arahisohen 
Kritiker. Abh. I. S. 122-174. 

A. Die Dichter von Bagdad. 

Bagdad, die von al Mansur völlig neu geschaffene Haupt- 
stadt des 'abbäsidischen Reiches, zog zu Beginn dieser 
Periode alle bedeutenden Dichter an, da sie nur am Chalifen- 
hofe die volle Anerkennung ihres Talentes zu finden hoffen 
konnten. 

1. Der erste Vertreter der neuen Richtung ist Muti' b. 
Ajas. Sein Vater stammte aus Palästina und hatte unter 
dem Oberbefehle des al Hajijiä«; an dem Kampfe gegen b. ez 
Zubair teilgenommen. Er selbst war in Kufa geboren und 
erzogen. Nachdem er sich anfangs an al Welid b. .lezid an- 
geschlossen hatte, begab er sich nach dem Sturze der iimai- 
jadischen Herrs(*haft an den Hof al Mansur's, bei dem er bis 
zu seinem Tode blieb. Seine Poesie trägt schon ganz den 
Stempel der neuen Cultur, Zartheit und Innigkeit der Em- 
pfindung, gepaart mit cynischer Frivolität. 

Ag. XII 81—111, T. Kremer, CulturKCHch. II HßS ff. 

2. Bassär b. Burd stammte aus einem alten persischen 
Gesehlechte, angeblich königlichen Blutes. Sein Vater war 
als Sklave nach Ba.sra gebracht worden, und dort kam B. blind 
zur Welt. Er erhielt später von seiner Herrin, »'iner vor- 
nehmen Araberin, die Freiheit, lebte für gewühnlirh in seiner 
Vaterstadt, unternahm auch öfter Reisen nach Bagdad au den 
Chalifenhof. In seiner Jugend hatte er mit Wäsil b. 'Ata, 
dem Stifter der Mu'tazila (s. o. p. W) und mehreren anderen 



74 2. Buch. 

Freidenkern verkehrt und er blieb ein Zweifler bis an sein 
Lebensende. Er fühlte sich durchaus als Perser und sprach 
in seinen Gedichten seine Hinneigung zur mazdajasnischen 
Religion offen aus. Da er daneben auf den Chalifen al 
Mahdi I^obgedichte verfertigte, liess man ihn ruhig gewähren. 
Als er aber den allmächtigen Minister Ja^qub b. Dä'üd an- 
zugreifen sich unterfing, kostete es ihm im J. 1(57/783 das 
Leben. 

Ag. III 19—72, VI 47—52, J. Hall. 110, v. Kremer, Culturgesch. 
ßtreifzOge p. 37 ff. Goldziher M St. I 162; einzelne Gedichte Berl. 
7530j, Leid. 591. 

3. Mehr Spassmacher und Hofnarr als Dichter war Abu 
Duläma Zand b. al (laun, ein Neger und Client der B. Asad 
in Küfa. Er hatte schon an den Kämpfen der 'Abbä.siden 
gegen die Umai jaden teilgenommen und war dann Hofdichter 
bei al Mansür und al Mahdi; er war ein schlechter Muslim, 
sehr witzig, aber schamlos in seiner Bettelei. Er starb im 
Jahre 161/777, ji. a. aber erst nach dem Regierungsantritt 
Haruns. 

A^. IX 120—140, J. Hau. 230. 

4. Merwän b. abi Hafsa war als der Sohn eines 
hora^änischen Juden, der sich als Freigelassener des Merwän 
b. al Hakam, während dieser Statthalter in Medina war, zum 
Steuereinnehmer in al Jeraäma emporgeschwungen und eine 
freie Araberin geheiratet hatte, im J. 103/721 geboren. Er 
kam als Hofdichter des al Mahdi zu Ansehen und wurde im 
J. 181/797 aus Privatrache ermordet. Für seine auf sklavische 
Nachahmung der Alten sich beschränkende Kunst ist be- 
•zeichneiid, dass b. al AVäbi ihn für den letzten arabischen 
Dichter erklärte und selbst seinen Diwan sammelte; al Asma i 
allerdings sprach ihm jede Kenntnis der Luga ab. 

Ag. IX 36—78, J. Hall 687; seine Martjja auf Ma*n b. ZA'ida 
Berl. 7530*. 

5. Fast ausschliesslich als Liebesdichter glänzte al 'Abb äs 
b. al Ahnaf. Seine Vorfahren waren in Horasän angesiedelte 
Araber, die sich gewiss stark mit persischem Blute vermischt 



Die iilABucke Liturmtu- in arabischer Sprache. 75 

hatten.*) Er lebte in der Gesellschaft des Chalifen Häriin 
und begleitete ihn auf seinen Zagen nach Horasan und Ar- 
menien. Er starb im J. 191 8(Ki. n. a. IKH h4I8»i n. a. 
198813 in Bagdid. 

Aj:. VIII 1^—27. Div4a Mpr. 125d, pedr. Cpel. 12^h. 

B. Der grösste Dichter dieser ganzen Periode und einer 
der grössten der arab. Litteratur überhaupt ist Abu Nu was 
al Hasan b. Hani' al Hakami. Er war im .1. 131« 75H. n. a. 
130-747 oder 145 762 in al .\hwäz j^t-boreii und hattt* jeden- 
falls von seiner Mutter tiellebän. einer Wnllwäsi-herin. per- 
sisches Blnt in den Adern.*» Seine .luvend verlebte er in 
Bafra. noch als Knabe ging er mit seinem I^brer. dem 
Dichter Wäliba b. al Hobäb al .\sa4li. zu dem er in einem 
päderastischen Verhältnisse stand, nach Küfa. Wohl n«M'h in 
Basra hatte er den Unterricht der Philolugeii .\hü Zaid und 
Abu 'Obaida genossen; in Küfa horte er «kn llalef el al.imar: 
auch soll er ein Jahr lam; in der Wüste Sprachstudien ire- 
trieben haben. Dann bejiab er sich iia<h Bagdad: seine 
Kunst erwarb ihm das Wohlwolleo de> Härün und al Kmin. 
«las er aber mehrfach durch seine Zü2ello>iirkeit verscherzte. 
Den Wein und die Knabenliebe prie* ♦-r nirht nur in .»einen 
Liedern, sondern huldigte ihnen au«'b im Leben übenna>»ig: 
nar einmal soll eine Sklavin. Nam^-n« «i^-nan. ihn *'iue Zeit- 
lang gefesselt haben. Im .\lter .«^-b»-int t. wa> ja bei Wüst- 
lingen im Orient nicht selten i*t. fromm ::ew«/rd»-n /m ^**'ul 
Aas Rache für ein S|Kitt2edicht wurde er \nu einem der 
B. Xaubalit, einer vornehmen Familie. *•» mi--bande|t. da— er 
an den Folgen starf». Die -\n::ab»-n üb^r j-'-in Todesjahr 
schwanken zwischen llHi m»;. lld Hin. jiw; h]\ und \Uh h]/,, 

.\bn Xuwas ulMfrtrifft an Genialität, aber au'b hu ^ yni.*- 
mus und sittlicher Haltbi^i^keit alle •«'ine \' tpr^Unz^-r : man 
hat ihn nicht mit Unrecht mit \\. Heine st-rAhU^ft- 



') V^L 5öklek«'. ilricrntal, Skizz#>o S, 117. 

*| Verdiclitiir wi^f:*rn A*t- >jn*\trtfui*mu» iwjt UtrkW.tu »1 MiiumU 

•> Da«« er »ich ni^lit »I • Ar»J>*r fCihh*:- z^iift «i-r * hatfÄkt-ri*!*»-» Ii«? 
Ver^ ed. Ablw. A4. 



7(1 2. Buch. 

Unter seineu Gedichten nehmen die Weinlieder die erste 
Stelle ein. Er hat auf diesem Gebiet allerdings schon Vor- 
gänger gehabt, die er nachahmte; vor allem scheint Welid 
b. Jezid (s. o. p. B3) und indirekt dessen Vorbild 'Adi b. Zaid 
ihn beeinflusst zu haben. Unter seinen Zeitgenossen hatte 
er besonders an Hosain b. ad Dahhacj einen Rivalen, den 
er selbst nachahmte und dessen AVeinlieder von den Spateren 
z. T. ihm zugeschrieben wurden.^) Auch darf man über 
dem Reiz und Wohllaut der Sprache nicht vergessen, 
dass der Kreis der lÜlder und (iedanken, in dem er 
sich bewegte, ein ziemlich enger ist. „Minder wertvoll in 
poetischer Hinsicht sind die Lobgedichte, in denen die 
handwerkmässige Mache sich schon stark fühlbar ma('ht, 
wahrend in den Trauergedichten ein tiefes Gefühl und eine 
rührend elegische Färbung uns gar manche Mängel, nament- 
lich die gekünstelte Sprache und die orientalische Übertreibung 
entschuldigen lassen. Die Liebesgedichte enthalten des zart 
Gefühlten und echt Poetischen ebenso viel als des Gvnischen 
und Gemeinsten. Die Spottgedichte sind derb und zuweilen 
roh, schneidend witzig, aber oft gemein; letzteres gilt auch 
von den Scherzen und Schwänken (rnnfjun)^ während die 
Tadelgedichte Citf/h) wieder eine ernstere Haltung zeigen. '^^) 
Die Jagdgedichte sind aus den schon in der alten l^esie 
sehr zahlreichen Beschreibungen von AYüstentieren (wahs) 
hervorgegangen; A. N. scheint für sie bereits einen scharf 
ausgeprägten Stil vorgefunden zu haben, der uns wahrschein- 
lich noch deutlicher entgegentreten würde, wenn uns seine 
Vorgänger genauer bekannt wären. ^) Am S(;hlusse des Diwan's 
stehen die asketischen Stücke (az zohdljut)^ die doch wohl 
nicht nur als schöne Worte, sondern als Ausdruck wirklicher 
und leicht erklärlicher Stimmungen zu fassen sind. 

Ag XVI 148—151, XVIIl 2—29 b. al Anbäri 99—113, J. llaU. 163. 
Th. Nöldeke in Orient und Oocident 1 867 ff. A. v. Krenier, CuUurgescb. 
II 369 ff., A. Wünjfcbe in Nord und Süd, Febr. 1891 S. 182—97, A. 



') Ag. VI 170; J. Hall. 183; f 250 864. 
') A. V. Kremer a. a. O. p. 371. 
») Vgl. Kremer p. 372 nr. 1. 



Die iBlftmische Litteratur in arabischer Sprache. 77 

V. Kreiner, Diwftn des A. N., des grödsten lyrischen Dichters der Araber, 
Wien 1855, Diwän des Abu nowas, hsg. v. W. Ahlwardt I, Die Wein- 
lieder, Greifswald 1861. Diwän lith. Kairo 1277, gedr. BeirCit 1301. 
Recenj^ion von as Süll f 335 946 in 10 Kapiteln, Berl. 7531, Wien 2016, 
Leid. 592, Bodl. I 1217, Vat. 456, von 'All b. Hamza al Isfah&nr), viel 
umfangreicher, aber mit vielen untergeschobeneu oder wenigstens frag- 
lichen Gedichten, Berl. 7532 cod. Landberg cf. Goldziher ZDMG 50, 128 
n. 1, Pet. AM 263, andere Keeensiouen Leid. 593, Br. Mus. 1067, 1408 
(vgl. HH III 259) Escur.* 311, Paris 3251 „ ,«, Pet. AM 263, Kairo IV 239, 
Köpr. 1250 1, p. 157 n. 267, AS 3H80. 

7. Muslim b. al Walid al Aiisäri wurde zwischen 
130/747 und 140/757 gel)oreii. Der Anlass, der ihn zuerst 
mit Harun zusammenführte, wird verschieden erzahlt; jeden- 
falls erhielt er damals von ihm seinen Beinamen iiartu 7 
gawihu^). Er lebte seitdem am Hofe zu Bagdad als berufs- 
mässiger Gelegenheits- und Lobdii-hter, weniger des Chalifen, 
als seiner (irossen, vor allen der Barmekiden und des Fadl 
b. Sahl, deren Freigebigkeit ihn vor Sorgen schützte. Er 
starb i. J. •208/803. Seine Gedichte bewegen sich im ganzen 
in den Bahnen des alten Stils, von denen er nur durch kühne 
Anwendung der Metapher sich entfernte. Neben dem Lob- 
gedicht pflegte er vor allem das Higä' in einer langen Fehde 
mit dem Dichter Qaubar^); von seinen Wein- und Liebes- 
liedern ist uns nur wenig erhalten. 

Diwan poetae Abu'l -Walid Moslim ibno'l -Walid al Anijari ed. 
MJde Ooeje Lugd. Bat. 1875, v. Kremcr, Culturgctsch. 11 377. 

8. Abii'l 'Atahija Isma il b. al Qäsim war i. J. L30/748 
in 'Ain at tamar im lüiiäz (n. a. bei al Anbär) geboren. 
Seine Vorfahren gehörten zu dem Beduinenstamme 'Anaza. 
Seine Jugend verbrachte er in Kufa und lebte auch später 
dort noch eine Zeitlang von einem Toj)fhandel. Nachdem er 
als Dichter bekannt geworden war, zog er nach Bagdad, 
scheint aber zum Hofe nie in nähere Beziehungen getreten 
zu sein, ausser etwa durch seine Liebe zu 'Otba, einer 



*) So Hiz. 1 lf)8 vgl. u. nr. 15; cod. Berl. Hamza b. al Hasan al 
I^fah&nt. 

*) Den schon vor ihm al Qutäm! geführt hatte, 8. o. p. 62. 
•) Ai XIII 9—12. 



78 2. Buch. 

Sklavin al Mahdi'8. Er »tarb i. J. 218,828. In seinen Ge- 
dichten entfenite er sich von den ausgetretenen ßahneu der 
(Überlieferung ebenso sehr wie von dem Stile der Modedichter. 
Er wollte durch seine Verse das Volk zum Nachdenken über 
die Dinge dieser Welt und deren Folgen anregen; seine Sprache 
vermeidet daher geflissentlich alle Künstelei und bewegt sich 
in den einfa(^hsten Ausdrucken. Wie alle etwas selbständigeren 
Köpfe ist auch er dem Rufe der Ketzerei verfallen; seine 
(iedichte zeigen ihn durchaus im Banne der islamischen 
Weltanschauung befangen, deren Pessimismus er allerdings 
noch zu übertreiben liebt. 

Aj: III 126— 1S2, J. Hall. 91, Ahlwardt Abu nowa» 21, v. Kremer, 
Culturgertcli. 11 372- 6, Dtw&n AbiM 'Atähija Beirut 1887, 1888, Pet. 
AM 2H4. 

\). AI 'Akauwak 'Ali b. Gabala gehörte zu einer aus 
IJoräsan stammenden Familie und wurde in el Harbije, auf 
der Westseite von Hagdäd, i. J. 160/776 geboren; er war 
blind von Geburt oder wenigstens von frühester Jugend an. 
Er dichtete Loblieder auf die Grossen seiner Zeit, vor allem 
auf Abu Dulaf al Qäsim b. 'Isä al *lgli und Abu Gänim 
Ijamid b. *Abd al Hamid at Tusi. Durch ein Lobgedieht auf 
den ersteren zog er sich den Hass des Chalifen al Ma^müii 
zu und musste sich bis an sein Ende vor ihm verborgen 
halten; n. a. hätte dieser ihm die Zunge ausreissen lassen. 
Er starb i. J. 213/828. 

j 

A^ XVlll 100—114, J. Hall. 434, Qaside mit Tahml», Berl. 73354, 
ib. 5 dem al Hasan b. Wahb al Manbigt ca. 230 844 zugeschrieben. 

10. Weniger als Dichter denn als Sänger und Komponisten 
berühmt sind der aus Persien stammende Ibrahim al Mausili 
und sein Sohn Ishäq. Der letztere, geb. 180/767, f 235/849, 
verfasste ausser zahlreichen kleinen Schriften ein grosses 
k. al agdnt mit Nachweisen über die einzelnen Dichter und 
Sänger, 

Ag V 2—49, 52—131, J. Hall. 9, S4, Fih. 140—2, Ahlwardt Abu 
nowa8 p. 13 — 18. 

11. Di'bil b. *Ali, ein jüngerer Freund und Schüler des 
Muslim, war 148/765 in Kfifa, n. a. in Circesium geboren. 



Die ii^lämiHche Litteratur in arabischer Sprache. 79 

Er lebte unter al Ma^^mun in Bagdad, unter al 'Abbäs b. 
(iia'far und M. b. al As'at war er eine Zeitlang Präfekt von 
Semigän in Toljäristän. Kr starb i. J. 24()/8()() in Tib, einem 
kleinen Orte zwischen Wasit und al Ahwäz. Er bekannte 
sich zur Sfa; in seinen (lediehten pflegte er besonders das 
Genre der Satire, daneben befasste er sich mit litterarhisto- 
rischen Studien. 

Ag XVlll 29-— 61, J. Hall. 213, Wüstenfeld Gesch. 60; Diwmi und 
Tahaqat as hCarä Fih 161; eine Qaside, Berl. 7539s, vgl. HH. III 5420, 

1"2. As Sämi *Ali b. (iahm stammte aus Ijoräsän und 
und lebte in Bagdad als Gesellschafter des Chalifen al Muta- 
wakkil. Im Jahre 232/846 aber, n. a. 289/853 wurde er 
wegen eines Spottgedichtes auf diesen erst gefangen gesetzt 
und dann ausgewiesen. Er wandte sich nach seiner Heimat 
zurück, wurde aber von dem Statthalter Tahir aufgegriffen 
und einen ganzen Tag an ein Kreuz gefesselt. Dann ging 
er nach Syrien. Als er von Haleb nacli dem 'Iräq zurück- 
kehren wollte, wurde ihm ein Reitertrupp von den B^ Kelb 
nachgeschickt; im Kampfe mit demselben fiel er i. J. 249/863. 

Ag IX 104—120, J. Hall 435, HH III 5576; Lobgedicht auf die 
'Abbäsiden Escur.* 369,, eins auf al Mutawakkil, Berl. 75394. 

13. Wie wir in den beiden vorhergehenden Perioden je 
eine Frau zu verzeichnen hatten, so auch in dieser. Fadl 

V 

stammte aus al Jemama. Anfangs neigte sie sich zur Sfa; 
durch ihre Liebe zu dem Dichter Sa*id b. Hamid *) aber lies« 
sie sich zur Orthodoxie bekehren. Sie lebte später am Hofe 
al Mutawakkils zu Bagdad und starb i. .1. 260/873. Ihre Ge- 
dichte bestehen meist in poetischen Episteln an Sa*id und 
illustrieren die verschiedenen Phasen ihres Liebeslebens. 

K^ XXI 176—185, FawAt II 126, Huart, La po^tesse Fadl JAPs. 
7. t. 17 p. 5 ff. 

14. Ibn ar Rümi *Ali b. al *Abbäs b. Guraig^) wurde 
am 27. Gumäda 1/20. Mai 836 in Bagdad geboren. Er dichtete 



>) Persischer Abkunft, Aj; XVII 1—9. 

•) Arabisiert aus Atopyir)?, sein Orossvater wird ein griechischer 
Sklave gewesen sein. 



80 2. Buch. 

besonders l^ol)- und Spottjii^edichte und wurde i, J. 283/89<>, 
n. a. 284 oder 27(>/8<Si) auf Veranlassung des Abu T Hosain 
al Qasini b. 'Obaidallah, AVezirs des al Mu tadid, der sich vor 
seinem Higä* fürchtete, durch (lift beseitigt. 

J. HaH. 486, DiwAn nlphahetiseh geordnet von a» 8611 f 335/946 
Leid. 61o' Ertcur «277, NO 3859/60, Kairo IV 233. 

IT). AI Ihihturi al AValid b.'Obaid at Tal war i. J. 205/820 
in Manbi«; oder einem kleinen Ort in der Nahe davon geboren. 
Als junger Mann begab er sich zu seinem, damals bereits 
als Dichter anerkannten Stammesgenossen Abu Temmäm, der 
sich gerade in Hirns aufhielt. Nachdem dieser sich von seinem 
Talent überzeugt hatte, gab er ihm eine Empfehlung an die 
Notabein von Ma'arret an Norman, die denn auch seine Lob- 
gedichte gut bezahlten. Später ging er nach Bagdad und 
lebte dort lange Zeit als Lobdichter des Chalifen al Muta- 
wakkil und seiner (irossen. Er starb i. J. 284/897 in Manbig 
oder Ijaleb. (Ueich seinem Vorbilde, dem Abu Temmäm, 
suchte er seine Hauptstarke in der Nachahmung der alten 
Dichter, deren gründliche Kenntnis er auch als Verfasser 
einer Anthologie bewies. 

Ag XVIII 167—175, I. HaU. 741, cod. üoth. 26 fol. 156a. Sein 
Diwftii wurde von as Süli alphabetisch, von *An b. Hamza al Isbahäni nach 
dem Inhalte geordnet: Münch. 508, Wien 450, Leid. 611—13, Pet. A 
M 267, Paris 3086, Köpr. 1252 3, Jeni 946, Kairo IV 241 gedr. Stambul 
1300, AuHzüge Berl. 7540, l*aris 3300. Hani&sa s. o. p. 20. AI Hason 
b. Bi»r al Äniid! f 371981 k. al muuäzanabnina 7 Tdijahi Abi Tem- 
mäm iral Buhtun fTs «l'r Stambul 1287. 

K;. Abu '1 'Abbas 'Abdallah b. al Mu'tazz, Sohn des 
Chalifen al Mu'tazz (rg. 252— 25r>/8(>(>— 8(19) war am 2:^. 
Sa'bän 247/2 Nov. 861 geboren. Er führte als Prinz des 
regierenden Hauses unter al Mu*tadid ein freies Dichter- und 
Gelehrtenleben. Nach dessen Tode wurde er in die politischen 
Intriguen des Hofes hineingezogen. Als sein Vetter al 
Muqtadir i. J. 295/908 zur Regierung kam und die Herrschaft 
ganz seiner Mutter und ihrer Umgebung von Weibern und 
Eunuchen uberliess, schaarten sich die Unzufriedenen um b. 
al Mu'tazz, als den bedeutendsten Vertreter seines Hauses. 



Die i^l&miBchc Litteratur in arabiächer Sprache. ^{[ 

Am t>0 Rabr I i>9(;/17 Dec. JK)8 wurde dieser als el Murtadi 
zum Chalifen ausgerufen. Aber noch am selben Tage ge- 
wannen die Garden al Muqtadirs die Oberband über seine 
Partei; er musste sieb in das Haus eines Juweliers flüchten, 
wurde aber bald entdeckt und am 2. Rabi' 11/29. Dec. erdrosselt. 
Seine Poesie bewegte sich mit aristokratischer Kleganz 
durchaus in den Bahnen der Modernen, vor allen des Abu 
Xuwäs, ohne demselben in seinen Irrungen zu folgen: sein 
ästhetischer Takt bewahrte ihn vor der Nachahmung der Alten, 
die manche seiner Zeitgenossen zur Künstelei verführte. Das 
ist ihm \\u\ so hoher anzurechnen, da er eifrig litterarhistorische 
Studien trieb. Er war auch der erste, der ein grosseres 
Werk über Rhetorik oder vielmehr Poetik schrieb, wobei ihm 
allerdings die Vorarbeiten der Philologen und Commentatoren 
zu statten kamen. 

Ag IX 140— H, b. al Anbari 299—301, J. IJalL 314, FawÄt I 241, 
Wü8tenfel(i, Oescli. 84, v. Kremer, CiilturgeHch. II 379. O. Loth, lieber 
Leben und Werke des 'AbdaU&h b. al Mo'tazz Leipzig 1882. DiwAn 
gesammelt a» Süli f 335;94(), Berl. 7542, Paris 3087, Havn 251 2, Kairo 
IV 235, gedr. Kairo 1891 2 Bde.; einzelne Gedichte Berl. 7543,_8, Goth. 
26, AI Mu'tadid ah Prinz und Regent, ein historisches Heldengedicht, 
hsgb. von Lang ZDMG. 40, 563 ff., 41, 232 ff. k. al adab Moralsprüche 
Br. Mus. 1530,. Fuml af tamnijl f\ fabäsir as surür über das Trinken 
und das dabei übliche Benehmen mit zahlreichen Belegen aus alten und 
neuen Dichtern Berl. 8316, ,8, Ref. 35, Havn 298^, cod. Landberg bei 
Goldziher Abh. I 166. Tabaqät ai su'arii al muhditin, anonymer Aus- 
zug Escur.^ 279, Auszüge in Hamza al IsfahAnts Abii NuAvfts-Ausgabe 
(BerL 7532) BAb XV vgl. Goldziher Abh. I 166 nr. 2. K. as sarab 
Anthologie über den Wein in Versen und Prosa, Paris 3299. As'är al 
mulük Ahlw. 7434ag. A'. sariqäl as su*arä Hiz. I 308,7. ^' «^ badi^, das 
erste Werk über Rhetorik, HH IV 32, Escur.* 328,. 6 andere Werke 
Fih. n6,i_,7. 

17. Sein Freund und gleich ihm einer der Gesellsehafter 
des Chalifen al Mutadid war Ihn al 'Allaf al Hasan b. 'Ali 
t 318/930 oder 319. 

Berühmt war sein Trauergedicht auf eine Katze, die als Pseudonym 
für b. al Mu'tazz oder al Muhsin b. al Fur&t oder für eine Sclavin 
diente, J. Hall. 164, Demtri II 336. 

18. Ihn al Haggäg Abu 'Abdallah al Hosain b. A. war 
eine Zeitlang Polizeimeister (Muhtasib) in Bagdad, wurde 

Brockelmann, Arabische Litteraturgeschichte. 1. 6 



82 2. Buch. 

aber später seines Amtes entsetzt und starb i. J. 391/1000. 
Seine Gedichte, meist leichtfertigen Inhalts, wurden sehr hoch- 
geschätzt, ja geradezu denen des Imu'ulqais an die Seite 
gestellt. 

J. Hall. 184, Jatima II 211—270, Abulf. Ann. mosl. II 604. Diwan 
in 10 Bden., HH 111 244 nr. 5174, daraus Bd. II Br. Mus. 584. Auszug 
von (iemäleddin"^ b. Nubäta f 768/1366 u. d. T. Taliif al mizäg min si'r 
b, al Haggäg HH II 415 nr. 3554, Havn 260, daraus wieder LaUVif af 
faltif V. b. Hugga al Hamawt f 837/1433, Ooth. 2235. 

V 

19. As Serif ar Ridä M. h. al Hosain al Müsawi war als 
der Sohn eines hohen Beamten aus *alidischem Geschlecht in 
Bagdad i. J. 859/970 geboren, widmete sich unter der Leitung 
as Sirafi's f 368/978 philologischen Studien und verfasste 
zwei AVerke über Qor'änexegese, die aber neben seinen dich- 
terischen Leistungen nicht in Betracht kamen. Er starb in 
seiner Vaterstadt i. J. 406/1015. 

Jatima II 297 ff., J. Hall. 639, Diwän, alphabetisch geordnet in 
4 Bdeu., HH 5483, Berl. 7599.600, Br. Mus. 1072 (Teil 3, geordnet von 
•Abdallah b. Ibr&him al Habri f -176/1083), 1526, Escur *347, Kairo 
IV 246, ein Bd. enthaltend B/ib al yazal Escur *349, Auswahl Berl. 
7601 2, Leid. 627 (unvollständig), u. d. T. Insirah as sadr Kairo IV 208; 
einzelne Gedichte Berl. 7603, Br. Mus. 630,, Trauergedicht auf Abu 
Ishftq as 8Ab1, Goth. 26 fol. 151a. K. Taif al hajäl eine Anthologie 
aus den Diwanen des Abu TemmAm, al Buhturi, seinem eigenen und 
dem seines Bruders as Serif al Murtad& *Ali f 436J044 (J. Hall. nr. 416) 
Escur '348; in der Vorrede erwähnt er sein k. fi *§ §aib, Ma^äni al 
qor*än, Mugäzäf al qor^än. 

20. Ein Schüler des Serif war Abu T Hasan Mihjär b. 
Marzüje. Er war dailemitischer Abkunft und bekannte sich 
in seiner Jugend zur zoroastrischen Religion. Im J. 394/1008 
wurde er von dem Serif zum Islam bekehrt^). Er scheint 
seitdem in Bagdad gelebt zu haben und starb Sonntag den 
5. Gumädä II 428/27. März 1087. 

J. Hall 726, Abulf. 111 92, Diwan HH III 316: Qastden, Gazal und 
Rätsel, Münch. 516, Goth. 2235^ (vollständig?), Köpr. 1243, einzelne Ge- 
dichte Berl. 76093.4, 8157, Goth. 26, Br. Mus. 630^, Escur.* 467,, vgl. 524i. 

21. Abu n Hasan *Ali b. Zuraiq lebte um 420/1029 
als Secretär in Bagdad. 



) Vgl. Arnold, The Preaching of Islam (Westniinster 1896) p. 180. 



Die iälämiöche Litteratur in arabischer Sprache. ^3 

Qa»ide in 40 Yer»en Berl. 7600/7, Comt. v. 'Ali b. ^Abdallah b. A, 
al 'Alawi t 1199 1785 ib. 7607,, Tahmis v. A. b. NÄsir el Brftni 
t 810 1407 ib. 2. 

B. Dichter im Mräq und der (lezira. 

Nur wenige Dichter, die in Mesopotamien zu Hause 
waren, blieben während der Blütezeit der'abbäsidischen Dynastie 
teils aus politischen, teils aus persönlichen Gründen der Haupte 
Stadt fern und verliehen den Höfen der Provinzialstatthalter 
einen gewissen Glanz litterarischen Ruhmes. 

1. As Saijid al Himjari Ismail b. M. b. Jezid war i. .1. 
105/723 in Basra geboren. Seine Eltern gehörten zu den 
Ibaditen, einer gemässigten, härigitischen Secte. Er selbst 
aber bekannte sich schon in seiner .lugend zur Sf a und musste 
deswegen von Basra nach Kufa fliehen; dort schloss er nach 
der Lehre seiner Secte eine Ehe auf Zeit. Als der *Abbäside 
as Saffäh in Küfa einzog, huldigte er ihm zwar, hielt sich 
aber im übrigen stets von ihm und seinen Nachfolgern fern. 
Er starb i. J. 173/781) in Wäsit. Seine Gedichte zeichneten 
sich gleich denen des Abu M 'Atähija und des Bessär durch 
Einfachheit der Sprache aus. 

Ag VII 1—31, FawÄt I 19, Sahrast. 111, Barbier de Meynard Le 
neid Himjarite JAP s. 7. t. 4, p. 159 ft*. Qaside zum Lobe des Propheten 
xind seiner Familie, Br. Mus. 886, j, Ind. Off. 371,,. 

2. Abü's Sis M. b. 'Abdallah aus dem Stamme 'Amir 
b. Ta'laba schloss sich, da er neben den grossen Dichtern seiner 
Zeit in Bagdad nicht aufkommen konnte, als Lobdichter an 
den Emir *Oqba b. al As'at al lluzä'i in Raqqa an. Er dichtete 
aber auch Weinlieder und, nachdem er im Alter erblindet 
war, Trauerlieder auf sein Auge. Er starb i. J. 190/811. 

Ag XV 108—113, FawAt II 225. 

C. Dichter aus Arabien und Syrien. 

Die beiden Länder des islamischen Reiches, in denen 
während der vorhergehenden Perioden die Dichtkunst ganz 
besonders geblüht hatte, treten unter der 'abbäsidischen Herr- 
schaft sehr in den Hintergrund. 

6* 



84 2. Buch. 

1. Ibn Harma Ibrahim b. *Ali war i. J. 70/6811 geboren 
und lebte meist in Mediua. P> war ein Anhänger der *Aliden 
und ein grosser Freund des Weines. Er starb nach dem 
Jahre 15()/7(>7. 

Ag IV 102-114, IJiz. I 204; Ahbär b. Harma von Ishaq al Mau- 
BÜt (s. o. p. 78), Fih. 142*. Zwei Qaaiden Berl. 7529,. Ihm wird schon 
eine Qaside zugeschrieben, in der nur unpunktierte Buchstaben vor- 
kommen, eine Künstelei, als deren Erfinder sonst der Metriker Rezin 
gilt. Ag IV 106,7. 

2. Abu Temmäm Habib b. Aus aus dem Stamme Tai 
war i. J. 19-2/807, n. a. 17-2 oder 188 oder 190 in (iasim, 
einem Orte im Bezirke (iaidur nö. vom See von Tiberias*), 
geboren. Einige behaupten, sein Vater habe eigentlich Tadus 
(Thaddaeus ?) geheissen und sei ein Christ gewesen; die 
Zugehörigkeit zu den Tai habe der Dichter sich selbst au- 
gemasst. Seine »lugend soll er in Hims bei seinem Stammes- 
genossen *Abdalkarim verlebt und demselben damals schon 
in einem poetischen Streite beigestanden haben; später muss er 
noch einmal und zwar schon als angesehener Dichter, um 
das Jahr 230 dort gewesen sein, als al Buhturi zu ihm kam 
(s. o. p. 80). Nach anderen hätte er als Knabe in der Moschee 
zu Kairo Wasser verkauft. In Ägypten ist er jedenfalls zu- 
erst als Dichter aufgetreten. Da er dort aber nicht den ge- 
wünschten materiellen Erfolg fand-, ging er nach Damascus, 
wo er gleichfalls in seinen Hoffnungen getäuscht wurde. Dort 
erfuhr er, dass der Chalif al Ma'mün sich auf einer Reise in 
Syrien befand; er begab sich zu ihm, wurde aber nicht ein- 
mal vorgelassen. So ging er denn zunächst nach Mausil und 
machte von dort aus, wie es scheint, einen Abstecher nach 
Armenien, wo er von dem Statthalter Hälid b. Jezid reich 
beschenkt wurde. Nach dem Tode al Ma'muns i. J. 218/883 
ging er nach Bagdad und lebte dort eine Zeitlang als Lob- 
dichter des Chalifen al Mu'tasim und seiner Grossen. Später 
suchte er den 'Abdallah b. Tähir auf, der sich als Statthalter 
in Horäsän fast ganz unabhängig gemacht hatte. Auf der 
Rückreise wurde er in Hamadän von einem gewaltigen Schnee- 

^) Nach Ag aber bei Manbig. 



Die iBl&mi8chc Litteratur in arabiHchor Sprache. ^5 

I 

N 

Sturm überfallen, der die Wege im Gebirge auf Woelien hinaus 
unpassierbar machte und ihn zu längerem Aufenthalte zwang. 
Er genoss dort die Gastfreundschaft des AbüT AVafä b. Sa- 
lama, eines begeisterten Freundes der schönen Wissenschaften, 
der ihm seine reichhaltige Bibliothek zur Verfugung stellte. 
Diese unfreiwillige Müsse benutzte er, um vier grosse An- 
thologien, darunter sein berühmtestes AVerk, die Hamäsa, zu- 
sammenzustellen. Er starb i. .1. 231/840, n. a. 228 oder 229 
oder 2H(). Die mehrfach sich findende Notiz, dass er w^ährend 
seiner beiden letzten I.ebensjahre das Amt eines Postmeisters 
in Mausil verwaltet habe, verwirft J. Hall, wohl mit Recht. 
Er war ein gründlicher Kenner der alten Poesie und von 
ihrem Vorbild ist seine eigene Production beherrscht. Sein 
Commentator at Tibrizi charakterisiert ihn treflFlich mit den 
Worten: A. T. fi hamäsatihi as'aru minhu fi sfrihi. 

• 

Ag XV 100—108, b. al AnbÄrl p. 213—16, J. Hall. 143, Dlw&n 
von as Süll der auch ein k, ahhitr A. T. schrieb (J. Hall. 1. 1.), alpha- 
betisch, von *AIi b. Hamza al Isfah&nl nach dem Inhalte geordnet (Hiz. 
1 172), Berl. 7536, Leid. 596, Br. Muh. 581/2, 1064, Ind. Off. 806, Bodl. I 
1255, Pet. AM 265 6, Paris 3085, Kscur.' 290 1, 418, Soc. As. Calc. p. 32, 
Kairo IV 237, AS 3873, gedr. Kairo 1292, Comt. v. at Tibrizi t 502,1108, 
Leid. 597/8, fünf andere Comt. Ahlw. 7537. Hamäha s. o. p. 20 K, al 
intimr min zalamaf abi T. von al Marzuqi f 421 1030, Ahlw. 7539. 

3. Dik al iinn 'Abdasseläm b. Ragbän war im .1. 101/778 
in Hims geboren. Er vertrat als su übitischer Dichter den 
syrischen Patriotismus gegen das Arabertum und trieb die 
Anhänglichkeit an seine Heimat soweit, dass im* sie niemals 
verliess. Dabei war er eiu gemässigter Sfite und dichtete 
Klagelieder auf al Ijusain. Er starb im J. 235S49. 

Ag XII 142—9, J. Hall. 357, Goldziher M St. I 156. 

4. Ibn Kusiigim Mahmud b. al llosain b. Sähaq war 
der Enkel eines Inders, daher as Siudi, lebte in Uamla, daher 
ar Ramli, und starb 8r)()/9(>l oder 3(;0/971. 

Diw&n, alphabetirtch geordnet Leid. 62."), Brill 7, Br. Muh. 1071, 
Pet. AM 1269,, Köpr. 261, Auswahl Bcrl.7584, Adab an nadhn, Sammlung 
von Anekdoten und Vernen Paris 3301, Kairo IV 201, Ä*. al bazjara über 
die Falkenjagd Ooth. 2091 j : at tardijat HH IV 158 n. 4954; Ar. al 
nMfä*id wal mafäi-id citiert J. Hall. 1 151. 



8G 2. Buch. 

5. AI Wa'wä' M. b. A. al Gassäni ad Dimasqi starb 
im J. 390/999. 

Jatima I 205—14, Fawät II 146, DlwAn HH 111 5257, Berl. 7588,, 
Pet. AM 282, Escur.* 369 4, Kairo IV 254. 

6. Mansür b. Kaigalag*), Sohn eines syrischen Emirs, 
Dichter des IV. Jahrh. 

Jatima 1 65 — 67 (zusammen mit seinem Bruder A.), Liebeagedichte 
Escur.^ 470,6. 

D. Der Kreis des Saifeddaula. 

Als der Glanz des Chalifats in Bagdad längst erloschen, 
lind die Herrschaft im *lrä(i zum Spielballe zwischen Feldherrn 
und Statthaltern, meist persischer und türkischer Abkunft, 
geworden war, erhob sich aus der allgemeinen Verwirrung 
in Nordsyrien mit der Hauptstadt Halel) unter dem that- 
kräftigen Hamdäniden Saifeddaula noch einmal ein achtung- 
gebietender, arabischer Staat. Obwohl dieser Fürst sein Reich 
in unablässigen Kämpfen gegen äussere Feinde, besonders 
die Byzantiner, zu verteidigen hatte, gelaug es ihm doch, in 
seiner Residenz Haleb noch einmal eine, wenn auch nur 
kurze, Blüte des geistigen Lebens hervorzurufen und eine 
Reihe von bedeutenden Männer um sich zu versammeln, von 
denen wir hier die Dichter zu nennen haben. 

Jatima I 8—22. Aug. Müller, Der IslAm 1 570—78. 

1. AI Mutanabbi Abu "t Taijib A. b. al Hosain war 
im J. 303/905 in Kufa im Quartiere Kinda geboren und verlebte 
seine Kindheit in Syrien. Als junger Mann Hess er es sich 
einfallen, in der Wüste es Semawa als Prophet einer neu- 
zugründenden Religion aufzutreten 2), und fand auch wirklich 
einen Anhang. Nach kurzer Zeit aber wurde er von Lu1u\ 
dem Emir des Ihsid von Hims, niedergeworfen und eine Zeit 
lang gefangen gehalten. Diese Episode seines Lebens ver- 
schaffte ihm den Beinamen, unter dem er berühmt geworden 
ist. Im Gefängnisse mag er zur Erkenntnis seiner Bestimmung 



*) Vokale unsicher! 

*) Eine angebliche Probe seiner den Qor'An nachahmenden Offen- 
barungen aus jener Zeit giebt J. al Anbäri p. 370. 



Die iBlftmi»che Litteratur in arabischer Sprache. 87 

gelangt sein: Aus dem Lehrer wurde ein Dichter; beide Be- 
rufe waren ja schon im arabischen Altertume nahe verwandt 
gewesen. Im J. 337/948 kam er an den Hof des Saifeddaula, 
In der Verherrlichung der Person dieses Fürsten entfaltete sich 
sein Talent in so glänzender Weise, dass die Namen beider 
unzertrennlich mit einander verbunden sind. Aber nur neun 
Jahre dauerte sein Aufenthalt in Haleb. Er muss sich aus 
uns jetzt unbekanntem Anlasse *) mit Saifeddaula überw^orfen 
haben, denn er ging im J. 346/957 zu dessen Feinden in 
Ägypten über und stellte seine Muse in den Dienst des 
Ihsiden Käfür. Aber er fand dort seine wohl allzu hoch- 
gespannten Erwartungen nicht erfüllt. Aus Rache verhöhnte 
er den Käfur und musste im J. 350 vor ihm fliehen und ging 
zunächst nach Bagdad. Dort hoffte der AVezir al Muhallabi 
von ihm besungen zu werden und hetzte, als M. sich nicht 
dazu herbeiliess. die von ihm abhängigen Dichter zu Spott- 
versen gegen ihn. Das gab vielleicht den Anlass, dass er 
sich nach Persien zu dem Bujideu 'Adudeddaula wandte. 
Als er von dort zurückkehrte, wurde er in der Nähe von 
Bagdad von einer beduinischen Räuberbande überfallen und 
getötet im J. 354/9r)5. 

Wenn uns an Ms. Charakter Habsucht. Undankbarkeit, 
feile Gesinnung verächtlich sc^hieuen, so dürfen wir die Zeit, 
in der er lebte, nicht vergessen: Anerkennung verdient auf 
jeden Fall sein stolzes Nationalbe wusstseiu, das ihm die 
Herrschaft von Barbaren über Araber als eine Schmach em- 
pfinden lässt.^) 

M. galt fast unbestritten für den grössteu Dichter seiner 
Zeit, ja er erschien den Späteren sogar als der letzte, grosse 
Dichter überhaupt, er selbst glaubte die Klassiker des Alter- 
tums in Schatten gestellt zu haben ^). AVir köunen das nur 
für eine Überschätzung halten, da die wenigen, wirklich 



') Nach J. HaU. wfire ein zu Thfttlichkeiten ausartender Streit mit 
dem Philologen H&lawaih, der auch «onst als sein Gej^ner genannt wird, 
der AnlasB gewesen. 

^ Vgl. Goldziher MSt. 1 152. 

») Vgl. Goldziher, Abh. 1 14tJ. 



SS 2. Buch. 

srhdnen Spniclidk-htungeu, deren (Jedauken zudem oft nicht 
einmal sein Eigentum waren, zu sehr hinter der künstiiehen 
Rhetorik, dem hohlen Pathos und den geschmacklosen Cher- 
treibungen der Lohqasiden zurücktreten. Freilich ist seine 
Kunst auch schon von der gelehrten Kritik seiner Zeitgenossen 
mehrfach angegriffen worden, aber nur deswegen, weil er es ver- 
schmähte, in den Bahnen der Alten zu wandeln und weil er 
als kühner Neuerer mit der Sprache oft sehr gewaltsam 
umsprang. 

Jatima I 78- 1«2, b. al Anb&ri 366- 74, J. HaU. 49, Hiz, I 382—89. 
Bohlen P. v. Conimentatio de Mutanabbio Bonnae 1824. F. Dieterici 
M. und Seifuddaula, Leipzig 1847, v. Kremer, Culturgeschichte II 380. 
DiwÄn, bald alphabetii^ch, bald chronologisch geordnet, fa8t in jeder 
Bibliothek, gedr. Calcutta 1230, Beirut 1860, Bombay 1310 (mit Rdcomt.). 
Comt. V. b. Öinni f ^^2 1001 in 3 Bden HH II 307. Pet. AM 275, 
Bd. II Escur» 309 (nicht Leid. 630 gegen JuynboU Orient 1 231 ff.); 
dagegen schrieb b. Fftrga ca. 437 1045 k. at fagantii *aiä *bni Ginnt 
HH III 308 Escur* 307. Comt. v. IbrAhim b. M. al IfliU f 441 1049, 
Berl. 7569 (V anonym). Comt. v. al Ma'arri f 449 1057, München 513, 
Br. Mus. 592-95, Pet. AM 276, NO 3980 1. Mutanabbii carmina cum 
commentario AiVahidii (f 468 1075) ed. Fr. Dieterici Beroliui 1861. Comt. 
V. at Tibrizi f -^02 1108, Paris 3101-4. Comt. v. al *Okbari f 616 1219 
Bölikq 1860, Kairo 1287, 1308; anonym Berl. 7573 4, Paris 3105 6, 
Escur* 272; k. al Uirf at iaijib fi sarh J)iu'(hi AhVt Taijib Bairüt 
1H82-88 (OB III 3577). 15 Comt. Ahlw. 7579. K. al muhjar min 
DtH'iin al M. von Abü's senä Mahmfid b. Selm&n t 725/1325 Berl. 
7575. IsmAMl at TAliq&ni f '^^^ . 995 ') aJ anUal as sa^ira min si^r al M. 
Kairo IV 207. M b. al Hasan al H&timi al Bagdad! t 388,998: k. al 
haiimljey Zusammenstellung der Aussprüche des Aristoteles, die von M. 
und ar Rijadi benutzt sind, Goth. 2234, Alg. 5664 (ohne die Stellen aus 
ar Kijädi Goth. 1 fol. 3 b) gedr. in der Bammig. von 17 kleinen Abb.: 
«/ Uüifa al bahija nat furfa as hahija Cpel 1302 p. 144-59; ähnlich 
Goth. 29 fol. 174b. AI-Hasan b. 'Ali at Tinnisi b. Waki' t 393,1003: al 
munnif lis sdriq wal manrnq mihhxi. gegen die masslose Überschätzung 
M.'s und die Behauptung seiner Originalität, Berl. 7577. Jüsuf al BadtM 
t 1073 1663: as subh al munabbi \in haitjjet al M. (über Leben, Werke 
Genius, Vorbilder und Nachahmer des M. vgl. de Sacy Anth. gram, 
p. 476, de Slane BD 1 110) Goth. 2223, Berl. 7516, Ref. 357, Paris 3107, 
Br. Mus. 597, Kairo IV 279, ähnlich v. al Gurgftni f 816 1413 Cambr. 



^) Von dem>clbcn eine Ergänzung zu b. Ginni» Comt. lliz. 
I 3825. 



Die iHlftmiäche Litteratur in arabischer Sprache. S9 

Prest. p. 26 nr. 286. Abu SaMd b. M. b A. al * Amidi »): al ibäna min 
sariqät al M. lafzan wa ma'nafi Pet. AM 83 Bodl. I 108. R. a« 
mhib Käft 7 ktifät *) AM 7 Hosain Hamza b, M. al I§bahäni (wann V) 
fi kaif'ujün al M, Escur« 4701. 

2. Abu Firäs al Hamdaiii, geboren i. J. 320/93*2, war 
ein Vetter des Saifeddaula und war von ihm als Statthalter 
in Manbi^ eingesetzt. Als solcher beteiligte er sieh auch an 
den Kämpfen mit den Byzantinern. Im J. 348Jj)59 fiel er 
in fiefangenschaft, wurde nach Constantinopel gebracht und 
erst 8o5/9()5 wieder ausgelöst: n. a. aber wurde er i. J. 348 
erst nach al llarsana am Eui)hrat gebracht und entkam von 
dort durch einen tollkühnen Sprung, fiel aber i. J. 351/962 
seinen Feinden abermals in die Hände und wurde jetzt nach 
Cpel. gebracht, wo er 4 Jahre blieb. Aus der Zeit seiner 
fiefangenschaft stammen eine Anzahl rührender Klegien, die 
er an die Seinen richtete, darunter das bekannte (iedicht an 
seine Mutter in Manbiji^). Als Saifeddaula i. .1. 3:)(;/9f>7 
starb, suchte er s\{*\\ <der Herrschaft über Hirns zu bemächtigen 
und fiel i. J. 357/9()8 im Kampfe mit den von Saifeddaulas 
Sohne gegen ihn gesandten Truppen. 

Die (Jedichte des A])ii Firäs sind ohne Zwang und 
Künstelei aus seinen jeweiligen Stimmungen heraus erwachsen 
und bewegen sich in einfacher und doch edler Sprache. Die 
kriegerische Unruhe, die sein ganzes Leben erfüllt, athmen 
auch seine Lieder: nur selten klingen weichere Töne in 
ihnen durch. 

Jatima I 22-62, v. Krenier, Culturgesch. II 381—86. Dvorak R. 
Abft Firäs, ein arablHcher Dichter und Held mit Ta'älibls AuHwahl au» 
seiner Poesie in Text und Übersetzung mitgeteilt. Leiden 1S95 (vgl. 
Wallhausen, GüA. 1896 8. 173—76) der». Der arab. Dichter A. F. und 
seine Poesie in Actes du Xeme congr. des or. »ect III p. 69 — 83. 
DIwÄn hsgb. v. b. Hftlawaihi t 370,980 Berl. 75801, Strassburg, Spitta 30, 
Ref. 323, Tübingen 140,, 142, Bodl. I 1298», Br. Mus. v. Kremer 168, 
Cambr. 83. Palat. 507, Pet. AM. 270-72; gedr. Beirut 1873; einzelne 
Gedichte Berl. 7582 3, Goth. 26 f» 1. 204 b; Leid. 631, Kscur* 408, deutsch 
von Ruckert in Lagarde Symmicta. 

*) Vocale unsicher. 

*) Diese Titel führt sonst at TÄHqlrtiT f »^^ «• «• Kairo IV 207io. 

*) Ahhvardt, Poesie und Poetik p. 44, v. Kremer p. 383 4. 



9() 2. Buch. 

3. Az Zähl ^\li b. Isliäq, geboren i. J. 318/930, hielt 
sieh nur zeitweise in Haleb auf und lebte für gewöhnlich in 
Bagdad, wo er die 'Abbäsiden und den Wezir al Muhallabi 
besang. Er starb i. J. 352/903. 

Jatima I 171—73 (kennt keinen DSw&n von ihm), J. Hall 440. 

4. Ar Raffa', so benannt, weil er in seiner Jugend 
in Mausil das Schneiderhandwerk betrieben hatte, as Sari b. 
A. al Kindi lebte am Hofe des Saifeddaula und nach dessen 
Tode in Bagdad beim Wezir al Muhallabi. Als sein Todes- 
jahr wird 344/955 angegeben, was unmöglich, wenn er den 
Saifeddaula überlebte, oder 360 /97f) (so b. al Atir) oder 
308/ 978 (so al Hatib al Bagdadi)*). In seiner Poesie war 
besonders b. Kusägim sein Vorbild; doch nahm er es mit 
dem geistigen Eigentume sehr wenig genau; at Ta'älibi l 
453 — 465 weist ihm zahlreiche Plagiate aus früheren 
Dichtern nach. 

Jatima I 450-507. J. HaU 243. DiwAu, meist Lobgedichte, Berl. 
7587, Paris 3098, Kairo IV 246. K. al muhihh weil mahbüh wal mas- 
mum wal tnasrüb in 4 Büchern 1) Beschreibung der üestalt der Ge- 
liebten, 2) Gedichte über die Liebe, 3) Parfüm und Blumen, 4) Weinna- 
men, Wien 359, Leid. 448, Scheidii Cat. p. 92 nr. 28. 

5. Abü'l farag, nach einem Sprachfehler al Babbaga 
zubenannt, stammte aus Nisibis, lebte am Hofe des Saifed- 
daula und nach dessen Tode in Mausil und Bagdad, starb 
398 n 007. 

Jattma I 173—205, Ph. Wolff Carminum Abulfaragii Babbaghae 
Bpecimen primum ed. lat. vert. adnot. illust. Lipsiae 183^, Schultz, K. G. 
Variae lectiones e cod. ms. Paris, collectae ad A. B. carmina a Wolffio 
cdita diss. Regiomonti 1838. 

(). An Nämi A. b. M. ad Darimi al Missisi wurde der 

• • • 

Nachfolger des Mutanabbi als Hofdichter des Saifeddaula und 
starb in Haleb i. J. 399/I(K)8, n. a. 370/980 oder 371. 
Ausser seinen (iedichten verfasste er auch schönwissenschaft- 
liche Dictate (AmaliV 

Jatima I 164 171, J. HaH. 50. 

*) Nach cod. Ptm. 579 fol. 54 b findet sich in seinem DiwAn eine 
Totenkiage auf Abu I^liAq Ibrähim as S&b! t 384 994, wonach sein Tod 
noch später zu setzen wäre. Ahlw. 7587. 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. Jjl 

E. Ägyptische Dichter. 

In Ägypten herrschten weder unter den Till fluiden 
254— -21^2/888— 904, noch unter den Ihsididen 821— 358/9H8 
bis 969, noch auch unter den ersten Fätimiden dem geistigen 
Leben günstige Verhältnisse. Die wenigen Dichter dieses 
Landes, von denen wir Kunde haben, ragen nicht über die 
Mittelmässigkeit hinaus. 

1. Unsicher ist die Herkunft des Kätib Räsid b. Ishä(| 
Abu Hakima, der um 240/854 blühte. 

Diw&n, meist Beschreibungen des männlichen Gliedes von ab- 
sonderlicher Virtuosität, daher al airljäf, ausserdem Tadel Ägyptens 
und des Alters, Gedichte auf Jahjä b. Aktam und al Fadl b. Merwän, 
Berl. 7588. 

2. Ibn Tabataba A. b. M. b. Ismail, Naqib der *Aliden 
in Ägypten, starb 345 /95(). 

Jatima I 328-30, J. Hall. 52. 

'^, Abül Qasiin M. b. Hani' al Andalusi war in Sevilla 
geboren, sein Vater stammte aus einem Dorfe bei al Mahdija 
in Afrika. Nach vertrautem Umgange mit dem Fürsten seiner 
Vaterstadt wurde er im Alter von 27 Jahren von dort ver- 
bannt und begab sich zu (lauhar, dem Feldherni des Fätimiden 
al Mansur. Als nach dessen Tode sein Sohn al Muizz i. J. 
341i'9r)3 auf den Thnui kam, berief er den Dichter zu sich. 
Dieser nahm i. J. 3r)8/9(>9 an der Fnd)erung Aegyptens teil. 
Nachdem die Verhältnisse sich daselbst etwas gefestigt hatten, 
kehrte er nach dem Majirib zurück, um seine Familie nach- 
zuholen, wurde aber unterwegs i. J. ^(»•JDTH in Barqa ermordet. 

I. Hall. «40, A. V. Krenier ZDMO 24 ]k 4SI 94. DiwAn, meist zum 
Lobe des al Mu'izz, alpliabetisch geordnet Berl. 7385 6, Paris 3108, Bodl. 
I 129 1, vgl. äq 11 |>. ()18, Escur* 443, Pet. A M 80 1 gedr. Bftl. 1274. 

4. Tamim. der zweite Sohn des Fätimiden al Muizz, 
war i. J. 887 geboren, dichtete Lobgedichte meist auf seinen 
Bruder, den Chalifen al 'Aziz (HO.")— 8(>/97r)— 99r>) und starb 
in Aegypten i. J. 874/984. 

Jatima I 347— 84M I. Hau H40, Diwan Leid. 634. 
') statt b. m'd lies b. al Mu'izz. 



92 2. Buch. 

5. Ibii Wakr al Hasan b. 'Ali b. A. war in Tinnis 
in der Nähe von Damiette geboren und starb daselbst i. J. 
393/100:1 

Jatima I 281-305, J. Hall 163; Qaside Berl. 7589, sein Werk über 
al Mutanabbi ». o. p. 88. 

6. Abu V Raqa'maf( A. b. M. stammte aus Antäkija, 
dichtete Loblieder auf die ägyptischen Grossen und starb 
i. J. 399/100«. 

Jatima I 238—61, J. HaU. nr. 53. 

7. Abu '1 Hasan *Ali b. M. at Tihämi wurde i. J. 
416/I0*2r) wegen Teilnahme an einer Verschwörung hingerichtet. 

J. HaU. 444; DiwAn Leid. 636, Eöcur.* 383,, in andrer Reeension 
Berl. 7605. 

2. Kapitel. Die Kunstprosa. 

Die Reimprosa des Saii* (s. 0. p. 13) war, seit sie 
durch den Qor'än gewissermassen eine religiöse Weihe bekommen 
hatte, während der ersten beiden Jahrhunderte aus dem 
profanen Gebrauche ganz verschwunden. Erst in der Mitte 
des 3. Jahrh. tritt sie wieder in der Hutba auf, die el)en 
damals mehr und mehr berufsmassigen Predigern überlassen 
und von diesen kunstmässig ausgebildet wurde. Von da aus 
dringt das Sag* nun im 4. Jahrh. in die Litteratur ein, zunächst 
durch die Hutba selbst, dann in Sendschreiben, Rasä^'il, und 
endlich in der neu auftauchenden Gattung der Maqäma^). 

1. Ibn Nubäta 'Abderrahim b. M. b. Ismail war i. J. 
335/94(i in Maijäfäri<|in geboren, lebte als Prediger am Hofe 
des Saifeddaula in Haleb und starb in seiner Vaterstadt 
i. J. 374/984. 

J. Hall. 346, de Slane JAP. s. 3 t. 9 p. 66 ff. Hutab über Tod 
und Auferstehung, den Tod des Propheten, Verachtung der Welt, Wechsel 
der Zeit, die Monate Regeb, Sa'bän, Raniadftn, über Festtage, die Hölle, 
Krieg gegen die Ungläubigen u. s. w., darunter manche mit historischen 
Beziehungen und mit Beifügung des Datums, ferner Fusül, kurze, bei 
historischen Veranlassungen gehaltene Reden Berl. 3944 (gesammelt ca. 
629/1223, enthalt auch Predigten von seinem Sohne Abu Tahir M. b. 
*Abderrahtm ca. 390 999 HH III 4727 vgl. Paris 1289j und seinem Enkel 



») Vgl. Goldziher Abh. I 62—68. 



Die ii^lämische Litteratur in arabischer Sprache. ^)3 

Abu M farag T&hir b. M. ca. 420 1029), Münch. 153, Bodl. 1 96, Leid. 
2138, Havn 71„ Paris 1289, Escur.* 522, gd^. Kairo 1286, 1292, 1304, 
1309, Bairüt 1311; Comt. v. al 'Okbarl f 016^1219, Leid. 2138 und 
T&geddin al Kindi t 613 1216 HH 4727. Auszuge daraus Goth. 827, 
V. Ibr&him al Bärizi Bodl. I 139, anonym Paris 1290, 3 andre Comt. 
Ahlw. 3944. 

2. Abu Bekr M. b. al 'Abbäs al Hwärizmi oder at 
Tabarhazi^), weil sein Vater aus Hwärizm, seine Mutter aus 
Tabaristän stammte, eine Schwester des berühmten Historikers 
at Tabari. wurde i. J. 3*28/985 geboren. In seiner Jugend 
lebte er einige Zeit in Haleb am Hofe des Saifeddaula, ging 
dann nach Bohärä zu Abu Ali al Barami, von dem er sich 
aber bald wieder trennte, von dort nach Nisäbur und Resistan, 
wo er wegen eines Spottgedichts auf den Statthalter Tähir 
b. M. längere Zeit gefangen gehalten wurde. Dann kam er 
nach Nisabur zurück und liess sich dauernd dort nieder, nach- 
dem er inzwischen noch sehr erfolgreiche (iastreisen nach 
Isbahäu und Siraz gemac^ht hatte. Wegen eines Spottverses 
auf «len Wezir al *ütbi wurde er von dem Statthalter in 
Nisabur mit Confiskation seiner Güter und Gefängnis bestraft; 



es gelang ihm aber nach (iurgän zu entkommen. Nach al 
'Otbis tlrmordung wurde er von dessen Nachfolger AbüT 
Hosain al Muzani nach Nisabur zurückberufen, und ihm sein 
Vermögen wiedererstattet. Gegen Ende seines Lebens wurde 
sein Ansehen von seinem jüngeren Rivalen al Hamadäni sehr 
erschüttert. Er starb i. J. 888/998, nach Ibn al Atir i. J. 
898/1002. Von seinen Gedichten sind uns nur Proben in der 
«latima erhalten; seine Sendschreiben in Reimprosa über alle 
müglichen schönwissenschaftlichen Themata aber haben seinen 
Namen unsterblich gemacht. 

Jatima IV 114—154, J. HaU. 636. Ras&'il Berl. S626;7, Tüb. 72. 
Wien 279, Leid. 343/4, Köpr. 1274, Bül&q 1279, Cpel. 1297, Bombay 1301, 
1891. 

3. Bedi* az zamän A. b. al Hosain al Hamadäni genoss 
in seiner Vaterstadt Hamadän den Unterrieht des Philologen 



») so J. HaU. nach as 8am*&iii, vgl. Lubb 167a, Jatima IV 123ä: 
at Tabarhazml. 



<)4 2. Buch. 

AbuT llosaiii b. Färis uiul verliess sie als junger Manu i. J. 
880/990. Er ging zunäclist nach Gurgän und von dort nach 
zweijährigem Aufenthalte nach Nisäbür. Dort gelang es ihni, 
den damals auf der Höhe seines Rulimes stehenden al 
Hwärizmi im Zungengefecht arg zu bedrängen, wie er selbst 
in einem seiner Briefe schildert^). Später durchreiste er noch 
ganz Horäsän und Segistän und scheint zuletzt sich in (lazna 
niedergelassen zu haben. Er starb, erst 40 Jahre alt, i. »I. 
898/1007 in Herät. nachdem er infolge eines Schlaganfalls 
scheintodt begraben worden war. 

AI H. ist wenn niclit der Erfinder, so doch der erste 
V^ertreter einer neuen Kunstform, die später in der 
Litteratur zu grosser Bedeutung gelangt ist, der Maqäme. 
Zusammenkünfte gelehrter Männer zum Zwecke der Unter- 
haltung über litterarische u. a. Themata waren bei den 
Arabern von jeher beliebt gewesen. Schon in früh *abbä- 
sidischer Zeit scheint man angefangen zu haben, ge- 
wissermassen Protokolle über derartige Diskussionen auf- 
zunehmen. So hat uns Ibn Qotaiba (f •27(3/889) in den*üjün 
al ah bar Buch (> kp. 5 — 11 (cod. Köpr. 1844 fol. 
21'2r— 215v) Berichte über die Unterhaltungen frommer Leute 
mit Chalifen und Staatsmännern unter dem Namen Maqämät 
erhalten. Durch jene litterarische Bewegung nun, die wir 
im folgenden Kapitel darzustellen haben, wurde das Interesse 
an der kritischen Betrachtung der Sprache und der Poesie 
in immer weiteren Kreisen geweckt, und der Sammeleifer der 
Philologen begünstigte die Sucht, mit sprachlichen und litte- 
rarischen Kenntnissen zu glänzen. So entwickelte sich ein 
litterarisches Proletariat. „Unbekümmert um den folgenden 
Tag, wohlausgerüstet mit Citaten, V^ersstücken und allen 
anderen Philologenwitzen, zogen die jungen, unbemittelten 
Litteraten in die Welt ; von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf 
fochten sie sich mit Witzen und Gedichten durch ; wo es eine 
Gesellschaft von Schöngeistern gab, waren sie bereit zum 
Zungengefecht und Wortkampfe. Die Reichen und Mächtigen 



») Vgl. V. Kremer, Culturgesih. II 471 ff. 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 95 

beeilten sich stets sie zu unterstützen; denn in jener Zeit war 
ein solcher Litterat ein sehr gefährlicher Gegner, der jedem, 
welcher seinen Groll auf sich zog, durch ein Spottgedicht 
die allerunliebsamste Berühmtheit verschaffen konnte^ ^). 
Dies litterarische Vagabundentum, das er selbst im Leben 
vertrat, hat H. nun in seinen Maqämen verewigt. Er schildert 
die Irrfahrten einer fingierten Persönlichkeit, Abu T fath al 
Iskenderani, nach den angeblichen Berichten eines gewissen *lsä 
b. Hisäm, der jenem bald hier bald dort, bald in dieser bald 
in jener Verkleidung begegnet, überall Zeuge ist. wie er in 
litterarischen Duellen seinen Gegner aus dem Felde schlägt 
oder durch eine List sich aus irgend einer misslichen Lage be- 
freit. Ein Jahrh. später hat al Hariri diese Kunstform wieder 
aufgenommen und zu vollendeter Meisterschaft entwickelt. 

Jatima IV 167 — 204, J. HaH. 81, Hiz. IV 71, 175, de Sacy Mag. 
Enc. 1814 t. 1 p. 195, v. Krenier, Culturgesch. II 470—76, J. Kubat, 
Bedi* al Hamadäni, ein arab. Dichterprofil Mag. f. d. Litt, des In- und 
Auslandes 1884 p. 91—2, 98- 100. Diw&n Paris 2147,, Lobgedieht auf 
M. b. 'IsÄ ad DÄmag&nt Berl. 75893. Rasä'il Cpel 1298, commentees 
par le Cheikh Ibrahim al Ahdab Bairüt 1890, Maqämftt Cpel 1298, 
commentees par le Cheikh M. *Abdo Bairüt 1889. Consessus Hamada- 
uensis vulgo dicti Bedialzaman e cod. ms. bibl. fratris sui ejusdemque 
typis arab. ed. J. Scheidius s. 1. e. a. (Euting 1572), de Sacy Chrest 
arab. III 78 — 83, vgl. 261, Grangeret de la Grange Anthol. arab. 
p. 153 bis 160 (deutsch v. E. Amthor, Klänge aus Osten 1841). Pari» 
.3925, Havn 224, Cambr. 118, Berl. 8535 (vgl. ZDMG 45, 478 n. 103), 
No. 4270. 

4. Abu Nasr \\bdal *aziz b. 'Omar as SaMi, geb. 327/939 
in Hagdäd, lebte als Hofdichter bei Saifeddaula und bei 
M. b. al *Amid in Rai und starb 405/1014 in Bagdad. 

J. HaU. 359. Maqäme Berl. 8536. 

5. Sammlungen von Musterbriefen in Reimprosa und 
Versen aus dem 4. elahrh. besitzen wir noch von Abu T 
Hosain M. b. al Hosain <i1 Ähtr^zl, von Abu A. Mansür b. 
M. al Azdi al Herewi, 'AbdaFaziz b. Jüsuf as Siräzi und Abu 
Ishäq Ibrahim b. Hiläl b. Ibrahim al Harräni as Säbi. 



*) V. Kremer Culturgesch. II 470. 



J)() 2. Buch. 

\. K. ad durar trat gurar, Briefe an die Emire Ab&'l Härit M. b. 
A. b. Farigftn »), Abu '1 Asad al H&rit b. M., Aba A. al Hosaiu b. T&hir, 
Abu '1 QÄsim *A11 b. M. al K&s&ni und Abu Mansür Nasr b. A. 
(t 331 943) inhaltlich geordnet Leid. 346, 347. Ein Adabbuch desselben 
V«rf. ist k. al /arä*id tcal qahVid, teilweise excerpiert in Ta'&librs Sihr 
al bal&ga (vgl. Schultens Anthol. sent. p. 128) Leid. 451, Paris 2419 1, 
fälschlich dem Ta*älibi zugeschrieben in Paris 3956, Krafft 479, seinem 
Enkel Q^büs b. Wasmegir f 403/1012 Wien 1838*), eine etwas ver- 
kürzte Recensicn am Rande von Leid. 473. 2. Munjet ar rädi birasä^il 
al qädt, gesammelt von einem Ungenannten Berl. 8647. 3. Rasft*il an 
verschiedene hochstehende Persönlichkeiten mit allerlei interessanten 
Details über die Büjidenherrschaft a. d. J. 335 946 — 380 990 Berl. 8825. 
4. Ibiähtm b. Hiläl war ein treuer Anhänger der säbischen Religion 
und blieb derselben bis an sein Ende treu. Unter dem B&jiden *Izzed- 
daula wurde er i. J. 249/960 zum Vorsteher des Diwan ar Rasä'il er- 
nannt. Durch die Berichte, die er als solcher an 'Adudaddaula Fannä- 
hosrau zu machen hatte , zog er sich dessen Hass zu. Als dieser nun 
i. J. 367 977 Bagdad eroberte, wollte er ihn durch Elephanten zu Tode 
treten lassen. Doch kam er mit einer Gefängnisstrafe davon und ward 
im J. 371,981 begnadigt unter der Bedingung, dass er eine Geschichte 
der Büjiden verfasse. So entstand das verlorene k. attägi (HH 2061). 
Dadurch aber, dass er einmal seine eigene Arbeit als aus Bagatellen und 
Lügen zusammengestöppelt bezeichnete , zog er sich aufs neue den 
Hass des Fürsten zu und musste sich bis zu dessen Tode im J. 372 982 
verborgen halten. Er starb im J. 384 994 (nach dem Fih. aber schon 
vor 380) im Elend. Jatima II 23-86, Fih. 134, J. Hall. 12, Escur.* I 405, 
Wüstenfeld, Gesch. 149. Erhalten sind*) seine Ras&*il in 3 Büchern 
a) fi 7 mu'dfabäfj b) fi^ssafä'af, c) mä nafada ilä ^Tummal wal muta- 
§arrifht ivmmawähu wichtig für die Geschichte der Büjiden, Leid. 345, 
Teil 11. Paris 3314,; 2. einige Gedichte ed. Wolff in carminum Abul- 
faragii Babbaghe specimen (Lips. 1834) und ZKM 111 64—76. 

H. Kapitel. Die Philologie. 

Die ersten Anfänge der arabischen Sprachwissenschaft 
sind vollkommen dunkel. Die arabische Legende, die Abu 
T Aswad ad Du'ali (s. o. p. 42) oder gar den Chalifen *Ali 
als Erfinder derselben nennt, gehört in den Kreis der Awä'il 
und trägt den Stempel gelehrter Erfindung an der Stirn. 
Nach allgemeinen Analogien und aus der späteren Geschichte 

^) Vgl. Munaggim B&si I\ 270, Mirchond Saman. 67, b. al Atir 
IX 103, Istahri 148, 272, b. Hauqal 208, 322, 323. 
*) Vgl. Buch des Kabus Obers. Ton Fr. Diez. 



Die islÄmisicho LItteratur in »rabittcher Sprache. 97 

können wir vermuten, dass die arabiselie Spracli Wissenschaft 
vom Studium des Qor ans ausgegangen ist. Die grammatische 
Spekulation hat ihre Grundbegriffe unzweifelhaft griechischer 
Wissenschaft entlehnt ^), aber nicht der griechischen Gram- 
matik, von deren System das arabische von (irund aus ab- 
weicht, sondern ausschliesslich der aristotelischen Logik. ^) Diese 



*) Jahns (Zum Verständni» de» Sibawaihi 2 p. 23) Annahme, 
dass Ilal'il seine grammatischen Observationen den Wüstenarabern ver- 
danke, ist doch gar zu naiv. Die Geschichte der Grammatik in Griechen- 
land , Indien, Assyrien und Abessinien zeigt uns, dass sprachHche 
Beobachtungen überhaupt erst dann gemacht werden , wenn die Ver- 
schiedenheit von Schrift- und Volkssprache dazu anregt. Nicht deshalb, 
weil man dem menschlichen Geiste zu wenig die Fähigkeit zutraut, auf 
verschiedenem Boden dieselben Erzeugnisse hervorzubringen, sucht man 
nach einem fremden Vorbilde der arabischen Grammatik, sondern weil 
die Geschichte lehrt, dass organisch erwachsene, wissenschaftliche 
Systeme überall das Produkt jahrhundertelanger Entwickelung sind. 
Diese Erwägung allein würde schon genügen die ebenso schnell er- 
blühte wie verwelkte Geisteskultur der Araber als ein Reis aus fremdem 
Stamme zu erweisen, wenn es eines solchen Beweises überhaupt be- 
dürfte. 

*) Das ist von Renan, Hist. gen.* 377 ff. und G. Hoffmann de 
herm. p. 128 a. E. (vgl. Praetorius zum Verständnisse Sibawaihi's, Halle 
1895 p. 30) vermutet, von Guidi BoUetino italiano degli studii orientali 25 
Mai 1877 (vgl. Nuova serie nr. 6 1878 p. 104-8) und Merx Hist. art. 
gramni. ap. Syros p. 137 — 153 bewiesen worden. Die von Völlers (Trans- 
actions of the IX th international congress of Orientalists, London 1893 
p. 135) aufgeworfene Frage, ob nicht das lautphysiologische System der 
Araber von dem indifichen abhängig sei, verdient noch eingehende 
Untersuchung. Auszugehn ist aber dabei natürlich gerade von dem 
System HaliPs, dessen 8 Mahärig den 8 Sthänas des Päniniya ^il^^^^ 
V. 13 entsprechen. Dass diese Achtzahl nicht etwa natürlich gegeben 
und daher von Arabern und Indern unabhängig gefunden werden 
musste, zeigen gerade die Versuche der späteren Grammatiker, diese 
überlieferte Zahl zu erweitern. Die fernere Einteilung der Laute in 
iadid und rahw einerseits, nach safiVf faknr und qalqala andererseits 
scheint eine Nachahmung der indischen prayatna und anupradänaj und 
zwar ist die Nachbildung des letztern offenbar ziemlich missglückt, weil 
eben das arabische Lautsystem etwas dem anupradäna wirklich ent- 
sprechendes nicht besitzt. Eine genaue Vergleichung der mir leider 
unzugänglichen älteren Ta^tdlitteratur mit den Pratigäkhyas wird ver- 
mutlich noch sichrere Resultate ergeben. 

Brockelmann, Arabi«chA Litteraturgeschichte. I. < 



98 2. Buch. 

wurde, wie uns die syrische Litteratur zeigt, in der syrisch- 
persischen Schule von Gondesäpur eifrig studiert und von' 
dort müssen ihre Lehren den Weg nach dem 'Iräq gefunden 
haben. Der Ausbau des grammatischen Systems auf Grund 
dieser logischen P^mdamentalsätze ist das Verdienst der 
islamischen (ielehrten, (tas wir im einzelnen aber dann erst 
werden würdigen können, wenn alle noch erhaltenen Denk- 
mäler der älteren Schule zugänglich sein w^erden. Aber neben 
der grammatischen Forschung ist von den arabischen Philo- 
logen auch die Sammlung und Erläuterung des Wortschatzes 
und der Sprachdenkmäler gleich anfangs in Angriff genommen. 
Mögen diese Studien auch ursprünglich als Hilfsmittel für 
die Qor^'änexegese betrieben sein, so sind sie doch sehr bald 
schon um ihrer selbst willen gepflegt worden. 

'Abderrahmän b. M. al Anb&ri (f 577/1181) Nuzhei al alibbä ß 
tahaqät al wlahä Kairo 1294 (cit. Anb.) G. Flügel, Die grammatisch en 
Schulen der Araber in Abhandlungen f. d. KM II 4, Leipzig 1862. 

I. Die Schule von Basra. 

Basra, die von 'Utba b. Gazwän, einem Feldherrn des 
grossen 'Omar, im J. 15/686 gegründete Hauptstadt des 'Iraq, 
war der Mittelpunkt einer aus Arabern und Persern ge- 
mischten Bevölkerung. Durch den Gegensatz des Persischen 
und des Arabischen einerseits und die Abweichungen der 
im Qor'än und den alten (ledichten vorliegenden Schrift- 
sprache von den Dialekten der einzelnen arabischen Stämme 
andrerseits werden die Muslime zur Beobachtung der arabischen 
Sprache veranlasst sein, wie die Inder durch den Gegensatz 
des Veda und der Volksdialekte, die Griechen durch den 
des Homer und der äi^lg und xoivriy die Assyrer durch den von 
Sumerisch und Assyrisch, die Abessinier durch den von Ge'ez 
und Amharisch. Wer aber die ersten Schöpfer der neuen 
Wissenschaft waren, ist dunkel; was von den angeblichen 
Schülern des Abu T Aswad (Flügel p. 27 — 29) berichtet wird, 
ist so unsicher, wie dessen eigene Beziehung zu diesen Studien. 

1. Erst mit al HaliFs und Sibawaihi's unmittelbaren Vor- 
gangem betreten wir den Boden der Geschichte. Als Lehrer 



Die iBlftmische Litteratur in arabischer Sprache. 99 

von beiden gilt *Isä b. 'Omar at Taqafi f 14J)/7G(3, der auch 
als Qor'änleser einen Namen hat.^) In wie weit die ihm 
zugeschriebenen beiden Werke al gämi' und al mukammal 
(n. a. al ikmäl), von denen schon der Verf. des Fihrist nur 
noch die Titel kannte, überhaupt eine selbständige litterarische 
Existenz gefuhrt haben, und ob das erstere wirklich dem 
Kitab des Sibawihi zu Grunde liegt, wie einige behaupten, 
das vermögen wir nicht mehr zu entscheiden. 

Anb. 25—31, Flügel 29—32. 

2. Ein etwas deutlicheres Bild können wir von seinem 
Freunde Abu *Amr b. al *AIä entwerfen, obgleich wir auch 
von ihm keine Werke besitzen. Er war aus rein arabischem 
J>tamme um d. J. 70/1)89 in Mekka geboren, lebte in Basra 
und starb um d. J. 154/770 in Kufa auf der Rückreise von 
Damascus, wo er sich um das Wohlwollen des Statthalters 
'Abdalwahhäb beworben hatte. Seine Thätigkeit bestand aus- 
schliesslich in der Sammlung altarabischer Gedichte, unter 
denen er die aus heidnischer Zeit besonders bevorzugte, und 
in der Beobachtung einzelner Spracherscheinungen. Charak- 
teristisch für ihn und seine Zeit ist die Nachricht, dass er 
in einem Anfalle von Pietismus alle seine sprachlichen 
Sammlungen verbrannt und sich eine Zeit lang ausschliesslich 
dem Studium des Qor*äns gewidmet habe. Dieses muss 
übrigens auch sonst in seinem Leben eine bedeutende Rolle 
gespielt haben; denn er wird zu den sieben kanonischen 
Lesern gerechnet. 

Anb. 31—38, Flügel 32—34, Nöldeke, Gesch. d. Q. 290, Goldziher, 
Abh. I 138. 

3. Sein Schüler war Jünus b. Habib aus Gabbul, einer 
kleinen Stadt am Tigris zwischen Wäsit und Bagdad. Er 
war Maulä der B. Dabba; ob er aber aramäischer oder per- 
sischer Abkunft war, wie der Autor der Mafähjr al 'ayam 
behauptet hat, steht dahin, wenn auch das erstere wahr- 
scheinlicher ist. Seine Thiitigkeit war wie die seines Lehrers 
nicht auf den Ausbau eines Systems, sondern auf die Samm- 



*) Nöldeke, Gesch. des Qor'äns p. 288. 



100 2. Buch. 

hing von Einzelheiten (Nauiidiv Sujüti Miizhir II 143i6, 22, 
Lugat und Arntdl) gerichtet; doch ging er auch geflissent- 
lich grammatischen Spekulationen ß: al-qijds ß-n nahw) nach. 
Er starb i. J. 182/798. 

Anb. 59—64, Flügel 34—37, seine Werke FHi. 426--,8. 

4. Neue Wege in der arabischen Sprachwissenschaft 
scheint al Halil b. Ahmad, ein Araber aus *Omän, einsäe- 
schlagen zu haben. Ihm wird einstimmig die Erfindung der 
Metrik zugeschrieben.^) Aber auch auf grammatischem Ge- 
biete muss er hervorragendes geleistet haben, denn auf seine 
Autorität beruft sich sein Schüler Sibawaihi fast in jedem 
Kapitel seines Buches. Endlich war er der erste, der den 
gesamten arabischen Wortschatz in einem Werke zu sammeln 
unternahm. Er starb i. J. 175/791, 74 Jahre alt. 

Anb. p. 54-59, Flügel 37 — 42. Unter H's. Namen sind un» eine 
Reihe von Schriften erhalten, die aber alle erst auf ihre Echtheit hin 
zu untersuchen sind. 1. k. ft ma'nä ""Ihurüf über die symbolische Be- 
deutung der Buchstaben, Leid. 140, Berl. 7015 6. 2. ^arh sarf al Haiti 
Berl. 6909 frgm. 3. k, fiht gumlet älat al Vräb AS 4456. 4. Unter- 
suchung über die Frage, warum die Wurzel fl als Paradigma gebraucht 
wird. Bodl. I 1067*. 5. K. al Uihif ein grosses Wörterbuch, in dem 
die Buchstaben nicht nach der Reihe des Alphabets, sondern nach laut- 
physiologischen Prinzipien geordnet waren; es begann mit *Ain und 
schloss mit Jft. Es soll von II. während seines Aufenthalts in Horftsftn 
begonnen und nach seinem Tode von al Lait b. al Muzaffar b. Nasr 
b. Sajj&r (Naw 231, J. Duraid 107) vollendet sein; erst i. J. 248/862 kam 
es aus der Bibliothek der TÄhiriden nach BagdM und wurde dann 
noch von Späteren mehrfach überarbeitet; als Beweis dafür wird auch 
der Umstand angeführt, dass unter den Sau-ahid sich viele Verse 
moderner Dichter tinden (Goldziher, Abh. I p. 140), Fih I 43, Mufassal 191 
HH V 124, Sujötl Muzhir I 38«*., Flügel p. 39—42. Das Original son 
noch im 14. Jahrh. den Juden in der Provence bekannt gewesen sein. 
Steinschneider ZDMG VI 414. Auszug von M. b. Hasan az Zubaidl 
t 379/989, Berl. 6950—52, Escur.' 569—71, Granada audiencia, Madrid 
Bibl. nat. Gg. 5, Kopr. 1574. 7 andre Bearbeitungen und Ergänzungen, 
Ahlw. 6953. 8 Titel anderer Werke, Flügel p. 38. 

5. Der bedeutendste Schüler al Halirs und der Verfasser 
des ersten, die Resultate der früheren Forscher zusammen- 

*) Doch bleibt auch hier die Frage nach dem Vorbilde seines 
Systems offen. Vgl. Völlers Transact. etc. p. 135 n. 2. 



Die iäl&miäche Litteratur in arabischer 'Sj)i«ache. 101 

fassenden Werkes war der Perser Sibawaihi.^)*- AJ[)ü Bisr 
oder Abu T Hasan *Amr b. *Otmän b. Qanbar.^) Er. ^tkjn im 
Alter von 32 Jahren nach Basra und ging nach Vollendung 
seiner Studien an den Chalifenhof nach Bagdad, das er 'abcV. 
wegen eines Streites mit dem küfischen (irammatiker af..:';. 
Kisä'i, Erzieher des Amin, Sohnes des Harun ar Rasid, bald ''-"; 
wieder verliess. Er kelirte dann in seine Heimat zurück 
und starb, erst einige 40 Jahre alt, in der Nähe von Siräz 
i. J. 177/793 n. a. 180/791). Sein Kitdh, dessen Verhältnis 
zum Gilmi at Taciaf i's schon oben (p. 99) besprochen wurde, 
ist die älteste systematische Darstellung der arabischen 
Grammatik, deren Sätze von den Späteren zwar vielfach 
schärfer und klarer gefasst, aber kaum je durch wesentlich 
neue Beobachtungen erweitert sind. Obwohl man sehr oft 
der Unbeholfenheit, ja Dunkelheit des Ausdrucks anmerkt, 
dass der Verfasser mit der Sprache ringt, vielleicht nicht nur 
wegen der Schwierigkeit der von ihm behandelten Gegen- 
stände, sondern au(!h weil ihm das Arabische von Haus aus 
fremd war, so hat doch sein Werk im Orient stets als das 
v(dlkommenste seiner Art gegolten (Ijiz. 1 179), ein Urteil, 
dem wir natürlich keineswegs unbedingt zustimmen können. 
Wie weit der uns erhaltene Text Spuren späterer Über- 
arbeitung aufweist, bleibt noch zu untersuchen.^) 

Anb. 71-81, J. HaU. 477, Fliigel 42—45. Le livre de Sibawaihi, 
traito de grammaire arabe par 8iboüya dit Sibawaihi. Texte arabe 
publik d'apres les nianusorits du Caire, de rEscurial, d'Oxford, de Paris, 
de St. Peter8bourg et de Vieiiiie par H. Dereiibourg 2 Bde. Paris 
1S83 tf. Sibawaihis Buch iU)er die Grammatik nach der Ausgabe von 
H. D. uml dem Commentar des SirAfi (t 368 978) übersetzt und erklärt 
und mit Auszügen aus SirAfi und anderen Commentaren verseben von 
G. Jahn, Berlin lS*)4ff. Kec. von F. Praetorius (JGA 1894 nr. 9. Jahn, 
Zum Verständnis des Sibawaihi. Eine Erwiderung, Berlin 1894. Hart- 
mann, Zum Kit Ab S'ibawaihis ZA XI, 68. Praetorius, Zum Verständnisse 

*) Eigentlich Sibüje d. i. Koseform, wohl von Sebuht. Nöldeke 
8BWA Bd. 116 p. 404; Volksetymologie von sib Apfel und "boj Geruch. 

*) Anh.: Qunbura. 

*) Nach Hiz n78u hat Abu 'Omar al Garmi (Flügel p. 62) die von 
Sibawaihi durchweg ohne Dichternamen citierten Verse mit solchen 
versehen. 









• . 



10-2 . /•..' 2. Buch. 

Sibawailh^, -halle 1895. Jahn, Zum Verständni» des S. 2. Eine Ab- 
wehr,. BerHn 1896. Comt. V. J. Harüf t 609/1212, Berl. 6459. 36 andere 
Comme)itare Ahlw. 6460. Comt. zu den Saw&hid von (ihn) as Sir&fi 

^t 3& 995») NO 4576, von a» Santamari vollendet 457/1064 Bodl. II 

«l^iS* Escur.» 310. 

G. Zu dem Schulerkreise des Halil gehört auch Abu 
Faid Mu'arrig b. *Ainr as Sadüsi al 'Igli. Er war in 
der Wüste geboren, studierte in Basra, begleitete den Chalifen 
al Ma'mun auf einer Reise nach Horäsän, hielt sich eine zeit- 
lang in Merw und Nisäbür, vielleicht auch in Gurgän auf, 
lebte zuletzt wieder in Basra und starb i. J. 195/810. Seine 
Schriften enthielten sprachliche und genealogische Samm- 
lungen, sowie Beiträge zur Erklärung des Qor'äns. 

J. Qut. 169, Anb. 179—84, J. Hall. 716, Flügel 52, Titel »einer 
Werke Fih. 48,—^. 

7. Gleichfalls ein Schuler des Halil war an Nadr b. 
Sumail, geboren in Merw; dorthin kehrte er, nachdem er 
seine Studien in Basra vollendet hatte, zurück und nahm ein 
Richteramt an. Er starb i. J. '203/818. Seine Schriften, unter 
denen das k. as sifdty eine umfassende sprachliche Ency- 
klopädie des Beduinenlebens, am berühmtesten war, zählt der 
Fihrist 523— le auf. 

Anb. 110—116, J. Hall. 735, Flügel 58—61; »ein garib al qor'An 
ist benutzt von at TaMabi f 427 1035 Br. Mus. 821, »ein garib al hadit 
in der Nih&ja de» b. al Atlr t 606,1209. 

8. Ein Schüler Sibawaihis war M. b. A. al Mustanir, der 
von seinem Lehrer den Beinamen Qu trüb erhielt. Er war 
in Basra geboren und ein Freigelassener des Sälim b. Zijäd. 
Nachdem er sich bei at Taqaf i und Sibawaihi zum Philologen 
ausgebildet hatte, wurde er Erzieher der Kinder des Abu 
Dulaf, in welcher Stellung ihm sein Sohn al Husain folgte. 
Er starb i. J. 206/821. Q. ist besonders berühmt als Verf. 
einer lexicalischen Sammlung, die fast bis in die neueste 
Zeit hinein studiert und überarbeitet worden ist. 



') Nicht von dem Vater und nicht identisch mit dessen iarh, wie 
Flügel p. 108 meinte, vgl. Hiz. I 21 ; gegen diesen Corot, schrieb A. M. 
al Aswad al A*rÄb1 (». u. Absch. 2 nr. 6 Anro.) sein k. farhat aladib, 
vgl. Hiz. 11. und II 141,. 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 103 

Anb. 119. J. Hall. 607, Flügel 65. Von den 28 Werken, die der 
Fih. 52,0—537 aufzählt, sind erhalten: 1. k. al addäd über die Wörter 
mit entgegengesetzter Bedeutung HH I 871 p. 342, Berl. 7091, 2. mä 
^älafa fihi 7 insän al bahima Wien 355*, ed. D.H.Müller SB WA 1876, 
3. k, al azmina Br. Mus. 536, 4. k. al mutallat, über die fa'l- ti'l- und 
fu*l- Formen von gleichem Stamme mit verschiedener Bedeutung BerL 
7071 - 73, Leid. 43, Paris 825*, 1206,, 4230,, 4067,, 4280,, Escur.* 30„ 
143 4, nach E. Vilmar's Vorrede zu Carmen de vocibus tergeminia 
arsbicis ad Qutrubum auctorem relatum Marburg 1857 nicht Ton Q. 
selbst, sondern von einem späteren überarbeitet. Versificiert von *Abdal- 
wahh&b al Muhsllabi al Behnesl t 685 1286, Berl. 7074, Goth. 36„ 
61, 410, '1, '3, Leid. 44, ed. Vilmar 1. 1., von Ibrahim al Azhari BerL 
7086,7, Goth. 43„ Münch. 558, anonym Goth. 61 „ 408,, 409, Berl.7082, '4, 
Wien 76,; Prosaauflösung von 'AbdaPazIz ad Dlrtn! t 694 1295, Berl. 7081, 
Goth. 408,, Dresd. 254,, Münch. 403, von demselben in Versen Bodl. 
II 237,. Nachahmung mit Comt. von *Abdarrahm&n as Sah&wl 
t 1025/1616 HH V 557 nr. 9520, Wien 76*, Nachahmung in Versen 
mit Comt. von Gibr&'il b. Farh&t t 1732 cf. Boll. ital. 1 nr. 13 p. 255 
Pet. Kosen n. 156, Auszug Wien I 490. Comt. von M. b. M. b. 'Isä ez 
Zur AM Berl. 7077, von ad Dirln! (». o.) ib 7078, Br. Mus. 513, von 
Ibr&hlm b. Hibatallfth al Mahalll t 721 1821, Berl. 7075 6, Leid. 45, von 
b. Zuraiq f 803 1400, Berl. 7079 80, Wien 76,, von ar Ramli (t 844/1440 
oder von Zakarija al Ansär! f 9101504) Wien 76,, von SaMeddln al 
Bärizl ib 5, von 'Abderrahm&n b. Nu'aim al Magrib! Alger 1836g, von 
b. 'Abdassaläm Krafft 30, von 'AbdaFaziz al Mikn&st, Paris 1057 „, 
von Sihftbeddin al Qaljübi ib. 4230}. Sein yanb al hadU erwähnt b. 
al Atir in der Vorrede zur Nihäja. 

9. Ein Zeitgenosse der Schule des Halil. aber nicht direkt 
von ihm beeinflusst, war Abu 'Ubaida Ma*mar b. al Mutannä. 
Er war im Jahre 110/728 von jüdisch - persischen Eltern als 
Sclave in Basra geboren und genoss in seiner Jugend den 
Unterriebt des Abu 'Arar b. al *Alä. In religiös -politischer 
Hinsicht bekannte er sich zu den Härigiten. die überhaupt 
in Basra zahlreiche Anhänger hatten, als Schriftsteller ver- 
folgte er su'übitische Tendenzen, d. h. er bekämpfte das 
Dogma von der Superiorität der arabischen Rasse. Im Jahre 
188/803 wurde er noch von Harun ar Rasid nach Bagdad 
berufen, um ihm seine Werke vorzutragen. Durch die in 
seinem Matalibbuche (HH 11362) niedergelegten Schmähungen 
hatte er sich so verhasst gemacht', dass, als er um d. J. 
210/825 in Basra starb, niemand seiner Leiche folgte. 



104 2. Buch. 

J. Qut. 269, J. Hall. 702, Aiib. 137—150, Flügel 68—70, Wüstenfeld, 
Gesch. 45, Goldziher MSt. I 194—206. Von seinen historisch-philologischen 
Schriften, deren er gegen 200 verfasst haben soll, zählt der Fih. p. 53 
die Titel von 105 auf. Eine auf L&m reimende Qaslde, Berl. 7535,.,. 
Sein k. aijäm al 'arah, das noch Sujüti Muzhir I 84, und sonst citiert, 
ist eine Hauptquelle der betreffenden Abschnitte des Ag. und des 
Kämil von b. al Atir. Sein garihal hadit erwähnt b. al Atir in der 
Vorrede zur Nihäja. K. addthag cit. Mas'üd! Tanblh 243,, k. addir^ 
walbaida Sujüti Muzh. II 105 pu., k. at iamtjl ib. 138u., k. alamwäl 
Damiri I 194j*. 

10. Gleichfalls noch eiu Schüler des Abu 'Amr b. al 
*AIä war Abu Zaid Sa id b. Aus al Ansäri aus dem medi- 
nischen Stamm Hazraii. Ausserdem hatte er aber auch den 
kufischen Gelehrten al Mufaddal gehört. 1. J. 158 774 bei 
der Thronbesteigung des al Mahdi wurde er mit vielen anderen 
Gelehrten nach Bagdad berufen. Er starb i. J. 214 oder 
21 5 '880. 

J. Qut. 270, Anb. 173- 79, J. Hall 249, Flügel 70 — 72. Seine 
Schriften (Fih. 55 1 — 7) enthielten lexicalische Sammlungen und gramma- 
tische Einzeluntersuchungen, k. an Xawädir fi '/ luga ed. Sa*id al 
Huri as Sartöni Bairöt 1894 (nicht benutzt Köpr. 1406), vgl. Nöldeke 
ZDMG 49, 318 ff., Fleischer, Kl. Sehr. 3, 471 tf. Dies Werk liegt nur 
in der Bearbeitung des Abö'l Hasan al Ahfa» (f 315 6 7927 8) vor und 
wird daher Hiz. III 199 geradezu als dessen Comt. bezeichnet, k. al 
matar ed. from a mscr. of the Bibliotheque nationale (nr. 4231 j) by 
R. Gottheil Journ. of the Am. Or. Soc. XVI 282-312. k. al ih'd citiert 

9 

Oauhari S. s. v. *mtl. 

• 

11. AI Asma'i 'Abdalmelik b. Quraib war, wie es scheint, 
aus einer echt arabisclien Familie i. J. 122/739 in Basra ge- 
boren und genoss daselbst den Unterricht des Abu 'Amr b. 
al 'Ala. Er erwarb sich nicht nur auf dem Gebiete der 
Sprachwissenschaft, sondern auch auf dem der altarabischen 
Poesie und der (Jescliiclitskunde umfassende Kenntnisse, die 
ihn befähigten am Hofe des Harun ar Rasid in den damals 
sehr beliebten schöngeistigen Unterhaltungen eine fuhrende 
Rolle zu spielen. Aber er ging im Hofleben nicht auf, 
sondern entwickelte daneben noch als Lehrer und Schrift- 
steller eine sehr fruchtbare Thätigkeit; allerdings sind auch 
seine Werke nur systemlose Sammlungen von Einzelheiten. 
Charakteristisch ist sein ausgeprägter muhammedanischer 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 105 

Pietismus, der selbst seine philologischen Arbeiten stark beein- 
flusste.i) Er starb um d. J. 216/831. 

Anb. 150—172, J. Hall. 352, Flügel 72—80. Von seinen zahl- 
reichen Werken, die Fih. p. 55 aufzählt, sind erhalten: 1. k. al farq 
ed. D. H. Müller SBWA 1876, 2. k. al icuhüs ed. Gever SBWA 1887 
(nicht benutzt, Paris 39590, 3. k. al hall ed. Haffner SBWA 1895 
(= Köpr. 1360?), 4. k. as m ed. Haffner SBWA 1896, 5. Ä-. al ibil 
Wien 3555, 6. k. al addäd ib. 6, 7. k. fuhnlet a§ hu'^ara, seine Urteile 
über den Wert der anerkanntesten arabischen Dichter, gesammelt von 
seinem Schüler Abu Hätim as Segestäni, Hds. in Damascus, vgl. Lam- 
mens JAP 1894 II p. 155, Abschrift davon in Landbergs Besitz s. Oold- 
ziher Abh. I 136. Sein yarib al hadii erwähnt b. al Atir in der Vor- 
rede zur Nihäja. Das k, al agtiäs citiert Sujüti Muzhir I 179g, Ar. alab- 
icäb Hiz. IV 2OO4. 

V2. Ein Schüler des Sibawailii. wenn auch an Jahren 
älter war al Alifas (genannt al Ausat, der Mittlere, zum 
Unterschiede von einem älteren Celehrten gleichen Namens 
t 177/79H, der nicht als Schriftsteller auftrat, und dem Jüngern 
t31')'l»27 oder 31()/i)-2K) Sa'id b. Masada. Er war ein Frei- 
gelassener des Stammes Mugäsi' b. Darim und stammte aus 
Balh, war also vielleicht iranischer Herkunft. Sein Haupt- 
verdienst ist die Erhaltung und Ueberlieferung des Kitäb 
seines Lehrers, dessen Meinungen er allerdings keineswegs 
sklavisch nachbetete, sondern sogar öfters bekämpfte. Seine 
eigenen Werke soll er aus Geldgier schwerverständlich ge- 
schrieben haben, damit die Leute seinen Unterricht bezahlten.^) 
Er starb i. J. 221/8:^:), n. a. 215/880. 

J. Qut. 271, J. Hau. 250, Anb. 184— BS, Flügel 61. Von seinen 
Werken Fih. 52,, — jg ist nichts erhalten, ^ein ^anb al qor\hi benutzte 
noch at la'labi t 427 1035, Br. Mus. 821. Sein k. al mxCäjdt cit. 
Hiz. 1 391,5, 111 527^0 (tcahmra '^alä fariqai abjdf al ma*dni ib. II 300, 7).') 



^) Das hat im Gegensätze zu Flügel p. 78 Goldziher mehrfach mit 
Recht hervorgehoben s. MSt. H 402 Anm. 2, Abh. II p. 13(5. 

^) A. V. Krenier, Culturgesch. Streifzüge p. 26. 

*) Hierher dürfte auch Abu 'AbdaUAh M. b. SalUm al Oumahi 
gehören, t in Bemni i. J. 231 845 (Anb. 216—18, J. Hall. 430, Flügel 186) 
dessen k. fabaqäl as hC^ard der Disposition und zu einem grossen Teil 
auch dem Inhalte nach aus den zahlreichen Citaten im Ag. sich rekon- 
struieren Hesse; vgl. Sujüti Muzhi:* I 18, 85,4, ^^ 217,5, 236 pu. ff. 



lOG 2. Buch. 

13. Ein Schuler des Qutrub war Muhammed b. Habib, 
80 benannt nach seiner Mutter, einer Freigelassenen des M. 
b. 'Abbäs al Häsimi. Er entwickelte eine ausserordentlich 
fruchtbare Thätigkeit nicht nur auf sprachwissenschaftlichem 
Gebiete, sondern vor allem auch auf dem der Geschichte; 
wie weit der von al Marzubäni gegen ihn erhobene Vorwurf 
des Plagiats berechtigt war, können wir nicht mehr ent- 
scheiden. Er starb zu Sämarrä i. J. 245/859. 

Flügel p. 67, WOstenfeld, Gesch. 59. Von seinen Werken, 
von denen das k, al qabä'il wal aijäm al kebürf vom Fih. auf 40 gus' 
zu je 200 Blatt geschätzt, das bedeutendste war, ist erhalten: M. b. H. 
über die Gleichheit und Verschiedenheit der arabischen Stftmmenamen, 
hsg. von F. Wüstenfeld, Göttingen 1850. Seine Sammlung der Gedichte 
des Ferazdaq (s. o. p. 56), k. man qutila min as su'arä citiert Hiz. 
I 2744, 824,; L al maqtul^n ytlatan Hiz. IV 231,, sarh ditcän Di V 
rumma ib. I 312,4; ^' (^- Girän ib. II 160,4; 8. an naqä'id ib. II 381,4; 
k. Jialq al insan benutzte Sujüti in Berl. 7038. 

14. Unter den Schülern al Asma'is war Abu 'Ubaid al 
Qäsim b. Salläm al Herewi der bedeutendste. Er war i. J. 
157/773 als Sohn eines griechischen Sklaven in Herät geboren, 
hörte in Basra ausser bei- al Asma*i auch noch bei Abu 
'Ubaida und Abu Zaid und studierte zudem noch in Kufa bei 
b. al A*räbi imd al Kisä"*!. Dann wurde er Erzieher der 
Kinder der HarätimaM und später der des Statthalters von 
Tarsus, Täbit b. Nasr b. Mälik. Dieser verschaffte ihm einen 
Richterposten, den er 18 Jahre lang verwaltete. Darauf 
begab er sich zu 'Abdallah b. Tähir, dem Statthalter von 
Horäsän, bei dem seine schriftstellerische Thätigkeit reichliche 
klingende Anerkennung fand. In seinem Bestreben, jeden 
Anstoss zu vermeiden, ging er soweit, dass er in den sati- 
rischen Versen, die er in seinen sprachlichen Sammlungen 
als Belege verwertete, die darin vorkommenden Personen- 
namen durch fingierte, in das Versmass passende Worte er- 
setzte.^) In seinen letzten Jahren lebte er in Bagdad und 



*) d. i. der Familie des Hartama, der i. J. 1S9/S04 unter Härün 
Statthalter von Hor&9&n wurde. 

«) Goldziher MSt. I 193 Anm. 4 nach QAdl Ij&d SifA II 237. 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 107 

starb nach Vollendung der Pilgerfahrt in Mekka n. a. in 
Medina um d. J. 223/887. 

Anb. 188—198, J. Hall. 507, Flügel 86, Wüstenfeld, Schafiiten n. 2. 
Von seinen Werken (Fih. 71) sind erhalten: 1. k. gnrib al hadit Leid. 172» 
vgl. de Goeje ZDMO 18 p. 781-817, Köpr. 378, II 67 bis, Auswahl ib. 455, 
2. Ar. gaHb al musannaf, sein Hauptwerk, an dem er 40 Jahre gearbeitet 
haben soll; es enthält 1000 Kapitel und 1200 Sawähid. AS 4706, Kairo 
IV 176, 3. k. al amiäl (nach Hiz. II 11, u. d. T. al magalla, vgl. Gold- 
ziher MSt. II 204 Anm. 4) Paris 3969, Köpr. 1219, vgl E. Bertheau. 
Libri proverbiorum Abu 'Obaid Elqasimi filii Salami Elchuzzami lectiones 
duo, octava et septima decima, arab. ed. lat. vert. annot. instr. diss. 
Gottin^ae 1836, gedr. als n. 1 in Attuhfa albahlja watturfa assahlja 
Cpel GawA'ib o. J. (Reuther, Verz. or. Dr. I nr. 38). Comt. v. *AbdaU&h 
al Bekri t 487 1094, Escur.* 526. 4. k. fadäHl al qor'än wa adabihi 
über die Vortrefflichkeit des Qor'Äns überhaupt und einzelner S&ren 
und Verse im besonderen, ferner allerlei auf die Schrift, Lesung und 
Erklärung bezügliches, hsg. von einem ungenannten Schüler des Qor'än- 
lesers M. b. al Haggftg ca. 320/932, Berl. 451. 5. garih al hadtt cit. 
Mas'üdt Tanbth 2582. 

15. Der zweite bedeutende Schüler al Asma'is war Abu 
Hätim Sahl b. M. b. 'Ütmän as Segestäni. Er hörte ausser- 
dem bei Abu *Ubaida, Abu Zaid und al Ahfas, unter dessen 
Leitung er das Kitäb des Sibawaihi zweimal las. Eine Zeit 
lang hielt er sieh auch in Bagdad auf; gegen Ende seines 
Lebens soll er sich von der AVissenschaft zurückgezogen und 
mit Buchhandel abgegeben haben. Er starb um d. J. 25()/8()4. 

Anb. 251- 54, J. Hall. 266, de Sacy Anth. gram. 143 (162), Flügel 87. 
Von seinen Schriften (Fih. 58ig — 59,) sind erhalten: 1, k, al mu'ammarin 
über die Langlebigen Cambridge Q. 285, Auszüge in Hiz.; vgl. Gold- 
ziher MSt. II 171, Anm. 2. 2. k. an nal^lj vgl. Sopra il codice arabo 
sulle palme. Illustrazioni del Prof. S. Cusa. Estratto del Archivio 
storico siciliano vol. I fsc. I Palermo 1873. II libro della Palma di AbGi 
H^tim as Sigistäni. Memoria del C. B. Lagumina. Atti della R. Acc. 
di Lincei ser. IV vol. VIII p. I p. 6 — 41. 3. k. allail wannahär cit. 
Sujftti Muzhir II 169,,, 2632,. 4. k, at fair cit. Hiz. III 83, *. 

16. Von den übrigen Schülern al Asma^is, von deren 
Werken uns nichts erhalten ist, begnügen wir uns die Namen 
mit einigen Nachweisen anzuführen. Es sind 1. Abu Nasr 
A. b. Hätim al Bähili f :^3r)/845, ± Abu 1 Hasan 'Ali b. al 
Mugira al Atram f 231/844, 3. Abu 'Omar Sälih b. Ishaq 



108 ^. Buch. 

al Ciarmi f 225 s:^l), 4. Abu M. 'Abdallah b. M. b. Harun at 
Tawwazi f 28;iS47i), 5. Abu ^Hmän Bekr b. M. b. 
'Otmän al Mäzini f 249/863 oder 236, (>. Abu Isl.iäq Ibrahim 
b. Sufjän az Zijädi f 249/863, 7. Abu 1 Fadl al 'Abbäs b. 
Farag ar Rijäsi f 257/870. 

Flügel 80—85. 1. Fih. 567—1, ZDMG 12, 595. 2. Anb. 218—21. 
Fih. 56,2—28. 3. Fih. 56, 57, Anb. 198 — 203, J. Hall. 278, b. Dur. 302, 
314, 318 8. o. p. 101 Anm. 3. 4. Fih. 57, — i», J. Hall. 115; von ihm an- 
geblich k. at tasrif mit Comt. von b. Oinni f 392 1001, Petersb. 211 » 
(yy von Dorn gegen den Titel nur nach den Anfangsworten identificiert). 
6. Anb. 269. 7. Fih. 58«_i7, b. Dur. p. 218, Anb. 262-65, J. HaU. 296 
ZDMO XII 59, de Sacy, Anth. gram. p. 316 (112). 

17. Einer der jüngsten Schüler al Asnia'i's, der auch 
schon bei dessen Schüler ar Kijäsi hörte, war as Sukkari 
Abu Sa'id al Hasan b. al Husain. Er war geboren i. J. 
212/8-27 und starb 275/888. Sein Hauptverdienst ist die 
Sammlung und kritische Bearbeitung altatahischer Gedichte. 

Fih. 78,0—27, Anb. 274, Flügel 89. 1. k. al lums s. o. p. 21 mit 
Unkd citiert von at Tibrizi p. 103 oben, Auszüge Hiz. I 297- 99. 2. mrh 
asU^ir al Hudalljin h. o. p. 20. 3. 8, dtwan ImnilgaiH 8. o. p. 24. 4. «. d. 
al Qiitami cit. Hiz. I 81, q. 5. as'dr Taylih eit. ib. I 304i,. 6. gdmf^ 
h'r Xo'nidn b. Besir cit. Ag XI Y 119, cf. 124, 9 v. u. 7. k. man 
qdla haUan fa luqqiba bihi ib. XVII 107 8. 

18. Ein Schüler des al Mazini und des Abu Hätim war 
al Mubarrad* Abu "1 'Abbäs M. b. .lazid al Azdi, geboren 
in Basra um d. J. 210/8*2(). Er war der bedeutendste Ver- 
treter der basrischen Schule zu seiner Zeit, sowie Ta'lab das 
anerkannte Haupt der Kufier, und die Rivalität der beiden 
Schulen kam auch in ihrem persönlichen Verhältnisse zum 
Ausdruck. In seinen grammatischen Lehren ist er vielfach 
eigene Wege gegangen, und er scheute sich nicht, selbst 
von einer so anerkannten Autorität, wie der des Sibawaihi 
abzuweichen, dessen Kit<ib er in einer besonderen Schrift 
zu widerlegen suchte. 2) Er lebte zuletzt in Bagdad und 
starb daselbst i. J. 285/998. 

') Von Flügel in zwei Personen, at Tawwazi, p. 82 und at Tauii 
p. 84, zerlegt. 

^ Auch seine Masä'il algalat beschäftigten sich mit der Kritik de« 

Kitäb Sujüti Muzhir II 188u. 



Die islänii.sclie Litteratur in arabischer Sprache. \{)\) 

Fih. 59, Anb. 279 93, J. Hall. 608, Flögel 93, Wüstenfeld, Gesch. 80. 
Von seinen zahlreichen Werken sind erhalten: l. The Kftmil of El- 
Mubarrad ed. by W. Wright, Leipzig 1864 ff., Cpel 1286, Kairo 1308. 
2. k. al mnqiadab mit Comt. v. Sa'id b. Sa'id al FÄriql t 391 1000 
Escur.* 111. 3. A*. at fa'äzt ib. 534i. 4. A. b. W&tiq's Sendschreiben 
an M., worin er ihn befragt, welche der beiden Arten von Beredsam- 
keit, Prosa oder Poesie, vortrefflicher sei, mit der Antwort M's. 
Münch. 791, Berl. 7177 frg. Citiert werden: 1. k. ganh al hadit von 
b. al Atir in der Vorrede zur Nihftja. 2. k. ar rauda cit. Ag VIII I8201 
Charakteristik des Dichters al 'Abbäs b. al Ahnaf. 3. k. al i'fhiän 
Hiz. 1 305j,. 4. ns §arh (d.i. sarh kal&m al 'ArabV) ib. II 193u. 

IJ). Schüler at Tawwazi's war Abu 'Otinän Sa*i(i b. 
Harun al Usiiäudani, über dessen Lebensumstände nichts 
näheres bekannt ist. 

Fih. 60, 83, Anb. 266, J. Hall. BD III 39, Flügel 96. k. ma'äni 
as si'r in der Recension des Abfi Sa*id as Siräfl f 368 978 nach b. Duraid 
t 321 933 Escur.» 406,. 

'20. Das Geschlecht der .lezidijin hatte sowohl der altern 
Schule des Abu 'Amr b. al *Alä wie der jüngeren des Asma'i 
Schüler gestellt. 1. Der Ahnherr dieses Geschlechts war Abu 
M. Jahjä b. al Mubarak al 'Adawi, ein Schüler des Abu *Ainr 
und des Jiinus b. Habib. Er nahm an dem Aufstande des 
Ibrahim b. 'Abdallah b. al Hasan in Basra teil und musste 
sich infolge dessen eine Zeit lang verborgen halten. Durch 
Vermittelung seines Lehrers gewaun er die Gunst des Jezid 
b. al Mansür, des Oheims des Mahdi, nach dem er den Bei- 
namen al Jezidi annahm. Er starb 74 Jahre alt in Horäsän 
i. J. 202/817. 2. Unter seinen Söhnen trat Ibrahim als 
Schriftsteller auf, der im Gefolge al Ma'müns nach Kleinasien 
und mit al Mu tasim nach Damascus kam. Er starb i. J. 
2251889. Sein Urenkel M. b. al 'Abbäs b. M. b. Jahjä war in 
seinen letzten Jahren Lehrer der Kinder des Chalifen al Muq- 
tadir und starb i. J. 310/922. 

Flügel 89—92. 1. A^ XVIII 72-83, Anb. 103—110, J.Hall. 770. 

Sein gämi^ 3ir* wa adah enthielt Lobgedichte auf die basrischen und 

^pottverse auf die küfischen Grammatiker. Seine Naw&dir cit. Sujüt! 

Unzhir II 144,,. 2. Ag XVIII 87—91. 3. Anb. 308, J. Hall. 612, 

Tastenfeld , Gesoh. 97. Comt. zum dtwän al H&dira s. o. p. 26. Sein 

l an noQa'^id cit. Ag X 31^ v. u., k. al gawäbäf ib. XV 3,. 



110 2. Buch. 

21. Schüler al Mubarradi*, aber auch zugleich des Kufiers 
Ta'Iab war Abu1 Hasan M. b. A. b. Kaisän. der nach einer 
an glänzenden Erfolgen sehr reichen Lelirthätigkeit i. J. 
3t>0/932 starb. 

Anb. 301, Flügel 98. Von seinen Werken (Fih. 81,_,,) »ind er- 
halten: 1. k. talqib al qawafi ira talqßb harakatihä Leid. 264 ed. 
W. Wright Opusc. arab. p. 47- 74. 2. sarh al mu'allaqät Ind. Off. 800. 

22. Noch bedeutender war al Mubarrads vertrauter Schüler 
az Zaggäg Abu Ishä(( Ibrahim b. Sahl b. as Sari, der nach 
Vollendung seiner Studien Hauslehrer bei 'Ubaidalläh b. 
Sulaimän, Wezir des Chalifen al Mu tadid, wurde und später 
in die Dienste des Chalifen selbst trat. Erstarb i. J. 310/922, 
n. a. 311 oder 3H) in Bagdad, über 80 Jahre alt. 

Anb. 308—12, J. Hall. 12, Flügel 98. Von »einen Werken Fih. 61 
sind erhalten: 1. k, »irr an nahe Kairo IV 54, unvollendet 2. k. al 
ibäna wattafhim 'an nia'nä bismi'lidh ar rahman arrahim Ooth. 727. 
3. k. ma'äni al qoran NO 115, 320. Sein k. halq al insdn hat as 
Sujüti in Berl. 7038 benutzt. 

23. Sein Schüler, der nach ihm seine Nisbe erhielt, war 
Abu 1 Qäsim 'Abderrahmän b. Ishäq az Zaggägi. Er w^ar 
in Nehäwand geboren, hörte bei az Zaggäg in Bagdad, lebte 
später als Lehrer in Damascus und at Tabarija und starb 
daselbst i. J. 337/M9, n. a. 339. 

Anh. 379, J. Hall. 340, Flügel 98. Von seinen Werken Fih. 80 
sind erhalten: 1. k. al yumal /t *w nahw^ sein Hauptwerk, das er in 
Mekka verfasst haben soU, Berl. 64(51, Escur.* 30, 108,, Alger 38,9, 
Köpr. 1462; dazu Comt. v. b. al 'Arif f 390 999 (Flügel p. 265), Kairo 
IV 67, V. al Bataljftsl f 521/1127 u. d. T. Mdh alhalal al tcäqV^ fi 
Hgumal Berl. 6463, Leid. 142,, Escur.« 121,, 295, v. b. Harüf t 609/1212? 
Berl. 6462, v. 'All b. M. b. 'UsfÄr al Isblli f 669/1270, Leid. 143 
Ambro». 154, v. b. ad ])kr f 870/1465, Kairo IV 67, v. al F&kihi 
t 972/1564 ib.; anonymer Comt Escur.* 31. Taqßd 'alä ba'd gumal 
A. •/ Q. 02 Z, von Abu Sa*!d Farag b. Q&sim b. Lubb ib. 109, Comt. 
SU den iawähid v. Abu '1 Hasan 'AU b. M. b. Hariq aus Valencia Anf. 
des VII. Jahrh. (Maqq. I 536) ib. 295; anonymer Comt. zu den iawähid 
Esour.* laif 21 Comt. bei Ahlw. 6464. 2. k. al amäU aUerlei auf 
schöne Litteratar bezügliches, hauptsächlich lexicalisches, auch syno- 
nymischeB, UtteraturgeschichtUche» und dahin gehörige Anekdoten, 
weniger grammnÜBohes. Die Zahl der Citate aus alten Dichtern ist 
sehr bedeutend. Hsg. tou einem seiner Zuhörer Berl. 8320 (= al am&lt 
nl wuBt&? HiB. I 4S5t, U 109,). 



Die iHlämische Litteratur in arabischer Sprache. 1 1 1 

24. Gleichfalls ein Schuler des Zaggäg und des b. Duraid 
war Abu T Qäsim al Hasan b. Bisr al Ämidi, der seine 
Arbeit hauptsächlich dem kritischen Studium der Poesie zu- 
wandte. Er starb i. J. 371/987. 

Flügel 100. k. al mmrdzana haina Aln Temmäm tcal Buhtun 
(8. o. p. 80) Cpel üaw&'ib 1287. 

25. Ganz besonderen Glanz verlieh der Schule von Basra 

• 

der als Dichter und Gelehrter gleich ausgezeichnete Abu 
Bekr M. b. al Hasan b. Duraid al Azdi. Er stammte aus 
einer südarabischen Familie und war in Basra i. J. 223/887 
geboren. In seiner Vaterstadt studierte er unter Abu Hätim 
as Segestäni, ar Kijäsi, al Usnändäni u. a. Als die Zeng 
i. J. 257/871 ein furchtbares Blutbad in Basra anrichteten^), 
floh er mit seinem Oheim al Husain nach 'Oman, dem Haupt- 
sitze seines Stammes, und blieb 12 Jahre dort. Dann begab 
er sich nach Persien und erwarb sich die Gunst des Statt- 
halters 'Abdallah b. M. b. Mikäl und seines Sohnes Ismä'il. 
Zu ihrem I^obe dichtete er die berühmte Qaside al Maqmra, 
und für sie verfasste er sein Hauptwerk, die Gamhara. Nach 
ihrer Absetzung i. J. 308/920 ging er nach Bagdad. Der 
Chalife al Muqtadir gewährte ihm eine Pension, die es ihm 
ermöglichte, sich ganz der Wissenschaft und der Lehrthätig- 
keit zu widmen. Er starb daselbst am Mittwoch den 17. Sa'bän 
321/11. Aug. 934. 

Anb. 322- 6, J. HaH. 609, Hiz. I 490. Flügel 101. Wüstenfeld, 
8ch. 192. Erhaltene Werke: 1. al Maqmra: Poemation Ihn Doreidi 
cum BcholÜB arabicis excerptis Chalwiae et Lachumiae e. codd. ms. ed. 
lat. conY. et observ. misoellis illuBtr. cur. et ed. A. HaitBma Fraue- 
querac 1773. Abu Becri MuhammediB ebn Hutteini ebn Doreidi Azd- 
iensis Kat^ijda 1 MektBoura Bive Idyllium arabicum lat. redd. et brev. 
Bchol. illuBtr. ed. K. ScheidiuB Harduvicae 1786. Carmen Maksura 
dictum Abu Becri Muhammedis ibn HoBeini ibn Doreidi AzdienBiB cum 
BcholÜB integriB nunc primum editis Abu Abdallah ibn Haschami ed. 
Interpret, lat. proleg. et not. iuBtr. Nannestad Boysen Havniae 1828. 
Comt. V. seinem Schüler b. Hälawaihi f 370980 Berl. 7574 5, Leid. 618, 
Paris 423/4, vermischt mit dem Comt. as Str^fi^s f 368/978, Leid. 618, 
Comt. V. Rabi'a b. M. al Ma'mart, Schüler des b. H&lawaihi ca. 400/1009, 
Berl. 7546, v. al MohaHabl ca. 560/1165, Berl. 7547, v. M. b. A. b. His&m 

*) YgL Nöldeke, Orientalische Skizzen p. 168. 



1 1 2 2. Buch. 

al Lahmi t 5701174, Leid. 520, Pari« 792j, Bodl. 1257,, Munch. 564,, 
E8cur.2 476, Alger 1831 2, einzelnes daraus Berl. 7418, v. Abdallah b. 
*()niar al Hadrami vor 720 1320, Berl. 7548, v. Nu* aim b. Sa'id b. Massud 
b. M. ca. 700 1300 ib. 7549, v. 'Izzeddin b. CianiÄ'a Paris 3090, v. *Abdal- 
q&dir b. M. al Hosaini at Tabari al Mekki f 1033 1623, Kairo IV 201, 
anonym Berl. 7550-53, Leid. 622, Münch. 565, Paris 3088 9, Köpr. 1325. 
8 andere Comt. Ahlw. 7558. Tahmis v. Sa*d b. 'Ali al Irbili Leid. 623, 
V. 'AbdülUh b. *Omar al Ansäri al Wezir f 777 1375, Berl. 7554 5, y. al 
Hasan b. al Hosain b. 'Ali ib. 7556, v. al Mutahhar Fahreddln ib. 7557. 
2. Spottgedicht auf den Philologen al B&hili Leid. 624. 3. Qa^tden 
Berl. 7561. 4. Qaside auf T& Bodl. II 380, 7, 2. 5. Lobgedicht 
auf Jahjä b. 'Abdalwahhäb al Basri al Kfttib ib. 3. 6. al Maqsura al 
Kuhrä oder Ar. al maqsür wal mamdüd napnan; jeder Vers enthält zwei 
gleiche, nur durch kurzes und gedehntes Elif und z. T. auch durch die 
Bedeutung verschiedene Nomina. 55 Verse in 7 Kapiteln mit Über- 
schriften, je nachdem der erste Radical a oder i oder u hat, und ebenso 
der zweite, und der Sinn der Wörter entweder derselbe oder verschieden 
ist. Berl. 7559 60, Goth. 207., Wien 146, Münch. 564, fol. 123, Leid. 615-7, 
Paris 7924, de Jong 28 9, Pet. AM 268. 7. 13 Verse über die Teile des 
menschlichen Körpers, die männliches oder weibliches Geschlecht haben 
Paris 7923. 8. al gamhara fi 7 luga ein grosses, aber unpraktisch 
geordnetes Wörterbuch, in verschiedenen Recensionen verbreitet. Leid. 62, 
Paris 423I5, vgl. 4233, Köpr. 1541,, Jeni 1124, NO 47456, AS 4672, 
Kairo IV 171. 9. Ar. as sarg wal ligäm Leid. 53 ed.Wright op. ar. p. 1 — 14. 
10. k. Kifat as sahäb walgait waaJ^bär arruwwad wa mä hamidn min 
al kala^ Leid. 54 ib. p. 15—46 = Ar. al mafar Berl. 7050? 11. Ar. al 
malähin (sprachliche Kniffe bei Schwüren) ed. Thorbecke, Festschrift 
d. or. Sect. d. 36. Vers, deutscher Philol. u. Schulm., Heidelberg 1882. 
12. Ar. al istiqäq: Genealogisches Handbuch, hsg. von Wüstenfeld, 
Göttingen 1854. Durch dies Werk wollte er, wie er in der Einleitung 
ausführt, jene Partei widerlegen, deren Anhänger die arabische Sprache 
durch die Behauptung herabzusetzen suchen, dass die Namen der Stämme 
in ihr keinen etymologischen Zusammenhang hätten, vgl. Goldziher 
MSt. I 209. 13. Ar. al mugfabä Aussprüche des Propheten und seiner 
Nachfolger bis auf al Hasan, von Weisen und Philosophen HH V 146, Br. 
Mus. 723, Bodl. II 381. Seine Amäli cit. Sujüti Muzhir I 62i„ 8O5 etc. 

26. Von den Schülern al Mubarrads sind noch zu nennen 
M. b. as Sari b. as Sarräg f 316/928 und Abu M. 'Abdallah 
b. Ga'far b. Durustawaihi al Fasawi, geboren i. J. 258/871 
in der persischen Provinz Fasä, f in Bagdad im Safar 
347 /Mai 958. 

Flügel 103/4, 1. Fih. 62, Anb. 313/14, J. Hall. 618, 2. Anb. 356—8, 
J. Hall. 305, Wüstenfeld aesoh. 122. Seim k. ai a^ lükuttäb Bodl. 



Die islämiHche Litteratur in arabischer Sprache. 113 

II 354, Handbuch der Laut- und Sohriftlehre zum Gebrauch fQr Sekre- 
täre. Sein k, al utful cit. Hiz. III 61 p. 95, q. 

27. Gleichfalls persischer Herkunft war al ^asan b.. 'Ab- 
dallah as Siräfi, dessen Vater eigentlich Behzäd hiess und 
sich noch zum Mazdaglauben bekannt hatte. Nachdem er 
seine Studien in seiner Vaterstadt begonnen und sich in 
'Oman der Rechtswissenschaft, in "Askar Mukram bei M. b. 
'Omar as Saimari der Metaphysik gewidmet hatte, kam er 
nach Bagdad, wo er den philologischen Unterricht des b. Duraid 
genoss. Daselbst vertrat er den Qädi Abu M. b. Ma*rüf erst 
auf der Ostseite, dann auf beiden Seiten und zuletzt wieder 
auf der Ostseite. Ausserdem erteilte er 40 Jahre hanefitische 
Fetwä's in der Moschee von Rusäfa und wirkte auch als 
philologischer Lehrer. Er starb i. J. 3()8/978. 

Fih. 62, Anb. 379-82, J. Hall. 153, Flügel 107, Wüstenfeld, 
Gesch. 142, Comt. zu Sibawaihi^s Kitäb ». o. p. 101. Das Buch über die 
Namen und die Lage der Berge der Tihftma HH 9853 ist wohl mit 
der von J^qüt oft citierten Beschreibung der arabischen Halbinsel 
identisch.*) 

28. Schuler des b. as Sarräg und des b. Duraid war 
Abu T Hasan 'Ali b. isä ar Rummäni al Ihsidi al Warräq, 
geboren in Bagdad 290/908, gestorben daselbst i. J. :W4/994. 
Seine Hauptstärke war die Lösung grammatischer Schwierig- 
keiten. Inwieweit bei ihm schon der später noch zu be- 
sprechende Einfluss der Philosophie auf die Sprachwissenschaft 
wirksam ist, wird sich erst durch eine Untersuchung der von 
ihm erhaltenen Schrift entscheiden lassen. 

Anb. 389—92, Fih. 63, J. Hall. 446, Flügel 108. Taug^h iWäb 
abjät mulgazat al i*räb Paris 3303. 

29. Gleichfalls ein Schuler des b. as Sarrag war der 
Perser Abu 'Ali al Hasan b. A. b. 'AbdalgafFär al Fasawi. 
Er war i. J. 288/900 in Fasä geboren und kam i. J. 307/909 
nach Bagdad. Nachdem er seine Studien vollendet, ging er 
i. J. 341/952 an den Hof des Saifeddaula nach Haleb und 
später zu dem Büjiden 'Adudaddaula nach Persien, für den 



^) Bein Sohn und Nachfolger Jüsuf (f 385/995, J. Hall. 809, 
Fl&ifel 242) verfasste sarh saw^hid Sibawaihi (s. o. p. 102). 

BroekelmaBB, Arabisch« Litteraturfcschichte. I. 8 



114 2. Buch. 

er seine Hauptwerke al Idäh und at Takmila verfasste. Kr 
starb in Ba{>däd i. J. 377/i)S7. 

Fih. 64, Anb. 387 89, J. Hall. 155, Flügel 110. 1. A^ al xdah (wa- 
takmila?) fVn nahw Escur.* 42 3, 125, 194 A8 4451, Köpr. 1456—7 Comt 
V. 'AbdalqAhir al GurgAni t 471,1078 Escur.* 44, v. al 'Ukbarl f 616 1219, 
Br. MuB. 1690, Kairo IV 65; k. idah sawähid al idäh v. Abu *Ali al 
Hasan b. *AbdallÄh al Qaisi al Muqri t 567/1171, Edcur.« 45; 2. k. as s/*r 
hsg. von »einem Schüler b. Ginni f 391/1001, grammatische Erklärung 
von Dichterstellen Berl. 6465'). 3. k, at tadkira, grammatischa Er- 
klärung schwieriger Verse, HH II 2788, I 1564, cit. Hiz. IV 390?, 421 u 
und sonst oft*). 4. almam^il almanlüra, Hiz. IV 455i(. 

30. Unbekannt sind die Lebensumstände des Abu T Qäsim 
Ali b. Hamza al Basri f 875/985. 

K, at tanbihät 'alä aglät ar rmcät Br. Mus., v. Kremer 91, Strass- 
burg ZDMG 1886 p. 313, Auszüge: gegen b. as Sikkits l§lah al maniiq 
Leid. 46, gegen al Mubarrads Kämil Leid. 445. 

Schon manche der zuletzt genannten Männer hätten wir 
wohl auch zur Schule von Bagdad rechnen können, in der 
seit dem 4. Jahrh. die gegensätzlichen Richtungen der beiden 
alten Schulen zusammenlaufen. Ehe wir uns nun aber dieser 
neuen Entwicklung der Philologie zuwenden, müssen wir erst 
die mit der basrischen rivalisierende kufische Schule ins 
Auge fassen. 

2. Die Schule von Kufa. 

Die Anfänge der sprachwissenschaftlichen Studien in 
Küfa, der zweiten Hauptstadt des 'Iräq, sind ebenso dunkel 
wie in Basra. Die Schule von Kufa ist etwas junger als die 
von Basra; ob sie aber von dieser sich erst abgezweigt habe, 
ist sehr fraglich. Leider sind wir über diese Schule sehr 
unvollkommen unterrichtet, da uns von ihren Werken sehr 
wenig erhalten ist; wir sind hauptsächlich auf die Berichte 
späterer Schriftsteller über ihre Kontroversen mit den Basriern 

') Dass der Titel der Berliner Hds. richtig ist, beweist das Citat 
Hi«. IV 872i4 =s oap. 11 bei Rödiger ZDMO 23, 304; gegen Ahlwardt 
ib. 647 ff. und die Angabe im Katalog. Vgl. auch Hiz. IV 425,,, 427,,, 

437si etc. etc. 

*) Dagegen schrieb Abu M. al Aswad al A*rAbl (a. o. Abschn. 2 
n. 60 Anm.) sein k. niuhefc al adlb IpL I 21. 



Die ihlaniische Litteratur in arabischer Sprache. 115 

angewiesen. Im allgemeinen scheint es, dass sie weit weniger 
als diese geneigt waren, die Sprache in die Fesseln eines 
starren Schemas zu schlagen, und das können wir von 
modernem »Standpunkte aus ihrer Methode nur zum Lobe 
anrechnen. 

Vgl. k. al insäf Ji masail al hiläf bain an nahwißn al Basnßn 
trat Küffjin von b. al AnbAri t 577 1181 Leid. 169, Escur. 119, Jeni 
1060, danach KoHut, Fünf Streitfragen der Basrenser und Kufenser. 
Wien 1878. 

1. Als Begründer der Schule von Küfa gilt Abu (ia'far 
M. b. abi Sara al Hasan ar Ku'Äsi, ein Zeitgenosse des 
llalil, der eins seiner Werke benutzt haben soll. Sibawaihi 
citiert ihn als al Kiifi schlechthin. (Flügel 118.) 

2. Ein Schüler ar Ru'asi's und seines Zeitgenossen, des 
Abii Muslim Muäd b. Muslim al Harrä', war al Kisä'i 'Ali 
b. Hamza b. 'Abdallah b. Bahman b. Fairuz. von Geburt ein 
Perser. Derselbe hörte aber auch den Basrier al Halil und 
machte auf dessen Anregung eine längere Studienreise zu den 
Wüstenarabern, die immer noch als die Inhaber der reinen 
arabischen Sprache galten^). In der Qoranlesekunst war 
az Zaijät (f 150 '77H) sein Lehrer, doch bildete er sich eine 
eigene Lesart aus und wird zu den 7 kanonischen Lesern ge- 
rechnet. Härün ar Rasid berief ihn an seinen Hof und über- 
trug ihm die Erziehung seiner Söhne al Amin und al Ma'mün. 
Sein Verhältnis zu seinem Rivalen, dem Basrier Sibawaihi, ist 
schon oben besprochen. Er starb in Ranbüja bei Rai i. J. 
189/865; nach F^ih. 179, nach Anb. 188 oder 182 (vgl. 
Flügel 125 nr. 2). 

Fih. 29, 30, 65, J. Qut 279, Anb. 83—94, J. Hall. 406, Flügel 121 26, 
Nöldeke Gesch. d. Qor. 291, ders. GGA 1862 p. 2039. Von seinen 
Schriften ist uns erhalten: R. ft lahn al *rtmmc Ober unrichtige Voka- 
lination und Aussprache Berl. 7103, ein Vorläufer der später reich- 
entwickelten Litteratur über die Sprachfehler des Volkes. 



*) So gilt auch den abbessininchen Gelehrten der Stamm der Habab 
als Autorität für die Erklärung dunkler Ge'ezworte (Praetorius, Gram- 
matik der Tigrinasprache p. 4 n. 1), und ähnliches wird aus Indien 
berichtet 

S* 



116 2. Buch. 

3. Der bedeutendste Schüler al Kisä'is war Abu Zakarijä 
b. Zijäd b. 'Abdallah b. Manzur ad Dailami al Farrä', gleich 
seinem Lehrer iranischer Abkunft. Er besuchte ausserdem 
auch die Vorlesungen des Basriers Jünus b. Habib. AI Ma'mün 
berief ihn als Erzieher seiner Söhne, und in Bagdad entwickelte 
er auch eine höchst erfolgreiche, öffentliche Lehrthätigkeit. 
Er starb 63 Jahre alt auf dem Wege nach Mekka i. J. 207/822. i) 

Flügel 129—136. Von seinen Schriften ist nichts erhalten, doch 
besitzen wir von seinem grammatischen Hauptwerke, dem k, al hudüdf 
wenigstens eine Inhaltsangabe vgl. 1. 1. 134. Sein k. al aijäm wallajäU 
cit. Sujütl Muzhir I 108,o, 2492,, 260». 

4. AI Mufaddal b. M. b. Ja'lä ad Dabbi war in Küfa 

• • • • 

geboren und nahm i. J. 145/762 an dem Aufstande des 'Aliden 
Ibrahim b. 'Abdallah b. Hasan, mit dem Beinamen an nefs 
az zakija, gegen den Chalifen al Mansür teil. Er geriet in 
Gefangenschaft, wurde aber begnadigt und dem Kronprinzen 
al Mahdi als Begleiter beigegeben. Für diesen stellte er 
seine berühmte Gedichtsammlung al Mufaddalijät zusammen 
(s. 0. p. 19). Er starb um das Jahr 170/786. 

Anb. 67—69, Flügel 142—45. Von seinen Schriften ist ausser den 
Muf. uns erhalten: Ar. al amtäl in einem Saramelband Cpel Gaw^'ib 1883 
(Reuther Verz. I nr. 25). 

5. Sein Schüler war Abu *Amr Ishäq b. Mirär as Saibäni. 
Gleich seinem Lehrer wandte er seine Thätigkeit hauptsächlich 
der alten Poesie zu. Er soll die Gedichte von mehr als 
80 Stämmen gesammelt haben. Er starb hochbetagt i.J. 206/821. 

Fih. 68, Anb. 120—25, J. Hall. 83, Flügel 139—142; k. al gtm f% 
*l luga ein grosses lexicalisches Sammelwerk Escur.* 572. Die a¥är 
B. Cra'da oit. Ag 19, 82 apu., 834, seine Nawädir cit. Sujütl Muzhir I 
261„, II 105* V. u. 

6. M. b. Zijäd b. al A'räbi war i. J. 150/767 in Küfa 
als der Sohn eines Sklaven aus Sind geboren. Er wurde 
von dem Häsimiden *Abbäs b. M. freigelassen. Seine Mutter 
heiratete später al Mufaddal, dessen eifrigster Schüler er 



*) Von seinen Schfilem sei hier der Perser Sammar b. Hamdawaihi 
al Herewl (FlQgel 137) genannt, der auch bei al Asma'l u. a. Basriern 
hörte. Sein garib al hadit erwähnt b. al Atlr in der Vorrede zur Nih&ja. 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 1X7 

wurde. Als er selbst zu lehren begann, fand er zahlreiche 
Hörer. Er starb in Sämarrä i, J. 231/844. 

Fih. 69, Anb. 207—12, J. Hall. 605, Flügel 145-49, Wüstenfeld 
Gesch. 54. Von seinen Werken ist nichts erhalten. Zu seinen von 
TaUab überlieferten Naw&dir (Sujüt! Muzhir I 251,7, Hiz. III 59 u.) 
schrieb Abu M. al Aswad al A*räbi ^) Zusätze u. d. T. dällat al adib 
Hiz. II 364,, vgl. I 5I614. 

7. Abu Jüsuf Ja'qüb b. Ishäq b. as Sikkit war der 
Sohn eines Mannes aus Hüzistän, wohl aramaeischer Herkunft, 
der schon unter al Kisä^i und al Farrä"* philologische Studien 
getrieben hatte. Bei dem letzteren, sowie bei Abu 'Amr as 
Saibäni hörte auch der Sohn, der ausserdem seine Kenntnis 
durch den Umgang mit Beduinen vermehrte. Nachdem er sich 
als Schriftsteller einen Namen gemacht, wurde er vom Chalifen 
al Mutawakkil mit der Erziehung seines Sohnes al Mu tazz 
beauftragt. Da er aber aus seiner Vorliebe für die 'Aliden 
kein Hehl machte, wurde er im Regeb d. J. 243/857^) auf 
Befehl des Chalifen von der türkischen Leibwache totgetreten. 

Anb. 238-41, J. Hall. 798, Flügel 158-161. 1. k. i§läh al mantiq 
Berl. 6929, Leid. 46, Bodl. II 213,, Brit. Mus., v. Kremer 83, Escur.* 29 
(Recension des Abu 'Ali Ismril b. Abi *1 Q^sim al Bagdftdi f 356,966), 
112 Köpr. 1207-9, 256, NO 4692, Kairo IV 202 ed. P. L. Cheikho Beyrout 
(en prep.), Comt. v. Abu M. IbrAhim b. Jüsuf al Marzub&nt f 385 995 
Köpr. 1300, zu den Versen ib. 1296, d. h. b. as Slr&fi? (vgl. HH 1 328, 
Hiz. I 405,) vgl. Ahlw. 6930, Auszüge von Abu '1 Q&sira Ismail b. *A11 
b. al Hosain Escur.^ 378 und v. Abu '1 Qäsim al Hosain b. *Ali b. al 
Hosain al Wazir al Magribi t 418 1027 ib. u. d. T. al munaJihal ib. 605 
(beide identisch?). 2. Ar. al alfäz Paris 4235, verbessert von at Tibrizl 
t 502/1108, Leid. 44: tahdib al alf&z ed. Cheikho Bevrout 1896. 
3. mrh dtwän al Hansa s. o. p. 44. Citiert werden 1. k. al amtjil, 
Ag 21, 109,5, 203g. 2. k. al mudakkar tcal mti'annaf Hiz. I 377^2, 
II 310,7. 3. k. abjdt al ttuCäm ib. I 4874 v.u., II 30l2o- 4. Ar. al addäd 
ib. II 147,, IV 200,0. 5. k. al farq Üaw&llqi Mu'arrab 134 pu. 6. k. al 
qalh S s. v. Ihn. 7. iarh diwän Tarafa Hiz. I 505,,, IV 139^,. 8. Ar. al 
abdäl Sujüt! Muzhir I 27,, vgl. 222,4. 9. Ar. almaqaur walmatndüd ib. 
I 21 2». 10. Ar. al mutannä walmukannd walmabni walmu^ähi wa mä 



») Günstling des Abu Mansür Behr&ra (f 432 1040, Wezir des 
büjidischen Fürsten b. Bah&^addaula und Verfasser mehrerer polemischer, 
philologischer Schriften) Hiz. I 21 nach Jäqüts Irläd al anb. 

^ So nach cod. Mus.*^ Brit. 1202 fol 246 v. 1. 



118 2. Buch. 

dumma ilaihi ib. I 2445, 245«, vgl. Seybold ZDMG 49, 232. 11. k. al 
asiräf Muzh. I 266,8, II 48». 

8. Sein und des b. al A'räbi Schiller war Abu Tälib al 
Mufaddal b. Salama b. 'Äsim, der im Gefolge der beiden 
Wezire al Mutavvakkirs, Fatli h. Häqän und Ismä'il b. Bulbul, 
lebte. Er starb i. J. 308/920. 

Fih. 73, Anb. 265, J.Hall. 551, Flügel 162-64. Von seinen zahl- 
reichen Werken iöt nur erhalten: yäjet al adah Cpel Gawä'ib 1299, 
eine Sprichwörtersammlung. ') Sein k. alfähir cit. Hiz. III öST^m 
IV 594^3. 

9. Der bedeutendste Vertreter der kufisehen Schule war 
der Schiller des b. al A'räbi Abu'l 'Abbäs A. b. Jahjä Ta'lab, 
ein Maulä des Stammes Saibän. Er hatte zwar auch bei 
basrischen Lehrern gehört, hielt sich aber in seiner gram- 
matischen Methode streng an die küfische Schule. Von 
seinem Verhältuiss zu al Mubbarad ist schon oben die Rede 
gewesen. Er war geboren i. J. '200/815 und starb infolge eines 
Unglücksfalles in Bagdad i. J. 291/904. 

Anb. 293-99, J. Hall. 42, Flügel 165 -67. Von seinen Werken 
sind erhalten: 1) k. al f'asih, das die Form und Bedeutung zweifelhafter 
Wörter feststellt, ed. J. Barth, Leipzig 1876, vgl. Lane ZDMG 3, 94, 
dazu von Aba '1 QÄsira 'Ali b. Ilaniza al Basri t 375 985 (s. o. p. 114) 
k. at tanbih 'ald mä /t ^l fasih mm al yalat Escur.' 188; Nachweis von 
10 Fehlern inr k. al f. von einem anonymen Zeitgenossen verf. aus An- 
lass einiger Stellen, an denen Ta'lab al Farrä' getadelt hatte, Berl. 6933. 
Dail al faM v. 'Abdallatif b. Jüsuf al Bagdad! f 629 1231, Kairo IV 267, 
Comt. u. d. T. af faltnh v. M. b. 'Ali al Herewi ib., v. al MarzCiqt cit. 
Hiz. I 164,5, V. al Lahnii (d. i. b. Hi»äm) ib. 1656, 478» v.u.; sarh garih 
al fa^h v. Abu '1 'Abb&s A. b. 'Abdallah at Tirmidi NO 3992; Versi- 
fikation v. b. abi '1 Hadid f 655 1257, Escur.^ 188, v. b. G&bir f 780.1378, 
Paris 4452,. 16 Comt., 3 Nachtr., 4 Versif., 1 Berichtigung, Ahlw. 6934. 

2. k. qawä'id al h^r Vatic. 357: Ta'lab L*arte poetica secondo la tra- 
dizione di Abd 'Ubaidallah M. b. 'Imrän* al Marzubftn! pubbl. da 
C. Schiaparelli. Actes du 8^«« congr. intern, d. or. Leiden 1890. 42 pp. 

3. dtwän Zuhair s. o. p. 23. 4. diwän al A'M s. o. p. 37. 5. k. al amäU 
cit. Hiz. I 312» v. u., 330j, II 2512,, 272 u., Sujüti Muzhir I 71,, 73,, etc., 
daraus eine Qaslde über die verschiedenen Bedeutungen des Wort.^s 
hal Berl. 7066,. 7. k. yanh al hadU, erwähnt b. al Atir in der Vorrede 
zur Nihftja. 8. k, mugäz alkalam irafasätifihi cit. Sujftti Muzhir I 190». 

») So nach Dnri Hamtdi Alan (Stambul 1308) p. 94 p. u.; Littbl. 
f. or. Phil. II 437 nr. 343; gäjet al 'arah und 1301. 



Die iilämische Litteratur in arabischer Sprache. H9 

10. IVlab's bedeutendster Schüler war Abu Bekr M. b. 
al Qäsim b. M. b. Bessär al Anbäri. Sein Vater f 304/916 
hatte sich schon als Traditionsgelehrter und philologischer 
Schriftsteller einen Namen gemacht und seinen Sohn selbst 
unterrichtet. Dieser war geboren i. J. 271/885 und starb r. J. 
327/939, n. a. 328. 

Fih. 75, Anb. 330—42, J. HaU. 614, Flügel 168—72. Von seinen 
Schriften sind erhalten: 1. k, al addäd^) ed. Houtsma Leiden 1881. 
2. k. az zähir ft ma'äm kalimät an näs Köpr. 1280. 3. iarh cU Mufad- 
daUjät AS 4099, Jeni* 278. 4. k. al idäh fi 7 waqf tval ibtidä über die 
Pausen im Qor'&n, Br. Mus. 1589, Köpr. 11. 5. Über die Qor'Anstellen, in 
denen Tk statt Hä geschrieben ^ird, Paris 651^ (wohl aus dem k. al 
hä*dt fi k. alläh). 6. k. garib al hädit erwähnt b. al Atir in der Vor- 
rede zur Nihdja. 

11. Sein Schüler war Abu Bekr M. b. 'Omar b. A. b. 
al *üzair (oder al 'Uzaizi^) as Segestäni f 330/941. 

Anb. 386, Flügel 173. Nuzhet al qulüb ft ganh al qur*än, alpha- 
betisch geordnet, Berl. 684—94, Goth. 522, Leid. 1652, Brit. Mus. 1188, 
Bodl. 1 27, Upsala 388, Paris 590/1 (vgl. Derenbourg, Rev. crit. 1882 

I 206 n. ,), AS 426-28, von as Sujüti (?) u. d. T. Nuzhet al I^äHr wa 
fiurür an näzir oder RahV al ihwän al müdih likalimät al qur'än in 
die gewöhnliche alphabetische Ordnung gebracht und mit einigen Zu- 
sätzen versehen Berl. 695, vgl. J. Feilchenfeld. Ein einleitender Bei- 
trag zum garib al kur'&n nebst einer Probe aus dem Lexikon des 
Segestäni (Diss. Jena), Wien (Breslau, Koebner) 1892. 

13. Der treueste Schuler Ta'labs, daher guläm Ta'lab 
genannt, war Abu 'Omar M. b. 'Abdalwähid az Zähid al 
Mutarriz, geboren i. J. 261/874. Die stupende Kraft seines 
Gedächtnisses und die Fülle seiner Gelehrsamkeit erregte den 
Neid seiner Rivalen, die seine Zuverlässigkeit mehrfach, aber 
ohne Erfolg zu verdächtigen suchten. Er starb i. J. 345/956. 

Anb. 345-54, Flügel 174-^78. Von seinen zahlreichen Schriften 
(Fih. 76) ist nur erhalten: k. al ^aharätj Erklärung von je 10 Wörtern 
mit gleichem Anfang, hsg. von seinem Schüler b. HMawaihi f 370/980. 
Berl. 7014 (falsch HH V 18318). Citiert werden L k. garib al hadit 
von b. al Atir in der Vorrede zur NihAja; 2. k. aljaum wallaila VLit 

II 29I7 Y. u. 

*) Vgl. W. C. F. Giese, Untersuchungen über die Add&d auf Grund 
von Stellen in altarab. Dichtern. Berlin 1894. 
») Vgl. Flügel 1. 1. Ahlw. zu Berl. 684. 



120 2. Buch. 

3. Die Schule von Bagdad. 

Seit dem 3. Jahrh. gingen die beiden einander be- 
kämpfenden Schulen von Basra und Küfa immer mehr in 
einander über. Bagdad, die glänzende Hauptstadt des Chalifen- 
reiches, wurde sehr bald der Mittelpunkt des gesamten 
geistigen Lebens und stellte die Provinzialstädte in Schatten. 
Nun hielten zwar, wie wir sahen, auch in der Hauptstadt 
viele Gelehrte an den exclusiven Traditionen ihrer lieimat- 
lichen Schule fest. Aber je öfter sich die Gelegenheit bot, 
Vertreter der beiden Richtungen gleichzeitig zu hören, desto 
lebhafter musste in der jüngeren Generation das Streben 
erwachen, die schroffen Gegensätze zu mildern und die 
Vorzüge beider Schulen in einer neuen, eklektischen Methode 
zu vereinen. Natürlich war diese Entwicklung eine sehr 
allmählige, und bei einigen der schon besprochenen und 
noch zu erwähnenden Männer kann es zweifelhaft sein, welcher 
Schule man sie zuweisen soll, zumal wir uns durchweg über 
ihre speciell grammatischen Ansichten nur schwer ein Urteil 
bilden können. Im allgemeinen müssen wir uns bei der 
Autorität des Fihrist beruhigen. 

1. Als ersten Vertreter dieser eklektischen Schule nennen 
wir hier einen Mann, dessen Bedeutung zwar weit über das 
Gebiet der Philologie hinausragt, dem wir aber deswegen hier 
seine Stelle anweisen, weil er selbst seine philologischen 
Arbeiten als den Kernpunkt seiner litterarischen Leistungen 
angesehen wissen wollte. Abu M. 'Abdallah b. Muslim b. 
Qutaiba wurde i. .1. 213/828 zu Bagdad, n. a. zu Küfa ge- 
boren; sein Vater stammte aus Merw, daher er selbst die 
Namen al Merwezi führt, war also iranischer Herkunft. Er 
machte sehr ausgedehnte Studien nicht nur in der Philologie, 
sondern auch in der Traditionskunde. Eine Zeit lang ver- 
waltete er das Amt eines Qädi in Dinawer in der Provinz 
Gebel, daher seine Nisbe ad Dinaweri. Später lebte er als 
Lehrer in Bagdad und starb daselbst i. J. 276/889, n. a. 270 
oder 271. Seine Schriften sollten hauptsächlich der damals 
hochangesehenen und einflussreichen Classe der Secretäre, 



Die isl&mische Litteratur in arabischer Sprache. 121 

Kuttab, den Vorgängern der späteren Munsfs, das zur Aus- 
übung ihres Berufes erforderliche Rüstzeug schöngeistiger und 
historischer Bildung liefern. Ausserdem aber griff er auch durch 
zwei seiner Schriften in die theologischen Streitigkeiten seiner 
Zeit^) ein, in dem er den Qor'än und die Tradition gegen 
die Angriffe der philosophisch gebildeten Skeptiker zu ver- 
teidigen suchte. 

Anb. 272-74, J. HaU. 304, Naw. 771, Flügel 187-92, Wüsten- 
feld Gesch. 73. Von »einen Werken sind erhalten: 1. Sein Haupt- 
werk *Ujün al aJ^bär, das in 10 BQchern über die Herrschaft, den Krieg, 
den Adel, den Charakter, Wissenschaft und Beredsamkeit, Askese, 
Freundschaft, Bitten, Speisen und die Weiber durch Anführung von 
Sprüchen aus der Tradition, Beispielen aus der Geschichte und alt- 
arabischen Gedichten handelt. Pet. As. Mus. 691 (vgl. V. v. Rosen Bull, de 
l'Ac. des sc. de St.Petersbourg XXVI I 62 ff., Melange» asiat. de St. P^ters- 
bourg VIII [1880] p. 777), Köpr. 1344. Nach den Handschriften zu 
Cpel und St. Pet. hsg. v. C. Brockelmann, Bd. I Weimar 1898 (Bezold 
Semit. Studien). Nach der Vorrede sind als Ergänzungen zu diesem 
Werk anzusehen 2) k. al ma'ärifj Handbuch der Geschichte, hsg. v. 
F. Wüstenfeld, Göttingen 1850.*) Das Buch beginnt mit der Schöpfung. 
Der Verf. giebt die bezüglichen Bibelstellen in wörtlicher Übersetzung*), 
ebenso die Abschnitte über die Schöpfung des Menschen und den 
Sündenfall. Dann folgt die Geschichte der Patriarchen nach bibl. und 
arab. Legenden. Nun geht er zur Anführung derjenigen Araber über, 
die schon vor M. dem Heidentum entsagt hatten. Daran reiht sich ein 
omfangreicher Abschnitt über die Genealogie der arab. Stfimme, dem 
sich die Biographie des Propheten, seiner Verwandten und Genossen, 
endlich der Chalifen bis auf seine Zeit anschliesst. Der nächste Ab- 
schnitt enthält eine Aufzählung berühmter Personen aus der Geschichte 
des Islams. Den Schluss macht eine Chronik der südarab. Dynastien 



*) Dass er sich den Musabbiha zuneigte, wie Flügel 188 behauptet, 
ist nicht wahrscheinlich, da er ja ein k. ar radd *alä 7 muiahhiha 
(Fih. 787) verfasste. 

*) Eine Neuausgabe nach den zahlreichen Handschriften (in Cpel 
fast in jeder Bibliothek) wäre erwünscht. 

*) Seine Kenntnis der Bibel zeigt er auch in einem längeren, uns 
bis jetzt unbekannten Werke, in dem er die von der christlichen Aus- 
legung messianisch gedeuteten Stellen auf Muhammed bezieht; von 
b. al Gauzi f 597 1200 in sein k. al wafä aufgenommen und vom Verf. 
hsgb. in BASS III 46 55, vgl. Verf. ZATW XV 138-42, 312, Bacher 
eb. 339, Goldziher Rev. d. ^t. juiv. 1895 1 ff., M. Schreiner in Kohut 
Semitic Studies 496 ff. 



122 2. Buch. 

vor dem Isl&m sowie der pers. Könige. Vgl. v. Kremer Culturgesch. 
II 419. 2. k. ah laräh = Ar. al aMba %caJitUäf au näs fihä Havn 291» 
und k. ifitiläf al ^ulnmä fimä Jahullu min al ah-iba wa jahnimu wa 
hugget kull fariq minhum Br. Mus. 864a, vgl. ^H V 432, AuszQge 
daraus *Iqd » III 409, vgl. Goldziher Z&hir. 67 n. 1. 3.*^ k. al Ur = k. as 
ai'r waS lu^arä Kligib 1180 = dtwän assi^r walhCarä cod. Beirut JAP» 9 
1 4 p. 207 n. 2, aber wohl verschieden von 4. einem Buche über die 
Dichter, dessen Titel nicht feststeht, Wien NF 391 und cod. Schefer '), 
dessen Einleitung übers, v. Nöldeke Beitr. p. 1 ff., hsg. v. H. W. Chr. 
Rittershausen, Verhandelingen over die Poezie, Festgave Leiden 1875 
und 5. Tabaqät alhCarä (vgl. Xöldeke 1. 1. p. 1) Berl. 7394, Kairo V 79. 
Selbständige Werke sind 0. k, ma'äni assi^r in 12 Büchern, deren Titel 
Fih. verzeichnet, wohl gleich k. abjät al ma'äni AS 4050 (cit. Hiz. I 9i,), 
vor den *Ujön verf. 7. k. adab al kätib, lexikalisch, vor den *üjün 
verf. Kairo 1300 vgl. W. O. Sproull, An extract of Ibn Kutaiba's Adab 
al Kätib or the writers guide with translation and notes Leipzig 1877; 
Comt. V. az Zagg&gl f 337,949 (s.o. p. 110), Br. Mus. 426», Wien 240, 
241, V. al Gaw&liqi f 539 1144, Pet. As. Mus. 203, Escur.^ 222, v. al 
Bataljös! f 521 1127, Br. Mus. v. Kremer 92, Escur.* 503, 573, Köpr. 
1297—99, v. b. as Sida cit. Hiz. I 293. 9 andere Comt. Ahlw. 8650,. 

8. k. al anwä (Sigüti Muzhir 11 36 j, Bodl. 1 1000, 1033 vgl. II p. 605. 

9. k. at feswija bain al ^arab watagam, wohl = k. iafdil al 'arab, aus 
dem eine Replik gegon die Su*übija: Iqd.^ II 85 -90 (vgl. Beruni Chrontl. 
p. 238), v. Kremer CuUurgesch. Streifz. p. 65, Oüldziher Möt 1 166. 

10. k. (fa'idlj mulitalif al hadU_ Berl. 1262, Leid. 1730 = sarh al ahädti 
an nabawije Rägib 261. Er bestrebt sich alle Einwürfe der Philosophen 
gegen die Tradition vom Standpunkte der Orthodoxie aus zu entkräften, 
ist aber dabei gezwungen, alle möglichen Interpretationskünste anzu- 
wenden, um dem Widersinn und der Albernheit einigen Verstand ein- 
zuhauchen, sich auf A. und N. T.-liche Parallelen zu berufen und sich 
zu dem Zugeständnis zu verstehn, den Kreis der Glaubwürdigkeit und 
der Autorität der Tradition zu beschränken. Goldziher MSt II 136, 
vgl. Houtsma Het Strijd p. 13. Auszüge u. d. T. k. al mugit min muh- 
talif al hadit v. Mahmud b. T&hir b. al Muzaffar as Sangäri Ind. Off. 196. 

11. k. mmkil al qorän Leid. 1650, Köpr. 211 sucht dieselbe Aufgabe 
für den Qor'&n zu lösen. 12. k, al mas(Vil walgawäbät meist aus der 
Tradition Goth. 636. Dem b. Qut. untergeschoben ist das k. al imäma 
was aijäsa Spreng. 39, Paris 1566, Br. Mus. 1272, 1649, Lund XIV 
(vgl. Ex libro Ibn Kutaibae Exeerpta [p. I ed. Petersson, p. II ed. 
Andersson] Lund 1856), zum Teil übersetzt von Gayangos in Hist. of 
the Muh. Dynast, in Spain by Makkari t. I app. E. t. II app. A. Das 



*) Ein Hiz. I 38 apu citierter Passus: fi auwal k. ass. wass. findet 
sich in Nöldekes Übersetzung nicht. 



Die islAmiäche Litteratur in arabischer Sprache. 123 

Werk ist teilweise entlehnt einem dem b. Habib f 239 853 unter- 
geschobenen Oeschichtsbuche , vgl. Dozy Recherche» 2 M. Bd. I p. 23, 
3 ^d. t. 1 p. 9, Nöldeke ZDMG 1886 p. 316. 

2. Ebenso vielseitig wie b. Qutaiba war sein Zeitgenosse 
Abu Hanifa A. b. Dä'üd ad Dinawari, sicher von iranischer 
Herkunft, wie der Name seines Grossvaters Wanand beweist. 
In der Philologie war der Küfier b. as Sikkit (s. o. p. 117) 
sein Lehrer. Ausserdem zog er auch die Mathematik, Geo- 
graphie, Astronomie und Geschichte in den Kreis seiner 
Studien und litterarischen Arbeiten. Sein grosses Pflanzen- 
buch wird allerdings weniger aus naturhistorischen als aus 
philologischen Studien hervorgegangen sein; nach den zahl- 
reichen Citaten in Hiz. zu schliessen, handelt es besonders 
über die bei den alten Dichtern erwähnten Pflanzen. Er 
starb i. J. 282/895. 

S. de Sacy Relat. de V feg. 64 u. 78, Stein<ichneider ZDMG 24, 373, 
Ledere bist, de la med. ar. (Paris 1876) t. I p. 298, Flügel 194, WOsten- 
feld, Gesch. 79. Erhalten ist nur »ein k. al ahbär af tiwäl *) Pet. Ros. 29 
ed. W. Guirgass, Leiden 1888. Das Buch beginnt mit der alten Ge- 
schichte, in der Alexander und die Perser die HauptroUe spielen. Aus- 
führlich wird dann die Geschichte der Säsäniden erz&hlt. Der Verf. 
geht dann gleich zur Eroberung des *Iraq durch die Araber über und 
schildert besonders lebhaft die Schlacht von Qädislja. Es folgt eine 
ausführliche Geschichte der Kämpfe 'Airs mit Mu'äwija und den HAri- 
giten. Aus der umaijadischen Geschichte werden nur der Tod des 
Husain und die Aufstände der Azraqiten und des MuhtAr ausfuhrlich 
erzählt. Den Schlus^ bildet eine kurze Geschichte der Chalifen ¥on 
*Abdalmalik bis auf al Mu'tasim, in der nur der Sturz der Umaijaden 
und die Umtriebe der *Aliden, besonders in Horäsän, eingehender be- 
handelt werden. Die Fehler des k. an nabät behandelt ein Abschnitt 
des k. at ianbihät *ala aglät arruwät t. 'Ali b. Hamza al Basri (s. o. 
p. 114) Hiz. I 12,, III 344» t. u. 

3. Philolog und Dichter zugleich war 'Abdallah b. M. al 
Anbäri an Nasi al akbar^) b. Sirsir. Er war geboren in 



*) Der von Mas'üdi erhobene, von HH II 105 nr. 2117 nach- 
gesprochene Vorwurf, dass b. Qutaiba es ausgeschrieben und für sein 
eigenes Werk ausgegeben habe, ist schwerlich berechtigt. Welches 
Werk von b. Qut. sollte gemeint sein, sicher nicht die *Ujün alahbär. 

*) Sobenannt zum Unterschiede von dem Dichter Abu *1 Hosain 
an Näst al asgar Jatlma I 171. 



124 2. Buch. 

Anbär, lebte eine Zeit lang in Bagdad und starb in Ägypten 
im J. 293/906. Ausser der Grammatik beschäftigte er sich 
mit Metrik und Logik und behandelte die Grammatik philo- 
sophisch. In der Poesie pflegte er besonders das Genre der 
Jagdschilderungen at tardijät. 

J. HaU. 318. Qaside von 77 Versen auf M., seine Vorzüge vor 
den übrigen Menschen, und auf aUe einzelnen seiner Vorfahren Berl.75-40, 
Br. Mus. 1054«. Seine JB. ß tafdil as südä *alä 7 Md und Mufähara 
bain ad dahab wazzagäg bekämpft Sujüt! in Berl. 8413. 

4. Der Saih al isläm Ibrahim b. Ishäq al Harbi, einer 
der Lehrer des b. al Anbäri, war besonders auf dem Gebiete 
der Theologie und Jurisprudenz litterarisch thätig und auch 
seine philologischen Arbeiten stellte er in den Dienst dieser 
Interessen. Er starb im J. 285/898. 

FawÄt I 3, Flügel 197. Sein tjarlh al haditf sehr weitschweifig 
in 5 Bänden, erwähnt b. al Atir in der Vorrede zur Nihäja.^) 

5. Ein Schüler des Mubarrad und Ta'lab zugleich war 
Abu 'ttajjib M. b. A. b. Ishäq b. Jahjä al Wassä', der seinen 
Lebensunterhalt zwar als Lehrer der Grammatik in einer 
Elementarschule für das gemeine Volk erwarb, als Schrift- 
steller aber den eleganten Adib der alten Schule darstellte, 
der mehr geistreich unterhalten als theoretisch und trocken 
belehren wollte. Er starb im J. 325/93() in Bagdad. 

Flügel 212, WQstenfeld, Gesch. 87. Von seinen Schriften (Fih. 85) 
sind erhalten: 1. k. al MuwasMj das in 56 Kapiteln über die Erforder- 
nisse der feinen Lebensweise handelt und daher eine reiche Fundgrube 
für die Culturgeschichte seiner Zeit bildet, Leid. 446 ed. Brünnow, 
Leiden 1887. 2. k, tafrig al muhag wa sabab al wuml ilä V farag 
oder aurdr al muhag wal albäb fi ranäil al ahbäb, ein Briefsteller, 
Berl. 8638. 

(). Gleichfalls ein Schiller des Mubarrad und Ta'lab war 
Abu '1 fadl M. b. Abi Ga'far al Muudiri al Herewi, ein 
Perser von Geburt^), gestorben im J. 8*29/i>40. 

Flügel 216. Erhalten ist nur k. mafäliir al maqäla Köpr. 1576. 

*) Seine Schrift über die Tauben al hamäm, die Flügel erwähnt, 
handelte vielmehr vom Bade, al hammäm, wie der Zusatz waädäbihi 
beweist. 

*) AI Azhari, der i. J. 370 980 starb, kann doch nur sein Schüler, 
nicht sein Lehrer gewesen sein, wie Flügel mit as Sujüti annimmt. 



Die iHläminche Litteratur in arabischer Sprache. 125 

7. Derselben Schule gehörte Abu! Hasan 'Ali b. Siilai- 
män b. al Mufaddal al Alifas al asgar an. Er ging im 
J. 287/900 nach Ägypten und kehrte von dort im J. 80()/918 
über Haleb nach Bagdad zurück. Dort starb er im J. 815/920. 

Flügel 63, 224. Er gab das K&mil von Mubarrad heraus und 
commentierte die Nawädir des Abu Zaid (s. o. p. 104) und das Kitkh 
Sibawaihi (Hiz. 11 251« y.u.). 

8. Vaterland, Aufenthalt und Studiengang des Abu Bekr 
M. b. Halaf al Bagdädi b. al Marzubän, f 309/921 sind 
unbekannt. 

Flügel 238. Erhalten ist nur k. tafdtl al kiläb 'alä katjr man 
labis attijäb über die Niederträchtigkeit der Menschen Berl. 5425, von 
HH lY 9165 dem 'All b. A. b. al MarzubAn f 366/976 beigelegt, siehe 
aber as Sujütl bei Flügel 1. 1. Ausz. aus k, al hadäjä Landb. Brill 100. 

9. Abu 'Abdallah al Husain b. A. Hälawaihi kam im 
J. 317/926 nach Bagdad und hörte bei b. Duraid, b. al An- 
bäri u. a., betrieb ausserdem aber auch das Studium des 
Hadit. Als Lehrer der Tradition wirkte er eine Zeit lang 
in der Hauptmoschee zu Medina. Später lebte er im Dienste 
der Hamdäniden zu Haleb, wo er auch mit al Mutanabbi 
verkehrte, und starb daselbst im J. 370/980. 

Jatlma I 76, Anb. 383 — 85, J.Hall. 186, Flügel 230, Wüstenfeld, 
Schaf. 184. Von seinen Werken (Fih. 843 — n) sind erhalten: 1. R. ft 
t'räb talättn süra min al qor'an (al mufassal) Br. Mus. 83, AS 69. 
2. k, ai Sagar Berl. 7051. 3. Li vre intitul^ Laisa sur les exceptions de 
la langue arabe par Ibn Khaloüya, dit Ibn KhMawaihi. Texte arabe 
publik d' apr^s le ms. unique du Br. Mus. (53j6x) par H. Derenbourg 
Hebr. X 88 — 105 (doch wohl nur ein Auszug; denn das k. laisa umfassfc 
nach Sujüti Muzhir 11 23 drei starke Bände). 

10. Abu I fath *Otmän b. Ginni al Mausili war als 

. — • 

Sohn feines griechischen Sclaven (Namens rewalogl) im J. 
330/941 in Mausil geboren. Er begann seine Studien in 
Bagdad unter dem bayrischen Grammatiker al Färisi. Als 
er seine jStudien vollendet zu haben glaubte, trat er als 
Lehrer in seiner Vaterstadt auf. Bald aber kehrte er zu 
seinem Meister zurück und wurde später dessen Nachfolger 
in Bagdad. Dort starb er am 28. oder 29. Safar 392 / 15. oder 
16. Jan. 1002. In seinen zahlreichen Schriften, von denen 



126 2. Buch. 

uns die wichtigsten erhalten sind, seheint er durch philo- 
sophische Behandlung die Sprachwissenschaft wesentlich ge- 
fördert zu haben; ihre nähere Untersuchung ist eine der 
dringendsten Desiderate für die Geschichte der arabischen 
Grammatik. 

Jattma I 77, Anb. 406—9, J. Hall. 385. 1. k, al l^asä^is ft"n nahte 
HH III 141, 4721, Teil III u. IV, Goth. 186/7, Rägib 1316, NO 4545- 7, 
Kairo IV 49. 2. k. nirr as §anä*a, Lautlehre, HH III 7137, Berl. 6469, 
Leid. 144, Paris 3988, Pal. Med. 360, Köpr. 1469, R&gib 1317, Kairo 
IV 673. 3. Sarh fasrif al Mäzint (f 249/863), RÄ^ib 1391, Köpr. 1510/11. 
4. k. al "arüd kurze Übersicht der Metrik Berl. 7108, Wien 222, Aus- 
zug daraus? Leid. 266. 5. muhtasar al qawäfi Escur.* 442 4. 6. Ar. al 
lam*^ fVn nahw Berl. 6466, AS 4578/9, comt. v. Abu Nasr al QÄsim b. M. 
b. al MunAzir al WAsitl ad dartr ') Goth. 210, ein anderer Comt. Ambr. 
(Bibl. Ital. XLII 29, XLIV 47, 149), v. As'ad b. Nasr b. As'ad b. al 
•Abartl Abu Mansür f 889/1484, Berl. 6467, 17 andere Comt. Ahlw. 6468. 

7. al muhfasib ft i^rdb al sawädd grammatische Analyse der nicht, 
kanonischen LAA im Qor'än^ RAgib 13. 8. Comt. zu al Mutanabbi 

8. o. p. 88. 9. Gumal u^U attasrif oder mul^tasar attasnf al mit/uAt 
HH II 304, Leid. 146: Ibn Ginnli de flexione libellus, ar. nunc primum 
ed. in lat. serm. tränst, not. illustr. G. Hoberg, Lipsiae 1885. 
10. ^ilal af iatjuija über den Dual Leid. 145. 11. k. al mubhig (Flügel 
p. 251 nr. 32: manhag) wahuwa sarh asmä^ hCarä al Hamäsa Habt 
Temmdm cit. Hiz. II 264,4. 12. k. al häfinjät ib. II 470,. 

11. Abu Hiläl al Hasan b. 'Abdallah b. Sahl b. Sa'id 
b. Jahja b. Mihrän al 'Askari studierte in Bagdad, Basra 
und Isfahän unter der Leitung seines Oheims (?) Abu A. al 
Hasan b. 'Abdallah al 'Askari (f 382/992), eines Schülers des 
b. Duraid (J. Hall nr. 156), Abu '1 Qäsim al Bagawi und b. 
abi Dä'ud as Segestäni. Er starb i. J. 895/1005. 

Hiz. 1 97, Flügel 254, Wüstenfeld, Gesch. 157. Von seinen Schriftor 
(Hiz. I 112) sind erhalten: 1. k. gamharat al amiäl Sprichwörteir 
Sammlung HIJ I 436, Bombay 1306/7 am Rande des Maid&ni Cairo 13V^ 
2. k, as §anä"atain al kifäba waiRr, verfasst 394/1004, Paria 4370 = 
k, (almuJ^tasar fi) §anä'afai annazm wan nah- Köpr. 133^—35. 3. k. « 
wän al ma'äni eine Anthologie in 12 Bänden, Br. Mi».». ^'^^^. 4. k- 
masÜH jahamil *alä abwäb sattä min aladab EscuT-* ^'^'^- ^* ^' 

») 80 Pertsch nach HH ed. BülÄq II 212, vorm ^^^«^^ ^••'^*^^ 
zwei zerlegt. 

*) Eigentlich ein Comt. zu einem Werke des Ab ^=^- ^®^^ ^' ^ 
b. MugAhid f 324/936, vgl. Ahlw. 630,. 



128 2. Buch. 

Zabid, wo er sein iius noch erhaltenes Hauptwerk für den 
Hwärizrasäh Ätsyz sehrieb. Später wirkte er wieder als 
Lehrer in seiner Vaterstadt und starb daselbst i. J. 35();9GI. 

Flügel 226. Diwan al adab in 6 Büchern: 1. an sälim, 2. al mu- 
dä*af, 3. al mitäl, 4. dawät atjalälaj 5. dairät al arba^a, 6. al hamz ; 
jedes Buch zerfällt in zwei Abteilungen, in denen Nomina und Verba 
gesondert behandelt werden. Leid. 56/7, Bodl. I 1087, 1118, 1123, 1156, 
AS 4677/8, Kairo IV 170. 

H. Sein Neffe und Schüler Abu Nasr Ismä'il b. Hammäd 
al Gauhari machte seine ersten Studien unter seiner Leitung 
in seiner Vaterstadt Färäb. Dann ging er nach Bagdad, wo 
al Färisi und as Siräfi seine Lehrer waren. Um die arabische 
Sprache an der Quelle zu studieren, durchzog er das Gebiet 
der Stämme Rabfa und Mudar im 'Iräq und in Syrien. Dann 
kehrte er nach dem Osten zurück und Hess sich zunächst in 
Damagän nieder; bald aber siedelte er nach Nisäbür, der 
Hauptstadt von Horäsän, über, wo er als Lehrer und Schrift- 
steller wirkte. Infolge eines Sturzes vom Dache der Haupt- 
moschee oder seines Hauses starb er i. J. 393/1002, n. a. 
398 oder 400. 

Jatiraa IV 289, Anb. 418—21, Flügel 253. 1. k. as aahäh ft 'lluga 
Wörterbuch alphabetisch nach dem je letzten Radical geordnet, von 
ihm Helbüt nur bis Dftd ins Reine geschrieben und von seinem Schüler 
Abu Ishäq Ibrahim b. SMih al Warrliq nicht immer ohne Fehler voU- 
endet, vgl. Sujüti Muzhir I 49 ff. Handschriften finden sich fast in 
jeder Bibliothek; lith. (mit Vokalen) Tebrlz 1270, gedr. BülAq 1282. 
Auszug von al GawAllqi f 539/1144, Leid. 64 u. d. T. at tanqih auf 
1/10 verkürzt von Mahmud b. A. b. Mahmud b. Bahtj&r az ZengAnl 
Abu 't tenA f 656 1258, Berl. 6943, Paris 4246, u. d. T. a? mräh mit 
pers. Übersetzung v. Abu 1 Fadl M. b. *Omar b. Hlilid Gem&leddin al 
Qorasl verf. 956/1549, Berl. 6947, Br. Mus. 1007/8, Stevirart 133, Ind. Off. 
1015^22, gedr. Galcutta 1812—5, 1832, u. d. T. al muhtftr, v. M. b. Abt 
Bekr b. 'Abdalq&dir ar RAzt Berl. 6944/5, Ref. 68, Münch. 779, Upsala 9, 
Br. Mus. 469, 470, 1378, Bodl. I 1080, 1125, Köpr. 1592, 325 etc., gedr. 
Cairo 1287—89, BüUq 1302, Cairo 1305, v. Abu 1 karam *Abderrahlm 
al Madant (alMaManlV), Ind. Off. 1027«, Paris 192, W. Flügel Jahrb. 92, 
Anz. Bl. p. 34, fehlt bei de Slane), v. M. b. A. b. Nagmeddln b. Gemft- 
leddln al Hanafl BodL I 1055, 1126, Ind. Off. 1027«, v. 'Ali al 'Aliliblidl 
Ebcut.' 586, anonym Berl. 6946, Zusammenstellung der sawfthid ib. 6148. 
Kritiken: Qaid al awäbid min al fawä'id v. al Maidftni f 518/1124, 



Die iöl&misclie Litteratur in arabischor Sprache. 129 

Zu8ttminenBtellung von Artikeln des 8., nebät den abweichenden AuHichten 
und Erklärungen im Tahdih al Inga des al Azhari f 870/980 (s. nr. 4), 
Berl. 6942; Ar. at tanlnh wal idäh \ila mä traqa'a fik.as §ahäh v. Abu 
M. 'Abdall&h b. Barri 1582/1186 HH IV 93, Escur.* o85i ; ta'l^ät aH8. 
von dems. (oder ungenauer Titel für dasselbe Werk V) Köpr. 1521 ; k. at tak- 
mila iimddail was sfile Ergänzung und Berichtigung einzelner Artikel 
V. al Hasan b. M. b. al Hasan an SÄg&ni f «oO 1252 HH IV 7714, 
Berl. 693949, Br. Mus. 468, Köpr. 1522 — 25; k. yauHnnid an^. v. HalU 
b. Aibek as Öafadi f 764/1362; HH IV 96, Escur.^ 192 (Autograph 
V. J. 757); Ä:. al wisah wataUfif ar rimäh ji radd tauhhn al muyidd as^. 
V. Abu Zaid 'AbderrahniAn b. *Abdaraziz in Mekka Büläq 1287 (Euting 
1547). 5 Glossen, 2 Auszüge, 2 Berichtigungen, 2 Traditionsauszüge, 
2 türk. Übersetzungen, Ahlw. 6949. 2. Einige Gedichte Berl. 75892. 

4. Abu Mansur M. b. A. b. al Azhar b. Talha al 

• • • 

Azhari al Herewi war i. J. "282/595 iii Herät geboreu. Als 
junger Manu ging er nach Bagdad, wo b. as Sarräg, vielleicht 
auch b. Duraid seine Lehrer waren. Von dort aus machte 
er i. J. 311/923 eine Pilgerfahrt. Auf der Rückreise fiel er 
in die Hände der Qarmaten, als diese am 18. Muharram 
312/26. April 924 die Pilgerkarawane bei al Habir auf der 
Strasse von Medina nach Küfa, überfielen.*) Bei der Ver- 
losung der befangenen wurde er einem Beduinenstamm zu- 
gewiesen, der den Winter in ed Dahnä zubrachte, im Früh- 
ling nach as Sammän zog und im Sommer nach den beiden 
Quellen in es Sitär. Dieser unfreiwillige Aufenthalt war 
seinen Studien ausserordentlich förderlich, da er ihm Ge- 
legenheit gab, die arabische Sprache in unverfälschter Rein- 
heit kennen zu lernen. Nachdem er aus der Gefangenschaft 
entlassen war, kehrte er in seine Vaterstadt zurück, wo er 
nach langjähriger Lehrthätigkeit i. J. 370/980 starb. 

J. Hall. 611, JÄqüt IV 951, Flügel 217—19, Wüstenfeld, Gesch. 
143, Schaf 188, Tahdtb al luya Wörterbuch, in dem die Reihenfolge 
der Buchstaben nach den Organen der Aussprache bestimmt ist (wie im 
k, aCain des Halil, vgl. p. 100), AS 4671, NO 4686/7, 4743/4, Köpr. 1526—39. 
Kairo IV 169.^ K. gartb alfAz assAfi*!^ nach einem Werke des Ismli*ll 
b. JahjÄ al M&zint Abu Ibr&him f 264/878, HH IV 8616, Berl. 4852, 
Köpr. 568. 

*) Vgl. de Goeje Memoire sur les Carmathes (Leiden 1886) p. 84/5. 
*) Ist es ein Teil des von J. Hall, erwähnten yarib al alfäz elleti 
jasta^miluhä al fuqahä, oder ist dies nur ein ungenauer Titel? 
Brockelmann, Arabische Litteraturgeschichte. L 9 



IHO '^' Buch. 

5. Abu '1 Hosaiii A. b. Färis b. Zakarijä al Qazwini 
ar Razi wirkte anfangs als I^ehrer in Hamadan, wo 
Badrazzemän sein Schüler war. Von dort berief ihn Falired- 
daula nach Rai als Lehrer für seinen Sohn Abu Tälib. Ob- 
wohl er selbst sehr wahrscheinlich persischer Abstammung 
war, so hatte er sich doch so mit Begeisterung für die 
arabische Sprache erfüllt, dass er sie lebhaft gegen die An- 
griffe der Su'ubiten verteidigte. *) Er war aber kein trockener 
Gelehrter, sondern er verstand es auch, die Sprachen in 
zierlichen Versen zu handhaben, wie die Proben seiner Gedichte 
(«latima III 214 — 220) beweisen.*^) Er starb in Rai i. .1. 
895/1005 n. a. 396. 

J. H«ll. 48, Flügel 247. 1. Ar. al muymal*) fi ^Uuga ein nach den 
je ersten Radikalen alphabetisch geordnetes Wörterbuch (vgl. Weijers 
Orientalia I 357), Berl. 6954- 57, Ooth. 377, Leid. 58—60, Paris 4247—50, 
Br. Mus. 1683, v. Kremer 85, Ind. Off. 991, Bodl. 1 1065, Anibros. 99, 
Palat. 356, 421, Jeni 1163, Köpr. 1572, NO 4855, Dainascus Cat. p. 70 
nr. 3. 2. Fiqh al luya al musammä bis sahibi*) AS 4715, Damascus, 
bei Goldziher ZDMG 28, 163, 200 eine ausfahrliche Inhaltsangabe des 
Werkes. Es ist eine von philosophischen Gesichtspunkten ausgehende 
Einleitung in die arabische Lexicologie, vgl. Goldziher SBWA 1873 
Bd. 73 p. 511 ff. 3. k. ai lalata Synonymik der Wörter mit drei gleichen 
Konsonanten (vgl. das mutallat des Qutrub s. o. p. 103) Escur.- 363«. 
4. dämm al hata* fi 'üliV, Nachweis, dass die poetischen Licenzen als 
Fehler zu rügen seien HH III 5817, Berl. 7181 = k. naqd aS M'r Sujftti 
Muzhir II 250? vgl. Goldziher SBWA 1873 Bd. 73 p. 515. 3. k. ilmCC 
al itbiV cit. Sujüt! Muzhir I 202 pu. 

(). Abu 1 Qäsira Ismä'il b. 'Abbäd b. al 'Abbäs as Säliib 
at Tälaqäni war am IG. üülqa'da 324/5. Okt. 936, n. a. 
i. J. 326 in Istahr oder Tälaqän geboren, als Sohn des i. .1. 
335/946 verstorbenen AVezirs der Büjiden Rukneddaula und 
*Adudeddaula Fennähosrau. Er genoss in Rai den Unterricht 
des b. Färis und vollendete seine Studien in Bagdad. Nach 



») Vgl. Goldziher, SBWA Bd. 73, 1873, p. 530 ff. 

*) Gegen al B&harz! bei Goldziher 1. 1. p. 526. 

*) So nicht mugm'd nach Goldziher 1. 1. p. 552 und Rieu, Suppl. 
to the oat. of the ar. ms. in the Br. Mus. 574 b. 

*) Benannt zu Ehren des W^ezirs as S&hib IsmA'U b. *Abb&d f 385 995 
B. u. nr. 6. 



Die isläniischc Litteratur in arabischer Sprache. 131 

seiner Rückkehr in die Heimat wurde er von dem Büjiden 
Mu'aijadeddaiila (f 878/983), mit dem er von Jugend auf be- 
freundet war, zum AVezir ernannt und behielt diesen Posten 
auch unter seinem Bruder und Nachfolger Fahreddaula 
(f 8S7/997). Seine einflussreiche Stellung ermöglichte es ihm, 
Kunst und Wissenschaft zu fördern; zu seinen Schützlingen 
gehörte u. a. der eben besprochene b. Färis und der Ver- 
fasser des Kitäb al agäni. Aber er trat auch selbst mit Erfolg 
als Schriftsteller und Dichter auf. Er starb i. J. 885,'99o. 

Jatima 111 31 ff., Anb. 397 — 401, J. Hall. nr. 93, Flügel 240. 
1) k, al muhit alphabetisches Wörterbuch in 7 Bünden, reich an Stoff, 
aber arm an Belegen, Bd. 111 Kairo IV 185. 2) Briefsammlung u. d. T. 
käß 7 küßt, Auszug Paris 3314,. 3) 2 Qasiden Berl. 7588, vgl. HH 
III 5500. 4) Diwan AS 3953 4. 

7. Vou den Lebensumständen des Abu *Ubaid A. b. M. 
b. M. b. ^Abderrahmän al Herewi ist nichts weiter bekannt, 
als dass er ein Schüler des al Azhari (s. o. p. 129) war und 
i. J. 401/1010 starb. 

J. Hall. 35. k. al yartbain fi 7 qorän walhadtt oder k. yanhai 
aiq, walh, oder k. al yartbain fi luyaf kaläm alläh wa ahädit rasülihi 
HH 8623 u. 8613, Berl. 696,7, Ref. 69 (Teü 11), Leid. 65, Ind. Off. 992, 
Kopr. 265, 375—77, 379, Damascus 50 (Cat. p. 70), 2 Auszüge und 3 Er- 
gänzungen bei Ahlw. 11. 

8. Von Nizämeddin Hasan b. M. an Nisäbüri ist nur 
bekannt, dass er ausser der Philologie auch Astronomie trieb 
und i. J. 406/1015 starb. 

1) k.garffib alqorän AS 286—89, Jeni 96-98; 2) sarh al miyisfi 
al musammä bita^bir atfahrir Jeni 798, 800. 

5. Die Sprachwissenschaft in Ägypten und Spanien. 

Über die Geschichte der Wissenschaft in den westlichen 
Ländern besitzen wir für diese Periode nur sehr dürftige 
Nachrichten, aus denen aber zur Genüge hervorgeht, dass 
die dortigen Schulen durchaus von denen des 'Iräq abhängig 
waren. 

l. A. b. M. b. Walläd b. M. Abu '1 'Abbäs war ein 
Schüler von az Zaggäg und starb in Kairo i. J. 332/943. 

FlQgel 100 k. al maq^ir tral niamdud in alphabetischer Ordnung, 
HH V 10518, Berl. 7028, Paris ^ 4234. 

9* 



132 2. Buch. 

2. Abu Ga'far A. b. M. b. Isniä'il an Nabliäs war gleich- 
falls ein Schüler devS az Zaggäg, der ihn aber nicht besonders 
schätzte; ausserdem hatte er den jüngeren al Ahfas, b. al 
Anbäri u. a. gehört. Er lebte als Lehfer in Kairo. Als er 
am 5. Du 1 higga H3K (;26. Mai 1)50) u. a. 887 am Nilmesser 
sass und Verse skandierte, stiess ihn einer der Vorüber- 
gehenden in dem Wahn, er wolle den Nil besprechen und 
sein Wachsen verhindern, in den Strom, so dass er ertrank. 

J. HaU. 39, Flügel 64, Wu8teiifeld Gesell. 116, Barh al mu'aHaqAt 

8. o. p. 18. 

8. Unter dem fätimidischenChalifen Mu'izzeddin (1841/942) 
schrieb Barija b. abi 1 Jusr ar Rijädi eine Sprichwörter- 
sammlung u. d. T. tal<iih n1 ^uqäl (HIJ II, 417) in 157 ganz 
kurzen Kapiteln, Leid. 8S0. 

4. Der eigentliche Begründer der Sprachwissenschaft in 
Spanien war Abu 'Ali Ismä'il b. al Qäsim al Qäli. Er stammte 
aus Qäliqalä bei Manäzgird in Armenien. Im J. 808/915 
kam er nach Bagdad und begann dort seine philologischen 
Studien unter az Zaggäg, al Ahfas al asgar, b. Duraid u. a. 
Nach einiger Zeit ging er nach Mösul, um dort bei Abu Ja'lä 
al Mausili Traditionen zu hören. Aber schon 805/917 kehrte 
er zu seinen früheren Lehrern zurück. Erst i. J. 828/939 ver- 
liess er Bagdad und begab sich auf jdie Reise nach dem 
AVesten. Im J. 880/942 kam er in Cordova an und trat als 
Lehrer der Philologie auf. Dort starb er i. J. 856/967. 

ad Dabb! (Bibl. ar. hisp. III) p. 216 nr. 547, J. Han. 92, Flügel 112. 
1) k, al Ämäli eine Anthologie, ähnlich dem Kämil al Mubarrads, die 
er in der Moschee az Zahrä zu Cordova diktierte, Berl. 6935, Paris 4236, 
Escur.* 359 (Bd. II), Comt. v. Abu *übaid al Bakri (f 487/1094) citiert 
Hiz. I 306. 2) k, al bärÜ' fi ganb al hadtt, ein unvoUendet gebliebene» 
Riesenwerk, daraus die 12 ersten Blätter des 104. Teiles, der Anfang 
des 81. und des 88. und der Schluss |des 87. Teiles. Paris 4235. 
3) Sein Ar. almaqjfür walmatndüd cit. Hiz. I ilS^ y. u., Sujüti Muzhir 
I 108 pu., Ulis. 

5. Sein bedeutendster Schuler war Abu Bekr M. b. al 
Qasan az Zubaidi, dessen Vorfahren aus Hirns stammten. 
Er war in Sevilla i. J. 316/918 geboren und studierte in 
Cordova. Dort wurde er von dem Chalifen al Mustansir billäh 



Die islÄmisehe Litteratur in arabischer Sprache. 133 

al Häkim (350—866/961—976) mit der Erziehung seines 
Sohnes Hisäm betraut. Nachdem dieser zur Regierung ge- 
kommen war, ernannte er ihn zum Qädi von Sevilla und dort 
starb er i. J. 379/989. 

Jatima I 409, J. HaU. 623, WüHtenfeld GeHch. 147. 1) k, al wddih 
ß "nnahw Escur.^ 197.^ 2) II Kitäb al istidrlik di Abu Bekr az Zubaid! 
ed. J. Qaidi Mem. Ac. Lincei VI,, Roma 1890 IX 40 8. 3) Auszug aus 
HaUPft k.al *Aiii 8. o. p. 100. 4) Tahaqät annahwijin cit. Sujütt Muzhir 
I h7r vu. 91i„ II 1823. 

4. Kapitel. Die Geschichtschreibung. 

Die arabische Gesc^hichtschreibung ist aus drei verschie- 
denen Quellen zusammengeflossen: aus dem Hadit vom Pro- 
pheten, aus den Nachrichten über das arabische Altertum 
und aus der eigentlichen Annalistik. 

Die rein historischen Nachrichten über das Leben des 
Propheten hatten sich schon früh von dem religiös -gesetz- 
lichen Hadit im eugern Sinne losgelöst; besonders die 
Magäzi fanden, wie wir oben (p. 65) sahen, in den dem 
Hofe nahestehenden Kreisen eifrige Pflege und wurden 
schon früh litterarisch fixiert, wahrend der eigentliche Hadit 
die Domäne der frommen Medinenser blieb, die im Prinzip 
an der mündlichen Überlieferung festhielten, unter der 'abbä- 
sidischen Herrschaft traten diese nun freilich aus ihrer 
Reserve gegenüber der Regierung, die ihnen ihre volle Gunst 
zuwandte, heraus; aber jene alte Scheidung zwischen sira und 
magäzi einerseits und hadit andrerseits blieb bestehen. Die 
Männer, die die beiden ersteren Gebiete pflegten, zogen meist 
auch die Legenden über die früheren Propheten, die ja gleich- 
falls schon in umaijadischer Zeit den Stoff zu litterarischen 
Arbeiten geliefert hatten, in den Kreis ihrer Thätigkeit. 

Die Wissenschaft von der Genealogie und den Schlacht- 
tagen der alten Araber stand in engster Beziehung zu der 
Sammlung und Krklärung der alten Gedichte, also zur Philo- 
logie. Dasselbe gilt natürlich von den Nachrichten über die 
Lebensumstände der späteren Dichter, aus denen z. T. selb- 
ständige litterarhistorische Werke erwuchsen. Bei diesem 



134 2. Buch. 

oder jenem Schriftsteller könnte daher Zweifel entstehen, ob 
man ihn zu den Philologen oder den Historikern stellen soll. 
Die eigentliche Aunalistik ist in der arabischen Litteratur 
erst ziemlieh spät zur Geltung gekommen. Wir sahen oben 
(p. 31), dass die Nachrichten über die arabische Vorzeit 
durchaus jeder Präzision ermangelten und auf historische 
Treue nicht den mindesten Anspruch machen konnten. Wir 
müssen annehmen, dass den alten Arabern der geschichtliche 
Sinn durchaus gefehlt hat. Goldziher *) vermutet daher wohl 
mit Recht, dass der (iedanke der Historiographie erst aus 
der persischen Kultur zu den Arabern gekommen ist. Diese 
Vermutung gewinnt an Wahrscheinlichkeit, wenn wir bedenken, 
dass die mittelpersischen Königsbücher in der That schon 
sehr früh, wie wir im nächsten Kapitel sehen werden, ins 
Arabische übersetzt sin<L Vielleicht wird genauere Unter- 
suchung noch einmal sogar in stilistischer Hinsicht die Ab- 
hängigkeit der arabischen (ieschichtschreibung von dieser 
mittelpersischen Litteratur ergeben. 

F. W&ftteiifeld, Die Geschii'htschreiher der Araber und ihre Werke. 
Abh. der Kgl. Ges. d. Wisß. zu Göttingen Bd. 2S und 29. 1S82 u. 1883 
(cit. Wüst.). 

1. (Je schichte Muhammeds. 

1. Noch unter die umaijadisclie Herrschaft fällt der 
grösste Teil der Lebenszeit des . Müsä b. *Oqba b. Abi 
'1 *Ajjas al Asadi mit dem Eluentitel Imäm al magäzi. Er 
war ein Freigelassener der Familie des Zubair b. al *Auwäm 
in Medina und starb i. J. 141 '758. 

Wüst. nr. 21; k. al mayäzi, gesammelt von Jüsuf b. M. b. *Omar 
b. Q&di Suhba f 7891387, HH V 647 nr. 12464, Berl. 1554. 

2. M. b. Isl.iäq Abu * Abdallah lebte anfangs in Medina. 
Wegen seines Interesses für die historische Seite der Pro- 
phetenbiographie hatte er von dem dortigen Vertreter des 
religiös-gesetzlichen Hadit mannigfache Anfeindungen zu 
erfahren, die noch in den ungerecht absprechenden Urteilen 



') In einer ungarisch geschriebenen und mir daher leider nicht 
sugftnglichen Abhandlung (OB IX nr. 5873). 



Die isl&mische Litteratur in arabischer Sprache. 135 

der späteren Haditsehulen über seine l^eistungen ihren Nach- 
hall finden. Dadurch sah er sich i. J. 115/733 gezwungen, 
die Stadt zu verlassen. Er ging zunächst nach Alexandrien, 
von dort über Küfa und Rai nach Hira, wo er mit dem 
Chalifen al Mansur zusammentraf. Dieser veranlasste ihn, 
sieh in Bagdad niederzulassen und gewährte ihm di6 Muse 
zur Vollendung seiner Prophetenbiographie. Dort starb er 
i. J. 151/768. 

Wü»t. 28. 1) Ar. straf rasül alläh im Original verloren (». nr. 3).*) 
Zur Charakteristik vgl. Sprenger ZDMG 14, 288 — 90, Leben M.» III 
p. LXX, Nöldeke Gesch. d. Qor. XIV, WellhauHen, M. in Medina, p. XI, 
Ranke, Weltgesch. Bd. V, p. 252, Fischer, Biographien von Gewähre- 
männern des Ih. Ish&q hauptsächlich aus ad Dahabi, Leiden 1890 vgL 
ZDMG 46 p. 148 fr. 2) k. al mabda" wa qisa^ al anbijä cit. Halabl 
81ra II 275. 

8. Das Werk des b. Ishäq ist uns nur in der Bearbeitung 
des Abu M. 'Ahdelmelik b. Hisäm b. Aijub al Hiinjari al 
Basri erhalten, der dies Werk bei Zijäd b. 'Abdallah in Küfa 
gelesen hatte. Er lebte später in Fustät und starb am 
i:i Rabr 11 218/8 Mai 884. 

Wüst. 48. 1. Das Leben Muhammed^s nach Muhammed Ibn 
Ishftq bearbeitet von *Abdelmelik Ibn Hisch&m, hsgb. v. F. Wüstenfeld, 
Göttingen 1858 — 60. Übersetzt von O. Weil, Stuttgart 1864. Auszug 
von *Ini&deddin A. b. Ibrahim, Jeni 898, anonym Br. Mus. 1489, per». 
Übersetzung Bull, de St. Pet. I 361 nr. 44. Comt. v. *Abderrahmftn b. 
'AbdaHAh b. A. as Suhaili t 508 114 und Abu Darr Mus'ab b. M. b. 
Mas'üd t in ^^^ 604,1207, vgl. P. Brönnle, Die Commentatoren des Ibn 
Ishftq und ihre Scholien, Diss. Halle 1895. 2. k, af ftgän biblische 
und südarabische Legenden vgl. Lidzbarski, De propheticis, qua'e.. 
dicuntur legendis arabicis p. 5ff., ders. ZA YlII 271 ff. 

4. Abu 'Abdallah M. b. 'Omar al Wäqidi war i. J. 180/747 
in Medina geboren. Er lebte dort anfangs als Getreide- 
händler; durch übertriebene Freigebigkeit und unkluge Ge- 
schäftsführung stürzte er sich aber in eine solche Schulden- 
last, dass er die Stadt verlassen musste. Der Wezir Jahjä 
b. Hälid al Barmeki, den er in Bagdad aufsuchte, gab ihm 
die Mittel, seine Verhältnisse zu ordnen und übertrug ihm 

') Was ist das dem b. Ish&q zugeschriebene k, almagäzx K5pr. 1140? 



136 2. Buch. 

das Amt eines Qädi auf der Westseite der Hauptstadt. Nach- 
dem er von al Ma'mün auf die Ostseite, nach Rusäfa, ver- 
setzt war, starb er 4 Jahre darauf am 11. Du 1 higga 207/ 
28. April 823. 

Wüßt. 43. 1. k. al mayäzi: History of Muhammedd campaign» 
by Aboo 'Abdollah Muhammad bin Omar al Wakidy ed. by A. Kremer 
(Bibl. Ind.) Calcutta 1856. Muhammed in Medina. Da« ist Vakidis 
Kitab al Maghazi in verkürzter deutscher Wiedergabe, hsgb. v. J. Well- 
hausen, Berlin 1882. 2. tafmr al qor'dn benutzt von at Ta'labi f 428/1037 
Br. Muß. 821. 3. Dem W. untergeschoben und wahrscheinlich erst 
während der Kreuzzüge zur Aufreizung zum Glaubenskriege gegen die 
Franken geschrieben sind: a) The conquest of Syria commonly adscribed to 
Abou 'Abdallah Mohammad b. Omar al W&kidi. Ed. with notes bv 
W. Nassau Lees vol. 1—8 (Bibl. Ind.) Calcutta 1854- 62. Futfth as sa'm 
Kairo 1282, 1309 vgl. I). B. Haneberg, Erörterungen über Pseudowakidi's 
Gesch. d. Erob. Syriens. Abb. d. Ak. z. München, philos.-philolog. Cl. 
9 Bd. (1860) 1863 p. 127 de Goje Mem. 8. la conq. de la Syrie. b) In- 
certi autoris liber de expugnatione Memphidis et Alexandriae vulgo 
adj*criptus Wakidaeo ed. H. A. Hamaker, Lugd. Bat. 1825; FutCih Miar 
Calcutta 1277 (Euting 3261). c) Libri Wakedii de Mesopotamiae ex- 
pugnatae bist. p. I ed. G. H. A. Ewald, Gottingae 1827. Geschichte 
der Eroberung von Mesopotamien und Armenien, von Mohammed ben 
Omar el Wakedi. Aus d. Arab. übers, von B. G. Niebuhr, hsgb. v. 
A. D. Mordtmann, Hamburg 1847. d) Futüh Bahnasä Kairo 1278, 1280, 
1290 (dem Abfi *Abdall&h M. al Maqqari zugeschrieben Br. Mus. 299, 
Havn 138). e) Fulüh al I/Hqija Leid. 784, Br. Mus. 306, Breslau 
Universitätsbibl. 

5. Ein Schüler al Waqidis war Abu 'Abdallah M. b. Sa'd 
b. Mani* az Zuhri, meist kiitib al Wäqidi genannt. Er starb 
in Bagdad am 4. (iumada II 280/17. Febr. 845. 

Wüst. 53. Sein k. at fabaqäl al kehtr Berl. Spr. 103, Wetzst. I 140, 
11 349, Goth. 1746—51, Br. Mus. v. Kremer 7, Ind. Oif. Köpr. 262') Kairo 
enthält eine ausführliche Biograj)hie des Propheten, die auch als selb- 
ständiges Werk (Fih. 99) verbreitet war und in Klassen eingeteilte 
biographische Nachrichten über dessen Gefährten und ihre Nachfolger. 
Solche Werke, deren uns im Kap. über die Tradition noch mehrere 
begegnen werden, dienten den Zwecken der Traditionskritik, des Hlm 
ar rigäL vgl. Sprenger ZDMG 3, 450, Wüstenfeld ib. 4, 187, 728. Loth. O. 
Das Klassenbuch des Ibn Sa'd. Leipzig 1869; ders. Ursprung und Be- 



*) im Cat. falsch: Tadkiret en Nisw&n v. M. b. Sa'id; es ist der 
Schlussband des Werkes. 



Die iölämiHche Litteratur in arabischer Sprache. 137 

deutung der Tabaqät, vornehmlich der des Ihn Sa*d ZDMG 23, 593—614. 
Arnold Chre»*tom. arab. p. 173 ff.; Wellhausen, Die Schreiben Muhanimeds 
und die Gesandtschaften an ihn (Skizzen und Vorarbeiten, Heft 4) 
Berlin 1889. Eine Ausgabe des gesamten Werkes wird von 0. Rat Sachau 
vorbereitet. 

'2. Städtegescliichte. 

Mit der Biographie des Propheten im engsten Zusammen- 
hange steht die fJesrhichte der beiden heiligen Städte Mekka 
und Medina. 

1. Der erste, der die Traditionen über die sagenhafte 
Vorgeschii^hte Mekkas und über die Schicksale der Stadt 
zur Zeit des Propheten und nach derselben sammelte, war 
Abu 1 Welid A. b. M. b. al Walid b. 'Oqba b. al Azracj. ein 
Nachkomme der Dynastie die (lassaniden aus dem Hause 
(lafna. Er starb i. J. '21i)/sa4. n. a. 2'22. Seine Krzahlungen 
wurden von seinem Enkel Abii 1 Welid M. al Azracji (f bald 
nach '244 /SoS) niedergeschrieben, neu herausgegeben von 
Abii M. Ishäq al Hoza'i al Fasi (f :^0S/9i>()) und überarbeitet 
von dessen Netten Abu 1 Hasan M. al Hozai al Fasi (lebte 
noch :i:)0/*M>l). 

Wüst. 49, 58, 93, 127. Die Chroniken der Stadt Mekka, hsgb. v. 
F. Wüstenfeld 1. Bd., (teschichte und Besohreibunj? der Stadt Mekka 
von el Azraki, Leipzig ISöS. 

2. Abu 'Abdallah M. b. Ishaq b. al *Abbas al Fakihi 
schrieb in Mekka i. J. '27'2iM'). 

Td'nh Mekka Fih. 109 HH 2317 Die Chroniken von Mekka von 
F. Wüstenfeld, 2 Hd., Auszuge aus al Fakihi, Leipzig Isöl», Wüst. 09. 

^\. Nicht erhalten ist uns die älteste (leschichte vim 
Medina, die M. b. al Hasan b. Zabala. ein Schüler des 
Mälik b. Anas im Safar des Jahres IDD . Sept.-Oct. S14 
verfasste. 

Fih. 108, HH 22S, 2302. Sanihfidi, Gesch. v. Medina. S. «. 
Wüjjt. 41. 

4. Ausserdem entstanden in dieser Periode noch eine 
grosse Anzahl von Tawarili veivschiedener Städte, z. W. von 
Merw von A. b. Saijar (f •JlJHSSl. Wüst. (»7), von Basra und 
Küfa von 'Omar b. Sabba an Numairi (f -^>"^/^^^ö- ^Vust. <)C)), 



138 2. Buch. 

von Wäsit von Aslam b. Sahl (f 292/905, Wüst. 83), von 
Isfahau von M. b. Jal.ijä b. Mende (f 301/914, Wüst. 90), 
von Mausil von Jezid b. M. al Azdi (-fc 334/945, Wüst. 113) 
von Raqqa von M. b. Said al Qosairi (f 334/945, Wüst. 112), 
von Buhärä von M. b. A. b. Sulairaän al Buljäri (f 312/924, 
Wüst. 98) von Asteräbäd und Samarqand von 'Abdarrahmän 
b. M. al Idrisi (f 405/1014). Alle diese für uns verloren 
gegangenen Werke enthielten wohl ausschliesslich nur Personal- 
geschichte; sie waren eigentlich überhaupt nicht aus historischem 
Interesse entstanden, sondern dienten dem 'ilm arrigäl wie das 
Werk des b. Sa'd, indem sie die Traditionarier einer jeden Stadt 
nach den Todesjahren zusammenstellten. Nur die Geschichte 
von Harrän von Abu *Arüba al Hasan b. M. b. Abi Masar 
(t 318/930, Wüst. 100) mag vielleicht eine Ausnahme ge- 
bildet haben. Erhalten ist uns aus dieser ganzen Litteratur 
nur die Geschichte der Gesetzeslehrer und Frommen von Qairo- 
wän und Ifriqije (Tunis und Umgegend) bis zum Jahre 
35(>/9(i7 u. d. T. RijM en mt/vs von Abu Bekr 'Abdallah 
b. M. al Mäliki, Paris 2153, Auszug von .lahjä b. Ibrahim 
b. 'Ali Br. Mus. h)21. 

5. Nur eine uns wenigstens teilweise erhaltene Stadt- 
chronik scheint wirklich die politische Geschichte zum Gegen- 
stande zu haben. Das ist die Chronik Bagdads von Abu 
1 Fadl A. b. Abi Tahir Taifür. Er stammte aus einer 

• • • 

fürstlichen Familie in Horäsan, war also iranischer Herkunft, 
und eben daraus wird sich der Charakter seines Werkes er- 
klären. Er war i. .1. 204 S 19 in Bagdad geboren und starb 
daselbst i. J. 250/983. 

Wüst. 78. Fih. 146 zählt 48 Titel »einer Werke auf. 1. Ta'nJJ 
Bagdad HH 2179, Bd. über die Oeftchichtc vom Jahre 204 bi» zu 
Ma'mün» Tode i. J. 218 838 Br. Mus. 1204. 2. k. al man Mir trat manzüm 
eine poetisch rhetorische Anthologie, Teil 11 u. 12, Br. Mu*. 1090, vgl. 
O. Rosen, Ob antologii Ahmed ibn abi T&hira in Zap. ¥ros*t. otd. imp. 
russk. arch. obc. III 261—270. 

3. Geschichte des arabischen Altertums. 

1. Der bedeutendste Vertreter der antiquarischen Studien, 
insofern sie selbstlindig und unabhängig von der Philologie 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 13^ 

betrieben wurden war Abu T Mundir Hisäm b. M. b. as Sä'ib 
al Kelbi. Schon sein Vater M., der i. J. 82/701 auf Seite des 
Rebellen b. al As*at an der Schlacht von Dair al Gamägini ^) 
teilnahm und i. J. 14(3/703 starb, verfasste zwar auch 
einen Commentar zum Qor'än ^). sammelte aber mit besonderer 
Vorliebe Nachrichten über die Genealogie und die Geschichte 
der alten Araber. Diese Studien setzte sein Sohn fort, indem 
er sich hauptsächlich auf die Autorität des Vaters stützte, 
üeber seinen Charakter als Gelehrter und Schriftsteller ist in 
der arabischen Litteratur sehr viel gestritten worden. Während 
einige ihn der ärgsten Kritiklosigkeit zeihn, ja ihn sogar als 
notorischen Fälscher brandmarken^), fehlt es ihm doch auch 
nicht an warmen Verteidigern*). Jedenfalls verdanken wir 
seinem Sammeleifer die Kenntnis zahlreicher Daten des 
arabischen Altertums und die moderne Forschung hat viele 
seiner Angaben, die ihm eine scharfe Kritik seiner mus- 
lemischen Glaubensgenossen zugezogen hatte, bestätigt^). Er 
war in Kiifa geboren, lebte einige Zeit in Bagdad und starb 
i. J. 204/819 oder 2(m. 

Anb. 116-8, Wüst. 26. 42. Von den 140 Werken, die Fih. 95—98 
aufführt, sind erhalten: 1. k. an nanah al kebir oder al ymnhara /Tn-. 
nasab, die Genealogien der Araber*), frgm. Paria 2047 (?), Escur. 1693, 
daran» eine ganz moderne, fast wertlose Abschrift von Bd. 11, Br. Mus. 91 5. 
Bd. 1 Br. Mus. 1202 enthält nicht das Grundwerk des b. al Kelb!^) 
sondern eine (wohl stark verkürzende) Bearbeitung desselben von Ablk 
Sa'id *Ali b. Mösä as Sukkari (t 465/1075 s. Rieu Addenda p. 788 b), 
der hauptsächlich die Recensionen des M. b. Hab!b aber auch andere, 
z. B. die des b. nl Ar*äbi (fol. 46 v, 47 r) benutzt. Welche Recension Escur. 
1693 enthält, lässt sich nach der, vielleicht nur einen Auszug darstellenden 
Kopie Br. Mus. 915 nicht entscheiden. 2. k. nasab fuhül al hail fi 
7 ffahitija wal isläm Goth. 2078, Escur.' 1700*, vgl. Hammer, Abh. d. 



') A. Müller, Der Islam I 391. 

*) Benutzt von at Ta*lab! t 427/1036 Br. Mus. 821. 

') Ag IX 19, XVIII 161, Goldziher MSt. I 186. 

*) Jäqöt II 158. 

») Vgl. Nöldeke, Obers, d. Tabäri XXVII. 

') Unzählige Male im Ag und sonst citiert. 

'') Dies wird unter Angabe abweichender Berichte ausdrücklich 
citiert, z. B. fol. 47 r, 49 v ; andere Partien werden ausdrücklich als nicht 
von b. al Kelbi herrührend bezeichnet, z. B. 65 v, 70 r, 75 r etc. 



140 2. Buch. 

Wien. Akad. phil.-hist. Kl. VI, 21 45©. 3. k. al amäm genauer k. tetikiK 
al asnäm. Ein, wie es scheint volUtändiger Auszug, aus dem man 
den Umfang und vielleicht auch die Anordnung erkennen kann, findet 
»ich Hiz. III 242— 24H. JÄqüt benutzte das Werk und hat zahlreiche 
Auszüge daraus erhalten, die Wellhausen Reste arab. Heidentums' 
p. 10-61 übersetzt und erläutert hat, vgl. ib. p. 243. 

•J. Die Su'ühija. jeue. Partei von Gelehrten und Schrift- 
stellern nicht arabischer Herkunft, welche es sich zur Aufgabe 
machte, das Dogma von der absoluten Unübertrefflichkeit des 
Arabertums zu bekämpfen (vgl. (loldziher MSt. 1 147 — 208), 
trug in ihrer Weise dazu bei, das Andenken der (lähilija zu 
beleben. Die Eifersucht der einzelnen Stämme unter einander 
hatte viele ehrenrührige Geschichten ans ihrer Vergangenheit 
erhalten. Nun hatten allerdings auch schon Schriftsteller 
arabischer Herkunft soh^he mafdlih, wie man sie nannte, 
litterarisch fixiert. Das k. al mahllib des wegen seiner 
Charakterfehler übel beleumdeten Haitam b. Adi (f •2()J)/S-24 
Wust. 44) citiert Ag I. Tpu. Natürlich bemächtigte sich die 
Su ubija mit besonderem Eifer dieses Stoffes. Am berühm- 
testen ist die lldlbdt al matfiUh des *All«n h. al Hasan as 
Su*übi (cit. A<^. XH loi)). in der er die Vergangenheit aller 
arabischen Stamme einer bemäkelnden L'ntersuchung unter- 
zog. Der Verf., der sich offen seiner persischen Abstammung 
rühmte, war unter HArun und al Ma'mun Cnpist in der 
FMbliothek der Wissenschaften, (ioldziher .MSt. I 2(M)i7. 

4. Reichs- und Weltgeschichte. 

1. Auf der Grenze zwischen Personal- und lieichsge- 
ßchichte stehen die zahlreichen, leider für uns verlorenen 
Werke des Abu 1 Hasan 'Ali b. M. al MadiVini. Kr war i. J. 
IHf) 753 geboren und ein Freigelassener einer (juraisitischen 
Familie. Als sein T(Mlesjahr wird 21').S3() oder 22') S40 oder 
2:^1 S4.") angegeben. 

Wüst. 47. Fih. 101 werden 111 Titel seiner Werke und Abhand- 
lungen aufgeführt über die Geschichte M.'s im allgemeinen und in ein- 
zelnen besonderen Beziehungen, über die Oesichichte der Qurain und ein- 
zelner Familien und l^ernonen derselben, über Verheiratungen, Oeschichte 
der Chalifen, Geschichte einzelner Schlachttage und Helden. BelAdori, 



Die islÄini^che Littoratur in arabiischer Sprache. 141 

Tabari, Ag. J&qftt u. a., haben zahlreiche Citate aus seinen Schriften, 
besonders au» dem k. al maynzt und den tä*f^f^ al huiafä. Ausserdem 
werden citiert: 1. k. an nina al fawärik, Hiz. I 408ii. 2. k. aft nisd 
an naUzät ib. IV 8665 v. u., 479,». 3. Ar. al muyarnbtn ib: II lOO,. 
4. it. al gawäbäi Ag X 86,2, b, k. al faray ba^d assidda in der 
Vorrede zu Tanühi's (f 384 994) gleichnamigen Werke kritisiert Cat. 
Levd.* I 254. 

2. In denselben Bahnen wie die Schriftstellerei des 
Madä'ini bewegte sich die des Abu 'Abdallah az Zubair b. 
Abi Bekr Bekkär al Qorasi. Er stammte aus der alten 
Familie der Zubairiden und lebte zu Medina. Infolge eines 
Zwistes mit den 'Aliden ging er nach Bagdad, fand dort 
aber nicht die gehofl'te Unterstützung, sondern wurde bedeutet, 
dass er sich mit ihnen vertragen müsse. Nach seiner Rück- 
kehr erhielt er das Amt eines Qädi in Mekka; doch scheint 
das geistig anregendere Leben in der Residenz eine grössere 
Anziehung auf ihn ausgeübt zu haben als die heilige Stadt. 
Wenigstens hören wir, dass er noch mehrmals nach Bagdad 
ging, um dort seine Werke vorzutragen, zuletzt noch i. .1. 
253/8()7. Im Alter von 84 Jahren starb er in Mekka infolge 
eines unglücklichen Sturzes vom Dache seines Hauses am 
•21. DülqaMa 256/20. Oct. S70. 

Wüst. 61. Von den mehr als 30 Werken, die Fih. 111 aufzählt, 
sind erhalten: 1. k. nasab QoraiS waahbärihim HH 1351 Bodl. I 740 
Vgl. II 593, Kopr. 1141. 2. al Muwaff'aqijät , historische Erzählungen, 
ein Lesebuch für den Prinzen al Muwaffaq, Sohn des Chalifen al Muta- 
wakkil, in 5 Bänden oder 19 Teilen, davon Teil 16 — 19 zu Oöttingen; 
daraus „der Tod des Mus'ab b. az Zubeir'* in der Abhandlung, ^die 
Familie el Zubeir** v. F. Wüstenfeld, Göttingen 1878, vgl. Schulthes» 
DlwÄn des Hätim Tej p. 1. 

3. Abu T 'Abbäs (Abu Bekr, Abu 1 IJasan, Abu Ga'far) 
A. b. Jahjä b. Gäbir al Belädori, ein Perser von Geburt, 
lebte als Gesellschafter am Hofe der Chalifen al Mutawakkil 
und al Musta'in. AI Mu'tazz übertrug ihm den Unterricht 
seines Sohnes 'Abdallah (s. o. p. 80). Er starb i. J. 279/8i)2, 
nachdem er infolge des Genusses einer zu grossen Dosis vom 
Safte der anacardia, balädur, in eine Geisteskrankheit ver- 
fallen war; daher seine Nisbe. ^ 



142 2. Buch. 

WliKt. 74. 1. k. futüh al buldän Liber expugnationis regionum 
ed. M. J. de Goeje, Leiden 1870. Die grössere unvollendet gebliebene 
und verlorene AuHgabc dieses Werkes scheint J. Hall. (ed. Wüst. 127) 
n )ch benutzt zu haben. 2. k, ansah al asräf HH 1346 oder al af^bär 
walansdb Fih., ein grosses historisch -genealogisches Werk, von dem 
nur 2 Bände erhalten sind: a) Bd. I cod. Bchefer s. de Ooeje ZDMG 38 
p. 382 — 406. b) Anonyme arabische Chronik Bd. XI vennuthlich das 
Buoli der Verwandschaft der Adligen von . . . elbel&dorl. Autogr. u. 
hsgb. V. W. Ahlwardt, Greifswald 1883, vgl. Noldeke, GGA 1883 p. 1096ff. 
3. Auszug aus einem ar radd 'aln *88u^übfja Mas'&dt III 109 — 13, wohl 
nicht ein selbständiges Werk, sondern Excurs in einem genealogischen 
Buche, vgl. Goldziher MSt. 1 166. 4. Von seinen Übersetzungen aus dem 
Persischen (HH III 98), worunter eine metrische *aM Ardestr Fih. 113, 
ist nichts erhalten. 

4. Einem Perser war es vorbehalten, die erste vollstän- 
dige Weltgeschichte in arabischer Sprache zu verfassen. Abu 
Ga'far M. b. (ierir at Tabari war i. J. 224/S38 zu Ämul 
in Tabaristän geboren. Nach einer Studienreise durch 
Aegypten, Syrien und 'Iräfi Hess er sich in Bagdad als F^ehrer 
des Hadit und Fi(|h nieder. In der letzteren Wissenschaft 
folgte er der Lehre as Säfi'i's, gründete aber später nicht 
ohne Erfolg eine eigene Schule. Dadurch zog er sich heftige 
Anfeindungen seitens der fanatischen Hanbaliten in Bagdad 
zu. Als Schriftsteller entfaltete er eine ausserordentlich 
fruchtbare Thätigkeit nicht nur auf dem Gebiete der Geschichts- 
und Traditionswissenschaft, sondern auch auf dem Gebiete 
der Qor anerklärung und der Jurisprudenz. Freilich war er 
kein selbständiger Kopf sondern vorwiegend Compilator, 
aber eben deswegen verdanken wir ihm die Erhaltung un:, 
schätzbarer Materialien. Er starb in Bagdad am 2Q, Sauwäl 
310/1(). Febr. 923. 

Wüst. 94, Schaf 80, de Ooeje Enc. Brit.» XXIII p. 1-5, Goldziher 
Die litterar. Thätigkeit de» T. nach Ihn 'AsAkir WZKM IX 358—71. 
Von »einen zahlreichen Werken sind erhalten: 1. k, a^här arrnsul wal 
mulük eine Weltgeschichte vor der Schöpfung big auf »eine Zeit, von 
dar Higra an in annalistischer Form: Annale» auctore Abu Djafar M. 
b. Djarir at Tabari cum alii» ed. de Goeje 3 86rie» Lugd. Bat 1879 ff. 
Geschichte der Perser und Araber zur Zeit der Sasaniden. Au» der 
arab. Chronik de» T. über», v. Th. Nöldeke Leyden 1879. Anhang 
Tekmilet ta'rih at Tabari v. M. b. 'Abdalmelik al HamdÄnl f 521/1127 
bi» zum Jahre 487/1094 Pari» 1469. Auszug, rermehrt um eine Ge- 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 14H 

schichte des Magrib von 'Arib b. Sa*(i al Kätib al Qurtubl unter al 
Hakam II 850—366 961-970 (v^^l. Dozy ZDMO 20, 595 ff., Goth. 1854 
für die Jahre 290 — 320, vgl. Kosegarten Chrest. p. 105, Nicholson an 
account of the establishement of the Fatemide Dynasty in Africa (Tübingen 
u. Bristol 1840) p. 36 ff. (von de Slane JAP 1844 II p. 347 falsch be- 
8tiinmt, vgl. Dozy Notices sur quelques mss. arabes Leyd. 1847 — 51 p. 3). 
Die Geschichte des Magrib als Anhang zu Tabari hsgb. von de Goeje Leyden 
1897. Persischer Auszug au^ d. J. 352 963 von Abu *A11 M. al Bararal, 
Wezir der Sämäniden. Chronique d'Abu Djafer M. b. Djarir b. Jazid Tabari 
trad. sur la vers. pers. p. H. Zotenberg Bd. 1—4 Paris 1867 — 74, türk. 
Übersetzung Opel 1260. 2. Tahdib al äidr ein erschöpfendes Werk 
über die Tradition, unvollendet, Köpr. 269 70. 3. Tafsir al qorän 
äusserst gründlich und sehr umfangreich HH II 3161, 3324, ein Teil 
Berl. 733, AS 100—112, NO 149—156, Kairo vgl. Loth ZDMG 35, 
588—628, pers. Übersetzung Br. Mus. 819, türk. AS 87. 4. k. ihtildf 
al fuqahä Kairo III 3. 5. Catechesis Mahometana? Escur.^ 15092. 

5. Abu Bekr M. b. Jahjä as Suli war der Nachkomme 
eines Fürsten türkischer Abstammung in Gurgän, der von 
Jezid b. al Muhallab vom Mazdaismus zum Islam bekehrt 
war. Kr lebte in der Gesellschaft der Chalifen al Muktafi 
und al Mucjtadir, die ihn besonders seines glänzenden Schach- 
spiels wegen schätzten. Durch einen unvorsichtigen Verrat 
seiner 'alidischen Gesinnung geriet er aber in eine so miss- 
liche Lage, dass er aus Bagdad fliehen und sich in Basra 
verborgen halten musste. Dort starb er i. J. 335/94() 
n. a. 33(). 

Wüst. 115. Ausser einer Oeschichte der arab. Dichter (HH 203) 
und Monographien über Abu Temmam (ib. 5235), Abu Nuw&s (ib. 5268), 
al Buhturi (ib. 5268) und Abu *Amr b. al 'A1& (ib. 5318), sowie einer 
Geschichte der Wezire HH 242, 10606, Mas'üd! Tanblh 3453 verfasste 
er u. d. T. Auräq ahbär äl ^Abbäs waa§*ärihitn ein unvollendetes Werk 
über die Geschichte der Chalifen von as Saff&h bis al Mu'tazz, die Kriege, 
Gedichte der Prinzen u. a. 'Abb&siden, die nicht zur regierenden Linie 
gehörten, Gedichte der Nachkommen des *Ali und des Ga*far b. Abi T&lib 
HH 1477, Kairo V 16. 

6. Wohl der bedeutendste und vielseitigste Schriftsteller 

dieser ganzen Periode ist Abu T Hasan 'Ali b. al Hosain 

- 

*) Sein Grossonkel Ibr&htm b. al *Abb&s as Sül! war Dichter, 
Philolog und Historiker Ag IX 21—34, J. Hall. n. 10; 2 Verse von ihm 
Ham&sa ed. Bül&q III 115, vgl. J. Hall. 



144 2. Bmh. 

al Mas'iuli. Kr staminte aus einer erhtarabischen Familie, 
die ihren Ursprung auf Massud, einen der Genossen des 
I*ro|)lieten zurückführte, und wurde zu Bagdad geboren. Er 
begnügte sich nicht mit dem gewöhnlichen Bildungsgänge 
der Traditionsgelehrten seiner Zeit, der eine Studienreise 
durch die hauptsHchliciisten Länder des Islams erforderte, 
sondern sein Wissensdrang trieb ihn in fernere (Jegenden. 
Nachdem er l^ersien und Kirniän durchwandert und sich i. J. 
:^()8'J)ir) in Istahr aufgehalten hatte, ging er 304 nach Indien, 
wo er zunä(;hst Multan und Mansüra aufsuchte. Dann kam 
er über Kanbäja und Seimur nach Ceylon. Von dort machte 
er eine Seereise durch das Chinesische und das rote Meer 
und kehrte nach einem Aufenthalte auf Madagascar nach 
*Omän zurück. Nach einem Abstecher in die Gegenden am 
kaspischen Meere finden wir ihn i. J. 814/J>2() zu Tiberias in 
Palästina. 1. »). 382/5)43 hielt er sich in Antiochia und den 
syrischen (ireuzstädten auf, dann in Basra und i. J. 334 in 
DamascHis. Die letzten I^ebensjahre brachte er abwechselnd 
in Aegy|)teu und Syrien zu, so dass er in den Jahren 
33()'J)47 und 344/955 in Fustät wohnte, wo er wahrscheinlich 
auch im (iumädä II 345;i)5() oder 34(5 gestorben ist. Überall 
sehen wir ihn bemüht sein Wissen zu mehren, nicht nur auf den 
ausgetretenen Geleisen der islamischen Gelehrsamkeit, sondern 
vor allem auf dem der allgemeinen (ieschichte und Geographie; 
nicht zum wenigsten interessieren ihn gerade die Traditionen 
der Andersgläubigen, der Juden und Christen, und die Weis- 
heit der Inder. Als Schriftsteller entfaltete er eine äusserst 
fruchtbare Thätigkeit, die auch in den kümmerlichen, uns er- 
haltenen Resten noch unsere Bewunderung erregt. Wir ver- 
danken ihm viele wertvolle Angaben aus der politischen, der 
Cultur- und der Litteraturgeschichte, sowie der Geographie. 
Dass der systematische Aufbau seiner Werke zu wünschen 
übrig lässt, erklärt sich zur Genüge aus dem Charakter seiner 
Rasse und seiner Zeit. 

Quatremfere JAP 8. 8 t. VII 1 ff. Wüst 119. Von seinen Werken, 
die de Goeje in der Vorrede rnr Ausg. des Tsnblh p. VI aufa&hlt, sind 
erhalten: 1. *. aifiär « '«-•«•• «Tl!?^'^ llij^T? 



Die isl&mischc Litteratur in arabischer Spraelie. |45 

332 948, ein groaseK Werk in 30 Banden, Teil I Wien 1262. Als Er- 
gänzung dazu: 2. k, al auftat ein chronolngitscher Abrii^H der Welt- 
geschichte HH 1485, wahrscheinlich Bodl. 1 666, vgl. v. Kremer 8BWA 
1850, 207 — 11. 3. Mm-ng ad dahab ira ma*adin al gairähir, in dem 
der Stoff der beiden vorhergenannten Werke in kürzerer Form zu- 
sammengearbeitet ist, vollendet im UumädA I 836 Nov.-Dez. 947, neu- 
bearbeitet i. J. 345 956. Ma^oudi Les prairies dW. Texte et traduction 
par C. Barbier de Meynard et Pavet deOourteille Bd. 1—9 Paris 1861—77, 
BüUq 1283, Kairo 1808, am Rde. des b. al Atir Büläq 1803. Auszug 
von Ibrählm al Ibsihi Wien 807. 4. k. at fanblh wal isräf ed. de Goeje 
Bibl. geogr. ar. t. VIII Lugd. Bat. 1894. Sein letztes Werk verf. 845 956, 
in dem er sozusagen die Summe seiner gesamten litterarischen Thätig- 
keit zieht/ Mit Unrecht wird ihm das A*. ahbär az zamdn ira 'ag(Vib 
ulbuldän oder Muhta§ar al ^agä^ib wal garä*ib Paris 1470—5 zugeschrieben. 
Es ist ein späterer Auszug aus seinem Hauptwerke und behandelt 1. die 
allgemeine Schöpfungsgeschichte, 2. die Inseln mit Zusätzen aus dem 
livre des merveilles de Tlnde, 3. die allgemeine Weltgeschichte seit 
Adam, besonders ausführlich die sagenhafte Geschichte Ägyptens, vgl. 
Carra de Vaux JAP s. 9 t. 7 p. 188—144. 

7. Hamza b. Hasan al Isfahäiii lebte wahrscheinlich 

• « • 

zu Anfang des 4. »lahrh. in Ba;ü:(iri(l. Er war ein geborener 
Perser, trug »einen Nationalstolz offen zur Schau und 
gehörte zu den bedeutendsten litterarischen Vertretern der 
Su'übija. In seinem (ieschichtswerke stellte er die persische 
Geschichte nach mündlichen Mitteilungen persischer Priester 
und nach persischen Quellen besonders eingehend dar. In 
seinen philologischen Arbeiten suchte er die persischen Ur- 
formen geographischer Namen, welche die arab. National- 
philologie aus dem arabischen Wortschatze erklärt hatte, zu 
rekonstruieren. In dem verlorenen k. at tashif wat tahrif 

• • • 

scheint er sich mit der Verdrehung persischer Namen durch 
die Araber beschäftigt zu haben. 

Wüst. 126, Goldziher MSt I 209 — 12. 1. Hamzae Ispahanensis 
Annalium libri X ed. J. M. P. Gottwaldt t. I text. ar. Lipg. 1S44 t. II 
transl. lat. ib. 1848, beendet im Gumftdft 850/ Juni- Jul. 961; einen viel- 
fach besseren Text hat die Hds. Leid. 753. 2. k, al arnfJH Münch. 642. 
8. k, al f^afä*i§ walmwräzana bain al ^arabija wal färimja Kairo IV 172. 
Citiert werden 1. addurra al fähira wahija al amläl allafi gä*at *alä 
waxn af'al attafdtl Hiz. II ll,», 2. arnsäla al mn^riba 'an iaraf al 
tträb Qast. VIII 'si. 

Bff»ck«laianB, Arabische Litteraturfeschtchte. I. 10 



14() 2. Buch. 

5. Kultur- und Litteraturgeschichte. 

1. Abu 1 Farag'Ali b. al Husaiu b. M. b. A. al Qorasi 
al Isbabäui war ein Nachkomme der L'niaijaden, was durch 
seinen heimlichen Verkehr mit der spanischen IJnie dieses 
Geschlechtes bezeugt wird. Ks ist wohl kein Zufall, dass 
wir gerade einem Sprössling dieser Dynastie, die das alt- 
arabische Wesen so energisch zur Geltung gebracht hatte, 
die ausführlichste Kunde vom arabischen Altertume zu ver- 
danken haben. Abu 1 Farag war i. J. 284/987 zu Isfahän ge- 
boren und machte seine Studien in Bagdad. Er scheint 
später das Leben eines wandernden Litteraten geführt zu 
haben, denn wir finden ihn sowohl bei Saifeddaula wie bei 
den bujidischen Weziren Ismä'il b. 'Abbäd (s. o. p. 130) und 
al Muhallabi. Im Alter nahmen seine Geisteskräfte sehr 
stark ab; er starb am 14. Du M higga 8o()/*21. Nov. 9()7. 

Wüst. 132. 1. k. al Ayäm s. o. p. 21, vgl. WeUhauHen ZDMG 50, 
146 if. Auszug von OamAlcddin al Hamawi f 697 1298, Br. Mus. 571 
Lee 90, mit wertvoHen Zusätzen aus anderen QueHen v. M. b. al 
Mukarram al Ans&ri f 711 1811, Br. Mus. 1280, Goth. 2126, anonyme 
Auszüge Alger 1795-99, 4 andere Auszüge Ahlw. 7400. 2. k. ad dijarät 
über eine grosse Menge vielbesuchter Klöster am Tigris, bei Bagd&d, 
Küfa u. s. w., auch in Ägypten, ausserdem über mehrere andre, durch 
besondere Wunder ausgezeichnete Orte, die einzeln aufgeführt und ihrer 
allgemeinen Lage nach beschrieben werden. Der Zweck des Buches 
ist aber die auf jedes Kloster bezüglichen Gedichtstellen und Anek- 
doten zusammenzustellen. Der Verf. knüpft daran allerlei Notizen aus 
dem Leben der Dichter, von denen er Verse citiert und liefert damit 
auch Beiträge zur Schilderung des Lebens und Treibens am Hofe der 
'abbAs. Chalifen, besonders von Härün an bis auf al MuHadid Berl. 8321.*) 
Von seinen Werken citiert er noch im Ag k. annasah 1, 5 p. u., wohl 
gleich der Gamharat al ansah u. d. T. k. af ta*dtl wal intimfld^ bS^ v. u. 

± Die beiden Brüder Abu 'Utmän Sa'id (f ca. 350/961) 
und Abu Bekr M. b. Häsim (f 380/990) al Ilälidijän lebten 
am Hofe des Saifeddaula. Sie waren beide gute Dichter uml 
verfassten gemeinschaftlich ausser einer Geschichte von 



*) Das ähnliche, für uns verlorene Werk des 'AU b. M. as Sabusti 
haben Jftqüt II 639—710 und Maqrizl in der Gesch. der Kopten be- 
nutzt Wüst. 153. 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 147 

Mosul MonogrH|>liie]i über Abu Tenimam und b. ar Rumi, 
sowie eine Anthologie aus modernen Dichtern u. d. T. Hamdsa, 

Jattma I 507- 536, Faw&t II 281, Wunt. 148. K. al asbäh wart 
naziVir oder Hamdsaf al Hälidijain Kairo IV 20^ Qasiden von Sa*1d 
«erl. 7567,. 4. 

8. Fast ganz unbekannt sind uns leider die I^ebens- 
umstände des Abu 1 Farag iM. b. Ishaq b. abi .laVjüb an 
Nadim al Warräq al Bagdad!, dem wir unsere wichtigste 
Quelle für die älteste Geschichte der arabischen Litteratur 
verdanken. Nach der Unterschrift der Leidener Hds. seines 
Werkes hatte er dasselbe i. J. 877/f)8H verfasst und wäre 
8 Jahre nachher, also i. J. 3sr>/9t)5 gestorben. An diesem aus- 
drucklichen Zeugnisse wird man zunächst festhalten müssen 
auch gegenüber der Möglichkeit, den Verfasser mit jenem 
M. b. an IJfadim, der in der anonymen Biographie Beläduri's 
(ed. de (loeje j). in) als dessen Schüler genannt wird, zu 
identificieren, und diesen wieder als Sohn des bekannten 
Sängers, Dichters und Gelehrten Abu M. Fshäq b. Ibrahim 
an Nadim (f '288 '847) anzusehn. Die Annahme, dass das 
Werk dann von einem Späteren über das 8. Jahrh. hinaus 
fortgesetzt sei, wäre allerdings ni(;ht unmöglich, zumal man 
eine solche Fortsetzung für die das Jahr 900 überschreitenden 
Daten ohnehin annehmen muss. Der Verfasser beherrschte 
nicht nur das Gesamtgebiet der islamischen Gelehrsamkeit, 
sondern auch die aus Griechenland und Indien entlehnten 
spekulativen und exakten Wissenschaften. Der Annahme 
Sprengers, dass das Buch eigentlich der Katalog einer 
Bibliothek gewesen sei, stehn die ausführlichen historischen 
Erörterungen, die offenbar durchaus zum ursprünglichen Plane 
des ganzen Werkes gehören, entgegen. 

Kitftb al FihrUt mit Anm. hjsgb. v. G. Flügel. Nach deHsen Tode 
bef»orgt von J. Rödiger und A. Müller, 2 Bde., Leipzig 1871—72, vgl. 
Flügel ZDMG 13, 559—650. J. Loth, Dafl ClaHnenbuch de» Ihn Sa'd p. 3 n. 8. 
y. Rosen, Ist der Verf. des Fihrist im J. 988 in Constantinopel gewesen? 
Zap. wost. otd^ imp. rusk. arch. ob^. IV 401 - 4. M. Th. Houtflma, Zum 
Kit&b al Fihrist WZKM lY 217 ff. (Ergänzung einer Lücke bei Flügel: 
Geschichte des Kaläm). S. Fraenkel, Zum Fihrist ZDMG 46, 741-43. 
H. Suter, Das Mathematikerverzeichnis im Fihrist des J. A. J. an N. 
Zam ersten Male vollständig ins Deutsche übersetzt und mit Anm. ver- 

10* 



148 2. Buch. 

Heben, Abb. z. Oe»ch. d. Math. Heft VI (Suf>pl. z. Z. f. Math. u. Phys. 
371 — 87), Nachtrag Z. f. Math. u. Phys. 38 hibt. lit. Abt. p. 126 ff. 
J. Lippert, Ibn al Küfi, ein Vorgänger Nadim» WZKM XI 147 ff. 

f). Geschichte Ägyptens und Nordafrikas. 

1. Abu 1 Qäsim 'Abdarrahmän b. 'Abdallah b. 'Abdal- 
hakain war ein Sohn des i. J. 214/829 verstorbenen Q&di*s 
und Oberhauptes der Mälikiten in Ägypten. Er schrieb ein 
grosses Werk über die Eroberungsgeschichte Ägyptens und 
des Magrib und starb zu Fustät i. J. 257/S71. 

Wüst. 63. Fufüh Misr tral Magrib HH 8930, Parih 1686/7, darau«: 
Traditions anciennes relatives ä P^tablissement des Musulmans en PAfrique 
septentrionale in Histoire des Berb^res par Ibn Kbaldoun trad. p. le bar. 
de Slane t. I. App. Ibn Abdolhakami libelluB de bistoria Aegypti antiqua 
ed. J. Karle Gottingae 1856. Ibn Abdelbakem^s history of tbe conquest 
of Spain ed. by John Harri» Jone» Göttingen and London 1858. 

2. Eutychius, Sa'id b. al Bitriq, geboren i. J. 263/876 zu 
Fustät, zeichnete sich sowohl als Arzt wie als Historiker aus, 
wurde i. J. 321/933 zum melkitischen Patriarchen von Alexandria 
erhoben und starb i. J. 328/939. 

Wüst. 108, Ledere Hist. d. 1. med. ar. I 405. 1. Nazm al gauhar: 
Contextiü gemmarum s. Eutycbii Annales, interprete E. Pocockio Oxon. 
1658 — 59. Sein Werk wurde von JahjÄ b. 8a*ld al Ant&ki u. d. T. 
tä*nl^ an NU fortgesetzt. Dieser begab sich i. J. 4031012 nach Antiochien 
und fand dort die zum Abschlüsse seines Werkes nötigen Dokumente. 
Seine Erzählung berücksichtigt das byzantinische Reich, die 'Abbftsiden 
und Fatimiden und die Patriarchate von Alexandrien, Jerusalem, An<- 
tiochia und Constantinopel. Paris 291, Moskau Pet. AM p. 130 n. 2. 
Daraus: Jahjft b. Sa'id b. Batrik. Kaiser Basilius Bulgaroktonos. Aus- 
züge aus der Chronik Jahj&^s von Antiochia. Im Originaltext mit russ. 
Übers., ausführl. Comt., Einleitung und Namenreg. hsgb. y. V. Rosen 
8t. Petersburg 1883 (Zap. imp. Ak. Nauk Bd. 44 Teil I), vgl. Archiv 
f. slav. Phil. VII 3, p. 515,16. 2. Eutycbii epistola Paris 1642. 3. An 
den Codex zu Cambridge angebunden und daher dem E. fälschlich zu- 
geschrieben ist das Werk eines späteren unbekannten Sicilianers: Chro- 
nicon Siculum ab anno ehr. 827 ad annum 965 ex cod. ar. Cantabr. ar. et 
lat. in Bibl. hist. regn. Sic. op. et st. J. B. Carusii Panormi 1723. 
Chron. Sic. e m. cod. bibl. Cantabr. a J. B. Camsio ar. et lat. antea 
ed., nunc vero ad fidem textus ar. castigatius recusom in Rerum ar., quae 
ad hist. Sic. spectant, ampla coUectio op. et st. R. Gregorio Panormi 1790. 
G. Cozza Luzi La cronaca siculo sarecena di Cambridge con doppio testo 



Die i^lftmische Litteratur in arabinclier Sprache. 149 

greco scoperto in codici contemporanei delle Bibliotheohe Yaticana e 
Parigiana con accompagnamento del testo arabo pel C. B. Lagumina 
(Docum. p. serrire alla stör, di Sic.) Palermo 1890. C. CipoUa I te^ti 
greci della cronaca arabico sicula di Cambridge pubbl. da G. Cozza Luzi 
in Atti delle r. Acc. delle scienzi di Torino 27, 1882 p. 830—37. O. Cozza 
Luzi Sulla Bcoperta di due cronache greehe Siculo saraceniche e lora 
correllazione coli' arabico di Cambridge Roma 1893. 

3. A. b. Jüsuf b. ad Da ja starb i. J. 334 '945. 

Wüst. 111. Siref A. b. Tülün wabnihi Ifuinärawaihi , meist aus 
Huf- und Stadtklatsch bestehend, zum grössten Teil aufgenommen in 
das Werk des b. Sa*id f 685 1286, vgl. Fragmente aus dem Mugrib 
des Ibn Sa'ld hsgb. v. C. Völlers in C. Bezold Semit. Stud. I Berlin 1894. 

4. Abu 'Omar M. b. Jiisuf b. Ja*qüb al Kindi at Tugibi 
lebte in Ägypten um das Jahr 360/970.0 

Wüst. 124. 1. Fadä^il Misr: Die qor'&nischen Aussprüche über 
Ägypten, Antiquitäten, Geographie und Geschichte bis auf seine Zeit 
gewidmet dem Fürsten K&f&r 355—357 966—968. Havn 147,, Kairo 
V 101. Umar ibn Muhanimed [so cod. Havn] al Kindi's Beskrivelse af 
Ägrypten. Udgivet og oversat af J. Oestrup. Verh. d. Ak. d. Wiss. 
zu Kopenhagen 189« nr. 4 (vgl. de Goeje ZDMG 50, 736). 2. Ahbär al 
qudat al Mi^njin bi^* zum Jahre 246 860 Br. Mus. 12123. 3. Ta'rih 
Misr wawtUätihä ib. 12124, verf. in oder kurz nach 362 972. 

5. Abu 1 Hasan M. al Iskenderäni schrieb um d. J. 
3(;5 1)75 : 

Mä kafä min ahbär al aijäni ein Tagebuch unter der Regierung 
des Mu'izz lidin all&h 341 — 365 952—975. Escur.* 1756. 

r». Abu M. al Hasan b. Ibrahim b. Züläq al Laiti war 
geboren im Sa'bän HCH» Januar i>li) und starb am '2b. OiVl- 
qada 387/ 30. Nov. WS. 

Wüßt. 151. 1. Kurze Gest-hichte Ägyptens bis zum Jahre 49 669 
Gotha 1617,. 2. Td'rih Mi§r wafadcVilihä Paris 1817. 3. Auszug daraus. 
Yom Verf. Gotha 1617^, 161S, Paris 1816,. 4. Kurze Topographie 
Ägyptens Paris IHis. 5. Ahbär Sibatraihi al Misri d. i. M. b. Müs& 
b. *Abd*araziz al Kindi as Sairafi f 35H 967. Kairo V 6. 6. Fortsetzung 
der Ahbär al Qwläf des al Kindi (4,) bis zum Jahre 386 996, HH 217. 

7. Geschichte Spaniens. 

1. Das anj(ebli<!h iUteste. uns erhaltene Werk über die 
(ieschichte Spaniens wird dem Abu Merwan *Abdalmelik 

') Die An><abe Sujütis Hitsn al muhädara I 254 bei Wüst., dass 
er i. J. 350 gestorben sei, ist, wie die folgenden Daten zeigen, unrichtig. 



150 2. Buch. 

b. Habib as Sulemi al Mirdäsi zugesebrieben. Dieser war 
nach dem Jahre 180/796 in Hisn Wät bei Granada geboren. 
Nach vollendetem Studium machte er die Pilgerreise und 
lernte bei dieser Gelegenheit in Medina die Lehre des Mälik 
b. Anas kennen, um deren Verbreitung in Spanien er sich 
nach seiner Rückkehr grosse Verdienste erwarb. Er starb 
in Cordova am 3. Ramadan 238/17. Febr. 853 ». a. 23*). 

• 

Wüst. 56, Flügel 256/57. Von seinen theologisch -juristischen 
Werken ist nur der Anfang dei k. uml al faräHd (Erbrecht) Berl. 4687 
erhalten. Der unter seinem Namen gehende Tä'nhj eine Geschichte 
der Schöpfung, der Propheten und Ghalifen bis auf Walld I und Ge- 
schichte Spaniens bis 275/888 Bodl. II, 127, 258, ist ein ihm unter- 
geschobenes wertloses Machwerk, vgl. Dozy Recherches 2. ed. t. 1 p. 32» 
3. 6d. t. 1 p. 28. 

2. Der erste spanische Historiker, dessen Werke uns 
wenigstens in einer Bearbeitung erhalten sind, ist Abu Bekr 
A. b. M. b. Musä ar Räzi, gestorben i. J. 325/937. 

Wüst. 105 a. Seine Beschreibung der Hauptstrassen, Häfen, Haupt- 
städte und der 6 Provinzen Spaniens, sowie seine Geschichte der spanischen 
Könige liegen der spanischen Cronica del moro Ra^is eu Grunde, 
s. Casiri II 329; P. de Gayangos memoria sobre la autenticidad de la 
Cronica denominada del Moro Rasis in Memorias de la r. acad. de la 
historia t. 8 Madrid 1852. 

3. Um das Jahr 3r)8/9()i) lebte Abu 'Abdallah M. b. al 
Härit al llusani aus der Familie Husaina vom Stamme 
Qudä'a in Cordova. 

Wüst. 133. Ein Teil seines k. ahhor al fuqaha wal huffäz al An- 
dalusijm scheinen die alibär alqudät al Qiirtubißn zu sein, bis zum 
Jahre 35« Bodl. II 127\ 258^ 

4. Gleich ausgezeichnet als Philologe wie als Historiker 
war Abu Bekr M. b. 'Omar b. 'AbdaFaziz b. al Qütija. Den 
Familiennamen, Nachkomme der Gothin, führte er, weil sein 
Ahnherr *lsä eine gothische Prinzessin von Spanien, Sara, 
Tochter des Gothenkönigs Oppas, geheiratet hatte, als sie 
zu dem Ghalifen Hisäm b. 'Abdalmelik nach Damascus ge- 
kommen war. um sich bef ihm über ihren Oheim Ardabast 
zu beschweren. *Isä war dann mit seiner Gemahlin nach 
Spanien gezogen und seine Nachkommen wohnten in Sevilla. 



Die iällunische Litteratur in arabischer dprache. 151 

Abu Bekr war in Cordova geboren und studierte dort sowohl 
wie in Sevilla. AI Qali [^s. o. p. 182) soll ihn dem Chalifen 
al Häkim II. als den bedeutendsten Gelehrten Spaniens be- 
zeichnet haben. Er starb i. J. 8r>7 977 zu Cordova, 

Wftat 141. VcMi »einen Werken «ind erhalten 1. Ta*nk al AndaluM 
Ton der miuliraldchen Eroberung bis zum Jahre 280 893 Parii» 1867, 
Tgl. DozT Ibn Adhari, Introd. pu 28 ffL, Recherche^i 2. ed. t. II app. p. 85, 
3. 6d. p. 78. Cherbonneau Hiatoire du regne d'Elhakam fib de Hicham 
JAP 8. 5 t. 1 p. 458. Ibn al Qoutija Hiiitoire de la conqu^te de TAnda« 
louaie ed. O. Houda« in Becueil de textes et de traduction« publie par 
le» profe^seun» de Tecole de« langne« or. rix. t. I Parid 1889 p. 219 ff. 
2. 11 libro dei rerbi di Abu Bekr ibn al Qutija pubblicato da J. GuidL 
Leida 1894. 

5. Kapitel. UnterhaltungslittenUar in Prosa. 

Bereits in den beiden vorhergehenden Abschnitten liaben 
wir eine Anzahl von Werken kenneu gelernt, die ebensosehr 
der Unterhaltung wie der Belehrung zu dienen bestimmt 
waren. So hätten wir denn auch die jetzt zu besprechenden 
Schriftsteller teils unter den Piiilologen, teils unter den 
Historikern einreihen können. 

1. 'Abdallah b. al Muqaffa* war ein Perser von (Seburt 
und führte als solcher den Namen K«>zbih. Er war erst selbst 
vom Mazdaismus zum Islam übergetreten und scheint dem 
Glauben seiner Väter auch nachher noch heimlich tren- 
geblieben zu sein. Ihm gebührt hauptsächlich das Verdienst, 
durch seine Übersetzungen die Araber mit den Schätzen der 
mittelpersischen Litteratur bekannt gemacht zu haben. Er 
lebte in Basra und stand in intimem Verkehr mit dem 
Grammtiker al Halil <s. o. p. UK)). Um das Jahr U0757 
wurde er auf Befehl des Chalifen al Mansur, dessen Zorn er 
sieh durch eine Äusfserung zu Gunsten der 'Aliden zugezogen 
hatte, von dem Statthalter in Basra SuQän b. Muäwija al 
Muhallabi hingerichtet. 

Hiz. III 459 60. h Kaiila tra Dimnaj die Fabeln Bidpais, aus 
der PehleriQber^etzung de« indischen Fürtfitenspiegels Pan^atantra (rgl. 
Benfey's Einleitung zur Übersetzung de» F.), ed. de Sacy Pari» 1816, 
dazu J. Guidi Studii sul testo arabo del libro Calila e Dimna Roma 1873. 
MorgenländiAche Erzählungen, Terdeutücht Ton Ph. Wolff. CaHla und 



152 2. Buch. 

Dimna oder die Fabeln Bidpais aus dem Arab. I. II. Stuttgart 1837. 
Das Buch dei5 Weisen in lust- und lehrreichen Erzählungen des 
indischen Philosophen Bidpai. Aus dem Arab. v. Ph. Wolflf 2 Auf. I. II. 
Stuttgart 1839. Bair(it 1878, 1882, 1890, BuUq 1285, Kairo 1305, Mösul 
1869, 1883, Bombay 1887, Kasan 1889 etc. 2. ad durrd al jaftma fi 
tä'at al mulük Br. Mus. Suppl. 1003 IV, gedr. Kairo o. J. (1893) von 
Emir Sukail Arslän OB VII 2435, dazu eine Tatimma, aus welcher der 
berühmte Mystiker b. al *Arab1 (f 6381240) einen Auszug machte u. d. T. 
*Izat al albäb tca da^trat al ikfitfäb Paris 1344. 3. Sijar mulük al 
^ayam, Übersetzung des Pehlevibuches Ifodäi-nämCf die wohl unter 
dem letzten Jazdegird verfasstc und mit vielen moralisierenden Reden 
verbrämte Darstellung der persischen Geschichte, die auch Firdausis 
Bähnäme zu Grunde liegt. Die arab. Übersetzung ist verloren, doch 
finden sich viele umfangreiche Fragmente namentlich in b. Qutaiba's 
'IJjün al ahbdr, vgl. Nöldeke Tabari- Übers, p. XX, Das Iranische 
Nationalepos (SA aus Grundriss d. Iran. Philologie) p. 13. 4. B. /i '/ 
aJiläq NO 2392. 

2. Ausserordentlich vielseitig, aber doch im wesentlichen 
mehr Unterhaltung als Belehrung bezweckend war die Schrift- 

r 

stellerei des 'Amr b. Bahr al (lähiz, d. h. der Glotzäugige. Er 
lebte in Biwa und Hess die verschiedenen geistigen Anregungen 
jener Stadt auf sich wirken. Besonders eifrig beteiligte er 
sich an der später noch eingehend zu besprechenden mu'tazi- 
litischen Bewegung in der Theologie; er gründete sogar eine 
eigene Sekte, die nach ihm sich al (lähizija nannte. Als 
Schriftsteller bethätigte er sich hauptsächlich auf dem (lebiete 
des Adab, der Philologie im weiteren Sinne, wenn er auch 
den speziell grammatischen Studien ferner gestanden zu haben 
scheint. Ihn auch zu den Naturforschern zu zähleji, wie 
Leclerc 1 805 thut, hat man allerdings kaum das Recht, denn 
sein Tierbuch ist ebenso wie das Pflanzenbu<:h ad Dinawaris 
(s. 0. p. 1*23) fast ganz aus philologisch-historischem Interesse 
hervorgegangen. Für die ganze Art seiner Schriftstellerei 
äusserst charakteristisch ist ein von Mas udi ^) überlieferter 
Ausspruch, in dem er sich beklagt, dass die Werke, die er 
unter seinem eigenen Namen herausgäbe, beim Publikum nur 
wenig Anklang fänden; wollte er einem seiner Werke zu 
Popularität verlielfen, so gäbe er es unter dem Namen irgend 



K. at tanbih p. 76, vgl. Goldziher Abh. I 141. 



Die isl&mische Litteratur in arabischer Sprache. 153 

einer älteren Autorität heraus und könnte dann bald einer 
grossen Nachfrage sicher sein. Er stand in engen Beziehungen 
zu b. az Zaijät, dem Wezir al Wätiq's, und hätte, als dieser 
von al Mutawakkil getötet wurde, beinahe sein Schicksal ge- 
teilt. Derselbe Chalife soll ihn als Erzieher seines Sohnes 
nach Bagdad berufen, sich aber durch seine abschreckende 
Hässlichkeit veranlasst gesehen haben, ihn alsbald mit einer 
reichen Entschädigung wieder zu entlassen. Erstarb i. J. 255/869. 

Anb. 254- 59, J. HaU. 470, Sahrant. 52 3, Flügel 187, Hout8ma Het 
Stryd 113—15, v. Vloten in Tweemaandelijksch Tijdnchr. 1897 Mei. Von 
seinen Werken sind erhalten: 1. k. al hajnn wattabjin (oder iratfibjdn) 
handelt über Rhetorik, aber nicht Hystematisch im Sinne der »päteren 
BchulwisMenHchaft, sondern durch Anführung von Proben und Anekdoten 
mit vielfachen Digressionen, vgl. V. KoHen ZDMÜ 28 p. 169, Pet. Ronen 
158, AS 3814, Köpr. 1222-21, NO 3688, 3696 97, Kairo IV 216 gedr. 
Kairo 1313. 2. k. al hajawan Wien 1433, Köpr. 992— 97 bis, NO 3031, 
AuHZüge bei O. van Vloten, Dämonen, Oeister und Zauber bei den alten 
Arabern WZKM VII 167-87, 233-47, VIII 59-73, 290-92, derH. 
Worger» in MrAq in Feestbundel Veth 57—63, 315. 3. k. al mahnnin 
wal addäd ival 'ag(Viö wal (jaraib vol. I Br. Mus. 722, v. Kremer 98, 
vol. II, Leid. 244, Wien 356, Pet. Aö. Muh., AS 4259. 4. k. ahUuj al 
mulük AS 2827. 5. k. Untb'ih al mulük wal makdjid Köpr. 1065. 6. k. al 
bufydd ib. 1389. 7. k. sihr albajän ib. 1284. 8. k. fadiVil al Ahdk 
über die Vorzüge der Türken AS 4159. 9. k. salwat al haiif bi muna- 
sarat ar BabV iral Hanf (Wettstreit zwischen Frühling und Herbst), 
gedr. Cpel (jawä'ib 1302. 10. Bdb al ^irdfa iraz zayr iral firdsa *alä 
madhab al Fürs (vgl. b. Qutaiba * Ujun alahbär Buch 11 Cap. 11) 
Leid. 1210. 11. al muhtdr min kaldm abi 'Vhndn al (rdhiz, Betraeh- 

^ — • • • 

tungen philostiphi-ichor Art über Allerlei, Antworten auf Briefe, Oharak- 
tjristiken u. s. w. Berl. 5031. 12. ^AliV 100 Sprüche («. o. p. 44), gegen 
Ende seines Lebens seinem Seliüler A. b. Zahir fiberliefert Berl. 8656'7, 
mit persischer Übersetzung und Erklärung von M. b. M. b. 'Abdalgal.l 
b. 'Abdarrasid (t 509 1115) ib. 8657*. 

'^. Luterluiltiiiiy; und Krbauuuj^ zugleich l)ezNvecken die 
Werke des Abu Hekr b. 'Abdallah b. M. b. abi 'd Duuja 
al Qora.si. Kr war i. »I. 208828 geb<»ren. Obwcdil ein Client 
der Uniaijaden trat er doch zu den *Al)ba8iden in Beziehung 
und unterrichtete den späteren Chalifen al Muktafi (;2«J)--'i9r)/ 
902 Ui)H\ als er noch ein Knabe war. Er starb 1 J. 281/894. 

Fawat I 236. Von seinen Werken »ind erhalten 1. k, al f'aray 
bad an kidda. eine Nachahmung de» verlorenen Werkes von al Mad&'inI 



154 2. Buch. 

mit gleichem Titel Berl. 8731, kritisiert von at Tanüh! in der Vorrede 
seine» gleichnamigen Bucheb Cat. Lugd.^ I 255, daraus ein aus anderen 
Quellen vermehrter Auszug Ar. al arag f% ^ntizär al farag von as Sujütl 
t 911/1505 Goth. 622,3, Berl. 8732/3, Paris 659*. 2. Ar. makäHm al 
aJ^läqj Darstellung der dem Menschen notwendigen guten und edlen 
Eigenschaften nach Aussprüchen des Propheten HH VI 12823, Berl. 5388, 
daraus besonders k. mudärät annas ib. 5436x. 3. k. dämm al malälU, 
Tadel der Musikinstrumente Berl. 5504. 4. fi fadäHl *a8r Di 7 higga 
Leid. 1732, Landb. Brill 55. 5. Ar. al 'azama, die Wunder der Schöpfung 
im Himmel, auf Erden und im Meere, im Paradies und der Hölle KraiTt 423. 

6. k. man *d§a ha^d al maut in kurzen Erzählungen Münch. 885«. 

7. Ar. al jaqin Köpr. 388. 8. Ar. a8 iukr NO 1208. 9. k, qird W daif 
Landb. Brill 54. Sein Ar. al ah'äf citiert SujClti Muzhir II 163,,; Ar. <U 
hawdfif Dfimin I 247,©; k. al liumül waftawäfin*^ ib. 324x4. 

4. Abu Bekr A. b. Merwäii ad Diüawari al Mäliki 
t 310/922 verfasste: 

K, al mugälasa Sammlung von Traditionen, Anekdoten und Maqikmen 
in 47 Kapiteln, deren 15 letzte Paris 3481 (cit. Damtrt I 52«, 135 apu). 

5. Ibrahim b. A. b. abi'Auii al Katib al Mulliid f 322/i)H4 
verfasste auf Wunsch eines Fürsten: 

K. luhb al luhdb fi gawdhät dairt 7 albäb über die einzelnen, in 
der Unterhaltung vorkommenden Arten von Antworten, Ernst, Scherz u.s.w. 
HH V 9973 4, Berl. 8317. 

(). Abu n Azhar M. b. Mazjad an Nahwi f 32:>/i)37 
(Wüst. 105) verfasste: 

Ahbär*nqalä al magamn Vernünftige Handlungen von Verrückten 
HH 207, Escur.* 482. 



7. Abu Bekr M. b. (ia'far al Harä'itf as Säniarri 
t 327/438 in Askalon schrieb: 

1. Ar. i^tiläl al qulüb Traditionen über die Liebe und Liebende 
HH I 349 nr. 905, Goth. 627, Kairo IV 203. 2. k, makärim al ahläq 
Leid. 1929. 

8. Abu 'Omar A. b. M. b. 'Abdirabbihi war am 
10. Ramadan 246/860 in Cordova geboren. Er war ein Frei- 
gelassener der dort hen'schenden Umaijaden. Als Dichter 
pflegte er nicht nur die kunstmässigen Formen der Poesie, 
sondern auch schon das später noch genauer zu besprechende 
volkstümliche Strophengedicht. Nachdem er einige Jahre vom 
Schlage gelähmt gewesen war, starb er i. J. 328/940. 



Die idlftmiHche Litteratur iu arabischer Sprache. 155 

Jatima I 412-436, J. Hall. 45, Wüst. 107, Hartmsnn Muwa^sah 23, 
k. al *iqd al fand eine sehr reichhaltige Anthologie, in der der Verf. 
in der Disposition und im Inhalt die *Ujün al a^är von b. Qutaiba 
nachahmt und stark plündert, ohne seine Quelle zu nennen, gedr. 
Kairo 1293, 1303, 1305. Berl. 8318/9, Goth. 2121—23, Ref. 168, Wien 357, 
Münch. 594, Bodl. I 334, 350, 400, 743, Br. Mus. 1091—93, Escur.^ 723, 
1705, Paris 3287—91, Schefer Bull, hit^t. phil. de 8t. Petersbourg VI 219, 
M61. As. I 104, Mailand Bibl. Ital. LVI 297, AS 4139—44, NO 411920, 
RÄgib 1174, Köpr. 1339—41. Da« Werk i^t in 25 nach Juwelen be- 
nannte Bücher eingeteilt; das 13. Buch bildet die Mittelperle al tcäfdta 
des Halsbandes, an welche sich nach beiden Seiten die Bücher so an- 
schliessen, dass gleiche Juwelen (doch nach dem 13. mit dem Zusatz 
nt tänija) in gleicher Entfernung von der Mittelperle sich gegenüberstehn. 

1). Abu Ishäq Ibrahim b. al Qäsim al Kätib al Qaira- 
wäni ar Raqiq au Nadim f 888/993 sehrieb: 

K. qutb aHHurür fi au^af al ^urnür für und wider den Wein- 
genuss mit Anführung von Dichterstellen und Anekdoten HH IV 953f, 
Berl. 8324, Goth. 2124/5, Wien 358, Ref. 36, Escur.* 558, de Slane Hist. 
des Berbcres I 292 n.3. 

10. Abu *Ali Muhsiu b. *Ali at Tauuhi war i. J. 827/981) 
als Sohu des Qädi's und Dichters *Ali b. al Husain^) in 
Basra geboren. Nachdem er seine Studien hauptsächlich unter 
as Süll vollendet hatte, ging er na(;h Baöjdäd. Im J. 849 9G0 
wurde er zum Qädi für Qasr, Babil und Umgegend ernannt. 
Das gleiche Amt verwaltete er später noch in *Asker Mukrem, 
ideg, Rämhurmuz und verschiedenen anderen Orten. Kr starb 
i. J. 8S4/994. 

Jatima II 1156, J. Hall. .529, J. QutlftbugA 229. 1. k. al farag 
ba^d assidda eine Sammlung von Erzählungen nach dem Vorbilde der 
Werke des Madä'ini (s. o. p. 141) und des b. abt'd Dunj& (p. 153) Berl. 
8787 8, Goth. 2687, Leid. 449, Paris 3483 4, Bodl. I 326, Vat. 777, 
Eäcur.2711, Köpr. 1349, 1350, Damascus 34; nach Goth. 1596 wäre das 
Buch vielmehr von dem Vater verfasst. Auszug: nagät al muhag v. 
*Ali b. Abt TAlib b. 'Ali al HassAb al Halabl Parii 3485, anonym ib. 
34861.3, Berl. 8739. 2. k. al mustajäd min fa^iläi al a^tr/irf Sammlung 
von Anekdoten und Charakterzügen, meist aus dem Leben der *abbik- 
sidischen Chalifen Goth. 1596 7, Bodl. 1 834, II 597, Eacur.» 1722, Pet. 
As. Mus. 292, Alger 1883, AS 4263. 3. k. nahcän al muhädara icaahbär 



») t 342 953, Jatima II 105—115, J. Hall. 438, J. Qutlübu^A nr. 135; 
einige Gedichte Berl. 7362,. 



156 2. Buch. 

al mndäkara (Sujüti Muzhir II 163ic) Sammlung von QeBchichten 
Paris 3982,. 

11. Au8 dem 4. Jahrh. stammt wohl auch die Erzählung 
den Abu 1 Mutahhar M. b. A. al Azdi: 

• 

Hikdjet abi 7 Qäsim al Bagdad^ at Tamlmi, die als den Typus 
eines echten Bagd&ders einen frechen und nichtsnutzigen, aber schlauen 
und redegewandten Alten und seine Erlebnisse im Laufe von 24 Stunden 
schildert Br. Mus. 1127. 

12. AI Hasan h. M. an Nisäburi Abu 1 Qäsim b. al 
Habib f 406/1015 sehrieb: 

k. 'uqalä al mayänin (s. o. p. 154) eine Menge Anekdoten, z. T. mit 
Versen von angeblich oder wirklich Verrückten beiderlei Geschlechts, 
von denen einige eine gewisse Berühmtheit erlangt haben, andre 
nanenlos untergegangen sind. Berl., 8328. 

(*). Kapitel. Der Hadft 

Die Geschichte der religiösen Tradition ist von (loldziher 
in der Abhandlung: llber die Entwicklung des Hadit MSt II 
1 — 'IIA so klar und erschöpfend dargestellt, dass wir uns im 
folgenden ganz seiner Führung anvertrauen. Natürlich können 
wir hier ^uf die kultur- und religions-geschichtliche Bedeu- 
tung der Traditiim, die bei fJoldziher besonders eingehend 
behandelt ist, nicht näher eingehen, sondern müssen untii 
gleich der Haditlitteratur zuwenden. 

As Sujüti Tahaqat al Haffaz (cit. Hutt'): Liber classiuni virorum 
qui Koran! et Traditionum cognitione excelluorunt auctore Dahabio ed. 
Wüstenfold, Oottingae 1833 4. 

1. Aus der ältesten Periode der Haditlitteratur sind uns 
abgesehen von dem im Kapitel über den Fiqh zu besprechen- 
den Werken des Mälik b. Anas und des A. b. Hanbai nur 
äusserst spärliche Keste erhalten. Wenn auch im l. und 
2. Jahrh. die Muslimen keineswegs, wie man wohl früher ge- 
meint liat. irgendwelche religiöse Scheu vor dem Xieder- 
s<;hreiben von Haditen gehabt haben, so herrschte do(rh die 
mündliche Überlieferung, die übrigens auch später, als schon 
eine grosse Litteratur existierte, nicht ausser (lebrauch kam, 
80 durchaus vor, dass alle Aufzeichnungen jener Zeit nur 
einen individuellen Charakter tragen konnten. So besitzen 



Die islamische Litteratur in arabisicher Sprache, 157 

wir uoch ein wohl aus einer Vorlesung stammendes Tra- 
ditiousheft von *Affän b. Muslim al Basri as Saffär Abu *0t- 

• • • ^ 

man Berl. 1 555. Auf einer etwas höheren Stufe stehen schon 
die Musnadwerke, in denen die Traditionen ohne Rucksicht 
auf ihren Inhalt je nach den letzten (iewährsmänneni zu- 
sammengestellt s(ind. Von solchen Musnad's besitzen wir 
ausser den des A. b. Hanbai noch 1) das des Ishäq b. Ibra- 
him b. Rähüje al Hanzali (f 283/847), des Lehrers des b. 
Qutaiba, wenigstens in einem Bruchstück: Kairo l 305. 2) Voll- 
ständig erhalten ist das Mnanad des Abu M. * Abdallah (*Abdal- 
l.iamid) b. Humaid al Kassi (f 249/865 Huff IX 4), Goth. 590, 
Jeni 5()8, eine Auswahl Berl. 1261, Köpr. 456. 3) Musnad 
af V/.vr/ra (d. i. der 10 durch die Paradiesesverheissung aus- 
gezeichneten Gefährten des Propheten) von Abu Bekr A. b. 
Ga'far b. Mälik f 241/855, Köpr. 429. 4) das Musnad des Härit 
b. Usäma f 282/895, das uns zwar verloren ist, aber noch im 
VI. Jahrh. eifrig studiert (b. al Atir VI 1()9), im VIII. noch 
commentiert wurde: Kairo I 161, Goldziher 228 n. 3. 5) Mus- 
nad ah1 Huraira v. Abu Ishäq Ibrahim b. Harb al *Askari 
t 282/895, Köpr. 4 IS. 6) Musnad aht 7 'Abbds v. M. b. 
Ishäq b. Ibrahim an Nisäbüri f 313/925 ib. 423. 7) Musuad 
ahf äaiha^) v. 'Abdallah b. M. f 335/946 NO 1215—21. 

2. Eine höhere Stufe der litterarischeu Entwicklung re- 
präsentieren die Musannafwerke, in denen die Traditionen 
nach ihrem Inhalt und dessen Bedeutung für juristische und 
rituelle, aber auch für historische, asketische und ethische 
Fragen in Kapitel eingeteilt sind. Diese Werke waren dazu 
bestimmt, für den auf dem (lebiete des Fiqh zwischen den 
Ashäb alhadit und den Ashäb arra'j geführten Kampf den 
ersteren das zur Polemik erforderliche Traditionenmaterial in 
handlicher Form darzubieten. Das erste derartige Werk ist 
das Sal.iih des Buhäri. Abu 'Abdallah M. b. Ismä'il al 
Buhäri al Gu'fi wurde am 13. Sauwäl 194 (21. Juli 810) zu 
Buhära aus einer iranischen Familie*) geboren. In seinem 

So nach Mustabih 806, Goldziher II 265: Shtba. 
*) Sein Gro88vater führte den Namen Bardizbah, wa» nach Pet. 5S9 
auf ßohäri8ch Bauer (?) bedeuten soU. 



148 2. Buch. 

sehen, Abh. z. Gesch. d. Math. Heft VI (Su)>pl. z. Z. f. Math.' u. Phys. 
371—87), Nachtrag Z. f. Math. u. Phys. 38 hi^t. lit. Abt. p. 126 ff. 
J. Lippert, Ihn al Küfl, ein Vorgänger Nadims WZKM XI 147 ff. 

H. Geschichte Ägyptens und Nordafrikas. 

1. Abu 1 Qäsim 'Abdarrahmän b. 'Abdallah b. 'Abdal- 
hakam war ein Sohn des i. J. 214/829 verstorbenen Qädfs 
und Oberhauptes der Mälikiten in Ägypten. P> schrieb ein 
grosses Werk über die Flroberungsgeschichte Ägyptens und 
des Magrib und starb zu Fustät i. J. 257/871. 

Wust. 63. Futuh Misr wal Mayrih HH 8930, Paris 1686/7, daraus: 
Traditions anciennes relatives ä T^tablissement des Musulmans en TAfrique 
septentrionale in Histoire des Berb^res par Ibn Khaldoun trad. p. le bar. 
de Slane t. I. App. Ibn Abdolhakami libellus de historia Aegypti antiqua 
ed. J. Karle Gottingae 1856. Ibn Abdelhakem^s history of the conquest 
of Spain ed. by John Harris Jones Göttingen and London 1858. 

2. Eutychius, Sa'id b. al Bitriq, geboren i. J. 263/876 zu 
Fustät, zeichnete sich sowohl als Arzt wie als Historiker aus, 
wurde i. J. 321/933 zum melkitischen Patriarchen von Alexandria 
erhoben und starb i. J. 328/939. 

Wüst. 108, Leclerc Hist. d. 1. med. ar. I 405. 1. Nazm al gauhar: 
Contextio gemmarum s. Eutychii Annales, interprete E. Pocockio Oxon. 
1658 — 59. Sein Werk wurde von Jahjä b. Sa'id al AntAkI u. d. T. 
ta*rth an NU fortgesetzt. Dieser begab sieh i. J. 403/1012 nach Antiochien 
und fand dort die zum Abschlüsse seines Werkes nötigen Dokumente. 
Seine Erzählung berücksichtigt das byzantinische Reich, die 'Abb&siden 
und Fatimiden und die Patriarchate von Alexandrien, Jerusalem, An^ 
tiochia und Constantinopel. Paris 291, Moskau Pet. AM p. 130 n. 2. 
Daraus: JahjA b. Sa'id b. Batrik. Kaiser Basilius Bulgaroktonos. Aus- 
züge aus der Chronik Jahjft^s von Antiochia. Im Originaltext mit russ. 
Übers., ausführl. Comt., Einleitung und Namenreg. hsgb. v. V. Rosen 
St. Petersburg 1883 (Zap. imp. Ak. Nauk Bd. 44 Teil I), vgl. Archiv 
f. slav. Phil. VII 3, p. 515,16. 2. Eutychii epistola Paris 1642. 3. An 
den Codex zu Cambridge angebunden und daher dem E. fftlschlich zu- 
geschrieben ist das Werk eines späteren unbekannten Sicilianers: Chro- 
nicon Siculum ab anno ehr. 827 ad annum 965 ex cod. ar. Cantabr. ar. et 
lat. in Bibl. hist. regn. Sic. op. et st. J. B. Canisii Panormi 1723. 
Chron. Sic. e m. cod. bibl. Cantabr. a J. B. Carusio ar. et lat. antea 
ed., nunc vero ad fidem textus ar. castigatius recusum in Rerum ar., quae 
ad hist. Sic. spectant, ampla coUectio op. et st. R. Gregorio Panormi 1790. 
G. Cozza Luzi La cronaca siculo sarecena di Cambridge con doppio testo 



Die islamische Litteratur in arabisclier Sprache. 149 

greco acoperto in codici contemporanei delle Bibliotheche Vaticana e 
Parigiana con accompagnamento del testo arabo pel C. B. Lagumina 
(Docum. p. servire alla stör, di Sic.) Palermo 1890. C. Cipolla I te»ti 
greci della cronaca arabico sicula di Cambridge pubbl. da G. Cozza Luzi 
in Atti delle r. Aoc. delle scienzi di Torino 27, 1882 p. 830—37. G. Cozza 
Luzi Sulla Bcoperta di due cronache greche Siculo saraceniche e lora 
eorrellazione coli' arabico di Cambridge Roma 1893. 

3. A. b. Jüsuf b. ad Däja starb i. J. 334/945. 

Wüst, 111. Stret A. b. Tülün wabnihi Ifumärawaihl , meist aus 
Hof- und Stadtklatsch bestehend, zum grössten Teil aufgenommen in 
das Werk des b. Sa'id f 685 1286, vgl. Fragmente aus dem Mugrib 
des Ibn SaMd hsgb. v. C. Völlers in C. Bezold Semit. Stud. 1 Berlin 1894. 

4. Abu 'Omar M. b. elusuf b. Ja*qub al Kindi at Tugibi 
lebte in Ägypten um das Jahr 360/970.*) 

Wüst. 124. 1. FadäHl Misr: Die qor'&nischen Aussprüche über 
Ägypten, Antiquitäten, Geographie und Geschichte bis auf seine Zeit 
gewidmet dem Fürsten Käfftr 355— 357 966— 968. Havn 147i, Kairo 
V 101. ümar ibn Muhammed [so cod. Havn] al Kindi's Beskrivelse af 
Ägypten, üdgivet og oversat af J. Oestrup. Verh. d. Ak. d. Wiss. 
zu Kopenhagen 1896 nr. 4 (vgl. de Goeje ZDMG 50, 736). 2. AJ^bär al 
qiidni al Misnjin hU zum Jahre 246 860 Br. Mus. 12123. 3. Ta'rih 
Misr waictUätihä ib. 1212^, verf. in oder kurz nach 362 972. 

5. Abu 1 Hasan M. al Iskenderäni schrieb um d. J. 
3(15 975: 

3/0 kaf'ä min ahbär al aijäm ein Tagebuch unter der Regierung 
des Mu*izz lidin aU&h 341—365 952—975. Escur.^ 1756. 

t>. Abu M. al Hasan b. Ibrahim b. Ziiläq al Laiti war 
geboren im Sa'bän 3(H) /Januar 1)11) und starb am 25. Dul- 
qa'da 387/30. Nov. 99S. 

Wüst. 151. 1. Kurze Geschichte Ägyptens bis zum Jahre 49 669 
Gotha 1617,. 2. Ta'nh Misr waf'ada^ilihd Paris 1817. 3. Auszug daraus, 
vom Verf. Gotha 16172, 1618, Paris 1H16,. 4. Kurze Topographie 
Ägyptens Paris 1H18. 5. Ahbdr Stbawaihi al Misri d. i. M. b. MüsÄ 
b. 'Abd*araz1z al Kindi as Sairafi f 358 967. Kairo V 6. 6. Fortsetzung 
der Ahbär al Qudät des al Kindi {A^) bis zum Jahre 386/996, HH 217. 

7. Geschichte Spaniens. 

1. Das angeblich älteste, uns erhaltene Werk über die 
Geschichte Spaniens wird dem Abu Merwän 'AbdalmeUk 

*) Die Angabe Sujütis Huhu al muhddara 1 254 bei Wüst., dass 
er i. J. 350 gestorben sei, ist, wie die folgenden Daten zeigen, unrichtig. 



150 2. Buch. 

b. Habib as Sulemi al Mirdasi zugesehrieben. Dieser war 
nach dem Jahre 180/791) in Hisn Wät bei Granada geboren. 
Nach vollendetem Studium machte er die Pilgerreise und 
lernte bei dieser (Jelegenheit in Medina die Lehre des Mälik 
b. Anas kennen, um deren Verbreitung in Spanien er sicrh 
nach seiner Ruckkehr grosse Verdienste erwarb. Er starb 
in Cordova am 3. Ramadan i>38/17. Febr. 858 ». a. 231). 

• 

Württ. 56, Flügel 256 57. Von seinen theologisch -juristischen 
Werken ist nur der Anfang des k, nml al farä^id (Erbrecht) Berl. 4687 
erhalten. Der unter seinem Namen gehende Ta^nhj eine Geschichte 
der Schöpfung, der Propheten und Chalifen bis auf Walld I und Ge- 
schichte Spaniens bis 275 888 Bodl. II, 127, 258, ist ein ihm unter- 
geschobenes wertloses Machwerk, vgl. Dozy Recherches 2. ed. t. 1 p. 32, 
3. ed. t. 1 p. 28. 

2. Der erste spanische Historiker, <lessen Werke uns 
wenigstens in einer Bearbeitung erhalten sind, ist Abu Bekr 
A. b. M. b. MusH ar Räzi, gestorben i. J. 325/937. 

Wüst. 105 a. Seine Beschreibung der Hauptstrassen, Häfen, Haupt- 
städte und der 6 Provinzen Spaniens, sowie seine Geschichte der spanischen 
Konige liegen der spanischen Cronica del nioro Rasis eu Grunde, 
s. Casiri II 329; P. de Gayangos memoria sobrc la autenticidad de la 
Cronica denoniinada del Moro Rasis in Memorias de la r. acad. de la 
historia t. 8 Madrid 1852. 

3. Um das Jahr 3:)S,'J)()i) lebte Abu 'Abdallah M. b. al 
llärit al Husani aus der Familie Husaina vom Stamme 
QuchVa in Cordova. 

Wüst. 133. Ein Teil seines k. ahhär al fuquhä wal huffäz al An- 
dalnsifin scheinen die ahhär alqudät al Qurtubtßn zu sein, bis zum 
Jahre 35« Bodl. II 127^ 258^ 

4. Gleich ausgezeichnet als Philologe wie als Historiker 
war Abu Bekr M. b. 'Omar b. 'AbdaFaziz b. al Qütija. Den 
Familiennamen, Nachkomme der (iothin, führte er, weil sein 
Ahnherr *Isä eine gothische Prinzessin von Spanien, Sara, 
Tochter des Gothenkönigs Oppas, geheiratet hatte, als sie 
zu dem Chalifen Hisäm b. *Abdalmelik nach Damascus ge- 
kommen war. um sich bef ihm über ihren Oheim Ardabast 
zu beschweren. *lsä war dann mit seiner Gemahlin nach 
Spanien gezogen und seine Nachkommen wohnten in Sevilla. 



Die islämi^tche Litteratur in arabischer Sprache. 151 

Abu Bekr war in Cordova geboren und studierte dort sowohl 
wie in Sevilla. AI Qäli (s. o. p. 132) soll ihn dem Chalifen 
al Häkim II. als den bedeutendsten Gelehrten Spaniens be- 
zeichnet haben. Er starb i. J. 3(57/977 zu Cordova. 

WüBt. 141. Von Beinen Werken sind erhalten 1. Td'ri]^ al Andalus 
von der muälimischen Eroberung bis zum Jahre 280/893 Paris 1867, 
vgl. Dozy Ibn Adhari, Introd. p. 28 If., Recherches 2. ed. t. II app. p. 85, 
3. ed. p. 78. Cherbonneau Histoire du regne d^Elhakam fils de Hicham 
JAP 8. 5 t. 1 p. 458. Ibn al Qoutiya Histoire de la conqu^(e de PAnda- 
lousie ed. O. Houdas in Recucil de textes et de traductions publik par 
les prufesseurs de T^cole des langues or. viv. t. I Paris 1889 p. 219 ff. 
2. 11 libro dei verbi di Abu Bekr ibn al Qutija pubblicato da J. Guidi. 
Leida 1894. 

5. Kapitel. Unterhaltungslitteratur in Prosa. 

Bereits in den. beiden vorhergehenden Abschnitten haben 
wir eine Anzahl von Werken kennen gelernt, die ebensosehr 
der Unterhaltung wie der Belehrung zu dienen bestimmt 
waren. So hätten wir denn auch die jetzt zu besprechenden 
Schriftsteller teils unter den Philologen, teils unter den 
Historikern einreihen können. 

1. 'Abdallah b. al Muqaffa' war ein Perser von Geburt 
und führte als solcher den Namen Rozbih. Er war erst selbst 
vom Mazdaismus zum Islam übergetreten und scheint dem 
(ilauben seiner Väter auch nachher noch heimlich treu- 
geblieben zu sein. Ihm gebührt hauptsächlich das Verdienst, 
durch seine Übersetzungen die Araber mit den Schätzen der 
mittelpersischen Litteratur bekannt gemacht zu haben. Er 
lebte in Basra und stand in intimem Verkehr mit dem 
firammtiker al Halil (s. o. p. 100). Um das Jahr 140/757 
wurde er auf Befehl <le8 Chalifen al Mansür, dessen Zorn er 
sich durch eine Äusserung zu Gunsten der 'Aliden zugezogen 
hatte, von dem Statthalter in Basra Sufjän b. Mu*äwija al 
Muhallabi hingerichtet. 

Hiz. III 459 60. H Katila wa Dimna, die Fabeln Bidpais, aus 
der Pehleviüberttetzung des indischen Fürstenspiegels Panöatantra (vgl. 
Bcnfey^B Einleitung zur Übersetzung des P.), ed. de Sacy Paris 1816, 
dazu J. Guidi Studii sul testo arabo del libro Calila e Dimna Roma 1873. 
Morgenländische Erzählungen, verdeutscht von Ph. Wolff. Calila und 



152 2. Buch. 

Dimna oder die Fabeln BidpaU aus dem Arab. I. II. Stuttgart 1837, 
DaH Buch dc6 Weisen in tust- und lehrreichen Erzählungen des 
indischen Philosophen Bidpai. Aus dem Arab. v. Ph. Wolff 2 Auf. I. IL 
Stuttgart 1839. Bair(it 1878, 1882, 1890, Bulftq 1285, Kairo 1305, M6§ul 
1869, 1883, Bombay 1887, Kasan 1889 etc. 2. ad durra al jattma ft 
tä'at al mulük Br. Mus. Suppl. 1003 IV, gedr. Kairo o. J. (1893) von 
Emir Sukail Arslän OB YII 2435, dazu eine Tatimma, aus welcher der 
berühmte Mystiker b. al *Arabl (f 638 1240) einen Auszug machte u. d. T. 
^Izat al albäb wa daJ^rai al iktinäb Paris 1344. 3. Sijar mulük al 
^ayarn, Übersetzung des Pehlevibuches Ifodäi-namef die wohl unter 
dem letzten Jazdegird verfasste und mit vielen moralisierenden Reden 
verbrämte Darstellung der persischen Geschichte, die auch Firdausis 
Sähnäme zu Grunde liegt. Die arab. Übersetzung ist verloren, doch 
finden sich viele umfangreiche Fragmente namentlich in b. Qutaiba^s 
*UJüti al ahbdr, vgl. Nöldeke Tabari- Übers, p. XX, Das Iranische 
Nationalepos (8A aus Grundriss d. Iran. Philologie) p. 13. 4. R. ft 7 
aliläq NO 2392. 

2. Aihsserordentlich vielseitig, aber doch im weseutliclien 
mehr Unterhaltung als Belehrung bezweckend war die Schrift- 
stellerei des *Amr b. Bahr al (iähiz, d. h. der Glotzäugige. Er 
lebte in Basra und Hess die verschiedeneu geistigen Anregungen 
jener Stadt auf sich wirken. Besonders eifrig beteiligte er 
sich an der später noch eingehend zu besprecbenden mu'tazi- 
litischen Bewegung in der Theologie; er gründete sogar eine 
eigene Sekte, die nach ihm sich al (Jähizija nannte. Als 
Schriftsteller bethätigte er sich hauptsächlich auf dem Gebiete 
des Adab. der Philub»gie im weiteren Sinne, wenn er auch 
den speziell grammatischen Studien ferner gestanden zu haben 
scheint. Ihn auch zu i\^\\ Naturforschern zu zählen, wie 
Leclerc 1 *M)h thut, hat man allerdings kaum das Recht, denn 
sein Tierbuch ist ebenso wie (his Pflanzenbuch ad Dinawaris 
(s. 0. p. 1*J8) fast ganz aus philologisch-historischem Interesse 
hervorgegangen. Für die ganze Art seiner Schriftstellerei 
äusserst charakteristisch ist ein von Mas*udi ^^ überlieferter 
Ausspruch, in dem er sich beklagt, dass die Werke, <lie er 
unter seinem eigenen Namen herausgäbe, beim Publikum nur 
wenig Anklang fänden; wollte er einem seiner Werke zu 
Popularität verhelfen, so gäbe er es unter dem Nameji irgend 



*) K. at tanbih p. 76, vgl. Goldziher Abh. I 141. 



Die iälftmisohe Litteratur in arabischer Sprache. 158 

einer älteren Autorität heraus und könnte dann bald einer 
grossen Nachfrage sicher sein. Er stand in engen Beziehungen 
zu b. az Zaijät, dem Wezir al Wätiq's, und hätte, als dieser 
von al Mutawakkil getötet wurde, beinahe sein Schicksal ge- 
teilt. Derselbe Chalife soll ihn als Erzieher seines Sohnes 
nach Bagdad berufen, sich aber durch seine abschreckende 
Hässlichkeit veranlasst gesehen haben, ihn alsbald mit einer 
reichen Entschädigung wieder zu entlassen. Erstarb i. J. 255/869. 

Anb. 254- 59, J. Hau, 479, Sahrast. 52 3, Flügel 187, Houtsma Het 
Strijd 113—15, v. Vloten in Tweemaandelijksch Tijdschr. 1897 Mei. Von 
»einen Werken sind erhalten: 1. k. al hajan wattabßn (oder waitibjän) 
handelt über Rhetorik, aber nicht systematisch im Sinne der späteren 
Schulwissenschaft, sondern durch Anführung von Proben und Anekdoten 
mit vielfachen Digressionen, vgl. V. Rosen ZDMG 28 p. 169, Pet. Rosen 
158, AS 3814, Köpr. 1222-21, NO 3688, 3696 97, Kairo IV 216 gedr. 
Kairo 1313. 2. k, al hajaicän Wien 1433, Köpr. 992— 97bi8, NO 3031, 
Auszüge bei G. van Vloten, Dämonen, Geister und Zauber bei den alten 
Arabern WZKM VII 167-87, 233-47, VIII 59-73, 290-92, ders. 
Worgers in 'Iräq in Feestbundel Veth 57—63, 315. 8. k. al mahäsin 
%cal addäd wal *agaih wal yarä^ib vol. I Br. Mus. 722, v. Kremer 98, 
vol. II, Leid. 244, Wien 356, Pet. As. Mus., AS 4259. 4. k. ahlaq al 
mulük AS 2827. 5. k. Uinbih al mulük wal makäjid Köpr. 1065. 6. k. al 
busala ib. 1389. 7. k, sihr albajän ib. 1284. 8. Ar. fadiVil al Afräk 
über die Vorzüge der Türken AS 4159. 9. k. nalwat al hanf bi mund- 
zaraf ar BabV tral Hanf (Wettstreit zwischen Frühling und Herbst), 
gedr. Cpel Gawä'ib 1302. 10. Bäb al Hrdfa waz zagr wal firdna 'alä 
madhab al Fürs (vgl. b. Qutaiba ^ Ujün alahbär Buch II Cap. 11) 
Leid. 1210. 11. al muhtdr min kaldm abi ^IJhndn al Gähiz, Betrach- 
tungen philosophischer Art über Allerlei, Antworten auf Briefe, Charak- 
t3ri8tiken u. s. w, Berl. 5031. 12. 'Ali's 100 Sprüche (s. o. p. 44), gegen 
Ende seines Lebens seinem Schüler A. b. Zähir überliefert Berl. 8656 7, 
mit persischer Übersetzung und Erklärung von M. b. M. b. 'Abdalgal.l 
b. 'Abdarrasid (f 509 1115) ib. 8657,. 

8. Unterhaltung und Erbauimg zugleich l)ezwe(.*ken die 
Werke <les Abu Hekr b. 'Abdallah b. M. b. abi \\ Dunjä 
al Qora^i. Er war i. .1. "iOns-i:^ geboren. Obwohl ein Client 
der Umaijaden trat er doch zu den *Abbäsiden in Beziehung 
und unterrichtete den späteren Chalifen al Muktafi (;2Si)— 'JD')/ 
902— i)08), als er noch ein Knabe war. Kr starb i. »I. 281WJM. 

Faw&t I 236. Von seinen Werken sind erhalten 1. k. al faray 
ba*d an iiddüf eine Nachahmung des verlorenen Werkes von al Madft*inl 



154 2. Buch. 

mit gleichem Titel Berl. 8731, kritisiert von at Tanühi in der Vorrede 
Beine» gleichnamigen Buche» Cat. Lugd.^ I 255, daraus ein aus anderen 
Quellen vermehrter Auszug k. al arag fi ^nfizär al farag von as Sujüti 
t 911/1505 Ooth. 622/3, Berl. 8732/3, Paris 659^. 2. Ar. makanm al 
ahläq, Darstellung der dem Menschen notwendigen guten und edlen 
Eigenschaften nach Aussprüchen des Propheten HH VI 12823, Berl. 5388, 
daraus besonders k. mudärät annas ib. 5436^. 3. k. dämm al maläki, 
Tadel der Musikinstrumente Berl. 5504. 4. fi fadäHl 'asr Di 'l higga 
Leid. 1732, Landb. Brill 55. 5. k. al 'azama, die Wunder der Schöpfung 
im Himmel, auf Erden und im Meere, im Paradies und der Hölle Krafft 423. 

6. Ar. man *äsa ba'd al mauf in kurzen Erzählungen Münch. 885«. 

7. Ar. al jaqin Köpr. 388. 8. Ar. aS hikr NO 1208. 9. k. qird W daif 
Landb. Brill 54. Sein Ar. al ah-äf citiert Suj&t! Muzhir II 163,,; Ar. o/ 
Äflfira/t/ Damiri I 247jo; k. al humül traftairädu*^ ib. 3242«. 

4. Abu Bekr A. b. Merwäii ad Dinawari al Mäliki 
t 310/922 verfasste: 

K. al mugälasa Sammlung von Traditionen, Anekdoten und Maqikmen 
in 47 Kapiteln, deren 15 letzte Paris 3481 (cif. Damirl I 5*8, 135 apu). 

5. Ibrahim b. A. b. abi'Auii al Kätib al Mulliid f 322/9H4 
verfasste auf Wunsch eines Fürsten: 

K. luhb al Inhäh ft gawabät datn 7 albäb über die einzelnen, in 
der Unterhaltung vorkommenden Arten von Antworten, Ernst, Scherz u.s.w. 
HH V 9973 4, Berl. 8317. 

ii. Abu 1 Azhar M. b. Mazjad an Naiiwi f 325/937 
(Wüst. 105) verfasste: 

AJfhär Utqalä al magfnnn Vernünftige Handlungen von Verrückten 
HH 207, E3cur.^ 482. 

7. Abu Bekr M. b. (ia'far al Harä'itf as Sämarri 
t 327/438 in Askalon schrieb: 

1. k. i^tiläl al qnlüb Traditionen über die Liebe und Liebende 
HH I 349 nr. 905, Goth. 627, Kairo IV 203. 2. k. makänm al a^läq 
Leid. 1929. 

8. Abu 'Omar A. b. M. b. 'Abdirabbihi war am 
10. Ramadan 246/800 in Cordova geboren. Er war ein Frei- 
gelassener der dort herrschenden Umaijaden. Als Dichter 
pflegte er nicht nur die kunstmässigen Formen der Poesie, 
sondern auch schon das später noch genauer zu besprechende 
volkstümliche Strophengedicht. Nachdem er einige Jahre vom 
Schlage gelähmt gewesen war, starb er i. J. 328/940. 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 155 

Jatima 1 412-436, J. Hall. 45, Wüst. 107, Hartmann Muwassah 28, 
k. al ^iqd al farid eine sehr reichhaltige Anthologie, in der der Verf. 
in der Disposition und im Inhalt die ^Ujün al a^bar yon b. Qutaiba 
nachahmt und stark plündert, ohne seine Quelle zu nennen, gedr. 
Kairo 1293, 1303, 1305. Berl. 8318/9, Goth. 2121—23, Kef. 168, Wien 357, 
Münch. 594, Bodl. I 334, 350, 400, 743, Br. Mus. 1091—93, Escur.» 723, 
1705, Paris 3287—91, Schefer Bull. hi^t. phil. de St. P^tersbourg VI 219, 
M61. As. I 104, Mailand Bibl. Ital. LVI 297, AS 4139—44, NO 4119/20, 
R&gib 1174, Köpr. 1339 — 41. Das Werk ipt in 25 nach Juwelen be- 
nannte Bücher eingeteilt; das 13. Buch bildet die Miltelperle al iräsita 
des Halsbandes, an welche sich nach beiden Seiten die Bücher so an- 
schliessen, dass gleiche Juwelen (doch nach dem 13. mit dem Zusatz 
at tänija) in gleicher Entfernung von der Mittelperle sich gegenüberstehn. 

9. Abu Ishäq Ibrahim b. al Qasim al Kätib al Qaira- 
wäüi ar Raqiq an Nadim f 888/99:^ schrieb: 

A'. qutb assurür fi ausäf al humür für und wider den Wein- 
genuss mit Anführung von Dichterstellen und Anekdoten HH IV 953t, 
Berl. 8324, Goth. 2124/5, Wien 358, Ref. 36, Escur.» 558, de Slane Hist. 
des Berberes I 292 n. 3. 

10. Abu \\\i Muhsin b. 'Ali at Tanühi war i. J. 827/989 
als Sohn des Qädi's und Dichters *Ali b. al Husain^) in 
Basra geboren. Naclidera er seine Studien hauptsächlich unter 
as Süll vollendet hatte, ging er nach Bagdad. Im J. 849,9f)0 
wurde er zum Qädi für Qasr, Bäbil und Umgegend ernannt. 
Da8 gleiche Amt verwaltete er später noch in *Asker Mukrem, 
Ideg, Rämhurmuz und verschiedenen anderen Orten. Kr starb 
i. J. 884/i)l)4. 

Jatima II 115,6, J. Hall. 529, J. Qutlftbugä 229. 1. k. al farag 
ba*d ashdda eine Sammlung von Erz&hlungen nach dem Vorbilde der 
Werke des Madä'ini (s. o. p. 141) und des b. abt'd Dunj& (p. 153) Berl. 
8787 8, Goth. 2687, Leid. 449, Paris 3483/4, Bodl. I 326, Vat. 777, 
Escur.2711, Köpr. 1349, 1350, Damascus 34; nach Goth. 1596 wäre das 
Buch vielmehr von dem Vater verfasst. Auszug: nagät al muhag v. 
'All b. Abi Tälib b. 'Ali al Hass&b al Halabi Pari5 3485, anonym ib. 
3486]. s, Berl. 8739. 2. k. al musta^äd min fa*ilat al agwäd Sammlung 
von Anekdoten und Charakterzügen, meist aus dem Leben der 'abb4- 
sidischen Chalifen Goth. 1596 7, Bodl. I 834, II 597, Escur.^ 1722, Pet. 
As. Mus. 292, Alger 1883, AS 4263. 3. Ar. nahcdn al muhädara waahbär 



') t 342 953, Jatima II 105—115, J. Hall. 438, J. QutiabugA nr. 135; 
einige Gedichte Berl. 73622. 



lf)6 2. Buch. 

al mudäkara (Sujfiti Muzhir II 163,,) Sammlung von Geschichten 
Parirt 3982 1. 

11. Aus d^m 4. Jahrh. stammt wohl auch die Erzählung 
des Abu 1 Mutahhar M. b. A. al Azdi: 

• 

Hikäjet aln 7 Qäsim al Bagdädi at Tamtmt, die als den Typus 
eines echten Bagdllders einen frechen und nichtsnutzigen, aber schlauen 
und redegewandten Alten und seine Erlebnisse im Laufe von 24 Stunden 
schildert Br. Mus. 1127. 

12. AI Hasan b. M. an Nisäbüri Abii '1 Qasim b. al 
Habib f 406/1015 schrieb: 

k. Uiqalä al magänhi (s. o. p. 154) eine Menge Anekdoten, z. T. mit 
Versen von angeblich oder wirklich Verrückten beiderlei Geschlechts, 
von denen einige eine gewisse Berühmtheit erlangt haben, andre 
na nenloH untergegangen sind. BcrU H328. 

(). Kapitel. Der Hadtt 

Die Geschichte der religiösen Tradition ist von (ioldziher 
in der Abhandlung: Über die Entwicklung des Hadit MSt II 
1 — 274 so klar und erschöpfend dargestellt, dass wir uns ira 
folgenden ganz seiner Führung anvertrauen. Natürlich können 
wir hier ^uf die kultur- und religions-geschichtliche Bedeu- 
tung der Tradition, die bei Goldziher besonders eingehend 
behandelt ist, nicht näher eingehen, sondern müssen un« 
gleich der Haditlitteratur zuwenden. 

As Sujüti Tahaqat al Huffaz (cit. Hut!'): Liber classium virorum 
qui Korani et Traditionum cognitione excelluerunt auctore Dahabio ed. 
Wustenfeld, Oottingae 1833/4. 

1. Aus der iiltesten Periode der Haditlitteratur sind uns 
abgesehen von dem im Kapitel über den Fiqh zu besprechen- 
den Werken des Mälik b. Anas und des A. b. Hanbai nur 
äusserst spärliche Keste erhalten. Wenn auch im 1. und 
2. .lahrh. die Muslimen keineswegs, wie man wohl früher ge- 
meint hat, irgendwelche religiöse Scheu vor dem Nieder- 
schreiben von Haditen gehabt haben, so herrschte doch die 
mündliche Überlieferung, die übrigens auch später, als schon 
eine grosse Utteratur existierte, nicht ausser (Jebrauch kam, 
so durchaus vor, dass alle Aufzeichnungen jener Zeit nur 
einen individuellen Charakter tragen konnten. So besitzen 



Die islamische Litteratur in arabit^eher Sprache. \')^ 

wir iioeli ein wohl aus einer Vorlesung stammendes Tra- 
ditionsheft von 'Affän h, Muslim al Basri as Saffär Abu *0t- 

• • • -* 

man Berl. 1555. Auf einer etwas höheren Stufe stehen schon 
die Musnadwerke, in denen die Traditionen ohne Rücksicht 
auf ihren Inhalt je nach den letzten (lewährsmänneni zu- 
sammengestellt sind. Von solchen Musnad's besitzen wir 
ausser den des A. b. Hanbai noch 1) das des Ishäq b. Ibra- 
him b. Rähiije al Hanzali (f 238/847), des Lehrers des b. 
Qutaiba, wenigstens in einem Bruchstück: Kairo I 805. 2) Voll- 
ständig erhalten ist das Musnad des Abu M. 'Abdallah (*Abdal- 
hamid) b. Humaid al Kassi (f 249/8(^5 Huff IX 4), rJoth. 590, 
Jeni 5()S, eine Auswahl Berl. 12()1, Köpr. 45(). 8) Mnsnad 
al ^asnra (d. i. der 10 durch die Paradiesesverheissung aus- 
gezeichneten Gefährten des Propheten) von Abu Bekr A. b. 
Ga'far b. Mälik f 241/855, Köpr. 429. 4) das Mnsnad des Härit 
b. Usäma f 282/895, das uns zwar verloren ist, aber noch im 
VI. Jahrb. eifrig studiert (b. al Atir VI 1()9), im Vlll. noch 
commentiert wurde: Kairo 1 1(51, Goldziher 228 n. 8. 5) J/i/8- 
nad ah1 Hvraira v. Abu Ishäq Ibrahim b. Harb al *Askari 
t 282/895, Köpr. 418. H) Musnad aht 7 'Abbds v. M. b. 
Ishäq b. Ibrahim an Nisabün f 818/925 ib. 428. 7) Mu,wad 
abl äaiha') v. ^Abdallah b. M. f 385/941) NO 1215—21. 

2. Eine höhere Stufe der litterarischen Entwicklung re- 
präsentieren die Musannaf werke , in denen die Traditionen 
nach ihrem Inhalt und dessen Bedeutung für juristische und 
rituelle, aber auch für historische, asketische und ethische 
Fragen in Kapitel eingeteilt sind. Diese Werke waren dazu 
bestimmt, fQr den auf dem Gebiete des Fiqh zwischen den 
Ashäb alhadit und den Ashäb arra'j geführten Kampf den 
ersteren das zur Polemik erforderliche Traditionenmaterial in 
handlicher Form darzubieten. Das erste derartige Werk ist 
das Sahih des Buhäri. Abu ^Abdallah M. b. Ismä'il al 
Buhäri al Gu*fi wurde am 13. Sauwäl 194 (21. Juli 810) zu 
Buhärä aus einer iranischen Familie^) geboren. In seinem 

') So nach Mustabih 306, Goldziher II 265: Shiba. 
*) Sein GroHHvater führte den Namen Bardizbah, wa» nach Pet. 589 
auf Boh&riftch Bauer (?) bedeuten soU. 



158 2. Buch. 

16. I^ebensjahre machte er die Pilgerfahrt und benutzte diese 
Gelegenheit, um die Traditionslehrer in Mekka und Medina 
zu hören. Zum gleichen Zwecke ging er zunächst nach 
Ägypten und durchwanderte dann| ganz Asien. Nach einer 
Abwesenheit von 16 Jahren, von denen er fünf in Basra zu- 
gebracht hatte, kehrte er in seine Vaterstadt zurück und 

verfasste dort sein Sahih. Er starb am 30. Ramadan 

• • • . 

256/81. August 870. Sein Werk ist nach den Kapiteln des 
Fiqh eingeteilt und zwar ist das Schema der Überschriften 
das ursprüngliche, denn zu einigen derselben ist es ihm nicht 
gelungen, das erforderliche Hadttmaterial zu beschaffen. Dabei 
ist B. von dem Streben naith der allerpeinlichsten Genauigkeit 
und Treue in der Wiedergabe der Traditionen geleitet. Aber 
er scheut sich doch nicht das Material durch ganz kurze, 
vom Texte natürlich scharf unterschiedene Bemerkungen zu 
erläuteni. Die Überlieferung der Sahihtexte war zwar von 
Anfang an sehr sorgfältig, doch konnte das Entstehen von 
Varianten, deren Kenntnis wir den Kommentaren verdanken, 
nicht ganz verhindert werden. Der uns vorliegende 
Text ist von M. al Jünini (f 658/1260) mit der philo- 
logischen Beihilfe des b. Mälik (f 672/1273) hergestellt 
worden. ^) 

Wü8t. 62, Schaf. 44, Krehl ZDMO IV p. 1 ff., Goldziher 234—245. 
I. k. al gämi* a§ fahth Le Recueil de traditions musulmanes par Abou 
•Abdallah ihn Ismail al Bokhari publ. par L. Krehl I— III Leyde. 1862—8. 
gedr. Bül&q 1280, 1282, Kairo 1305, 1307, 1312, Dehli 1270, 1889, 
Bombay 1269 u. 8. w. Hds. finden sich fast in jeder Bibliothek. Com- 
mentare: 1. Tläm al BuJ^äi-i /t iarh ma'äni gämi' a§ §ahih v. b. M. 
al Hatt4bl f 388/998 AS 687. 2. al iffäh 'an ma'äni af S, v. JahjA 
b. M. b. Hubaira as Saib&nl al Hanbai! al Weztr Abu *1 Muzaffar 
t 560/1164, Bd. 9 Berl. 1192, Ref. 48. 3. v. an Nawawt f 676,1277 un- 
vollendet Ref. 26. 4. Yon 'Abdalkarlm b. 'Abdannür (oder 'Abdalgafür) 
b. Munir al Halabt f 735/1334, Berl. 1193. 5. al kawäkib ad darärt 
fi iarh al Buf^äfi y. M. b. Jüsuf b. 'Ali al KermAnl f 786/1384, Berl. 1 194 (?), 
Goth. 592—4, Bodl. I 90/1, Eftcur.» 1546, Alger 442—4, R&gib 295/6, 
Jeni 217 — 222, AS 654 — 670. 5. at tanqih Half dz al gämi' af §ahih 
Y. M. b. Beh&dur b. 'Abdall&h al MisH ez Zerkes! f 794/1392, Berl. 



^) Spuren anderer, Ton der Yulgata abweichender Becens. s. BASS 
Ul 10/11. 



Die islAmische Litteratur in arabischer Sprache. JoJ) 

1195—8, Paris 696, Ref. 343, Br. Mus. Ibl, AS 682 — 4. 7. at faudih 
V. b. al Mulaqqin f 805 1402, Br. Mus. 15612, frgm. Berl. 1199. 8. al 
i/häm T. 'Abdarrahmän al Bulqlni f 824,1421, AS 679. 9. masäbih al 
gämi' v. M. b. Abt Bekr ad Dam&mini f 828; 1425, NO 849 50. 10. al 
kaukah ashäri ft iarh al B. v. M. b. A. b. Mdsa (b. Jüsuf) el Kefirl 
t 831 1428, Berl. 1200. 11. al lämC as sal/ih v. M. b. *Abdadd&'im 

9 ■ r • • • 

al BirmAwi f 831 1428, NO 845,6, AS 804. 12. Fafh albän fi harh al B, 
▼. b. HÄgar f 852 1448, Berl. 1203—5, Ref. 27, Pari« 697, Jeni 210 12, 
A8 626-32, 634-653, Köpr. 316—21, dazu Muqaddaraa Berl. 12012, 
Ind. Off. 125, Br. Mus. 181,, 1599, Alger 446 7, Jeni 211, AS 625, 633. 
13. *untdat al qäri ft l al B. v. Mahmud b. A. b.MüsA al 'Aini Berl. 1206- 9, 
Paris 698—700, Alger 448—458, RAgib 300—5, Jeni 213—6, NO 854-1,1, 
A8 671-8, gedr. Cairo 1308, Opel 1309,10. 14. al katUar al yän fi L 
al B, V. A. b. Ism&Ml al Kür&ni f 893 1488, AS 686, RAgib 297. 
15. at tamth 'alä 7 yfuni* an §ahVi v. as Sujilti f 911,1505 DibAga 
Oüth. 253, gloss. Berl. 1216. 16. Jrsdd assdti fi S. al B. v. A. b. M. 
b. Abi Bekr nl QastallAni f 923,1517, Berl. 1210,11, Paris 701 — 3, Ind. 
Off. 127 8, Alger 460—73, Köpr. 322—5, RA^tb 291—4, NO 862-884, 
A8 603—624, gedr. Lucknow 1876, BfilAq 1304 5, Kairo 1307 (schlechter 
Nachdruck OB IV 1474), Dehli 1891. 17. iuhfat al bän v. ZakarijA al 
AnsÄri f 926 1520, NO 847 8. 18. v. M. b. *Omar b. A. es Seflri al 
Haiabi f 956 1549, Berl. 1212. 19. i'räb al qdri "alä auwal bdb al B. 
V. al QArl al Herewi f 1014 1605, Berl. 1213, gl. v. M. b. M. al Bahsl 
t 1096 1685 ib. 1214. 20. Tazßn aribdra von dems. ib. 1217. 21. Zur 
leisten Tradition von Tag el 'Arifin b. Muwaffaqeddin ca. 1160yl747, 
Berl. 1218 und von SuiaimAn al *Ogaili f 1204,1789 ib. 1219. 22. v. *Ab- 
dallah Jüsuf EfendlzAde f 11671753, AS 685, NO 894 — 932. 23. al 
'iqd al ydti fi hall askdl a^mhth al Bo?idn v. A. al Kurdl Paris 26777. 
24. Zdd al mugidd asrnri v. M. at TAwadl b. Süda XII. Jahrh. Br. Mus. 
1482 4, Alger 474. 25. v. Mahmud b. IbrAhim b. M. es SalAnit 
AS 688 9. 26. V. 'OtmAn b. IbrAhtm as Siddiq! al Hanef! X. Jahrh. 
Ind. Off. 129 130. 27. Einleitung und Comt. zu den beiden ersten 
Bachern v. 'Omar b. M. *Arlf Nahrwali Ind. Off. 131. 60 Commentare 
bei Ahlw. 1215. Auszüge: 1. Garn* an nihäja fi bad* al ?^air walgäja 
V. 'AbdallAh b. Sa'd b. Abi Gamra f 675 1276, Alger 675, dazu Corot. 
V. Verf. Bahgat an nufüs Berl. 1221, Münch. 117, Paris 695, Alger 
478^ — 87, NO 845,/6. 2. 'iqd al gumdn al Idmi' al muntaqd min qa'r 
bahr al gämi' alphabetische Ordnung der Traditionarier in Gedichtform 
V. If. b. M. b. 'Alt Qügtli Alger 488. 3. Muhfa§ar v. b. abl Hamza 
RAgib 351. 4 andere Auszüge Ahlw. 1225,i_,4. II. k. af tjüätijät 
«dreigliedrige Traditionen HH II 3827, Berl. 1620,1, dazu Comt. v. A. b. al 
*^geLni\ Köpr. 298 und al fard*id al marmjdt fi fawä*id at taläHjäi 
"f- M, b. IbrAhim al Hadramt f 777/1375, Alger 475. III. atta^rih al 
kabfir über die Überlieferer AS 3069 — 71. IV. taff^r al Qor'än 



ICfU 2. Huoh. 

Ei»**ur.* 1255') (V vielleicht nur das k. attafsir au» dem Sahih), Oomt. 
zu H&r. 21 4., Alger IßHH,. 

H. Kill etwas jüngerer Zeitgenosse Buljäris war Abu 
1 Hiisain Muslim h. al Haggäg al Qusairi an Nisabüri. Er 
war i. J. 2()'2/H17 oder 2(M) geboren, besuchte Bagdad mehr- 
mals, zuletzt i. J. -259/87:1 starb am 25. Kagab 201/6. Mai 875 
und wurde zu Nasrabäd. einer Vorstadt von Nisabür, be- 
graben. Er verfasste ebenso wie B. eine Traditionssammluug 

u. d. T. as saliili. die im wesentlicben dasselbe Material nach 

• • • • ^ 

anderen Quellen enthält. Auch sein Werk ist nach den 
Kapiteln des Fi(|h eingeteilt, aber er hatte die Kapitel nicht 
selbst mit Überschriften versehen, um die Leser nicht zu 
praeo<M!upieren. Er ging auch von vornherein nicht darauf 
aus, das ganze Schema des Fi((h mit Haditmaterial auszu- 
füllen und stellte daher die Traditionen, die ihm in ver- 
schiedenen l'berlieferungen vorlagen, je an einem Orte zu- 
sammen, statt sie wie sein Vorgänger in verschiedenen 
Kapiteln zu verwenden. Der mehr theoretische Charakter 
der ganzen Arbeit ergiebt sich endlich auch daraus, dass der 
Verf. seinem Werk eine Einleitung vorausschickt, in der er 
sich ausführlich über die Traditionswissenschaft im allgemeinen 
ausspricht. 

WüKt. 65, Güldziher 245 6. an Sahih gedr. Calcutta 1265, Hdsa. 
faHt ebciiHO häufig wie von B. Commentare : 1. v. Qädl 'IjAd al Jahsibt 
t 544/1149, RAgib 310, XO 1035. 2. al minhäg ß iiarh Muslim b! al 
Haggag von an Nawawi f 676 1277 Berl. 1234—39, AS 690—704, Jen! 
244, Hllgib 308 9, gedr. 5 Bde. Kairo 1283, Dehli 1302. 3. gnrar al 
fawäHd al magmü^a ß bajän mä waqa'a ß ttahih Muslim min al 
ahädit al maqiü'a v. JahjA b. 'Ali al Qorasi al 'AttÄr al M&Ukl 
t 662 1264 Berl. 1232/3. 4. v. M. b. Haifa b. *Omar al M&likl at T(kDi8t 
t 827,1424, Münch. 120, Alger 490/1,' RAS:ib 306 7, Köpr. 329. 5. ^atm 
f. M, Y. 'Abdalq&dir an NAdirat f 927/1521 Berl. 1240. 6. al mu^allim 
bimuhhamät p. M. v. Ibr£kh1m b. M. b. al *Aganii al Halab! Bodl. I 1M>|. 
7. 'inäjet almalik al mmCim v. 'Abdallah Jü8uf Efendizäde 1 1167/1754, 
NO 1042/3. 8. al if^äh 'an ma'äni a§ sihäh zu Buh&ri und Muslim t. 
b. Hubaira Ref. 48. 9. iarh muikiläi a§ ^ahihain t. al Jahfibt 
f 544/1149, Köpr. 334. Aufzüge: 1. almumad al mul^ra^ *alä k, NL 6. 



>) Nicht Paris 242—5 (Wtt8t.) = 688, 690, 691, 694 de Slane, die 
vielmehr den ßoÄfJ» enthalten. 



Die i»läinische Littcratur in arabischer Sprache. KJl 

al H. von Abu •UwAna Ja'qüb b. Ishäq an Xisäbüri f 310/922 (J. Hall, 
nr. 797), Kopr. 401-6; 2. Muhtamr v. *Abdarazim b. 'Abdalqawi b. 
^Abdallah al Mundiri f 656/1258, Berl. 1241, Münch. 119, Jeni 275. 
27 Commentare und 3 Auszüge Ahlw. 1244. 

4. Ausser diesen beiden Sahiheu, die im ganzen Gebiete 
des Islams ein unbestrittenes, kanouiscbes Ansehen erlangt 
haben, entstanden im 3. Jahrh. noch 4 Werke, die zwar an 
die Autorität jener beiden nicht ganz heranreichen, aber doch 
vielfach mit ihnen zu einer kanonisi'hen Secliszahl zusammen- 
gefasst werden. Ihnen allen gemeinsam ist die grössere 
Liberalität ihrer surut, d. i. des Massstabes, den sie an die 
(ilaub Würdigkeit einer Tradition anlegten. Dazu gehören: 

a) die Smiatt des Abu Dä'üd Sulaiinän b. al Asat al 
Azdi as Segistäni. Er war i. J. 202/S17 geboren. Nach weit 
ausgedehnten Studienreisen, auf denen er auch mehrmals nach 
Bagdad kam, Hess er sich in Basra nieder und starb daselbst 
i. J. 275/S88. Sein Werk führt den Titel Sunan, weil es 
mit Ausschluss aller auf Geschichte, Ethik und Dogmatik 
bezüglichen Traditionen nur solche von juristisch-ritueller Be- 
deutung enthält. Für die Aufahme in sein Werk genügt ihm 
jeder Gewährsmann, über dessen Verwerfung kein einhelliges 
Urteil vorliegt. Sein Buch scheint den beiden Sahihen an- 
fangs ernstliche Konkurrenz gemacht zu haben und noch im 
4. Jahrhundert fand es begeisterte Lobredner, aber zuletzt ist 
es doch mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt. 

J. Hall. 258, Goldziher 250/1, 255/6, Wüst. Schaf 47. 1. k. «a* siinun 
Berl. 1246—48, Münch. 121, Paris 707 8, Bodl. I 207, Alger 494, Jeni 208, 
AS 545/6, NO 822—24, Köpr. 194, gedr. Kairo 1280, Luoknow 1888, mit 
GlosHen Dehli 1890. Commentar 1. von A. b. M. b. Ibrfthim al Hattäbl 
t 388/998, Ind. Off. 1038», Alger 1274,, Jeni 293/4, AS 582 3, 2. von 
as Sujüti t 911/1505, Köpr. 417. Auszug al Mugtabä v. *Abdal'azira 
al Mundirt f 656/1258, Br. Mus. 1865—68, frgm. bearbeitet von b. Qaijim 
al Gauzlja f 751/1350, Goth. 600. 10 Commentare Ahlw. 1249. 2. k. al 
maräail mittelbare Traditionen, gedr. Kairo 1310. 3. Fragen von Abu 
*Obaid M. b. 'AU al Ägurr! an A. D. über die Glaubwürdigkeit ver- 
schiedener Traditionen, bearbeitet von A. b. M. as Silftfi f 576/1180, 
Paris 2085. 

b) Der Gdmi^ des Abu/fsä M. b. 1sä at Tirmidi. Er 
stammte aus Tirmid am Gaihün und war ein Schüler 

Brockelmann, Arabische Litteraturgeschichte. I. 11 



lf,2 2. Buch. 

Holiäris. Ausserdem durchreiste er auf der Suche nach 
Traditicmen FJoräsän, *lräq und Higäz. Er starb in Bug, 
einem kleinen Orte ganz in der Nähe seiner Vaterstadt am 
13. Regel) 271)89i\ In sein Werk nahm er jede Tradition 
auf, die jemals einem Gesetzeskundigen als Argument für 
seine gesetzliche Praxis gedient hatte und merkte bei jeder 
Tradition an, für welche Madhablehre dieselbe als Stutze 
dient, und was ihr die widersprechenden Madahib entgegen- 
zustellen haben. Daher ist sein Buch eine der wichtigsten 
Quellen für die Unterschiede der einzelnen Fiqhschulen. 

Wüst. 75, Ooldziher 250, 254, ZDMG 38, 671 ff. 1. al yämt' a§ 
mhih Paris 709, Bodl. I 187, Leid. 1731, Ewcur.^ 1193, 1459, Alger 495, 
NO 825—28, 1166, A8 547—49, Köpr. 295, gedr. BülAq 1292. Comt. 
1. V. b. Sajjid annÄ» f 734 1333 in 10 Bänden HH II 3910, Heft 5 
Berl. 1250; 2. v. al *IrAqi f 806 1403, Escur.» 1690; Auszug v. M. b. 
•AqU al BAlisi f 729 1329 Paris 710 11. 2. k, aUama'il über das Äussere 
dcB Propheten vgl. Nöldeke, Gesch. d. Qor. XX, gedr. Caicutta 1262, 
Kairo 1273, Mirtah 1282, Fez. 1310. Commentare: 1. v. A. al Qastall&ni 
t 923 1517, Ind. Off. 137 (V), A8 600; 2. v. IbrAhlm b. M. al Isfar&'ini 
t 9431536 E^cur.» 1733, Köpr. 315, RAgib 280; 3. von A. b. Hagar al 
Mekki f J>73 1565 Br. Mus. 149, Ind. Off. 136, Paris 7415, Alger 662—64, 
Köpr. 314; 4. v. M. b. cielAl al L&ri f 979/1571, NO 1033; 5. v. al QAri 
al Herewi f 1014 1605, AS 597—99, NO 1030-32, R&gib 2823; darauf 
beruht 6. v. M. b. Qusim ^asüs, gedr. Kairo 1306; 7. v. al Munäwi 
t 1031 1621, Alger 1666, Jeni 241 2, R&gib 281, A8 601, NO 1034; 
8. V. al LaqAni f 1041 1631, Paris 2092, Alger 1667,; 9. v. BekkUr al 
Mälik! Ooth. 1829; 10. v. Ibrahim al Bugüri, gedr. Bül&q 1280, Kairo 
1309. Auszug u. d. T. as sijum v. IsmA'il b. Gunaini al Gauhari mit 
Comt. Paris 716, anonvmer Comt. dazu ib. 4540. 3. Ärba*in 40 Tra- 
ditionen') Goth. 613,. 

c) Die StinaH des Abu *Abdarrahmäii an Nasä'i. Er 
war i. J. 215/830 in Nasa in Horasän geboren, lebte bis zum 
Jahre 302 -'Ol 4 in Aegypten und starb im Jahre darauf in 
Kamla in Palaestina. n. a. in Mekka, wo sein Grab gezeigt 
wurde, n. a. in Damaskus auf der Folterbank. Seine Tra- 
ditionssammlung hat er auf die geringfügigsten Subtilitätea 
des gesetzlichen Lebens ausgedehnt. Besonders in den ri- 

^) Da» ist die geringnte Zahl von Traditionen, die jeder Muslim 
beherrschen soll; daher wurden später unzahlige Sammlungen der Art 
veranstaltet. 



Die inl^inische Litteratur in arabischer Sprache. 1()3 

tiialistischen Kapiteln schwelgt er in excessiver Kleinigkeits- 
krämerei. Da werden für alle Dii^ä's, die zwischen den 
einzelnen Rak*as hergesagt werden sollen, auf die Autorität 
des Propheten hin Texte angeführt; auch für die mehr 
volkstümlichen Äusserungen des religiösen Gefühls wie z. B. 
die htiad/it bringt er eine Menge von Traditionen bei. In 
den juristischen Kapiteln teilt er zugleich die Formulare für 
alle möglichen Rechtsgeschäfte mit. 

J. HaU. 28, Goldziher 232, Wüst. Schaf 70. 1. k. as Swian 2 Bde. 
Kairo 1312, Jeni 207, NO 830, AS 552—55. Auszug v. Verf. al mugtabä 
Dehli 1850, mit Conit. Zuhar ar rubä v. a» Sujfiti f 911 1505, 2 Bde. 
Kairo 1312, Cawnpore 1882. 2. h al Ifusä'ia /« fadl 'Alt b. abi Tälib 
Bamnilung der auf*Ali und »eine Familie bezüglichen Traditionen verf. 
in Damascu^ gedr. Kairo 1308, vgl. Goldziher ZDMG 50, 112. 3. k. ad 
du^ajä über die unglaubwürdigen Überlieferer Br. Mus. 864^, Bodl. 
il 379^. 

d) Die Siiuan des Abu 'Abdallah M. b. Jezid b. Mäga 
al Qazwini. Er war i. J. •209/824 geboren, machte »Studien- 
reisen in Horasäu, *Iräq, Aegypten und Syrien und starb 
i. J. 273/88(>. Sein Werk fand wegen der vielen schwachen 
Traditionen, die er in dasselbe aufgenommen hatte, wenig 
Anerkennung und wurde erst gegen Ende des (>. Jahrh. unter 
die kanonischen Bücher aufgenommen. 

Wüst. 71, Goldziher 262 3. k. as sunan Paris 706, Br. Mu». 1564, 
Alger 492/3, RAgib 259 60, NO 811- 20, AS 542-44, Köpr. 293, lith. 
Dehli 1282, mit Comt. von Fahr al Hasan ib. 1889. 

5. Ausser diesen (> zu kanonischem Ansehen gelangten 
Werken entstanden zur selben Zeit noch mehrere andre 
Sammlungen, die neben ihnen nicht aufzukommen vermochten. 
Erhalten ist uns von solchen noch das k. as sunan des *Ab- 
dalläh b. *Abdarrahman ad Darimi as Samarqandi, eines 
Lehrers von Muslim, Abu DäYid und at Tirmidi, f 25r)/S()0. 
Sein Buch umfasst kaum ein Drittel der übrigen Sunanwerke 
und behandelt dabei auch die nichtgesetzlichen Kapitel des 
Hadit. Ähnlich wie Buhäri hat er sein Werk zur Förderung 
der Gesetzeskunde angelegt und bietet daher am Schlüsse jeder 
Tradition subjective, aber oftmals schwankende Anweisungen 
für den praktischen Gebrauch. Dazu erörtert er jedesmal 

11* 



164 2. Buch. 

die Glaubwürdigkeit des Isiiäds. Eben seines zu geringen 
Umfanges und seines subjectiven Charakters wegen wird mau 
es als kanonisches Gesetzbuch ungenügend befunden haben. 

Goldziher 258/59. k. al musnad al gämi^ Leid. 1726, lith. 
Cawnpore 1293. 

6. Verloren ist uns das Traditionswerk des Baqi b. 
Mahlad al Qurtubi, eines Spaniers christlicher Abkunft, geb. 
231/845 t 276/H89. Sein Werk bildete den Uebergang von 
Musnad zum Musannaf, insofern es zwar nach Isnädautori- 
täten geordnet war, innerhalb dieser aber die einzelnen Tra- 
ditionen nach juristischen Rubriken verteilte. 

Düzv ZDMG XX 598, Goldziher 260/1, J. Besku&l n. 177, ad Dabbi 
p. 229 nr. 584. 

7. Zwar erhalten, aber noch nicht zugänglich sind die 
Traditionswerke des M. b. *Ali at Tirmidi, f 255/869 und 
vielleicht das seines Sohnes Burhäneddin. 

1. Ar. nawädir al u§ul fi ma^rifef ahhär arrasul Jeni 302, Köpr. 
464 5. 2. muf^tasar al Burhäni i'iber die religiösen Pflichten HH VI 325 
= Escur.* 676.2 (V anonym). 

8. Das letzte originelle Haditwerk, das sich allerdings 
nur durch seine gekünstelte Disposition auszeichnete, verfasste 
M. b. A. b. Hibban. Er war geboren in Bost in Segistan 
zwischen Herät und Gazna, also wohl iranischer Herkunft. 
Nach weit ausgedehnten Studienreisen bekleidete er die Stelle 
eines Qädi in Samarqand, Nasa, 334/965 in Nisäbur. Zuletzt 
Hess er sich in seiner Vaterstadt als Lehrer der Tradition 
nieder und starb daselbst im Alter von 80 Jahren am 20. San- 
wäl 354/9(>5. 

Wüst. 130, Schaf 152. k. af taqä^m wal anwff^ HH V 9916, 
Dlb&ge Berl. 1268, bearbeitet von 'Ali b. BalabAn al F&ris! f 731/1831, 
mit Glossen v. b. Hagar Br. Mus. 1570, vgl. Goldziher 269 n. 5. 

9. Abu Bekr M. b. al Hosain b. 'Abdallah al Ägurri, 
benannt nach Ägurr, einem Quartier auf der Westseite von 
Bagdad, lebte daselbst als säfiMtischer Rechtsgelehrter und 
verfasste einige Monographien aus dem Gebiete der Tra- 
ditionswissenschaft. I. J. 330/942 machte er die Pilgerfahrt 
und blieb dann bis zu seinem i, J. 360/971 erfolgten Tode 
in Mekka. 



Die islAmische Litteratur in arabischer Sprache. 1(>5 

Wüst. 134. 1. k. al arba'tn Sammlung von 40 Traditionen Berl. 
1456. 2. k. fard talab al Ulm über die Frage, was der Gläubige von 
Wissenschaften sich anzueignen habe Berl. 101. 3. Ar. a^läq hamalat 
al qur^'än über die Eigenschaften, welche der Qur'&nbehalter besitzen 
muss Berl. 576. 

10. AI Hasan b. ^Abdarrahmän b. Halläd ar Rämhur- 
muzi t 360/971 schrieb: 

k. al muhdit al fä§il hain arräwt wal wä'i eine Einleitung in die 
Traditionswissenschaft Berl. 1141,, vgl. Huff XII 22. 

11. A. b. M. b. Isliäq ad Dinawari b. as Sunni, 
t 364/974. 

k, 'amal al Jaum wal laila über die Gebete HH IV 8367, hsgb. 
V. M. b. abf 'Abdall&h b. abin Fath an Nahraw&nl ca. 540/1145, Berl. 3505. 

12. 'Ali b. 'Omar ad Däraqutni war i. J. 706/918 in 
Bagdad geboren und hörte u. a. bei b. abi Dä'üd und b. 
Duraid. Ausser einer Traditionssammlung verfasste er noch 
eine Reihe uns verlorener Monographien. Er ging später 
nach Aegypten, um den Wezir des Ihsididen Käfür bei der 
Abfassung eines Musnad zu unterstützen. Er starb i. J. 
385/995. 

J. Hall. 407, Huff XII 70, Wüst. Schaf 235, k. as sunan AS 550 
dazu Ta^ny al ahädtt_ addi^af min (? Cat. wa) sunan ad Däraqutni 
V. Abu 'Abdallah b. Jahjft al Oäli ib. 464. In seinem k. al istidräkät 
trat fatabbu' wies er die Schwächen von 200 in die beiden Sahihe auf- 

• • • 

genommenen Traditioussätzen nach. Vgl. Goldziher 257. 

13. Dichter und Traditionsgelehrter zugleich war A. b. M. 
b. Ibrahim al Ilattabi. Er war i. J. 319/931 geboren und 
verfasste kritische und erklärende Arbeiten zu den grossen 
kanonischen Sammlungen, (legen Ende seines Lebens neigte 
er sich der Mystik zu und trat in Bust in Segistan in ein 
Sufikloster (ribät) am Ufer des Hilmend ein. Dort ist er 
i. J. 388/998 gestorben. 

Jatlma lY 231—3, J. Hall. 196, Huff XIII 20, Hiz. I 282. 1. k. galat 
al muhaddilin AS 458. 2. Commentare zu Buh&rt s. o. p. 158, zu abd 
D&'üd s. o. p. 101. 3. gavib al hadit cit. b. Atir in der Vorrede zu NihAja. 

14. 'Omar b. A. b. 'Otmän b. Sä hin lebte als Traditions- 
gelehrter und Prediger zu Bagdad und soll 330 Schriften ver- 
fasst haben. Er starb i. J. 385/995. 

Wüst. 150. k, ndsif^ al hadit wa mansü^ihi Paris 718. 



HUi 2- Buch. 

15. Abu 1 Hosein M. al «iassäni f 40-MOll sehrieb 

Munnad in alphabetischer Ordnung der Gewährsmänner, Landberg Cat. 
Brill p. 12 nr. 37, Goldziher 229. 

\(y. M. b. 'Abdailäh b. M. al Hakim an NL^büri b. al 
I5aiji* war i. J. H'il 933 zu Nisäbur geboren und wurde 
i. J. 359 \)k\{\ zum Richter in seiner Vaterstadt ernannt, trat 
aber «rhon im folgenden Jahre eine längere Reise an. Um sich 
die für «eine Studien nötige Muse zu erhalten, schlug er die 
ihm angeb(»tene Stelle eines Qadi von <Jurgan aus, doch 
diente er den Samäniden mehrmals als <iesandter an die 
Hüjiden. Er starb am 3. Safar 40;)3. Aug. 1014. 

WÜHt. 167. 1. k. al muntadrak Udä ^s§ah1hain, in dem er die 
(ilaubwürdigkeit mehrerer von den Sahihen übergegangener Traditionen 
verteidigte und den Naehwei» führte, das* die beiden Sahihe viele Hadite, 
die nach ihren eigenen »urut als vollgültig betrachtet werden rafissten, 
unterdrückten, vgl. Goldziher 273, Auszug mit widerlegenden Glor^sen 
von ad Dahabl f 74S 1347 HH V 521 Dibaga Ooth. 221. 2. Zu »einem 
k. al mudß^al ilä *ilm a^ sahih schrieb *Abdalgani b. Sa*id b. 'AU al 
Azdi h1 Hagr) f 4<Mno08 u. d. T. k. al auh&m allati fi 'Im. eine Be- 
richtigung der Fehler und Versehen, die er weniger dem Verf. als den 
Abschreibern und weiteren Verbreitern zur Last legt; er überreichte 
sein Werk dem Verf., der ihm dafür dankte HH V 11677 Berl. 1033. 

17. Abu Bekr M. b. al Hasan b. Ffirek al Isbahäni 
war Philosoph, Philolog und Prediger. Nachdem er in Ba<i:däd 
studiert hatte, ging er nach Kai und von dort nach Nisäbur, 
wo er als Lehrer und Schriftsteller erfolgreich wirkte. Kr 
folgte später noch einem Kufe nach (iazna und wurde auf 
der Ruckkehr von dort, wo er viele Disputationen gehalten 
hatte, i. J. 4()<)/l()l.") unterwegs vergiftet. 

WüHt. 170. 1. k. al hudüd ß '/ nsfU Definitionen über die Grund- 
lagen des hanefitischen Rechts, Br. Mus. 42 17, vgl. b. Qutlübugä 185. 
2. ai takallum *alä 7 ahddtt al maühura allafi zahiruhä *t fasbih 
waradduha ilä 7 muhkam Leid. 1734. 2. hall mufambihäf al hadtt 

• • • ^ 

HAgib 180. 3. muikil al hadV wagaribnhu Ref. 50 wohl gleich narh 
yartb al hadit R&gib 312. 4. k. axnuV ar Hgäl (Verf.V) Berl. 9918. 

IH. Abu 1 Qäsim Temmäm b. M. b. ^Abdallah b. (iafar 
b. al (hmaid ar Räzi, geb. :^:i(M)41 f 414 1()'i:^i) schrieb: 

Fau'tVid al hadtt Leid. 1733. 



*) Danach zu verbessern Hutf XI 11 39. 



Die islftmis^che Litteratur in arabiiieher Sprache. 1(^7 

19. Neben der sammelnden und kritisierenden Thätig- 
keit, die wir bisher besprochen, entstand im 4. Jahrh. ein 
neuer Zweig der Traditionswissenschaft, der *//;w arrigdf, 
dessen Aufgabe in der Kritik der Gewährsmänner bestand. 
Vorbereitet war diese Wissenschaft schon durch die bio- 
graphischen Arbeiten des M. b. Sa'd (s. o. p. 139), des Buhäri 
(8. 0. p. 159) und des M. b. A. al Buhäri (f 312/924, Wüst. 98), 
faMil as Sahäba, Jeni 87«. 

a) Der erste litterarische Vertreter dieser Wissenschaft 
war Abu M. 'Abdarralimän b. abi Hätim M. b. Idris at Ta- 
mimi al Hanzali ar Räzi, geb. 240/854 f 827/989 in Tüs. 

Wüst. 106. k. al garh waffa'dil in 6 Bänden Kairo I 124, 
A8 496, Köpr. 278, vgl. Goldziher 272. 

b) Sulaimän b. A. b. Aijüb at Tabaräni war i. J. 
260/870 in Tiberias geboren, war ii'^ Jahre auf Reisen, Hess 
sich dann in Isbahän nieder und starb daselbst i. J. 8H0/971. 

J. Hall. 260. 1. al mu*üam assagtr HH V 12384, einzelne Bände: 
Paris 2011, Br. Mus. 875, Esiur.» 1095, Auszug Ooth. 8645. 2. makärim 
al alfläq Ethik in Aussprüchen M^s. Berl. 5390. 

c) 'Abdallah b. 'Adi b. 'Abdallah al Gurgäni b. al 
Qattän, geb. 277/890 f 8()0/971. 

HuiF XII 40, al kämil fi ma^rif'af (hCafä nl muiahadditjn (oder 
al kämil ft '/ garh tvaffa'dtl) Kairo 1 129 ff. 

d) Abu Sulaimän M. b. 'Abdallah b. A. b. Zabr ar 
Raba'i f 379/989. 

Huff XII 72, ta^nh maulid al *ulamä wa wafajätihim Br. Mus. 1620. 

e) Abu Nasr A. b. M. b. al Hosain al Kaläbädi aus 
Kaläbäd, einem Stadtviertel von Bohärä, der bedeutendste 

— y ' 

Traditionarier s. Z. in Mäwaräannahr, geb. 806/918 f 889 999. 

Wüst. 160. AnnuT huffäz as saMh lil Biihän HH V 541, neu- 
bearbeitet von 'Abdallah b. ^Abdarrahmän b. Guzajj i. J. 562 1167, 
Paris 2086. 

f) Abu 'Abdallah b. Ishäq b. Min da aus persischem 
Geschlecht, geb. 810/922 f 395/1004. 

Huff XIII 29. k. asmte a§ sahäba Köpr. 242. 

g) 'Abdalgani b. Sa'id b. 'Ali al Azdi al Misri, geb. 
29. Du'lqa'da 822/10. Nov. 984, der vorzüglichste Traditionarier 



1()8 2. Buch. 

8. Z. in Kairo, f in der Nacht vom 6. zum 7. Safar 409/25. zum 
2(). Juni 1018. 

Wüst. 172. k. al mu*tal\f wal niiü^talif ft asnui* ar Hgäl Köpr. 1578. 



7. Kapitel. . AI Fiqh. 

Die Traditionen wurden, wie wir gesehen, ursprünglich 
nicht um ihrer selbst willen gesammelt und studiert, sondern, 
damit sie den Gläubigen als Sunna, als Richtschnur ihres 
Handelns, zur Ergänzung der im Qor'än niedergelegten, un- 
verbrüchlichen Gesetze dienen sollten. Aber weder der 
Qor'an, noch der Hadit reichten mehr für alle Bedürfnisse 
des politischen Lebens aus, als die Araber ganz Vorderasien 
erobert und sich in den alten Kulturländern niedergelassen 
hatten. Die durchaus neuen Lebensverhältnisse schufen eine 
Reihe von rein rechtlichen Fragen, die in jenen beiden theo- 
retisch allein entscheidenden Quellen nicht vorgesehen waren. 
Wollte man nun nicht für jeden neuen Rechtsfall, wie das 
übrigens vielfach geschehen ist, eine Tradition vom Propheten 
erfinden, so musste man aus eigner Einsicht (ar raj) eine 
Entsrheidung zu treffen suchen. Die richterliche Praxis wird 
sich schon lange dieses Auskunftsmittel^ bedient haben, ehe 
auf dem Gebiete der theoretischen Wissenschaft der Streit 
zwischen den ashilh atraj und den ashdb al hadU entbrannte. 
Es ist fast selbstverständli(*h, dass solche Entscheidungen viel- 
fach im Sinne des in den einzelnen Ländern bereits geltenden 
Rechts getroffen wurden. Insbesondere musste der lebhafte 
Verkehr mit den syrischen Christen, die am Hofe zu Da- 
maskus eine bedeutende Rolle spielten (s. o. p. 66), unwillkür- 
lich zur Aneignung mancher Gedanken des unter ihnen 
herrschenden römischen Rechtes führen. Eingehende Unter- 
suchung wird wahrscheinli(;h die Abhängigkeit des musli- 
mischen vom römischen Rechte noch deutlicher als bisher er- 
kennen lassen. Leider fliessen unsere Quellen für die älteste 
Geschichte des islamischen Rechtes noch sehr spärlich, da 
uns die grosse Masse der ältesten Litteratur verloren, das 
wenige erhaltene aber bisher meist noch nicht zugänglich ist. 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. \Q\) 

Für die den 4 orthodoxen Schulen vorangegangene Entwick- 
lung stehen uns überhaupt keine ursprünglichen Denkmäler 
zur Verfügung. Da uns hier aber überhaupt nur die littera- 
rischen Leistungen der Fuqahä"* interessieren, so wenden wir 
uns gleich zu den 4 Madähib, deren Begründer und Vertreter 
je bis zum Ende des 4. Jahrh. wir zusammen vorführen 
wollen. 

A. V. Kremer, Culturgeschichte des Islams Bd. I cp. IX p. 470 — 500. 
E. Sachau, Zur ältesten Geschichte des muhammedanischen Rechts 
ßBWA Bd. 65 (1875) p. 699-723. Goldziher, Die ZUhiriten p. 3-19, 
ders. MSt II, 73 — 78. Sprenger, Eine Skizze der Entiwicklungsgeschichte 
des muslimischen Gesetzes Z. f. vergl. Rechtsw. Bd. X p. 1- 31. 

1. Die Hanefiten. 

• 

Die Krone der Lebensbeschreibungen, enthaltend die Klassen der 
Hanefiten von Zeinaddtn Käsim Ibn Kutlübug&. Zum erstenmal hsgb. 
4U. m. Anm. u. e. Index begleitet v. G. Flügel, Leipzig 1862. Abh. f. 
d. K. d. M. Bd. 1 nr. 3. G. Flügel, Die Klassen der Hanefitischen 
Rechtsgelehrten, Abh. d. Kgl. Sachs. Ges. d. Wiss. Bd. VIII, phil.-hiht. 
Cl. Bd. III, Leipzig 1861. 

1. Abu Hanifa an No'män b. Täbit war als der Enkel 
eines persischen Sklaven^) wahrscheinlich i. J. SO/699, n. a. 
i. .1. cn/GSO in Kufa geboren. Von seinem Russeren Leben 
wissen wir nur, dass er als unabhängiger Mann einen Tuch- 
handel betrieb. Als die *Abbäsiden im Namen der 'Aliden 
gegen die Umaijaden zu agitieren begannen, schloss er sich 
der neuen Bewegung an, die ihm als Maulä sympathisch sein 
musste. Da er aber wie so viele seiner Volksgenossen be- 
sondere Sympathien für die *Aliden hegte, die den durch 
ihre nationale Tradition an das strengste Legitimitätsprinzip 
gewöhnten Persern als die allein berechtigten Erben des 
Propheten erschienen, so war er natürlich nicht wenig ent- 
täuscht, als die *Abbäsiden nach dem Sturze der Umaijaden 
ihre Vettern zurückdrängten und sich selbst auf den Thron 
schwangen. Daher unterstützte er die Schilderhebung der 
'Aliden in Medina i. J. 145/762 und wurde dafür mit Ge- 
fängnis bestraft. In demselben ist er i. J. 150/767 oder 151 



*) Vgl. Goldziher, Beiträge zur Litteraturgesch. der Si*a p. 69. 



170 2. Buch. 

gestorben. Die späteren Anhänger seiner Lehre konnten es 
nicht verstehen, dass die Regierung es niemals versucht 
haben sollte, den verehrten Meister für ihre Dienste zu ge- 
winnen. So entstand die liegende, dass der Chalife Mansur 
ihn mit Gewalt zur Annahme eines Richteramtes habe zwingen 
wollen, und dass er an den Folgen der Misshandiung, die er 
sich durch seine standhafte Weigerung zuzog, gestorben sei. 
A. H. ist der Stifter desjenigen Madhab, der dem Qijäs, der 
speculativen Rechtsdeduction , die grössten Zugeständnisse 
machte. Er war aber keineswegs der Erfinder dieser Rich- 
tung. Es ist vielmehr ausdrucklich bezeugt, dass er die 
Kenntnis derselben seinem Lehrer, dem Hammäd b. abi 
Sulaimän (f 119/7137 od. 120) verdankte^). Aber er war 
allerdings der erste, der auf Grundlage des Qijäs das muham- 
medanische Recht zu codificieren versuchte. 

J. Hall. 736. Dem A. H. werden folgende Werke zuge^ichrieben: 
I. k. dl fiqh al akhar Berl. 1923/4. Leipz. 192*,, Dresd. 19S,s, Münch.889 
fol. 24b— 26, Pari» 1122«, 1229 30, Leid. 1975, Kairo 11 36, gedr. mit 
Hindüstänt — Über.-«. Luüknow 1260. E.<i enthält eine Darstellung der 
ii^lamischen Glaubenslehre, der usül addin ^). A. v. Kremer, Gesch. d. 
herrsche Ideen d. Islams p. 39 n. 2 hat die Echtheit der Schrift bezweifelt, 
weil in ihr ein ausdrücklicher Protest gegen die murgiMtische Lehre 
vorkommt, zu der sich doch A. H. selbst bekannt haben soll. Vgl. 
Houtsma Hot Strijd p. 116. Comt.: 1. v. AbQ '1 Lait as Samarqandi 
t 383 993, Kairo II 43; 2. von al Pazdawi f 482/1089, Escur.» 995; 
3. u. d. T. al hikam an nabawija von al B&berti t 786,1384, Auszug 
Berl. 1925 — 27; 4. v. Ilj&s b. IbrÄhIm as Sin&nl») ca. 840/1436 HH 
IV 9172, Berl. 1928, AS 2316, NO 2187/8 Kairo II 29; 5. v. Abü'l Muntah! 
A. b. M. al Magnisawi vollendet 939/1532, Berl, 1929/30, Goth. 641, Leipz. 
1087; 6. sehr ausführlich von al QÄrt al Herew! f 1014/1605, Berl. 1931, 
Goth. 642, AS 2313 — 15, NO 2185 gedr. Dehli 1890; 7. v. 'Abdalauwal 
b. 'Abdalqaijftm Müsaw! Ind. Off. 380; 7. anonym Berl. 1832. II. Musnad 
A. H., von seinen Schülern zusammengestellt. Es gab im ganzen 
15 Recensionen, die im 8. Jahrh. der hwftrezmische Theologe Abü*l 
Mu'aijad Mahmud in ein Gesamtwerk verarbeitete und nach den Kapiteln 



*) Goldziher, Z&hiriten p. 13. 

^ Fiqh, eigentlich ^das Erkennen**, ursprünglich im Sinne den 
späteren Kal&m gebraucht, scheint erst nach dem J. 200 die Bedeutung 
Jurisprudenz erhalten zu haben, vgl. Sachau 11. p. 711. 

*) ? Berl. as stn&bi, NO: as slnüb), AS: b. Sinän. 



Die islämiäche Litteratur in arabischer Sprache. 171 

des Fiqh anordnete HH V 536, Kairo I 304, vgl. Ooldziher MSt. II 230; 
nach der Überlieferung de» Haskefi mit Comt. de» Q&ri al Herewi 
lithogr. Labore 1889. Au»züge von at Ta*aiibi t 430; 1038, Köpr. 420 
V. Abu T Baqä A. b. M- al Qora»i ib. 421. III. Wamja dogmatisches Ver- 
mächtnis an »eine Freunde über die Grundlagen de» Islams Goth. 48s, 
656i (wo die andern Hd». aufgezählt sind, dazu) Paris 761t, 1230«; Comt. 
V. al Bäberti t 786/1384, Guth. 657, AS 330, NO 2206, Kairo II 26 von 
al Qanaw! Escur.* 1568; 2. anonym, nach dem vorhergehenden verfasst, 
der in der Einleitung citiert wird Goth. 658; 3. anon. a. d. J. 1056 1646 
Kairo II 33. lY. Wa^ja au seinen Sohn Pari» 2316«. V. An seinen 
Schüler Abu Jiisuf Ja'qüb Pari» 2316;, Havn. 231„. VI. k. al mal^äi-ig 
f% 7 hijal Rechtskniffe überliefert von »einem Schüler Abu Jüsuf Kairo 
III 103. Die meisten Schriften A. H. »ollen von seinem Enkel I»mä*il 
b. Hanimäd, Richter von Basra und Raqqa (f 212 827) redigiert sein, 
vgl. b. QutlDbuga nr. 46, Sachau 1. 1. p. 713 n. 

2. Abu Haiiifa's bedeutendster Schüler war Abu Jusuf 
Ja'qub b. Ibrahim b. Habib al Küfi al Aiisäri. Kr war aus 
altarab. Geschlecht und i. J. 113;7H1 in Kufa geboren. Kr 
wurde von al Mahdi zum Qädi in Bagdad ernannt und be- 
hielt dies Amt auch unter Harun bis zu seinem Tode 
i. J. 182/795. fn dieser Stellung konnte er die I^ehre seines 
Meisters in die Praxis überfuhren. Aber schon bei ihm be- 
ginnt die Reaction gegen das ungetrübte Ra'jsystem. Kr be- 
ruft sich auf Traditionen in Fallen, wo man auf Grund der 
Analogie anders lehrte, und widersprach seinem I^ehrer mit 
Berufung auf die Überlieferung. 

Flügel 282, Goldziher MSt. II 77. K. al har/ig über die Grund- 
steuer nach Qor*&n und Tradition mit ermahnender Vorrede an Hardin, 
higb. von seinem Schüler M. b. al Hasan as Saibäni Berl. 5605 6, Paiic* 
2452 3, AS 1145, NO 15167, Köpr. 559, 560, gedr. B&l&q 1302. 

3. Sein Schüler M. b. al Hasan as Saibäni war i. J. 

« 

132/749 in Wasit geboren. Kr hörte zwar noch den A. Hanifa 
selbst, verdankte aber seine Ausbildung hauptsächlich dem 
Abu Jüsuf. Kr ging alsdann zu Mälik b. Anas nach Medina, 
um bei demselben die traditionellen Grundlagen für die Lehre 
seines Meisters kennen zu lernen. Nach beendetem Studium 
wurde er zum Qädi von Kaqqa ernannt, i. J. 187 aber ab- 
gesetzt. Kr lebte dann in Bagdad >uid begleitete i. J. 189;S()4 
den Chalifen Härün nach Raj, in dessen Nähe er starb 
(Tab. 111 2.VJ1). 



17'J 2. Buch. 

J. Qutlub. nr. 159, Flügel 283, Goldziher 1. 1., Cherbonneau JAP 
K 4 t 20 p. 406 — 19. Von seinen Werken sind erhalten: 1. k, al mabsüt 
oder k. al asl fl 7 furiC, dessen ursprüngliche Bearbeitung vielleicht von 
Abu Jüsuf herrührte (HH I 326 nr. 818), AS 1026, NO 1377, Kairo III 6, 
Auszug V. M. b. Ibr&him, verf. 705 1305, Kairo III 126, 225; 2. az 
Zijadäf, Zusätze dazu, mit Ta'liq vom Verf. Kairo III 27, commen- 
tiert v. A. b. M. al BohÄr! f 586 1190, Kairo III 73, von Fahreddin 
Q&diMn f 592/1196, Kairo III 74, Auszug daraus von Sadreddin Sulai- 
m&n Frgni. Berl. 4441; 3. al gämi*^ al kebir, über die furü*, die abge- 
leiteten Rechtssätze, Jeni 392, Kairo 111 34. Corot, a) v. A. b. *Ali al 
(iassäs t 370980, Kairo III 69, b) v. v. as Sarahsl t 495;1101 ib. 70, 
c) M. b. A. al Haslr! f 632 1234 ib. 17, d) v. 'Abdalmuttalib b. al Fadl 
al Häsimi al Halabi f 616 1219 ib. 67, e) anonym u. d. T. at taisir ib. 68. 
Auszüge a) TalJiis von al Hil&ti f «52 1254, Berl. 4508, Comt. v. 'Ali b. 
Balabän al Färisi t 739/1338, Jeni 426 7, Kairo 111 19, abgekürzt von 
Serägeddin 'Omar b. Ish&q es Sibli t 773 1371, BerL 4509, Comt. v. al 
Bäberti t 786/1384, Kairo 111 68, Comt. v. M. b. M. b. Sihäb al Kerder! 
b. al Bezzäz f 827 1424, Berl. 4510, Comt. v. Mas'ftd b. M. al 'Agdüni 
Jeni 428 9, Kairo 111 74, b) von al Taftaz&ni f 792 1390, Jeni 428 bis 
c) versificiert und comt. v. A. b. ab! 'lMu*aijad al Hamüdi an Nasafi 
t 519 1125 verf. i. J. 515 1121, Paris 820, Pet. A. M. 104, Kairo III 143, 
comt. V. Mahmftd b. S&'id al Häriti f 606 1209, Kairo 111 28. 4. al gdmi" 
as saytr vielleicht zusammen mit Abu Jüsuf verfasst NO 1438/9, 
Kairo III 32, gedr. am Rde des k. al liaray Bf^läq 1302, neubearbeitet 
von *Omar b. Mäza as sadr ns sähid f 536 1141, Berl. 4437, Jeni 434, 
Kairo III 32, von A. b. M. b. *Omnr al Bohäri f 586 1190, Ooth. 998, 
Münch. 261 — 3, Dresd. 105, Leid. 1774, Paris 8212, Jeni 435, Kairo 
III 73; 20 andre Bearbeitungen bei Ahlw. 4439. Comt. v. Husäm b. 
Mansur al Uzgandi Qadihän t 5921196, Jeni 436, Kairo III 74. Ver- 
sificiert V. an Nasafi t 537/1142, Kairo 111 123, 143, v. Bedreddin Abu 
Nasr Mahmud b. abi Bekr al FarAhi verf. i. J. 617 1220, Paris 823, 
Kairo III 107. 5. k. al älar die traditionellen Grundlagen für die Lehre 
des Abu Hanifa, Kairo III 2, Goldziher MSt. II 77. 6. k. as sijar al 
kebir Kriegsrecht, sein letztes Werk, das er verfasste, nachdem er al 
*Iräq verlassen hatte; Comt. dazu von M. b. A. b. ab! Sahl as Sarahs! 
t 495 1101, Berl. 4975, Wien 1775, Leid. 1775, Paris 4975, Jeni 440-1, 
Kairo III 70. 7. Paris 784 enthält ein Werk über die usül al fiqh etwa 
identisch mit dem k. al mabsüt nr. 1?, Paris 785 einen Coitit. dazu von 
as Sarahs! f 483/1090, angeblich verfasst i. J. 499? 8. Ihm beigelegt wird 
ein Glaubensbekenntnis, 'aqida in 79 Versen Berl. 1933 4, Goth. 659 60, 
Pet. Chanykow 161,, Paris 4585, Bodl. I 811,, 127^, II 596. Die Echt- 
heit ist zweifelhaft, weil die Sitte, dass jeder bedeutende Gelehrte eine 
solche *aq!da dichtete, erst später aufkam, und weil kein alter Comt. 
zu derselben bekannt ist. Comt. v. 31. b. 'Abdallah b. Q&d! *Aglün 



Die islliinisehe Litteratur in arabischer Sprache. 1 7.'^ 

az Zar'i t 876 1471, Goth. 661, 1299,,, Paris 3024«, von 'AlwÄn b. *Atija 
t 936 1529, Berl. 1935. 

V 

4. Ein Schuler as Saibäni's war Abu Sulaimän Musä b. 

9 

Sulaimän al (iuzgäni, dessen Todesjahr unbekannt ist. 

Flügel 286. Ein Buch über die Furü* ohne Titel, vielleicht nein 
Ar. an nmrndir Kairo III 102. 

5. Hiläl b. Jahjä b. Muslim al Basri erhielt den Bei- 
namen Hihil ar ra'ji, weil er dem Ra'j in der Rechts- 
deduetion wieder einen grösseren Einiluss zugestand. Er 
starb i. J. 245/859. 

J. Qutlüb. nr. 246, k. ahkam nlwaqf über das Recht der frommen 
Stiftungen Leid. 1776, Kairo III 116. 

G. An der Spitze der dritten Generation hanefitischer 
Gelehrter steht Abu Bekr A. b. 'Omar as Saibäni al Hassäf. 
Er lebte im Gefolge des Prinzen Mohammed b. Wätiq, des 
späteren Chalifen al Muhtadi: als dieser nach kaum ein- 
jähriger Regierung i. J. 25()/S70 ermordet wurde, plünderten 
die türkischen Milizen auch sein Haus und er verlor dabei 
seine Bibliothek. V\x starb i. J. 2()1/S74. 

Fih. 206, J. Qutlüb. p. 5 n. 15, Flügel 291: 1. k. ahkäm ahvnqnf 
Goth. 1127, Leid. 1778, Berl. 4761 (Wien 1798), AS 1012, NO 1891, 
Jeni 34950, Kairo III 3, 116, 124, vgl. Goldziher MSt. II 68. Auszug 
aus diesem Werk und dem des Hiläl b. Jahjä, anonym Alger 1293i. 

2. Ar. adab al qädi ein Handbuch für den Richter, mit Comt. v. A. b. *Ali 
ar Räz! al Gassäs f H70 980, Leid. 1777, v. 'Omar b. *Abdaraztz b. Mäza 
eisahld t 536 1141, Jeni 356 7, 423, Köpr. 531 2, Kairo III 72, v. M. b. 
A. al Qäsiml al Hugand! Jeni 424, AS 1203, anonym Rftgib 587. 

3. k. al hijal wal mahärig Anweisung, wie man sich im Verkehr, im 
Handel und Wandel zu verhalten habe und aus seiner Lage Vorteil 
ziehen könne, Berl. 4972 3, AS 1143, Kairo III 42. 

7. Abu (Ja'far A. b. M. at Tahäwi war i. J. 229/848, 
n. a. 239 in Tahä in Ägypten geboren. In seiner Jugend 
genoss er den Unterricht seines Oheims, des Säfi'iten al 
Muzani (s. u. Abseh. 3 nr. 2). I. J. 268/881 ging er aber 
infolge eines Zerwürfnisses mit ihm nach Syrien und schloss 
sich an den Hanefiten Abu Häzim an. Später wurde er 
einer der bedeutendsten hanefitisehen Schriftsteller; er starb 
i. J. 321/933. 



174 2. Buch. 

J. Hall. 27, Flügel p. 296, Wüst. Gesch. 102: 1. Ar. as sunan 
A8 551. 2. mrh ma'äni al dtär Berl. 1263-5, Jeni 571 gedr. Lucknow 
1300—2, 2 Bd. 3. k. mmkil al äiär Berl. 1266 7, Auszug Br. Mus. 1569. 
4. k, ah surut Kairo III 102. 5. k, ihtiläf al fuqahä Kairo III 3, 

6. al MuJitasar ft 7 fiqh comt. v. A. b. 'All al üassäs f 370 980, 
Kairo 111 69, v. Bahä'addin aH Samarqandi f 535/1140, Jeni 457/8. 

7. r. (oder muqaddima) fi uml addhi oder *aqidat ahl assimna wal- 
yamä*a oder bajdn as sunna tcaly. Goth. 663, Berl. 1938 9, Kairo II 50, 
Köpr. 348, gedr. Kazan 1893 (u. d. T. b. as s.); comt. v. Nagmeddfn 
Kubrusi Turki f 652 1254, Jeni 760, AS 2311, Köpr. 861, v. 'Omar b. 
l8hAq al Hindi f 773 1371, Kairo II 30, v. al AqhisÄri f 1025 1616, 
Leipz. 190 — 2, anonym Berl. 1940, anon. verf. auf Veranlassung des 
Baifaddln an Näsiri (f 758,1357 Weil, Gesch. d. Chal. IV 501) HH IV 216 
Goth. 665. 

s. Nicht ganz sieher ist die Zugehörigkeit des Ishäq 
b. Ibrahim as Säsi as Sarmarqaiidi zur hanefitisehen Schule. 
Er starb i. J. 325/987 in Ägypten. 

k, alu§ül indischer Druck v. J. 1289 (Kairo II 237). 

i). M. b. M. b. A. al Marwazi al Häkim war Richter 
in Buliärä und wurde später von dem Samaniden Hamid, 
Fürsten von Horäsän, zum Wezir ernannt. Im J. 334/945 
fiel er in Merw im Kampfe mit den Türken in deren Hände 
und wurde an die Wipfel zweier Bäume festgebunden, deren 
Auseinanderschnellen seinen Tod herbeiführte. Daher führt 
er den Beinamen as sahid, der Claubenszeuge. 

Flügel 296. Sein al Kä/i fi Hfiqh AS 1362 3, Kairo III 101 be- 
ruht auf dem gämV und den zijädät des M. as Saib&ni. 

10. Abu 'I Qäsim Ibrahim b. M. al Hakim as Samar- 
qandi, t 342/953, schrieb 

62 Rechtsfragen, aus denen ein Auszug u. d. T. as 8u*dl al a'zani 
(von Abu Hafs al Kablr?) Paris 824 vorliegt, gedr. Büläq 1253 (Kairo 
II 25).' 

11. Abu T Qäsim Ismä'il b. al Hasan b. 'Ali al Baihaqi, 
t 402/1011, schrieb 

ai iämil Rechtsfragen in FetwAs auf Grund des mabsüt und der 
Eijftd&t Kairo ni A5. 

12. Abu 1 Husain A. b. M. al Qudüri al Bagdädi, 
geb. 362/972 f 428/1036, verfasste ein bis auf den heutigen 
Tag viel benutztes und oft commentiertes Lehrbuch der hane- 
fitisehen Furü*. 



Die iilämiäche Litteratur in arabincher Sprache. 175 

J. Hall. 29, J. Qutlüb p. 5 nr. 13, Flügel p. 305: 1. Mul^tu^ar al 
Qudün Berl. 4451/2, Goth. 994/5 (wo die übrigen Hds. aufgezählt, dazu): 
Pari» 827 — 33, Alger 978-80, Br. Mus. 267, Jeni 527, AS 1424 31, 
gedr. Dihli (Zenker H 1135), Cpel 1291, Kasan 1880, daraus der Ab- 
schnitt über das muslimische Eherecht, übers, v. G. Helmsdörfer, Frank- 
furt 1832. Das k. assair in Analecta arab. ed. Rosenmüller p. I Leipzig 1826. 
Commentare a) v. A. b. M. al Aqta* f 474 1081, Paris 834, Kairo III 67, 
b) V. 'Abdarrabbb. MansClr alGaznewi f 500 1106, Jeni 466, c) v.HwÄhar- 
z4de t 482 1089, Jeni 404, Köpr. 589, d) v. 'AU b. 'AI! al Makkl^^ar R&zi 
t 598,1201, Goth. 996, Münch 258, Pet. A. M. 107, Jeni 461, AS 1261, 
NO 1263, e) v. Abu Bekr b. 'Ali b. M. al Haddäd al *Abb&di f 8001 397 
u. d. T. al gauhara annaijira, Berl. 4453, Paris 835, Jeni 461, AS 1264—9, 
Kairo III 37, f) von dems. u. d. T. assirag alwahhäg Alger 982, Jeni 
462-5, Köpr. 590-4, Kairo 111 63, g) u. d. T. gämV^ al mudmarät tcal 
muikiläf v. Jüsuf b. 'Omar b. Jüsuf as Süfi al Q&dürl Ref. 47, Jeni 
4678, h) V. Muhtär b. Mahmud az Zfthidl Jeni 469, AS 1262, i) v. *Ab- 
dalgan! al Maidäni vert. 1268 1851, Cpel 1275, k) anonym Br. Mus. 
1600, Alger 983/4. 16 andre Comt., 6 Auszüge, 2 Zusätze, 2 Versi- 
licationen Ahlw. 4454. II. Takmila Ergänzung zum Muhtasar Münch. 
259, Comt. V. *Ali b. A. al Makki ar Räzi f 598,1201, Paris 854, Alger 
983/4. III. k. attagrid Verteidigung des A. H. gegen as SäfiM Br. 
Mus. 1194, Kairo III 17, mit Comt. Berl. 4455 (Teil II). 

18. Abu Zaid 'Abdallah b. 'Omar b. 'Isä ad Dabüsi 

gilt als der Begründer des *ilm al Hiläf, der Wissenschaft 

von den Unterscheidungslehren der Madähib^). Er starb in 
Buhära i. J. 480/1089. 

J. Hall. 309, J. Qutlüb nr. 266, Flügel 274. \. k. al amad al 
aqfä moralisch - dogmatische Belehrungen Escur.* 559. 2. taqwtm ala- 
dille fi usül al fiqh Jeni 310, anonymer Auszug, Goth. 929. 3. fa^sis 
annazar über streitige Rechtsfragen Kairo III 15, 124. 

2. Die Mälikiten. 

I. Abu 'Abdallah Mälik b. Anas al Asbahi war 
i. J. 97/715 zu Medina geboren und war ein Schüler des 
Traditionariers az Zuhri und des Qor'änlesers Näfi*. In der 
Politik war er ein entschiedener Anhänger der *Aliden. Als 
M. b. 'Abdallah i. J. 145/762 sich in Medina gegen die 
*Abbasiden empörte, gab er das Fetwä ab, dass der diesen 

*) Dass aber Ansätze zu solchen Studien sich schon früher finden, 
bat Ooldziher Z&hir. 37 n. 1 gezeigt. 



17() 2. Buch. 

geleistete Huldiguugseid als erzwungen niemand binde (Tab. 
111 200, Nöldeke, Skizzen 129). Später aber muss er sich 
doch mit der Regierung ausgesöhnt haben. Als kurz vor 
Mäliks Tode i. J. 179/795 der Chalif Harun auf der Pilgerfahrt 
Medina besuchte, soll er seinen Vorlesungen beigewohnt 
haben (Frgm. bist. ar. 1 29S). 

J. Hall. 522. I. k. al Muwafla* ist kein Traditionnwerk, Hoiiderii 
ein corpus juris, das Gesetz und Recht, den Ritus und die Praxis der 
Religionsübung nach dem IgmA* von Medina und der dortigen Sunna 
darstellen und die noch in Schwankung befindlichen Dinge vom Stand- 
punkte des Igmft' und der Sunna aus festlegen soll. Es giebt in seinem 
Werke Paragraphen, in denen er nicht eine einzige Tradition, sondern^ 
nur Fetw&'s anerkannter Autoritäten in gegebenen oder casuistisch auf- 
geworfenen Fällen anführt, um mit der Abgabe seiner eigenen Meinung 
und mit der Konstatierung des medinensischen Usus und Konsensus zu 
schliessen. Sein Werk war zwar nicht das einzige seiner Art, aber e» 
hat allein alle seine Rivalen überdauert. Mälik selbst scheint sich um 
die richtige Überlieferung seines Werkes wenig gekümmert und die ihm 
vorgelegten Texte in der sorglosesten Weise für authentisch erklärt zu 
haben. So kam es, dass sein Buch in mehreren, z. T. stark voneinander 
abweichenden Rezensionen kursierte, von denen zwei erhalten sind: 
1. die Yulgata rec. v. Jahjft b. Jahjd. b. Ketir al Lait! al Masmüdi, einem 
Spanier (f 234/848) Berl. 1143, Paris 675 — 78, 4538, Br. Mus. 1590, 
Alger 421—24, lithogr. mit Randglossen Dehli 1216, Lahon 1889. Oom- 
mentare a) v. M. b. *AbdallAh al Bataljüsl f 521 1127 Alger 425/6, 
b) v. M. b. al *Arabt Abu Bekr f 546 1151, Alger 427, c) v. M. b. Halaf 
al Qurtubl f 557 1162, Br. Mus. 191, d) v. M. b. 'Abdalbäqi az Zarq&nl 
t 1122/1710 gedr. 4 Bde. Kairo 1280; 2. die Rezension des M. b. al Hasan 
as äaibäni (s. o. p. 171) Berl. 1144, Br. Mus. 1590, Kairo I 328, gedr. 
Ludhi&na 1291, 1292, Lucknow 1297. Commentar v. al QArl al Herewi 
t 1014 1605 RAgib 328. Andere Comt. und Bearbeitungen Ahlw. 1145 
vgl. Goldziher MSt. II 213—226. II. R. ica'z an den Chalifen H&rün 
ar Rasld und Jahjft al Barmeki Escur.* 556a gedr. BülÄq 1311. III. k, al 
masffil redigiert und mit Antworten und Erläuterungen versehen von 
seinem Schüler 'Abdallah b. 'Abdalhakam al Misri f 214/829 Goth. 1143, 
Comt. v. al KalAht R&gib 327. 

2. Mälik*8 bedeutendster Schüler war Abu 'Abdallah 
'Abdarrahmän b. al Qäsim, geboren i. J. 132/719. Ihm 
gebührt insbesondere das Verdienst, seine Lehre im Magrib, 
wo sie bis auf den heutigen Tag die herrschende geblieben 
ist, eingebürgert zu haben. Er starb in Kairo i. J. 191/806. 



Die islämiäche Litteratur in arabischer Sprache. 17T 

J. Hall. 335. 1. k. cd mudauwanaj ein Handbuch des malikitischen 
Rechts, war ursprünglich von Asad b. al Furät nach seiner Rfickkehr 
aus dem 4räq verfasst und bestand in den Antworten b. al QAsims auf 
seine Fragen. In Qairowän schrieb der dortige Qftdi Sahnün Abu Sa*!d 
b. •AbdassulAm at Tanfthi (geb. 160 776, t 240 854)') das Buch ab. Im 
J. 188 804 reiste er selbst zu b. al Q&sim, der ihm eine Reihe von Ver- 
besserungen mitteilte. Nach dessen Tode ordnete und vermehrte Sahnün 
das Buch. Escur.* 982-87, 989—94, 1117, Br. Mus. Suppl. p. 134a, 
vgl. Vincent Etudes sur la loi musulmane p. 38 — 40. Commentare a) von 
*IjAd al Jahsibi f 544 1149 Münch. 339, b) v. Abu 1 Hasan as Saglr 
(nach 550 1155) Leid. 1773, c) v. al Gubbi? Escur.* 570,, d) anonym 
u. d. T. at laqjid Bd. 2 Paris 1054,, e) anonym öoth. 1060? f) anonym 
u. d. T. manähig aitahHil Kairo III 185. Anonyme Ergänzung nach 
der 'Otbije des M. b. al 'Otbi f 255,869, der Wädiha des 'Abdalmelik 
b. Habib f 238 852, der Mägmü'a des M. b. 'Abdüs f 180,796, dem 
Muhfusur des b. *Abdalhakam, nach M. b. Sahnün und M. b. Ibr&h!m 
b. Almawiz Münch. 340. 2. Verschiedene Fragen, die er an Mftlik 
richtete Br. Mus. p. 251a vgl. p. 709. 3. Eine Abhandlung über malik. 
Recht (echt?) Paris 1050,. 

8. M. b. A. al 'Otbi al Qurtubi, der bedeutendste Ver- 
treter der malik. Schule in Spanien, starb i. J. 'ioö/SOD. 

Maqq. I 603. 1. al 'Otbija malik. Recht Paris 1055 (vollständig?) 
vgl. Vincent Etudes p. 41. 2. k. kir<V addür walaradin wa kirä* 
arrawähil waddawäbb min al muntahraga mimmä ^stahall (?) gum^a 
mimmä laisa fi 7 mudanwana Escur.^ 612,. 

4. Unsicher sind die Lebensumstände des Abu T Qäsim 
*Obaidalläh b. al Hasan b. al Husain b. al Galläb al Basri, 

• • • / 

als dessen Todesjahr bald 806/9 IS, bald 378/988, bald 898/1007 
angegeben wird. 

k. at tafri* fi *l fiqh Br. Mus. 228,, Alger 1036. Auszug assahl 
al badV HH III 7294, II 3151, ein Stück daraus Berl. 3943, anon. Comt. 
Kairo III 157. 

5. Der berühmteste maiikitisehe Rechtslehrer des 4. Jahrh. 
war 'Obaidalläh b. 'Abdarrahmän b. Abi Zaid al Qaira- 
wäni. Er war i. J. 316/928 in Nafza in Spanien geboren, 
lebte meist in Qairawän und starb i. J. 386/996, n. a. 388 
oder 390 oder 396 in Fäs. 

Maqq. I 553, Vincent Etudes p. 45. 1. ar Rimla Compendium 
des malik. Rechts Berl. 44467, Goth. 1045 (wo die übrigen Hds. auf- 

') Dessen k. al agwiba Escur.* 957. 

Brockelmann, Arabische Litteraturgretchichte« I. 12 



17« 2. Buch. 

gezählt isind dazu:) Cambr. 77, Paris 105^- 61, Alger 1037-46, Kairo 
III 165. Commentare: a) v. A. b. M. b. 'Abdallah al Kalasftnt f 863 1459 
Eacur.' 1060, Alger 1047 8, b) v. Abu *1 Q4«im 'Uk an N&gt ca. 830/1426 
Escur.* 1123, Alger 1049 50, c) t. Abu 1 Hasan 'Ali as äftdilt f 939 1532 
u. d. T. alfath arrabbäui Leid. 1780, Alger 1051 — 59. Auswahl aus 
seinem kleineren Comt. u. d. T. kifajel at tälib Tollendet 925J519, Ooth. 
1046 7, Leid. 1781, Kraift 460, Paris 1062,, Br. Mus. 2322, Escur.* 1221, 
(ilusHen zu einem «einer 4 Commentare von *Ali al *Adawt gedr. Kairo 
1864, 1305, 1309, d) v. M. b. 'IbrähSm at Tat&'i (nach 940,1533) Paris 
454K, Alger 1062, Kairo III 158, e) v. b. al Fahh&r al Gudftmt MQnch. 
342, Br. Mus. 1064, Kncur.* 1059, f) v. an Nafr&wrMünch. 345, g) v. Abti 
'All Mansür as S4dili Escur.* 1124, g) v. 8&lih al Hasküri Br. Mus. 163, 
h) V. A. b. Gunaim b. S&lim al Bagd&dt Paris 1063-69, i) v. Dft'ikd al 
MAliki vor 731 1330, Kairo III 155, k) v. al Ughüri f 1066/1655 ib. 167, 
1) anonym: Berl. 3548, Hr. Muh. 8523, Paris 1070, Münch. 344, Alger 
1065 — 70. Glo^nen von Abu Zaid al Uazüli gesammelt von al Ja'l4wt 
Münch. 343, ßr. Mus. 104, Alger 1061. Yersificierung: nazm ar risäla 
von M. Abu 'Abdallah M. b. (i&z! f 919 1513, verf. 867 1462 mit Comt. 
V. IlattAb t 958 1546 Alger 1059,, 1063,4. 2. Sunan, Traditionssammlung 
Br. Mus. 8888. 3. 'Aqlda Glaubensbekenntnis mit Comt. v. A. b. 'IsÄ 
al Burunsi Jeni 744. 4. Gedicht zum Lobe des Propheten Br. Mus. 
1617,-n.^) 

(). Kill Schiller b. Abi Zaid's war Halaf b. Abi 1 Qäsim 
al ßagdädi, dessen Todesjahr unbekannt ist; er verfasste 
i. J. 87-2/9S-2 

k. fahdfb masd'il al mudauwana wal muhtalita Paris 1051 — 3, 
10542, Glossen dazu v. M. b. Abi n Qäsim al Bcgä*i al Mcsd&ll Alger 1071. 

3. Die Säfi'iten. 

F. Wüstenfeld, Der Imäm el Schäfi'i, seine Schüler und Anhftnger 

bis zum J. 300 d. H. Abh. d. Kgl. Ges. d. Wiss. zu Göttingeu Bd. 36, 1890. 

Ders., Die gelehrten SchäfiNten des lY. Jahrh. d. H. ib. Bd. 37, 1891. 

1. M. b. Idris as Säfi'i war i. J. 150/767 in Gaza 
(n. a. in Ascalon oder Minä oder Jemen) geboren und ge- 
hörte einer vornehmen qoraisitischen Familie an. Etwa bis 
zu seinem 20. Jahre hielt er sich in der Wüste bei den 
B. Hudail auf und erwarb sich eine grundliche Kenntnis der 
classischen Sprache. Der berühmte Philolog al Asma'i hörte 

*) Wohl ein Sohn dieses Abu Zaid war Abu M. b. 'Abt Zaid al 
Qairaw&nl, Verf. des k. almudhal ila 'Um addtn waddijäna Escur.* 1241, 
den Casiri mit dem Vater verwerhselt. 



Die isl&miHche Litteratur in arabischer Sprache. 179 

später bei ihm in Mekka die f Gedichte der B. Hudail und 
des Sanfarä. Um d. J. 17()/78() ging er nach Medina und 
genoss den Unterricht des Mälik b. Anas. Nach dessen Tode 
i. J. 179/795 begleitete er seinen Oheim Abu Mos'ab, der 
zum Qädi in Jemen ernannt war, dorthin. Wie es scheint, 
wurde er daselbst in die Umtriebe der 'alidischen Partei ver- 
wickelt. Jedenfalls zog er den Unwillen des Statthalters auf 
sich und wurde mit anderen politischen Verbrechern zum 
(.'halifen Harun nach Raqqa gebracht. Seiner eigenen Be- 
redsamkeit und der Fürsprache des Fadl b. ar Rabi* aber 
hatte er seine Begnadigung zu verdanken. Doch durfte er 
vorläufig diese Stadt noch nicht verlassen und er benutzte 

V 

diese Gelegenheit, um die Lehre des Hanetiten M. as Saibäni 
kennen zu lernen. Da er sich diesem zwar überlegen fühlte, 
seiner einflussreichen Stellung wegen aber nicht gegen ihn 
aufzutreten wagte, so ging er um das Jahr 188/804 nach 
Ägypten. Dort hatte er anfangs auch wegen seiner Ab- 
wendung von Abu Hanifa und Mälik mancherlei Anfechtung 
zu erdulden, aber es gelang ihm sich die Gunst des Statt- 
halters zu erwerben. Er ging später noch einmal nach dem 
*lräq zurück und scheint in Bagdad mit Erfolg als Lehrer 
aufgetreten zu sein! I. J. 198/813 kehrte er mit * Abdallah, 
dem Sohne des neuernannten Statthalters 'Abbäs b. Müsä, 
nach Ägypten zurück. Da dieser sich aber nur ein paar 
Monate behaupten konnte, reiste er nach Mekka und kehrte 
von dort Ende 199 oder Anfang 200 nach Aegypten zurück. 
Dort starb er in Fustät am Freitag dem letzten Ragab 204 
(20. Jan. 820). Hatte Mälik gegenüber dem willkürlichen 
Ra'j des Abu Hanifa die grundsätzliche Wichtigkeit der 
Tradition zur Geltung gebracht, so gebührt as Säfi*i das Ver- 
dienst, durch die von ihm neubegründete Wissenschaft der 
Usul al fiqh die Anwendung des Qijäs, der nun einmal in 
der juristischen Praxis nicht zu entbehren war, discipliniert 
und in methodische Bahnen gebracht zu haben. 

de Goeje ZDMO 46, 106—107. Goldziher, Z&h'ir 20—6. Von »einen 
Werken, von denen der Fihrist 109 Titel anführt, sind nur folgende er- 
halten: 1. k. Hunan al ma*türa Köpr. 296. 2. r. fi uml al fiqh 2 Hds. in 

12* 



180 2. Buch. 

Kairo Goldziher MSt. 11 83. 3. Musuad Traditionssammlung Jeni 279, 
Köpr. 422, redigiert von M. b. Ja'qüb an NisÄbüri f 346/757, comt v. ^>. 
al Atlr t 606/1209, Pari» 731V vgl. Ahlw. 1256. C. 4. k. al amm Kairo 
III 264. 5. Einige Gedichte Berl. 7534, Leid. 594, 770. 6. Ihm zu- 
geschrieben ein Higab, ein Gebet, das» er vom Propheten gelernt hatte, 
und das ihn errettete, als der Chalife ihn töten wollte, Berl. 392. 

2. Des Säfi*i bedeutendster Schüler in Ägypten war 
Abu Ibrahim Ismä'il b. Jalijä al Muzani, geboren 175/794, 
gestorben 264/877. 

Wüst. nr. 30. Muhfasar min *?7m al imäm an nafis M. b. Idris 
in Fragmeuten Goth. 938, Berl. 4442, Kairo III 273, Comt. v. T&hir at 
Tabari f 450/1058, Kairo III 239, 16 Commentare HH 11628, 10 und 
eine Versificierung Ahlw. 4442. 

3. Abu Bekr M. b. Ibrahim al Mundiri an Nisäbüri 
hatte in Ägypten bei M. b. *Abdalhakam und ar Rabf, zwei 
unmittelbaren Schülern as Säti'i's, gehört und Hess sich dann 
in Mekka nieder. Er starb wahrscheinlich i. J. 318/930. 

Wüst. 90. 1. k. al iymä' (walisräf) AS 1011. 2. Ar. al ausat ft 
'« sunan wal igtn(T wal ihtiläf ib. 1034. 3. k. al mabsüt Teil 2, die 
Unterscheidungslehren der Madähib über die Furü' Goth. 1149. 4. tefstr 
al qor\jn Goth. 521 (nur Sur 2 v. 27 bis S. 4 v. 94). 

4. Abu ^Abdallah M. b. Sulaimän az Zubairi, ein Nach- 
komme des Zobair b. al ^\uwäm, eines Genossen des Pro- 
pheten, war der bedeutendste Rechtslehrer seiner Zeit in 
Basra und später in Bagdad. Er starb i. J. 317/929. 

Wüst. 89. sarh al tman ival islam Münch. 893 17. 

5. Abu '1 'Abbäs A. b. abi A. at Tabari, bekannt u. d. N. 
b. al qäss, war ein Schüler des b. Suraig (f 306/918). Kr 
wirkte als Lehrer zu Ämul in Tabaristän und starb i. J. 335/946 
zu Tarsus, wohin er auf einer Reise gekommen war; n. a. 
aber soll er dort Qädi gewesen sein. Angeblich wurde er, 
als er gerade beim Vortragen war, vom Schlage getroflFen, 
doch scheint diese Todesart von seinem Vater auf ihn über- 
tragen zu sein. 

Wfist. 112. Ar. attaü^tf fi '/ furiir AS 1074, eines der gründlichsteii 
Rechtsbücher, das auch die abweichenden Ansichten der Hanefiten 
berücksichtigt. 



Die iäl&iuische Litteratur in arabischer Sprache. 1^1 

G. Einer der jüngsten Schüler des b. Suraig war Abu 
1 Hasan A. b. M. b. A. b. al Qattän, der als angesehener 
Rechtslehrer zu Bagdad i. J. 359/970 starb. 

WQst. 161. k, al ahkäm liftijäq äjät an nabi ^alaihi *89aläm 
Rägib 971. 

7. Abu T Hasan A. b. M. al Mahämili war i. J. 368 
(978) geboren, studierte in Bagdad und trat daselbst als 
Lehrer auf. Er starb am 20. Rabf H (1. Juli 1024). 

WQst. 109 c. k. al lubäb ß 7 fiqh yon Abu Zur'a al 'Irftql 
"f 826/1423 in einen Auszug gebracht u. d. T. tanqih alLj wieder ab- 
gekürzt von Zakär)j& al Ansftri f 926/1520 u. d. T. tahfir tanqih all. 
und comt. von dems. u. d. T. tuhfat at fulläb Goth. 984, Pari«* 1038—40, 
dazu Glossen von M. b. A. as Saubari Goth. 986, von M. b. D&*üd al 
'In&nl t 1098 1687, Berl. 4499. 10- andre Glossen Ahlw. 4450. Comt. 
zum Grundwerk (?) von 'Abdarra'üf al Munäwl f 1031/1622, Paris 
1046, (frgm.). 

8. Abu 'I Qäsim Hibatalläh b. al Hasan b. Man^ür at 
Tabari al l^älakä'i (der Sandalenmacher) lebte als Rechts- 
gelehrter und Traditionarier in Bagdad, begab sich später 
von dort nach Dinawar, wo er im Ramadan d. J. 41 8/Okt. 1027 
im besten Manuesalter starb. 

Huff. XllI 56. Wust. Gesch. 177. k. hugay u^d Vfiqäd ahl as 
»Unna wal gamä'a Ref. 174. 

4. Die unbedeutenderen Schulen. 

1. Zu den Traditionsgelehrten des 8. Jahrb., die sich 
vorwiegend mit juristischen Fragen beschäftigten, ohne sich 
zu einer bestimmten Schule zu halten, gehörte Jahjä b. Adam 
b. Sulaimän, gestorben i. J. 203/818. 

J. Qut. 258, Naw 620, Huff. VII 34. Ar. al J^aräg. Livre de V imp(it 
foncier ed. Juynboll Leiden 1896. 

2. Abu 'Abdallah A. b. M. b. Hanbai wurde im Rabf 1 164 
(Nov. 780) zu Bagdad geboren, wohin seine Eltern erst kurz 
vor seiner Geburt aus Merw gekommen waren. Nachdem er 
das Studium der Traditionen in seiner Vaterstadt begonnen 
hatte, begab er sich in seinem 20. Lebensjahre auf Reisen, 
durchwanderte Higäz, «Jemen, Syrien und Mesopotamien und 
hielt sich längere Zeit in Mekka, Medina, Küfa und Basra 



18'2 2. Buch. 

auf. Nach Bagdad zurückgekehrt, hörte er bei as Säfi*i bis 
zu dessen Abreise nach Ägypten. Er blieb aber nicht dauernd 
Anhänger seines l^ehrers, sondern gründete eine 4. orthodoxe 
Fiqhschule, indem er sich unter gänzlicher Verwerfung des 
Ral ausschliesslich auf den Hadit stützte. Seine Lehre kam 
aber ausser in seiner Heimatsprovinz kaum irgendwo zur 
(ieltung und ist heute ganz ausgestorben. Die Anhänger der 
drei grossen Schulen wollten ihn und seine Jünger vielfach 
überhaupt nicht als Fuqahä anerkennen, sondern rechneten 
sie nur zu den Traditionariern. Eben ihrer geringen Anzahl 
wegen zeichneten sich seine Anhänger stets durch glühenden 
Fanatismus aus und , als in den Zeiten des verfallenden 
Chalifats die Regierung in Bagdad immer schwächer wurde, 
gehörten die Raufereien der Haiihaliten mit <len Anhängern 
der anderen Madtihib dort fast immer zur Tagesordnung. 
Als der (.'halif al Mu tasim die mu*tazilitische Lehre vom Ge- 
schaffeusein des Qor'äns zum Staatsdogma erhob und die An- 
hänger der Orthodoxie heftig verfolgte, wurde A. b. Hanbai 
i. J. 220/885 erst grausam gegeisselt und dann zur Strafe für 
seine Standhaftigkeit ins (lefängnis geworfen, das er erst nach 
Mu'tasim's Tode i. J. •227/842 wieder verlassen konnte. Unter 
seinem Nachfolger al Wätiq durfte er nicht aus seinem Hause 
gehen. Erst als al Mutawakkil i. J. 282/84() aus politischen 
(Jründen zur Orthodoxie zurückkehrte, gelangte auch A. wieder 
zur völligen Freiheit und bald zu hohem Ansehen. Er starb 
am 12. Rabr 11 241 (81. Aug. 8:)5). 

Wüst. Schaf, nr. 13. 1. Miisnad überliefert und redigiert von 
Keinem Sohne ^AbdallAh Berl. 1257, Houtnma 702, Kairo Had 135, 
448-9, 847, AS 890—93, DAm&d PÄ»a 389 — 93, Köpr. 411, Daraascus 
253 — 9, einzelne Teile: Musnad ab Sa*mij1n Berl. 1259, Köpr. 412 6 
(nach Abu Zur'a f 276889, Huff. IX 78)'), M. 'Abdallah b. *Omir 
ib. 1260, M. al Kftfljln Goth. 589, M. abl Sa*id al Hudrl Köpr. 424 5, gedr. 
Kairo 1311, 6 Bde., vgl. Ooldziher ZDMO 50, 465-506. Dazu HamHs 
M. A. b. H. von M. b. 'Omar b. A. al Medini f 581 11^5» Berl- 125S 
sprachlicher Comt. u. d. T. ^Uqüd az zabargad von a» Sujüt! f 911 1505 
Br. Mus. 189, Kairo Had. nr. 612, tarfib M. A. b. H. 'alä hurüf al 



*) Oder ist dies doch ein selbständiges Werk? Huif. 1.1. nennt 
A. b. H. »einen Lehrer. 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 1H3 

mo'gam Kairo I 284, andere Comt. und Bearbeitungen Ahlw. 1258. 
2. k, as sunna müsil al mu'taqid ilä 7 ganna Glaubensbekenntnis 
Berl. 1937. 3. k. fVz zuhd Charakterzüge und Aussprüche frommer 
Männer, Auszug ohne Isnä'd's Berl. 3156, vgl. k. zawä*id az zuhd Hiz. 
I 341,5. 4. Rimle Sendschreiben gegen den Unfug, dass beim Gebet 
in der Moschee manche dem Im&m vorauseilen, sich verbeugen, nieder- 
fallen, die Stimme heben und senken eher als jener Berl. 3567, 
Br. Mus. 9OO3. 5. Gedicht über Tod und Jenseits Berl. 7539i, über 
Demut vor Gott, nicht aber vor Menschen ib. 2. 

8. Die Lehre des A. b. H. hat während des 3. und 
4. Jahrh. nur wenige litterarische Vertreter gefunden und 
deren Werke sind uns meistens verloren. Wir besitzen nur 
noch zwei derselben aus dem 4. Jahrh. 

a) H)mar b. al Husain b. 'Abdallah al Hiraqi, f '^'^4/')45 
in Dainascus, wohin er sich von Bagdad aus begeben hatte, 
als sich dort wieder einmal die Volkswut gegen seine Sekte 
richtete. 

J. HaU. 465 (503). Seine Werke gingen nach seiner Abreise von 
B. grösstenteils durch einen Brand verloren. Erhalten ist sein von An- 
h&ngeru viel gebrauchte» tnuJilamr ft 7 fiqh Berl. 4663,, Kairo III 298. 

b) Abu 'Abdallah al Hasan b. Humaid b. 'Ali al Bagdädi, 
t 408/1012. 

Tahdib al aytciba Antworten auf Rechtsfragen Berl. 4784. 

4. Abu Sulaimän Dä^üd b. 'Ali b. Halaf al Isbahäni 
wurde um d. J. 200/815 in Kufa geboren. Er studierte bei 
den berühmtesten Theologen und Traditionskennern seiner 
Zeit in Bagdad und vollendete seine Lehrjahre bei Ishäq b. 
Rähwaihi (f 233/847) in Nisäbur. Dann Hess er sich in 
Bagdad als l^ehrer nieder, gelangte zu hohem Ansehen und 
starb i. .1. 270/883. Er war anfangs von der säfi'itischen 
Schule ausgegangen, gründete aber später eine eigene Schule, 
den madhab az zähir. Hatte as Säfi'i die bei den Hanefiten 

— • • • • 

übliche Anwendung des Ra'j bekämpft und den Fiqh auf die 
Grundlagen der Tradition zurückgeführt, so ging Dä'ud noch 
einen Schritt weiter, indem er den Qijds überhaupt aus 
seinem System verbannte und auch den Taqlul, die Be-» 
rufung auf die Autorität eines Imäms, verwarf. Nur der 
äussere Sinn (zähir) von Qor'än und Tradition sollte für die 
Sunna massgebend sein. Seine Lehre fand im 4. Jahrh. im 



184 2. Buch. 

*lrä(j, in Persien. Sind und 'Oman zahlreiche Anhänger; be- 
sonders für die Mystiker scheint sie grosse Anziehungskraft 
besessen zu haben, da sie die Nachbeterei nach einer be- 
stimmten ritualistischen Secte principiell ausschloss. Im 
Orient scheint sich nun aber seine Lehre nicht lange selb- 
ständig behauptet zu haben. Es ist uns daher weder von 
des Meisters eigenen Schriften, noch von denen seiner dortigen 
Anhänger etwas erhalten. Dagegen kam seine Lehre im 
Magrib und besonders in Spanien, wo sie schon im 4. Jahrh. 
eingeführt war, später zu grosser Bedeutung und ihre litte- 
rarischen Vertreter werden uns daher noch in der folgenden 
Periode begegnen. 

J. Ooldziher, Die Zähiriten, ihr Lehrsvstem und ihre Geschichte. 
Beitrag zur Geschichte der muhammedaniRchen Theologie. Leipzig ISSL 

5. Zu den Madähib, die sich von den grossen, die is- 
lamische Welt beherrschenden Schulen abzweigten, gehörte auch 

# 

die des grossen Historikers und Qor'änexegeten M. b. (lerir at 
Tabari ( s. o. p. 1 42). Von seinen Anhängern aus dem 4. Jahrh. ist 
nur einer zu anerkannter litterarischer Bedeutung gelangt. Abu 
'1 Faraji al Mu'äfä b. Zakarijä b. Jahjä al (Jeriri an Nahrawäni 
war i.J. 303/915 geboren. Er beschränkte sich in seinem Studium 
niciht auf die Rechtswissenschaft, sondern befasste sich auch 
eingehend mit der Theologie. Später war er Hilfsrichter in 
Bäb at Täcj, einem Quartiere im östl. Teile von Bagdad. 
Dort starb er i. J. 300/1 000. 

J. HaU. 697, J. Anb&ri 403 - 5, Flügel gr. Seh. 245 6. k. al galU 
as fdlih al käfi wal anis an nasih al käfi in 100 Sitzungen, mag^liSf 
geht in der Regel von einer Geschichte oder einem Ausspruch des 
Propheten, oder seiner Angehörigen aus und verbreitet sich von da aus 
zu sachlichen und sprachlichen Erklärungen , zu denen auch Verse 
herangezogen werden. HH II 4144, Sitzg. 1—5, Paris 3847, S. 63-97 
ib. 34S8/9, 8. 76—100, Berl. 8325, Cambr. Prest. 50, Ibrähira P&sa 282 
ZDMG 13, 621, Auszug Gotha 864^. 

5. Die sra^). 

Tusys List of Shy'ah books and 'Alam al-Hoda's notes on Shy*ah 
biography. Ed. by Dr. A. Sprenger and Mav^lawy *Abdal-Haqq. Bibl. 
Ind. nr. 60, 71, 91, 107, Calcutta 1853-55. 

^) Der besseren Übersicht wegen behandeln wir schon hier gleich 
die gesamte Theologie mit Ausschluss der Qor*Anexegese. 



Die i8lftniit)che Litteratiir in arabincher Sprache. 1^5 

Die Si*a hat sich erst ziemlich spät von der Gesamt- 
gemeinde des Islams losgesagt. 'Alidische Neigungen waren 
während der ersten elahrhunderte in allen Teilen der isla- 
mischen Welt vorhanden und führten, solange sie nicht in's 
Extreme ausarteten, an sich noch nicht dazu, die Rechtgläubig- 
keit ihrer Bekenner zu verdächtigen. Nur in einzelnen 
Gegenden des Chalifeureiches, wo die 'Aliden zeitweise oder 
dauernd zur Herrschaft gelangten, entwickelte sich die po- 
litische Partei zu einer religiösen Sekte. Nur in Persien, wo 
sich der Sfitismus sehr früh mit dem nationalen (legeusatz 
des Iraniertums gegen die Araber verband, entwickelte sich 
auch ohne die fördernde Gunst politischer Umstände eine 
selbständige Aritische Litteratur. Leider ist uns von all den 
zahlreichen Werken, deren Titel at Tüsi verzeichnet hat, ausser- 
ordentlich wenig erhalten. Im sunnitischen Vorderasieu, aus 
dem vorzugsweise unsere Haudschriftensammlungen stammen, 
hat man die Werke der Ketzer ausgerottet, und in den noch 
sfitischen Ländern waren die äusseren Verhältnisse der Er- 
haltung von iwitteraturdenkmäleru wenig günstig. 

J. Goldziher, Heitrage zur LitteraturgeHohichte der BVa und der 
»unnitischen Polemik SBWA. 1S74 Bd. 78 p. 439 ff., dert». MSt. II llOff., 

A. Y. Kremer, OeHchichte der herrschenden Ideen de;« lHl&ni4 Leipzig 1868 

B. 111 Cp. VIII p. 372 ff. 

l. In Jemen war schon im 2. «lahrli. die imämitische Sekte 
der Zaiditen zur Herrschaft gelangt und hat sich dort bis 
auf den heutigen Tag behauptet \). So entwickelte sich in 
diesem abgelegenen Lande schon früh ein besonderes Schrift- 
tum, dessen wichtigste Denkmäler neuerdings durch (ilaser 
in die Berliner Bibliothek gekommen sind. 

a) Der Imäm al Qäsim b. Ibrahim al Hasani, f 24()/8(>0, 
war ein äusserst fruchtbarer Schriftsteller. Von seinen zabl- 
reichen Werken sind W) kleinere Abbandlungen theologischen 
Inhalts auf uns gekommen. 

M 8ahrast. p. 115 ff. Rutgern Hi^t. Jeraanae sab Hananu Pancha 
Leyden 1S38 p. 123, de 8aey Not. et Extr. IV 438, Niebuhr, BeHchrei- 
bung V. Arabien I 27. 



18<) 2. Buch. 

1. Dogmatik: a) nddalil ^ala 7 Iah alkabir, b) almahiun, c) mül 
al'adl waftanhid. na/j algabr iratfasbihf d) ^faf al '^ars walkursi wafaf- 
binihumä , e) al higra, f ) al ^adl watfauhtd tcanafj nl gabr iraffashih, 
g) addalfl asmyir. 2. Fiqh und Ethik: a) maH*alat af Tabanjin. b) al 
imämUf c) al muHtarUd, d) stjänet annaßj e) al qafl wal qitäL 3. Qor*An- 
kunde: a) al madih al kabir lilqor^än al mubhif b) al madih a§8agir, 
c) annäfiiJi ival mansnl^. 4. Polemik: a) ar radd \ilä ^zzindiq al la'in 
b. al Muqaff'a* (s. o. p. 151), b) arradd ^alä 7 mulhid, c) arradd 'alä V 
rnwäfid min ashäb al guln, d) arradd *alä ^rräfida, Berl. 4876. 
11 andre Titel Ahlw. 4950,. 

b) Sein Enkel Abu '1 Hosain Jalijä b. al Hosain b. al 
Qäsini b. Ibrahim al Hasani mit dem Ehrentitel al Hädi 
ilä 1 haq(i war i. J. 248 859 geboren und starb i. J. 298 910. 

1. k. af tahrir ausführliches zaidit. Hechtsbuch Berl. 4877. 
2. wa^ja in 54 Versen ib. 3974. 6 andre Titel Ahlw. 495011. 

c) Ein Nachkomme desselben al Qäsim im 5. (jliede war 
der Imäm al Mahdi lidinilläh al Hosain b. al Qäsim b. 
Ali b. 'Abdallah b. M. b. al Qäsim b. Ibrahim, f 404 1013. 

1. A% al akfä, die Gleiclien, die man heiraten niuss, in Bezu^ auf 
Herkunft und Religion Berl. 4976. 2. k. as sabHain al ^aql wavfia/s 
ib. 5340. 3. fa/sir al garib nmi k. alläh Heft 3 Berl. 10238. 4. at 
tahaddt liVulama tral guhhäl ir arradd ^ala ^zzanim iragairihi mhi ad- 
dullal ib. 10266. 5. ar radd 'alii ahl at taqltd wannijaq ib. '7. 6. ar 
radd Ulla man ayikar al wahj ba*d hälim an nnMJtn ib. *8. 7. mau'iza 
ib. '9. 8. ar radd \ila ^Imnlhidhi ira gairihim ib. 10279. 9. af fauhid 
wat fandhi irat fahdul Teil 1 ib. '1. 10. bin(V al hikma ib. '2. 11. (ir 
radd ^ala man ankar qafl *adf(ir alläh Häfim ib. *3. 12. al f'arq bain 
al af'äl war radd ^ala *lka/ara val guhhdl ib. '4. 13. al imäma ib. '5. 
14. al adilla *ald *lläh ib. 10314. 15. muhfa^ar min at fauMd ib. *5. 
16. at iawakkul ^alä 'llah di *lgaldl trar radd ^ald 7 mulabbiha ad 
dullal ib. *6. 17. ar rahma wabtida' alldh snbhänahu iribädihi bin 

• ■ • 

ni'ma ib. '7. Andre Titel bei Ahlw. 4950 V. 

d) AI Imäm al Mu'aijad billäh A. b. al Hosain b. 
Härün al Buthäni al Häruni Abu '1 Hosain war geboren 
333/944 und starb 411/1020. 

1. k. al ifäda mit Nachtrag az zijäddt zusammengestellt und hrsg. 
von seinem Zeitgenossen Abu* 1 Qäsim Berl. 4878 (unvollständig). 
2. itbaf nubünet an naM Berl. 10280,. 4 andere Titel. Ahlw. 4950 IV. 

2. Unter den persischen Sfiten des 3. Jahrb. war M. b. 
al Hasan as Saffär Abu (ia'far al Qu mini, f 290/903, einer 
der bedeutendsten. 



Die iiüläniisehe Litteratur in arabischer Sprache. 187 

Tüsl nr. 221. k, bapä*ir ad daragät fVulüm äl M. wa mä liasaa- 

humu *llähu hihi »i'itische Traditionssammlung, vielleicht eine vor- 

mehrte Ausgabe des Buches basä^ir ad daragät von Sa*d f 300 912 
(= tasdtr addaragäf Fih. 223) Ind. Off. 143. 

3. M. b. Jaqüb b. Isl.iäq al Kulini starb i. J. 828/939. 

Tüsi nr. 709, b. al Atlr (ed. Tornberg) VllI 283, Sprenger Life of 
M. 68. 1. al Kä/t ft Hlm addin ein im&mitische» Werk über die ge- 
samte Theologie Berl. 1855, Auszüge Ind. Off. 144, Br. Mus. 980, Trinity 
College Dublin. Comt. Berl. 1856 de Jong 136, persisch v. HalU b. al 
G&zi al Qazwini ca. 1070/1659, Berl. 1858; Bemerkungen dazu u. d. T. 
ar rawäsih as »emäidja ft harh ahädU_ al Imänitja v. al Hosaini 
ca. 1070/1659, Berl. 1857. 2. Stück eines dogmatischen Werkes über 
das Gebet. Berl. 3503. 

4. Der bedeutendste litterarische Vertreter der Si*a im 
4. Jabrh. war Abu (la*far M. b. *Ali b. Bäbüje al Qummi 
as Sadüq. Er ging von Ijoräsän i. J. 3o5/9GÜ nach Bagdad 
und starb i. J. 381/991, n. a. 391. 

Tüsi nr. 6bl. Von seinen zahlreichen (angeblich gegen 300) 
Schriften sind erhalten: 1. ma^äni al ahbär Tradition:isammlung Ind. 
Off. 145. 2. magdlis al mawtViz fi ^Ihadii desgl. Berl. 1269. 3. *Ujün 
(IIH IV 270 *unw&n) ahbär ar Ridä Leben und Aussprüche des *Ali Ridii 
Berl. 9663, Münch. 188, Paris 2018,, Br. Mus. 1619, Ind. Off. 146. 4. k, man 
lä jahiluruhu 7 faqih Handbuch der Rechtspraxis Berl. 4782/3, Pet. 250, 
Paris 1108, Br. Mus. 905, Ind. Off. 289, Bodl. II 84—86,. 5. al "ilal 
behandelt in einer Menge kurzer, ungezählter Kaj itel die Gründe, 
weshalb dies oder jenes so oder so beschaffen sei , weshalb es so ge- 
nannt werde oder sich ereignet habe, und berührt dabei viele Oebiete 
des Lebens, der Natur, Geschichte und Gelehrsamkeit Berl. 8326 27. 
6. Hlal as sarä^i* wal ahkäm Br. Mus. 1196*). 7. i'Nqädät al Imämija 
Br. Mus. 851, Pet. AM 61. 8. an nuHÜa '^alä *la*imma al itnatai \t8ra 
(Verf.V) Paris 201 8^. 9. munäzaraf al malik RuktiaddauUi') ma* 
asfüdüq al Babüja über die Chalifen nach 'All Br. Mus. 88631. 

5. An No'inän M. b. Mansür b. A. b. Hai j an war An- 
fangs Mälikit, sehlos8 sieh dann aber den Imämiten an. Mit 
dem Fätimiden al iMu izz lidin alläh (f 3()5/975) kam er von 



*) Ob dies Werk mit dem vorhergehenden identisch, oder ob es 
einen Teil desselben bildet, ist aus der wenig genauen Beschreibung 
nicht zu ersehen. Tusy l. 1. führt übrigens ausser den k. al *ilal gair 
mubauwab (Z. 15), offenbar = nr. 5, in Z. 13 ein k. *ilal assar'ija besonders 
auf. Die Unterschrift von BerL 8326 ist wahrscheinlich gefälscht. 

*) Des Büjiden reg. 320— 366 932-976 in Rai, Hamad&n und Isfahan. 



ISS 2. Buch. 

Ifriqija nach Ägypten, erhielt dort das Arat eines Qädi und 
starb 3r>8/974. 

J. Hall. 737. Ausser einer Anzahl Jurist, und polemischer Werke 
in imftmit. Sinne »ohrieb er mrh al ahhdr fi fcufd'il an naht al mul^tär 
waälihi al mustafain al ahjär min al a^imma al aÜiär, dem genannten 
FAtimiden gewidmet. Berl. 9662. 

(J. Das Haupt der imämitischen Sekte zu seiner Zeit 
war Abu 'Abdallah M. b. an No*män al ßagdädi al Mufid, 
geboren i. J. 33S, gestorben am '2H, Ramadan 413/2(>. Nov. 1022. 

Tüsi nr. 685. Von weinen ca. 200 Schriften sind erhalten: 1. ar r. 

m 

al mnqni*a Grundsätze des Kechts mit sachl. Comt. v. seinem Schüler 
Abu Ga'far M. at Tftsi f 460 1067 Teil I Berl. 4785 6. (HH III 6366 
scheint davon verschieden zu sein.) 2. k. al magäliH und 3. k. al 'ujün 
walmayälis: daraus fall^is al ^ujün walmayälis Aphorismen, gesammelt 
vielleicht von at Tüsi Ind. Off. 471,. 4. Abhandlung über die Schlacht- 
opfer der Juden und Christen. Berl. 10276. 

s. Kai>itel. Die Qor'änwissenschaften. 

Das Studium des Qor'äns, das, wie wir sahen, schon auf 
die Hntwickelung der Sprachwissenschaft und des Firjh be- 
friK'htend eingewirkt hatte, rief nun aber auch noch zwei 
ganz selbständige Litteraturzweige hervor. Es galt erstens, 
die genaue Überlieferung des heiligen Textes und die Kunst 
seines Vortrags zu erhalten, zweitens den Spateren das Ver- 
ständnis desselben zu vermitteln. So entstanden die Qor än- 
lesekunst (*ilm al(|irä'a) und die Wissenschaft der Kxegese 
('ilm attafsir). 

l. Die Qor'änlesekunst. 

1. Von den ältesten Werken über die Lesarten des 
Qor ans ist uns nichts erhalten, da alle diese Werke durch 
bequeme, in der folgenden Periode entstandenen Compendien 
ganz und gar verdrängt wurden. Wir müssen uns daher be- 
gnügen, die Geschichte dieser Litteratur nach späteren Quellen 
kurz zu skizzieren, wobei wir Nrddeke, (iesi^h. d. Qor. 284— 9S, 
folgen. 

Der von 'Otmän festgesetzte Qor'äntext (s. o. p. 85) gab 
wegen der unvollkommenen Schrift noch immer zur Entstehung 
zahlreicher Varianten Veranlassung. So bildeten sich in den ein- 



Die islftmigche Litteratur in arabischer Sprache. ISI) 

zeliien Hauptstädten des islamischen Reiches, besonders in 
Mekka, Medina, Basra und Kufa verschiedene Schulen, welche 
die auf die Autorität eines Meisters gegründete Vortragsweise 
mundlich weiter überlieferten. Von diesen älteren Qor'än- 
lesern sind uns Abu *Amr b. al 'Alä und al Kisä"*! schon unter 
den ersten Vertretern der Sprachwissenschaft in Basra und 
Kufa begegnet. Das anfangs streng fest gehaltene Prinzip 
der mündlichen Überlieferung erwies sich aber im Laufe der 
Zeit wegen der Feinheit der zu beobachtenden Unterschiede 
und wegen der Menge der aufzubewahrenden Kleinigkeiten 
als nicht durchführbar; es entstand das Bedürfnis, die Tradi- 
tion schriftlich zu fixieren^). Schon dem Ja'ijüb al Hadrami 
(t 2()5/S20) einem der 10 kanonischen Leser wird ein Buch über 
die verschiedenen Lesarten u.d.T. al g/lmf beigelegt. Grösseren 
Beifalls erfreute sich aber das Werk des Philologen Abu *Ubaid 
al Qäsim b. Salläm (•204/889 s. o. p. 106). Von den nachfolgenden 
Büchern, deren Titel Ahlw. 630 verzeichnet, heben wir nur noch 
den iiämi' des berühmten at Tabari (s. o.. p. 142) hervor. Alle 
diese Werke wurden zunächst, wie es scheint durch dasjenige 
des Abu Bekr b. Mugähid at Tamimi al Basrl (geb. 248/859 
t 324/986) verdrängt; er wählte in seinem k. assab'a nach 
dem Muster der 7 ahruf 7 Leser aus, die durch ihn für die 
Späteren kanonisch wurden. Sein Buch, für uns leider verloren, 
liegt allen späteren Compendien zu gründe. Allerdings erhielt 
sich die Kenntnis der andern Lesarten auch später noch 
wenigstens bei den Gelehrten. Ibn Mugähid verfasste selbst 
ein k. al qird'dt as Mdda zu dem b. Ginni (f 392/1002) den 
noch erhaltnen Commentar al Muhtasib schrieb (s. o. p. 126). 

2. Aus dem 4. Jahrh. besitzen wir nur noch zwei hierher- 
gehörige Werke: 

a) von Müsä b. 'Obaidalläh b. Häqän Abu Muzähim 
t 325/927: 

') Ob die dem WarS Abft Said 'Otm&n b. Sa'id al Misrt, Schüler 
deB N&fi', t 197/812 (Nöldeko p. 296) zugeschriebene Muqaddima fi 7 
qirä*at, gedr. mit Comt. v. M. Mutawallt, Professor an der AzharmedreHe 
Kairo 1309, wirklich Yon ihm ist, nicht yielmehr nur aus seiner Schule 
herrührt, i»t zweifelhaft, vgl. Damlrt II 344. 



190 2. Buch. 

Qamda J\ V tngwid in 57 Tawilverson HH IV ^357, 9457, 9465, 
1)515, II 2470, Berl. 485 6, Alger 56 7. Qasfida fi^'l fnqahä in 18 WAfir- 
veruen Berl. 7562, . 

b) von A. b. al Hosain b. Mihrän f 381991: 

as sämil ftH qirä'äf Leid. 1634? 

"2. Die Qor'äiiaiisleg;iiiig. 

Sojutii über de interpretibuH Korani ar. ed. et annot illustr. 
A. Meiirsinge Lugd. Bat. 1839. Nöldeke, Gesch. d. Qor. XXII— XXX. 

1. Die Auslegung des Qor'äns beschäftigte bereits sehr 
lebhaft die erste Oeneration der Gefährten Muhammeds. Ins- 
besondere 'Abdallah b. *Abbäs, der Vetter des Propheten, 
der auch an der Erhaltung und Vermehrung des Haditmaterials 
in reichem Masse beteiligt war, hat sich schon systematisch 
mit der Auslegung des Qor'äns beschäftigt und er wird daher 
in den späteren Kommentaren sehr oft als Autorität angeführt. 

Inwieweit aber der unter seinem Namen gehende Conit. (Berl. 732, 
AS 113—18, NO 167-83, gedr. Bombay 1302), den al Kalbi redigiert 
haben soll und der von at Ta*lab1 f 427 1030 Br. Mus. 821 unter seinen 
Quellen genannt wird, sowie das demselben zugeschriebene k. ganh al 
qor^än Berl. 683, wirklich auf ihn zurückgehn, und wann sie ihre jetzige 
Gestalt erhalten haben, ist noch zu untersuchen. 

2. Im 2. «lahrh. entstanden eine ganze Anzahl von Qor'än- 
kommentaren, von denen die wichtigsten at Ta*labi f 427/108() 
in der Vorrede seines Buches Br. Mus. 821 unter seinen Quellen 
anführt. Was es mit dem angeblichen Commentar des Jezid 
b. Harun as Sulami (f 20()/821 Huff (>, 67 NO 474) für eine 
Bewandtnis habe, bleibt noch zu untersuchen. 

3. Aus dem 3. Jahrb. haben wir die Werke des b. Qutaiba 
(s. 0. p. 122), des az Zaggag (p. 110), des Tabari (p. 143) und 
des Nisäbüri (p. 131) bereits kennen gelernt. 

a) Sahl b. 'Abdallah at Tustari war ein Schuler des 
grossen Mystikers Dü'n Nun al Misri, mit dem er in Mekka 
zusammengetroffen war. Er lebte in Basra und stand im 
Geruch eines Heiligen, dem man Wunderthaten zuschrieb. 
Sein Tod wird i. d. J. 273/886 oder 283 gesetzt. 

J. Hall. 265. G&ml Nafahat ed. Lees. p. 73. Eine Schrift über 
den Qor'&n: 1. Einleitung, 2. die zum Studium des Qor'&ns erforderlichen 



Die i.-lämische Litteratur in arabincher Sprache. 191 

Eigenschaften, 3. Erläuterung der Basmala, 4. Erklärung der Fniiha 
und einzelne Bemerkungen zu den übrigen Sftren Goth. 529. 

b) Nicht genau bekannt ist die Lebenszeit des Abu M. 
^Abdallah b. Mubarak ad Dinawari, ist aber jedenfalls gegen 
das Ende des 8. »lahrh. anzusetzen. 

k. al uddih fi tafsir al Qor\'in hauptsächlich nach b. *Abb&8 
Leid. 1H51, AS 221 2. 

(•) 'Abdallah b. al Hosain b. al Qasira al Hasani ca. 8(K)/912. 

Ar. an nnsili walmaUHuh Berl. 10226. 

(1) Abu Bekr A. b. 'Ali al (lassäs ar Räzi wurde 
i. .F. .*^()2/J)14 geboren. Er befasste sich in Bagdad mit dem 
Studium der Rechtswissenschaft nach hanefitischer Lehre und 
trat, nachdem er sich eine Zeit lang in Nisäbur aufgehalten 
hatte, eben dort als Lehrer derselben auf. Er starb am 
7. L>u Ihigga 370 14. Juni 9H1. 

Flügel, Hanef. j». 274, 299: 1. k, ahkäm al qor'än Köpr. 35, 
NO 107, 2. Ä-. al uml Kairo II 237, 3. Comt. zum gAmi' al keblr de» 
ßaibani, 8. o. p. 172 zum Muhtamr aj Taham a. o. p. 174. 

e) M. b. A. az Zohräwi f 370/980? 

k. an Jiäsih trat manfiüh (die aufhebenden und die aufgehobenen 
Stellen im Qor'än) NO G06 fehlt bei HH. 

f) 'Abdallah b. 'Atija ad Dimasqi, an dem besonders 
seine ausgebreitete Kenntnis der Belegverse aus der alt- 
arabischen Poesie zur Qor'anexegese gerühmt wird, starb im 
Sauwäl d. »I. 3«:iN(»v.-Dec. 993. 

Sujati nr. 43. Tefair Escur.» 1275, AS 119-21, Köpr. 185 6. 

g) Abu ^Abdallah M. b. 'Abdallah b. Zamanain al Mari 
al Albiri, ein spanischer Gelehrter und ausgezeichneter Kenner 
des mälikitischen Rechts war i. .1. 324/93() geboren und starb 
i. J. 3991008. 

Sujüti nr. 102. Taftnr al qor*än kurzgefasst Br. Muh. 820. 

h) al Hasan b. M. an Nisäburi bekannte sich in seiner 
«lugend zu der dogmatischen Sekte der Karräjnija (Sharast I 
79 ff.), trat aber später zur säfiMtischen Schule über. Er galt 
nicht nur für den ausgezeichnetsten Qor'ängelehrten seiner 
Zeit in lloräsän, sondern war auch seiner historischen und 



19-2 2. Buch. 

phildlogiseheii Keiiutiiisse wegen hoch aageseheu. Er starb 
i. J. 4()()/1015. 

Sujüti nr. 32, 1. k. yarn'ib al qoran Kopr. 145 — 9, NO 461-8. 
2. Ar. *nqaiä* al magantn, s. o. p. 156. 

i) Abu 1 Qä.sim Hibatalläh b. Saläma b. Nasr b. *Ali 
al Bagdädi lehrte in der Moschee al Mansiir's in Bagdad und 
starb i. ,1. 410/1011). 

Sujüti 1H2. k. an nänih wal mannüh /f 7 qor^än, h»gb. von meinem 
Sühne 'AbdalhAIiq, hehprieht 201 Stellen auf Grund von 95 Commentaren 
HH VI 13516, Berl. 4757, Leid. 1635, Lips. 110c, Estur. 1434, Köpr. 215, 
vgl. Nöldcke, Gench. d. Qor. p. 41. 

k) Dem 4. Jahrh. gehört auch der si'itische Qor^änerklärer 
Abu 1 Hasan 'Ali b. Ibrahim b. Häsim al Qummi an. 

Tftsi nr. 451. Taf'tfir al qor an, kurzgefa»Kt. Er erklärt nur die 
Ahl al bait d. h. die Familie 'AIih für die wahre Quelle aller, also auch 
der exegetischen Überlieferung. ^Sein Buch ist ein elendes Gewebe von 
LQgen und Dummheiten**. Nöldeke p. XXIX, Berl. Spreng. 406, Ind. 
Off. 50. 

1). Kapitel. Die Dogmatik. 

Book of religiouH and philosophical sects by M. al Sharastani 
(t 528/1153) Now first edited by W. Cureton 2 vol. London 1846. — 
Abul Fath* M. anch — Schahrast&ni's Religionspartheien und Philo- 
soplienschulen. Aus dem Arab. Obers, mit Anm. von Th. Haarbrücker, 
2 Bde., Halle 18501. 

1. Die dogmatische Spekulation war im 1. «lahrh., wie 
wir (p. t)6) sahen, unter der umaijadischen Herrschaft in 
Damaseus vom (.'hristentum angeregt worden. Unter diesem 
Einflüsse war die gegen die starre Praedestinationslehre an- 
kämpfende Partei der Murgnten entstanden, die zwar von den 
Altgläubigen mehrfach verketzert, doch mehrere anerkannte 
Geistesfürsten des Islam, u. a. den Abu Hanifa zu ihren An- 
hängern zählte. In schärferen Gegensatz gegen die Orthodoxie 
trat aber die von Wäsil b. 'Ata in Basra begründete Mu'tazila. 
Sie richtete ihre Forschung hauptsächlich auf die dogmatischen 
Grundfragen nach dem Wesen Gottes und seinen Eigenschaften. 
Es ist sehr wahrscheinlich, dass schon die älteste Generation 
der Mu'taziliten ihren Geist an griechischer Dialektik geschult 
hatte, wenn wir das auch, da uns keine ihrer Schriften erhalten 



Die i»lämi8che Litteratur in arabischer Sprache. 193 

ist, nicht direkt uaeh weisen können. Im 3. Jahrh. spitzte sich 
ihr Kampf mit der Orthodoxie hauptsächlich in der Frage zu, 
ob der Qor'än erschaffen oder ewig sei. Ihre höchste Blüte 
erreichte diese Schule unter dem Chalifat al Ma'^müns, der 
i. J. 212/827 durch ein officielles Decret diesen Lehrsatz, dass 
der Qor an erschaffen sei, zum Staatsdogma erhob und sogar 
gegen die Anhänger der entgegengesetzten Meinung eine 
heftige Verfolgung eröffnete. Aber dieser äussere, durch die 
Sonne fürstlicher Gunst gezeitigte Erfolg war nicht von Dauer. 
Politische Rucksichten bewogen al Ma^muns dritten Nachfolger, 
al Mutawakkil, i. J. 287/851, sich der Orthodoxie in die Arme 
zu werfen, die nun ihrerseits mit den Mitteln weltlicher Macht 
die Ketzer auszurotten unternahm. Das ist ihr allerdings 
nicht gelungen, denn jene freien Anschauungen fanden noch 
viele Jahrhunderte hindurch immer wieder einzelne litterarische 
Vertreter. 

A. V. Kremer, Gesuch, d. herrsch. Ideen d. loläniH Buch I, Cap. IL 
Die Mu^taziiiten oder die Freidenker im Islftm. Ein Beitrag zur allge- 
meinen KulturgcHchichte von H. Steiner, Leipzig 1S65. Unmittelbare 
litterarische Dokumente aus der Zeit der mu'tazilitiBchen Bewegung 
besitzen wir nur zwei: 1. k. al haida wal i^tidär Bericht über eine 
Disputation unter dem Vorsitz al Ma'mönV Ober die Frage, ob der 
Qor'&n erschaffen sei oder nicht, angeblich von 'AbdaPazIz b. Jahj4 
b. Muslim al Kin&ni al Mi^likl al faqlh al Gül al Mekkl s&hib as 
8&fiM (t 235/S49 n. a 240) der die letztere Ansicht gegen Abu 'Abder- 
rahm&n Bisr b. Gijftt b. ab) Kertma al Mertsi (f 21S/S33) Verfasser 
des k. al kamäl fi ''Harh wal bajän bihalq al qor^dn raddan ^alä ahl cU 
kufr waddalal Berl. 440 — 442, Ref. 150 vgl. Steiner p. 78 n. 4 vertrat 
2. ar r. al mudahhaba Bericht über eine theologische Konferenz in 
Merw in Gegenwart al Ma'mün^s (Mas'üdl VII 301) verf. von al Hasan 
b. al Hasan b. Bftbftje i. J. 388/998 Escur. 707 1,. 

2. Gegen die Mu'tazila schrieb vom Standpunkte der 
Orthodoxie M. b. Ishäq b. Huzaima an Nisäbüri, geb. i. J. 
223/838, gestorben als einer der angesehensten Theologen in 
Horäsän i. J. 311/923. 

Huff X 79, WQst. Schaf 83. Ar. attauhtd wa ithät fifät ar rahb 

9 

gegen Gahmiten und Mu*tasiliten verf. aus Anlass bedenklicher Reden, 
die er von seinen Zuhörern vernommen hatte, HH Y 9999, Berl. 2394, 
Lehrbrief darüber von al Mizz! f 742/1341 a. d. J." 692/1293, Berl. 153,. 

Brockelmann, Arabische Littermturgetchichte. I. 18 



194 2. Buch. 

3. Kaum ein Meuschenalter war vergangen, seitdem die 
Orthodoxie die staatliche Sanktion wiedererlangt hatte, als 
der Mann auftrat der die Ketzer mit ihren eigenen Waffen 
zu bekämpfen und das orthodoxe Glaubensbekenntnis philo- 
sophisch zu begründen unternahm. Abu 1 Hasan 'Ali b. Is- 
mail al As'ari wurde i. .1. •2()0/H73 zu Basra geboren und 
stammte aus einer der ältesten arabischen Adelsfamilien. 
Obwohl er schon eben deswegen gewiss eine streng orthodoxe 
Erziehung genossen hatte, schloss er sich doch, als er seine 
Studien ^begann, an den damals hochangesehenen Mu taziliten 
al Gubbä'^i an, zu dessen Schülern er bis zu seinem 40. Lebens- 
jahre gehörte. Angeblich im Ramadan d. J. 380/912 erfolgte 
seine Bekehrung zu dem Glauben seiner Väter. Seine bis- 
herigen Gesinnungsgenossen suchten in ihrem Hasse gegen 
den Abtrünnigen nach äusseren Motiven, die ihn dazu be- 
wogen hätten. In Wahrheit wird aber der alte Geist seines 
Hauses wieder Macht über ihn gewonnen haben, als ihn in 
reiferen Jahren die S])itzfindigkeit der Scholastiker, deren 
blendender Schein den Jüngling gefesselt hatte, nicht mehr 
befriedigen kunnte. Er siedelte später nach Bagdad über und 
entfaltete eine äusserst fruchtbare litterarische Thätigkeit; es 
sind 99 Titel seiner Werke bekannt, unter denen allerdings 
viele kurze Abhandlungen waren. In juristischen Fragen be- 
kannte er sich zur Lehre des Säfi*i und eben deswegen ist 
seine Auffassung des Dogmas in den Ländern, wo jenes 
Rechtssystem und das des Mälik herrschte, besonders ver- 
breitet. Von hanefitischer Seite wurde dem seinen ein anderes, 
gleichfalls als orthodox anerkanntes Lehrsystem entgegen- 
gestellt. Mit offener Feindschaft traten ihm aber die Hanba- 
liten entgegen; diesen starren Traditionariern erschien selbst 
sein gemässigter Kaläm al Bid'a. Er starb i. J. 324/935. 

W. Spitta, Zur Geschichte Abu 'l-Hasan al Aö^arl'», Leipzig 1876. 
M. A. F. Mehren, Expoß6 de la reforme de rislamisme commenc^e au 
lY^me gi^cle de PHegire par Abou-'l Hasan Ali el-Ash'ari et continuee par 
son 6cole in Travaux de la IT *"* Session du congr^s intern, des Orient. 
St. P^tersbourg 1876 Bd. II St. Pet. Leyden 1879 p. 169—331 (beide nach 
b. *AB&kirs f 571/1175 tabßn al kidb al muffari fhnä nasaba ilä ^limäm 
aln *l Hasan al AVari Ref. 149) M. Schreiner, Zur Geschichte des As'a- 



Diu isl&mische Litteratur in arabischer Sprache. 195 

ritentuniH in Actes* au Villen»« congr. intern, d. or. Sect. I fsc. 1 (Leiden 
1891) p. 79 - 117. Von »einen Werken sind erhalten: 1. k. al lumä" über 
Gott, den Qor'än und den göttlichen Willen, über das Anschauen Gottes 
mit den leiblichen Augen, über die Prädestination, über den Glauben, 
Ikber das Imamat. Hds. in Beirut, Copie in Kremers Besitz, Spitta p. 83. 
2. r. al tmän Kairo Spitta p. 85. 3. r. fi V tauhid Berl. 2395. 4. ein 
Bruchstück, in dem er die Behauptung untersucht, dass alles Forschen 
über religiöse und philosophische Dinge Neuerung und Irrlehre sei, 
dass alles, was zu wissen notwendig, schon von M. und seinen Genossen 
erledigt sei Berl. 2162. 5. maqäldt al islämijm cfr. Spitta p. 70 nr. 40, 
AS 2363, Köpr. 856. Schwerlich mit Recht wird ihm in den Add. des 
Cut. Br. Mus. p. 765 das Werk hujarat al Jaqin ib. nr. 146,, zuge- 
schrieben (vgl. Spitta p. 82) das vielleicht von Abu *1 Hasan A. b. Ibra- 
him al As'art f t^»« 600 verfasst ist. 

4. Gleichzeitig mit al As'ari unternahm von hanefitiseher 
Seite Abu Mansur M. b. Malimüd al Mäturidi aus Mäturid 
in Samarqand eine Reform der orthodoxen Dogmatik. Seine 
Lehre wurde in den hanefitischen Ländern, in Indien, Trans- 
oxanien und der Türkei die herrschende. Die Meinungs- 
verschiedenheiten zwischen ihm und al As'ari sind geringfügig 
und jedenfalls nicht von so prinzipieller Wichtigkeit wie die 
Abweichungen des hanefitischen und säfi'itischen Fiqh. M. 
starb in Samanjand i. J. 338/944. 

J. Qutlübuga 173, Flügel Hanef. 2\)b, Spitta 1. 1. p. 112. 2. k, al 
u^l Goth. 100 if gleich dem k. al gadal oder gleich k. ma*had aS 
iarä*i' HH I 333, V 69, 10014, 351, 11263? 2. k. (a'tciläf al qor'än 
RiLgib 35-7, Köpr. 47 8, XO 122-5 vgl. k. ar rauda al bahija ftmä 
bain al A§ä*ira tval Mafuridija von Hasan b. 'Abdalmuhsin Abu *Udba 
▼erf. bald nach 1125 1713, Leid. 1882. 

5. Abu M. 'Abdallah b. M. b. Ga'far b. llajjän Abu 
'ssaih al Isfahäni starb i. J. 3()5)/979. 

Huff. XII 43 (falsch 329): k. fi '^azamat alläh wa ma^lüqäfihi. 
In der Einleitung wird 'Abdallah b. as Sallftm als Autorität angeführt, 
der aus den Schriftstücken Daniels geschöpft, die dieser aus den im 
Lande Serendtb aufbewahrten Tafeln Adams abgeschrieben. Auszug 
Berl. 6159. 

6. Hier unter den Dogmatikern führen wir auch einen 
Schriftsteller auf, dessen litterarische Thätigkeit das gesamte 
Gebiet der Theologie, Fiqh, Qor'änerklärung, Glaubenslehre 
und Paraenese umfasste. Abu 1 Lait Nasr b. M. b. A. b. 

13* 



196 2. Buch. 

Ibrahim as Samarqaiidi war ein Anhänger der hanefitisehen 
Schule und starb i. J. 383/993 n. a. 375 oder 393. 

b. Qutlübuga 242, FlQgel Hanef. p. 302: 1. tafsir al qor'än HH 
II 3209, Bd. II, Berl. 734 5, Frgin. ib. 736, Münch. 78, Leid. 1653, Escur.*» 
1294, AS 148/9, Köpr. 72, NO 228 — 32; türkische Übersetzung von 
A. 'ArabHfth f 854/1450, AS 147 von Minq&riz&deh f 1053/1643, AS 86. 
2. ^izonef al fiqh über die Furü' HH III 135, 4698, Ooth. 991—3 (wo 
andere Hd». aufgeführt, dazu) BerL 4444,5, Pet. AM 105, Paris 826, 
AS 1148, Jeni 416, Kairo III 43. 3. Fafäm Jen'i 677 = annawäzil 
min al fatäwi Kairo III 144? Auszug al multaqatät min al masäHl al 
wäqi^äf von Mas'üd b. Sugft* al Hanefi ad Dimasqt al Umawi Münch. 249. 
4. k. mul^talif arriwäje die Abweichungen der hanefitisehen Lehrer 
von Abu Hanifa Paris 825, Br. Mus. 193, Köpr. 650, Comt. v. M. ax 
Zauzan! as Sarldi Jeni 471. 5. al muqaddima fi 's §alät von der Ver- 
pflichtung der Gläubigen zum Gebet HH VI 12756, Goth. 762 (wo andere 
Hds. aufgezählt, dazu) Berl. 35067, Alger 764, Paris 1121 — 3, 1141,, 
1242,, AS 14423, Kairo III 134 mit türk. Übers. Berl. 3512, Comt. zu 
ausgewählten Stellen v. Gibrä'il b. Hasan b. *Otmän al Keng&l al 
Ma'kali ca. 750/1349, Berl. 3508, Münch. 158, ausführlicher u. d. T. ai 
taudih v. Mustafa b. Zakarijä b. Aidogmis al Qaram&ni Moslih addln 
t 889 1406, beendet 792/1390, Berl. 3509, Paris 1124—7, Kairo Hl 30, 74, 
V. M. b. Ibrähim b. M. al Halab! Münch. 170, anonym BerL 3510, 
Paris 1128,. 6. k. bajän 'aqidaf al usiil Glaubcnsbekenntniss Br. Mus. 871, 
mit anonym. Comt. hahgat al *tdÜ7n Berl. 1945. 7. Katechismus (Verf.?) 
Ind. Off. 381, mit malaiischer Interlinearübersetzung Br. Mus. 313, mit 
javanischer desgl. Münch. 212. 8. Busfän al'drifin aus vielen Büchern 
zusammengesetzt, verbreitet sich über eine Menge von Gegenständen 
aus theologischen, philosoph., Jurist, u. a. Gebieten, giebt namentlich 
auch Anweisung zu guter Sitte und zweckmässiger Lebensführung 
Berl. 8322 3, Wien 1837, Pet. AM 55, Kairo II 70, 147, NO 2283/4, 
AS 1683-6, gedr. Calcutta 1868, Bftl&q 1289, Bombay 1304 (mit nr. 9 
am Rde.). 9. TanMh al yäfitin Betrachtungen in 94 Capiteln über Ge- 
danken der Moral und Frömmigkeit, Sinnsprüche und Ermahnungen, 
zurückgehend auf Aussprüche M.s Berl. 8735/6, Wien III 268, Ref. 81, 
Ind. Off. 147, Alger 872-5, Kairo II 151, AS 1741/2, gedr. Bombay 1884, 
Kairo 1305, '6 (mit nr. 8 am Rde.), '7, '8. 10. k. asrär al wahj Geapr&ch 
zwischen Gott und M. in der Nacht des Mi'räg, enthaltend religiöse 
Vorschriften Berl. 2600/1. 11. Ar. qurraf al 'ujün wa mufarsi)^ al qalb 
almahzün Bül&q 1300 (am Rde. von ^a^rän^s Muhta§ar at tadkira 
al Qtirtubije), 

7. Sa'id b. M. b. Sa'id an Nisäbüri Abu Ras id sehrieb 
u. d. J. 400/1009 (zw. 320 u. 460): 

al masäHl fi 'l hiläf bain al Bafrijtn tcal Bagdädifin meta- 



Die iBlftmische Litteratur in arabischer Sprache. 197 

physische Fragen, er steht auf Seiten seines Lehrers Abu HAsim, 
welcher die Basrenser vertritt Berl. 5125. 

8. Einer der bedeutendsten Schüler al As'ari's in der 
zweiten Generation war Abu Bekr A. b. *Ali b. at Taijib al 
Bäqiläni, ausgezeichnet besonders durch seine polemischen 
Schriften. Er starb in ßa.sra i. J. 403/1012. 

J. HaU. 580, Mehren 1. 1. p. 228, Schreiner 1. 1. p. 108, k, ß ^§äz 
al qor*än Kairo I 54 nr. 15. 

9. Abu 'Abdallah al Hosain b. al Hasan b. M. al Hai im i 

• • • 

as Säfi'i war i. J. 338/949 in Gui;gän geboren, galt seiner 
Zeit für einen der grdssten Theologen in Transoxanien und 
starb i. J. 403/1012. 

J. Hall. (Wüst.) 185. k, Wab al imän Auszug Kairo II 53. 

U). Kapitel. Die Mystik. 

A. Merx, Idee und Grundlinien einer allgemeinen Geschichte der 
Mystik. Rektoratsrede Heidelberg 1893. 

Bereits im 2. Jahrhundert d. H. entwickelte sich neben 
der offiziellen Religionsühung der Orthodoxie die mystische 
Richtung der Siifis ^), die ihr Verhältnis zu Gott als ein solches 
der Liebe auffassten und sich daher sehr früh von dem 
äusseren Sittengesetze des Islams lossagten, ja auf dem Wege 
immer kühnerer Spekulation zuletzt zu rein pantheistischen 
Anschauungen gelangten. Dass diese Richtung etwas dem Islam 
von Hause aus fremdes war, das haben schon orientalische 
Schriftsteller eingesehen. Während nun aber v. Kremer und 
Dozy im Sutismus vorzugsweise ein indisches, speziell bud- 
dhistisches Produkt erblickten, hat Merx nachgewiesen, dass die 
Grundgedanken der Mystik, die zuerst im (5. Jahrhundert in 
der Schrift des Svrers Bar Sudaili auftreten, die dann in 
der griechischen Kirche bei den Hesychiasten auf dem Athos 
und bei den deutschen Mystikern des Mittelalters in den- 
selben Formen wie gleichzeitig im Orient wiederkehren, im 
letzten Grunde auf die platonische Philosophie und ihre neu- 
platonische Umbildung zurückgehen. Wie die islamische 

») Von 8ftf Wolle nicht von ootfog Nöldeke ZDMG 48, 45—48 
(gegen Merx). 



198 2. Bu<«h. 

Dogmatik ihre ersten Anregungen dem Gedankenkreise der 
.syrischen Kultur entlehnte, so ist auch die Mystik in Syrien 
zuerst in den Islam eingedrungen; den ersten Süfi's begegnen 
wir im 2. «lahrhundert in Jerusalem und Damascus. Schon 
aus dem Jahre 200 hören wir nun aber auch von der Errichtung 
eines Sufiklosters in Horäsän^) und hier im äussersten Osten 
scheinen in der That auch indische Ideen mit den griechischen 
sich durchdrungen zu haben. Wenigstens zeigen, wie v. Kremer 
in den Kulturgesch. Streifzügen nachgewiesen hat, die bei 
gewissen Derwischen gebräuchlichen Übungen zur Herbei- 
führung exstatischer Zustände eine so grosse Ähnlichkeit mit 
gewissen indischen Vorschriften, dass ein historischer Zu- 
sammenhang zwischen beiden sehr wahrscheinlich wird. Auch 
der Glaube an die Wunderkraft der Sufi's scheint wegen der 
grossen Ähnlichkeit der von ihnen berichteten Wunder mit 
denen indischer Jogis von Osten her beeinflusst zu sein. 

1. Der erste uns bekannte litterarische Vertreter der alten 
christlich-asketischen Richtung der Mystik war Abu 'Abdallah 
al Harit b. Asad al Muhiisibi al Basri. Er beschränkte sich 
darauf, Selbstbeherrschung, Entsagung und Gottergebenheit 
zu predigen und führte seine eigenen Vorschriften selbst durch, 
indem er auf sein väterliches Erbe verzichtete. Er starb im 
J. 218/S57. 

J. Hall. 145, V. Kremer, Ideen p. 67. 1. maqäsid ar H^äje über 
die von den SfifiV zu beobachtenden Punkte Kairo II 87 mit Erläuterung 
(han) der Hauptsachen von a» Sulami f 660 1262 Berl. 2812/3, vgl. 
Sprenger Calcutta Review, Auszug von Jüsuf al Bargami as Safadt 
Gamftleddin Abft 1 MahÄsin Berl. 2813. 2. Aufzählung der 10 Eigen- 
schaften, die zum Heile führen Berl. 2814. 3. sarh al ma'rifa wabadl 
an nadha, dass da» Achtgeben auf sich selbst die Thür der Erkenntnia 
sei Berl. 2315. 4. k. alba*t van numr über die Auferstehung Paria 
1913,5. 5. r. fi 7 ahläq Köpr. 725. 

2. Bei seinem in Ägypten lebenden Zeitgenossen Du 'n 
Nun al Ihmimi al Misri f •i4r)/8r)i) scheinen die phantastischen 
Ideen der Späteren und zwar in Verbindung mit alchemistischen 
Träumereien schon mehr hervorzutreten. Allerdings ist die 



•) V. Krem er, Ideen p. 66. 



Die iHläniinche Litteratur in arabischer Sprache. 199 

Echtheit der ihm beigelegten Schriften wohl nicht über jeden 
Zweifel erhoben. 

1. Mugarrahät medizinische, chemische und Zauberrezepte, Talis- 
mane, Beschwörungen etc. Paris 2608. 2. Gedicht über den Stein der 
Weisen Paris 2609«, Br. Mus. 60 III 2? 3. Gespräch mit seinem Schüler 
Ja'qüb über den Stein der Weisen Br. Mus. 1002io. 

3. Noch etwas weiter auf dem Wege pantheistischer 
Schwärmerei scheint al Gunaid b. M. b. al (lunaid al 
Qawäriri al Hazzäz Abu "*! Qäsim gegangen zu sein. Seine 
Eltern stammten aus Nehäwend. Er selbst war im 'Iräq ge- 
boren und erzogen; dort hatte er den Unterricht des Säfi'iten 
Abu "^t Taur genossen. Später aber wandte er sich ganz der 
Mystik zu und sammelte einen Schülerkreis um sich. Er 
starb i. J. 297/910. 

J. Hall. 140. 1. Eine fromme Qaside Berl. 7543. 2) k, an sirr fi 
anfäs (18 süßje Kairo II 87. 

4. AI Gunaid's bedeutendster Schuler war al Husain 
b. Mausur al Hai lag. Er war von Geburt ein Perser, aber 
im *Irä(| erzogen. Nachdem er selbst als Lehrer aufgetreten 
war, gelang es ihm eine grosse Zahl von Anhängern um sich 
zu sammeln, die an seine Wunderknlfte glaubten und ihm 
unbedingt ergeben waren. Dadurch erschien er den Orthodoxen 
gefährlich. Auf Grund seiner Behauptung, dass Gott sich in 
ihm verkörpert habe, wurde ihm in Bagdad der Prozess 
gemacht, der i. J. 309/921 mit seiner Hinrichtung endete. 

J. Hall. (Wüst.) 186 b. al Atlr VIII 93, v. Kremer, Ideert p. 70. 
Verzeichnis einer Anzahl seiner Schriften Berl. 15. Sütische Reden und 

■ 

Gedichte Br. Mus. 888,. 

5. M. b.*Ali b. al Husain al Hakim at Tirmidi +i. J. 320/932. 

1. Süfische Abhandlung über die Eigenschaften des Herzens, der 
Brust und der Seele Berl. 3130. 2. Ar. *ilal al *ubüdije will die Vor- 
schriften für die gottesdienstlichen Handlungen und allerlei damit ver- 
knüpfte gesetzliehe Bestimmungen mit Gründen beweisen und die Ein- 
würfe dagegen widerlegen Berl. 3504. 3. k. al f'uriiq AS 1985. 4. r. fi 
*/ afrije U'iükalimät warazäHm AS 1814. 

6. Gleichfalls zum Schülerkreise des Gunaid gehörte Abu 
Bekr Dulaf b. (lahdar as Sibli. Er stammte aus Horasän 
und war in seiner Jugend Statthalter in Dunbäwend. Nach 



200 2. Buch. 

seiner Bekehrung zur Mystik ging er nach Bagdad und ist 
dort i. J. 334/946 gestorben. 

J. Hall. 215. Gespräch mit eineitf Freunde über die Pilgerfahrt 
Br. MuB. 136,. 

7. M. b. 'Abdalgabbär b. al Hasan an Nafzi (oder en 
NiflFari? Ahlw.) starb i. J. 354/965. 

k, al mawäqif über die 77 süfischen Stationen, deren erste mauqif 
al 'izz, deren letzte mauqif al kaif HH VI 235 1,«»», Goth. 880, K5pr. 
875 mit Comt. v. 'Afifaddln at Tilims&nt Bodl. I 106, 110, mit einem 
anderen Comt. ib. 352, vgl. II 579. 

8. Abu Tälib M. b. 'Ali b. 'Atija al Häriti al WäMz al 
Mekki führte das Leben eines Asketen und Predigers in 
Mekka, Basra und Bagdad und starb i. J. 386/996. 

J. Hall. 602, Naf. p. 135 nr. 125. qüt al qulüb fi mu^ämalat al 
mahbüb wawa§f tariq al murid ilä maqäm at tauhid HH lY 580, 9636, 
Goth. 88 (Frgm.), Wien 1889, Ref. 82, Escur.» 726, Tippu 113, Calcutta 
p. 48 nr. 39, Constantine JAP 1860 I 438, Alger 907, Kairo II 103, 
A8 2001, Köpr. 865, Jeni 723, gedr. 2 Bde. Kairo 1310, Auszüge Berl. 
2816 7, Paris 2016, Escur.* 735,, Erläuterung schwieriger SteUen ib. 736,. 

9. M. b. Ishäq b. Ibrahim al Kaläbädi al Hanafi Abu 
Bekr starb i. J. 380/990 oder 390. 

1. k. at fa^arruf Umadhah ahl attamutruf HH II 316, Bodl. I 253, 
Algcr 906, Auszug Ind. Off. 657«, Comt. u. d. T. husn at tasarruf v. 'Ali 
b. IsmftMl b. Jüsuf al Qonawt f 729/1329, Wien 1888, daraus allerlei 
Notizen zusammengesteUt von 'Alt b. A. b. M. b. A. al Manüfi ca. 
880/1475, Berl. 3087. 2. k. bahr al fawä*id al musammd bima^äni al 
al^bär Jeni 274. 

10. Abu Sa'id 'Abdalmalik b. 'Otmän al Wä*iz al Harküsi 
starb i. J. 406/1015 oder 407. 

1. k, tah^b al asrär Darstellung des Süfismus in 70 Kapiteln von 
einem seiner Zuhörer herausgegeben Berl. 2819, Auszug ib. 2820. 
2. k, al bliära wannidära fi ta^bir arru*jä walmuräqaba Traumdeutung 
Leid. 1213. 3. Sehr ausführliche Biographie H.s, Auszug bei seinen 
Lebzeiten verf. BerL 9571/2. 

11. Abu 'Abdarrahmän M. b. al Ilusain b. Musä as Sulami 
al Azdi an Nisäburi, geboren i. J. 330/941, war ein äusserst 
fruchtbarer Schriftsteller auch auf den Gebieten der Qor'än- 
exegese, Geschichte, doch er wird als wenig zuverlässig ge- 



Die iBlAmiHche Litteratur in arabischer Sprache. 201 

schildert, da er selbst vor der Erfindung süfischer Tendenz- 
traditionen nicht zurückschreckte. £r starb im Sa'bän des J. 
412/1021. 

b. Atlr IX 230, Huff XIII 33, Wüst. Üesch. 176. 1. k, haqa'iq 
at tafsir Qor'&n comt. NO 319. 2. Tabaqät of Süfifin HH 316S, Berl. 9972, 
Br. Mus. 961. 3. k, mafuthig al *ärifin kurze DarsteUung der 8üfik (ver- 
schieden von HH VI 13063) Berl. 2S31. 4. k. gawämi^ ädäb a§ Süfije 
HH I 809, Berl. 3081, Köpr. 701. 5. k, *ujüb annafs wamudäwäthd von 
den Fehlern der Seele HH IT 8448, Berl. 3131, metrische Bearbeitung 
von Zarrüq al Ffts! f 8961 491 mit Comt. v. M. b. *Alt al Harrübt Br. 
Mus. 629. 6. Darlegung der Grundsätze und Ansichten der Sekte al 
Mal&matlje Berl. 3388. 7. k. darayäi al mu'ämalät Erklärung süfischer 
Termini technici Berl. 3453. 8. k. adab a§ §uhba tca husn al *uira 
Ref. 430. 

11. Kapitel. Die Übersetzer. 

M. Steinschneider, Die arabischen Übersetzungen aus dem 
Griechischen im Centralblatt fQr Bibliothekswesen Beiheft 5 Jahrg. VI 
1889, Beiheft 12 Jahrg. X 1893, Virchows Archiv Bd. 124 (1891) 
p. 115-36, 268-96, 455 87, ZDMG 50, 161-219, 337—417.*) 

Syrien und Mesopotamien waren seit den Zeiten Alexanders 
des Grossen und seiner Nachfolger den Einflüssen griechischer 
Bildung ausgesetzt. In Syrien war die Herrschaft der Römer 
und ihrer Nachfolger, der Byzantiner, der Ausbreitung der 
hellenistischen Kultur in jeder Weise forderlich, und besondere 
Fortsirhritte machte dieselbe, seit sie mit dem Christentum 
verbunden auf das religiöse Gemüt des Volkes zu wirken 
anfing. Die Syrer waren zwar zu eigener Produktion nur 
schwach veranlagt, aber sie waren ausserordentlich geneigt 
und befähigt, sich die Resultate fremder Geistesarbeit anzu- 
eignen. So entstanden in den syrischen Klöstern zahlreiche 
Übersetzungen nicht nur der in der griechischen Kirche am 
meisten verbreiteten geistlichen Litteratur, sondern auch fast 
aller der Profaiischriftsteller, die die damalige weltliche 



'*) Ich eitlere diese Arbeit wie der Verf. selbst nach laufenden 
Para^raphennummern. Für die im folgenden mehrfach zu berück- 
sichtigenden hebr. Übernetzungen verweise ich immer auf Steinschneider, 
die hebr. Übersetzungen des Mittelalters, 2 Bde., Berlin 1S93, das ich 
gleichfalls nach Paragraphen eitlere. 



202 2. Buch. 

Bildung beherrschten, vor allen des Aristoteles, Hippo- 
krates und Galen. 

Aber auch im persischen Reiche unter der Herrschaft 
der Säsäniden waren die Syrer die Vermittler der griechischen 
Bildung. Natürlich wurde dort von der Regierung und dem 
Hofe nur die weltliche Wissenschaft gefördeii;. Um das Jahr 
350 n. Chr. gründete Chosrau Anosarwän in Gondesäpür in 
Hüzistän eine Akademie zur Pflege philosophischer und medi- 
zinischer Studien. Diese Pflanzstätte syrisch-griechischer Bil- 
dung blühte noch bis in die 'abbäsidische Zeit hinein^). 

Eine dritte Heimat fand die griechische Wissenschaft in der 
mesopotamischen Stadt Harrän, deren Bewohner sich inmitten 
einer ganz christianisierten Bevölkerung ihr altsemitisches 
Heidentum erhalten hatten. Damit war bei ihnen, wie einst in 
Babylon die Neigung zu mathematischen und astronomischen 
Studien eng verbunden. Doch waren auch bei ihnen diese 
Studien trotz der ziemlich hohen Stufe, die sie bereits durch 
die assyrisch-babylonische Kultur erreicht hatten, vom griechi- 
schen Geiste nicht unberührt geblieben. 

Aus allen diesen drei Quellen nun wurde die griechische 
Wissenschaft den Arabern in Übersetzungen zugeführt. Schon 
an Mansurs Hofe begegnen wir einem Arzte aus (iondesäpur, 
der medizinischen Werke ins Arabische übertragen haben soll; 
unter Harun blühte der Übersetzer Johanna b. Mäsawaihi. 
Der Chalife al Ma'mün aber, der selbst von Verständnis und 
lebendigem Interesse für alle wissenschaftlichen Bestrebungen 
erfüllt war, gai) dieser Thätigkeit den mächtigsten Anstoss. 
Das von ihm in Bagdad gegründete und der Leitung des 
Sehn unterstellte Bait al liikma mit einer Bibliothek und 
und einem astronomischen Observatorium, ward der Mittel- 
punkt eines regen, wissenschaflichen Strebens. Die unter ihm 
und seinen nächsten Nachfolgern entstandenen Übersetzungen 
haben die der älteren Schule ganz verdrängt und sind allein 
uns erhalten. 

Wir ordnen hier die Übersetzungen natürlich nach 



*) Vgl. Schulze, Disputatio de Gundisapora. Commentaria soc. 
Bcient. Petropol. vol. XII. 



Die irtlAiiiische Litterutur in arabischer Sprache. 203 

den Übersetzern, nicht nach den griechischen Autoren, wie es 
Steinschneider für seine Zwecke gethan. Wir beschränken 
uns darauf, die noch erhaltenen Übersetzungen zu verzeichnen 
und lassen die anonymen ganz bei Seite, da wir für alle 
Details auf Steinschneiders Arbeit verweisen können. 

1. AI Haggäg b. «lusuf b. Matar al Häsib übersetzte 

1. nach einer (syrischen) Vorlage von Ser^ün b. Halia ar RAml *) 
i. J. 214 die ^ir/altj amTa^tg des Ptolemaeus u. d. T. k. al miffisfi*) 
Leid. 1044 (wu andere Hds. aufgezählt). 2. Codex Leidensis 399, 
Kudidis elementa ex interpretatione AI Hadschdschadschii cum commen- 
tario an Nazirii arab. et lat. ed. notisque instr. T. O. Besthorn et 
J. L. Heiberg p. 1 fsc. 1 Kjobenhavn 1893. 

2. Juhannä oder Jahjä b. Bitriq um d. J. 200/815 
übersetzte : 

(Steinschneider, Virchow's Archiv Bd. 52, S. 364, Übers. 368.) k, as 
sijäsa fi fadbir arnjäsa fa§nif al hakim al fädil ÄristätäUs HH 
V 10 202, Berl. 5603, ausführlicher ib. '4, Yatic. MQnch. 650 = sirr al 
asrär lita'sls assijäsa watartlb ahw&l arrij&sa Wien 1827/8, üri 341/2, 
Paris 2417—21, eine andere Redaction ib. *22, ins lat. übers, von Philip- 
pus in Antiochia auf Befehl des Guido Vera de Yalentia, Bischofs von 
Tripolis: Secreta seeretorum Aristotelis Leyd. 1528. In Wahrheit ist es 
ein von einem Araber im X. oder XI. Jahrh. aus verschiedenen Quellen 
zusammengestoppeltes Machwerk, vgl. Förster, R. de Aristotelis secretis 
seeretorum commentatio Kiel 1888, Script, physiogn. I p. CLXXIX, Cen- 
tralbl. für Bibliothekswesen 1889, 1—22, 57—76. 

8. "Abdalmasili b. 'Abdallah Na'ima al Himsi um daH 

Jahr 220/SH5 übersetzte für den Chalifeu al Mu'tasim (218—227/ 

833—42): 

Die sogenannte Theologie des Aristoteles in einer angeblich von 
Porphyrius gemachten erklärenden Bearbeitung (tef'Sir Furfüriüsjj jeden- 
falls auf Grund einer syrischen Vorlage, denn das Wort, mit dem die 
Kapitel bezeichnet werden, ist nicht arabisch, sondern syrisch mlmar. 



') d. i. Sergius von R«*s 'Aio (f 535,6 n. Chr.), vgl. Baumstark, 
Lucubrationes Syro Graecae p. 380 und Steinschneider ZDMG 50, 201. 

') d. i. wahrscheinlich nicht fieyiatrj^ wie man früher meinte, 
sondern ein künstliches Mischwort aus den Buchstaben von fuyiiXfi 
oi^ra^ig, vgl. Koppe, Die Behandlung der Logarithmen und Sinus Progr. 
Andreasrealgymn. Berlin 1893, Z. f. Math. u. Phys. XXIX (1894) hist. 
T. p. 19, Ruska, Das Quadrivium aus Severus bar Sakküs, Buch der 
Dialoge (Leipzig 1896) p. 77 n. 3. 



204 2. Buch. 

Fr. Dieterici, Die sogenannte Theologie des Aristoteles Leipzig 1882, 
vgl. Herx, Mystik p. 35. Das Werk besteht grösstenteils aus £xcerpten 
aus Plotins Enneaden IV— VI cf. Val. Rose DLZ 1883 col. 843. 

4. Qosta b. Lüqä al Ba*Iabakki um d. J. 220/835 bekannte 
sich zum Christentum und entwickelte nicht nur als Übersetzer, 
sondern auch als selbständiger Schriftsteller auf medizinischem, 
astronomischem und mathematischem Gebiet eine äusserst 
fruchtbare Thätigkeit. 

Wüst. Arzte nr. 100. Verzeichnis seiner Werke b. ab! Usaibi*a 
I 244/5. 1. Eigene Werke: a) r. f% *ß^tiläf an näs fi sijarihim wa aß^lä- 
qihim waiahawäHhim waJ^tijärätihim an Abu *A1! b. al HArit Berl. 5387; 
b) r. fi ^ssahar Ursachen der Schlaflosigkeit und Mittel dagegen Berl. 
6357; c) /t tadbür al abdän fi *s8afar lissaläma min almarad icall^atar 
für Abu M. al Hasan b. al Mahlad Er. Mus. 4242, aufgenommen als 
Kap. 16 in das k. al amän min a^tär al asfär wal azmän von TA'üs! 
(2. Hälfte des VII. Jahrb.) Ind. Off. 341; d) k. fi 7 balgam waHlalihi 
Münch. 805; e) k. fi *ilal ahha'ar; f) r. fi 7 *amal bilkura dät al kursi 
über ein astronomisches Instrument Berl. 5836 ^), Br. Mus. 1615?; g) k. al 
'amal bil i§iarläb al kurt Leid. 1053; h) k. al 'amal bilkura al fullnje 
Bodl. II 297 (nicht gleich g, gegen Wusteufeld Ärzte p. 50) hebr. Steinsch. 
342; i) tractatus de regula falsi Ind. Off. 1043is; k. über den Gebrauch 
des Himmelsglobus Br. Mus. 407,o; 1) k. hai*at al aftäk Bodl. I 879]; 
m) k. al fasl bain ar ruh wannafs Goth. 1158 (nach Pertsch von b. SInft) 
hebr. Steinschn. 157. 2. Übersetzungen: a) Piatos Grundlinien der Geo- 
metrie Steinschneider § 37, b) Alexander und Johannes Philoponus Comt. 
zu Aristoteles Physik ib. 53, c) Aristoteles über Schlaf und Traum und 
über Lebensdauer ib. 57, d) Theophrast meteora ib. 70, e) Plutarch, 
Ansichten der Philosophen über Physik und Ausübung der Tugend 77'* *, 
f) Euclidis elementa Ups 321, g) Hypsikles k. al matäli' berichtigt von 
Abu Jüsuf al Kindt ca. 250/864 Berl. 5652, andere Hds. Steinschn. 101*, 
h) Hypsikles Anhang zu Euclidis Elementa Band 15, Havn 81 (fehlt bei 
Steinschn. 107«), i) Thcodosius Sphaerica auf Veranlassung des A. b. al 
Mu'tasim übers, bis zum 5. Abschn. der 3. Maqftle, der Rest von einem 
andern, das ganze redigiert von T&bit b. Qorra (f 288/901) Berl. 5933, 
andere Hds. Steinschn. 130, , k) dess. k. al masäkiti Berl. 5649/50, 
Steinschn. 130,, 1) dess. k, al aijäm wal lajäli Berl. 5648, Steinschn. 1308, 
m) Hero von Alexandrien k. sail atqäl Barulcus Leid. 983, Kairo V 199, 
n) Carra de Vaux Les Mecaniques ou P^l^vateur de H6ron d'Alexandria 
publiees pour le premi^re fois sur la version arabe de Q. b. L. et tra- 
duites en franfjais JAP s. 9 v. I p. 386 - 472, v. II p. 152—269, 420— 5U, 



Als r. fi dät al kursi unter Schriften über das Wesen »ott^^NO-^ 
angeführt Ahlw. 2393^». 



Die isl&mische Litteratur in arabischer Sprache. 205 

dazu: A. Favaro Intorno delle Meccaniche di Erone Alessandrino ediie 
per la prima volte Bulla vers. ar. di C. B. L. dal b. C. d. Y. Atti del r. 
Ist. Yeneto di Sc. s. YII t. Y disp. 7, o) Antolykus k. at tuW wtUgurüb 
Leid. 1042, Steinschn. 125,, p) Yerzeichnis der Schriften Galen» Escur.* 
795, Steinschn. 13 S. 273. ^ 

5. Der berühmteste Übersetzer während dieser ganzen 
Periode war Abu Zaid Honain b. Ishäq. Er war i. J. 
194/809 (?) in Hira, wo sein Vater Apotheker war, in einer 
zu dem christlichen Araberstamm der *Ibäditen gehörenden 
Familie geboren und blieb dem Glauben seiner Väter bis an 
sein Ende treu. Als junger Mann ging er nach Bagdad und 
wurde ein Schüler des berühmten Arztes Jahjä b. Mäsawaihi. 
Durch eine Reise nach Kleinasien, wo er die griechische Sprache 
erlernte, soll er seine Ausbildung vollendet haben. Nach seiner 
Rückkehr in die Heimat Hess er sich als medizinischer I^ehrer 
und Schriftsteller in Bagdad nieder. Dort gewann er das 
Vertrauen des Chalifen al Mutawakkil, der ihn zu seinem 
Leibarzt machte. Er verfasste zahlreiche medizinische und 
philosophische Schriften, hauptsächlich aber machte er sich 
durch (Jbersetzungen griechischer Werke verdient und regte 
auch mehrere Schüler, unter denen sein Sohn der bekannteste 
war, zu gleicher Thätigkeit an. Durch seine Stellungnahme 
zu dem Bilderstreite, der damals auch die orientalische Kirche 
bewegte, zog er sich die Exkommunikation seitens seines 
Bischofs Theodosius zu. Aus Gram darüber nahm er Gift 
und starb am 6. Safar 260/30. Nov. 873. 

Ibn abi Usaibi'a 1 1S4 — 200, J. Hall. 198, Wüst. Arzte nr. 69, 
Ledere I 139—152. I. Eigene Schriften: 1. k, almudJ^al fi ttibb Ein- 
leitung in die Medizin Escur.* 848, Yat. 348, lat. Isagoge Johannitii ad 
Tegni Galeni h. 1. e. a., dann Yenet. 1487, Lips. 1490. Joannitii isagoge 
in artem parvam Galeni Argentor. 1534. 2. Masä'il fi *ttibb lilmuta- 
*allimtn nur eine andre Redaktion desselben Werkes Berl. 6258, 
Bodl. I 595, 636, Anhang dazu y. b. at Tilmld f 560/1165, Bodl. 
1 636,, in der vermehrten Ausgabe seines Neffen HubalS b. al Hasan 
Ooth. 2023, 2028, 2036,, Bodl. II 195,, in Stammbaumform Bodl. II 333«, 



*) Dem Q. auch die Übersetzung der Geoponica zuzuschreiben, 
wie ich nach Baumstark Lucubr. syrogr. p. 375 ff., leider in Byz. 
Zeitschr. Y 385 that, ist nach Steinschneider, Yirchows Archiv 52, 496, 
S5, 166 unmöglich. 



206 2. Buch. 

Comt. V. b. abi S&diq, Schüler b. Sin^s f '*28/lü37 mit vielfach von der 
Ausgabe des Hubais abweichendem Texte Ooth. 1932, Münch. 804, 
Leid. 1303, Utrecht Leid. 2689, Paris 2861 2, v. b. an NafU f 687,1288, 
Leid. 1304, hebr. Steinschn. 457 — 62. 3. Über Magenschmerzen 
Escur.* 8472- 4. Pharmacopoee Bodl. hebr. 428. 5. Compendium hif»t. 
Hermetum Nan. I 35. 6. Auszüge aus einer Schrift über die Cometen 
Bodl. II 2857. 7. ÜbAT die einander entgegengesetzten Tugenden und 
Laster Bodl. II 34O5. 8. k. igtimä'^ät al f'aldsifa fi bujüf al hikma ]i 
*lajäd wafafäwud al hiktna babiahum Münch. öSU. 9. Honein b. 
Ishäk Sefer Musre Haphilosophim (Sinnsprüche der Philosophen) aus 
dem Ar. ins Hebr. übers, v. Jehuda b. Salonio Alcharisi. Nach Hds. 
hsg. V. A. Löwenthal, Frankfurt a/M. 1896. H. b. I. Sinnsprüche der 
Philosophen nach der hebr. Übers, v. Charisi ins Deutsche übertr. v. 
A. Löwenthal, Berlin 1896. Mashafa Falasjä Taliban. Das Buch der 
weisen Philosophen nach dem Aethiopischen untersucht v. C. H. Cornill, 
Leipzig 1875, vgl. A. Müller ZDMÖ 31, 506, 508, 526, Steinschneider 
in Jahrb. f. rom. u. engl. Litteratur XII 354, Rev. d. ^tudes juives 
III 242, Beiheft V 26, hebr. Übers. 197. 

II. Übersetzungen: l. A. T. nach LXX Mas'üdi Tanlnh 112. 
2. Plato's Republik Steinschn. § 33. 3. dcrs. k. an nawämis ib. 34. 
4. Plato's Timaeus vielleicht nur Verbesserung der Übersetzung des 
b. al Bitriq ib. 5. Angaben über Synopsen der platonischen Dialoge 
von Galen ib. 6. Abh. über das, was man von Plato lesen soll ib. 35. 
7. Aristotelis Syllogismus (nach Theodorus' Übers.) ib. 46. 8. Alexander's 
Comt. zur Physik Tr. II ib. 52. 9. Aristotelis de coelo et mundo (nach 
b. Bitriq), zu denen er Erläuterungen (masä'il) schrieb ib. 55. 10. dess. 
de anima ib. 56. 11. dess. Metaphysik und Alexanders Comt. ib. 59. 
12. PorphyriuH Comt. zur Ethik ib. 607. 13. Problemata ib. 622. 
14. Physiognomik ib. 64. 15. Pseudo Aristotelis istamatis etc. ib. 68,,. 
16. Alexander vom Sehn und über den Unterschied zwischen Hyle und 
Gattung ib. 72,. ,7. 17. Vorfragen zu Porphyrs Isagoge 73. 18. Arte- 
midorus Oneirokritik ib. 80. 19. Ptolemaeus' Quadripartitum ib. 116. 
20. Hippocrates- Aphorismen Fusül Steinschn. 4. 21. ders. Prognostica 
ib. 7. 22. Werke Galens bei Steinschn. nr. 1 — 9, 10?, 11 — 15, 21?, 26, 
28?, 29, 32, 35, 36?, 37, 38, 40, 41, 43—49, 50—53, 56, 59, 60, 62, 68, 
69, 70?, 71, 85, 86, 99, 106—8. 23. Dioscorides jieqI vXrf^ iaToix^g übers. 
V. Stephan, revidiert v. H. Paris 2849/50, Uri 373, Ledere JAP 1867 Janv.') 

6. Sein Sohn Ishäq b. Honain lebte in vertrautem Ver- 
kehr mit Qäsim b. 'Obaidalläh, Wezir des Chalifen al Mu'tadid. 
Gleich seinem Vater beschäftigte er sich hauptsächlich mit 

^) In Alger 1496, wird ihm ein Auszug aus Eutocius^ Sphaerica 
beigelegt, nach Bodl. II 599 ist dies Buch aber von seinem Sohne Ishäq 
übersetzt, vgl. Steinschneider § 95). 



Die isl&miöche Litteratur in arabischer Sprache. 207 

der Übersetzung griechischer Werke, bevorzugte aber dabei 
die Philosophie mehr als die Medizin. In seinen letzten Lebens- 
jahren war er infolge eines Schlaganfalls gelähmt. Er starb 
im Rabi'I l>i)S oder 299 /Nov. 910 oder 911. 

Fih. 285, J. Hall. 85, b. ab! Usaibi'a I 200, Wü»tenfeld Ärzte 71, 
Gesch. 88, Leclerc I 189, Steinschn. ZDMG 50, 393. Aristotelis Cate- 
goriae cum versione arab. Isaaci Huneini f. et variis lect. textus graeci 
e vernione arab. ductis a J. Th. Zenker Lipsiae 1846. 

7. Honains Neffe und Schüler Hubais b. al Hasan lebte 

• • • 

am Hofe al Mutawakkils und seiner Nachfolger bis gegen 
Ende des 8. Jahrh. Er scheint seinen Oheim bei mehreren 
Übersetzuugswerken unterstützt zu haben, sodass sein eigener 
Anteil an diesen Arbeiten sich nicht mehr mit voller Sicher- 
heit feststellen lasst.*) 

b. abi Usaibi'a 1 202 ubers. Hippokrates^ Schwur Steinschn. 31, 
dess. B. der Oewässer ib. 9io. Dioskorides, Buch der Kräuter ib. 30, 
Galen ur. 9—11, 15-23, 28, 30—32, 34, 36, 40, 50, 53, 57, 58, 61, 66, 
69, 70, 86. 

S. Msä b. Jahjä b. Ibrahim war gleichfalls ein Schüler 
des Honain. Seine sonstigen Lebensumstände sind unbekannt. 

b. ab! Usaibi'a I 204, Steinschn. ZDMG 50, 393. 

9. Abu Bisr (falsch Ba.sar) Mattä b. Jünus al Qannä'i, 
christlicher Herkunft starb in Bagdad i. J. 328/940. 

b. abi Usaibi^a I 235 Cibers. die Poetik des Aristoteles cf. Analecta 
orientalia ad poeticam Aristotelis ed. Margoliouth London 1887, vgl. 
Steinschn. ZDMG 50, 398. 

10. Abu Zakarijä Jahjä b. 'Adi al Mantiqi war ein 
jakobitischer Christ und Schüler des Abu Bisr. Alle seine 
Obersetzungen, von denen, wie es scheint, nichts erhalten ist, 
stammten aus syrischen Vorlagen. Er starb 81 Sonnenjahre 
alt i. J. 3(i4 974. 

Fih. 2645—14, b. abi Usaibi'a 1 235. 

11. AI Husain b. Ibrahim b. al ^asan b. Ijürsid at Tabari 
an Nätili widmete i. J. 380/990 dem Fürsten Abu 'Ali as 
Samgüri eine verbesserte Übersetzung des Dioscorides Leid. 
1301, vgl. Steinschneider § 30. 

') Dazu kommt die grosse Ähnlichkeit der Namen Hunain und 
Hubais, die leicht zu Verwechselungen Anlass gab. 



ji 



2{i» 2. Buch. 

l'i. Ahii 'Ali 'Isä li. Isliäfi b. /er'a, jakobitiächer Christ, 
FhiloHoph und Arzt zu Ba^dätl. übersetzte medizinische und 
philosopliLSche Schriften iinil starb am 7. Sa'bän HlHiU!. Apr. 
KKtH. 

Fih. 264,.—,,. Uk. I 235, Vfünt. Ante 121, Leclerr I .S74. StemBchn. 



1-2. Kapitel. Die Philosuphie. 

S. Hiiiik. De» priDcipaux philosopUi'H arnbeK «t de Icurs doctrine« 
in H^langet de philueophie Juive et arabe Paris lH5ti.') 

Die Arbeiten der eben besprochenen Männer kamen neben 
der Medizin in erster Linie der Philosophie zu gute. Wie 
die griechisi-he Dogmatik bei den Arabern den Kaläm. die 
aristotelische Logik die grammatische Spekulation angeregt 
hatte, so rief das Studium der Übersetzungen von Aristoteles 
die Philosophie hervor. Freilich hat die Philosophie als solche 
bei den Arabern niemals eine den anderen Wissenschaften 
ähnliche Rolle gespielt. Die metaphysische Spekulation blieb 
stets den Mutakallimün, die Ethik grösstenteils den Fiiqafaä 
vorbehalten, so haben sieb denn nur die Psychologie inid vor 
allen die Logik auf die Dauer selbständig im Kreise der 
islamischen Wissenschaften behaupten können; dazu kommt 
noch die Politik, die in den FQrstenspiegeln als einer beliebten 
Litteraturgattung von Anfang an häufig vertreten war. Der 
litterarische Kinfluss aber der grossen Denker, die im 8. u. 
4. Jahrhundert die griechische Philosophie selbständig zu durch- 
dringen und auszubauen uuternahmeu, war ein verhältnismässig 
geringer. Er blieb immer auf einen kleinen Kreis beschränkt 
und wurde bald aus dem Gebiete des IsIäm überhaupt ver- 
drängt; es ist kein Zufall, dass wir für ihre Kenntnis vielfach 
auf jüdische Quellen angewiesen sind. Uns interessiert hier 
natürlich nur die litterarische Seite der ganzen Bewegung, 
während wir auf ihre Bedeutung für die allgemeinen Geschichte 
der l'hilnsophif Tiiclit ii/ili-'v i-iTii;,.li,ni k.iiiiieii. 

I th^utiigieog MuBulmam 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 209 

1. Die älteste, uns erhaltene philosophische Schrift ist 
ein sogenannter Fürstenspiegel, den Sihäb eddin A. b. M. b. 
abi'r Rabi* für den Chalifen al Mu tasim (218— 227/S33-842) 
verfasste. 

k, sulük al mälik fi tadlnr almamälik Paris 2448, gedr. Kairu 
1286. In der Einleitung, in der der Sag* bereits vollständig durchgeführt 
i»t, setzt der Verf. auseinander, dass er in seinem Werke dasselbe für 
die Seele thun wolle, wan die medizinischen Bücher für den Leib, und er 
handelt daher: 1. über die Vorzüge des Menschen, 2. über die Kräfte 
der Seele, Tugenden und Laster, 3. über den Erwerb und die Anwen- 
dung der KenutniHse, 4. über sociales Leben und politische Verwaltung, 
vgl. Goldziher Abh. 1 p. 66.') 

2. Abu Jüsnf Ja*qüb b. Isliäci al Kindi war aus einem 
vornehmen altarabischen Geschlechte in Kufa geboren als ein 
Sohn des dortigen Statthalters. Er machte seine Studien in 
Basra und Bagdad und blieb in dieser Stadt als Schriftsteller 
unter den Chalifen al Ma'mün und al Mu'tasim (198 — 227/ 
813—841). 

Die unter al Mutawakkil mit der orthodoxen Reaktion 
eingeleitete Verfolgung aller selbständigen Denker suchte 
auch ihn heim. Seine Bibliothek wurde konfisziert und er 
erhielt sie erst kurz vor dem Tode dieses Chalifen zurück. 
Bald darauf scheint er selbst gestorben zu sein. 

Ibn abi Usaibi'a 1 206, Wüst. Ärzte 57, Flügel AI Kindi, genannt 
der Philosoph der Araber. Ein Vorbild seiner Zeit und seines Volkes. 
Abh. f. d. K. d. M. II. Leipzig 1857, Steinschneider ZDMG 24, 349. Von 
seinen zahlreichen (gegen 200) Schriften^) sind erhalten: 1. eine Be- 
arbeitung der Theologie des Aristoteles (s. o. p. 203) für seinen Schüler 
A. b. al Mu'tasim Berl. 5121. 2. r. fi agzä ^abarije ß '/ mütnqi über 
theoretische und praktische Musik ib. 5503. 3. /t ma*rifet quwä 'lad- 
icija al murakkaha Münch. 838 fol. 28 — 37 lat: De medicinarum compo- 
sitarum gradibus investigandis libellus Argentorat. 1531. 4. de som- 
niorum visione lat. von Gerard v. Cremona (cf. Jourdain recherches 



^) Politischen Inhalts ist wohl auch die Schrift des sonst un- 
bekannten Autors Abu '1 Q&sim 'Abdallah b. A. al Balhl f 319/931, nach 
HH 2691 : tuhfat al wuzarä AS 2855. 

^ 8 über Musik, 23 über Astronomie, 26 über Geometrie, 23 über 
Medicin, 9 über Astrologie, 17 polemisch, 5 über Psychologie, 12 über 
Politik, 14 über Meteorologie, 10 über Entfernungen, 5 über Wort- 
begriffe, 35 über Varia. 

Brockelmann, Arabische Litteratargeachichte L 14 , 



210 2- Buch. 

critiques sur Pftge et Forigine de» traduction» latines d^Aristote p. 123). 
5. Alkindus de pluviis imbribus et ventis ac aeris mutatione Yeuetiis 1507 
vgl. Steinschneider ZDMG 18, 181, hebr. Steinschn. 3512. ^- /* '^ rnadd 
walgazr Ebbe und Fluth Bodl. I 877i2, cit. Mas'üdl Tanbih 51,,. 7. fi'illat 
al laun al läzuwardi 'Iladt Jura ft Igauw fi gihet as samä Bodl. I 877,,. 
8. r. rasm al mahnür min alard cit. Mas'üdt Tanbih 25,«. ^o* 9« f- ß dät 
a§ §u*bafain über ein astronomisches Instrument zur Messung von Stern- 
abständen verf. auf Veranlassung des Chalifen al MuHasim Leid. 1049. 
10. iJitijärät al aijäm Leid. 1050. 11. de judiciis ex ecclipsibus Escur.' 913^. 
12. de planetarum conjunctionibus Escur. ' 913,. 13. maqälet tahäwil 
assinin Escur.^ 913,. 14. r. fi mulk aVarah wakannjafihi Br. Mus. 426,8 
vgl. O. Loth AI Kindt als Astrolog in Morgenland. Forsch. Festschrift 
für Fleischer (Leipzig 1875) p. 263 ff. 15. Verbcsserungen zur Optik des 
Euclid Auszug Paris 2467 j. 16. Verbesserung von Hypsicles k. al ma- 
täli' übers, v. Qostä vgl. Steinschneider lOl^, vgl. noch Steinschneiders 
Index. 17. Kurze Abh. über die Nativitäten hebr. Steinschn. 351,. 
18. Abh. über die den höheren Individuen beigelegten Ursachen, welche 
die Entstehung des Regens bedingen, hebr. Steinschn. 351 3. 

3. A. b. M. as SaralisiTilmid al Kindi, sein bedeutendster 
Schuler, lebte im Gefolge des Chalifen al Mu'tadid. Zur Strafe 
dafür, da88 er sich ein ihm von diesem anvertrautes Geheim- 
nis hatte entlocken lassen, wurde er ins Gefängnis geworfen 
und dann getötet i. J. 2S()/899. 

Fihrist 261, b. ab! Usaibi'a I 214 5. Wüst. Ärzte 80, Ledere I 294. 
Von seinen zahlreichen Schriften ist nichts erhalten. 

4. Abil Nasr M. b. M. b. Tarliän b. Uzlag al Färäbi 
war aus einer türkischen Familie in Färäb in Mäwarä' annahr 
geboren. Er begab sich nach Bagdad und machte dort medi- 
zinische, mathematische und besonders philosophische Studien. 
Dann ging er nach Halab an den Hof des Hamdäniden Saifed- 
daula und führte dort ein vom Getriebe der grossen Welt 
zurückgezogenes beschauliches Dasein. Er starb i. J. 339/950 
in Damascus, als er seinen Fürsten auf einer Reise beglei- 
tete. Seine schriftstellerische Thätigkeit war eine sehr 
fruchtbare; da er sich aber nur selten zu systematischer 
Darstellung aufschwang und meist nur einzelne Gedanken- 
reihen in aphoristischer Form vorlegte, da er sich zudem 
um die Schicksale seiner Geisteskinder nur wenig küm- 
merte, 80 war es schon bald nach seinem Tode nicht 
leicht, eine genaue Übersicht seiner Schriften zu gewinnen. 



Die islamische Litteratur in arabischer Spruche. 211 

Viele seiner Schriften wurden, wie es scheint, durch die seines 
Nachfolgers b. Sinä aus dem litterarischen Verkehr verdrängt. 
Aber schon die noch erhaltenen Werke des Mannes werden, wenn 
sU einmal zugänglich, wohl genügen, seine philosophische Be- 
deutung in volles Licht zu setzen; das wenige, was bisher 
davon gedruckt ist, reicht schon hin, uns mit Bewunderung für 
die Klarheit seiner Darstellung und die meisterhafte Beherrschung 
der Sprache zu erfüllen, umsomehr, wenn wir bedenken, dass 
ihm, dem Türken, das Arabische von Hause aus fremd war. 

Ihn abi Usaibi'a II 134—45, J. Hall. 677 (Wüst.) nr. 716. Wüst. 
Arzte 105, Ledere I 389. M. Steinschneider ^) AI F&räbl, des arabischen 
Philosophen, Leben und Schriften, St. P^tersbourg 1869. M6m. de PAc. 
imp. des sciences de St. P^t. VII »erie t. XIll n. 4. AI F&rftbVs philo- 
sophische Abhandlungen hsgb. v. Fr. Dieterici Leiden 1890. A. Logik: 

1. Einleitung in die Logik hebr. Übers. Münch. 307, Steinschn. p. 13 n. 2. 

2. fu^ül juhfägu ilaihä fi sanä'af alnianfiq Paris hebr. a.f.303, hebr. Übers. 
Steinsehn. p. I33. 3. Compendium der Logik hebr. Paris a. f. 333, Orel 107. 
4. k. ta'llq Isagogi 'alä Porphyrius Bodl. I 457 dazu ta*ftliq v.Abü Bekr M. 
b. Jahjft b. as SA'ig b. Bägga f 525,1131, Escur.'6122. 5. Kategorien Escur.* 
612i, hebr. Münch. 307. 6. Comt. zu Aristoteles ,tfoi Sg/irfveiag HH 1606, 
dazu Glossen y. b. Bägga (?) Escur.* 612s, Auszug aus dems. ib. 4. 

7. k. ft 7 qijaH Analytica priora Escur.* 612», hebr. Übers, bei Steinschn. 
p. 30, dazu vielleicht Corot, v. b. Bftgga irtijäd ß k. at ta^lil Escur.* 612«. 

8. Analytica posteriora al qaul ft iarä*it al jaqin mit hebr. Buchstaben 
Paris hebr. a. f. 303, hebr. Übers, ib. 383, dazu Comt. v. b. B&gga 
kaläm 'alä auwal k. alhurhän Escur.^ 61 2?, qaul f% k. al burhän ib. 8. 

9. Topik hebr. Übers. Steinschn. p. 54. 10. Compendium der Sophistik, 
hebr. Übers. Steinschn. p. 56, Comt. v. *Imädeddin al Mar&kesi E8cur.^627. 
11. Declaratio compendiosa supra libris rhetoricorum Aristotilis (sie) 
Yenet. 1484. Rhetorica Aristotelis cum fundatissimi artium et theologiae 
doctoris Egidij de Roma loculentissimis Commentariis nunc primum in 
lucem editis: necnon Alpharabij compendiosa declaratione. Addita ejusdem 
Aristotelis poetica cum magni Averroys in eamdem summa: novissime 
recognita, cunctisque erroribus castigata Yenet. 1515 vgl. A. Nagy 
Notizie intorno alla retorica d' AI F&rAbl Rdc. Lincei 1893 II p. 684—91. 

B. Ethik und Politik. 1. k. al alfäz al iflätiimje wataqtcim as 
füjäsa al midükije wal al^ldq (fehlt bei Steinschn.) AS 2820—22. 2. talJ^t§ 
natcänüs Iflätün Leid. 1429. 3. at tanlnh ^alä salnl as sa^äda oder 
einfach r. as sa^äda Berl. 5034, Br. Mus. 425 lOf hebr. Steinsoh. 158i. 

^) Dem wir in der Aufzählung der Werke folgen, die Kontrolle 
seiner Angabe nach den Katalogen ergab einige Abweichungen besonders 
in den Zahlen. 

14* 



•J12 2. Buch. 

4. k. sijäaet cd medine Br. Mus. 425,,, Leyd. 1430 =i k. mabädi ^Imau- 
yndät de Jong 113, begonnen in Bagdad, beendet 334 in Dama8cu8, 
revidiert 337 in Kairo, hebr. Übers. Sefer hatehiUöt hannimB&*5t im 
Almanach 8^fer hA'ftsif London 5610 (1850). Steinschn. 158,. 5. k. ft 
mabädi ärä* ahl al madina cd fädila Br. Mus. 725,, Bodl. I 102s: 
Alf. Abhandlung über den Musterstaat nach Lond. u. Oxf. Hds., hsgb. 
V. Fr. Dieterici Leyden 1895. 6. k. al tnilla al fädila wohl Leyd. 1931, 
ohne Titel, im Cat. falsch bestimmt, vgl. Steinschneider p. 70. 7. Fuf%Ll 
Aphorismen, coUectio sententiarum variorum ad regimen politioum spec- 
tantium Bodl. I 102 4, hebr. Übers. Steinschn. 158. 8. GateämV as sijar 
al mardije fi ^qtinä* al fadä^il al insije Leid. 1932. 

C. Mathematik, Astrologie, Alchemie, Mantik, Musik. 1. Comt. zu 
Euclid, zur Einleitung des I. u. Y. Buches, hebr., Münch. 36, 290. 
2. r. fi mä ja^ihhu wamä latn jasihhi min ahkäm an nugüm ed. Diete- 
rici p. 104—114. 3. /C wugüh sanä^at al kimijä (as sanä^a) Leid. 1270, 
Berl. 4178. 4. k. fi ^ilm al mizäg Landberg Brill 484. 5. al maqälät 
ar rafVe ß u§ül *ilm at fabVe ib. 570. 6. buyjal al ämäl ft fanä^at 
ar ramal wafaqirtm alalkäl Bodl. 1 956 = k. al hijal ar rühän^e 
tcal asrär af tab^ije ft daqä*iq cd aSkäl al handafdje üp» 324, Qeo- 
mantik, schwerlich echt, weil von keinem seiner Biographen erwfthnt. 
7. k, i§fuqifiät *ilm al müstqi Escur.^ 906 cf. Andres Origini e pro- 
gressi d'ogni lettere IV 259-60. 8. k. al mfm^ Leid. 1423 (= Ambro». 
289?) vgl. Kosegarten Praefatio ad librum cantilenarum 35 — 78 und 
ZKM Y 151 (f., daraus bes. 9. almudfyd fi 7 müfnqi Rftgib 876, Köpr. 
953, HH YII 318 n. 736, 400 n. 659, 453 n. 873, 510 n. 946. 

D. Yerschiedenes. 1. k, ih§ä al ^ulüm Aufzählung der Wissen- 
schaften Escur.^ 643, '646« lat. und hebr. Übers. Steinschn. I594. 2. de 
ortu scientiarum lat. Paris a. f. 6298 Bodl. (Cat. Mss. Angl. I 173 n. 
5623i, zw. f. 173 — 87? Steinschn. p. 89. 3. k. "ujün al masäHl ed. 
Schmuelders documenta philisophiae Arabum Bonnae 1836 p. 24 — 34, 
Dieterici p. 56 — 66, hebr. Steinschn. I6O5. 4. maqäla fi tna^dt^ oTaql 
ed. Dieterici p. 39—48, hebr. Steinschn. I6I7. 5. /t "nnafs BodL I 980, 
cf. II 605 hebr. Übers. Steinsch. 162«. 6. Ta'Uqät Notizen Br. Mus. 421«. 

7. r. al fu§ü§ fi *lhikma (fusü^ al hikam) ed. Dieterici p. 66 — 82. 

8. r. fi gawäb masä^il nu'ila 'anM ed. Dieterici p. 83 — 103*). 9. Alfara- 
bius de tempore Cat. Mss. Angl. II p. 202 nr. 6605. 

E. Schriften über Aristoteles: a) Einleitung: 1. r. f^mä janbagji an 
juqaddama qabla ta'allum al falsafa ed. Schmoelders p. 3 — 10 
Dieterici 49—55, hebr. Steinschn. 160,. 6. k. al gam'^ baina ra*jai cU 
hakimain Ifläfün al ilähi wa ÄriHfüfälis ed. Dieterici p. 1 — 33. b) Ein- 
zelne Schriften: 1. r. fi agräd mä ba^d at tabV.a (ß ajräd al haMm 

*) Die von Steinschn. p. 112 nr. 15 angeführte Schrift ist von 
Behmenj&r b. al Marzubftn verf., von Poper, Leipz. 1851 hsgb. (cit 
V. Steinschn. selbst p. 37 n. 44!) vgl. Dieterici p. XII. 



Die isl&mische Litteratur in arabischer Sprache. 213 

/i kull tnaqäla min dl k, al mauaüm bilhurüf) ed. Dieterici p. 34—38. 
2. r. ft ''Talam al dld Comt. (nicht Übers, wie Ahlw. angiebt) zu einer 
Abhandlung von Zeno dem Älteren, Schuler des Aristoteles Berl. 5123. 

5. Die orthodoxe Reaktion unter dem Chalifen al Muta- 
wakkil, die auf dogmatischem Gebiete die freie Entwicklung 
der Mu'tazila gehemmt hatte, erwies sich naturlich auch 
der Philosophie wenig förderlich. Es waren immer nur einzelne 
auserlesene Geister, die sich unter dem Schutze aufgeklärter 
Fürsten ihren Studien widmen konnten. Als nun aber i. J. 
334/945 das persische Fürstenhaus der Büjiden in Bagdad 
einzog und damit in der Hauptstadt selbst den Chalifen den 
letzten Rest weltlicher Macht entriss, da schien auch der 
Bann der starren Orthodoxie, der die Geister in Fesseln ge- 
schlagen hatte, für einige Zeit gebrochen. Denn die Büjiden 
bekannten sich zur Si^a und hatten also kein Interesse daran, 
der sunnitischen Orthodoxie Inquisitionsdienste zu leisten. Jetzt 
konnte man auch daran denken, die Ergebnisse der philo- 
sophischen Forschung, die man bis dahin vor der Menge 
ängstlich hatte hüten müssen, in weiteren Kreisen zu ver- 
breiten. Dies war das Ziel einer Anzahl philosophisch ge- 
bildeter und freisinniger Männer, die sich um die Mitte des 
4. Jahrb. in Basra zusammenthaten. Dort waren derartige 
Conventikel von Freigeistern nichts eben Neues, wissen wir 
doch, dass der Dichter Bessär b. Burd (s. o. p. 78) gleichfalls 
einem solchen angehörte. Diese neue philosophische Gesell- 
schaft nannte sich Ihwän assafä, die lauteren Brüder.^) Unter 
den Mitgliedern werden uns genannt Abu Sulaimän M. b. 
Musir al Busti, al Muqaddasi, Abu '1 Hasan 'Ali b. Härün 
(oder Zahrün) az Zangäni, M. b. A. an Nahragüri (Mihragäni), 
al 'Aufi vielleicht auch Zaid b. Rifä'a. Ob diese Gesellschaft 
jemals die feste Organisation, die in einem ihrer Send- 
schreiben vorgeschlagen wird, hat durchführen können, ist 
fraglich; noch zweifelhafter ist, ob es ihr jemals gelungen 
ist, sich über Basra hinaus zu verbreiten. Wir wissen zwar^ 
dass Zaid b. Rifä*a i. J. 373/983 in Bagdad war, aber dass 
er dort eine Filiale seines Bundes gegründet, wird nicht be- 

») Vgl. Flügel ZDMG 13, 2 n. 1. 



214 2. Buch. 

richtet. Die praktische Durchführung ihrer Ideeu scheiterte 
bei den lauteren Brüdern, abgesehen von der Ungunst der 
Zeitverhältnisse, hauptsächlich an dem Mangel eines führen- 
den Geistes. Desto grösser aber war der Erfolg, den ihre 
Schriften, die Rasa il Ihwän as Safä erzielten. Es sind 51 
Traktate, deren Verfasser im einzelnen unbekannt sind. Sie 
behandeln alle Gebiete der philosophischen und naturwissen- 
schaftlichen Forschung ihrer Zeit. Sie sind durchaus populär 
gehalten, entbehren jeder Originalität und vermeiden es, in 
irgend ein Problem tiefer einzudringen. Aber eben deswegen 
waren sie auch in späterer Zeit noch ausserordentlich beliebt 
und als naturwissenschaftlich philosophische Encyklopädie weit 
verbreitet. Nach Spanien brachte dieselben der Mathematiker 
Abu '1 Qäsim Maslama b. A. al Magriti (aus Madrid) f 395/ 
1004, als er von seiner Studienreise in den Orient zurück- 
kehrte; daher wird er in einigen Hdss. geradezu als der Ver- 
fasser des Werkes genannt. Andere berichten dasselbe freilich 
erst von seinem Schüler al Kirmäni f 458/10()f). 

K. Nauwerk, Notiz über das arab. Buch tuhfat ihwftn assafä d. h. 
Gabe der aufrichtigen Freunde nebst Probe desselben arab. und deutsch 
Berlin 1837, Flügel ZDMG 13, 1 ff., Gosche Abh. d. Berl. Akad. 1858 
8. 240, Lecierc I 393, Dieterici ZDMG 18, 691, M. Cantor, Vorl. über 
Gesch. d. Math. 1 633—636. A. Müller in Ersch.u. Grubers Encycl. Sect. II 
Bd. 42 S. 272—7. E. Hungerford, the arabian Brothers of Purity An- 
dower Review 1888 Nov. S. 281—93. Fr. Dieterici, Die Propädeutik der 
Araber Leipzig 1865, Logik u. Psychologie d. A. 1868, Naturwissenschaft 
d. A. IL Aufl. 1878, Anthropologie d. Ar. 1871, die Lehre von der Welt- 
seele bei d. Ar. 1873. Die Philosophie d. Ar. im X. Jahrb.: a) Makro- 
kosmus Leipzig 1876, b) Mikrokosmus 1879. Darwinismus im X. und 
XIX. Jahrh. 1878. Hdss. bei Pertsch Gotha nr. 157 dazu Paris 2303—9, 
BerL 5035-42, Ind. Off. 474, Pet. Ros. 194. Ausgaben BO I 1344 6, 
II 1011/2, 4668-70. Die Abhh. der IhwAn es Safä in Auswahl arab. 
hsg. von Fr. Dieterici Leipzig 1883, vgL A. Müller GGA 1884 S. 953—70. 
Ders., Der Streit zwischen Mensch und Tier Berlin 1858, vollst. 4 Bde. 
Bombay 1303—6, vol. I Kairo 1306, Ekhwän us SafA Ed. by Maulvi 
Walayet Hosain Calcutta 1888 (Streit zw, Mensch u. Tier OB IV 3633.) 
Türk. Übers, v. LAmi'i k. mraf al iiiHnn Par. turc. 157, SGerm. 342, 
546, Wien 436, Ups. 480, Ambros. 192. Ikhw&n us SafA translated from 
the Arabic into HindustAni bv Maulwi Ali a new edition revi.'^ed and 
corr. bv Duncan Forbes and Chr. Rieu London 1861. 



Die inlämiHche Litteratur in arabischer Sprache. 215 

18. Kapitel. Die Mathematik. 

LPEA Sedillot Mat^riaux pour servir k Phistoire eompar^e de» 
bciences math6matique8 chez les Grecs et le8 orientaux 2 Bde. Paris 1845, 
1849. M. Cantor, Vorlesungen über Geschichte der Mathematik Bd. I 
Leipzig 1880 p. 593-700. 

Das Studium der mathematischen Wissejaschaften ist bei 
den Arabern von zwei Seiten zugleich beeinflusst worden. 
Während die Geometrie ausschliesslich auf griechischen Quellen, 
besonders auf £uklid, beruht, ist für die Arithmetik das Vor- 
bild indischer Wissenschaft unverkennbar. Alle Fortschritte, 
die die Araber auf diesem Gebiet über die Leistungen der 
klassischen Völker hinaus machen konnten, verdanken sie in 
erster Linie dem indischen Ziffernsystem. ^) Dasselbe erscheint 
allerdings im Osten und im Westen in so verschiedener 
Gestalt, dass man nicht umhin kann, mit Wöpcke (JAP 
18G3 I (>1— 79, 514—529) für beide Gebiete verschiedene 
Quellen anzunehmen. Nun wissen wir aber, dass die indischen 
Zahlzeichen sich schon im "2, Jahrh. n. Chr. von Alexandrien 
aus bis nach Rom und wohl auch bis nach Westafrika ver- 
breitet haben. Wenn nun die magribinischen Ziffern mit den 
lateinischen Apices grössere Ähnlichkeit zeigen als mit den 
Zeichen der Ostaraber, so wird es äusserst wahrscheinlich, 
dass jene durch alexandrinische Vermittlung, diese in späterer 
Zeit direkt von den Indern entlehnt sind. Aber auch in den 
algebraischen Regeln und Theorien der Araber lassen sich 
Spuren indischen Einflusses nachweisen, wenn auch die 
griechischen Elemente in ihnen durchaus überwiegen. 

1. Der älteste*) Schriftsteller, von dem wir ein mathe- 
matisches Werk besitzen, ist Abu 'Abdallah M. b. Müsä al 

') Woepcke, M^m. sur la propagation des chiffres indiens JAP 1863. 
Über das älteste urkundliche Vorkommen der arabischen (indischen) 
Ziffern aus den J. 260 873 und 275/888, vgl. Karabacek Fahrer 8. 216 ff^ 
WZKM XI p. 13. 

*) Ob al AhwAzl, von dem ein Comt. zur 10. MaqAle des Euklid 
in Berl. 5293, Leid. 967,70, Paris 2467i, sich findet, mit 'AbdalUh b. 
HilM (ca. 165 781) identisch ist, wie Flügel im Index zu HH und danach 
Ahlw. annehmen, ist mindestens sehr zweifelhaft, vgl. Steinschneider 
ZDMG 50, 167. 



2 IG 2. Buch. 

Hwärizmi^), der um das Jahr 205/820 unter dem Chalifat al 
Ma'^mün's blühte. Auf Veranlassung dieses Fürsten verfasste 
er einen Auszug aus dem später noch zu besprechenden in- 
dischen Werk Sindhind und eine Revision der Tafeln des 
Ptolemäus. Besondern Ruhm aber verschafften ihm seine beiden 
Bücher über die Algebra und die Rechenkunst, die, früh ins 
Lateinische übersetzt, auch in Europa bis zum Zeitalter der 
Renaissance für die Arithmetik massgebend blieben. 

Cantor 611 — 629. 1. Muhtamr min hisäb al gabr wäl muqäbala: 
The algebra of Mohammed ben Musa edited and translated by Fr. Rosen 
London 1831 vgl. A. Harre Partie g^om&trique de TAlg^bre par Abou 
Abdallah M. b. M. in NouveUes Annales des Mathematiques Y (1846) 
p. 557 — 570 und in Annali di matematica pura ed applicata t. Yll 
(Roma 1866). 2. Algoritmi de numero Indorum (aus einer Hds. in Cam- 
bridge) in Trattati d^aritmetica ed. Bald. Boncompagni Heft I. 3. Die 
astronomischen Tafeln ins lat. übers, y. Atelhard von Bath ca. 1120, 
vgl. Cantor, Mathematische Beiträge zum Culturleben der Völker Halle 
1863 p. 268/9.*) 

2. Die drei Söhne des Müsä b. Säkir M., der i. J. 259/ 
^72 starb, A. und al Hasan lebten gleichfalls am Hofe al 
Ma'muns und verfassten gemeinschaftlich eine grosse Anzahl 
mathematischer, astronomischer und technischer Schriften. 

Fih. 271, — ,3, J. Hall. 679, M. Steinschneider, Die Sohne des Musa 
b. Schakir (Bibliographie der ihnen beigelegten Schriften) Bibl. Math. 
1887, S. 71 ff., 44 ff. 1. Liber trium fratrum de geometria lat. ed. 
M. Curtze in Nova acta d. kais. Leop. Carol. deutschen Akad. d. Natur- 
forscher Bd. 49, S. 109 — 67. 2. ma*^ri/et masähat al ahkäl al bäsitje 
walkunje Ausdehnung der ebenen und kreisförmigen Figuren HH Y 12414, 
10481, Berl. 5938, Paris 2467,. 3. k. al hijal Kunststücke, z. B. einen 
Becher so einzurichten, dass, wenn er voll Wasser ist, und man noch 
einen Tropfen zugiesst, alles Wasser herausläuft, oder einen Wasser- 

*) Aus diesem Namen, der in einer lat. Übersetzung in den Trattati 
d^aritmetica ed. Boncompagni Heft I als Algoritmi erscheint, ist die 
Bezeichnung Algoritmus für ein zur Regel gewordenes Rechnungsver- 
fahren entstanden, vgl. Reinaud M6m. sur Plnde p. 303 (der die lat. 
Übers, noch nicht kannte). 

^ Mit al HwArizmi den Abu Ga*far al HAzin M. b. Müsft, der 
wahrscheinlich dem 4. Jahrh. angehört, und von dem sich eine Erklärung 
des Anfangs der 10. Maqäle des EucUd Berl. 5924, Leid. 968, Paris 
2467] 7 findet, zu identificieren, wie Ahlw. thut, liegt kein Grund vor, 
Tgl. Steinschneider, ZDMQ 50, 166, Euklid bei den Arabern p. 89. 



Die i^lAmische Litteratur in arabischer Sprache. 217 

behälter in der Nähe eines Flusses herzurichten, der stets voll Wasser 
ist und nicht zu noch abnimmt Berl. 5562. 

3. Der bedeutendste Mathematiker dieser Periode war 
Abu 1 Hasan Täbit b. Qorra as Säbi. Er war i. J. 221/836 
in Harrän geboren und ein Mitglied der dort ansässigen Sekte 
der Säbier. Nachdem er anfangs das Geschäft eines Geld- 
wechslers betrieben hatte, wandte er sich später nach Bagdad 
und vertiefte sich in das Studium der Philosophie und der 
Mathematik. Als er nun wieder in seine Vaterstadt zurück- 
kehrte, geriet er mit seinen Glaubensgenossen in einen dog- 
matischen Streit, der seine Exkommunikation zur Folge hatte. 
Infolgedessen ging er zunächst nach Kafartütä; dort machte 
er die Bekanntschaft des M. b. Müsä, der ihn mit nach Bagdad 
nahm und bei al Mu'tadid einführte. Seitdem lebte er aus- 
schliesslich den Wissenschaften und verfasste zahlreiche Be- 
arbeitungen griechischer Werke und selbständige medizinische 
und mathematische Schriften; er erwarb sich ein besonderes 
Verdienst um die Zahlentheorie durch seine Beschäftigung 
mit dem Problem der befreundeten Zahlen. Er starb am 6 Safar 
2:S8/1S Febr. 901. 

J. Hall. 125, b. abi Usaibi'a I 215. Wüst. Arzte n. 81, Chwolsohn, 
Die Süabier I 546-567. Woepcke, Notice «ur une th^orie ajout6e par 
ThAbit ben Korrah k Tarithm^tique sp^culative des Grecs JAP 1852 II 
420 — 429. 1. Übersetzungen und Bearbeitungen griechischer Werke Stein- 
schneider Index, ZDMG 50, 409. Das 5. Buch der Conica des Apollonius 
von Perga in der arab. Übers, d. Thabit Ibn Corrah hsgb., ins Deutsche 
ilbertr. mit einer Einl. v. L. Nix Leipzig 1889. 2. Selbständige Werke: 
1. k, ar rauda fi ^ttibb über den Puls und die Ursachen, Symptome und 
Heilmittel einzelner Krankheiten Bodl. I 574 *); 2. gawämi*^ min k. Cro/t- 
nÜ8 /f 'ddiibül Bodl. I 579,; 3. r. ß fawallud al ha§dt über Blasen- 
und Nierenstein Berl. 6358; 4. de horometria Escur.* 955; 5. de descriptione 
trianguli rectilinei Escur.* 955g ; 6. ft'Siakl al qatW wanniaba al mu- 
^allafa über die Secanten und die Proportion de ratione composita Berl. 
5940 (Frgm.) Bodl. II 279», Paris 2467,,, 2457,7, Escur.» 967,, Alger 
1446), hebr. Steinschn. 368; 7. k. al mafrüdät über datorum s. deter- 
minatorum redigiert von at Tüsl (f 6721273) Berl. 5939, Paris 2467,, 
Bjdl. I 875,4, 895,0, 960,, Flor. Med. 273, Ind. Off. 743, Kairo V 200, 



*) Schwerlich mit Recht wird ihm der aus dem Pers. übersetzte 
Tractat über Pferdekrankheiten, Paris 2710], zugeschrieben. Wüst. nr. 2. 



218 2. Buch. 

Leid. 1029, cf. Steinschneider ZDMG 50, 171; 8. de cylindris et conis Bodl. 
hebr. 433; 9. /*f 7 qarastün Theorie der Goldwage Berl. 6023, Ind. Off. 
"^^7-, vgl. Steinschneider 172; 10. r. fi sanat ah iams bil arsäd Ind. 
Off. 734 cf. Escur.» I 390j, ; 11. k. fi ibtä' al haraka fi fulk al 
burüg wasur'atha bihasb al mawädi*^ allati fakün fihä min al fulk al 
l^ärig al murrakkan Paris 2457i2; 12. k. ft ta*lif an nasab ib. 15; 
13. fi masähat al mugassamät al mukäfija ib. 24; 14. fi qat* al mahrüt 
alladi jusammä 7 mukäfi ib. 25; 15. fi anna 7 liattain idä f^aragä 
'alä zäwijafain qä'imatain iltaqajä ib. 32; 16. fi ^stihräg al a^däd al 
mutahäbba bisuhülat al maslak ilä dälika ib. 38, vgl. Woepcke 1. 1.; 
17. r. ilä *bni Wahb fi ^tta*atti bistif^räg *^amal al masäHl al handasnje 
ib. 43; 18. qismat azzäwija al mustaqima bitaläl aqsäm mutasateije 
ib. 45; 19. masäHl allati sa^ala ^anhä Abu Müsä 'AH b. Asad Br. Mus. 
426,; 20. ß hinab ru^jet al ahilla ib. 13; 21. r. /"f kaif janbagi an jus- 
laka ilä yiail al maflüb fi 7 ma^äiii 7 handasije Kairo V 200; 22. k. 
ar raträbV li I/lätün mit Comt. von Abu 1 *AbbAs A. b. al Husain b. 
Gih&r Boht&r, welcher diesen im Gespräch dem T. b. Q. mitteilte, worauf 
dieser ihn niederschrieb. Bald werden A. u. T. miteinander sprechend 
angeführt, dann spricht wieder PI. und wird von A. comt. Es zerfällt 
in 4 Kapitel und beschäftigt sich mit den 4 Substanzen, den zusammen- 
gesetzten, geschiedenen, einzelnen und einfachen. Einen Hauptteil 
machen Betrachtungen aus über die intellectuelle Kraft des Menschen, 
über die Natur des Verstandes, auch über die Funktionen der Seele 
und des Gefühlr». Von dem Weltsystem, dem Wirken der Ursachen 
und Kräfte, von der Erde und dem, was sie enthält, wird viel gesprochen. 
Daneben werden auch alchemistische Fragen aufgeworfen, doch macht 
deren Beantwortung nicht den Hauptzweck aus. Münch. 649, Leid. 1431, 
Steinschn. Übers. 13^, lat. Übers, liber quartorum cum comt. im Theatr. 
chym. Seine syr. Werke s. bei Assemani BO II 317. 

4. Sein Sohn Abu Sa'id Sinän b. Täbit b. Qorra war 
Leibarzt der Chalifen al Muqtadir und al Qähir, die ihn durch 
Drohungen zwangen den Islam anzunehmen. Als die Chalifen 
nichtsdestoweniger fortfuhren ihn schlecht zu behandeln, floh 
er nach Horäsän. Später kehrte er aber nach Bagdad zurück 
und starb dort i. J. 331/942. 

I. abl üsaibi'a I 220, Chwolsohn I 569—77, Wüst. Ärzte 83, Gesch. 
109, Ledere I 365. Von seinen historischen und mathematischen Werken 
ist nichts erhalten. 

5. Dessen Sohn Ibrähira f 335/946 ist als mathematischer 
Schriftsteller bekannt. 

Ibn abi üsaibi'a I 266, Chwolsohn I 577. 1. fi masähat qaf al 
maß^i-üt al mukäß (oder f, m. alqäi* alm.) Messung von Parabeln Paris 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 219 

2457,,, Ind. Off. 767,, Br. Mus. II 444, Kairo V 208. 2. maqäla f% taHq 
at tahHb wattarJäh f% 'l masä^il al handasije Paris 2457, Kairo Y 200, 
vgl. Woepcke, M6m. pr^sent^s par divers savants k Pacad^mie des 
Sciences t. XIY. 3. maqäla f% rasm al quW at taläta Br. Mus. 975s.*) 

6. Die Lebensumstände des Abu Sa'id Gäbir b. Ibrahim 
as Säbi sind nicht genau bekannt jedenfalls gehört er dem 
4. Jahrh. an. 

k, idäh al hiirhän *alä hisäb al J^ala^ain Leid. 1004, Bodl. I 913, 
Glossen dazu Leid. 1005. 

7. Dasselbe gilt von Abu Sa'id A. b. M. b. 'Abdalgalil 
as Sigazi, von dessen Werken uns ziemlich viel er- 
halten ist. 

\. r, fi wasf al qutü* al maJ^rutijät Leid. 995. 2. fi qisniet azzä- 
wija al mustaqimet al J^attain bitalälat aqsäm mutasäitnje Leid. 996, 
vgl. Woepcke TAlgfebre d'Omar al Khayyamj p. 117 ff. 3. ft tahpl iqä* 
an nisba al niu*allaf'a al Unai *aSara ft ^ihakl al qattä' al musatiah 
bitargama wähida wakaifijet al a§l alladi tatatcallad minhü hädihi 
*l wugüh verf. i. J. 889/999 Leid. 997, 4. Über ein Problem aus dem 
IV. Buche der Conica de» ApoUonius von Perga Leid. 998. 5. r. fi 
mrCat äla tu^raf b^hä al ab*äd wa 'amal hädihi 7 äla Leid. 999. 
6. tabat barähtn ba^d alkäl k. Euklides Ind. Off. 734, 4. 7. dalä*il ft 
Slm ahkäm an 7iugüm Astrologie Br. Mus. 415g. 8. al qawänin allatt 
jasta'miluhä 7 munaggim fi ^stinbät al qadä* min an nugüm ib. 9. 
9. Astrologische Abhandlungen über die Methode zur Berechnung der 
Oetreidepreise ib. 10. 

H. Abu Bekr M. b. al Hosain al Karlii widmete dem 
Fahr almulk (f 407/1016 J. Hall. W. nr. 710), Wezir des Büjiden 
Bahä addaula, ein Kompendium der Arithmetik. 

k. (al Fafirt) al käfi fi 'Um al hisäb Goth. 1474, Paris 2459,, 
Köpr. 950, vgl. Extrait du Fakhri trait6 d^alg^bre par Abou Bekr M. al 
Hayan AI Karkhi pr6c. d^un memoire sur Palg^bre ind^termin^e ches 
les Arabes par F. Woepcke Paris 1853. AI K&fl ft 1 His&b des A. B. 
M. b. al H. al K. nach der auf der Herzogl. Gothaischen Schlossbibliothek 
befindl. Hds. übers, v. A. Hochheim Halle a. S. I 1878, II 1879, 
III 1880. 4^ 



*) Von einem Zeitgenossen Nagmeddln Abu '1 Futüh A. b. M. b. 
as Sari ist Leid. 1006 die Behandlung zweier geometrischer Probleme 
erhalten. 



220 2- Bu^h. 



14. Kapitel. Astronomie und Astrologie. 

Delambre Histoire de Tastronomie au moyen &ge Paris 1819. 

Wie auf dem Gebiete der Mathematik .so wurden die 
Araber auch auf dem der Astronomie nicht nur von der 
griechischen, sondern gleichzeitig oder vielleicht sogar noch 
etwas früher von der indischen Wissenschaft angeregt. Die 
Übersetzung der jueyäkrj ovvra^«; des Ptolemäus, haben wir schon 
oben (p. 203) kennen gelernt. Nach dem Berichte des Ibn al 
Ademi (Casiri I 429, vgl. Steinschneider ZDMG 25, p. 372 
n. 44) brachte i. J. 152/773 ein Inder an den Hof al Mansürs 
ein Werk über Astronomie u. d. T. Sindhind, das er als einen 
Auszug aus der unter dem Könige Figar verfassten Kardaga 
bezeichnete. Darin hat Wöpcke (Recherches 1 58) ein indisches 
Werk Siddhänta erkannt, u. zw. den Brähma-sphuta-siddhänta, 
den Brahmagupta i. J. ()2S unter der Regierung des Königs 
V jiighramuka auf grund der kramajyä's verfasste. AI Mansür 
beauftragte nun den M. b. Ibrahim al Fazäri das Werk ins 
Arabische zu übertragen und aus seiner Übersetzung ver- 
anstaltete dann unter al Ma'mun M. b. Musä al Hwärizmi 
(s. o. p. 21f)) einen Auszug. 

Derselbe Chalif Hess auch auf grund gleichzeitiger Be- 
obachtungen in Bajidad und Dainascus eine Revision der 
astronomischen Tafeln des Ptolemäus vornehmen und einen 
Grad des Meridians ausmessen (Sprenger Ausland 1867 nr. 50). 
So gelang es den Arabern, durch selbständige Forschungen 
ihre Lehrmeister, die Griechen und die Inder, beträchtlich zu 
überholen. Natürlich verband sich aber mit dem rein wissen- 
schaftlichen Interesse für die Astronomie stets auch das aber- 
gläubische für die Astrologie, die als die praktische Anwendung 
jener galt, und ihr besonders Popularität und Fürstengunst 
zuwandte. ^) 



^) Das dem *alidischen Im&m OA^far as S&diq b. M. al BAqir 
t 148,765 zugeschriebene astrologische Buch k. al gafr Br. Mus. 426,o 
ist natürlich ein späteres Machwerk, vgl. Steinschneider ZDMG 18, 120n. 
Zur pseudepigraph. Litteratur p. 71. 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 221 

1. Astrologischen Inhalts ist gleich das älteste hier an- 
zuführende Werk des Abu elüsuf Ja'qüb b. *Ali al Qarsi al 
Qarsaräni (al Qasräni) der um d. J. 200 blühte. 

k. bima*rifat al masä^il wal nia*äni Astrologie in populärer Be- 
handlung in 12 Kapiteln nach den 12 Tierkreisbildem, vgl. HU Y 11907, 
Berl. 5877, Auszug von seinem Zeitgenossen 'Omar b. al Farh&n at Ta- 
bar! ib. 5878,9. 

2. Gleichzeitig oder etwas später blühte A. b. M. b. 
Ketir al Fargäni, über dessen Lebensumstände leider nichts 
näheres bekannt ist. 

Aba 1 MahAsin I 742, b. abi Usaibi*a I 207 berichten, dass er 
i. J. 247/861 einen neuen Nilmesser in Ägypten gebaut habe. 1. k, ji 
harakät assamäwije wagatcämi* *ilm an nugüm Bodl. I 879, Jong 110: 
Mis f. Ketiri Ferganensis, qui vulgo Alfraganus dicitur, Elementa 
Astronomica ar. et lat. opera S. Golii Amsteldami 1669, vgl. Woepcke 
JAP s. Y t. 19 p. 114ff., Steinschneider ZDMG 18, 148, hebr. Steinschn. 343. 
2. al kämil fi 7 astarläb Berl. 5790 — 2. 3. /t §an*af al astarläb ib. 3, 
Paris 2546/5. 4. k, al hai'a al fiiful at talätjn ? Paris 2504,, vgl. 
Woepcke, 1. 1. p. 120. 

3. Im Jahre 214/829 schrieb der christliche Astronom 
Ibn Hibintä al munaggim an Nasräni in Bagdad: 

k, al mugnt Astronomie HH Y 654 nr. 12943 (falsch HnbtA) Teil 2 
Manch. 882. 

4. A. b. 'Abdallah al Häsib Habas al Merwezi blühte 
um d. J. 220/835. 

Steinschneider Z. f. Math. X 478, ZDMG 24, 334, Zig astronom. 
Tafeln HH III 6943 (falsch), BerL 5750. 

5. Abu 'Ali al Fjaijät schrieb um d. J. 240/854: 

k, sirr al "amal Astrologie HH Y 11907 Berl. 5876. 

6. Abu Ma'sar Ga'far b. M. b. 'Omar al Balhi, einer 
der grössten Astronomen und Astrologen seiner Zeit, starb in 
Wäsit i. J. 272/885. 

Fih. 277, J. HalL nr. 132. 1. Ar. al ulüf ft hujüt al 'ibädät ein in 
8 Büchern chronologisch nach den 8 Culturvölkern geordnetes corpus 
monumenlorum, vgl. J. Lippert WZKM IX 351 — 8. 2. Ar. al mudf^al ilä 
'Um ahkäm an nugüm Einleitung in die Astrologie in 8 Kapiteln Leid. 
1051, Bodl. II 272, 294, Escur.* 912, hebr. Steinschn. 353,, Auszug Muh- 
ta§ar Paris 2696,, Br. Mus. 4154. 3. Ar. mateäHd arri^äl wan nisä* 
Astrologie in je 12 Abschnitten BerL 5881/2. 4. trait^ des natiTit^s (echt?) 



222 2. Buch. 

Paris 2586/7 = al qaul ß"n numüdärät Br. Mus. 426;7 ? = Bodl. I 112, ? 
5. k, at tawäW wannuffüm Bodl. I IHj. 6. Ä. *a/a 7 tamäm walkamält 
Wien 1419. 7. A:. qiränät al kawäkib Paris 258O3, Bodl. II 284i. 
8. k. ahkäm tahwtl sim 7 mawältd Paris 2588, Bodl. I 878. 9. k. ihii- 
järät an »rt*a/ Br. Mus. 445ix, hebr. Steinschn. 355. 10. k, an nukat 
Auszüge Bodl. II 286,. j. 11. Ar. as sirr Auszüge ib. 2. 12. Zwölf astro- 
logische Aussprüche Bodl. I 332«. 

7. Abu 1 Qäsim b. Mahfuz al Bagdad i schrieb um 
d. J. 310/922: 

1. Zig astronomische Tafeln Paris 2486. 2. Kompendium über den 
Gebrauch des Astrolabs Br. Mus. 10022«. 

8. M. b. Gäbir b. Sinän al Battäni war als Säbier iu 
Harrän geboren und lebte in Raqqa, wo er während der 
Jahre 269 — 87/882 — 900 die astronomischen Beobachtungen 
anstellte, auf grund deren er seine berühmten Tabellen entwarf. 
Er starb i. J. 317/929 in Qasr al giss, nachdem er in Prozess- 
angelegenheiten eine Reise nach Bagdad gemacht hatte. Mas'üdi 
rechnet ihn zu den berühmtesten Astromen des Islams und 
an seinen Namen, Albategnius, knüpfte sich die Geschichte 
der Einführung der trigonometrischen Funktionen im Abend- 
lande. 

Fih. 279, J. Hall. 680, Chwolsohn, Ssabier I 611 ff., Cantor 632, 
1. islah al miaisti Berl. 5653 dem G&bir b. Aflah zugeschrieben HH 
V 11413. 2. al maqälät al arba*^ fi *lqadä* binnugüm Bearbeitung der 
astrologischen rergdßißXog des Ptolemaeus HH VI 12878, Berl. 5875. 
3. Zig Escur.^ 903 = de scientia stellarum übers, v. Plato Tiburtius, 
Nürnberg 1537, Bologna 1615*). 

9. Küsjär b. Labbän al Gili (oder al Gabali) blühte 
um d. J. 350/961. 

Lelewel, Geographie du Moyen Age I XLYIIl, III, Reinaud Geo- 
graphie d'Aboulfeda I p. CI falsch 459, vgl. Steinschneider ZDMG 24, 375. 

1. az zi§ al §ämi* astronomische Tabellen Berl. 5751, Leid. 1054, Auszug 
ib. 1055, vgl. Ideler Handbuch der Chronologie II 623—33, die Tabellen 
der Länge und Breite bei Lelewel I 178 ff.; pers. Übers, v. 'Omar b. 
Abi fÄlib al Munaggim at Tibrizl, verf. i. J. 483/1090, Leid. 1056. 

2. k. al mudl^al ft ^anä'at ahkäm annugüm HH V 11695, 11465, 



^) Um das Jahr 300/912 schrieb A. b. Jüsuf K&tib ll Tülün einen 
Comt. zu dem k, attamara d. i. dem Gentiloquium des Ptolemaeus Berl. 5874, 
Pet. Rosen 191 Tgl. Steinschneider ZDMG 50, 212. 



Die iälämioche Litteratur in arabischer Sprache. 2*23 

Berl. 5884, Escur.* 972, Br. Mus. 415, Stewart p. 105 nr. XVI, Auszüge 
Paris 2521. 3. maqäla ß 'Ihisäb HH VI 12691, hebr. u. d. T. Hjjün 
ha 'iqqärim v. Salom b. Josef Anabi Oppenheim 272 Qu. vgl. Stein- 
schneider Z. f. Math. XII 33 vgl. 58, ZDMG 24, 332, hebr. Übers. 352. 
4. k. al aftarläb über das Astrolab Paris 2487, Br. Mus. 415 n. 

10. Abu Nasr al Hasan b. 'Ali al Munaggim al Qummi 
schrieb i. J. 857/9()8: 

k. (alhär^) al mudJ^al ilä Cum) ahkäm an 7iHgüm (wattawäW) 
Einleitung in die Astrologie in 5 Maqäla und 64 Fasl, gewidmet dem 
ßaih Abu 'Amr M. b. Sa"1d b. Merzub&n HH II 1602, V 11680, Berl. 
5661, Paris 2589, Pet. Rosen 186. Ausz. Berl. 5662, Ind. Off. 769«, pers. 
Übers. Berl. 5663, vgl. Steinschneider ZDMG 18, 140, 25, 396. 

11. Abu 1 Hosain 'Abderralimän b. 'Omar as Süfi war 

• • • • 

i. J. 291/904 in Rai geboren, stand als Astronom im Dienste 
des Büjiden 'Adudaddaula Abu Sugä' und starb i. J. 376/986. 

Steinschneider ZDMG 24, 349. 1. k. al kawakib a[ [äbita oder 
^war al kaicäkib gewidmet dem Büjiden *Adudaddaula Fennft Hosrau 
(338—372 949—982) Berl. 5658-60, Paris 2488—92, Br. Mus. 393, Ind. 
Off. 731 2, Havn 83, Pet. Rosen 185, vgl. Caussin de Perceval Not. et 
Kxtr. XII 236 ff., Delambre p. 204: Description des ^toiles fixes par Abd 
al Rahmän al SuH trad. par H. C. F. C. Schelljerup St. Petersburg 1874. 
2. k. al mnhdal ft 7 ahkäm Astrologie Buch V Ind. Off. 733 = Escur.* 
915? 3. Abhandlung über das Astrolab Pet. Rosen 190«, Paris 2493, 
2498,, Bodl. I 899, vgl. Dorn, Drei astronom. Instrumente (St. Peters- 
burg 1865) S. 77—79. Sein Sohn Abu 'Ali schrieb einen metr. Stern- 
katalog, gewidmet dem Fürsten Fahreddin Ooth. 1398, Lee. 56, vgl. 
Steinschn. 1. 1. p. 350. 

12. Abu Sahl Waigan b. Rüstern al Kühi schrieb um 
d. J. 380/990 : 

(Cantor p. 642 ff.) 1. Bemerkungen zu den Elementen Euklids: 
a) zu Buch 1 und 2 Kairo Y 203, b) zu Buch 3 Berl. 5922. 2. Zusätze 
zu Archimedes' Buch über Kugel und Cylinder Paris 958,, Leid. 1001, 
vgl. Woepcke TAlg^bre d'Omar al Khayy&ml p. 55. 3. Über die An- 
fertigung des Astrolabs Leid. 1058. 4. Über den vollkommenen Zirkel 
al barkär attämm Leid. 1059, Kairo V 203. 5. r. ß ^amal diV al mi*- 
Hohba'^ al mutasäwt al adlä" ß 'ddäHra Ind. Off. 7675. 6. tariq ft 
'stif^räg J^attain baina f^attain fa tatawälä ib. 6. 

13. Abu 1 Wafä M. b. M. b. Jahj& al BÜzg&ni war 
i. J. 328/939 in Büzgän bei Nis&bür geboren, kam i. J. 348/959 
nach dem 'Iräq und starb i. J. 381/997. 



'224 2. Buch. 

Fih. 283, J. Hall. 681, Cantor p. 697. 1. k. al migisti eine Nacli- 
ahmung des ptolemaeischen Werke» Paris 2494. S6dillot Mat^riaux 
p. 42 ff., Carra de Vaux JAP s. 8 t. 19 p. 408—71. Ober die Frage, ob 
darin schon die von Tycho de Brahe gemachte Entdeckung der Vari- 
ation enthalten sei s. R. Wolf, Gesch. der Astronomie S. 53 u. 204. 
2. r. fi 7 a'^mäl al handamje AS 2753/4. 3. k. ftmä jahtäg ilaihi 7 
kiiftäb warummäl min *ilm al hinab Leid. 993, Kairo V 185 = k. al 
ynanäzil fi 7 hisäb Escur.* 1 433, vgl. Woepcke JAP s. 5 t. 5 (1855) 
p. 243 ff. 4. Buch der geometr. Konstruktionen, pers. Übersetzung eines 
Vorlesungsheftes (= nr. 2?), vgl. Woepcke 1. 1. p. 246—51. 5. Methode 
zur Berechnung von Sinustafeln Woepcke JAP 1860 I p. 298 — 99. 

14. Abu '1 Hasan, *Ali b. Abi Sa'id b. 'Abderrahmän b. A. 
b. Juniis b. *Ab(l al aMä as Sadafi war Hofastronom des fäti- 
midischen Chalifen al Häkim (387— 411/996— 1020) in Ägypten 
und starb i. J. 399/lOOS. 

J. Hall. 461, Delambre p. 76 ff. Jourdain Biogr. univ. XXI 159, 
Mehren in Annaler for nord. Oldkynd 1857 p. 25. 1. az zig al häkimx 
sehr umfangreiche astronom. Tafeln, dem li&kim gewidmet, Delambre 
p. 125 ff., CauBsin in Not. et Extr. VII 16- 240, Leid. 1057, Paris 2495/6, 
Escur.^ 919fi, Bodl. II 298; Erläuterungen zu Kap. 1 u. 2 Goth. 1401. 
2. k. bulüg al umnije ftmäjatä'allaq bitulü*^ ai ii^rä al jamänija astrolog. 
mit Bezug darauf, in welchem Tierkreisbild der Mond zur Zeit des 
Siriusaufgangs steht Goth. 1459. 3. al gaib astronora. Tabellen Berl. 
5752. 4. k. fUi 'ssamf Zenithtabellen ib. 5753. 

15. Zu Anfang des V. Jahrh. blühte Abu '1 Hasan 'Ali 
b. abi 'r rigäl as Saibäni al kätib al Magribi in Afrika. 

1. Ar. al bäri" fi ahkäm an nugüm Astrologie HH II 4, Br. Mus. 
1347, Ind. Off. 735, Paris 2590, Stewart 104 = Albohazen Haly filii Abou 
ragel libri de judiciis astrorum Basel 1551, vgl. Steinschneider, Zur 
pseudepigraph. Litteratur p. 83, ZDMG 18, 155 ff., hebr. Steinschn. 361. 
2. Gedichte über die Astrologie mit Comt. v. A. b. Hasan al QunfudI 
al Qustanttnt verf. i. J. 774/1372 Br. Mus. 977„. 

16. Abu '1 Qäsim A. b. 'Abdalläli b. 'Omar b. as Saffär 
al Gäfiqi al Andalusi, spanischer Arzt und Mathematiker, 
starb i. J. 426/1034. 

J. BeskuwAl 83. r. al asfarläb wal asmä' al wäqi^a *alaihä Br. 
Mus. 976 (wo der Verf. allerdings M. b. A. b. Abdallah u. s. w. heisst!) 
verf. i. J. 413/1022, das aber verschieden zu sein scheint von dem 
anonymen Bodl. 1 453, der hebr. Übers. Steinschn. 363, ZDMG 18, 123 ; 47, 363. 

17. M. b. Rahiq b. 'Adalkarim schrieb um d. J. 411/1020 
ein astronomisches Werk Berl. 5663. 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 225 



15. Kapitel. Die Geographie. 

F. Wüstenfeld, Die Literatur der Erdbeschreibung bei den Arabern 
in Zeitschr. f. vergl. Erdkunde I, Magdeburg 1842. 

J. Lelewel, Geographie du moyen äge, 4 Bde., Bruxelles 1850— 57. 

M. J. de Goeje, Eenige Mededelingen van de arabische Geographen. 

Ders., Bibliotheca geographorum arabicorum, Bd. 1 — VIII, Leiden 
1870 ff. (cit. BG). 

P. Schwarz, Die ältere geograph. Litteratur der Araber in Hettners 
Geogr. Zeitschr. III (1897) Heft 3. 

1. Die Geographie geht wie alle übrigen exakten Wissen- 
schaften der Araber auf griechische Anregung zurück. Wie 
für die Astronomie der Almagist des Ptolemäus das Grund- 
werk geworden ist, so für diese sein geographisches Werk. 
Dasselbe wurde nach dem Fihrist für al Kindi ins Arab. 
übersetzt und auf dieser Übersetzung wird wohl sein eigenes 
geographisches Werk (s. o. p. 210 nr. 8) beruht haben. Später 
wurde die Übersetzung von Täbit b. Qorra verbessert, aber sie 
ist uns auch in dieser Form nicht mehr erhalten. Wir besitzen 
nur noch ein von M. b. Müsä al llwärizmi i. J. 428/1036 
u. d. T. sürat al ard verfasstes Compendium der Geographie, 
das eine selbständige Nachahmung einer älteren syrischen 
Übersetzung zu sein scheint. 

W. Spitta, Verhandl. des 5. intern. Orientalistencongr. (Berl. 
1882) II 1 p. 19—28, C. Nallino Al-HuwArizmi e il suo rifacimeuto deUa 
geographia de Tolomeo Roma acad. dei Lincei 1895, 4". 23 pg., Stein- 
schneider ZDMG 50, 214. 

2. 'Obaidalläh b. 'Abdallah b. Hordädbeh Abü'IQ&sim 
entstammte einer persischen Familie. Sein Grossvater war 
erst zum Islam übergetreten. Sein Vater war i. J. 201 Statt- 
halter in Tabaristän (Tab. III. 104 ff.). Er selbst wuchs in 
Bagdad auf und genoss dort in Musik und schöner Litteratur 
den Unterricht des Ishäq al Mausili (f 235/849). Später 
war er Postmeister in Gabal (Medien) und schrieb zwischen 
230 u. 234/844 u. 848 wohl in Sämarrä als Beamter des Central- 
postamtes: 

k. al masälik wal mamalik BG VI 1889 ein officielles Routenbuch 
mit genauer Angabe der Stationen, der Postrelais und der Steuersumme 

Brockelmann, Arabiüchfi Litteratargeschichtc. I. 15 



2-i& 8- Buvh. 

j«d»r Provinz, cf. Barbier de Mejrntrd JAP ». VI I. V |i. 3£T IT. B«i Mat^iB 
VllI f)H~100 findL-t »ich eine Rede Tiber <l«n Urapruiig der Hu«k. der Qe- 
sangeskurivt und de» Rhvthmua, die vr in Ocgenirari Ave ChBlifen ■! 
Mu'tnmid bidt. 

3. A. b. abi Ja'qüb b. (üifur b. Walib li. Wii.Iil> hI "Abbäsi 
war ein Urenkel von Wädih, dem bekuuuteu Freigelftssenen 
des Mansür, der trotz Heiner nahten Beziehuugt<n zum 'xhbä- 
Bidisehen Hause und seiner Iiulieii Ämter, der Stattlialter- 
schaft erst in Armenien und Äderbai^äu, danu in Ägypten, 
huinilicli Sfit war und diese seine (iesinnung mit dem Tode 
bitssen musste, als er naeli tieni Treffen bei FaUj dfin 'Aliden 
Idrig <lie Flucht nach dem Maürib erinög;licht hatte. Diese 
pritischen Neigungen erbten wich in seiner Familie fort und 
fanden in seinem Urenkel einen litterarischen Vertreter. 
Dieser lebte hi.s zum Jahre ■2liii>*7.^ in Anneuien und Ijet 
den Tähiriden in Koräsän. Dann ging er nach Indien, voa 
dort uarli Ägypten und dem Magrib und verfasste daseibat 
i. .1. 278 S9l sein geographii^ches Werk. Sein Todesjahr ist 
unbekannt. j 

1. k. al buldiin Dcneripti» al Mii^ribi BO VII \%9i, Vim Buch ian 
Torwiegend tu|iugra])lii»eli, aber auiOi die WirtscIiaft^Kt^odtraphic ist auhMI ' 
eingehend berüe.k»ifibtigt, vur Hllein die ÖtatiBtik dur IJt(!U?r«rtrA,gt). Bo- 
aiindere Sorgfalt Ut auf die Boflchreibiing dt^r grunaen StJLdtta Terwktkdt. 
2. Ibn Wftdhih, qui dititur al Jn'qübl hi><t(>rine ed. H. TU. Houtsm« 
2 vdi. Leideu 1K83. „Obgleich e» eine Ue«L'hiohlu d>^r 'AbbAuden 
heisüt, i^t e» doch eigentlich ein Conipendium der WeJtgcsohirht« in 
Kwei Böeliern, von denen das ersto die ToriulHiniBcha Zeil, da» zweite die 
Oesehichte MohammedB und aeiner Xacbfolgor umfaHnt. Die Einleitung 
int verloren, der Anfang der Ha. fällt mitten in die Oeiteliicllte Adama. 
Nsclieinander werden nun die ieriietitiBchen Geschiehten und die des 
HeBBiaB und der Apoxtel erzfthlt, dann die Sjrer, Inder, QriecheD, 
RGmer, PerBer, die nördUcbeu Völker, die Chinesen, die Ägypter, die 
Berbern, AbeBBinier, Nubier, Bodja und Neger, die Hiugnrilea, di» 
Keiche vun Ohasaftn und Hlra und die altBmbi»ehe GeschieLte Icurs 
behandelt." Der zweite, etwas kürzere Teil behandelt die iBlamUeha 
Geschichte bis zum Jahre 259/ST2. Da» Werk i«t nicht nur aU das 
einzige «ritiache OeBchichttwerk huh filteret Zeit iuleroBsant, Bundem 
trotc seiner Kürze sehr wichtig, da ea anf guten, nllieti Quellen beruht 
nod UUB manche wertvolle Nachrii'bt erhiilii'n luit, v^l. di' Gopje, Ober 
die OeBchiohte der 'AbbAaiden von nl-Jakftbl Travaui de la S*«» ses«. 
du cougr. intern, des Orient. (8t. PfeterBbourg et Leiden 1679) II p. 163 



Die islÄiuische Litteratur in arabischer Sprache. 227 

bis 166. M. Klamrothf Der Auszug aus den Evangelien bei dem arab. 
Historiker Ja*qübi. Festschrift zur Einweihung des Wilhelm -Gymn. in 
Hamburg 1885. Ders. Über, die Auszüge aus griech. Schriftstellern 
bei al Jaqübi ZDMG 41, 415—444. 

4. Abu Bekr A. b. M. b. Ishäq b. al Faqih al Hamadäni 
war in der persischen Stadt Hamadän geboren und verfasste 
bald nach dem Tode des Chalifen al MiAadid (f 289/902): 

k. al buldän BG V 1885; beginnt mit der Bildung der Erde und 
der Meere, Yergleichung der Chinesen und Inder, Beschreibung Arabiens, 
Ägyptens, des Magrib, der Berberei, Syriens, Palästinas, Mesopotamiens, 
des byzantinischen Reiches und des 4r&q, speciell von Kfifa und Ba^ra, 
während Bagdad nicht einmal erwähnt wird. Unter den Quellen des 
Verf. sind die Werke des Gähiz (s. o. p. 152) zu nennen. Das Buch ist 
nur in einem von *Ali b. Ga'far b. A. as Saizari ca. 413/1022 verfassten 
Auszug erhalten. 

5. Abu 'Ali A. b. 'Omar b. Roste schrieb um d. J. 
290/903 in Isfahän u. d. T. al dldq annaßsa, eine Encyclo- 
pädie, deren 7ter Band über Geographie handelt und im 
Br. Mus. 1310 erhalten ist. 

BG VII 1892. Das Werk beginnt mit einem Abschnitt über die 
Wunder des Himmels. Dann weist der Verf. nach, dass die Erde die 
Gestalt einer Kugel habe und im Centrum der Himmelssphäre stehe. 
Darauf handelt er über die Bewegung des Himmels, über das Volumen 
und die Abstände der Sterne. Nachdem er noch über die Grösse der 
Erde im allgemeinen gesprochen, geht er zur speziellen Geographie 
über, die er mit Mekka und Medina beginnt. Dann folgt eine Be- 
Bchreibung der Meere, der Fliisse und der Klimata, eine ausführliche 
Schilderung von Iran und den umliegenden Ländern. 

6. Nach dem Tode des Mu'tadid i. J. 289/902 und 
der Eroberung Bagdads durch die Büjiden i. J. 334/945 
schrieb ein sonst ganz unbekannter Autor Ibn Serapion 
(schwerlich identisch mit dem Arzte gleichen Namens bei 
Wust. nr. 99) eine mit Karten versehene Beschreibung des 
'Iräq insbesondere Bagdads. 

Ibn Serapion Descriptiou of Mesopotamia and Bagdad ed. G. L. 
Strange IRAS 1895 1—76, 255—315. 

7. A. b. Fadian b. 'Abbäs b. Räsid b. Hammäd wurde 
von dem Chalifen al Muqtadir im Safar d. J. 309 /Jun. 921 
als Gesandter an den König der Wolgabulgaren geschickt und 

15* 



228 2. Buch. 

kam dort am 18. Moharram 310/11 Mai 922 au. Nach Bagdad 
zurückgekehrt, beschrieb er seine Reise iu einer Risäla, die 
Jäqüt ziemlich vollständig in sein Werk aufgenommen hat. 

Ihn Foszlans und anderer Araber Berichte über die Russen älterer 
Zeit, Text und Über», etc. v. C. M. Frähn, St. Petersburg 1823. 

8. Abu 1 Farag Qudäma b. Gafar al Kätib al Bagdädi 
f 310/922, verfasste ausser seinem Buch über die Grund- 
steuer, eine Reihe von schönwissenschaftlichen Werken. 

Fih. ISOjo— 7» Nütices sur Codama et ses Berits par M. de Slane JAP 
8. 5 t 20 p. 185 ff. 1. k. al \aräg im Auszug BO VI. Das Buch befasst 
sich sehr eingehend mit den Provinzen des Reichs, der Organisation des 
PostdiensteSf darauf lässt er eine allgemeine geographische Skizze folgen 
und behandelt besonders eingehend die Länder des Islams mit genauer 
Angabe der Provinzial- Einteilung und des Steuerbetrags jedes Landes- 
teils. Hieran reiht er eine Schilderung der benachbarten fremden 
Völker und Länder , dann geht er zur Finanz wirtschafte dem Steuer- 
wesen und dem Verwaltungsrecht über. Eine kurze Geschichte der 
Eroberungen der Araber ist durchweg aus Belädorl abgeschrieben. 
V. Kremer, Kulturgesch. II 427. 2. Ar. naqd annatr al ma^rüf hik. al- 
bajän Stilistik und Rhetorik redigiert von seinem Schüler Abu 'Ab- 
dallah M. b. Aijüb b. M. Escur.* 242. 3. k. naqd aiSVr Poetik ib. 2, gedr. 
Stambul 1301. 

9. Auf Grund des k, al haräg von Qodäma schrieb al 
Gaihäni, Minister am Hofe der Samaniden, zwischen 279 
und 295/892 — 907 ein weit ausfuhrlicheres Werk, das im 
Original verloren ist, vielleicht aber, wie Sprenger Post 
und Reiserouten Abh. f. d. K. M. III 3, p. XVII ver- 
mutet, im Auszuge der Beschreibung Asiens bei Idrisi zu 
Grunde liegt. 

10. Abu Dulaf Mis'ar b. al Muhalhal al Hazragi al 
Janbü'i war in Janbü* bei Mekka geboren und lebte als Dichter 
in Buhärä am Hofe des Sämäniden Nasr b. A. b. Ismä'il 
(301—331/913—942). I. J. 331/942 kam nun an dessen Hof 
die Gesandtschaft eines indischen Fürsten Kalatli b. Sahbar, 
um ein Ehebündnis anzuknüpfen. Auf Veranlassung al 
Gaihänis begleitete Abu Dulaf diese Gesandtschaft auf ihrer 
Rückkehr durch Tibet nach der Residenz ihres Fürsten 
Sadabil und kehrte von dort über Malabar, Coromandel, 
Kaämir, Kabul und Segistän zurück. Nach seiner Heimkehr 



Die ialAmische Litteratur in arabischer Sprache. 2*29 

schrieb er das Werk *ag(fib al buldän, aus dem uns Auszüge 
bei Jäqüt und Qazwini erhalten sind. 

Jattma III 174 — 94. Abu Dolaf Misaris ben Mohalhal de itinere 
Buo asiatico commentarius ed. C. Schldzer, Berlin 1845. 

11. Abil Zaid A. b. Sahl al Ballii war in Sämijist&n 
geboren und neigte sich in seiner Jugend der Sekte der 
Im&miten zu. Um ihre Lehre näher kennen zu lernen, ging 
er nach dem *Iräq. Dort aber wurde er der Schüler al Kindi's 
und wandte sich nun philosophischen und historischen Studien 
zu. Später kehrte er in die Heimat zurück und trat in den 
Dienst des Fürsten von Balh A. b. Sahl b. Häsim al Merwezi 
(t 307/919), der ihn in Stand setzte, sich ein Landgut zu 
kaufen. Um das Jahr 809/921 schrieb er sein geographisches 
Werk und starb i. J. 322/934. 

Fih. 138, Wüst. Ocßch. 117, de Goeje die Istahrt-Balhl Frage 
ZDMG 25 p. 42 ff. 1. k, al alkäl oder §uwar al aqät(m HH IV 7804, 
Berl. 6032 ein geographiBches Werk , in dem die Karten die Hauptsache 
waren. Um d. J. 340/951 verfasste Abu Ish&q Ibr&hlm b. M. al FAriül 
al Istahri eine Neubearbeitung desselben u. d. T. masälik al mamälik, 
in dem er die Beschreibungen erweiterte. BG. I 1870. Eine zweite 
Neubearbeitung veranstaltete i. J. 367 / 977 Abu '1 Qftsim b. Hauqal 
BG II. 2. Initium et ßnes Compendium der allgemeinen Weltgeschichte 
in 23 Capiteln HH 1693 Pet. Dorn 114,. 

12. Abu M. al Hasan b. A. b. Ja'qüb al Hamdäni b. al 
HäMk entstammte einer jemenischen Familie und war von 
glühender Begeisterung für die versunkene Herrlichkeit der 
alten sfidarabischeu Reiche erfüllt, deren Geschichte und 
Archäologie zu erforschen seine Lebensaufgabe bildete. 
Ausserdem leistete er als Astronom und Dichter vorzügliches. 
Über sein äusseres Leben wissen wir wenig mehr, als dass 
er i. J. 334/945 zu San'ä im Gefängnis gestorben ist 

Flügel grarara. Schul. 220. Wüst. Gesch. 110. 1. k. gezirat al 
*arab AI Hamdänr^ Geographie der Arab. Halbinsel. Nach den Hds. 
hsg. V. D. H. Müller, Leiden 1884. A. Sprenger, Versuch einer Kritik 
Ton HamdäntV Beschreibung der arab. Halbinsel ZDMG 45 S. 361—90. 
2. al iklU Berl. 9877 Teil 8 über die Schlösser und Begr&bnisplAtze 
in Jemen HH I 1110, Berl. 6061, vgl. D. H. Müller, Die Burgen und 
Schlösser Südarabiens 8BWA Bd. 94 (1879) 335 ff., Bd. 97 (ISSO) 955 ff.,: 
vgl. Landberg Arabica III (Leyde 1825) 8. 116^22. 



280 2. Buch. 

13. Der letzte und zugleich der bedeutendste Geograph 
dieser Periode ist Abu 'Abdallah M. b. A. al Maqdisi (al 
Muqaddasi). Von seinem Leben wissen wir nur das, was er 
selbst in seinem Werke davon mitteilt. Er war in Jerusalem 
geboren und durchwanderte den grössten Teil der F^änder 
des Islams; nur nach Sind und Segistan, sowie nach Spanien 
scheint er nicht gekommen zu sein. Auf diesen Reisen suchte 
er nicht nur alle ihm erreichbaren litterarischen Quellen aus- 
zunutzen, sondern er lernte auch das Leben gründlich kennen, 
da er bald in diesem, bald in jenem Berufe auftrat. Ausser 
diesen seinen eigenen mannigfachen Erfahrungen machte er 
sich auch die Resultate seiner Vorgänger zu Nutzen, und so 
ist es ihm gelungen, eine sehr anschauliche und inhaltreiche 
Schilderung der islamischen Fjänder zu entwerfen. Sein Stil 
ist zwar nicht frei von einer gewissen Künstlichkeit und 
Ziererei, aber nirgends hat er den Inhalt der Form zum Opfer 
gebracht. Er schrieb sein Buch i. J. 375/985 und veranstaltete 
drei Jahre später, nach einer zweiten Reise, eine neue, ver- 
mehrte Ausgabe desselben. 

Ahsan at taqdsim fi ma'H/'et al aqälim BG 111 vgl. v. Kremer, 
Kulturgesch. II 429-33. 

16. Kapitel. Die Medizin. 

F. WüAtenfeld, Oeschiehte der arabischen Ärzte und Naturforscher, 
Göttingen 1S40 (nach Nummern citiert). 

L. Ledere Histoire de la m^decine arabe 2 toII. Paris 1876. 

Ibn abi Useibi'a (k. 'ujün al anbft* fi tabaqftt al atibbiL*) hsgb. v. 
A. Müller, Königsberg 1884 (cit. Us.) 

Auf dem Gebiete der Medizin sind die Araber gleichfalls 
die Schüler der Griechen gewesen. Die griechische Medizin 
war durch die Syrer bis nach Persien hin verbreitet worden, 
wo sie in der Schule von Gondesäbür bis in die 'abbäsidische 
Zeit hinein eifrige Pflege fand. Seitdem der Chalif al Mansür 
i. J. 148 (7G5) den Vorsteher des dortigen Krankenhauses 
Georgios, aus dem Hause Bol^tjesu" zu seinem Leibarzt er- 
hoben hatte, standen die Arzte jener Schule in dauernder 
Verbindung mit dem Hofe, der ihre Bestrebungen in gross- 



• 

Die isläminche Litteratur in arabischer Sprache. 281 

artiger Weise zu fördern wusste ^). Auch die nächste Gelehrten- 
generation, au deren Spitze Honain b. Isliäq stand, sah ihre 
Hauptaufgabe in der Aneignung griechischer Wissenschaft. 
Zu dieser, die arabische Medizin beherrschenden Haupt- 
strömung, kam nun aber noch ein zweiter Einfluss aus 
Indien hinzu. Wir wissen, dass am Hofe ar Rasids ein in- 
discher Arzt Manka thätig war. W^enn nun auch das dem 
Inder Sänäq ((^anakya) zugeschriebene Buch über Gifte sich 
als das Machwerk eines arabischen Fälschers herausgestellt 
hat, so ist doch von A. Müller durch Gitate aus dem Häwi 
ar Räzi*s erwiesen, dass dieser das indische Hauptwerk über 
Medizin, den Su(;ruta, benutzt hat 2). Wie weit der griech- 
sche und der indische Einfluss reichen, das kann nur ein 
wirklicher Kenner der Geschichte der Medizin, nach genauer 
Durchforschung der gesamten, noch erhaltenen Litteratur 
feststellen. Wir müssen nun hier begnügen, eine Übersicht 
derselben zu geben. 

A. Sprenger de originibus medicinae arab. 8ub Khalifatu 2 part 
Lugd. Bat. 1840. 

1. Abu 1 Hasan 'Ali b. Sahl b. Rabn») war als Sohn 
eines jüdischen Arztes in Tabaristän geboren. Als junger 
Mann ging er nach dem 'Iräq und wurde Sekretär bei al 
Mäzjär b. Qärin. Durch diesen wurde er dem Chalifen al 
Mu'tasim bekannt und lies» sich durch ihn zur Annahme des 
Islams bewegen. Seitdem stand er im Dienste des Palastes 
und behielt diese Stellung auch unter al Mutawakkil. Sein 
berühmtester Schüler war ar Räzi. 

ü§. I 309, Wü»t. 55, Ledere I 292. 1. al kunnäS oder firdaus 
al hikma System der Medizin Berl. 6257, Br. Mus. 445, AuszOge Goth. 
1910. 2. Ar. hifz aa^ihha (nach griechiechen und indischen Quellen) 
Bodl. I 578 (Verf. falsch Abu 'AU b. RajjÄn). 

2. Abu 1 'Abbis A. b. M. b. 'Alt al kätib al Jemen! 
b. Qulaita (var. Fulaita) f 231/845 war zwar, wie es scheint, 
nicht Arzt von Beruf, verfasste aber das älteste uns erhaltene 

») Vgl. A. Müller, Der IsliLm I 510. 
«) A. MüUer ZDMG 34, p. 545. 

«) d. i. aram. rabban = Rabbi entstellt zu Zain (so Ahlw. 6257) 
und KajjAn (cod. Bodl.). 



232 2. Buch. 

Buch über die Geschlechtsliebe, ein Gegenstand, der später 
mit Vorliebe von Ärzten behandelt wurde. 

k. ruM al lahih ilä muTäiarat dl habib HH 6454, Goth. 2038, 
Cambr. Prest. p. 50 nr. 100, Escur.* 563, Paris 3051/2, Alger 1782. 



n:a 



3. Abu Zakarijä lahjä b. Mäsawaihi war der Sohn eines 
Apothekers in Gondesäbür. P> machte seine Studien in 
Bagdad unter der Leitung des Gabriel b. Bobtjesu , des Leib- 
arztes des Harun. Durch diesen erhielt er die Direktorstelle 
an einem Krankeuhause daselbst und wurde später Leibarzt 
der Chalifen von al Ma'mun bis al Wätiq. Ausser mehreren 
Übersetzungen griechischer Werke schrieb er eine Reihe selb- 
ständiger medizinischer Bücher. Er starb i. J. 243/857 in 
Sämarrä. 

Us. 1 175—83, WQst. 59, Leclerc I 103. 1. nawädir at tibb ge- 
widmet dem Honain b. Ish&q Leid. 1302, Esciir.' 888, Goth. 99. Am- 
phorismi Johannis Damaseeni Bonon. 1489, J. D. aphorismi im app. zu 
aph. Maimonidiä Basil. 1579 p. 528 — 42, hebr. Steinschn. 463. 2. de 
febribus aus einer lat. Übers, mit Comt. des Petrus Hispanus hebr. 
Steinschn. 464. 3. perfectum de medicina hebr. Paris hebr. 379, 408. 
4. fi gawähir at tibb Ref. 62. 5. k, ma' ah Salr Alger 1746,. 6. k. al 
adwija al mushxla Bodl. Jh. 410. Cat. Strassburg S. 4, Steinschn. 765. 
7. Einige andere Werke in hebr. Übers. Steinschneider 4643. 

4» Säbür b. Sahl, Direktor des Krankenhauses zu Gonde- 
säbür, starb am 24. Du '1 higge 255/2. Dec. 8f>9. 

Us. I 161, Wüst. 64, Leclerc I 112: Äqrdbädin Antidotarium nach 
der Abschrift des *adudischen Krankenhauses zu Bagdad Münch. SOS^. 

5. I s 1.1 äq b.^Amr an stammte aus Bagdad und wurde von 
dem Aglabiden Zijädatalläb III (290—296) nach Qairawän 
berufen. Nachdem er sich mit dem an Melancholie leidenden 
Fürsten entzweit jhatte, wurde er auf die Verdächtigungen 
eines jüdischen Konkurrenten hin grausam zu Tode gefoltert. 

Us. 11 35, Wüst. 77. Maqäla fr 7 malan^ülijd Münch. 805^. 

6. *lsä b. Mässa, ein Christ, war im 3. Jahrh. Arzt am 
Hospital zu Merw. 

Us. 1 184, Wüst. 75, Leclerc I 296. A*. al yimcV über den coitus 
Escur.* 883.. 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 233 

7. Im 3. Jahrh. lebte auch Jalijä (Jubannä) b. Serapion, 
der Sohn eines Arztes in Bägarmä. Er schrieb in syrischer 
Sprache, doch ging sein Buch früh in die arab. Litteratur 
über. 

Fih. 296, Us. I 109 i Wüst. 99, Ledere I 113. 1. kunnäi ein 
syrisches Werk in einer grösseren Ausgabe Ton 12 und einer kleineren 
Ton 7 Büchern, von Müsä b. Ibrfthlm al Hadltt und b. Bahlül ins arab. 
übersetzt Escur. 814, Fgm. Paria 2918,, hebr. Steinschn. 474. Die klei- 
nere Ausgabe ist in lat. Obers, u. d. T. Breviarium und Practica öfter 
gedruckt und wird als Therapeuticae methodus auch dem Janus Damas- 
cenus (s. o. p. 232) beigelegt.^) 

8. Ali b. 'Isä b. 'Ali war ein Schüler des Ishäq b. Hunain 
und Leibarzt des Chalifen al Mu tamid (256—279/870—892). 

Fih. 284, Us. I 203, Wüst. 97 (der ihn mit dem Augenarzt 'Isä 
b. *A11 zusammenwirft), Leclerc I 303. k. manäfi* al hajawän Gotha 
67j, ähnlich Wien 1481,, Escur.' 893, Bodl. I kars. II25. 

9. Der bedeutendste Arzt dieser ganzen Periode und viel- 
leicht das schöpferischste Genie der mittelalterlichen Arznei- 
kunst ^) überhaupt, war Abu Bekr M. b. Zakarijä ar Räzi. 
Er war in Rai geboren und beschäftigte sich angeblich bis zu 
seinem 30. Jahre ausschliesslich mit der Musik. Dann ging 
er nach Bagdad und studierte Medizin unter b. Kabn at Tabari. 
Nach vollendetem Studium wurde er Direktor des Kranken- 
hauses seiner Vaterstadt, und später zu gleicher Stellung nach 
Bagdad berufen. Nachdem er durch seine Schriften berühmt 
geworden, reiste er bei verschiedenen PMrstenhöfen umher, 
um nach der Sitte seiner Zeit aus seinem Ruhm Kapital zu 
schlagen. 

So kam er auch an den Hof des Sämäniden Abu Sälih 



*) Da» Werk al fusul al muhimma fi tibb al umma Bodl. 598, 
das Wüst, und Leclerc ihm zuschreiben, dürfte vielmehr seinem jüngeren 
Namensvetter angehören, da es von Us. nicht genannt ist, da es ein 
arab. Originalwerk zu sein scheint, während unser Autor selbst nach 
Fih. und Us. nur syrisch schrieb, und da ar R&z! in ihm citiert wird, 
der zwar ein Zeitgenosse des alten b. Serapion, aber jedenfalls be- 
trächtlich jünger war. 

«) A. Müller, Der Inlam I 513. 



234 2. Buch. 

Man^ur b. Ishäq^), Fürsten von Kermän und Horäsän und 
dedizierte ihm sein berühmtes Werk al Mansüri. Als er 
demselben nun auch sein k. itbät al kimijä überreichte, ver- 
langte er, dass er ihm die Richtigkeit der darin gelehrten 
Experimente beweise und versetzte ihm, da er nicht dazu 
imstande war, einen Peitschenhieb über den Kopf; infolge- 
dessen erblindete er. Er starb in Bagdad oder in Rai i. J. 
311 oder 320/923 oder 932. 

J. Hau. 078, Us 1 309—321, Wüst. 98, Ledere I 337. 1. k, al 
häwi erst nach seinem Tode auf Veranlassung des M. b. al *Amid, Vezir 
des bdjidischen Sultans Kukneddaula, aus seinen Papieren zusammen- 
gestellt Mönch. 806, Br. Mus. 446, Bodl. I 565, 607 II 179. Escur.' 802—14, 
849—51, Pet. 12,. Liber Elhavi Brixiae 1486, Continens Rasis Venet. 1542, 
andere Ausgaben BO 145. Auszug von *Ali b. D&'üd ca, 530/1 1H5, 
Med. 227 von b. at Talmid t 560/1161, Berl. 6260, anonym Med. 290, 
hebr. Steinschn. 468. 2. k, afiibb al Mansüri (s. o.) Übersicht der 
Medizin in 10 Büchern Paris 2866, Bodl. 529 4.», 577, 592, heb. 419,, 
Dresd. 140, Escur. 815—7, 853—5, hebr. Übers. Steinschneider 469,. Ad 
Almansorem libri X Mediolan. 1487 u. a. 3. k. algadan iral ha§ba 
Leid. 761, Nan II 239 ar. et lat. cura J. Channing Londini 1766, de 
pestilentia Paris 1528. Razae libellus de peste de Graeco in latinum 
sermonem versus per Nicol. Macchellum Venet. 1565, vgl. Greenhill A 
treatise on the smallpox and meesles by Abu Bekr M. b. Z. ar R4zi 
London Sydenham Society 1848. 4. k. aqmbädin Antidotarium Bodl. 

I 611s, Nan. II 239 hebr. Steinschneider 470». 5. taqmm atilal Nan. 

II 238 = k. at faqkim tvat tasgir Br. Mus. 447, hebr. Steinsch. 470g. 

6. k. al mtidhal ilä Htibb (a§ §agir) Paris 2865,, Bodl. pers. 92». 

7. al fusnl fi ^ttibb oder al murlid hebr. peräqlm Leid. Seal. 2. 
Amphorismi Rasis in Aphor. R. Moyses Bonon. 1489*). 8. k. al kä/i 
Comp, der Medicin Bodl. hebr. 427. 9. k. bur as sä'a über die in einer 
Stunde heilbaren Krankheiten, verf. auf Veranlassung des Vezirs Abu 
M QAsim b. 'AbdallÄh Berl. 6343, Münch. 808, 843 fol. 184v, Havn 108, 



') Der sich im J. 302/924 gegen Nasr b. A. empörte (Ihn al Atir 
ed. Bülftq VIII 28); so nach der zweiten, auf einer Hds. des ManfäH 
selbst beruhenden Angabe J. Halls. Seine erste Angabe, dass Mansftr 
b. Nüh zu verstehen sei, ist unmöglich, denn dieser regierte erst 350 
bis 366/961 — 976, und J. Halls Annahme, dass das Werk ihm als Kind 
gewidmet sei, ist absurd. Wen Us I 313x0 mit Mansür b. Ismftll 
b. Hftqftn, Fürsten von Horftsftn und MiLwar&'anahr meint, weiss ich 
nicht. 

*) n. 4 — 7 mit mehreren andern kleineren Schriften in Opera parva 
Abubitri Lugd. 1570. 



Die islamische Litteratur in arabischer Sprache. 2H5 

Leid. 1313, Paris 2776«, Bodl. I pers. 92«, Auszüge Goth. 2033, Alger 
1322«. 10. k, alhnh wamanäfCihi wamcidärrihi wamudäwäiihi Leid. 1308, 
Nan 107. 11. Ar. J^awäsH al aSjä alphabetisch Nan II 234, Steinschn. 
Yirchows Archiv 86 p. 122. 12. de permutatione medicamentorum 
Nan II 237. 13. k, sirr as mnä^a Escur.* 828«, 888, = k. al asrär 
Chemie und Alchemie Lips. 206? 14. k, al fä^ir über die gesamte 
Therapie HH IV 8679, Teil II, Berl. 6259, Leid. 1306/7, Paris 2867, 
Pet. 1205. 15. k. al qülang Leid. 1310. 16. as*ila min at tibb Leid. 1314. 
17. k. at tibb al mulükt Leid. 1311. 18. de alimentorum correctione 
necnon de victus humani ratione Escur.* 828«, 866,. 19. de arte 
medendi commentarii X Escur. 797, maqälät fi mnä^at attibb Ups. 341. 
20. Comt. zu Galen de medicamentorum cumpositione nach Honains 
Übers. Escur.* 797,. 21. de sanguinis missione Escur.* 852,. 22. de 
tumoribus Escur.* 856. 23. de viris frigidis et ad venerem ineptis 
eorumque curatione ib. 882,. 24. de inmoderato calore ib. 882,. 25. de 
pomorum ante vel post cibum esu ib. 882«. 26. de seminibus ac de 
radicibus aromaticis ib. 882 4. 27. de fructuum edendorum tempore atque 
ordine ib. 888«. 28. de vini potu ejusque speciebus ib. 8884. 29. de 
medicamentis simplicibus ib. 810,. 30. quod nimis thermarum usus 
noceat Nan II 231. 31. sefer happesüqot hebr. Steinsciin. 470«. 32. de 
Vena hebr. de Rossi 347. 33. Rhasis praeparatio salis aromatici in 
Theatrum chemieum III nr. 64. 34. de febribus über in Medici gr. lat. 
et arab., qui de f. scripserunt Venet. 1594. 35. Traite sur le calcul 
dans les reins et dans la vessie par Abu Bekr M. b. Z. ar Rftz! trnd. 
accomp. du texte par P. de Koning Leyde 1896. 36. k. man la jahdu- 
ruhu ^ttalnb Lucknow 1886. 37. k. manäfi\il agdija Kairo 1305. 

38. k, ft daf^ madnrr al agdija Münch. 840, Paris 2868,. 39. k, assira 
al falfta/ije Br. Mus. 426,. 40. k. al qawämn attabVtje ft *lhikma al 
fahaftje Ups. 340. 41. k. al kunnäS NO 3580 = al fäliir nr. 15V vgl. 
den Tit. in Pet. 120. 42. k, al fuqarä wal manäkm Münch. 807. 43. mag- 
mü*a ft ^ttibb A8 3725/6. 44. k. attibb ar rühäni Ethik gewissermassen 
als Ergänzung zum k. al mansüA Br. Mus. 1530,. 45. de aegritudinibus 
juncturarum hebr. Steinsch. 470«. 46. de aegritudinibus puerorum hebr. 
ib. 4. 47. 119 Aphorismen hebr. ib. 5. 48. de proprietatibus membrorum 
hebr. ib. 7. 49. Apologie des achtbaren Arztes gegen die Charlatanerie 
hebr. Steinschn. 470,©, deutsch Virchow's Arch. 36, 571, vgl. 37, 562, 

39, 313. 50. Über den Aderlass hebr. Steinsch. 470,,. 

10. Fsliäq b. Sulaimän al Isrä'ili stammte aus Ägypten 
und begab sich unter der Regierung des Aglabiden Zijädet- 
allahs (290— 29(i/903— 9) nach Qairawän, wo er den Unter- 
richt des Ishaq b. 'Amrän (s. 0. p. 232) genoss. Nach dem Sturze 
Ziiädetalläh's trat er in die Dienste des Fätimiden *Obaidall&h 
al Mahdi und starb um. d. J. 820/932. 



286 2. Buch. 

Us II 36/7, Wüst. 101, Ledere I 409. 1. k. al hummajät Leid. 1305, 
Bodl. hebr. 416, hebr. Steinschn. 479 s, vgl. Choulant Handb. d. Bücher- 
kunde für d. alt. Med. p. 348. 2. k. alagdija wal adicija Bd. I, Münch. 809, 
hebr. Übers. Steinschn. 47911a. 3. k. albaul Bodl. 611 2, Vat. 369, hebr. 
Steinschn. 4792. "*• ^- «^ istüqisät hebr. Steinschn. 255, Leid. Warn. 13 
de Rossi 207, 423, 771, Vat. 53». 5. Viaticum nr. 2? = hebr. de Rossi 1168. 

6. De diaetis universalibus et particularibus Patav 1487, Basil 1571. 

7. hebr. Übers, v. 50 Aphorismen tnüsar härofe^im in Omr tob 1884 
ital. von Soave in Giornale di scienze mediche (echt?) Steinschn. 4794. 
Omnia opera Isaaci Lugd. 1515. 

11. 'Obaidalläh b. (iibril b. Boljtjesü*, Leibarzt des Cha- 
lifen al Muttaqi, schrieb für diesen i. J. 330/941: 

1. arrauda at tihbnje ft 7 funün al adahUje in 50 Kapiteln über 
ebensoviele philosophische Ausdrücke, die in niedic. Schriften angewandt 
werden, aus seinem Werk tadhiret al hädir wazad al musäfir aus- 
gezogen Goth. 2024, Paris 3028 j, Br. Mus. 984*, Escur.* 884,, vgl. 
Wüst. 33, Leclerc I 371 (der das Werk ohne Grund seinem Sohne 
Gibril zuschreibt). 2. k. manäfV al hajawän Auszug aus seinem 
k. al l^awäss mugarrah al manäfV^ Paris 2782 mit schlechten Abbil- 
dungen vgl. Leclerc 1 374. 

12. *lsä b. 'All (falsch 'Ali b. *Isä) ein christlicher Arzt 
in Bagdad um d. J. 350/961. 

Us I 247, Wüst,. 97 (s. o. p. 233), Leclerc I 498, Tadkiref al 
kahhäti7i Handbuch der Augenheilkunde Goth. 1992 (wo andere Hdss. 
aufgezählt, dazu) Paris 2869, NO 3480. Jesu Hali de oculis in Guid. de 
Cauliaco Chyrurgia Venet. 1499. K. A. Hille, De medicis arabibus pro- 
legomena ad Alii ben Isa (sie) monitorium oculariorum ex cod. ms. in 
linguam lat. vertendum edendumque Dresd. 1845, dazu Sichel JAP 1847 
II p. 148 ff. 

13. Garib b. Sa'id al Qnrtubi, Sekretär der spanischen 
Chalifen •Abdarrahmän III (300— 350/912— Gl) und al Hakam 
al Mustansir billäii (350—360/961—970), schrieb auf Befehl 
des letzteren i. J. 353/964: 

^alq al ganin ivatadbir al habälä wal maulüd Escur.* 8282, Wüst, 
nr. 100, hebr. Übers. Steinsrhn. 428.*) 



*) Wo er die Identität des Arztes mit dem Historiker *Arib (s. o. 
p. 143) gegen Dozy ZDMG 20, 595 ff. aufrechterhält, vgl. Dozy Le calen- 
drier de Cordoue Leyde 1873, Steinschneider, Der Kalender von Cordova 
Zeitschr. f. Math. 1874. 



Die iftl&miöche Litteratur in arabischer Sprache. 2H7 

14. Abu (Ja'far A. b. M. b. abi '1 As'at starb in hohem 
Alter i. J. H60 970. 

Ü8 I 245, Wü»t. 107 k, al hajawän HH III 122, Bodl. I 456., 
vgl. II 583 Aubzug auB dem 1. Cap. über den Menschen Goth. 1,,. 

15. Abu *1 Hasan A. b. M. at Tabari war um d. J. 8()0/ 
970 Leibarzt des Büjiden Ruknaddaula (320— 8G6/982— 97()). 

Wüst. 198. k, al mu^älaga al buqrätije System der Medicin in 
10 Büchern Ind. Off. 773, Bodl. I 567, 641, 644, Münch. 810. 

16. Abu Dä'üd Sulaimän b. Hassan b. <julji:ul war I^eib- 
arzt des spanischen Chalifen Hisam 11 al Mu'aijad billah 
(366— 899/97(>— 1009). 

Ü8 II 46, Wüst. 111. 1. supplementumHimpliciumf quae in Dioscoride 
desiderantur Bodl. I 573 4. 2. /i adwijet attirjäq ib. 5. 3. ia*nh nl 
atibbä" walfalAsifa IIH 7883 J. Hall. 717 und sonnt Wüst. Gesch. 140. 

17. Abu 'Abdallah M. b. A. b. Sa*id at Tamimi war 
in Jerusalem geboren, ging um d. J. 360/970 nach Ägypten 
trat in die Dienste des la qub b. Kils (f 380/990 J. Hall 802), 
Vezirs der Chalifen al Mu'izz und al 'Aziz; dort war er 
i. J. 370/980 noch am Leben. 

U§ II 87, Wüst. 112, Ledere I 388. k. al muraid ilä gawähir al 
agdije wa quwä 7 mu/radät min al adwijc (Pet. Ros. 182 4), Paris 2870 1. 

18. Im Dienste desselben Vezirs stand auch der Arzt 
A. b. M. b. lalijä al Baladi, 

k. tadhir al habäld wal atfäl Krankheiten der Schwangeren und 
der Kinder in den ersten Lebensjahren Goth. 1975, Calcutta p. 11 
nr. 1084. 

19. 'Ali b. al 'Abbäs al Magüsi war als Sohn eines 
Mazdajasniers in Ahwäz geboren. Er wurde der Leibarzt 
des büjidischen Sultans 'Adudaddaula (338—472/979—892) 
und starb i. J. 384/994. 

Us 1 236, Wüst. 117, Ledere I 381. 1. kämil a§ §ann*a at tibbtje, 
dem genannten Sultan gewidmet, daher al malikt genannt. Münch. 811, 
Bodl. I 523, 529, 587, 622,3, Escur.» 811,, 814«. „ 833, 888,, Palat. 246, 
Vat. 314, Paris 2871—82, Ind. Off. 774 — 6. Liber totiuß medrcinae 
necessaria continens quem Haly f. Abbas ed. regique inscr. etc. 
Lugd. 1523, Bd. I Maqftla 9 cp. 34, 35, 47, Bd. II Maq. 9, cp. 49 in Trait* 
sur le calcul par de Koning (s. o. p. 235) p. 124—185, hebr. Steinschn. 426. 
2. Tractatus de medicina Goth. 98. 



238 2. Buch. 

20. Abu Sahl 'Isä b. Jahjä al Masil.ii al (iorgäui, christ- 
licher Arzt in Uoräsaii, Lehrer des b. Sinä, starb 40 .Fahre 
alt um d. J. 390/1000. 

Us I 327, Wüst. 118, Leclerc I 356. 1. al kutub al mVa fi "smnä^i 
at tibbije medicinische Eucyclopädie in 100 Monographien IIH V 11288, 
Berl. 6266, Paris 2881,2, Bodl. I 582, Pet. Ro». 165, Ups 353, dazu 
Glossen von Norman b. ab! 'r Rida al IsrA'iH Paris 2883. 2. k. at tibh 

• • • 

cd kulfi allgemeine Therapie Berl. 6207. 3. k. izhär hikmet alluh ta'^älä 
f% l^xdq al Insän über Zweck und Nutzen der menschlichen Gliedniassen 
Goth. 1988. 4. Kleinere Abhandlungen: a) k. fi amäf al ^ulüm al 
hikmije; b) k, arkän al *älam: c) k. mabädi 7 mauyüdät at tabVije; 
d) tall^s k. assamä wal ^älatn li Arisfütälis Jong. 113. 

21. Jurist und Mediziner zugleich war Abu 'Abdallah 
M. b. 'Ali b. Tümirt al Magribi al Andalusi al Mäliki 
t 391/1001. 

Er soll gegen 500 Werke verfasst haben. Fragmente seines k. usül 
addin al badta und seines k, haqd^iq ^llm aiSai-Va wadaqä^iq Hlm 
attaWa ft ttibb in Goth. 17 vgl. Br. Mus. 1001,, Wien 85, Fundgruben 
des Orients II 293. 

22. Abu Ga'far A. b. Ibrahim b. abi Hälid b. al Gazzär 
war ein Schüler des Ishäq b. Sulaimän (nr. 10) und lebte 
als praktischer Arzt in Qairawän. Er verschmähte es, sich 
um Fürstengunst zu bewerben, nahm aber alljährlich im Sommer 
an den Seeexpeditionen gegen die. Ungläubigen, d. h. an Pira- 
tenzügen, teil. Über 80 Jahre alt, starb er um d. J. 395/1004. 

ÜB II 37, Wüst. 120, Gesch. 158, Leclerc I 413. 1. zäd almumfir 
toaqüt al hädir medic. Comp. Dresd. 209, Bodl. I 559, Havn 109, Paris 
2884, Alger 1746, vgl. Dugat JAP 1853 I p. 295 ff., Daremberg Archives 
des Missions IX« cahier; hebr. Übers. Steinschn. 449, griech. von Syne- 
aius z. T. in Synesius de febribus Amstelod. 1749, lat. viaticum von 
Constantinus Africanus in Opera parva Abubetri Rhazae Leyd. 1510, 
Basil 1536. 2. Ar. tibb al fuqarä wal masäktn über billige Heilmittel 
Goth. 2034. Esour.* 852i, hebr. Steinschn. 451. 3. Ar. i^timäd /t V ad- 
wije al mufrada Alger 1746,, AS 3564 hebr. Übers. Steinschn. 448. 
4. ß sijäset a§ fibjän watadbtrihim Nan II 240. 5. de aromatum sub- 
stitutione Escur. 891 4. 6. de ouranda tussi, de tollendo renis et vesicae 
oalculo et de morbo splenis sanando Bodl. 579,. 7. k, al ?^awä8§ lat. übers. 
Steinschn. 452. 8. über das Vergessen und die Mittel zur Stärkung des 
Ged&chtnisseB hebr. u. lat. ib. 



■kK_ 



Die iBl&mische Litteratur in arabischer Sprache. 2H9 

23. *Abdarrahmän b. Isliäq b. Hai tarn, Arzt iü Cordova, 

9 

war, wie es scheint, ein jüngerer Zeitgenosse des b. Gazzär, 
zu dessen k. alftimäd er eine Kritik schrieb. 

Us II 46. k, al ikfifä biddawä min J^awäss alasjä hebr. Stein- 
schneider 454, Tgl. ZDMG 49,251. 

24. Abu Mansür al Hasan b. Nüh al Qumri blühte in 
der zweiten Hälfte des 4. Jahrh. und war einer der Lehrer 
des b. Sinä. 

U» I 237, Wü«t. 109, Leclerc I 385. 1. Ar. yinä wamanä über 
Titae et mortis Ooth. 951, 2030, Bodl. 1 642, Palat. 247, Nan II 218 (V). 
2. maqälät fi' Hibb AS 3749. 

25. Wahrscheinlich im 4. Jahrh., jedenfalls nach b. al 
Gazzar, verfasste ein Anonymus unter dem Namen des alt- 
berühmten Arztes Jahjä b. Mäsawaihi (s. o. p. 232) ein medizin. 
Werk in 5 Büchern, das nur in lat. und hebr. Übersetzung 
erhalten ist ^). 

Wüßt. 125, Leclerc I 504, Steinschneider in Virchows Archiv 18()ti 
p. 379 ff., hebr. Übers. 4G5, lat. Cbers. seiner Werke Euting 1990—2002, 
Tgl. J. L. Pagel, Die angebl. Chirurgie des Jobs. Mesue jun. nach einer 
Hds. der Pariser Nationalbibliothek teils hsg., teils analysiert nebst 
einem Nachtr. zur Chirurgie des Heinr. v. Maudeville, Berlin 1893. 
F. A. Sternberg, Das 4. Buch der angebl. Chirurgie des Job. Mesue 
Eum 1. Male veröffentl. (I)iss.) Berlin 1893. 

20. Abu '1 Qäsim IJalaf b. 'Abbäs (nicht 'Ajjäs) az 
Zahräwi blühte als Arzt in Cordova unter dem Chalifen 
•Abdarrahman HF (800—350/912—961), trat mit b. Hazm 
(384-450/994—1064) in Verbindung und starb bald nach 
400/1009. 

J. Beskuwäl 368, Maqq. II 119, Us. II 52, WOst. 147 (der seinen 
Tod mit Casiri fabich um d. J. 500,1106 setzt), Leclerc I 437, Rieu Add. 
p. 781 r, Steinschneider in Virchows Archiv Bd. 52 p. 482 - 4. 
E. Dognee Abulcasis. Sa vie, son ceuvre £tudes arch. ling. et bist. 
d6di^>8 k C. Leemans Leiden 1885, 8. 304 — 5. 1. Ar. atta§nf liman 
*agiza "ani V/a'aÄ/' Comp, der Medizin Berl. 6254, Ooth. 1989 (wo die 
anderen Hdss. aufgezählt), hebr. Übers. Steinschn. 476, lat. unTollst&ndig 
Liber theoricae nee non practicae AlsaharaTÜ Aug. Yindel. 1519. 
Daraus bes.: a) maqälaf faqänm al amräd Pet. Ros. 173, b) fafsir al 



^) Die Nachrichten des Leo Afric. Über den angeb. jüngeren Mesue, 
denen Wüst, folgt, sind wertlos. 



240 2. Buch. 

akjäl wal anzän al maugüda fi kutub at fibb biJiHläf al asmd* muratfaba 
^alä hurüf al mtCaggani Leid. 1338, Bodl. I pers. 92g, Casiri I 28,9 
(faUcli dem b. Baitftr zugeschr. Wüst. 231 n. 6), c) al maqäla ß *^amal 
afjad Paris 2953: Chyrurgia Abulcasis in G. de Cauliaco Chyrurgia 
Yenet. 1497, Methodus medendi auctore Abulca.se Basil. 1541, Abulcasis 
"de Chirurgia ar. et lat. cura Jo. Channiiig Oxon 1788, vgl. H. Frölich 
Abiil Kasem als Kriegscliirurg im Archiv f. klin. Chirurgie 1884 p. 364 
bis 76 u. P. Schleie, Centralbl. f. d. gesamte Med. 1884, 20. Sept 
d) maqäla fi a'mär al 'aqäqir al mufrada wal murakkaba de dura- 
bilitate etc. Br. Mus. 988, , e) Abhandlung über Frauenkrankheiten in 
Gynaecia v. Casp. Wolf Basil. 1566, J. Spach, Argent. 1597, f) zweifel- 
haft ist, ob das Werk von der Zubereitung der einfachen Arzneimittel 
Servitoris liber XXVIII Bulchasin Benaberacerin mit den Opp. Mesues 
Venet. 1497, dazu gehört 2. Diätetik in lat. Übers, cf. E. M. Dognee, 
Un mscr. in^dit d'origine Cördouane Bol. dela. R. Ac. de la Hist. XXI 
399-401. 

27. Abu I Qfusim 'Ammär b. *Ali al Mausili widmete 
dem Sultan al Häkim (88()— 411/996— 1020): 

k. al muntaJ^al ft '^iläg al *ain Escur.* 889, Tractatus de oculis 
Canamusali 1499, 1506, hebr. Steinschn. 427. 

"28, Abu 1 Farag 'Ali b. al Husain b. Hindu studierte 
in Nisäbur Medizin und Philosophie und zeichnete sich auch 
als Dichter aus. Er starb i. J. 410/1019 n. a. erst 420/1029, 

Us. I 323'), Faw&t 11 45. mifiäh at tibb HH III 252, VI 15, 
Ind. Off. IO4I4, Köpr. 981. 

17. Kapitel. Natur- und Geheimwissenschaften. 

E. Wiedemann, Über die Naturwissenschaften bei den Arabern, 
Samml. gemein verst. wisß. Vortr. Bd. 5 Heft 97 Hamburg 1890. 

1. Schon im Zeitalter der Umaijaden beschäftigte sich, 
wie wir oben p. 67 sahen, ein Prinz des regierenden Hauses 
unter l^eitung eines christlichen; Mönches mit dem Studium 
der Alchemie. Als sein Schüler gilt Gäbir b. Haijän, der 
grösste Alchemist der Araber und vielleicht des Mittelalters 
überhaupt, daher er auch die Nisbe al Umawi führt. Andre 
nennen als seinen Lehrer aber vielmehr den Imäm Ga'far as 
Sädiq, der auch sonst als Meister alles geheimen Wissens gilt 

*) Den dort oitierten Artikel der Jattma finde ich in der ed. 
Damasc. nicht. 



Die isl&mitiohe Litteratur in arabischer Sprache. 241 

Obwohl lins vou seinen Werken ziemlich viel erhalten ist, 
wissen wir doch von seinem Leben so gut wie nichts. Als 
seine Nisbe erscheint bald at Tusi, bald at Tartusi, doch ist 
die Angabe, dass er ein Säbier aus Harrän gewesen sei, nicht 
unwahrscheinlich. Die Bezeichnung as Sfifi stammt wohl erst 
aus späterer Zeit; es ist wenigstens nicht wahrscheinlich, dass 
er zu der älteren asketischen Richtung der Mystik, die zu 
seiner Zeit noch die alleinherrschende war, in Beziehung ge- 
8t£.nden habe. Er lebte jedenfalls in Kufa und seine Blüte 
dürfte um d. J. HH)/77() anzusetzen sein. 

Wü«t. Ärzte 25. Berthelot, La chimie au moyeii Äge t. III L'al- 
chimie arabe avee la cullaboration de M. O. HoudaH Pari» 1893. 
1. k. arrijäd Bodl. 1 522. 2. k. ar rahmn HII 132—160, Comt. sirr al 
hikma von at Togrän al wezir f 514/1120 Pari» 2607. 8. k. ar rahma 
af fagtr ib. 99 — 104. 4. k, al mawäzin as sagir ib. 105 — 31. 5. k. al 
mulk ib. 91 — 98. 6. k. attagmV ib. AuHZüge 161—79. 7. k. az zibaq as 
iar^ ib. 180—85. 8. k. az zihaq al yarln ib. 187- 92. 9. k. nur al 
hagar ib. 193—200. 10. k. ard al hagar ib. 201 — 5. 11. Ar. al mumäUila 
Vervollötandigung des k. al muqäbala über den Stein der Weisen 
(apokryph?) Berl. 4177. 12. k. mu§ahhahät Ifläfün R&gib 964. 13. Über 
die 4 Elemente des Steines der Weisen Paris 1266. 14. k. as sahl Br. 
Mus. 1002s. 15. k. a§ §äfi ib. 4. 16. k. asha^ar ib. 5. 17. Verschiedene 
alchem. Vorschriften ib. 7. 18. k. halk al asrär über den Stein der 
Weisen ib. 1,. 19. k. al usfd fi gumlef kutub al mairazin ib. 1371i3. 
20. k. sirr al asrär ib. ,4. 21. k. al }iair䧧 al kabir ib. 1373,. 
22. 21 kleine Traktate Paris 2606. 23. Gebri regis Arabuin summa 
perfectionis ministerii - cum libri investigationis magisterii et testa- 
menti ejusdem Gebri — et Avicennae mineralium additione Gcdani 1682, 
vgl. Steinschneider, Zur pseudepigr. Litteratur p. 71, 84, JAP 1854 
II 248, ZDMG 13, 649. 24. Geberi philosophi de alchimia libri III 
Argentr. 1528, Nuremberg 1545 u. s. w. 25. Geberi curieuse, vollständige 
Chymische Schriften Frankf. 1710, Wien 1751. 26. Gebri astronomia 
Norimb. 1534. 27. über qui flos naturaruni vocatur s. 1. 1473. 

2. In der 2. Hälfte des 3. Jahrh.^ blühte der Alchemist 
M. b. ümail (besser als Amjal), b. 'Abdallah b. Umaii at 
Tamimi. 

1. al mä* al icaratfi wal ard an nagmtje oder r. as hims ilti 
Uhiläl Qaside-) über gewisse geflügelte Wesen, die auf dem Plafond 

») So Rosen 1. 1. weil Du 'n Nun f 242 (s. o. p. 198) die jüngste 

von ihm citierte Autorität ist; gegen Flügel, der ihn ins 4. Jahrh. setzt«*. 

') Nach Paris 261 1^ in Muhammasform d. h. in Strophen von 

Brockelmann, Arabische Litteraturgeschichte. I. 16 



242 2. Buch. 

und den Mauern eines TempelH in Büsir, der für das Gefängnis Josephs 
galt, dargestellt waren, mit alchemist. Comt. vom Verf. Paris 2610/1, 
Pet. Rosen 198, Comt. v. al Gildakl Br. Mus. 1371,,. 2. Sarh a§ suwar 
wal aSkäl lil haktm Paris 2609,. 3. mafatih al hikma fi '» tfun*^a 
AS 2466. 

3. Abu Bekr M. (oder A.) b. *Ali b. al Walisije an 
Nabati war in einer aramäischen Familie im *Iräq geboren und 
blühte in der 2. Hälfte oder gegen Ende des 8. Jahrh. Er 
befasste sich eingehend mit der Alchemie und anderen Geheim- 
wissenschaften. Sein Hauptwerk ist die berüchtigte uabataeische 
Landwirtschaft, in der er, von su^übitischen Tendenzen be- 
seelt, nachzuweisen suchte, dass die Kultur der alten Baby- 
lonier der der herrschenden Araber unendlich überlegen gewesen 
sei; da er aber keine wirkliche Kenntnis von jener Kultur 
mehr besass, so scheute er sich nicht, eine ganze Schwindel- 
litteratur zu erdichten. Nebenbei verfolgt er auch den Zweck, 
unter dem Gewände der von ihm erdichteten Autoritäten das 
starre Dogma des Islams durch allerlei Freigeisterei zu be- 
kämpfen, obwohl er selbst sich scheinbar durchaus als guter 
Muslim gebärdet. Dadurch, dass Chwolsohn sich durch diese 
Fälschung irre leiten Hess, hat das für uns wertlose Werk 
eine traurige Berühmtheit erlangt. 

Ledere I 307. 1. k. al /aldha an nabafije verfasst i. J. 291;904, 
Berl. 6205 (Bd. III) Leid. 1279—81, Bodl. 1 403, 506, 507, Br. Mus. 997, 
Paris 2803, Al^er 1497, Kairo V 385, Auszug mu^ta^ar al faläha wa 
dikr manäfT al mufradät von *A11 b. Hasan b. M. az Zaitünl al *Aufi 
Paris 2942*, anon. Berl. 6206, Leid. 1282 u. d. T. asrär at tahV^jät fi 
J^awäs^ annabät Ups 338 vgl. Chwolsohn. Über die Überreste der alt- 
babylonischen Literatur in arab. Übersetzungen St. Petersburg 1859 
(M^m. des savants etrangers publ. par TAc. imp. VIII) Renan M^ni. de 
PAc. des inscr. XXIV 1 p. 152, A. v. Gutschmid ZDMG 15 p. 1 ff., 
Th. Nöldeke ib. 29 p. 445 ff. 2. k. Tankulüiä al Bäbilt al Qüqänt 
ft suwar darag al falak wa mä tadullu ^alaihi mm ahwäl al maulüdin 
Leid. 1047, Chwolsohn 11. p. 458—92, Gutschmid 11. 3. k. asHumüm wat 
tirjäqät Leid. 1284, Br. Mus. 1357. 4. k. §auq al mustahäm ft ma^rif'et 
rumüz al aqläm über die verschiedenen Schriftarten verschiedener 

5 Versen; das w&re das älteste Beispiel für diese, erst seit dem 8. Jahrh. 
häufiger auftretende Form. Da aber die anderen Cataloge nichts davon 
erwähnen, muss man wohl annehmen, dass die genannte Hds. das Ge- 
dicht in der von einem Späteren erweiterten Gestalt bietet. 



Die iDU^miHche Litteratur in arabischer Sprache. 243 

Völker und einzelner Männer, gleichfallH eine grobe Fälschung, voll- 
endet 241/855? Münch. 789, Wien 68, Ancient alphabets and hiero- 
glyphic characterB explained, with an aecount of the Egyptian prieBts, 
their classeB, Initiation and sacrificeB in the Arabic language by A. b. 
Abu Bekr b. Wahshih (Bic) and in English by J. Hammer, London 1810 
Tgl. de Sacy in Millin^a Mag. enc. 1810 t. VI p. 145 - 175. 5. k, nidret 
al muntahä Oespräch mit al Magribi al Qamarl über religionn- und 
naturphiloBophicche Fragen (nicht Alchemie HH III 7065), Goth. 1162, 
▼gL Hammer 1. 1. p. XVI, Chwolnohn, Die Ssabier I 823. 6. k. arrijäsa 
/i *ilm al firäsa Bodl. I 479. 7. matälV al anwar fi 7 hikma ib. 494. 

8. kam al hikma Alchemie Leid. 1267 = kanz al asrär NO 3631 V 

9. k. ufül al hikma ib. 1268 = Ar. al ufül wal kebir (sie) Rägib 963 4 V 

10. k. aiiawähid ß 7 hagar al wähid Rägib 963 1. 11. k. at iiUamät 
Bodl. I 951. 

4. Abu 1 Qäsim Maslama b. A. al Magriti stammte 
ans Madrid, machte seine Studien im Orient und blühte unter 
der Regierung des al Hakam II (350— 366/ 9(> 1—97 (>). Er 
beschäftigte sich eingehend mit Mathematik und Astronomie, 
aber auch mit Alchemie und Zauberei. Er starb i. J. 398/1007. 

Ü8 II 39, WüBt. Arzt 122. 1. k. (attaHim bi) rutbet al haktm 
Aber Alchemie, auch u. d. T. kanz al f'adä*il vollendet i. J. 348/959, 
Paris 2612/3, R&^ib 963», NO 3623, Kairo V 381 (wo falsch: verf. zw. 
439 und 443). 2. g(yef al haktm (wa ahaqq an natigafain bitfaqdim) 
Anweisung zur Herstellung von Talismanen, Amuleten u. s. w. Wien 1491, 
Leid. 1211/2, Bodl. I 990, Encur.» 941., R&^ib 570, 965, A8 2443, NO 2794, 
▼gl. Steinschneider, zur pscudepigraph. Literatur p. 37, hebr. Comp. 
Steinschn. 525. 3. k. al ahgär Auszüge Bodl. 448 4, vgl. ZDMG 49, 251. 
4. generatio animalium Escur. 895. 5. de astrolabii descriptione et usu 
ib. 967,. 

5. Dem fätimidischen Chalifen Mansur al llakim biam- 
rilläh t 411/1020 wird Berl. 7(504 eine Qaside von 113 Versen, 
alchemistisch mit Selbstlob, beigelegt. 

6. 'Otärid b. M. al Häsih oder al Kätib blühte wohl 
im 3. Jahrh. und verfasste das älteste uns erhaltene Werk 
über die Eigenschaften der Steine, bes. der Edelsteine. 

Fih. 278. k. manäft alahgär Paris 2775, = Ar. algawähir %tal 
ahgär AS 3010, Tgl. CUment-Mullet JAP 1868 1 p. 11, Steinschneider 
ZDMG 49, 249. 

7. Abu Jüsuf Ja'qüb b. ahi Hizäm, Stallmeister des 
Chalifen al Mu'tadid (279—289/892—902) verfasste 

16* 



244 2. Buch. 

k, al fnrüstje wa sijaf al hail da» älteste hippologische "Werk 
der Araber Br. Mus. 1805 *). 

8. Das älteste uns erhaltene Buch über Traumdeutung, 
widmete Abu Sa'id Nasr b. Jaqüb ad Dinawf.ri i. J. 397/ 
1006 dem Chalifen al Qädir billäh. 

Ar. al qädin /f 'tfa'lnr Paris 2745, Bodl. 1 438, 441, 447, 45:<, 
Pet. RoBcn 212, Köpr. 1363. Die 15. und letzte Maqäla, eine Liste von 
100 berühmten Traumdeutern Berl. 10057. 

18. Kapitel. Eiicyclopadien. 

1. Erst gegen Schluss dieser Periode empfand man das 
Bedürfnis, gedrängte Übersichten über alle oder doch über 
eine grössere Anzahl von Wissenschaften zu verfassen, die in 
späteren Jahrhunderten immer häufiger wurden, je mehr die 
selbständige Produktivität sank. Das älteste derartige Werk 
widmete Abu 'Abdallah M. b. A. b. Jüsuf al Hwärizmi^) 
dem Abu '1 Hasan 'Obaidalläh b. A. al *Otbi, Vezir des Sämä- 
niden Nüh II (365(6)— 87/975— 997). 

k. mafäfih al 'ulüni ed. van Vloten Leiden 1895. Das Werk 
zerfällt in 2 Maqftla^s zu 6 und 9 Abwftb I 1. a/ fiqh^ 2. al kaläm, 3. an 
nahw, 4. al kitähaj 5. ahh'^r wal '^arüd^ 6. al ahbär. II. 1. al falsa fa, 
2. al manliq, 3. at tibb, 4. *?7m al ^adad, 5. al handasa, 6. an nuguntf 
7. al mümqfi, 8. al hijal, 9. al kimijä. Maqrizi Hitat I 258 4 v.u. nennt 
den Verf. M. b. A. b. M. b. Jüsuf al Balhl. 

2. 'Ali b. M. b. A. at Tauhidi as Süfi Abu llaijän 
t 400/1009. 

1. k. al muqäbasäf in 103 Abschnitten über Fragen au» ver- 
schiedenen WiHsenschaften Leid. 1443. 2. r. fi ^ilm al kifäba über 
Kalligraphie KrafFt 9. 3. al isarät al ilähije Aufzug auö einem Werk, 
welches vom Gebet und Ermahnung zur Frömmigkeit handelt. Berl. 2819 
erkl. von *Abdalq&dir b. Ibr&htm b. M. b. Badr al Maqdisl as S^iii'i 
ca. 934/1527. 



^) Sein Sohn (V) A. b. Ja'qüb b. ahi Hizäm (Cat. Gz&m) vert. ein 
k, arramj wal furüstje NO 3915. 

*) Den Rieu Cat. M. Br. 640 n. c. fälschlich mit Abu Bekr M. b. 
al 'Abb&8 al Hvirftrizmi f 383993 s. 0. p. 93 identificiert. 



/ 



'1. Abschuitt. 

Die nachklassische Periode der islamischen Litteratnr 
von ca. 400 (1010) bis ca. 656 (1258). 



Einleitung. 

Die klassische Zeit der arabischen Ijitteratur war von 
ziemlich kurzer Dauer gewesen. Schon im 4. Jahrh. war die 
neue Formen schaffende Originalität der Dichter versiegt und 
der kühne, immer weitere Gebiete des Wissens erschliessende 
Gedankenflug der Gelehrten erlahmt; die Dichter verfielen 
mehr und mehr in Nachahmung konventioneller Muster, die 
Gelehrten begnügten sich, den überlieferten Stoff den wirk- 
lichen oder vermeintlichen Bedürfnissen des praktischen Lebens 
anzupassen. Das ist seitdem der Charakter der arabischen 
Litteratur bis auf die Gegenwart geblieben. 

Freilich darf man auch jetzt die Unterschiede von Zeit 
und Ort nicht zu gering schätzen. Vom 5. Jahrh. bis zu dem 
ganz Vorderasien verwüstenden Mongolensturme hat die Litte- 
ratur noch eine nicht zu verachtende Nachblüte erlebt. Zwar 
auf dem Gebiete der Poesie haben wir nur noch einen wahrhaft 
originellen Geist zu verzeichnen. Dafür aber erwächst auf dem 
fruchtbaren Boden der zahlrei(;hen kleinen Fürstenhöfe, nament- 
lich auch im AVesten des arabischen Sprachgebietes, ein zahl- 
rei(!hes Geschlecht formgewandter Poeten, die unter der Sonne 
fürstlicher (Junst die Schwingen ihres oft recht graziösen Geistes 
entfalten. Freilich umgiebt sie ein Heer geist- und ge- 
schmackloser Nachahmer, die an den erstorbenen Formen 
des alten .<</*/• fruchtlose Wiederbelebungsversuche machen und 



24() 2. Buch. 2. Abschnitt. 

die Blossen ihrer Erfindungsgabe durch ungeheuerliehe Sprach- 
kunsteleien zu decken bestrebt sind. 

Reiche Blüten treibt in dieser Zeit die Kunstprosa, die 
in Hariri ihren unsterblichen Meister findet. Die Erzählungs- 
litteratur verarbeitet die ihr in der vorigen Periode zu- 
geführten fremden Stoffe und vereint sie in Sammelwerken. 
Die Historiographie erhält durch grosse, weltgeschichtliche 
Ereignisse fruchtbare Anregungen und schafft eine Anzahl 
bedeutender Monographien, in denen leider nur zu oft die 
zum Inhalte nicht passende, widerwärtig geschminkte Form 
das Sinken des Geschmacks verrät. Von diesem Fehler halten 
sich zwar die Darstellungen der Universalgeschichte meistens 
frei; dafür zeigen aber ihre Verfasser oft recht wenig Achtung 
vor dem geistigen Eigentum ihrer Vorgänger. 

Auf den rein wissenschaftlichen Gebieten herrscht auch 
jetzt noch eine sehr rege Thätigkeit. Am meisten Originalität 
zeigen die theologischen Schriftsteller, unter denen Gazäli, als 
der letzte selbständige Denker, die grossen Controversen 
der vorigen Periode endgiltig zum Abschlüsse bringt. Die 
Philosophie hat noch einige grosse Geister aufzuweisen, die 
freilich im christlichen Abendlande mehr Einfluss geübt und 
Anerkennung gefunden haben, als unter den islamischen 
Völkern. In den anderen Wissenschaften überwiegt der Be- 
trieb der Commentatoren und Compendieuschreiber die selb- 
ständige Produktion. Eine neue, doch wenig erfreuliche Er- 
scheinung sind die Polyhistoren und Polygraphen, denen wir 
in der vorigen Periode nur erst vereinzelt begegneten, deren 
Zahl aber jetzt mit dem fortschreitenden Verfalle der Litte- 
ratur immer grösser wird. 

1. Kapitel. Die Poesie. 

A. Die Dichter in Baiidäd, iniMräq und in derGezira. 

Je mehr die Macht der Chalifen abnahm und durch die 
in den Provinzen selbständig werdenden Statthalter be- 
schränkt wurde, umsomehr erlosch auch der Glanz ihrer 
Hauptstadt. Bagdad ist während dieser Periode keineswegs 



Die nachklassittche Periode der arablHchen Litteratur. 247 

mehr der geistige Mittelpunkt des Islams, sondern nur eins 
von vielen Centren. 

1. Dichter, Gelehrter und Staatsmann zugleich war Abu 
Ismä'il al Hasan b. *Ali b. M. al Isfahäni at TogräM^). Er 
war persischer Abkunft und begann seine politische Carriere 
in Bagdad, wo er i. J. 505/1111 sein berühmtestes Gedicht, 
die Lämijat al 'Agam, verfasste. Dann diente er als Wezir 
dem selgüqischen Sultan Mas'üd in Maussil. Als dieser i. J. 515/ 
1121 n. a. 513 oder 514 in der Schlacht bei Hamadän von 
seinem Bruder Mahmud besiegt wurde, fiel er in Gefangen- 
schaft und ward auf Rat des AVezirs as Sumairami hin- 
gerichtet ^). 

Rec. des text. rel. k rhi»t. d. Seldj. II 132/3, J. Hall. 189, AbuU 
feda Ann. Musl. III 310, 46, Biogr. univ. 46 p. 196 ff. 1. Diwan, meist 
Lobgedichte auf at» Sult&n as Sa*td M. b. Maliks&h, Abu '1 Fath Ma»*üd 
b. M., dessen Wezir er war, al Malik al Muzaffar, Niz&m al mulk und 
Mu'aijad al mulk b. Ni^&m al mulk, Berl. 7635, Er. Mus. 603, Pet 
A. M. 288, gedr. Cpel 1300. 2. Lämijat al 'Agam, ein Gegenstück zur 
Lämijat al *Arab des Sanfar& (s. o. p. 25), ein Klagelied über die un- 
glücklichen Zeitverhältnisse und seine eigene Lage. Lamiat ol Ajam 
Carmen Tograi cum vers. lat. et notis op. E. Pocockii. Acc. (8m. Clerioi) 
tractatus de prosodia arabica. Oxonii 1661. Poema Tograi cum vers. 
lat. J. Golii hactenus inedita, quam ex msto. Goliano praef. et notis 
quibusdam auctam ed. M. Anchersen. Trajecti ad Rh. 1707 (sehr selten, 
vgl. Wahl Mag. f. or. Lit. 1787 p. 60). Poema Tograi ex vers. lat. 
J. Golii cum scholiis et notis cur. H. van der Sloot. Franequerae 1769. 
L. G. Pareau, Specimen academicum cont. conimt. de Tograi carmine. 
Trajecti ad Rh. 1824. J. Hall. 1. 1. Commentare a) v. 'Abdallah b. al Hosain 
al 'Okbarl f 616 1219, Berl. 7658/9, Leid. 652, Escur.* 325,, Wien 467, 
Pet. A. M. 289. b) v. Sal&haddin as 8afad! f 764 1363, BerL 7660-3, 
Wien 466, de Jong 93, Havn. 263, Paris 3119- 21, Br. Mus. 604, 1363, 
Suppl. 1054 5, Bodl. I 1202, '3, *6, *32, ^35, '80, gedr. Kairo 1305, 
Auszug V. M. b. 'Abbäs al Badr&ni Berl. 7670, anon. Paris 3123, v. ad 



') D. i. der Kanzler, so zubenannt, weil er als Wezir die amtlichen 
Schriftstücke mit der Togr& seines Fürsten zu unterzeichnen hatte; vgL 
Houtsma, Pr^face au Recueil des textes rel. ä Thist. des Seldjoucides 
vol. II p. IX. 

*) J. Hall.^s Angabe, dass S. im Jahre darauf von einem schwarzen 
Sklaven TV, der seinen Herrn rächen wollte, in Bagd&d ermordet sei, 
ist unrichtig. S. wurde 515 in Hamad&n getötet; vgl. Houtsma 1.1. 
p. XIX. 



^48 2. Buch. 2. Absolinitt. 

Damiii f 80S 1405, Berl. 7<>64 5, Miinch. 566, Paris 3122, Alger 1854i, 
«laraus wieder ein Auj*zug v. M. b. Halil al Käzerfini Ind. Off. 801». 
I) V. ad Dam&mlni f S28 1425 u. d. T. nuztil al yaU Ups. 136, Paris 3124; 
Widerlegung fahkhn al "aqül v. 'Ali b. M. al Aqbart f 862/1458, 
Parid 3125. d) v. M. b. A. al Mahalli f ^^^ 1-^^^N Berl. 7666. e) v. Ab(\ 
Jahjfl ZakarijÄ al Anrtari f i>10:1504, Alger 1855. f) v. M. b. 'Omar 
b. Mubarak b. Bahra«) al Hadraml f 920 1514, Berl. 7668 9, Goth. 2250, 
l.eid. 656, Brill-lloutsnia H, Müuch. 567, Paris 2502,,, Pet. A. M. 292,, 
^-edr. Kairo 1309. g) v. Gel&l b. Hidr al Hanefi verf. 966/1558 in Cpel. 
Ups. 137. h) V. 8a'id b. Mas'öd as SanbAgi Abil Öum'a ca. 990 1582, 
Berl. 7667 (Ablw. falsch ca. 900), Leid. 651, Pet. A. M. 292, Alger 1838, 
Kairo IV 210. i) v. M. 'Ali u. d. T. (uh/af ar ra'j Bül&q 1311. k) anon. 
Berl. 7671. — Bearbeitungen: a) at tasdir wat i(Cgiz, Umstellung der 
Verse von IshAq b. IbrAhim al Ansari al Ausi Escur.* 470,,, b) v. Abft 
*1 Hasan 'Ali b. Farhftn al Ja'muri ib. ,,, c) v. 'Abdallah b. 'Abdalhaqq 
b. as SA*im ib. ,4, d) iahrr v. Ibr&him b. M. al AnsAr! Paris 32OO5, 
e) anon. iahfir ib.g, f) Nachahmung u. d. T. Lätmjat al'Arab v. Ism&MI 
b. Abi Bekr az Zubadi Br. Mus. 607 3, Nufhut ool Jumun p. 404; vgl. 
noch Ahlw. 7673. 3. yämi' al asrär watarakib al anwär^ AUhemie 
HH II 500, Pet. Kosen 205,2, Goth. 1298, frgm. 4. mafatVi ar rahma 
\va ma.sdbih al hikma über den Stein der Weisen Paris 2614. 5. haqä^iq 
al isfishäd verteidigt die Alcheraie gegen b. SmA Landberg -Brill 486. 
6. Zwei alchera. Gedichte Br. Mus. 601 III g. 7. al gauhar an nadh' 
1i miuYat al iksir (Verf.?) Berl. 10361. 

2. Abu '1 Maäli Sad b. 'Ali b. al Qäsim al Haziri al 
AVarräc] Dalläl al kiitub stammte aus Hazira, einem grossen 
Dorfe oberhalb Baidäd's, lebte als Buchhändler in Bagdad und 
starb i. J. 5(;8/1172 ^j. 

J. Hall. 245, Wüst. Gesch. 261. 1. k. lumah al mulah, alphabetisch 
geordnete Gedichtsammlung a. d. J. 549 1154, HH 11164, 12869, Bodl. 
1 300, 319, Escur.2 465. 2. k. al i'gäz ft 'l aha^i w(d algaz , Rätsel- 
sammlung aiphabet., gewidmet dem Emir Mugähid ad din Qäimaz, Vor- 
mund des Zainaddin Jüsuf, Fiirsten von Arbela 563—586/1167 — 1190, 
Kairo IV 204. 

3. Abu 'Abdallah M. b. Bahtijär b. 'Abdallah al Ab Iah 
lebte in Bagdad und starb daselbst i. .1. 579/1183 n. a. .)8J). 

J. Hall. 651. Einige Gedichte Br. Mus. IO8O3. 

4. Abu 1 Fath M. b. 'Obaidalläh sib t b. at Ta'aw idi war 

. . — 

der Sohn eines türkischen Freigelassenen, der eigentlich 



') So J. Hall.; Ahlw. 7328 2 falsch 598 1202. 



Die imchklassische Periode der arabischen Litteratur. 249 

Tastakiii hiess. und von mütterlicher Seite Enkel des berühmten 
Süfi und Asketen b. at Taawidi. Kr war i. J. 51t)'ir25 in Bag- 
dad geboren und daselbst im Diwan al muqäta'at angestellt. 
I. .1. r)7i)/ll<s:3 erblindete er und starb i. .1. ."iiSilUHT, n. a. 5^<4. 

J. Hall. ()52. Diwan zuerst vor geiner Erblindung publiziert und 
»pater vermehrt HH 111 5170, Berl. 7698/9, Bodl. I 1225, 1235, Escur.^STCi. 

5. Sein Rival, der mehrere dichterische Fehden mit ihm 
bestand, war Nagmaddin Abu Iganä'im M. b. Ali b. al Mu'allim 
al Hurti, geb. i. .1. 501/1107, gest. i. J. 59i>;il95. 

J. Hall. «53, Dmäfi Wien 468,, Escur.* 365. 

(). In der ersten Hfdfte des 7. .lahrh. blühte Aidamir al 
Muhjawi Fahr at Turk,' ein Freigelassener des Muhji addin 
M. b. M. b. Sa'id b. SaMi^. 

Dhrdn Kairo IV 240, Abschrift a. d. J. 686 1287. 

7. Husämaddin Msa b. Sin gar b. ßahram b. CJibril 
b. Ilunmrtakin b. Tastakin al Hägiri stammte aus einer 
türkischen Soldatenfamilie. Als b. Hallikän, mit dessen Bruder 
er befreundet war, i. »I. ()2(]/ 1*229 Irbil verliess, sass er dort 
in der Festung gefangen. Nach seiner Freilassung legte er 
das Gewand eines Sufi an und trat in die Dienste des Muzaf- 
faraddin Kükburi, der seit d. J. 5S()/1090 in Irbil regierte. 
Nach dessen Tode i. J. ()^^0/1232 verliess er die Stadt, kehrte 
aber spater dorthin zurfick und wurde i. J. ()82/1235 daselbst 
ermordet. 

J. Hall. 491, I. Dhvnn. geiammelt und geordnet von *Oinar b. M. 
b. al Hosaini aus Damaskus in 7 Kapiteln: 1. yazal, 2. Gedichte aus 
der Gefangenschaft, 3. mnhammasat, 4. einzelne Verse, 5. Spottgedichte, 
6. mairäll 7. dübait Berl. 7742 4, Leid. 676/7, Vat. 360«, Münch. 512, 
Br. Mus. IO8O4, vgl. 630^, Suppl. 1067, Calc. 22, gedr. Kairo 1305. II. m«- 
särih al yizlän al Hdyinje gesammelt von demselben Ind. Off. 829 IH, 
HH 111 277 = 1*:' III. Einzelne Gedichte in der Sammlung nuzhet an 
näzir wa mrh al hätir, entstanden nach 1008 1599, Berl. 8198. 

>^. Der sfitische Dichter 'Izzeddin 'Abdathamid b. abi 
1 Hadid starb i. J. ():)(v/1258. 



*) Von Ahlw. 7878 g faNch ca. 750 genetzt; vgl. Hartmann Mu- 
waKsah 18. 



250 2. Buch. 2. Abschnitt. 

As sab" al \ilamjät 1. über die Eroberung von Haibar, 2. über 
die Einnahme Ton Mekka, 3. und 4. Lob des Propheten, 5. auf den Tod 
Hosains, 6. an den Chalifen an N&sir lidin all&h (575—622/1180—1225), 
7. Lob des Propheten Berl. 7757/8, mit dem Comt. eines ungenannten 
*Aliden Leid. 703, HH IV 577. 

9. Abu Zakarijä Jahjä b. Jüsuf al Ansäri al Bagdädi 
as Sarsari al 'Iräqi Gamäladdiu , stammte aus Sarsar in 
der Nähe von Bagdad und starb i. J. 656/1258. 

1. Diwan, nach der Länge der Gedichte geordnet, HH III 290, 
5514, Berl. 7759, Goth. 2272, NO 3887. 2. Einzelne Gedichte Berl. 7760, 
Bodl. II 315. 3. Qaslde zum Lobe des Propheten, von der jeder Vers 
sämtliche Buchstaben des Alphabets enthält, und eine Qaside über das 
mystische Leben, /i V famuwuf Escur.* 363,. 4. muniaqa min madä*ih 
ar rasül Escur.^ 466. 5. /? ma^rifet aircVil suhür ar Rum wa ma^i-i/et 
^adadihä, eine auf lä reimende Qaslde, Goth. 1377i,. 6. ad durar al 
jathna wal mahagga al musfaqlma, hanbalitisches Recht in Tawilverscn. 
Berl. 4511. 7. 562 TawUverse über Gott und seine Eigenschaften, 
M. und seine Vorzüge, seine Begleiter und Nachfolger, die Iniäme und 
bes. A. b. Hanbai und seine Sekte, Berl. 10017. 

10. A. b. M. b. abi 1 AVafä Sarafaddin Abu 't Taijib 
b. al Haläwi ar Raba*i, geboren i. J. 603/1206, war der Hof- 
dichter des Atäbeg von Mausil, Badraddiu Lu1u' (631 — 657/ 
1238—1259) und starb i. .1. 656/1258. 

Fawät I 69, Hartmann Muwassah 12 3. Ausgewählte Gedichte 
Goth. 2196. 

11. Magd (Muliji) addin M. b. abi Bekr b. Rusaid al 
Wä*iz al Bagdädi al Witri starb i. J. 662/1264. 

1. Bunfän al 'äri/ln ft maWifei ad dunjä ivaddtn oder al qamUd 
al wifnjCf Gedichte zum Lobe des Propheten, mit Tahmis des M. b. 
*Abdaraziz al Warr&q al Lahml al Qurtubi al Iskenderftnt f 6S01281 % 
Berl. 7767/8, Goth. 2273, Lefd. 706, Brill-Houtsma 16, 17, Havn 271; 
daraus bes. 2. al qastda al nntrtje ft madh hair al banje mit Tahmis 
von dems. Berl. 7769 70, Escur.' 436^, gedr. Kairo 1311; 3. al qasida 
ad dahaMJe ft 7 higgd nl Makkfje traz zaura al Muhammadfje ca. 
300 Verse Berl. 404H, dazu Tahmis v. Sadaqatalläh b. Sulaim&n al 
Qähirl al Kerkeri f 1115/1703, Berl. 7771, anon. Ind. Off. 816. 



*) Der schon 661 1263 ein Werk u. dems. T. geschrieben hatte in 
Leid. 2801 (V 313). 



Die nachklasHische Periode der arabiuchen Litteratur. 251 

12. Samsaddin al Wä'iz al Küfi starb, fast 80 Jahre 
alt, in Bagdad i. J. (>75/1276. 

Gedichte Goth. 2196,. 

IH. Magdaddin M. b. A. b. abi Säkir al Irbili war 
noch i. J. 676/1277 am Leben. 

Tadkiref al anb tcafabsiret al adib, ein Gedicht, Paris 8129«. 

B. Persische Dichter. 

Das iranische Hochland war am frühsten unter allen 
islamischen Ländern von der Centralregierung in Bagdad un- 
abhängig geworden. An den Höfen der selbständigen Dynasten 
fanden die Dichter fast immer freundliche Aufnahme. Durch 
die Gunst der Sämäniden ward die persische Sprache zum 
Range einer Litteratursprache erhoben. Nichtsdestoweniger 
behauptete aber das Arabische, wenn wir vom Epos absehen, 
auch in der Dichtkunst noch immer seine Macht. 

1. Abu IFath 'AH b. M. al Busti war i. .1. 860/971 in 
Bust, einer Stadt im Gebiete von Kabul, geboren. In seiner 
Jugend stand er im Dienste des Herrn seiner Vaterstadt, 
Bätjür. Als (lieser von Sebuktekin besiegt war, schloss er 
sich dem neuen Machthaber an. Unter der Regierung von 
dessen Sohn Mahmud sollte er nach dem Lande der Türken 
versetzt werden, starb aber vorher i. J. 401/1010. 

Jetima IV 204 — 31, J. HaU. 443. 1. Aufzug, nubda, au» »einem 
D!w&n Leid. 633. 2. Öeiii beruhmtesteH Gedicht, qamdet al Busti^) 
xax^ F^ozh^'f ^^^'^^ u- *!• T. UiHirdn al hilm (fal»ch *u, al hukm), erbau- 
lichen Inhalt», Berl. 7591-3, Kscur.* 167j, Wien 457,, Ind. Off. 1038«, 
Pari» 1293i, Commentnre a) v. 'Abdallah b. M. b. A. an Nugrak&r 
f 776 1374, Berl. 7594 5, Leid. 634, Ref. 109, 110, Ooth. 2236/7, 
Havn. 242,, b) v. *Abdarrahni&n al *Oniari al Mail&nl ca. 780/1378, 
Berl. 7596, c) zu den beiden er^^ten Versen v. *Abdalq&dir b. 'Aidarü» 
f 1038 1628, Berl. 7597. 3. Zwei Gedichte Goth. 26,. 

2. Abu Mansur *Ali b. al Hasan b. 'Ali b. al Fadl Surr- 
durr lebte zeitweise auch im 'Iräq; von Wasit aus beglück- 
wünschte er den Wezir Fahraddaula M. b. «ahir bei seinem 

') Vgl. Baillie Five buok» on Arabic gramraar IIL 



•25'2 2- Buch. 2. Abschnitt. 

Amtsantritt. Kr starb i. .1. 465/1078, indem er auf dem AVege 
nach Horäsän in eine Löwengnibe fiel. 

J. HaU. 447, vgl. 672, HH III 5513, 5263. Dtwdn Beil, 7620, 
Leid. 6445, Pet. A. M. 287, Calc. 23. 

:i *Ali b. al Hasan b. *Ali al Bäharzi Abu '1 Hasan 
stammte aus Bäharz, einer (legend mit 1(58 Ortschaften zwischen 
Nisäbür und Herät. Er studierte anfangs säti^itisches Recht, 
wandte sich aber dann der Poesie zu und wurde einer der 
besten Dichter seiner Zeit. Im Du 'Iqa'da 4G7/Juni 1075 wurde 
er in seiner Heimat ermordet. 

J. Hall. 448, WüHt. Oesck. 211. 1. Dumjat al qasr ira *u8raf 
ahl al ^asr über die Dichter des 5. Jahrh. bis zum J. 450 als Fort- 
Setzung zur Jefima des Ta'Alibi HH III 5136, VI 14452, BeH. 7409, 
Wien 366 — 8, Goth. 2128, Paris 3313, Br. Mus. 573, 1126, Auszug 
Leid. 880. 2. Ein auf ha reimendes Gedicht Goth. 26 fol. 146». 

4. A. b/Abdarrazzäu Muinaddin Abu Nasr at Tantaräni 

1 • • • • 

dichtete zu Ehren des Nizäm al mulk (f 485/1092), Wezirs 
der selgüqischen Sultane Alp Arslän und Maliksah: 

al qamla af iargrije HH IV 9474, Berl. 7622 3 ed. de Sacy Chrest. 
ar. II 500 (fälschlich zugeschrieben dem M. b. M. b. 'Abdalgalil nr 
Kasid al Watw&t f 509 1115) mit anon. Comt. Berl. 7624, Leid. 646, 
Wien 462, KrafTt 112, Münch. 894 f. 13, Pet. Rosen 87,95,, Havn 242, 
Hr. Mus. 5654, K^H*, Ind. Off. 805 l, Bodl. I 1274^, Paris 3116, Comt. 
V. M. al Behistl al IsfarÄMni ca. 900 1494, Berl. 7625 6, Paris 1160«, 
Glossen Berl. 7627, Paris 30883. 

5. Abu .la'lä M. b. al Habbärija al 'Abbäsi stand gleich- 
falls im Dienste des Nizämalmulk und lebte eine Zeitlang in 
Isfahän. Später zog er nach Kermän und starb daselbst i. J. 
504/1100. 

J. Hall. 648. 1. k. as §ädih wal hägim walhäzim waTäzim oder 
naffViy al fitna fi nazm KalUa tca Dimna. Der Dichter erzahlt, wie 
er einst auf der Reise Nachts aufgewacht sei und einem Streit zwischen 
einem Inder und einem Perser über die Vorzüge ihres Volkes zugehört 
habe; ein j<?der führte für »eiBe Meinung teils andre Gründe an, teils 
suchte er sie durch £rzählung von Fabeln zu erweisen. Das Werk ist 
gewidmet dem Herrn von Hilla Abu '1 Hasan Sadaqa b. Dubais al 
Mazjadi t 501/1107; vgl. Hammer Wien. Jahrb. 90 p. 67—128 (ein 
grösseres Stück in deutschen Versen), Berl. 7230 1, Goth. 2244 5, Ref. 243, 
Wien 465, Leid. 647 8, Paris 3495—8, Br. Mus. Suppl. llSlj, Bodl. I 850^, 
1260, II 320,, Cambr. 148, Escur.^* 474, 555, 759, Alger I8262; gedr. Kairo 



Die nuehkla^tsigohe Periode der arabsieheii Litteratiir. 25*^ 

1292, Bairftt 188B. Auszug tagnd a§ sCidih v. b. Higga al Haniawl f 837 
1438, Berl. 7632. 2. urgüza üi'i'ije über das Schachttpiel Berl. 5497,, 
7632,, Goth. 1514 fol. 137, Br. Mus. 616,, Bodl. II 2274, Alger 1508,. 
3. fulk al niiCäU AS 4158. 4. Ein «atirischeH Zeitbild Rec. d. text. 
rel. k r bist. d. Sel^j. II 65. 

C). Abu T Muzaffar M. b. abi 1 'Abbä« A. al Abiwardi 
stammte von Muäwija dem jüngeren aus dem Hause der 
Umaijadeu. Er war in Kufän, einem Dorfe bei Abiward in 
lloräsän. geboren, zeichnete sich als Dichter und Genealog aus. 
I. J. 507/1113 wurde er in Isfahän vergiftet. 

J. Hall. 646, Abulf. VII 380, Jäqöt I 111, Wüst. Oesch. 22H. 
Ditcän in 3 AbteUungen: 1. an Naydijäf (allein Paris 341 K, Br. Mus. 
Suppl. 1030», Comt. V. 'Abdalmalik al Qaisari, vollendet 759/1358, Leid. 050). 
2. al "Iräqyäf meist auf die Chalifen al Muqtadir (467—487 1075—94) 
und al Mustazhir (487—512/1094- 1118) und ihre Wezirc (aUein Br. Mus. 
602, Paris 3117, Köpr. 1338). 3. al Wagdijaf Berl. 7634, Mftncb. 51H, 
Bodl. 1 1196, .Escur.* 3712, 420, frgni. von einem Späteren au» einem 
alten Ex. zusammengestellt, das nur die beiden ersten Abteilungen ent- 
hielt Leid. 649. 

7. Sihäbaddin A. b. M. al llaijät war 458,/l(K)f) in Da- 
mascuH geboren, lebte in Persien und starb daselbst i. J. 
517/11-2:1 

J. HaU. 59. 1. Lf^wdn, im Jahre seines Todes gesammelt Eseur.* 375, 
Havn. 264. 2. Einzelne Gedichte Berl. 7675, Br. Mus. 630.. 

8. Abu Isl.iäq Ibrahim b. Jahja b. UHmän b. M. al Kelbi 
al(iazzi war 441/1041) in Gaza geboren, kam 4H1/1()8S nach 
Dainascus, um den Facjih Nasr al Macidisi zu hören, und stu- 
dierte dann noch mehrere Jahre an der Nizämija zu Bagdad. 
Später ging er nach Horäsän und dichtete Loblieder auf 
verschiedene Grosse, besonders auf den Wezir von Kermän 
Nasraddin Mukarram b. al 'Ala'. Er starb i. J. 524/1180 in 
der Gegend zwischen Merw und Balli. 

J. HaU. 170. Diwdn ca. 5000 Verse HH 5156, 5595, Berl. 7680, 
Paris 3126, Pet. A. M. 293. Lobgedicht auf den Sult&n Maliksah und dessen 
Sohn, den Sult&n Sangar Wien 495(?). 

9. Näsih addin Abu Bekr A. b. M. b. al Hosain al Qädi 
al Arrajiäni war i. J. 460/1068 geboren und stammte aus 
einem ansärischen Geschlechte. Nachdem er das Amt eines 
stellvertretenden Qädi s in Hiizistan, Tuster und *Askar Mu- 
karram verwaltet hatte, starb er in Tuster i. J. 544/1149. 



254 2. Buch. 2. Abschnitt. 

J. Hall. 62. Diwan, meist längere Lobgedichte, von seinem Sohne 
gesammelt HH III 5281, Berl. 7689/90, Leid. 668 9 (frgm.), Br. Muh. 
Suppl. 1062, Havn. 265. Ein Gedicht Br. Mus. 6302. 129 Regezvert^e 
zum Lobe des 'Im&daddin Abu M. Tfthir b. M. Berl. 8157^. 

10. Der Qädi Nizämaddin al Isfahäni verfasste um 
d. J. ()78/1278: 

Diwan al munSa^äf, poetische Episteln, meist für den Wezir Beh&* 
addin (Abulf. V 60) und seine Söhne Semseddin und *Al&'addin (t 680/ 
1281, Abulf. 1.1.) aus den Jahren 631—78/1238—78, Br. Mus. 615. 

C. Syrische Dichter. 

Syrien, das schon gegen Ende der vorigen Periode unter 
der Regierung der Hamdäniden angefangen hatte, die unter 
der 'abbäsidischen Herrschaft verlorene Bedeutung für die 
Litteratur wieder zu gewinnen, brachte in dieser Zeit eine 
ganze Reihe angesehener Dichter hervor. 

1. Noch unter der Einwirkung der glänzenden Zeit al 
Mutanabbis stand Abu T *Alä' A. b. 'Abdallah al Ma'arri 
at Tanülii, vielleicht der grösste Dichter der ganzen nach- 
klassischen Zeit. Er war i. J. 868/973 in dem nordsyrischen 
Städtchen Ma'arrat an No'män geboren; seine Familie gehörte 
zu dem südarabischen Stamme Tanuh. Zu Anfang des Jahres 
867/977 erblindete er infolge der Blattern auf einem Auge 
und später verlor er auch das andere. Nichtsdestoweniger wid- 
mete er sich mit Eifer belletristischen Studien, die er dann in 
Halab fortsetzte. Im »I. 884/994 kehrte er von dort in seine 
Vaterstadt zurück. Im J. 898/1007 ging er nach Bagdad, 
doch gelang es ihm nicht, dort festen Fuss zu fassen, und so 
kehrte er nach wenigen Monaten in die Heimat zurück. Aber 
schon im nächsten Jahre ging er wieder nach der Haupt- 
stadt. Dort lernte er den Bibliotheksdirektor 'Abdassaläm 
al Basri kennen, der ihn in eine Gesellschaft von Freigeistern 
einführte. Der Verkehr mit diesen scheint auf die philosophi- 
sche Richtung seiner Poesie einen bedeutenden Einfluss aus- 
geübt zu haben. Aber er war erst ein Jahr und sieben 
Monate in Bagdad gewesen, als ihn die Nachricht von der 
Erkrankung seiner Mutter zur Heimkehr zwang. Diese starb, 



Die nachklas^ische Periode der arabinchen Litteratur. 255 

ehe er in Ma'arra ankam, und seitdem hat er die Heimat bis 
zu seinem Tode i. J. 449/1057 nicht mehr verlassen. 

Wenn M. auch in seinen Jugendgedichten, die im siqt 
az zand gesammelt sind, durchweg der litterarischen Mode 
seiner Zeit folgte, so verschmähte er es doch, sich wie 
die meisten seiner Kunstgenossen durch Schmeicheleien 
an die Machthaber zu demütigen. Die Gedichte seines 
Mannesalters aber, die er in der Sammlung luzüm mä 
lam jalzam vereinigte, sind durchaus originell und pre- 
digen mit rücksichtsloser Kühnheit seine pessimistische Welt- 
anschauung. 

J. al Anb&rt 425, J. HaU. 46, C. Rieu, De Abu 1 Alae poetae 
arabici Tita et carminibus Bonn 1S43. A. v. Kremer ZDMG 29, 304; 
30, 40; 31, 471; 38, 499; Culturgesch. II 386 — 94; über die philo- 
Bophischen Gedichte de» Abö *1 A1& Ma'arry SB WA Bd. 117, Wien 1888. 
Ooldziber ZDMO 29, 637. 1. sigf az zand, Jugendgedichte, Berl. 7610- 2, 
Goth. 2238, Wien 459, Guelf. 41, Pari» 3109,10, Leid. 638, de Jong 91, 
Br. Mu». 598, 1073, IO8O4, 1411, Suppl. 1051, Bodl. 1 769,, 1195, 1256, 1277, 
II 329, Havn. 261, Vat. 558, Escur.' 273, 435, Köpr. 1267, 1291/2; gedr. 
Bairüt 1884. Commentare a) t. Dichter u. d. T. dau' as siqt Rieu 1. 1. 
p. 66, Pari8 3111 (de Sacy ehrest. III 921), Leid. 639, Köpr. 1323, gedr. 
Bairüt 1884, b) v. at Tibrizi f 502/1109, Leid. 640, Pari» 3112, Havn. 262, 
Wien 460, Br. Mus. 599, Cambr. 115, Ref. 223, Köpr. 1331, 0) v. ai 
BaUyüsl t 521/1127, Bodl. I 1211, E8cur.*276,, vgl. 3, AÖ 4099, vgl. 
de Sacy Chrest. 111 92, d) v. al Q&sim b. al Hosain al Hwftrizmi f 617/ 
1220, Berl. 7614, Wien 460, Leid. 641, Pet. A. M. 284/5, NO 3986 7, 
e) anon. Berl. 7615. 5 andre Comt. Ahlw. ib. 2. luzüm mä lam jalzam 
(so benannt nach einer besonderen Künstlichkeit des Reimes) Leid. 642 3, 
BodL I 1293, Pet. A. M. 286, Br. M. Suppl. 1050, 1140; gedr. Kairo 1891, 
Bombay 1303; Auszüge Pet. 231«. 3. ar RasäHl in 3 Teilen HH III 459, 
Leid. 3*48 (Teil 11) = al mukäfabät Köpr. 1396, daraus bes. a) r. al 
maWika nach HH 1. l. zu Teil I gehörig Leid. 349, b) ar r. al ifftidijt 
Ober arab. Sprache und Poesie, an den Weztr Abu *1 Q&sim al Hosain 
al Magribt (t 418/1027, J. HaU. 185) Rscur.* 470,, c) ar r. al maftth^je 
an dens. ib. 3. 4. k, malqä 's saMl ft 7 wa^z waz zuhd in Reimprosa 
and Versen Escur.* 476,, Br. Mus. 8881,, Auszüge Pet. 231»; Nach- 
ahmung von al GÄfiqt f 540/1145, Br. Mus. 888„. 5. al qafida al 
Lamije mit Comt. v. b. al 'Afm Ref. 326. 6. r. /t *t tofrif Landberg- 
Brill 131. 7' Comt. zu al Mutanabb! s. o. p. 88. 8. Ueber seine angeb- 
liche Nachahmung des Qortns u. d. T. al fufül waigäjät vgL Goldziher 
ZDMG 29, 640; 32, 383, MSt. II 403, Thorbecke ZDMG 81, 176. 



2')() 2. Buch. 2. AbMhiiitt. 

•2. ^Abdallah b. M. al llafägi f 4()(;/l()74. 

1. sirr al fasaha Rhetorik Hll III 7144, Berl. 7173. 2. Qaside auf 
den Grosjsemir Sa'daddaula 'Ali h. Muuqid HH III 5410, Berl. 7621. 

^1 A. b. Miiuir b. A. Muflili at Taräbuliisi Muhaddib 
addin (al iniilk) Abu T HcKsain war 47:^/1080 in Taräbulus 
geboren. Er war ein Anhänger der Rafiditen und ein be- 
rüchtigter Hiiiä'dichter: deswegen wurde er von Büri b. 
Atäbek, Fürsten von Damaseus (o'22 — ii()/I12H — 82) eine 
Zeitlang gefangen gehalten. Er starb i. .1. r)48/1135. 

J. Hall. H3. al qasifla at TataHfc, 91 Ver^e über seinen Diener 
Tatar, den er mit Gesehenken an den Serif al Müsawi geschickt und den 
dieser zurückbehalten hatte; er giebt zu verstehen, dass er, um ihn 
wiederzubekommen geneigt sei von der Si*a zur Sunna überzutreten; 
HH 111 5217, Berl. 7691. 

4. Abu '1 Fitjan M. b. Sultan b. Haijiis war i. J. 394/ 
1003 in Damaseus geboren, lebte als Hofdichter der B. Mirdks 
in Halab und starb i. .1. 473/1080. 

J. Hall. 645. DiwAn, Lobgedichte auf syrische Fürsten und Grosse, 
hauptsächlich Hamdäniden und Mirdäsiden HH 111 245 nr. 5170 
Vgl. Vll 724, Goth. 2241, vgl. J. J. alias Bruno Müller, Bonn 1829, 
Monachii 1844, BO 818. Zwei Gedichte Berl. 7621 2. 

5. In der ersten Hälfte des G. .lahrh. blühte Abu M. 
Ma'dän b. Ketir b. al Hasan al Bälisi. 

Diu'fhi, meist Lob- und Trauergedichte Goth. 2254,. 

(i. 'Ali b. M. b. Rustam ad Dimasqi Bahä'addin Abu T 
Hasan b. as Sä'äti war i. J. 555/1160 in Damaseus geboren 
und starb ()04/l-207 in Kairo. 

J. HaU. 451. Ditcdn AS 3872 (nach HH III 5188 gab es deren 
zwei); eine Qaside Berl. 7702. 

7. AI malik al amiiad Bahrämsäh b. Farriihsäh, Gross- 
neffe des Salähaddin kam i. J. 578/1182 als Sultan in Ba'albek 
zur Regierung und wurde 627/1280 ermordet. 

Dtirärij Liebeslieder (nasab und yazal)^ und Preis der Tapferkeit 
(hamäsa) Paris 3142. 

8. Jüsuf b. Ismä'il as Sauwä^ al Haiabi war i. J. 562/ 
1166 geboren und starb i. J, 635/1237. 

J. HaU. 821. Sein D^wän in 4 Banden ist rerloren. Ein Urteil 
über seine besten Gedichte Berl. 297 40. 



Die nafhklassirtche Pfriodo der arabischen Litteratur. 257 

9. 'Abdalmuli8in b. Maiiinüd at Tanulii al Haiabi war 
i. J. 570/1 J 74 geboren. Er war anfangs Sekretär, dann Wezir 
des Mamlüken 'Izzaddin Aibek, Fürsten von Sarliad bei 
Damascas, bis zu dessen Ermordung i. »I. (>2()/]*229 und starb 
i. J. 643/1245. 

Faw&t II 13, Wüht. Oertch. 328. Miffnh al af'rdh fl 'mtidah ar 
räh Wein- und Trinklieder nach dem Vorbilde de» Abu Nuwä», ge- 
sammelt auf VeranlasHung de» Prinzen 'Isä b. abi ßekr b. Aijftb 
t 624/1127 HH VI 12544 8, VII 981, Berl. 7753, Wien 4«3. 

10. Sadraddin 'Ali b. abi 1 Faiaj; al Basri widmete 
i. J 647/1*249 dem Fürsten von Halab al Malik an Näsir 
Salähaddunja waddin Abu 1 Muzaffar Jusuf (getötet von Hülägü 
i. J. 659/1261): 

al Hamam al Basnic HH III 116, Kscur.* 313, NO 3804. 

11. Nüraddin M. b. Rustam al Is'ardi war i. J. 619/1222 
geboren, lebte als Dichter am Hofe desselben Aijübiden al 
Malik an Näsir und starb i. J. ()52/1254. 

FawAt II 161. An N&HirijAt, üediehte zum Lobe des genannten 
Forsten EHcur.M72 (vgl. 399 1). 

12. Galäladdin 'Ali b. Jüsuf b. Saibän al Märidini as 
Saffär war {..1.575/ 1179 geboren, diente dem Fürsten von 
Märidin. al Malik al Mansür als Schreiber, und wurde i. J. 
658/1260 beim Einfalle der Tataren getötet. 

Faw&t II 97. Gedichte üuth. 2196.,. 

V^. Tägaddin M. (Mahmud) b. 'Abid b. al Hosain at 
Tamimi as Sarhadi al Hanafi war i. »I. 598,1201 geboren 
und starb als Lehrer des Ijanefitisehen Rechts an der Medrese 
an Nürije zu Damascus i. .1. 674/1275. 

Gedichte Goth. 219(>h. 

14. M. b. Sauwär b. Israel Nagmaddin Abu 1 Ma'4li 
as Saibäni war i. J. 603/1206 in Damascus geboren und starb 
daselbst i. J. 677/1278. 

Faw&t II 269. IMwän, Ertcur.* 437, beginnt mit einem Lobgedicht 
auf «einen Lehrer Abu 1 Ha»an 'All al Harlri t 645/1247. 

15. Sihäbaddin M. b. Jüsuf b. Massud as Saibäni at 
TallaMari war i. J. 598/1197 in Mausil geboren. Er ver- 

Brorkelmann, ArabUch« Lttteraturfeschichtc. I. 17 



258 '-i- Buch. 2. Absicbnitt. 

fasste dort Lobgedichte auf den Fürsten al Malik al Asraf, 
wurde aber wegen seines Hanges zum Hazardspiel ausgewiesen 
und ging nach Halab. Dort wurde er von dem Fürsten an- 
fangs freundlich aufgenommen, machte sich aber bald durch 
dieselbe Leidenschaft unmöglich. Nicht besser ging es ihm 
in Damascus. Zuletzt lebte er am Hofe des Fürsten von 
Hauiat und starb i. J. ()75/1277. 

• 

Fawät 11 277. JJiivä7t Berl. 7780, JEscur.* 3422, vgl. Hartmann 
MuwaHHaU 86. 

IH. *Afifaddin Sulaimän b. *Ali at Tilimsäni war i. J. 
GlO/1'213 geboren und lebte bald als Süfi, bald als Sekretär 
in Kairo und Damascus und starb daselbst i. J. 690/1291. 

FawÄt 1 178. 1. DiwäUf alphabetiäch geordnet Berl. 7783j, Br. Mus. 
617 8, Ind. Off. 829, Bodl. II 314, Escur.* 385, 453. 2. r. ft 'Um al 
'arud Metrik Berl. 7128. 

17. Sein Sohn Samsaddin M. b. 'Afifaddin at Tilimsäni 
as Säbb az Zarif war i. J. 661/1268 in Kairo geboren und 
starb i. .1. 688/1 2S9 in Damascus. 

Fawät II 211. 1. IHwmi HH 111 247, 5196; 286, 5477, Berl. 7783, 
Goth. 2274, Paris 3176, Br. Muh. 616,,, Köpr. 222, lithogr. Kairo 1857, 
vgl. Hartniann MuwaHsah 24. 2. fiutbat faqtid scherzhafte BeHtallungs- 
rede Herl. 3953^. 3. eine laHfive Predigt Berl. 3953,. 4. /u.yähaf al 
masbiifj /? malähat al uKisäqj eine Maqftme Berl. 85944. 5. al maqdma 
al Hitijc u'UH Shäzijv lanciven Inhalts ib. 5. 6. maqamät al Uissdq 
Paris 3947. 

18. \Vahr.scheiiili(!h gegen Ende des 7. Jahrh. blühte 
Samsaddin Abu ^Abdallah M. b. 'Abdallah b. M. al Haffäf. 

Badl dl isfifd'a /? madh mhih ai lajd'a, Gedieht zum Lobe des 
Propheten llavn 276. 

19. Die Hds. Leid. 729 enthält Gedichte von Mannern, 
die um die Wende des 7. u. 8. Jahrh. in dem syrischen 
Kastell 'Aglun (Abulf. Geogr. 244) blühten u. zw.: 

1. V. Sarafaddin M. b. at TAI al HAfI a) Gedichte zum Lobe des 
Q&di Kemäladdin Abu Hafs 'Omar b. Sarafaddin M. 

b) auf den Tod von dessen Bruder A., der im Rabi* I 700 Nov. 1300 
bei einer Überschwemmung von al B&'üt&, einer Vorstadt von 'Aglftn, 
ertrank. 

c) Lob desselben Qftdt. 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 25J) 

2. Y. Jahjft b. Hudair b. Sulainiän b. Badr as Siilani! al Bosr&wif 
geb. 645/1247 in Bu8rä f 711,1311, drei Gedichte zum Lobe desselben 
Kemftladdln, damals HAkim in Adri^ät bei Damaskus, u. a. Gedichte. 

3. V. M. b. Sulaim&n zum Lobe desselben K., verf. im Dft 1 higge 715/ 
Febr. 1316 in Adri'ät. 

4. V. b. Zaftr al 3Iäredtlni auf denselben. 

5. V. SaMaddin b. al Mubtlriz al 'Agiani a. d. J. 709 1809 auf K. 
und *Al&*addin b. Utknim. 

D. Arabische Dichter. 

Centralarabien, einst die eigentliche Heimat der Poesie, 
liegt auch in dieser Periode ganz im Dunkel der Barbarei; 
nur in Mekka und Bahrain, vor allem aber in Südarabien, 
Jemen, finden Kunst und AVissenschaft einige wenige Ver- 
treter. 

1. Um das .1. 4r)()/10o8 blühte in Südarabien *Abdarrahim 
al Bur'i al Jamäni. 

Diicänj meist religiösen und sütischen Inhalts, Berl. 7616 7, Goth.2239, 
Paris 3113- 5, Escur.' 336, lith. Kairo 1288, 1310; einzelne Qaslden Berl. 
7618, Goth. 21617 fol. 67, 2188, Br. M. Suppl. 12157 Ind. Off. 827, Paris 3156,. 

'2. Der sufische Dichter Abu 1 Hasan A. b. Humärtäs 
b, abi Bekr b. M. b. an Norman al Himjari war ein Zeit- 
genosse des *Ali b. Mahdi, der sich i. »I. 554/1151) der Herr- 
schaft in Zabid bemächtigte und im selben Jahre starbt- 

AI HuiiuiyiuH'ijv, sufischeh Gedicht, verf. im Alter von 22 Jahren, 
mit Comt. von Abik M. Sulaimän b. Müsa b. al üaun al As'ari f 652 1254 
u. d. T. ar rijdd al adabije fi mrh al ti. HH III 6708, Leid. 702. 

3. Amin addaula Abu 1 (ianä'im Muslim b. Mahmud as 
Saizari widmete nach d. .1. <)'22/1225 dem al Malik al Masüd 
Salähaddin b. .lusuf b. al Malik al Kämil, dem letzten der 
Aijubiden in Jemen (f ()-2()/l-229 in Mekka) 2): 

Gamharaf al isldm dät an nah' wan nizäntj eine poetis^'he Anth<:- 
logie ausschliesslich aus muhammedanischen Dichtern, nach dem Inhalt 
in 16 Kapiteln geordnet Leid. 480, vgl. Rodiger ZDMG 14, 481 ff., 
Goldziher Abh. 1 168. 

4. M. b. Himjar al Jemeni f (H 1/1214. 

(jadda. Vermahnung, Berl. 7990. 



^) Johannsen Hist. Jemanae 143. 
-) Johannsen 1. 1. p. 154. 



17 



260 2. Buoi». 2. Abschnitt. 

5. *Ali b. Mu(iarrab h. Mansür al Ibrähimi stammte 
aus dem Geschlechte der 'Ujüniden, deren Vorfahr Fadl b. 
'Abdallah sich nach Vertreibung der Qarmaten in Bahrain 
als Lehnsmann der *Abbäsiden festgesetzt hatte. Der Dichter 
lebte dort am Hofe von dessen Urenkel M. b. A/b. M. b. 
Fadl und seinem Sohne Mas'üd. Nach einem Zerwürfnisse 
mit diesem floh er, und Jäqüt begegnete ihm i. J. ()17/1220 
in Mausil. Später lebte er in Bagdad und starb daselbst 
i. J. 629/12:^2 1). 

IHwän, Lobgediohte auf die genannten 'Ujüniden, auf den Chalifen 
an N&sir li dtnaü&h und Badraddin Lu'lu' von Mausil Berl. 7710 1, 
Br. Mu». 607, Suppl. 106«, Houtsma 28 9, Madr 215, Kairo IV 235, vgl. 
de Goeje JAP s. 9 t. 5 p. 1 ff. 

(). AI Qäsim b. *Ali b. Hutaimil al Jamani al Mihläfi 
az Zaidi f 656/1258. 

Zwei Qasiden Berl. 776H,. 

7. Abu TAbbäs A. b. Müsä b.^Ugail alJemeni t690/1291. 

Eine Qaside Berl. 7784,; ein Gebet ib. 3645,. 

E. Ägyptische Dichter. 

Die Regierung der Fätimiden scheint den litterarischen 
Bestrebungen nicht eben günstig gewesen zu sein. Erst gegen 
Ende ihrer Herrschaft treten uns einige Dichter entgegen, 
deren Werke auf die Nachwelt gekommen sind. Um so 
fruchtbarer war dafür die Zeit der Aijübiden und der Mam- 
lükensultäne, unter denen auch die materielle Kultur des 
Landes sich zu hoher Blüte entfaltete. 

1. 'Ali b. 'Atija I). az Zaqqäq Abu '1 Hasan al Bulqini 
starb i. J. 528/1134. 

Hartmann MuwaBsah (32. Diwan, alphabetisch geordnet Berl. 7681. 

2. Zäfir b. al Qäsim b. Mansur Abu *1 Qäsim al Haddäd 
al Iskenderäni lebte in Alexandrien und starb in Kairo i. J. 
529/1135. 

Diwan, meist Lob- und Trauergedichte mit kleinen Beschreibungen 
Berl. 7683. 



*) ? »o Ahlw.; aber der gleich zu nennende Lu'lu' kam erst 631/1288 
zur Regierung! 



Die nachklasäischc Periode der arabischen Litteratur. 261 

3. Nasr alläh 'Abdallah b. Mahlüf b. Qaläqis Abu 1 
Futüh al Iskenderäni war i. J. 532/1138 in Alexandrien geboren. 
Er verliess seine Heimat i. J. 563/1168, wahrBcheinlich infolge 
der Wirren, die Salähaddin ins Land führten. Er ging zu- 
erst nach Sicilien und schloss sich an den Qä'id Abu ""l 
Qasim b. al Hagar an, dem er das uns verlorene Werk, az zuhr 
al bdshn ß amdf abt 7 Qdshn widmete. Im J. 565/1169 ging 
er nach Jemen und lebte eine Zeitlang in *Aden bei dem Wezir 
Abu T Faraji Jäsir b. abi 'n Nadä' al Muhammadi. Als er von 
dort in die Heimat zurückkehren wollte, litt er bei der Insel 
an Namüs in der Nähe von Dahlak Schiffbruch und musste nach 
'Aden zurückgehn. Er starb i. .1. 567/1171 in 'Aidäb, einem 
Hafenorte nahe bei (iudda. wahrscheinlich im Begriffe, von 
dort die Rückreise nach Ägypten anzutreten. 

J. Hall. 733. LHwän Wien 468,, Pari« 3139, Pet. A. M. 297; 
alphabetische Auswahl, veranstaltet von b. Nubäta f 768/13H7, ca. 1850 
Verse HH III 5204, G621, 0880, Berl. 7694; einzelne Gedichte Goth. 26 
I, 948. 

4. Wahrscheinlich in der 2. Hälfte des tJ. Jahrh. blühte 
'Ali b. M. b. 'Abdassamad al Hamadäni as Sahäwi. 

AI qüHtVid as sab\ zum Lobe des Propheten, mit Comt. v. SihAb- 
addln *AbdarrahmAn b. IhmiA*i1 b. al Maqdisi b. al Hanafl verfasst 
i. J. 6421244, Paris 3141,. 

5. AI Qadi as Said Mzzaddin Abu '1 Qäsim Hibatalläh 
b. Sana' al mulk war i. J. 545/1150 geboren und starb in 
Kairo i. .1. ()()8/li>ll. 

J. Hall. 748, n artmann Muw. 47 -55. 1. Diwan (= dar af firäZf 
meist aus MuwassahAt bestehend, Leid. 286V) beginnend mit einem 
Lobgedicht auf SalAhaddtn Hodl. I 1225«. 2. Ein Gedicht Berl. 7702, 
Br. Mus. 630 2. 3. k. fu§ÜH al fu^l wa*uqüd al Uiqül, Anthologie in 
Versen und Prosa aus Briefen an ihn selbst und seinen Vater al QAdi 
al Fftdil 'Abdarrahim al BaitAnl und dessen Sohn al Qftdi al Asraf, dazu 
Auszüge aus seinen eigenen Briefen und Gedichten Paris 3333, Escur.'529. 

(). Abu 1 Hasan 'Ali b. M. b. Jusuf b. an Nabih al 
Misri war Hofdichter bei mehreren Aijübiden. Zuletzt soll er 
in Nasibin Sekretär des al Malik al Asraf Müsä (607—628/ 
1210 — 3(M gewesen und daselbst i. J. 619/1287 gestorben sein. 



2&2 *^. Buch. 2. Abschnitt. 

Faw&t II 71. Diwan, meist Lobgedichte auf die ersten Aijübiden, 
diiher al Ifatifijäf, bes. auf al Malik al 'Adil Abu Bekr b. Aijüb 
(596—615/1199—1218), daher al 'Ädinjdf') Berl. 7704 - 8, Goth. 2261, 
Br.Mus. 608, Suppl. 1067, Bodl. 11297, II p.618, Havn 267, Escur.* 344, eine 
andre Recension ib. 345 1, gedr. Bairüt 1299; ein Gedicht mit Übersetzung 
bei Carlyle Specimens of arabian poetry 2^ ed. (London 1810) p. 68, 139. 

7. Majidalinulk Abu '1 Fadl (jlafar b. Samsalliiläfa abi 
'Abdallah M. b. Samsalhiläfa Mulitär war i. .1. 548/1148 ge- 
boren, wurde Klient des ägyptischen Wezirs Emir al gujüs 
al Afdal. daher er die Nisbe al Afdali annahm, und starb i. J. 
G22/1225. 

J. Hall. 135, Wüst. Gesch. 307. 1. Diwan HH 5258. 2. k. al 
ädäb Leid. 478, Brill-Houtsma 75 4, Br. Mus. Suppl. 1111. 3. Poetische An- 
thoh>gie nach dem Inhalt in 11 Kapitel eingeteilt, Escur.* 360, Br.Mus. 1095. 

8. Abu '1 Qäsim 'Omar b. al Färid war i. J. 58(>'1181 
in Kairo geboren, lebte eine Zeitlang in Mekka und starb 
i. J. iV^'ljVl^b in Kairo. Er dichtete ausschliesslich in süfischem 
Sinne und galt mit Recht für den grössten mystischen Dichter 
der Araber. 

IHwdn. geordnet von seinem Knkel *Ali um. 730 1329, Berl. 7713—7, 
Leid. 67S 84, Paris 3143—56, Alger 1838,, NO 3861 3, Goth. 2262—5 
(wo andre Hds. aufgezählt), gedr. mit Comt. Bairüt 1887, 1891, 1895. 
Commentare 1. v. 'Unwän al Hamawi Ref. 25. 2. v. M. b. Taqladdin 
az Zuhairi Ref. 222. 3. v. Badraddln al Hasan al Bftrini f 1024/1615, 
Berl. 7718/9, Ref. 24, Münch. 5212, Paris 31578, Leid. 686, Bodl. I 1233. 
4. V. ^Abdalgani an NAbulusi f 1143/1730, verf. i. J. 1086 1675, mit bes. 
Rücksicht auf den Bütismus, die al Bürint vermissen liess, Berl. 7720, 
Paris 3159—62, Leid. 687, Br. Mus. 611 2, 1075/6. Nr. 3 und 4 zusammen 
gedr. Marseille 1853, Kairo 1289, 1306, mit Comt. v. Rusaijid G&lib 
nach B. und N. Kairo 1310. — Commentare zu einzelnen Gedichten: 
1. at Talje al knbrä Wien 472, Br. Mus. 888,2. Das arabische hohe 
Lied der Liebe d. i. Ibn ol Färid's Tdijet in Text und Übers, hsg. ▼. 
Hammer Purgstall Wien 1854. Comt. a) v. b. al *Arabt f 638/1240, 
Jeni 708, b) v. al Fargäni ca. 700/1300, Goth. 2267, Ref. 28, 16, Br. Mus. 
861, 888,2, Ind. Off. 814, Jeni 806/7, c) v. *Izzadd!n Mahmud al Kftsi 
t 735/1334, Wien 474, Münch. 523, Paris 3163, Leid. 694/5, d) v. 'Abd- 
arrazzAq b. Abi M gan&'im al Q&s&nt f 730 1330, Berl. 7727/8, e) v. al 



*) Nach Derenbourg Kscur. 1. 1. auch auf den Chalifen an Nftsir 
lidin allfth f 622/1225; aber das ist gewi>s eine Verwechselung mit 
einem der Aijübiden des Namens an NAsir. 



■ tätjfc'^ I 



Die nachklas8i8ehe Periode der arabischen Litteratur. 263 

Qaisari f 751,1350, Bcrl. 7729, Wien 473, Ref. 103, Leid. «96, Up». 141, 
Bodi. I 1205, 1230, f) v. GAmi f 898/1492, Ref. 16, g) v. Saih 'Alaw&n 
d. i. 'Ali b. *At!ja al Hamawt al H!t! f 936/1529, Leid. 697, Bodl. I 1242, 
h) V. 'AU b. al Ma'arrt b. al 'AbbAs Berl. 7730, i) v. M. al 'Alamt Ref. 28, 
k) anonym Berl. 7731/2, Paris 3164. Nachahmung der Talje mit gleichem 
Metrum und Reim v. 'Amir b. 'Amir al Basrl Br. Mus. 88610. 2. at 
Talje (18 sugrä Pari» 3171», comt. v. Hasan b. M. al Bürinl f 1024 1615, 
vollendet 1002/1593, Escur.* 420*. 3. ad Dälije comt. v. M. b. abi Bekr 
b. M. az Zuhairt ad Dimasqi f 1076/1665, Berl. 7725. 4. al Mimtje al 
Ifatnrije Paris 1932, Br. Mus. 886,. Comt. a) v. D&'üd b. M. al Qaisar! 
t 751/1350, üoth. 2266, Leipz. 110,o, Paris 3165, Leid. 678 9, Bodl. 
I 1233,, b) V. A. b. Sulaimän b. KamMpAsA f 940/1533, Berl. 7733, 
Krafft 179, Escur.^ 462,, c) v. M. b. M. Samsaddin al 'Omari vollendet 
959/1552, Berl. 7735/6, Ref. 325, Paris 3165,, d) v. b. an NAbulusi 
t 1143/1730, Berl. 7737, e) y. 'AlA'addln b. Sadaqa Paris 1343,, 
f) anon. ib. 4, g) persisch v. al GAmt f 898/1493, Berl. 7738, Leid. 690/1, 
Br. Mus. 886, Paris 46I4, h) türkisch v. IsmA'il al Maulawl al Anqirawt 
t 1042,1632, Leid. 692/3, Wien 475,. TaJimis v. *AbdalqAdir h. Mah- 
mud al QAdiri Goth. 39,. 5. al Jälje, comt. a) v. as Sujütl f 911 1505, 
Pet. Rosen 222,, b) v. M. b. M. al Marsaft er. 963/1556, Berl. 7721 2, 
c) V. M. b. 'Omar al 'Alam! al Quds! f 1038/1628, Berl. 7724, d) v. M. 
b. abi Bekr b. M. az Zuhairi ad Dimasqi f 1076/1665, Berl. 7725, 
e) V. GamAladdln b. Hasan Laga Escur.^462i. 6. Manzümat al ulgäz 
comt. V. Hosain al Habbi Berl. 7739, v. b. an NAbulusI f 1143 1730, 
Berl. 7740. 7. Nazm al mulük comt. v. Samsaddin al FargAnI Bodl. 
I 126,. — Gegen b. FArids Rechtgläubigkeit schrieb IbrAhlm b. 'Omar 
al BiqA*i: k. an iiatiq hin §awäb al färid lifakfir b, al Färid Bodl. 
I 158,. 

A > 

9. Jahjä b. *l8ä b. Ibrahim al Misri (iamäladdin Abu '1 
Hosain b. Matrüli f 649/1251. 

Diwan y gesammelt von einem ungenannten Freunde des Dichters 
HH 111 5214, Berl. 7754/5, Br. Mus. Suppl. 1073, Köpr. 126«; gedr. 
Cpel 1298; ein Gedicht Br. Mus. 630,. f 

10. Im J. 651/1258 schrieb ein Anonymus für al Malik 

al Mu^it wall amir al mu^minin aus dem Hause der Aijü- 
biden : 

nuzhat al 'äiiq wa^uns al mnfaijam al wämiq, eine ]>oeti;tche 
Anthologie Escur.* 391. 

11. Saifaddin 'Ali b. al Amir Säbiqaddin 'Omar b. Quzal 
al Musidd at Turkomäni al Järuqi war i. J. 602/1205 in 
Kairo geboren, war in Damascus unter al Malik an Näsir 



2()4 2. Buch. 2. Absihnitt. 

Jüsuf (634 — 58/1286 — (>()) eine Zeitlang im Diwan angestellt 
und starb i. J. ()56/1258. 

Faw&t 11 63, iJfwnn Escur.* 342,, Br. Mus. öuppl. 1077 (wo al BÄrüqi). 

12. Abu 1 Fadl Zuhair b. M. al Muhallabi al *Äfiki 
Bahä'addin nl Kätib war ein Hofdichter der ägyptischen Aijfi- 
biden und starb i. J. ()r)()/1258. 

IHwän, vom Dichter Holh:*t geäammelt, Beil. 7702 5, Ooth. 2271, 
Br. Mus. 1669; andere Sammlungen Leid. 704, Paris 307», Bodl. I 1277,8, 
11 380, Havn. 270, Ups 143, Vat. 3H2, Eseur.' 477, Alger 18212, The 
poetical works of B. Z. ofEgypt with metrical english translation, uotes 
and introduction by E. H. Palmer Cambridge 1876; vgl. St. Guyard 
Variante» au texte arabe etc. Paris 1883. I)iwän Kairo 1278, 1305, 1311. 

Kl A. b. M. b. A. Abu '1 'Abbas al Andalusi al Isbili 
Zainaddin Katakit al Misri al WäMz al Muqri, dessen Familie 
aus Sevilla stammte, war i. .1. 605/ 1208 geboren und starb 
i. J. (i84/1285 in Kairo. 

Gedichte Goth. 21065. 

14. M. b. 'AlxlalmuuMm b. M. al Ansäri al Jemen! al 
Misri b. al Hijämi + 685/1286. 

Eine Qaside Berl. 77823. 

V 

15. Hasan b. Sawar b. Turban b. an Naqib Xasiraddin 
starb in Kairo i. J. 687/1288. 

Fawät I 118: Lfitnhi maqätV. 1. Ein Gedicht Br. Mus. 630». 
2. mtiiiazil al ahbab wamanäzih al alhäh, eine Anthologie? NO 4280. 

16. Sarafaddin Abu 'Abdallah M. b. Sa'id ad Düläsi al 
Busiri, geboren i. J. 608/1211, gest. i. J. 694/1294, ist hoch- 
berühmt als Dichter von Lobliedern auf den Propheten. 

1. .4/ kawakib ad durnje /i madh hair al barije, Nachahmung 
der Qaside des Ka*b b. Zuhair (s. o. p. 39) zum Lobe des Propheten, 
danach genannt gasidaf al burda: vgl. Goldziher Rev. de ^^hist 
des r^lig. XXXI, 304 ff. Carmen mysticum Borda dictum Abi Ab- 
dallah M. B. S. Busiridae Aegyptii e codice msto B. L. B. lat. 
conversum. Accedunt origines arabico-hebraicae. Paravit et ed. J. IJri 
Lugd. Bat. 1761. Trajeeti Bat. 1771. Kmcäkib ad durnje fi madh hair 
al barijc. Funkelnde Wandelsterne zum Lobe des Besten der Geschöpfe, 
ein arabisches, insgemein unter dem Namen Qaslde i Burda, Gedicht 
Burda, bekanntes Gedicht von Scheich Ebu * Abdallah M. b. Ssaid b. 
Hammad b. Muhsin b. 'Abdallah b. Ssanhadsch b. Hilalis-Ssanhadschi, 
genannt Bussiri, Obers, u. durch Anm. erläutert v. V. Edlem v. Rosen- 



Die naoliklat«HiHche Periode der arabischen Litteratur. 265 

iweig Wien 1824. Mit tatar. Einleitung und Obern. Kanaii 1847. Die 

Burda, ein Lobgedicht auf M. von al BuHiri neu hng. im arab. Text mit 

■letrischer peri«.-tQrk. Über»., in» Deutsche Obertr. u. mit Anm. versehen 

▼. C A. Ralfs, bevorwortet von W. Behrnauer, Wien 1800. Mit franz. 

Übers, v. J. B. Albengo, Jerusalem 1872. The poeni of the scarf with 

•n english version and notes by Shaikh FaizuUabhai Shaikh Lookmanji 

Bombay 1893. La Borda du Cheikh el Bousiri, po^me en Phonncur du 

M. trad. et commente par R. Basset (Bibl. or. elzev. LXIX) Paris 1894. 

Commentare 1. v. Samsaddtn M. b. Marzüq at Tilinisftnt f 781/1379 

u. d. T. Ar. izhär fidq al mawadda Leid. 714, IMbäga Goth. 2,5, u. d. T. 

Ttb al habib /t ^arh qa^def al halnb Berl. 7788, Cambr. 57, Köpr. 1306. 

2. V. Sihftbaddtn Abu *! 'Abb&s A. b. JahjA at Tilims&nl f 776 1374 

Escur.* 413. 3. v. Abu M 'Abb&s A. b. M. b. 'AbdarrahmAn al Azdl al 

Qas^ftr VIII. Jahrh. HH IV 529, Leid. 713, Brill-Houtsma 20, Alger 1844. 

4. V. Oalftladdin al Hogand) f 802 1399, Leid. 718, Paris 3189. 5. nuzhat 

at fälibin wafuhfaf ar räyilnn v. A. b. M. b. ab) Bekr b. M. as Hirftzl 

▼'erf. i. J. 809 1407 (bei HH IV 530ff. falsch in zwei zerlegt) Leid. 717, 

Paris 3190. 6. v. Oal&laddln Abu 'Abdallah M. al Mahalll as Säfi'i 

t «64 1459, Berl. 7790, Paris 3191, Escur.» 487. 7. v. 'All b. Magdaddin 

as Bahrüdl al BostAni f 875/1470, Leid. 716, Brill-Houtsma 21, Dresd. 219. 

8. V. H&lid al Azhari t 905/1499, Berl. 7791, Münch. 546, Paris 794,, 

3192, Br. Mus. 619 20, Ind. Off. 822, Escur.* 304^, Alger 1853,, mit 

Glossen von Ibrahim al Bägilrl gedr. Kairo 1302. 9. v. Sihlibaddin Abu 

n 'Abbäs A. al Qastall&ni as ÖAfi'i f 923/1517, Berl. 7792, Leid. 1720, 

BHll-Houtsma 22. 10. v. Hidr b. Mahmud b. *Omar al 'Ataf ) in 40 Tagen 

verf. und dem Sultan 8ulaimftn gewidmet HH 111 76,326, Pet. Kosen 218,. 

11. V. Muhjiaddin M. b. MustafA Saihzade f 951 1544, Berl. 7793, Havn.272, 

Leid. 715, Paris 3198^, Escur.* 316. 12. v. M. b. M. al Gazzt al 'Ämirl 

f 984 1576, Br. Mus. 621. 13. v. M. b. Hasan al Qudsi al Baramünl 

um 990,1582, Berl. 7796, Paris 3193. 14. v. M. b. Badraddhi al Iqhisärl 

Muhjiaddin al Munsl f 1001 1593, vollendet 998 1590 in Damascus 

Berl. 7798. 15. v. al QArl al Ilerewi f 1016/1607, Paris 1251,. 16. v. M. 

b. 'Ali al B&H Samsaddin f 1024 1615, Berl. 7799. 17. v. M. b. Jüsuf 

b. abi '1 lutf al Qud.-l Radiaddtn f 1028 1619, Berl. 7800. 18. v. Abu 

n baqa al Hosaini nl Hanafi al Küfi ca. 1050/1640, Berl. 7801. 

19. V. Abu 'OtmAn 8a*d b. Jösuf b. SaM al Elbirt Escur.» 318. 

20. V. Bahr b. Kegis al HArünl al MAliki Goth. 2292. 21. AuszQge 
aus dem Comt. des Im Am al Hanball Escur.' 390,. 22. v. Abd BAnia 
HH IV 529, Mnnch. 547. 23. v. M. b. 'Abdalhaqq as Bibtl Münch. 887. 
24.' V. *All b. IbrAhlm b. Idrts al AntAkI Paris 3187. 25. v. §aih 
Hasan al 'Adawl: an nafahät ai Sadiltje fi Hurh al burda al Bufinje 
gedr. Kairo 1297. 26. anon. Bert. 7789, '95, 7802/3, Paris 3194. 27. Per- 
Hisrh V. Jüsuf b. M. b. SihAb al GAmI Jüsuf Ehl aus HerAt, preist in 
d«'r Vinrcde den Timuriden Abu 8a*ld (861—73 1457-68) Leid. 721 



2()(; 2. Buch. 2. Abschnitt. 

(Autograph v. J. 863 1459), 722. 28. Türkisch v. A. b. MustafÄ verf 
i. J. 1001 1592 Krafft 181 = Leipz. p. 434. 29. hawäs^ al hurda fi 
bur^ ad da* über die geheimen magischen Manipulationen und sympa- 
thetischen Kuren, zu denen die Verse der B. verwendet werden können, 
V. 'AbdassalÄm b. Idris al MarrÄkos! f 660/1262 (?) Berl. 7823, Goth. 81„ 
in andrer Recension ib. 2292 — 31 Comt. bei Ahlw. 7824. - Über- 
setzungen 1. persisch Berl. 7804 — 6. 2. Türkische Paraphrasen ib. '7 — 9, 
in gleichem Versmass und Reim wie das Original v. A. Ridwan Krafft 182. 
Bearbeitungen 1. Tahmtn a) v. M. b. abi Zaid *Abdarrahmän al Mar- 
rftkosi geb. 739 1338, Br. Mus. 622^, b) v. *Abdallat1f b. A. as S&fi'i 
t 8011398, Berl. 7812 3, c) v. al *Atäri f 828 1425, verf. i. J. 8011398, 
Leipz. 298, von Fleischer falsch dem Kerm&ni zugeschrieben, vgl. Cat. 
Lugd. 1- 464, d) v. Abu Bekr b. Higga al Haraawt f 837 1433, Paris 
3248«, e) V. M. b. 'Abdall&h b. Mamaja b. ar Rftmi f 987/157), Berl. 7817. 
6. V. 8adaqataliah f 1105 1693, Berl. 7818, g) v. b. al Qabäqibi Paris 3182, 
h) V. M. b. A. as SahÄwi Paris 3248,, i) v. Nasir addin b. al Faijftmi 
Berl. 7814, Goth. 2282 3, Br. Mus. 644, 1413, k) v. M. al AnsAri Ref. 113, 
1) V. Sarif Efendi Br. Mus. 622^, m) v. ^AbdarrahmÄn b. A. b. Jüsuf 
b. Maqlalis ib. 7, n) v. Samsaddin M. al Faijürai gedr. Kairo 1308, 
o) V. Abft Bekr b. Ramadan b. Mük Ind. Oft*. 1044/5, p) anon. Berl. 7815, 
'6, '9, '20, Paris 3183-5, Br. Mus. 162^, 19 Tahmis bei Ahlw. 7825. 
2. Tashr a) v. *OtmAn nach Goth. 2286, oder von Salähaddhi A. b. M. 
as Sarafi ad Dimasqi ib. 2287, nach HH IV 532/3 und Paris 3186 
V. ciamAladdin M. b. al WafÄ\ anon. Br. Mus. 622*, Bodl. 11 315, 
b) V. M. an NijAzi f Uli 1699 (Hammer Osm. Dichtk. III 587), Goth. 2289, 
Wien 1902«, e) anon. gedr. Kairo 1311. 3. TatsT anon. Berl. 7821. 

4. Tastir') a) v. 'Omar b. M. b. *AbbÄs al Qafsi al *Onnabi, verf. 
i. J. 843/1440, Berl. 7810, Br. Mus. 622»; dazu wieder ein Tahmis v. M. 
b. A. al Qasbi as Sah&wi Br. Mus. 622,, b) v. A. ad DalangAwi Paris 3185,. 

5. Taijin) V. A. b. 'AbdallAh az Zawawi al ciazAMri f 923/1517, Br. 
Nus. 622, b) poetische Umarbeitung u. d. T. mnfarriy as sidda fadmin 
alburda Berl. 7822. 

11. AI qamla al Hamztje fi 7 madalh an nabamje auch genannt 
umm alqurä Berl. 7826 7, Goth. 22 4, Havn. 494, Leid. 723/4, Brill- 
Houtsma 251, Paris 3195, Alger 824, 1851, Ind. Off. 823, Bodl. I 850,, 
1226-2, II 337a. Commentare 1. v. A. b. M. as SagAni al Mekkl f 82^ 
1419, Berl. 7828. 2. v. M. b. *Abdalmun*im al Gaugari f 889/1484, 
Berl. 7829, Paris 3198. 3. v. b. Hagar al Haitaml f 973/1565, verf, 
966 1558, Berl. 7820,1, Leid. 725, Brill-Houtsma 26, Ind. Off. 824—6, 
Bodl. I 1226, Cambr. 126, Paris 3197, Escur.* 315, Alger 1852/3, Kopr. 



*) d. i. Einführung von 2 Hemistichen zwischen dem 1. u. 2. He- 
mistich jedes Originalverses. 
») = Tamr. 



Die nmc-likla»iM*he Periode der arabischen Litterafur. 2<t7 

p. 160 nr. 2^7, Tippu TT, IT^, Calc. 25, gedr. Kair\» l;M»3, 1307. 4. t. Sihab 
addln A. as Sunbitl a^ Säü'i f 9901582, E.<car.~ 31T. 5. t. ÜaUladdin 
al Mahalli R^^f. 10^. 6. t. M. b. A. Bennl> am Rande t. OB Hl atiltv 
7. Glossen t. Salaimia al Garaal iredr. Kairo 1306. Takmus 1. t. 'AIhUU 
Utif ad Dairabl al Azhan b. al Hatib ca. 932 1596. Berl. 7852. 2. A. b. 
M. b. Jftäof as Safadi f 1034 1H24 ib. 7853. 3. t. Derwis b. 'Otm&n 
al *ÜS8lU|l ca. 1125 1T13 ib. 7854 5. 4. x. Abu 's surür a^l S«*r&wi 
ca. 1150 1737 ib. 7856. 5. t. *Abdalb&qi al F&riqi gedr. Kairo 1309. 
6. anon. Leid. 726, Brill-Huaf^^la 661«. Paris 3196. 

III. IhJtr al ma'ad 'ala wazn hanat Su*ad inler al kalhtta at 

— » • 

taijiba urad dima n« $4iijiba zum Lobe des Propheten nach dem Vor- 
bilde de* Ka'b b. Zuhair Berl. 7r*38 9, Leid. 727, Br. Mus. 884*. Brill- 
Houtoma 661^. IV. aJ qamla al Hamrije Br. Mus. 162», comt. v. l>A'üd 
b. Mahmud b. M. al Qai«ari Leipz. 110,». V. al qa>>hla al Mudtinjr 
fVf rnldt 'ald hair al banjt- Berl. 7840 1, Mumh. 593 fol. 4Sb. Conit. 

1. V. M. b. as S&'ig f 777 1375, Ref. 112, dazu Glossen Wien 47S. 

2. T. at TäliM verf. 9.56 1549. Wien 479. 3. v. 'AlKlalgani an NAbuhisl 
t 1143 1730, Berl. 7842. 4. TQrk. ib. 7^43. Tahmis v. b. al Muqrl 
t 837 1433, Berl- li<44. Gt»th. 22,,, andre Br. -Mu>. 840, 956, *9, 960. 
VI. at tawaHHul bH qor'än Gebet, in dem alle Siiren nach ihren Titeln 
Torkonimen, wirksam zur Bestrafung und Vernichtung desjeniiren, der 
einem Unrecht pethan. Berl. 3t>45*. 

17. *<>mar b. M. h. al Hasan al Warraij al Misri 
Sirdiadcliu. gi-boren i. J. i'Ah IJls, f cji:) IJOi;. war ein ri»)er- 
aus fruchtbarer Dichter. 

Faw&t 11 107. Aus seinem, ca. 30 Bde. umfas>enden IHtrau machte 
er »elb»t eine Au>wahl in 7 starken Bauden. .\us dieser hat as Safadi 
t 764 1362 i. J. 747 1346 eine alphabetische Auswahl u. d. T. luma^ as 
»trag HH 111 5457, Berl. 77^5 veranstaltet. 

F. Nordafrika iiische uuü Sicilische Dichter. 

1. Abu lshä<| Ibrahim b. 'Ali b. Tainiin al Husri war 
in Qairawäu «geboren und starb daselbst i. J. 41^ 10'2-2, n. a. 
45H'I0r>l. 

J. Hall. 15. 1. k. zahl- al adab tra tamar al albab nach ar KasUl 
b. az Zubair in der Biojjjraphie des al Husn in seinem it. al tjhian 
Bd. 1 um d. J. 450 105h verf., eine Anthologie, gewidmet dem Abu *l 
Fadl al 'Abbas b. Sulaim&n, der nach dem Orient gereist war, um 
Bücher zu kaufen, mit dem Ansprüche, dass dies Buch ihm alle anderen 
ersetze. Leid. 463, Bodl. 1 3H6, Brill-Houtsma 73, Escur.« 392,, Köpr. 12H1, 
gedr. Hill M'' 'b- 'b|«l «ülÄq 1302. 2. k. al masnn /i sin- al bawa* 
trat fiiaktiHi,. d.iii er^teren ähnlich, aber nur in 1 Bde HH Y 589 



2(j8 2. Buch. 2. Abschnitt. 

nr. 12205, Leid. 463. 8. k. nur atfarf wanaur az zurf kurze poetische 
Anthologie Ooth. 2129, E8cur.*392. 4. Gedichte überQairowAn E8cur.*408a. 

2. AI Mu'izz b. Bädis war als Prinz aus der nord- 
afrikanischen Dynastie der Zairiden i. J. 398/1007 in al Man- 
RÜrija geboren. Im J. 406/1015 trat er die Regierung in al 
Muhammadija an. I. J. 440/1048 sagte er sich von der Lehns- 
oberhoheit der Fätimiden, die er wie seine Vorfahren bisher 
anerkannt hatte, los und nahm den Chalifen von Bagdad 
al Qäim biamrilläh in die Ijutba auf. Er starb nach langer 
Regierung i. J. 453/1061. 

J. Hall. nr. 701. J. Khaldoun, Hist. d. Berb. trad. 1 p. 30 ff., II 18 ff. 
An nafahät al quam je eine Qaside zur Feier seiner Unabhftngigkeit»- 
erkläruiig von den Fätimiden, mit Conit. von A. b. M. al MAnuwi al 
Warjandi b. al Hftgg Escur.- 361^. 

3. Abu ^Abdallah M. b. abi Sa id b. A. Saraf al Qairawäni 
al Gudämi, einer der berühmtesten Dichter seiner Zeit, lebte 
in litterarischer Fehde mit dem Kunstkritiker b. Rasiq, der 
eine Anzahl von Schmähschriften gegen ihn verfasste, und 
starb i. J. 460/106S. 

Fawät 11 204. Maqnma über die berühmtetiten Dichter E8cur.*536a. 

4. Abu \\bdalläh M. b. abi Bekr b. .lalijä^) b. *Ali as 
Suqrätisi starb in al (larid in Afrika i. ^. 4()6|1073. 

1. Gedichte mit anon. Comt., verf. 622 1225 wohl in Spanien, 
Kt>cur.''' 361. 2. qasida Idmtje zum Lobe des Propheten Alger 1735 2. 
Commentare a) v. Abu 'AbdallAh M. at Tauzari Br. Mus. 1406, 405 b, 
b) Auszug daraus v. Abu 'Abdallah M. al Mahgüb Alger 1833,, c) anon. 
Alger 1834. Tahmis a) v. at Tauzari mit Comt. ib. 1835 2, b) v. A. b. 
M. al Marr&kosl Br. Mus. 888,,. 

T). Abu 'I Fadl Jiisuf b. M. b. .lusuf b. an Nahwi at Tau- 
zari war um d. »1. 453/1041 geboren und starb i. J. 505/1113, 
n. a. i. J. 513/1119. 

Hartmann Muw. 22 n. 2. 1. wafije Berl. 3981. 2. al qafida al 
munf'ariga oder al farag ba*^d aS iidda, von einigem dem Öazftlt, von 
andren dem M. b. A. b. Ibrahim al Andalusi al Qorasl f 590 1194 zu- 
geHchrieben, Goth. 1539, (wo andre Hd». aufgezahlt, dazu:) Berl. 7636/7, 
Pari» 3198,. Commentare a) v. Abft '1 'Abbäs A. b. aM Zaid *Abdar- 



>) Nach HH 9669 und Br. Mus. 265«, 405: AbQ M. 'Abdallah b. Jahj^. 



Die nachklasssisohe Periode der aral»isehcii Litteratur. 2()9 

rahinftn an NaqäwuHi al Begä^ f 810,1403 Ebcuf.' 440, daraus die Bio- 
graphie de« Dichter» Berl. 7635, h) v. Abu JahjA ZakartjA al Ansäri 
t 926/1520, vollendet 881 1477, Berl. 7638.9, Ref. 319, 358, Leid. 615, 
Bodl. 1 1274,, II 617, Eöcur.* 441, 521, Alger 1854,, c) v. M. b. al KennÄn 
t 1153 1740, Berl. 7647/8, d) v. 'Alt b. Jüsuf al BosrAwi Pari» 41 18^. 
E»cur.* 521,, e) törk'. v. l»ni&*ii b. A. Wien 475,. 6 Comt. Ahlw. 7645, 
T(dHr V. Abu 1 Fadl al Mahd! f 905; 1499 HH IV 9508, Berl. 7643 
Tai^miH a) v. h. Mulnik t 917 1511, Berl. 7640, b) v. A. b. *lmir b. 
•Abdalwahh&b al Ta'izzi Berl. 7641, c) anon. Pari« 3118,, d) 8 TaJimU, 
gesammelt v. Saläm b. 'Omar al Mazzähi u. d. T. al la'dli al mubahriya 
ft ttifimis al munfariga Berl. 7642. Nachahmungen a) v. MustafA b. 
KemMaddin a» Öiddiql al Bakri f 1162,1749, Berl. 7651 2, b) v. *Abdal- 
g;ant an Nabulu»! f 1143/1730 ib. 7654,, c) anon. ib. 7554^.3. 

6. Abu *1 Hasan Häzim b. M. b. Hasaii b. Uäzim al 
An§äri al Qartägini, geboren i. J. ()08/1211, f i. J. 684/1285 
in Tunis. 

1. AI qayida al alftje al maqsiira zum Lobe de» Hafsiden Abu 
•Abdallah M. al Muatansir bill&h von Tuni» 647—75,1249-77 E»eur.' 382, 
454,, Alger 1842/3, mit einem an historischen Nachrichten reichen Comt. 
y. Abu 'Abdallah M. b. A. a» §artf al Garnitl f 760/1358, Havn. 286, 
Br. Mus. 366,,, Pari» 3075, Alger 1840,,. 2. Andere panegyrische Ge- 
dichte auf den». Fürsten E»cur.^ 382,. 3. Eine andre Sammlung magmiV 
ib. 454i. 

7. In Sicilien blühte gegen Ende des 4. Jalirli. Abu 1 
Hasan 'Ali b. 'Abdarralimän as Sacjali al Kätib al Ballanübi 
an naiiwi al Ansari. 

Gedichte Ehcup.* 467,. 

8. Der berühmteste Dichter Sidliens war Abu M. 'Abdal- 
gabbär b. abi Bekr b. M. b. Hamdis al Azdi a«? Saqali. 
Schon während seiner Jugend, die er in der Heimat verlebte, 
machte er sich als Dichter bekannt. Als nun i. J. 471/1078 
die Normannen die Insel eroberten, floh er, ungefähr HO Jahre 
alt, nach Spanien an den Hof des Chalifen al Mu'tamid, und 
dort fand er erst den rechten Boden zur Entfaltung seines 
Talentes. Er folgte diesem Fürsten auch in die Gefangen- 
schaft, als er i. J. 484/1091 von Jüsuf b. Täsifin besiegt und 
nach Agmät in Afrika abgeführt wurde. Nachdem der Chalife 
i. J. 488/109.5 gestorben war, scheint der Dichter in al Mahdije 
gelebt zu haben. I. J. 509/1 1 15 dichtete er eine Klage auf 



270 ^- Buch. 2. Abschnitt. 

den Tod des .laljjä b. Bädis und eiiieu Glückwuusch zur 
Thronbesteigung für dessen Sohn *Ali. Die letzten Jahre 
verlebte er in Bigäja und starb dort, erblindet und gegen 
80 Jahre alt, i. J. 527/118*2, n. a. auf der Insel Majorka. 

J. Han. 369, b. al Atir X 357, Dozy Script, de Abbad. I p. 146, 
Wüst. Gesch. 234. C. C. Moinjada, II Diwan del poeta Abi M. *Abdal- 
gabbar ibn Ilamdis il Siciliano pubblicato. Palermo 1883. J. H. Caii- 
zoniere, pubbl. da C. Schiaparelli Koma 1897. 

(i. Spanische Dichter. 

Aualectes sur Thistoirc et la litterature des Arabes d^Espagne par 
AI Makkari. Publies par R. Dozy, G. Dugat, L. Krehl et W. Wright 
2. vol. Leyde 1855—61 (cit. Maqq.). 

A. Fr. V. Schack, Poesie und Kunst der Araber in Spanien und 
Sicilien. 2 Bde. Berlin 1865, 2. Aufl. 1877. 

In Spanien hatten die Araber schon in den ersten Jahr- 
hunderten nach der Eroberung die Dichtkunst eifrig gepflegt, 
aber erst in dieser Periode lernen wir die Leistungen der 
spanisch -arabischen Dichter genauer kennen. 

l. Abu *Amr Jusuf b. Harun ar Ramädi al Andalusi 
lebte als Dichter in Cordova und starb daselbst i. J. 408/1012. 

J. Hall. 819, ad Dabbi nr. 1451 p. 478—81, Hartmann Muw. 75—8. 
Eine (Jaside. die er in der Gefangenschaft dichtete, Berl. 7598. 

•2. Um d. J. 420 102!) blühte 'Abdallah b. 'Abdassaläm 
al Andalusi. 

Ad dürr al manzüin. alphabetisch gei»rdneter Diwan, meist längere 
Qasiden zum Lobe von Freunden und Gönnern, oft zur Neujahrs- 
begriissung (mit Anlass und Jahreszahl) meist a. d. J. 393 — 426/1002 — 35, 
bes. 419—20 1028—9. Berl. 7608. 

:l Abu r fath b. al Hasina as Sulami blühte um d. J. 

• • • 

440/1048. 

Diwan Bd. I Escur.' 275i, darin Gedichte a. d. J. 433 1011 und 
445/1053. 

4. Abu 1 Hasan *Ali b. A. b. AbdaFaziz al Majurqi 
stammte aus Majorka und starb i. J. 477/1084 in Bagdad. 

J&qüt iV 722. Gedichte Escur.* 467^. 

5. Der *abbadidische Chalif al Mu'tamid von Sevilla 
(461 — 84/1068 — 91) war nicht nur ein Freund imd Gönner 



Die nachklassi^che Periode der arabiHclien Litteratur. 27 1 

der Dichter, sondern leistete selbst ausgezeichnetes in der 
Poesie. 

Dozy Loci de Abbad. 1 39 if. Einzelne Gedichte Goth. 26,, Berl. 
7627 s, Sohack I 245—97. 

(). In der 1. Hälfte des (>. Jahr, blühte Abu 'Abdallah 
A. b. Ibrahim an Xumairi. 

Gedicht zum Lobe der* Propheten Escur.* 470g. 

7. Abu 1 'Abbäs oder Abu (iafar at Tutili al A'mä. 
aus Tudela. starb noch sehr jung i. .1. ^ylO\Wl(\. 

Ilartinann Muw. \h, Diwftn zum Lobe deH Moraviden *A11 b. Jüsuf 
b. T&sifin (z. B. anlät^slich seines Zugs gegen Alfons von Toledo und 
der Eroberung von Talavora i. J. 513 1119), «eines Bruders Abu IshAq 
Ibr&hlm und holier Beamten Br. Mus. 605, Kairo IV 240. 

«. Abu M. *Abdidma^id b. *Abdün^) al Jäburi al Fihri 
war in Jabura (Kvora) geboren. Da seine dichterische Be- 
gabung sicli schon in jungen Jahren zeigte, wurde *Omar al 
Mutawakkil b. Aftas, der damals Statthalter in Jäbura war, 
auf ihn aufmerksam. Als dieser nun nach dem Tode seines 
Bruders Jal.ija b. Mansur i. J. 478/1080 zur Regierung kam, 
berief er ihn nach Badajoz und machte ihn zu seinem Sekretär. 
Beim Einbrucli der Moraviden i. J. 4H5' 109*2 verlor dieser 
Fürst Reich und Lei>en. un<l b. *A. trat als Sekretär in die 
Dienste des Führers der afrikanischen Truppen, Sir b. Abi 
Bekr. Si^äter kam er in gleicher Kigenschaft nach Marocco 
zu *Ali b. Jusiif b. Täsifin, der nach dem Tode seines Vaters 
i. J. .jOO IKH) zur Hegierung gekommen war. 1. 'A. starb bei 
einem Hesiiche seiner Familie in Evora i. J. 529/1134 n. a. 
520:ili>(;. 

Fawat II 8, b. Beskuwal 831, Wüst. Gesch. 289. Qaside (al Bas- 
iätua) auf lien Untergang der Aftasiden mit vielen hiBtorischen An- 
spielungen Berl. 767<> 7. Prolegomena ad editionem celebratidsimi Ibn 
Abduni poematis in luetuosum Aftasidarum interitum scr. Marinus Hoog- 
vliet Lugd. Bat. 1839. Commentare a) v. b. Badrün ca. 560 1164: Com- 
mentaire historique sur le poeme d' Ibn Abdoun par Ibn Badroun 
publ. p. H. P. A. Dozy Leyde 1846. Auszug v. as Safadi f 764/1862 
u. d. T. fauq al hamäma Leid. 665, b) v. 'Im&daddtn Ism&Ml b. Atir 
t 699 1299, Paris 8134 ,, von dems. eine Fortsetzung dail zur Qastde ib. 2. 



') Zur Xamensform vgl. G. Hoffmann, Zeitschr. f. Assyr. XI 218. 



1>7*2 iJ- Bueii. *J. Abschnitt. 

i). Abu lMiin{ Ibrahim b. abi 1 Fatb b. ^Abdallah b. Ijafa^a 
al llafäiii war i. J. 450/l()r)S in dem wie eine Insel vom 
AVasser eingeschlossenen Dorfe as Suqr, zwischen Valencia 
und Xetiva geboren. Kv lebte als Dichter in seiner Heimat, 
ohne sich um Kürstengunst zu bemuhen, und starb daselbst 
i. J. r)83/118S. 

J. Hall. 1(>. I/ffriin, meist Lohj^ediclite auf Abfl IshAq Ibrjiliiin 
b. .Jftsuf h. TÄsifin Berl. 7684, Havn. 221, Pet. A. M. 295, Paris 31.^5, 
Hr. Mus. 16H7, Escur.^ 378, godr. Kairo 1286; ein Gedieht Gotha 261. 

10. 'Obaidallah b. Muzaffar b. ^Abdallah al Mursi i) 
war i. .1. 48()/l008 in Alraeria geboren. Im Aiischluss au die 
Pilgerfahrten, die er i. J. 5l()ll22 und olS machte, hielt er 
sich in Damascus, Oberägypten und Alexaiulrien auf. Dann 
lebte er eine Zeitlang als Lehrer in Bajidad. 1. .1. 5'21;11'27 
trat er als Arzt in die Dienste des selgüqischen Sultans 
Mahmud b. Maliks«ah (511—25/1117—81) und richtete für 
denselben ein ambulantes Feldlazareth auf 40 Kamelen ein. 
Später kehrte er nach Dama.scus zurück und starb dort i. J. 
549/1154. 

Maqq. I 8518. Ma*^ (irret al bat f. ein Hegezgedicht, Berl. 8157j. 

11. Abu Bekr M. b. *Adalmalik b. Qozman lebte als 
fahrender Sänger vom Ertrage seiner Loblieder auf reiche und 
angesehene Mäimer und starb in Cordova i. »1. 555 IHR)^). 
Es ist sein Verdienst, die bis dahin nur volkstümliche 
Dichtungsform des Zagal in die Kunst eingeführt zu 
haben. Zwar behielt er, von richtigem Stilgefühl geleitet, 
die von diesen (Je<lichten nun einmal nicht zu trennende, 
vulgäre Sprachform bei, aber er wandte die bisher nur in 



*) So im Berl. Cat., zu lesen wohl al Marl, eH sei denn, daHH seine 
Familie aus Mureia stammte, wovon aber Maqq. nichts berichtet. 

*) In der Hds. wird ihm der Titel al Waz!r beigelegt, durch Ver- 
wechselung mit dem gleichnamigen Wezlr des Aftasiden al Mutawakkil, 
wie Rosen mit Recht annimmt, gegen Dozy in der pref. d. Ed. p. 6, der 
ihre Identität verteidigt. Mag das Amt eines Wezirs damals auch noch 
so wenig bedeutet haben, so ist es doch schwerlich einem noch nicht 
zwanzigjährigen fibertragen worden; und älter kann der Dichter beim 
Sturze der Aftasiden i. J. 485 1092 nicht gewesen sein. 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 273 

Improvisationen gebräuchlichen Formen auf den Inhalt der 
Qa^ide, vor allem auf das Loblied, an. Weil er der erste 
und zugleich der grösste litterarische Vertreter des Zagal 
war, wird er wohl geradezu als der Erfinder desselben be- 
zeichnet. 

J. Hald. Proleg. trad. de Slane III 436 — 8^ Maqq. II 262, 431, 
636, Pet. A. M. 296. Le divan d^ Ibn Guzman, texte, traduction, com- 
mentaire, enrichi de consid^rations historiqueB, philologiques et litt6- 
raires sur les po^mes d^ Ibn Guzman, sa vie, son temps, sa laiigue et 
sa m6trique ainsi que d^ une ^tude sur Parabe parl6 en Esf^agne au 
YI® si^cle de Ph^gire dans 'ses rapports avec les dialectes arabes en 
usage aujourd^hui et avec les idiomes de la p^ninsule ib6rienne par D. 
de Gunzburg Fsc. 1. Le texte d^apr^s le ms. unique du Mus^e asiatique 
imperial de St. P^tersbourg, Berlin 1896. Tafynis zu einem seiner Ge- 
dichte Br. Mus. 631. 

12. Abu Bahr Safwän b. Idris at Tugibi al Mursi starb 
598/1202. 

1. Zäd al musäfir, Auswahl aus spanischen Dichtem, als Ergän- 
zung zu den qalä*id al *iqjän des b. Hftqftn f 529/1134 Escur.' 355/6 
vgl. HU 6769, Maqq. II 124. 2. Alphabetisches Tal^mia zu einem 
Klagelied auf den Tod Husains Esour.' 470ii. 

13. Abu Zaid 'Abdarrahmän b. Jaljla/tan b. A. al Fazäri 
war Sekretär bei verschiedenen spanischen Statthaltern und 
Freund des Abu Ishäq[ b. al Maasür und seines Bruders Abu 
TAlä\ Von dem Almöhaden al Ma'mün (62G— 30/1229— 32) 
wurde er aus t>panien verbannt, aber er versöhnte sich wieder 
mit ihm, als er im Sä*bän d. J. G27/1230 nach Marokko kam; 
doch starb er schon im Du '1 qa'da desselben Jahres. 

Ibn Hatib (cod. Bibl. Nat. Pari» S67) fol. 147v — 48'. 1. Gesam- 
melte Werke in -Versen und Kunstprosa, gesammelt von einem seiner 
Schüler, vielleicht Abu Bekr b. Saijid an nAs a) fVz zuhdj b) ar ram'il 
al i^wäwje, c) /t muJiätabätibi *ani 7 umara' watnä jata*allaq bidälika 
Leid. 479. 2. a) manzümat al mu,*äiarä( uz zuhdije wal mü'äsarät al 
hubbije wan nafahät al qalbtje, b) al qa^ä*id allati kull qa§n,da ^iirüna 
baifan fi 7 mad(Vih an nabawije Escur.* 4045.«. 3* ^^ Lobgedichte 
auf den Propheten in Tawll Berl. 7709. 

14. Abu Ishäq Ibrahim b. Saht al Isrä'ili al Isbili war 
als Jude geboren, trat dann aber zum Islam über. Die meisten 
seiner Gedichte sind Liebeslieder an einen jüdischen Knaben 

Brockelmann, Arabuichft Litteratiirgetchicbte. I. 18 



*274 2- Buch. 2. Abschnitt. 

Mfisä. Er ertrank i. J. 049/1251, n. a. (>r)8/12(>() zusammen 
mit b. Ilalläs. dem Statthalter von (^euta. 

FawAt I 23, Hartiiiann Muw. 44. 1. Diwan Escur.' 379, Aus- 
gabe V. Hasan h. M. al *Attär a. d. J. 1229 1814 BM8 1074, lith. Kairo 
1279, 1292. 1302, Bairöt 1885. 2. MuwasHuh Berl. 8172,5. 

V 

IT). Abu 'I HojiJain 'Ali b. 'Abdallah as Sustari an 
Numairi al Fasi stammte aus Sustar, einem Orte im Gebiete 
von Wfidi Äs und starb in Damiette i. J. ()()H;12()9. 

Mh({(|. I 583. 1. Diiräh, nifint sutischcn Inhalts und in modernen 
Mitnn, vielfach in MuwahKuh, Herl. ^7773— 7, Münch. 525, Leid. 708, 
I'et. 137, Br. Muk. 1527,, Ksrur."' 278. 2. iKin Muwtdsah Herl. 8072,. 
3. radd al mu^fari \ini V /m*m // *>? Sunfan , Conit. zu einer seiner 
Qaslden von an XAhulnsi f 1143 1730, Berl. 777s. Hartmann Muw. 87. 

n;. Sarafaddin al Husain starb u. d. .1. üS()/12Sl. 

Tr.iueniaside auf den (irammatikor b. MÄlik f 672/1273 Berl. 7781,. 

17. (J«^j^en Kiidt> des 7. Jahrh. blühte Abu '1 Hakam Mälik 
' b. al Murahlial al Mala(|i al Andakisi, Zeitgenosse des b. 
abi r Habi' (+ (;7i> 1-27:;). 

Mjh|«i. II 52«». I. IhU/uii K>cur.- 28S^. ^. 2. fil iru-silu itl kiihrä 
dl in(n'i'fitir }}iij*uht'i ft 7 fihrn. Poesien zum Ijobe des l*ro}»heten ib. 3fi2i. 
3. JHu'ttssnrfit übiT «Ias>.t'Ib»* ThtMiia ii>. 2» 

'2. Kapitel. Die Kunstprosfl. 

Srhini im vorliermdienden Kapitel haben wir unter den 
Werkeil verscIiiedeiHM* l)irliter Ma(iamen und Sendschreiben 
in KuMstprosn zu ver/eiclinen ireliabt. Ausserdem wandten 
sich t'oliiiMide M anner (U'V Pfleue dieser Litteratur^attunj^ zu. 

1. Abu 1 Walid A. b. 'Abdallah b. (ialib b. Zaidun 
al MalizmiH war i. .1. :i!U lio:^ als S(»hn eines anj;:esehenen 
Mannes in ('ordnva irebnieii. Srlmn als juniier Mann spielte 
er in seiner Vaterstadt eim* hervorrap:eiHle l{(»lle und {gewann 
dit? Liebe der Walljula. der i;eistreichen und emaneipierten 
Toehter des i. J. 4ir» n>*J.') ermordeten, umaijadisehen ('häufen 
al Mnstakfi billah. Durch den l ni^anji mit dieser IVinzessin 
wurde er dem Machthaber von rnrdova, Abn 1 Hazm b.dahwar, 
veniäehtiu: und ward infoltiedessen i^M*fant;en y:esetzt. Ks gelang 
ihm zwar, nach dem Westen Spaniens zu eut Hieben, aber die 



Die nacUklassiHche Periode der arabischen Litteratur. 275 

lAebe zu Walläda und der Wunsch, sie wiederzusehen, führte 
ihn nach Jiz Zahrä\ der Vorstadt von Cordova, zurück. Als 
nach Abu '1 l.läzm's Tode sein Sohn Abu 1 Walid zur 
Regierung kam, rief er den b. Zaidün zurück und machte 
ihn zu seinem Wezir. Zu dieser Zeit bewarb sich Abu *Amir 
b. 'Abdüs um die Hand der Walläda und b. Z. richtete an 
ihn die berühmte Kpistel, in der er ihm in Wallädas Namen 
einen Korb erteilt. Aber aurh dem Abu 1 Walid wurde b. Z. 
nac^h einiger Zeit verdiU^htig, vielleicht durch seine Beziehungen 
zu demkunstliebendenl.lamniüdiden Ullis II, Fürsten vonMalaga. 
Kr wurde verbannt und begab sich zu dem in Sevilla herrschen- 
den 'Abbädiden al Mu'tadid. Hier fand er eine glänzende 
Aufnahme und wurde zum l_)ü 1 wizäratain, erstem Staats- 
minister und kommandierendem (ieneral, ernannt. Diese 
Stellung behielt er ixnrh unter dessen Nachfolger al Mu tamid 
bis zu seinem Tode i. »I. 4(>;VH^7<). 

.1. IJhU. 51». WeijoTH in Oriciitalia 1 3H4— 409. Ibii-Zaiduni vitani 
Hcripsit opistolaniiiiK^ ejus ad Ibn-Dsi'liahvarum soriptaiii nuiic primuni 
ed. K. (). Uosthorn, llauniut IHS». 1. Brirf an b. 'Abdfts s. o. Abi '1 
Walidi ibn Zaidiiiii Kisabft scu Mpistoliuni ar. et bit. cum ntitulis ed. 
J. J. ReiMkc IJpsiiic 175')-. od. Ilirt in Inst. lin^. ar. Jena 1770, vgl. 
Bebrnauer ZDMfi IM, 477 rt*. Comt. v. b. Nubata f 7(>S l.JliH, (iotb. 2830 1 
(w<> andr«' lld«. auf^t'ziililt) ^rdr. Kiiiru 127^ u. s. w.; türk. Tb^r;». v. 
Qara llalil Kmirzadc, vollendet li:i:|1721, Wien 392, gedr. Cpel 12f>7. 
2. Brief an Abu M Walid b. (ialiwur aus drr Zeit seiner Oefantfen- 
scbaft, rnit der l^ltt«'. hol M'inein Vsit«.T FürHprat'be für ibn einzulegen; 
(mI. Bestborn 1. 1. Conit. v. as Sat'adi f 7<»4 1:^<>2, Bnl. S(U)s, Paris 331 »v 7, 
Leid. 404. Bodl. I 1240.^, Br. .Mu>. 1074.,, Ksrur.- 497, 543. 3. al (/asida 
(i! Aiiddhisijr , AulTonb'runjr /um Kampf«' i^ej^en di»» rugläubigen und 
zur B«*tr»Mun^ Simnims von ibn-r llerr«i»'baft in JiO Viersen (Jotb. 2240. 
4. (tl 7- nn hfnujr i*in liitl»esjfiMli»bt lb»dl. I 1245o, II 31 H. 5. Kinzelne 
Oi-ditbt«' B»t1. 7r.l9., 4, (lotb. 2<il. 

'J. Zu Anfiiim dt's r». Jjilirh. i)lnhte der spanische Dichter 
al kjitil) al wazir al ujüI) Abu (la'far b. A. aii.s Denia. 

H. (if iiifisdr /i '/■ rtjfid "tih'i sähiO al niaqama al (^iirntbije viel- 

■ 

leicbt ^r^en rinc» «ItT Maqnniat aJ Qiirluhtjf (F^scur. ' II 7H) des UamÄl- 
addln Abu Tabir M. b. .lüsuf at Tamiml al M&zini b. al Astarkuni aus 
SarairusMj 1111 12710, K>tur.- 4SS,. 

S. M. b. M. 1). '.Vlnlaliialil al *Omari Kasidaddin al 
Watwat starb i. »I. :>0l) 111.^». 

18* 



276 2. Buch. 2. Abschnitt. 

1. Rcchtfertigung»8chreiben Berl. 8()09. 2. Eine Maqäme von ihm 
nachgeahmt in Herl. 8537,. 

4. Ihre höchste Vollendung erreichte die Kunstprosa in 
den Maqämen des Hariri. Abu M. al Qäsim b. 'Ali b. M. 
al Hariri war i. J. 44<^/1054 in Basra geboren; seine Familie 
stammte aus Masän, einem kleinen, durch seine Palmen- 
pflanzungen bekannten Dorfe in der Nähe von ßasra, wo er 
selbst noch ein stattliches Palmengut besass. Er beschäftigte 
sich eingehend mit sprachlichen Studien und führte das be- 
hagliche und ruhige Leben eines reichen Litteraten. Sein 
Tod fiel in das Jahr 515 oder 510/1122. 

Seinen Ruhm verdankt er seinen MaqämeUy in denen er 
direkt und bewusst an die Traditionen al Hamadäni's(8.o.p.94) 
anknüpfte. Gleich diesem seinem Vorgänger schildert er die 
Krlebnisse eines litterarisch gebildeten Vagabunden, des Abu 
Zaid aus Serug. Seine souveräne Beherrschung der Sprache mit 
air ihren syntaktischen und lexikalischen Feinheiten ermög- 
lichte es ihm, den Produkten seiner Phantasie eine Form zu 
gel)en, die fast dazu bestinunt scheint, den Leser den Inhalt 
vergessen zu hissen. Ks ist das letzte Aufflackern des national- 
arabischen ( ieistes ^), blendend und für den Augenblick ent- 
zückend wie ein schönes Feuerwerk, aber auch ebenso un- 
fruchtbar und erfolglos verpuffend. 

.J. Uall. 508, b. al AnhAri 458 8. L. Delatre Hariri. 8a vie et 
hos «''crits. Kxtr. de la rrviu? oriental»? Articlc (1) 2. Pari» 1853. I. 50 
M(fff(hn<n. vcrf*. für den Wozir dos Chulifcn al Mustarsid biU&li, Uamftl- 
addui 'Amidaddaula Abu 'Ali al Hasan b. abi '1 'Izz 'Ali b. Sadaqa 
t f)21 1127, iia«'h einem von J. Hall, gesehenen Autograpli des Werke», 
naeli der j;ewolinliehen und wohl rielitijjjeren Anjjabe aber für den 
Wezir Sarataddiii Abu Nasr AnuwarwAn b. M. b. Hälid b. M. al QAsänl 
(vj;l. llnuthuia pref. au U<M-ueil d. t<'xt. rel. a Phist. d. Seldj. II p. XII). 
Les seanees de Hariri avec un e»»nit. eln»isi par S. de Sacv 1. ed. Paris 
1H22. 2. «'d. |»ar Reinj«ud et J. Derenbourjc 2 vols. Paris 1847- 5H. H's 
Assi'niblii's, arabie text witli engl, notes, «;raniniatieal, critieal and hi»t. 
by F. 8tein^'ass, L.uidon 1H1M>. Gedr. Kair«) ISfiO, 130(>, Tebriz 1268, 
1282 (litb. mit Interlinear- und Kandgbmsrn), Bairüt 121)1, BCilikq 1284 
ete. ete. Pi-rs. Obers, v. M. S(?mhoddin Lueknow 12t)3 (JAP s. (> t. 3 
p. 2021!".); türk. C'bers. ^'cdr. Cpel (ib. s. 7 t. 1. p. 530 \\;\. s. 7 t. 19 

') A. V. Krt'Mier, Kulturgesell. 11 470. 



Die nachklaasische Periode der arabiBchen Litteratur. 271 

p. 186, Bull, de St. Petersbourfr VI 130 = Mel. As. I ^); hebr. Übers, 
einiger Maqämen ed. Neubauer JAP h. fi t. 12 p. 91. Fr. Rfiokert, Die 
Verwandlungen des Abu Seid von Serug oder die Makamen des Hariri 
1826 (Gesamtausgabe von iVn. poet. Werken, Krankfurt a. M. Bd. XI). 
Makamat or rhetorioal anecdotcs transl. with annot. by Th. Preston 
London 1850. Commentare 1. v. Ab(i "Abdallah oder AH Sa'ld M. b. 
abt's sa'äda 'Abdarrahm&n b. Mas'üd al Pangdahl f 584 1188 HH VI 62, 
Bodl. I 403, Escur.^ 494, Alger 1^92. 2. v. Abu U hair Sal&ma b. 'Abdal- 
bftql b. Saläma al Anbar'i f 5901194, Goth. 2770, Auszüge ib. 99 fol. IIb. 
S. V. Abu 1 fath K&sir b. "Abda.ssHijid al Mutarrizi f 610/1213, Berl. 
8540—2, Münch. 561, Paris 3937.8, Kscur.^ 269,, 509/10, 608, Br. Mus. 616, 
Kairo IV 210. 4. v. al *()kbari f 616/1219,iMtinch. 562, Ups. 8.'), Paris 
3939,. 5. V. Sadr al afädil at Tara^fi f 617 1220, Berl. 8543. 6. v. Abft 
•1 'Abbäs A. b. *Abdalmun*im al Qaisi a» Serisl (aus Xeres) f 619 1222: 

a) der grosse Comt. Leid. 413 (wo andere Hdss, aufgezählt, dazu:) 
Berl. 8544, Paris 3940—6, Alger 1JS91, gedr. Bftl&q 1284, 1300, Kairo 1306, 

b) der mittlere Leid. 415. 7. anon. u. d. T. al audah, vielleicht v. at 
Taftazäni f 792,1390, Leid. 417 (Autograph). 8. v. az Zebidi ca. 900, 
1494, Berl. 8545. 9. v. ^Abdallah b. M. nt Taballi 907— 62 1501-55, bis 
xum 1. Drittel der 24. Maqänie, vollendet v. seinem Schüler Abu *1 Mas- 
•flid b. M. b. *AH i. J. 966155M, Leid. 419. 9. v. Abu RÄs M. b. A. b. 
•Abdalq&dir an NÄsiri f 1244 1828, Herl. JS546, Alger 1H93 4. 10. v. Abft 
Ga'far b. Dä'ud al Bagi Leid. 416. 11. v. Abu \\bdallah M. b. Mansür 
b. HamÄma al MaqrAwi as SigiluiAsi IJII 11 534 Ksour.- 496. 12. anon. 
Leid. 418, Wien 375, Ups. H3. 21 (-onit.bei Alilw. S548. 

II. ar r. (is Sinijv uud m\ r. as Shnjc. zwei Briefe, in denen jedes 
Wort im ersten oin Sin, im zweiten ein Sin enthalt. Berl. 8610, Leid. 
424 5 (wo andere Ildss. aufgo/ilhlt) gedr. in Arnolds ("lirest. ar. p. 202 — 9. 
III. Einige Qasulen Borl. 7r>74. IV. (ItMÜcht in IM llat'ifversen über 
den UntertH'hied der \Vörtor mit Päd und Za (vgl. Ma4|. <m1. de Sucv 
545-7, Sujuti Mu/hir II 149), Berl. 679. V. <il fnrq haiu mj (lad 
waz za alphabetisch Berl. 7ü22. VI. k. diirrai al {/anaas p anhaut al 
hawdsH, die Sprachfehler der Gebildeten, Berl. 6.'>03 4, Leid. <i9 (wo 
andere Ildss. aufgezählt), ed. 'riiorb«Mk<', Leipzig 1H71, gedr. Kairo 1273. 
Comt. V. al llafagi, Berl. «i5t»5, de .long 1^, gedr. Cpel 1299. Vll. mulhat 
al l'rdb, grammat. Lehrgedicht mit Comt. Berl. 6507- 9, Paris 3996-9, 
Leid. 157 H (wo andere llds>. Hufj^ezählt) gedr. Kairo 13(10 u. ö. Molhat 
al irab ou les rerreations grammaticab^s, poeme grammaticul, a«Toni- 
pH^ne d'un comt. par l(> eheikli Ahou M. el Kassem b. Ali connu sur 
le n<»m de llariri, trad. par L. Pinto avec un choix de notes explica- 
tiv<'> et criti(|ues ainsi les variantes tirees du comt. int. Tolifat al adab 
Pari> ISSf) *», vgl. de Saey Anth. gr. 145 51. Commentare 1. v. b. 
Malik Cioth. 229,. 2. v. *Ali b. M. h. 'Ali al Qorasi al Qalsawi (IUI 7101: 
Qalsadi) f 891 14H() Escur.' 121,. 3. v. (iamaladdin M. b. "Omar Bahraq 



278 2. Buch. 2. Abt^cliiiitt. 

al Hadram! 10. Jahrli. Berl. 6511, Leid. 159, BMS 924, , gedr. Kairo 1306. 
4. V. al Fäkiht 10. Jahrh. Leid. 1<>0. 5. anon. BerL 6512. Auszug in 
Versen v. b. GAbir f 780 1378, Paris 44524. 

r>. Der christliche Arzt Abu '1 'Abbäs Jahjä b. Sa'id b. 
M&ri au Nasräui al Basri siarb i. J. 589/1193 oder vollendete 
vielleicht in diesem »lahre sein Werk: 

AI maqämdt al MasVuje, eine Nachahmung der Harlrischen Ma- 
qänien Wien 384. 

G. M. b. *Ab(larrahmäu b. M. Maudaddin b. Qarnäs um 
<)72'1272. 

Maqdma über Mitjr, den Nil und die Kauda Berl. 85492. 

7. A. b. ftf. b. 'Omar b. .Ifisuf al Qurtubi Dijä'addin 
Abu 1 'Abbas starb i. .1. i\rl\VrrL 

Stück au8 einem Sendschreiben Berl. 8613,. 

8. Sihäbaddiu al Hara'i blühte um d. .1. <;74/l275. 

Maqäma über den Nil Berl. «549,. 

\). AI yä(li Hasid um CIMM-JIM. 

AnfHug einer Maqdmr Berl. S5r)0,. 

3. Kapitel. Die Philologie. 

Die Philologie hat in dieser Periode zwar noch äusserst 
zahlreiche Vertreter gt^tundeii, ab«»r nur wenige, die auf 
Originalität Ansprm-h ma<ln*u knimten.' Auf dem (lebiete 
der (Irammatik ist scliwerlicli iriicnd ein neuer (iedanke zu 
dem Krbe der Vergangeidieit hinziigekounnen: dafür entstehen 
Compendien über ('t)mpeiidien, iu den(;n der alte Stoff in 
immer neue Kt)rmen gegossiMi wird, und von denen einige 
wenige bis auf den heutigen Tag kanonisches Ansehen erlangt 
haben. Die Lexikographie hat einige tüchtige Spezialarbeiten 
aufzuweisen, die aber ghMchfalls in hohem (Irade von 
älteren Werken abhängig sind. Wirklich neu und dieser 
Periode eigentümlich sintl die Arbeiten über Poetik und 
Rhetorik, die z. T. von wirklich gesundem, ästhetischem 
Urteil zeujii^n: freilich laufen auch diese Bestrebungen nur zu 
bald in die ode Scholastik aiis, die den Wissenschaftsbetrieb 
dieser Periode durchweg cliarakterisiert. Hatte sich die Blüte 



Die nachklHbsiäche Ffriode der arabinchen Litteratur. 279 

der Philologie im 8. und 4. Jahrh. fast allein im 'Iräq ent- 
faltet, so sehen wir jetzt ihre Junger in allen Lämlern des 
Islams auftreten. Das Überwiegen des iranischen Elementes 
unter den Philologen lässt sich aber auch in dieser Periode 
konstatieren. 

l. Die Philologie im Mräq. 

Basra und Kufa hatten in dieser Zeit ihre Wissenschaft- 
liehe Rolle schon fast ganz ausgespielt. Bagdad übte zwar 
durch manche wissenschaftliche Anstalten, unter denen die 
freilich in erster Linie theologischen Studien dienende Nizämije 
besonders zu nennen ist, no<h eine bedeutende Anziehungs- 
kraft aus, aber es hatte lange aufgehört, der geistige Mittel- 
punkt des Islams zu sein. 

1. Abu 'Abdallah M.b.llatibal Iskäfi starb i. .1. 4l>1 1080. 

yiabndt al iii/'/a Wörterhurh Jeni 1121. 

A 

2. Msä b. Ibrahim ar Raba*i stammte aus Jemen und 
starb i. J. 4S() 10S7. 

Xi^dm (i1 ynrih Krklärun^ veralteter Wörter in alten Oedichten, 
die mit angeführt werden, Berl. 7039, Leid. 6S, Br.Mus. 1010, Suppl, 1214», 
C'ainhr. 08, AS 4385. 

S. Abu (Hekr) Zakiuija Jabjä b. 'Ali b. al llatil» at 
Tibrizi^i war i. J. 421 WM) in Tibriz geboren, studierte 
Philnloüie bei Al)u 1 'AhV al Ma'arri'^) und Tniditioncn in Sur. 
Als juniriM' Mann bit'it er sich eine Zeitlang in Aj^ypt«Mi auf 
und wirkte dort als Lelirer. Si);'iter ging »»r riarh iJaidad, 
wo er an der Nizaniiic die Professur für Pliilolo^ir bis zu 
zu seinem Totb* i. J. r)0*2 1 109 bekleitlete. 

Anh. 448— s, .1. Hall. 771. \. al knft j'i 'ilmai nl "tnioj inil qa- 
irä/i lierl. 7110 ( . Hodl. I 12ir>"'), Bat. HH,, viTsüiziert v. Siiiabuddui 

') .St), n'u'ht Tal». \^\. Perf:*rh, Verz. d. Vrr>. lld^. d. Kj;l. Bibl. z. 
Berlin S. 1282 Anm. 

-') Ani^i'hlir.h zei^t«* man in einer der Baj^dader Bibliotheken noch 
das Kx. des k. at tahil'ih fi 7 hnja von al Azliari (s. t». p. 12W)» das er, 
zu arm >ith »'in HeittiiT zu kaufen, in einem Smk auf dem Küeken von 
Tibriz nacli Ma'arra ^'etra^en hatte, um Vorlesunj^en darüber zu hören, 
nn<l da** durch die Srhwei>>]»ureii so aussah, aN ob es im Wasser jje- 
b'fjen hätte. 



280 2. Buch. 2. Abschnitt. 

A. b. 'Abdallah al Fl^ (nach HI} geb., nach Freytag Yersk. p. 36 n. 10 
gest. i. J^ 729/1329) Tielleicht Qoth. 376,. 2. Ar. al wäfi ft H 'arüd wal qa- 
wäft Kairo lY 196. 3. Ar. al mulaJ^af fi i^räb al qor'än Paris 596. 
4. iarh al Mu^allaqät (s. o. p. 18). 5. iarh al Samdsa (s. o. p. 20). 
6. iarh diwän AM Tammäm (s. o. p. 85). 7. iarh sagt azzand (s. o. 
p. 255). 

4. Sein bedeutendster Schüler war Abu Man^ür Mauhüb 
b. A. b. M. b. al Hidr. al Gawäliqi, geb. 466/1073, gest. 
539/1145 in Bagdad. 

Anb. 473—8, J. Hall. 722. 1. Ar. o/ mu^arrah min al kalam al 
^agami *alä hurüf al mtC^am, Erklärung der Fremdwörter, heg. ▼. 
E. Sachau, Leipzig 1867. Eine LQcke nach der Kairiner Hds. ergänzt 
▼on Spitta ZDMG 33, 208 ff.; andre Hdss. Escur.* 124, Aß 4277. 
2. Ar. at takmila fi mä jalhanu'fihi 7 'ämma, Ergänzung zur durrat 
al yanwäf des Harlrl 8. o. p. 277, le livre des locutions vicieuBes ed. 
H. Derenbourg in Morgenl. Forsch. (Leipzig 1875) p. 107—166. 3. Ar. asmä* 
l^il al ^arab wafursanihd Eacur.' 27O5, Münch. 103}. 4. al muf^ta§ar 
/t n nahw Köpr. 1501. 

• 5. 'Abdallah b.'Alib.lshäq as Saimari starb i.J.541/1146. 

HH II 179. Ar. tab^ief al muhtadV waiadkiret al muntahi, 
Qrammatik, Paris 4007. 

6. Hihatalläh b. 'Ali b. M. b. Hamza al 'Alawi as Sagari 
war Naqib der 'Aliden in al Karli, der Vorstadt von Bagdad, 
verfasste eine Anzahl von Commentaren und grammatischen 
Schriften und starb i. J. 542/1147. 

Anb. 485 — 9, J. Hall. 745, Faw&t II 310. Diwmi mu^täräf ai 
8u^arä\ eine Anthologie vollständiger Qaslden nach der Hds. der vice- 
königl. Bibliothek lith. Kairo 1306. 

7. llnl>ekannt sind die Lebensumstilnde des Abu Sa*id 
M. b. 'Ali b. 'Abdallah b. A. al Hilli al 'Iräqi; als sein Todes- 
jahr wird bald ca. 510/1 11() (HH II IS«, V 514) bald 561/ 
1166 (ib. IV 415, VI 60) angegeben. 

1. k. nuzhaf al anfus wa raudat al magUs in 29 Kapiteln in 
alphabetischer Reihenfolge (mit Läm- Alif), erklärt den Ursprung aUge- 
mein gebräuchlicher, sprichwörtlicher und bildlicher Redensarten 
Qoth. 1250. 2. k. raudat al *uiiäq wa nuzhat al muitäq. Anthologie, 
Escur.* 471. 

8. Käfi T kufät Abu '1 Ma'äli M. b. al Hasan al Bagdädi 
b. liamdün war aus einer vornehmen Familie in Bagdad 
i. J. 495/1101 geboren. £r begann seine Laufbahn unter al 



Die nachklaBsische Periode der arabischen Litteratur. 281 

■ 

Muqtadir mit einem militärischen Amte und rückte unter 
al Mustangid zum Oberaufseher des Palastes und endlich 
zum Staatssekretär auf. Da er sich als solcher in einem 
offiziellen Schreiben oifen über die Schäden der damaligen 
Regierung aussprach, wurde er i. J. 562/1167 seines Amtes 
entsetzt und ins Gefängnis geworfen, wo er bald darauf starb. 

J. Hall. 626, FawAt II 186, WQst. Gesch. 255. JT. at tadkira, 
eine Anthologie philologisch -historischen Inhalts in 12 Bänden, Berl. 
8559/60, Paris 3324, Bodl. I 379, 389, Pet. A. M. 207, Escur.* 508, 
Br. Mus. Suppl. 1137/8. v. Kremer ZDMG YII 215, ders. Ideen 469, der«. 
Beiträge zur Kenntnis der Geschichte und Sitten der Araber Yor dem 
Islftm, bearbeitet nach der Teskiret Ihn Hamddn SBWA phil. bist. Gl. 
April 1851. Auszug y. Mahmud b. Jahjä b. MahmCid b. Sallro, Yerf. i. 
J. 681/1282, HH 2780, Mttnch. 595; anon. Goth. 2137, Paris 3325. 

9. Abu M. Sa'id b. al Mubarak b. 'Ali b. ad Dahhän 
war i. J. 494/1101 in Bagdad geboren und galt dort für einen 
der grössten Grammatiker seiner Zeit. Später ging er nach 
Mausil zu dem Wezir Ciamäladdin al Ishahäni al Gawäd. 
Während seiner Abwesenheit wurde sein Haus und seine 
Bibliothek, die er in B. zurückgelassen hatte, von einer Über- 
schwemmung heimgesucht. Als man ihm die arg beschädigten 
Bücher nach Mausil l)rachte, suchte er sie durch Räuchern 
mit Laudanum wieder herzustellen, verdarb sieb aber die 
Augen damit, sodass er erblindete. Er starb bald darauf in 
Mausil i. .1. rM)/\\i:i. 

J. Hall. 251. 1. al fusnl /f '/ qawäfi Goth. 358, = al muf^tafar 
;i 7 qawnl^ HH V 450, 11622 oder ein Teil der fufül ihn Dahhän 
ib. IV 432, 9076? 2. Eine Qaside mit Comt. eines Ungenannten (Yiel- 
leicht den Schreibern der Hds. M. b. M. at Tan&nl al Azharl i. J. 1162/ 
1749) nach dem Dictate des Samsaddln AbCi '1 *Abb&8 A. b. al Husain 
b. al Habb&z Guth. 2255. 

10. Kemäladdin Abu T Barakat 'Abdarrahmän b. M. b. 
•Obaidalläh b. abi Sa*id b. al Anbäri war i. j! 513/1119 ge- 
boren. Er studierte an der Nizämije in Bagdad Philologie 
unter al Gawäliqi (nr. 4) und as Sagari (nr. G) und übernahm 
später selbst einen Lehrstuhl für dies Fach an derselben 
Hochschule. Nachdem er sich in den letzten Jahren von jeder 
öffentlichen Thätigkeit zurückgezogen und nur dem Studium 



282 2. Buch. 2. Abschnitt. 

und der Frömmigkeit gelebt hatte, starb er am 9. Sa bau 
577/19. Dee. 1181. 

J. Hall. 342, Fawät I 262, WQst. Gesch. 269. 1. A*. nuzhaf al 
alibbfV fi tabaqäi at ndabä* eine Geschichte der Philologie von den 
Anfängen bis auf seine Zeit, lith. Kairo 1294. 2. k, asrär al 'arabije, 
eine Grammatik, ed. C. F. Seybold, Leyde 1886. 3. k. al insäf /t ma- 
stfil al hjläf bain an nahwijin al Ba^tijtn wal Kü/ijin, verf. auf 
Wunsch seiner Schüler in der NizämSje Leid. 169, Escur.^ 119, Jeni 1060; 
danach Kosut, Fünf Streitfragen der Basrenser und Kufenscr, Wien 1878. 
4. Ar. luma* al adille fi ujfiil an nahe Leid. 170. 5. Ar. al igräb fi 
gadal al i*rab Paris 101 3^. 6. k. *umdat al itdabä^ ff ma^rif'ef mäjukfab 
bilalif waljä^ Leid. 171. 

11. Unbekannt sind die Lebensumstände des Al)ü *Ab- 
dalläh M. b. *Ali b. Hälid b. as Saqqät, der jedenfalls dem 
6. Jahrb. angehörte. 

k. if^tif/ir al 'arüd Leid. 270, Kscur.- 288,, 33O5, 396, comU v. b. al 
Barri f 572/1176, Escur.MlO,. 

12. Muhil)baddin Abu '1 Ba(|ä 'Abdallah b. al Husain al 
'Okbari war i. .1. 58:1(113« geboren. Er studierte Philologie 
und Traditionskuude in Bagdad und galt gegen Knde seines 
Lebens daselbst für den grössten Vertreter der ersterea 
Wissenschaft. Er starb i. J. kSMWVlW), 

J. Hall. 322. 1. k. al tibjdn fi r rdb al quyWn Paris 620/1, 
Kairo l m, Alj^er 331, AS 73/4. 2. k. al mugiz fi Udh an si^r al 
multjiz CtJHit. zu un^ewöhnlii'ht^n, ByntHktis<*hon Au-idrürken bei alten 
Dichtern Berl. 6581. 3. k. al Inbdb fi 'ilal al bind' tral i'rdb. Ursachen 
der Flcxiorislosi^keit und der Flexion Kairo IV Ui). 4. k. at laltpn fi 
'w nahii- vier Fragm. Leid. 177. 5. ^arh dhrdn al MaUtnabbi (s. o. 
]>. 88). 6. sarh maqdmdl al Hann (s. o p. 277). 

IH. Abu 'Ali al Muzaffar b. al Fadl 1». .lalija 1>. 'Abdallah 
al 'Alawi al H usain i schriid) auf Veranlassung des Wezirs 
des letzten 'abbäsidisclien Chalifen Mu'aijad addin M. al '.\l(|ami 

k. nadrat al iand fi nusrat al qand, Tlu*orio der Dichtkunst, 
HH VI 1384K Herl. 7174, WitMi 224, Paris 1303,, 4236,, 4420, Br. 
Mus. 1055. 

14. Mzzaddin \\bdalhamid b. Hil)atalläh al Mada^ni b. 
abi 1 Hadid war i. .1. 5S(i 1100 in Madäln geboren, zei(^hnete 
sich als Dicliter und "als Philolog aus und starb i. J. (i55,/1257 
in Ba<i:dad. 



I . 



Die naehklartHiMche Periode der arabischen Litteratur. 283 

FawAt 1 248. 1. k. al /ulk ad dfCir *alä 7 maial as sä'ir Wider- 
legung der Irrtümer im k. al maial an sä*ir fi ädäb al käfib wai 
l^ctir von b. al Atlr (h. u. 3. 1) Leid. 318. 2. Yer8ifizierung (nazm) des 
k. al f'a§th von TaMab f 291/903 {s. o. p. 118), in 24 Stunden verf. 
E«cur.* 188. 

15. 'Ahdalmuuini b. Sälih 1». A. I). M. at Taimi schrieb 
vor d. J. f)S5/12«r,: 

k. iuh/'at al iniCrib wa (urfaf al mugrib Grammatik HH 2669, 
Leid. 180. 

1(). 'Izzaddiii Abu '1 fadäll 'Abdalwabhäl) b. Ibrahim 

■ 

b. \\bdalwahhab b. abi ^1 Ma'äli al lla/ragi az Zaugäiii 
schrieb i. J. ()o5/l'J.)7 in Bajrdäd: 

1. k. tasrif az Zaugäni oder al ^Izzi Goth. 194, (wo andre Hd»ii. 
aufgezählt) Berl. 6B15 6, gedr. mit iat. Übers, v. J. B. RaymunduH 
Rom 1610, Cpel 1233, Kairo 1307 u. h. w. Commentare 1. v. SaMalläh b. 
Mas'üd b. *Omar at TaftazÄni f 792 1390, vollendet 737 1336, Berl. 6617/8, 
Goth. 200, (wo andro Hd^s. aufgezählt) gedr. Cpel 1253; dazu GloHsen 

a) V. M. b. 'Omar al Halabi t »55,-1451, Berl. 661«, Br. Muh. 532,, 

b) V. Nasirnddin al Laqani, vollendet i. J. 924 1518, K«cur.^ 103, 186 
(Autograph), Goth. 203, Wien 201, de Jong 17, c) v. »anwaddin M. al 
•Izzi a» SAfiM 10. Jahrh. Esiur.^ 1S2, d) v. M. b. *Arab b. HAgi b. 'Arab 
Kasan 146. 2. v. \\li b. .M. b. ^Abdallah al Afznri t H15 1412, Berl. 6620, 
Leid. 204. 3. v. al QAri al llcrewi t 1014160.1, Berl. 6621. 4. v. Jahjä 
b. 'Ibrahim b. *Abdahsalam az ZangAni al ImAni al Mu*azzam ca. 1050; 
1640, Herl. 6622. :>. v. .JfiMifgan b. 'Abbas al Pirhadräni v&. 1094 1683 
ib. 6623. 6. V. Hagi b. IbrAhIm 'rkAsa al llbbll (so!) HH IV 210, 
Goth. 200,, Muniii. 7()1, Pet. 1 .")«». 7. v. Abfi M Hasan 'Ali Kgraddm b. 
HihAbaddin al Kilani an Sati'i Goth. 2t>4. Amhros 126, KscurJ SG g.'dr. 
Kairo 1305, 1307. H. anoii. H«t1. 6625 6, G«>th. 20.")., Vet. 156,, Ur. Mus. 5(r2,. 
19 Comt. und Glo^^«'n, 2 V<»rsifjkati»>ii«'n bei Ahlw. 6«>27. II. k. nmhifisar 
al ht'idi lidain *ladab ila 'Um al i'mh mit C'onit. al kaf'i, vollendet 
652 1524 od«T 654, Pet. 205,. 

17. \\bdal'jiziz b. (luiu'a I). Zaid au Nahwi al Mausili 
schrieb im 7. Jahrh. : 

Comt. zur i^rammat. Alfija des JahjA b. Mu*ti b. 'AbdannAr 
Esoiir.-' \). 

IS. Badraddill Abu 1 Mahasiu Jusuf b. Saifaddaubi b. 
Zjninnali b. Baraka b. Tuuiaina at Tahibi üjeb. i. J. {\i)'2l'2i)i), 

k. iznhi af ilfihas f'i 7 farq haiu al iHtiqan iral (fhuH, Rhetorik 
des Qt)r'ans Kain> IV 122. 



284 2. Buch. 2. Abschnitt. 

2. Die Philologie in Persien und den Nachbarländern. 

A 

In Iran gaben die zahlreichen, an Glänz mit einander 
wetteifernden Fürstenhöfe, wie der Dichtkunst, so auch den 
gelehrten Studien einen neuen Aufschwung. Während aber die 
Poesie seit den Zeiten der Sämäniden sich vorwiegend der 
neupersischen Sprache bediente, behauptete das Arabische 
seinen Platz als Sprache der Wissenschaft; aber der Umstand, 
dass man in zahlreichen, für die Perser bestimmten Hilfsmitteln 
zur Erlernung des Arabischen schon die nationale Sprache 
anwandte, spricht für die grössere Bedeutung, die dieselbe 
im öffentlichen Leben gewonnen hatte. 

1. Abu Mansür 'Abdalmalik b. M. b. Ismail at Ta'älibi 
war i. J. 350/9B1 in Nisäbür geboren und starb i. J. 429/1038. 
Er entwickelte eine äusserst fruchtbare Thätigkeit als philo- 
logischer und belletristischer Schriftsteller. Aber seine Ar- 
beiten leiden zum grössten Teil schon an dem Fehler, an dem 
die ganze nach klassische Litteratur des Islams krankt. Die 
Compilation, die schon in der Blütezeit ihre Herrschaft an- 
getreten hatte, machte das (Jewissen der Schriftsteller immer 
unempfindli<*her für den Begriff des geistigen Eigentums. Die 
gute, alte Sitte, gewissenhaft die Quellen zu nennen, die man 
benutzte, wurde mehr und . mehr durch den Wunsch, dem 
Publikum den Stoff in leichter und gefälliger Form zu 
bieten, ausser (Hiung gesetzt. So scheut sich stthon T. nicht, 
gan/.e Stellen ohne Quellenangabe von seinen Vorgängern zu 
übernehmen ^). 

J. HaU. H54. Wüstenfeld OGA. 1837 p. 1103 nr. 15, ders. Gesch. 191. 
1. k. jaftmaf ad dahr /f mahaHin ahl al Uip' über die Dicliter »einer 
Zeit und der vorangeji^angenen Generation, nach den Ländern geordnet; 
das Biographische ist sehr kurz behandelt, das Hauptgewicht auf die 
mitgeteilten Gedichtproben gelegt; vgl. Dietcrici, De nnthologia Arabica 
Tsnalebii Unio aetatis appellata Berolini 1846, ders. Mutanabbi und 
Saifuddaula ib. 177 ff., Harbier de Meynard JAP s. 5 t. 1 p. 169 ff., t. 3 
p. 291 ff., Berl. 7401—6, Pari» 3308—12, Goth. 2127 (wo andre Hd»». 
aufgezählt), gedr. Daniascus 1304 in 4 Bden; dazu dail jnthnat ad dahr 
vom Verf. Berl. 7407, Wien 356, Pet.V vgl. ZDMG 9,627. Fortgesetzt 
von al BMiarzi (s. o. p. 252). 2. k. laUVif al madrif ed. de Jong Lugd. 

») Vgl. Goldziher SBWA Bd. 73 (1873) p. 539. 



Die nachklasHisehe Periode der arabiKchen Litteratur. 285 

Bat. 1867. 3. Ar. sams al adnh ß "sfi'mdl al "arab in 2 Teilen, a) (iHrar 
al luja al ^arnlnje wafinstVisihä, wie es scheint, eine altere Auflage doH 
k, fiqh al lut/a, b) magan kalnm nl 'arab binmimihä iramä jaiu'allaq 
bin nahw wal i*räb minhä wal iHtlmnd bllqoi'^än *afa akt_arhä --.sirr al 
adab fi magän kaldm al 'arab HH IV 590, Leid. 6«, Herl. 7032,3, 
aaonymer Auszug ib. '4. 4. k. fiqh al luya, lexicaÜHrhcn Inbaltii; der 
sweite in den Drucken fehlende Teil des Werke«, in der Wiener Hdn., 
wie es acheint, mit dem Sondertitel airr al *arabija bezeichnet, Hyntak- 
tisch-atilistiHchen Inhalts, ist z. T. wörtlich dem k. fiqh al luya deH b. 
Pfcria (s. o. p. 130) entlehnt, vgl. Ooldziher SBWA 1873 Bd. 73 p. 538 tf.') 
Berl. 7035/6, Wien 231, Tübingen 69, ßr. Mus. 1684 Snppl. 8r>:{, PariH 4251, 
Gambr. Preston 38, 39, Palat. 415, IVt. A. M. 206, Damascu» p. 7 nr. 25—8, 
Alger 244, gedr. Paris 1861, Kairo 1284, Bairüt 1885 (castriort) vgl. 
Fleischer Kl. Sehr. III 152 — 66. Prooemium et specimen lexici syno- 
nymici arab. Atthalibi ed. vertit notis instr. J. Seligmann Upsala 1863. 
Nazm fiqh al luga, Yersificution von einem UngfMiannten a. d. J. 742/ 
1341, Leid. 67, vgl. Weijers Orient. I 860 tt'. 5. k. al kimljd/ waf furul 
Rhetorik, dem Hwärizmsäh gewidmet, Berl. 733f>, Wien 84,, KHcur.'28l (Y). 

6. k, aynäs at fagtiU Escur.- 8684 -^ r. p V hußiU? Berl. 7330. 

7. k. Hihr al baläga irasirr al bard'a Berl. 8389, Tübingen 68, Wien 232, 
Paris 3314, Leid. 459, K^ur.- 504., Köpr. 1288, Aufzüge gi-dr. Tpel 
(Reuther's Verz. I n. 82,). 8. k. gurar al bald ja iranint/ al bard'a 
in 10 Kapiteln Berl. «341. 9. k. ijmdr al qnlfib /i 7 mtifldf tral niansub, 
gewidmet dem Fürsten 'Obaidallah b. A. al Mikali, KrklftrunLC häutig 
vorkommender Verbindungen im Oenetivverhaltnii^s /. B. itai/ alldh^ 
qau8 Quzah u. s. w., mit Belei^m , mr-int VtTst'n B«t1. 8342, Wien m3 
Br. Mus. 725, Alger 1442, Kagib 1207, Jeni 989; vgl. Hammer /l)M(J 5 
p. 179ff., 289 ff.; tJ p. 48ff., r)l.sff.; 7 p. .')42ff.; 8 p. 449 ff.; P. d«- Oay- 
angos Hist. of the Muh. dyn. in Spain I .8.80 ff. Au-zug von «'inem l'n- 
genannten Leid. 450, v. 'AbdarraVif h1 .Munawi t 1"31 1622 u. d. T- 
Hmäd al baldga Havn 206. 10. k. nl Inj/ tral Inid'if in Ifi Kapiteln 
^ur.' 363,, Wien 1*!i8h^. 11. k. nah- av vazm Omhall al 'iqtlß, auf 
Befehl des Hwärizmsali viTfa^-j-t. pror^ai-rh*- L'm'*<|ir*ibung d#fr Vi-rse 
in dem Werke wi/<'/i<h af uAnhn^ (von w»-mV; B*-rl. 8844 5, L«id. 457, 
Pet. A. M. 775 6. 12. k. itun, jnhn ' anha V mnhib u) WU.r B«-red- 
•amkeit, b) der Frulilin:,' und di»- andr^-n Jahr^-zeil«-M. r) B«-rhr«-ibung 
von Tag und Xarht, d» Li»h«;-i.7rdi'hf<'. *-,} W<-inli<'de:, \) Fr-»ind-< hnft, 
g) Varia Berl. 8.88.8, Pari., 880:,, 8401», BM.S 1110,, K-'ur.' 840». ifi-dr. in 
der Sammlung at f„hfa /// hnh',jn Tpid «K.ijrh«;r'- V-rz. I 8^». 18. k. 
bard al akbäd fi 7 a ddd Kairo IV j«».-, tr^^dr. Cp^l I80I (K*-urh.r- 
Verx. I 28,). 14. k. ot taufiq liffo/nq 'üUr d>M vi-rv hH-'l'-n' n Innifrii 



*) Da« Wrhälirji- 'Wk"- W*.rk.-. zu d'-m vorhofgehend« erfi»rdfrri 
noch eine genau^fre L'rir«-r-'i< hun? auf Orund der 




2Hi) 'i' Buch. 2. Abschnitt. 

und Personen OemeinHchaftliche, ernsten und heiteren Inhalts Berl. 
8338. 15. k. an nihäja /T 7 kinäja Br. Mus. Suppl. lllüi, K8cur.«28, 
Kairo IV 309, Auszüge gedr. Opel (Reuther's Verz. J 32*). lü. mir'di al 
murnwät wa a^mCil al hasanäf über den Edelmut Berl. 5409. 17. k. af 
iamafiul (af tamtjl) wal mnhädara Leid. 454 (wo andre Hdss'. aufgez.), 
Auszüge gedr. Opel (Reuther's Verz. I 32). 18. k. al gilmCin Beschrei- 
bung von Jünglingen HH 10381, Berl. K334, nachgeahmt in dem Ar. alif 
yuldm wayuläm von 'Ali h. M. b. ar Kadi al Huaaini al Müsawi, Nach- 
kommen des öarif ar Radi f 406 1015, Kscur.* 461. 19. fuhfat al wuzarä\ 
ein Oegenstück zu seiner verlorenen Königsethik alk. al mulükl (= fdret 
al mulnk HH 7343) üoth. 1880. 20. kanz al kuffäb, Repertorium von 
2500 Stellen aus 250 Dichtern, zum Gebrauche für Sekretäre Wien 242, 
(ipel HH VII H2 nr. 731, comt. v. LAmiM vgl. Toderini Lit. Turch. II 
app. p. XXXIV. 21. k. al fawfVid wal qahV'nJ a) von der Vortrofflich- 
keit der Wissenschaft und des Verstandes, b) Anleitung zur Knthalt- 
sarokeit, c) Beherrschung der Zunge, d) Bildung der 8eele, e) Adel der 
Sitte, f) vom schonen Lebenswandel, g) gute Staatsverwaltung, h) Be- 
redsamkeit Kraift 479. 22. k. ahusin al mahäshi Paris 3300. 23. Ar. ahsan 
md svwi'a Köpr. 1197. 24. k. al muhhig, Sentenzen und Anekdoten, 
Berl. 8332, Paris IHUar,, Köpr. 1366, gedr. Cpel (Reuthers Verz. I 32,). 
25. k. al lataifv'az zuriVif J7 madh al aijtV waaddddhd Berl. iS334.5, 
Kscur.- 531, Leid. 4r>6, gewidmet dem HwariziiisAh Abu *1 *Abbas Ma'mün 
t 407 H)HJ. 26. k. Jinrdf/ii al inaicd<pi Ji madh as sai' wadaMmihi 
Berl. xH'M) 7, Leid. 455 (w<» andre Hdss. aufgezählt), Auszug aus dem 
vorigen Werke. 27. k. laitVif as sahaba traf tahilv Leid. 452. Selecta 
ex Thaaleliii libro fiicctiarum ed. P. (!ool in der Chrestomathie zu 
Roorda's Iframm. ar. Lugd. Bat, 1835. 28. ahfisin kalim au nabi stm 
tcassahdba u:aifdhi*iu iratHHlnk al ydhillja wamnluk al islam wal 
truzarfV iralkuiidh iral halaf/fV tral hnkaimV intl UilannV Leid. 473, 
Paris 4201, rö? daraus: Talibii syntagma dictorum brevium et ncutorum 
ed. J. IMi. Vab'ton Lugd. Bat. 1844. Später aufgenommen in das Werk: 
29. k. al rf/dz aal hjdz Berl. S340 1, Paris 330r>,., Bodl. 1 338,, II 347,, 
Br. .Mus. 72*, 1074, Havii. 207, Köpr. 1221, Kairo iV 204, gedr. Cpel 
(Reutiier'*'« Verz. I 2.'^,). liO. Mit Unrecht wird ihm zugeschrieben: Der 
vertraute (Jefälirte de> Kinsanien in sclilagfertigen Gegenreden von et. 
T., h^^^^ V. (.1. Flri»:el, Wien is'jl». iu Walirlieit ein Teil der Anthologit» des 
KAgil. al Ubahani f ,')n2 1H»H (s. u. nr. »♦) vgl. Gildemeister Zl)M(i 34, 171. 
'M. k. (il nfufasdbi/t Kairo VII 633. 

'2. 'All b. M. h. Ibrahim b. 'Abdallah al Quiuluri an 
Nisal)uri ad Darir Abu 1 Hjisaii blühte um d. J. 420; 1029. 

k. al 'urud, Metrik, her!. 7lU9. 

:\. Abu 1 Fadl 'Obaidalläh A. b. 'Ali al Mikfili stammte 
aus eiuem vornehmeUi persischen (ieschlechte, das seinen Ur- 



Die nachkla88i»che Periode der arabischen Litteratur. 287 

Sprung auf ßahräm Gör zurückführte. Er spielte als Dichter 
und Litterat eine der ersten Rollen in Horäsän und starb 
i. J. 43(>/1044. 

Jatima IV 247—68, Fawät II 25. 1. Sprichwörtersammlung in 
alphabetischer Ordnung, in jedem Buchstaben wieder in Unterabteilungen 
zerfallend; erst ein oder mehrere Sprüche aus dem Qor'dn, dann eine 
Anzahl eigentlicher Sprichwörter. Auszug Berl. 8668. 2. A*. al mahzüfiy 
Stilproben aus seinen Briefen, Proben Jat. 1. 1. p. 249 — 58. 

4. Abu Jusuf Jaqüb b. A. al Kurdi f 474/1081 (fllH 
II H5, 1917) verfasste vielleicht: 

k. al hiilya al mnUiryama ft 7 luya nach dem Inhalt in 40 Kapitel 
geteilt, deren erstes vom Menschen und seinen Gliedern, deren letztes 
von Mass und Gewiclit handelt, Goth. 402. 

5. Abu Bekr *Abdal(|ähir b. ^Abdarrahmän al (lurgäni 
war ein Schüler des Abu 1 Husain al Farisi und starb i. J. 
471/107S. 

FawÄt 1 297. I. k: nl \iirämil al mi\i oder Ar. mVal 'fimil Berl. 
6475 H, ^\W^^ 148, Münch. 6i*<5 7, 766, Goth. 212—4, K rafft. 50, Ups. 511,, 
Havn. 175, \^,, Pet. 1756, Paris SORSj, 3989-91, 4008,, 4051,, 41234, 
4130,, 41S1„ Br. Mus. 4S(J, 'J^, 495, 1389, 1522, Ind. OfF. 981, 
Escur.- 92.,, AIj^cM- l.""»,, 46,, 494, 50,, 544 etc. Liber G regentium ed. 
Erpeiiiuh Loidae 1617. Bailli«', Five hooks on arabic grammar, Oaicutta 
1803, l.uikett, Calrutta 1S14 etr. Commentare v. b. Emir H&gg ca. 
854 1450, Berl. 6477. 2. v. at TftHijawi ca. 870 1465, Berl. 6478, Münch. 895 
fol. 68b, \Vif.n 149. 3. v. JahjA b. Nasfth b. Ibr&him ca. 950 1543, 
Berl. 6479, Pet. 177,, Paris 3993. 4. v. nt Tfiragi (?) Berl. 6480-4. 
5. V. \\li 1). Hamid as Saihftni ib. 6485. 6. v. Ilalil b. 'IsÄ b. Ibrahim 
mit Su|M'r»-<)iiU. v. *Ali b. Kasul al QarahisAri ib. 64K6. 7. v. *Abdar- 
rahniaii l>. Ilo^ain b. Idris ib. r.4H7. H. v. M. SAdiu b. Darwis M. Ind. 
OfT. 9h2,. 9. V. MurttafA b. Bahram Leipzi«,' 29, 130. 10. anon. Leid. 154, 
Münch. 7r,2 3, Goth. 219, Www 150 1, Kratft 51, Paris 39S94. 5, '90, '92, 
401ö„.,. 4144,, '9„ IVt. 174., '6. Tn, 237,, Pet. Kosen I464, Escur.*' 174, 
175,, Alj^rr 40, 41, 549. 11. türk. v. M. b. SaMjan (wahrscheinlich in 
Gran in Tn^rarn» ca. 9StM572, Leipzig In^. 12. türk. anon. Paris 404I3. 
Türk. l'bfi>. \Vi«'n 152. Versihcicrt 1. in 35 Basitversen von ]Nasrall&h 
b. A. al BajVdadi al Hanball (ialäladdin ca. 790 138«, Berl. 6496. 2. u. d. T. 
ad ffinnt ad dnrnjv p 7 *ainimil au vahwtjr v. M. b. *OtmÄn ad 

DiinaMji al Haniawi f 1090 1679 mit ('omt. v. 'Abdarrahm&n al Arih&wl 

• . . . 

t irjs l7Ui, Berl. 6497. 3. n. d. T. hutwaf as §ibjän fi nazm al 'awätnil 
V. Abu Ik'kr al QAdI verf. i. J. 1174 1760, BerL 6498. 4. v. Ibr&him 
ib. «5499. 5. anon. ib. 6.^)00 1. 6. persisch Ind. Otf. 983, '4,. 9 OornJ. 
und (Ho«.scn bei Ahlw. 6502. 



288 2. Buch. 2. Abschnitt. 

II. k. al gumal HH II 624, 4196, Escur.' 172, Calcutta 938. Gomt 
1. Y. Abu M. 'Abdallah b. A. al HalsAb al Bagd&dt f 567/1171 u. d. T. 
al murtagal Goth. 211. 2. y. Samsaddln M. b. abl 1 Fath b. abt '1 Fadl 
al Bani t 709/1309 u. d. T. al fä^ir Yerf. 695/1296, Eacur.* 27. 3. y. M. 
b. A. b. M. b. A. al Qai^ar! ca. 758/1357 Escur.' 178. 4. y. I§iq Qapü 
al Izntqt f 945/1538, Br. Mus. 496i. 5. y. b. 'Usfür Ref. 384. 6. y. Sih&b- 
addtn A. b. Sarafaddln Saraf b. Mansür at Ta'lab! q&dt 1 qudHt bi 
farlLbulus aä Sa'm Escur.' 28. 7. anon., Yollendet 596/1199, Yielleicht 
Yon Abu 1 Hasan 'All b. M. al Hadraml b. al HarCif f 609/1212 
HH II 624, Escur.* 172. III. k, at tatimma, Syntax, Ind. Off. 984, 
Br. Mus. 472. lY. k, aarär al haläya /t 7 ma*än% wal bajän AS 4354 
bis, Köpr. 1418/9. V. k. daläHl al i*gäz wa asrär al jbaläga Jeni 1030. 
VI. iarh Ar. al idäk y. Abu 'All b. 'Abdal^affÄr f 377/987 (s. o. p. 114). 
YII. al fnaaä^il al muikila cit. Hiz. I 134ic. 

6. AI Qädi Abu 1 'Abbäs A. b. M. al (iurgani 1^82/ 
1089 schrieb: 

k, kinäjät al udabä* wa iiärät al bulagä% Rhetorik HH Y 245, 
Wien 84. 

7. Abu 'Abdallah al Husain b. 'Ali b. A. az Zauzani 
t 486/1093. 

1, k. (U masädir^ Wörterbuch arab. InfinitiYe mit pers. Erklärungen, 
Ygl. Weijers Orient. I 367 ff.; Leid. 100, Goth. 101, 399, Leipz. 1, Wien 93, 
Ups. 12, Paris 4287/8, 4290,, Br. Mus. 1685, Ind. Off. 993, Bodl. II 231,, 
Pet. 227, Pet. Rosen 71/2, Köpr. p. 232 nr. 697, Schefer, Bull. hist. phil. 
de St. P^tersbourg VI 256. 2. targumän al qor'än arab.-pers. WB. zum 
Qor'&n, Nomina und Yerba in 2 Abteilungen gesondert, Goth. 401. 
3. Sarh al mu^allaqät (s. o. p. 18). 

8. Abu 'Abdallah al Hosain b. Ibrahim b. A. an Na- 
tanzi du '1 bajänain au du '1 lisänain starb im Gumädä 
h 499 / Febr. IIOG oder (nach b. Gamä'a bei Sujuti und Qifti) 
im Muliarram 497 /Oet. 1103. 

DusHkr ah'luga: nach einer grammatischen Einleitung über die 
Konjugation de» transitiven und intransitiven Verbs, das Qeschlecht 
der Nomina u. h. w. folgen 28 Bücher (nach der Zahl der Buchstaben 
und der Mondstationen) von je 12 Kapiteln (nach der Zahl der Monate 
und der Zodiakalbilder) mit pers. Erlclärungen schwieriger arab. Wörter, 
Leid. 102—4, Paris 4286, Ups. 10,. 

9. Abu '1 Qäsim al Husain b. M. b. al MufaddaP) ar 

*) Nach Berl. 675 al Fadl, nach Sujütt cod. Par. Suppl. 683 (cit 
V. Ahlw. 1. 1.) al Mufaddal b. M. u. s. w. 



Die nachklaKsische Periode der arabiftchen Litterntiir. 289 

RaJLÜ » ftl Isbahäni. gleich fleissig als theologischer. >vie 
Ailologischer Schriftsteller, oder vielmehr Kompilator, 
502/1108. 

1851 p. 70. 1. k. muhä<faraf al udabä* u*a muMwaraf ai 

bulagä\ oder kürzer k, al muhädardtj eine phil.-bict. Authu- 
Ino Teile Berl. 8346—9, Wien 369 70, Leid. 464, Br, Muk. 777, 

o. 0. 12H7; Auszug Berl. 8350. 2. k, mufrudät alfäz al 
labetiKches (nach europftiHcher Weise angelegtes) WB. zum 

Anführung von Traditionen und Versen, sehr brauchbar, 
08, Berl. 675, AS 432, Jeni 58, 159, Köpr. 1577, Kairo I 216. 

qor\m AS 212. 4. Ar. hall innfaSabihaf al qor\1n RAgib 180. 
t- nal^aiain watahsil as sa'ädafaiii ib. Kairo VII 555. 6. Ar. 
Ithik Berl. 5392. 7. k. ad dat-ta ilä makärim aü Mfi/t'a, ein 
luMterwerk, das al Oaz&ll stets bei sieh getragen haben 
1839, Kägib 1179, gedr. Kairo 1299, pers. Übersetzung Br. 
Suppl. 146. 

ibii 1 Facll A. b. M. b. A. b. Ibrähim al Maidani 
. 518/1124 in Nisäbfir. 

166, .1. Hall. ()0. 1 . k. magma' al amtal Berl. 8670/1, Leid. 383/4 
Hdss. aufgezählt) gedr. BfiUti 1284, Kairo 1310, bearbeitet 
Vevtag Arabum proverbia, 3 Bde, Bonn 1838—48. Auszug 
! munfahab v. QAsim b. M. b. 'Alt al Bekregt f 1169/17.56, 
metr. Bearbeitung von einem Osmanen aus d. J. 1079/1668 
, Ootli. 1250. 2. k. as ttdmi fVl an/lmh Wörterbuch 1. Fiqh, 
Wesen, 3. himmlische, 4. irdische Dinge, arab. Wörter mit 
iruiijLcen, vollendet am 19. Ramadan 497/9. Juni 1104, vergl. 
•ienr. I 308 tf., Berl. 7040, Leid. 105 (wo andre Hd». ver- 
azu:) Br. Mus. Suppl. 855 A8 4680/1, Jeni 1128, Kairo IV 173. 
Erläuterungen und Zusätze dazu Leid. lOH, anonym u. d. T. al ibäna 
ib. 107 (Weijers Orient I 371 ff.) Auszug, nach der Ordnung des Oauliari 
verf. von seinem Sohne Abfi Sa*d Sa^id, vielleicht Leid. 108, vgl. Weijcrs 
I. I. 368 H. :i. k. nl hadi lis HÖdi, Syntax mit per«. Erläuterungen, nwch 
dem sann vrrf., mit anon. (N>nit. zu den Vernen Leid. 162 (Weijeis Or. 
1 371 n), luil. Ott. 1027, Bodl. I 1067,, AS 4441. 4. Tnirtat nbrr di«* 
Nominalbildunir und die huruf Leid. 163. 5. kleine grammat. Abhand- 
lung: l'aiiS 4tȟO. 

11. Kill S(-hüler al Maidänis. Abu Ja'qfib Ju.suf b. Tähir 
al Hurri srhrieb i. .1. 532/1 137: 

/'. ftirn'id al hfinyid. eine Spriehwörtersammluug, HH IV 390, 
Pari? 'YM't^, Aijs/ug u. «I. T. ^nqüd al *uqül Wien 343. 

\2. Ahn 'I <jasiiii Mahmud b. 'Omar uz ZamahHiiri war 
in Zaniahsar in llwiirizrii i. J. 467.1074 geboren. Er machte 

FW ''( k elm.'inn, Arabische Littrraturgeschichtc. l. 19 



280 2- Buch. 2. Abschnitt. 

A. b. 'Abdallah al Flgl (nach HH geb., nach Freytag Yersk. p. 36 n. 10 
gest. i. J^ 729/1829) vielleicht Goth. 376,. 2. k. al wäfi /t 7 'arüd wal qa- 
wäfi Kairo lY 196. 3. k. al mulal^f fi i^räb al qor'än Paris 596. 
4. iarh al Mu*allaqät (s. o. p. 18). 5. iarh al ^amaaa (s. o. p. 20). 
6. iarh diwän Abi Tammäm (s. o. p. 85). 7. iarh aaqt azzand (s. o. 
p. 255). 

4. Sein bedeutendster Schüler war Abu Man^ür Mauhdb 
b. A. b. M. b. al Hidr al Gawäliqi, geb. 466/1073, gest. 
539/1145 in Bagdad. 

Anb. 473—8, J. Hall. 722. 1. k. al mu^arrab min al k<Uäm al 
*a§ami *alä hurüf al mxCgamj Erklärung der Fremdwörter, hsg. ▼. 
E. Sachau, Leipzig 1867. Eine Lücke nach der Kairiner Hds. ergftnxt 
von Spitta ZDMQ 33, 208 ff.; andre Hdss. Escur.* 124, AB 4277. 
2. k. at takmila fi mä jalhanu'fihi 7 *ämma, Ergänzung zur durrat 
al yauwä§ des HarlH s. o. p. 277, le livre des locutions vicieuses ed. 
H. Derenbourg in Morgenl. Forsch. (Leipzig 1875) p. 107—166. 3. k, asmä* 
flßil al *arab wafursänihä Escur.* 270«, Münch. 103,. 4. al mtiJ^tafar 
ß n nahw Köpr. 1501. 

• 5. 'Abdallah b.'Alib.Ishäq asSaimari Starb i.J.541/1146. 

HH II 179. Ar. iah^iret al mubtadi* waiadkirei al . muntcMf 
Grammatik, Paris 4007. 

6. Hihatalläh b. 'Ali b. M. b. Hamza al 'Alawi as Sagari 
war Naqib der 'Aliden in al Karh, der Vorstadt von Bagdad, 
verfasste eine Anzahl von Commentaren und grammatischen 
Schriften und starb i. J. 542/1147. 

Anb. 485 — 9, J. Hall. 745, Fawät 11 310. Diwän muhtäräf ai 
iu*arä\ eine Anthologie vollständiger Qasiden nach der Hds. der vice- 
königl. Bibliothek lith. Kairo 13U(). 

7. Unbekannt sind die Lebeu.sumstiinde des Abu Sa*id 
M. b. 'Ali b. ^Abdallah b. A. al Hilli al *lrä(ii; als sein Todes- 
jahr wird bald ca. 510/1110 (HH II 180, V 514) bald 501/ 
116« (ib. IV 415, VI 00) angegeben. 

1. k. nuzhat al anfus wa raudat al maglis in 29 Kapiteln in 
alphabetischer Reihenfolge (mit L&m- Alif), erklärt den Ursprung allge- 
mein gebräuchlicher, sprichwörtlicher und bildlicher Redensarten 
Goth. 1250. 2. k. raudat al 'uiiäq wa nuzhat al muitäq, Anthologie, 
Bscur.* 471. 

8. Käfi n kufät Abu T Ma'äli M. b. al Hasan al Bagdädi 
b. Hamdün war aus einer vornehmen Familie in Bagdad 
i. J. 495/1101 geboren. Er begann seine Laufbahn unter al 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 281 

Huqtadir mit einem militärischen Amte und rückte unter 
al Mustangid zum Oberaufseher des Palastes und endlich 
zum Staatssekretär auf. Da er sich als solcher in einem 
offiziellen Schreiben offen über die Schäden der damaligen 
Regierung aussprach, wurde er i. J. 5B2/1167 seines Amtes 
entsetzt und ins Gefängnis geworfen, wo er bald darauf starb. 

J. Hau. 626, Faw&t II 1S6, WQst. Gesch. 255. JT. at tadkira, 
eine Anthologie philologisch - historischen Inhalts in 12 Bänden, Berl. 
S559/60, Paris 8324, Bodl. I 379, 8S9, Pet. A. M. 207, Escur.* 508, 
Br. Mus. Suppl. 1137/8. v. Kremer ZDMG Vll 215, ders. Ideen 469, ders. 
Beiträge zur Kenntnis der Geschichte und Sitten der Araber Yor dem 
Iflläm, bearbeitet nach der Teskiret Ibn Hamdün SBWA phil. bist. Gl. 
April 1851. Auszug v. Mahmud b. Jahjä b. MahmCid b. Saltm, verf. i. 
J. 681/1282, HH 2780, Münch. 595; anon. Goth. 2137, Paris 3825. 

9. Abu M. Sa'id b. al Mubarak b. 'Ali b. ad Dahhän 
war i. J. 494/1101 in Bagdad geboren und galt dort für einen 
der grössten Grammatiker seiner Zeit. Später ging er nach 
Mausil zu dem Wezir Cia^näladdin al Isbahäni al Gawäd. 
Während seiner Abwesenheit wurde sein Haus und seine 
Bibliothek, die er in R. zurückgelassen hatte, von einer Cber- 
schwemmung heimgesucht. Als man ihm die arg beschädigten 
Bücher nach Mausil brachte, suchte er sie durch Räuchern 
mit Laudamim wieder herzustellen, verdarb sich aber die 
Augen damit, sodass er erblindete. Er starb bald darauf in 
Mausil i. J. r)(U)/1173. 

J. HaU. 251. 1. al fusül /f '/ qawäft Goth. 358, = al mu?^ta§ar 
,i 7 qairä/i HH V 450, 11622 oder ein Teil der fu^l ibn Dahhän 
ib. IV 482, 9070? 2. Eine Qaside mit Comt. eines Ungenannten (viel- 
leicht des Schreibern der Hds. M. b. M. at TanQnl al Azhart i. J. 1162/ 
1749) nach dem Dictate des Samsaddln Abu '1 'Abb&B A. b. al Husain 
b. al Habb&z Goth. 2255. 

10. Kerhäladdin Abu T Barakät 'Abdarrahmän b. M. b. 
*Obaidalläh b. abi Sa'id b. al Anbäri war i. J. 513/1119 ge- 
boren. Er studierte an der Nizämije in Bagdad Philologie 
unter al Gawaliqi (iir. 4) und as Sagari (nr. 6) und übernahm 
später selbst einen Lehrstuhl für dies Fach an derselben 
Hochschule. Nachdem er sich in den letzten Jahren von jeder 
öflFentlichen Thätigkeit zurückgezogen und nur dem Studium 



28*2 2. Buch. 2. Abschnitt. 

uud der Frömmigkeit gelebt hatte, starb er am 9. Sa'baa 
577/19. Dec. 1181. 

J. Hall. 342, Faw&t I 262, WUst. Ge8ch. 269. 1. k. nuzhat al 
ulibba* ft fabaqät al udabtV eine Geflchichte der Philologie von den 
Anfängen bin auf seine Zeit, lith. Kairo 1294. 2. k. an rar al 'araMje, 
eine Qramniatik, ed. C. F. Seybold, Leyde 1886. 3. k, al in§äf fl ma- 
*<i'f7 al hiläf bain an nahinjin al ßaarijhi wal Kfifijin, verf. auf 
Wunsch seiner Schüler in der Nizftmlje Leid. 169, Escur.^ 119, Jeni 1060; 
danach Kusut, Fünf Streitfragen der Basrenser und Kufenser, Wien 1878. 
4. k, luma* al adillv /f u^nl an nahw Leid. 170. 5. k. al igräb /l 
gadal al Crab Paris 101 3*. 6. Ar. *umdat al ndaba* ft ma'rifef md juktab 
bilalif walj<V Leid. 171. 

11. Unbekannt sind die Lebensumstände des Abu ^Ab- 
dallah M. b. *Ali b. Halid b. as Saq<|ät, der jedenfalls dem 
H. Jahrb. angehörte. 

A*. ihti^är al "arüd Leid. 270, Kscur.- 2883, 380», 396, cumk v. b. al 
Barri f 572/1176, Kscur.« 410a. 

12. Muhil)ba(blin Abu 'I ßa<]ä * Abdullah b. al Husaiu al 
'Okbari war i. .1. 583/1 1 HS geboren. Kr studierte Philologie 
und Traditionskunde in Bagdad und galt gegen Ende seines 
Lebens daselbst für den grössten Vertreter der ersteren 
Wissenschaft. Kr starb i. J. tvir>/lL>ll>. 

J. Hall. 322. 1. k. af tibjiin /? ^rnb al qorYin Paris 620/1, 
Kairo I 135, Al^^er 331, AS 73/4. 2. k. al muyiz //' frfriA an si'r al 
mnlglz (\»int. zu unjjrHwölinlichon, syntaktischen Ausdrücken bei alten 
Dichtern Herl. IJ'»«!. 3. k. al lubiib /i 'Hai al hi)nV wal i^db, rrsachen 
der Flcxionslosijjkoit und der Flexion Kain» IV JK). 4. k. at lalqin ft 
'« nahw vier Kra^m. Leid. 177. 5. sarh duran al Mnfanabbi (s. o. 
p. HS). Vi. Harh maqämäl al Hann (s. o p. 277). 

IH. Abu 'Ali iil Muzaffar b. al Fadl 1». .laiijä i). 'Abdallah 
al *Ahiwi al Husaini schrieb auf Veranlassung des Wezirs 
des letzten *ai)i)asidischen Chalifen Muaijad addin M. arAbjarai 

k. vadrat al KJnd fi nmraf al (jand. Theorie der Dichtkunst, 
Hl} VI 13841, Berl. 7174, Wien 224, Paris !3(KU, 423«., 4420, Br. 
Mus. 1055. 

14. Mzzaddin \\bdalhainid b. Hibatalläh al Mada'ini b. 
abi 1 Hadid war i. .1. 5S«) 1 190 in Madä'in geboren, zeichnete 
sich als Dichter und 'als Phibdog aus und starb i. J. ()55/1257 
in Bagdad. 



Die nachklassisclie Periode der arabischen Litteratur. 283 

FawAt I 248. l. k. al fulk ad dä'ir 'alä 7 matal as sä'ir Wider- 
leguug der Irrtümer im k. al maial as s(Vir fi ädäb al kätih wai 
id'ir von b. al Atlr (s. u. 3. 1) Leid. 318. 2. Yernifizierung (nazm) des 
k. al faaih von TaUab f 291/903 (s. o. p. 118), in 24 Stunden verf. 
Eseur.* 188. 

15. 'Abdalinim'im h. Sälili I). A. I>. M. at Taimi schrieb 
vor d. J. ()S5;12S(): 

k. tuhfal al miCrib wa hirfat al mugrib Grammatik HH 26Ü9, 
Leid. 180. 

K). *Izzaddiii Abu 'I fadä'il 'Abdalwalihäl) b. Ibräbim 
b. *Abdalwahhäb b. abi 'I Ma*äli al llazragt az Zaugäui 
schrieb i. J. 1)55/1 "257 in Bagdad: 

I. k. fasrif az Zangäni oder al ^ Izzi Goth. 194, (wo andre Hdri». 
aufgezählt) Berl. 6615 0, gedr. mit lat. CberH. v. J. B. RaymunduH 
Rom 1610, Cpel 1233, Kairo 1307 u. s. w. Commentare 1. v. SaMall&h b. 
Mas'üd b. 'Omar at TaftazAnl f 792 1390, vollendet 737 13H6, Berl. 6617/8, 
Goth. 200, {wo Hudre lldsH. aufgezählt) gedr. Cpel 1253; dazu GloK»en 

a) V. M. b. 'Omar al Halabi f 855,-1451, Berl. 6619, Br. Muh. 532,, 

b) V. NäHirnddin al Laiiaiii, vollendet i. J. 924 1518, Kscur.- 103, 186 
(Autograph), Goth. 203, Wien 201, de Jong 17, c) v. Sanwaddln M. al 
•Izzi ai S&6'i 10. Juhrh. Eseur.' 182, d) v. M. b. *Arab b. HAgl b. 'Arab 
Kanan 146. 2. v. \\li b. M. b. 'Abdallah al Afzari f «15 1^12, B*'rl. 6620, 
Leid. 204. 3. v. al Qäri al Ilerewi f 1014 160.>, Berl. 6621. 4. v. Jahjä 
b. *Ibrähim b. 'AbdassalAm az Zangani al Iniani al Mu*azzam ca. 1050, 
1640, Berl. 6622. :>. v. .lusufgan b. *Abba> al Pirhadram ca. 1094 1683 
ib. 6623. 6. v. WkviX b. Ibrahim TkaAa al llbbli (so!) HH IV 210, 
Goth. 200,, Munch. 761, Pet. 1 ."><>. 7. v. .\bn M Hasan 'Ali N^raddin b. 
»ihäbaddni al Kilaiii aA Safi'i (Joth. 204. Ambros 126, K-rur.' h6 g.dr. 
Kairo 1305, 1307. 8. anoii. herl. 6625 6, (i.ith. 2n;»^, l*et. 156,, Br. .Mur*. 502,. 
19 Conit. und Glo>scn, 2 Versitikati«»iH'n bei .\hlw. 6627. II. k. iiiuhiaHiir 
al hadi iidain ladäh ih'i "ihn al l'n'iö mit Comt. af knfl. vollendet 
652 1524 oder 654, Pet. 205.. 

17. 'AlHlariiziz h. (ium'a i). Zaid an Naliwi al Mausili 
schrieb im 7. .lalirh. : 

Conit. zur i^rammat. Alftja de> «IrthiÄ b. Mii'ti b. *Abdanntir 
Encur.- 9. 

is. Badraddiii Abu 1 Mahäsiii Jnsiif b. Sait'addaula b. 
Zammäli l>. Ujiruka b. Tuinänia at Talabi ir^^b. i. .1. WO'l l-JO'). 

/.-. iznlii ii' il-ihns fi 7 fnrti htthi al iüfitjiaf/ »/v// fjhif'iH. Khetorik 
de^ (^nr'aii- Kair.» IV 122. 



284 2* Buch. 2. Abschnitt. 

2. Die Philologie in Persien und den Naehbarläudern. 

In frän gaben die zahlreichen, an Glanz mit einander 
wetteifernden Funstenhöfe, wie der Dichtkunst, so auch den 
gelehrten Studien einen neuen Aufschwung. Während aber die 
Poesie seit den Zeiten der Sämäniden sich vorwiegend der 
neupersischen Sprache bediente, behauptete das Arabische 
seineu Platz als Sprache der Wissenschaft; aber der Umstand, 
dass man in zahlrei(*hen, für die Perser bestimmten Hilfsmitteln 
zur Erlernung des Arabischen schon die nationale Sprache 
anwandte, spricht für die grössere Bedeutung, die dieselbe 
im öfllentlichen Leben gewonnen hatte. 

1. Abu Mansur *AbdaImalik b. M. b. Ismail at Ta'älibi 
war i. J. 350/961 in Nisäbur geboren und starb i. J. 429/1038. 
Er entwickelte eine äusserst fructhtbare Thätigkeit als philo- 
logischer und belletristis(;her Schriftsteller. Aber seine Ar- 
beiten leiden zum grössten Teil schon an dem Fehler, an dem 
die ganze nachklassisi^he Litteratur des Islams krankt. Die 
Compilation, die schon in der Blütezeit ihre Herrschaft an- 
getreten hatte, machte das Gewissen der Schriftsteller immer 
unempfindlicher für den Begriff des geistigen Eigentums. Die 
gute, alte Sitte, gewissenhaft die Quellen zu nennen, die man 
benutzte, wurde mehr uiul mehr durch den Wunsch, dem 
Publikum den Stoff in leichter und gefälliger Form zu 
bieten, ausser I1)ung gesetzt. So scheut sich schon T. nicht, 
ganze Stellen ohne Quellenangabe von seinen Vorgängern zu 
übernehmen * ). 

J. Hall. 354. Wüstcnfeld OGA. 1S37 p. 1103 nr. IT), dors. Gesch. 191. 
1. k. jalhnat ad dahr /? muh(if<in ahf al 'usr über die Dichter Heiner 
Zeit und der vorange^Hngenen Generation, nach den Ländern geordnet; 
dan HiograplÜHche i^t sehr kurz behandelt, das Hauptgewicht auf die 
mitgeteilten Gedichtproben gelegt; vgl. Dieterici, De anthulogia Arabica 
Tsnalcbii Unio aetatis appellata Berolini 1840, ders. Mutanabbi und 
Saifuddaula ib. 177 ff., Barbier de Meynard JAP s. 5 t. 1 p. 169 ff., t. 3 
p. 291 ff., Berl. 7401— (>, Pari» 330S- 12, Goth. 2127 (wo andre lld»». 
aufgezählt), gedr. Damascus 1304 in 4 Bdcn; dazu duil jatimaf ad dahr 
vom Verf. Berl. 7407, Wien 35«, Pet. ? vgl. ZDMG 9, IJ27. Fortgesetzt 
von al B&harz'i (s. o. p. 252). 2. k. latfCif al ma'drif cd. de Jong Lugd. 

>) Vgl. Goldziher SBWA Bd. 73 (1873) p. 539. 



Die nachklasBische Periode der arabinchen Litteratur. 285 

Bat. 1867. 3. k. sams al adah fr *8ti'mäl al 'arab in 2 Teilen, a) asrär 
al luga al ^arabfje wa)^n§ä^ifihä^ wie es scheint, eine altere Auflage de» 
Ar. fiqh al luga, b) magäri kaläm al ^arab birusümihä tcamä jata^allaq 
bin nahw wal i'räb minhä wal iatimäd bilqor^an *alä aktarhä = 8irr al 
adab ß magän kaläm al 'arab HH IV 590, Leid. 66, Berl. 7032/3, 
anonymer Auszug ib. '4. 4. k. fiqh al luya, lexicalischen Inhalts; der 
zweite in den Drucken fehlende Teil des Werkes, in der Wiener Hds., 
wie es scheint, mit dem Sondertitel sirr al *aralnja bezeichnet, syntak- 
tisch-stilistischen Inhalts, ist z. T. wörtlich dem k. fiqh al luga des b. 
F&ris (8. o. p. 130) entlehnt, vgl. Goldziher SBWA 1873 Bd. 73 p. 538 ff.*) 
Berl.7035/6, Wien 231, Tübingen 69, Br. Mus. 1684 Suppl. 853, Paris 4251, 
Cambr. Preston 38, 39, Palat. 415, Pet. A. M. 206, Damascus p. 7 nr. 25—8, 
Alger 244, gedr. Paris 1861, Kairo 1284, Bairüt 1885 (castriert) vgL 
Fleischer Kl. Sehr. III 152 — 66. Prooemium et specimen lexici syno- 
nymici arab. Atthalibi ed. vertit notis instr. J. Seligmann Upsala 1863. 
Nazm fiqh al luga, Versification von einem Ungenannten a. d. J. 742/ 
1341, Leid. 67, vgl. Weijers Orient. I 360 ff. 5. k. al kittäjaf wat taU-^d 
Rhetorik, dem Hw&rizms&h gewidmet, Berl. 7336, Wien 84,, E8cur.*281(?). 

6. k. agnäs at tagnis Escur.* 363* = r. fi 7 tagnis? Berl. 7330. 

7. k. sihr al baläga wasirr al barä'a Berl. 8339, Tübingen 68, Wien 232, 
Paris 3314, Leid. 459, Escur.* 504,, Köpr. 1283, AuKZüge gedr. Opel 
(Reuther^s Verz. I n. 32.,). 8. k. gnrar al baläga wajuraf al barä'a 
in 10 Kapiteln Berl. 8341. 9. k. tjmär al qulnb /t 7 mudäf wal mansüb, 
gewidmet dem Fürsten *Obaidalläh b. A. al Mikäll, Erklärung häufig 
vorkommender Verbindungen im Genetivverhältniss z. B. saif alläh, 
qau8 Quzah u. s. w., mit Belegen, meist Versen Berl. 8342, Wien 83 
Br. Mus. 725, Alger 1442, Rägib 1207, Jeni 939; vgl. Hammer ZDMG 5 
p. 179 ff., 289 ff.; 6 p. 48ff., 518 ff.; 7 p. 542 ff.; 8 p. 449 ff.; P. de Gay- 
angos Hist. of the Muh. dyn. in Spain 1 330 ff. Auszug von einem Un- 
genannten Leid. 450, v. *Abdarra'üf al MunAwi f 1031,1622 u. d. T. 
^irnäd al baläga Havn 206. 10. k. al luf/' wal lafä^if in 16 Kapiteln 
Escur.* 363^, Wien ISSH^. 11. k. nah- an nazm (wahall al *iqd), auf 
Befehl des HwärizmsAh verfasat, prosaische Umschreibung der Verse 
in dem Werke nni^nis al udabä' (von wem?) Berl. 8344 5, Leid. 457, 
Pet. A. M. 775 6. 12. k. man yäba ^anhu 7 mufrib a) über Bered- 
samkeit, b) der Frühling und die andren Jahreszeiten, c) Beschreibung 
von Tag und Nacht, d) Liebesgedichte, e) Weinlieder, f) Freundschaft, 
g) Varia Berl. 8333, Paris 3305, 3401*, BMS 1110,, Escur.^ 340^, gedr. in 
der Sammlung at fuhf'a al bahija Cpel (Reuther's Verz. I 38). 13. k. 
bard al akbäd /f 7 adäd Kairo IV 305 gedr. Cpel 1301 (Reuther's 
Verz. 1 282). 14. k. at tauflq littafliq über das verschiedenen Dingen 



') Das Verhältnis dieses Werkes zu dem vorhergehenden erfordert 
noch eine genauere Untersuchung auf Grund der Handschriften. 



:>8t) 2. Buch. 2. Abschnitt. 

und Personen Oemeinttchaftliche, ernaten und heiteren Jnlialts Berl. 
8338. 15. k, an nihäja ß 7 kinäja Br. Muh. Suppl. 1110,, Eseur.' 28, 
Kairo IV 309, Auszüge gedr. Opel (ReutherV Verz. I 324). IG. mir'af al 
muniwäf wa a'mdl al hasanäf über den Kdelmut Berl. 5409. 17. k. af 
famaffid (af famitlj ival muJuidara Leid. 454 (wo andre Hd»». aufgez.), 
Aurtzüge gedr. Opel (Reuther'» Verz. 1 32). IH. k. al yilmän BoHchrei- 
bung von Jünglingen HH 103K1, Berl. 8334, nachgeahmt in dem A*. alif 
guläm wayuldm von 'Ali b. M. b. ar Kadi al HuBainI al Mü»awl, Nach- 
kommen den 8arif ar Radi f 40« 1015, Kncur.* 4(il. 19. tuhfal al wuzarä\ 
ein Gegenstück zu seiner verlorenen Königsethik alk. al mulük'i (=^ tiiret 
al undnk HH 7343) üoth. 1880. 20. kanz al kuffäb. Repertorium von 
2500 Stellen aus 250 Dichtern, zum Gebrauche für Sekretare Wien 242, 
Opel HH VII «2 nr. 731, comt. v. LAmiM vgl. Toderini Lit. Turch. II 
app. p. XXXIV. 21. A*. al f'aHuVid wal qaliVid a) von der Vortreiflich- 
keit der Wissenschaft und des Verstandes, b) Anleitung zur Knthalt- 
»amkeit, c) Hrherrschung der Zunge, d) Bildung der Seele, e) Adel der 
Sitte, f) vom schönen Lebenswandel, g) gute Staatsverwaltung, h) Be- 
redsamkeit Krutt't 47J». 22. k. ahdsin al mahdsiu Paris 330(5. 23. k. aJisan 

• • • 

tnd stuni*ti Köi)r. 1197. 24. k. al muhhig, Sentenzen und Anekdoten, 
Berl. 8332, Paris 117(i3,, Köpr. 13(>6, gedr. Cpel (Keuthers Verz. I 32,). 
25. k. iil Iduyif waz zanVif Jl madh al asjtV waaddddhä Berl. 8334/5, 
Kscur.- 531, Leid. 4.'>t>, ;jc widmet dem Hwarizmsäh Abu 'l *Abb&s Ma^niün 
t 407 lUlC». 2«>. k. Jatrdf/ii al mawtufii // madh an saC wadainmihi 
Berl. s33(3 7, Leid. 4.')r> (wo andre Hdss. aufgezählt), Auszug aus dem 
voriu:eii Werke. 27. k. biiiVit as sahdlai wat tdbiln Leid. 452. Selecta 
ex Tbaalebii liliru fiicetiarum cd. P. Cool in der Chrestomathie zu 
Roorda's iTrtiiniii. ar. Lugd. Hat. 1835. 28. ahasin kalim afi nahl stm 
wasstthf'iha iratfahi^in ininnihik al ydhilija iramnluk al isldm tval 
wuzartV irnlkaiuVt aal Inilaf'/d' wal Inikaind' mal ^ulaauV Leid. 473, 
Pari> 420l2(*0, daraus: Talibii syntagma dietorum brevium et iicutorum 
ed. J. IMi. Vnleton Lugd. Unt. 1H44. Später aufgenommen in das Werk: 
29. k. al l'ydz aal 7//r(: Heil. 8340 1, Paris 3305,, Bodl. I 338,, 11 347,, 
Br. Mus. 724, 1074, llavu. 2(>7, Köpr. 1221, Kairo IV 204, gedr. Cpel 
(KeutherV Ver/. 1 2s,). M). Mit Unrecht wird ihm zugeschrieben: Der 
vertraut«' (iefäbrte des Kinsanien in schlagfertigen Gegenreden von et. 
T., h>g. V. G. Fliig«'!, Wien IMM), in Wahrlieit ein Teil der Anthologie des 
Kagii» al lsl)ahani f ,V)2 lios (s. u. nr. 9) vgl. (iildemeister ZDMG 34,171. 
31. k. al iauhiHahih Kairt» VH HH.'J. 

•2. \\\\ h. M. h. Ibrahim h. 'Abdallah al Quiiduri an 
Nisaburi ad Darir Abu 1 Hasan blühte um d. J. 420/1029. 

• • • 

k. al 'anal. Metrik, Herl. 7109. 

:\. Abul Fadl 'ObaidüUah A. b. 'Ali al Mikali stammte 
aus eiut^m vornehmen, persischen (iesrhlerhte, das seineu Ur- 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 287 

Sprung auf Bahrain Gor zurückführte. Er spielte als Dichter 
und Litterat eine der ersten Rollen in Horäsän und starb 
i. J. 4H()'1()44. 

Jatiina IV 247 — 68, Fawät II 25. 1. Sprichwörtersammlung in 
alphahetisclier Ordnung, in jedem Buchstaben wieder in Unterabteilungen 
zerfallend; erst ein oder mehrere Sprüche aus dem Qor*An, dann eine 
Anzahl eigentlicher Sprichwörter. Auszug Berl. 866S. 2. k. al mahzün, 
Stilproben huh meinen Briefen, Proben Jat. 1. 1. p. 249 — 58. 

4. Abu Jusuf Jaqüb b. A. al Kurdi f 474/1081 (^JH 
II ()5, 1917) verfasste vielleicht: 

A*. ai halya al rnntargama fi^l luga nach dem Inhalt in 40 Kapitel 
geteilt, deren erstes vom Menschen und seinen Gliedern, deren letztes 
von Ma>s und Gewicht handelt, Goth. 402. 

."). Abu Bekr *Abdal(iähir b. *Abdarrahmän al Gurgani 
war ein Schüler des Abu 1 Husain al Färisi und starb i. J. 

471'107S. 

Faw&t I 297. I. k: al ^awdmil al mVa oder Ar. mi\if 'ämil Berl. 

G475<J, ArVi«Mi 14S, Müiich. 69(> 7, 7«6, Goth. 212—4, Kraffr. 50, Ups. 511,, 

Havn. 175, 'S;,, Pet. 175 H, Paris 3088,, 3980-91, 4008,, 4051., 4123*, 

41H(>,, 4ISI4, Ui". Mus. 4SG, '7„ 495, 1389, 1522, Ind. Off. 981, 

Escur.- 92.,, Alji:«»r ir>.^, 4iy,, 494, 50,, 54^ etc. Liber C regentium ed. 

Erp^Miius I.oidtie Uil7. Baillic, Five books on arabic grammar, Caicutta 

1803, Locketf, C'Hlcuttu 1S14 etc. Commentare y. b. Emir Hägg ca. 

854, 1450, Berl. f>477. 2. v. at Tuftljawi ca. 870 14ß5, Berl. 6478, Miinch. 895 

fol. «8b, ^y\^n\ 149. \\. V. Jahjä b. Nasüh b. Ibrahim ca. 950 1543, 

Berl. «479, Pet. 177,, Paris 8993. 4. v. at Tftragl (?) Berl. (>480 -4. 

5. V. 'Ali h. Hamid as Saihftni ib. 6485. 6. v. Halil b. 'Isä b. IbrAhim 

mit SupcnMimt. v. 'Ali b. Rnsfil al QHrHJiisAii ib. 048«. 7. v. 'Abdar- 

rahinan b. llosain b. Idris ib. «487. 8. v. .M. 8adiq b. Darwis M. Ind. 

Off. 982,. 9. V. MustafA b. Balnani Leipzig 29, 130. 10. anon. Leid. 154, 

Minnli. 7r.2a, 0(»th. 219, WitMi 150 1, Krafft 51, Paris 3989^.5, *90, '92, 

4015.,.:, 4144,, '9.,, I*ct. 174,, '«, 7„ 237., Pet. Kosen 14«^, Escur.^ 174, 

175.i, Al^nT 40, 41, 549. 11. tiirk. v. M. b. Sa'bAn (wahrscheinlich in 

Grau in rn«:arn) ca. 98(n572. Leipzig I53. 12. ti'irk. anon. Paris 404I3. 

Türk. l'lH'r>. Wien 152. Versiticirrt 1. in 35 Basitversen von ^^asrallAh 

b. A. al BajVdadi al Hanball (ialAladdin ca. 790 1388, Berl. «496. 2. u. d. T. 

ad (Imra ad durnje p 7 'awdmil an uahmje v. M. b. 'OtmAn ad 

DimaMfi al Hanuiwi f l***»^*' 1^7'* ""^ Conit. v. 'AbdarrahmAn al ArihAwi 

t n2s iTUi, Bt'rl. «497. 3. u. d. T. hulwaf as sibjmi // nazm al ^awämil 

V. Abu Brkr al QAdt verf. i. J. 1174 1760, Berl. 6498. 4. v. Ibr&hlm 

ib. ♦;499. :>. an<)n. ib. «.'>(«) 1. «. persisch Ind. Off. 983, '4,. 9 Comt. 

und (Jlo<^st 11 bei Ahlw. 6502. 



288 2. Buch. 2. Abschnitt. 

II. k. al gumal HH II 624, 4196, Escur.* 172, Calcutta 938. Gomt. 
1. V. Abu M. ^Abdallah b. A. al Ha&s&b al Baj;did1 f 567/1171 u. d. T. 
al murtagal Ooth. 211. 2. v. I^amttaddtn M. b. abt 1 Fath b. abt 1 Fadl 
al Ba'll t 709/1309 u. d. T. al fähir verf. 695/1296, Eacur.* 27. 3. v. M. 
b. A. b. M. b. A. al Qaisarl ca. 758/1357 Escur.* 173. 4. v. iSiq Qapü 
al Iznlqt f 945 1538, Rr. Mus. 496i. 5. v. b. 'Usfür Ref. 334. 6. y. äih&b- 
addtn A. b. Sarafaddln l^araf b. Mans&r at Ta*labt q&dt 1 qud&t bi 
farAbuIus as Sa'm Escur.* 28. 7. anon., vollendet 596/1199, ▼ielleicht 
von Abu 1 Hasan 'Ali b. M. al Hadramt b. al Ifaraf f 609/1212 
HH II 624, Eseur.* 172. III. k. at tatimma, Syntax, Ind. Off. 984, 
Br. Mus. 472. lY. k. aarär al haläya fi H ma'äni wal hajän AS 4354 
bis, Köpr. 1418/9. V. k. dalä^il al i'gdz wa aarär al haläga Jeni 1030. 
VI. larh L al idäh ▼. Abft 'All b. 'Abdalj^affAr t 377/987 (s. o. p. 114). 
YII. al masd^il al mnikila cit. Hiz. I 134i«. 

6. AI Qädi Abu T 'Abbäs A. b. M. al «urgäni f 482/ 
1089 schrieb: 

k. kindjät al udabä* wa iMrät al bulagä'f Rhetorik HH Y 245, 
Wien 84. 

7. Abu 'Abdallah al Husain b. ^Ali b. A. az Zauzani 
t 486/1093. 

1. k, al ma§ädit\ Wörterbuch arab. Infinitive mit pers. P>klftrungeii, 
vgl. Weijers Orient. I 367 ff.; Leid. 100, Ooth. 101, 399, Leipz. 1, Wien 93, 
Ups. 12, Paris 4287,8, 4290,, Br. Muh. 1685, Ind. Off. 993, Bodl. II 231,, 
Pet. 227, Pet. Rosen 71 2, Kopr. p. 232 nr. 697, Schefer, Bull. bist. phil. 
de St. P^tersbourg Yl 256. 2. fargumän al qor'dn arab.-pers. WB. zum 
Qor'ftn, Nomina und Yerba in 2 Abteilungen gesondert, Ooth. 401. 
3. iarh al mu^allaqäf (s. o. p. 18). 

8. Abu 'Abdallah al Hosain b. Ibrahim b. A. an Na- 
tanzi du '1 bajänain au du 1 lisänain starb im (lumädä 
ir 499 /Febr. IKXJ oder (nach b. Gamä'a bei Sujuti und Qifti) 
im Muliarram 497 Oct. 1103. 

DusHir al Inga: nach einer grammatischen Einleitung über die 
Konjugation des transitiven und intransitiven Verbs, das Geschlecht 
der Nomina u. s. w. folgen 28 Bücher (nach der Zahl der Buchstaben 
und der Mondstationon) von je 12 Kapiteln (nach der Zahl der Monate 
und der Zodiakalbilder) mit pors. Erklärungen schwieriger arab. Wörter, 
Leid. 102-4, Pari« 428H, Ups. 10,. 

9. Abu T Qäsim al Husain b. M. b. al Mufaddal ^ ar 

') Nach Berl. KMh al Fadl, nach Sujütt cod. Par. Suppl. 683 (cit 
V. Ahlw. 1. 1.) al Mufaddal b. M. u. s. w. 



Die nuchklaHäische Periode der arahiAcheii Litterntur. 289 

Rägib al Isbahäni. gleich fleissig als theologischer, wie 
als philologischer Schriftsteller, oder vielmehr Kompilator, 
starb i. J. 502/1108. 

ZDMG 1851 p. 70. 1. A*. muhädarat al udabä' u*a muhäwarai ai 

■ • • • 

su'arä^ mal hulagä\ oder kürzer Ar. al muhädarat^ eine phil.-liifit. Antho- 
logie; einzelne Teile Berl. 8.346—9, Wien 869 70, Leid. 464, Br, Muh. 777, 
1094, gedr. o. 0. 1287; Auszug Berl. K350. 2. k. muf'radät alfäz al 
qor'fln. Hlphabetinches (nach europ&iHcher Weise angelegtes) WB. zum 
Qor*&n mit Anführung von Traditionen und Versen, sehr brauchbar, 
Hl! \\ 12«28» Berl. «75, AS 4.32, Jeni 58, 159, Köpr. 1577, Kairo I 216. 
H. fafsir al qorYin AS 212. 4. k. hall mnfaMbihät al qor*(tn Rftgib ISO. 

h, fafsiil an na8*aiain watahsil an na^ädatain ib. Kairo VII 555. 6. k, 
» • • • 

al ahläq. Ethik Herl. 5392. 7. k. ad darVa ilä makärim a» iarVaj ein 
ethische» Munterwerk, dan al Uazftll stets bei sich getragen haben 
soll, Wien 1839, R&gib 1179, gedr. Kairo 1299, pers. Übernetzung Br. 
Mus. pers. Suppl. 146. 

10. Abu '\ FadI A. b. M. b. A. b. Ibrahim al Mftidäni 
starb i. J. 518/1124 in Nisäbur. 

Anh. 466, .1. Hall. 60. 1 . Ar. magma^ al amtdl Berl. 8670/1, Leid. 383/4 
(wo andre Hdss. aufgezählt) gedr. Mlki\ 1284, Kairo 1310, bearbeitet 
V. O. W. Freytag Arabum proverbia, 3 Bde, Bonn 1888—43. Auszug 
ad dürr al muntahab v. Qdsim b. M. h. 'All al Bekregl f 1169/17.56, 
Berl. 8672; metr. Bearbeitung von einem Osmanen aus d. J. 1079/1668 
HH V 393, Gotli. 1250. 2. k. as samt fVl andmi, Wörterbuch 1. Fiqh, 
2. belebt** Wesen. 3. himmlische, 4. irdische Dinge, arab. Wörter mit 
pers. Erklärun^^eii. vollendet am 19. Ramadan 497/9. Juni 1104, vergl. 
Weijers Orienf. I 3i>.« ff., Berl. 7040, Leid. 105 (wo andre Hds. ver- 
zeichnet, dazu:» Br. Mus. Suppl. 855 AS 4680.1, Jeni 1128, Kairo IV 173. 
Erläuteruni^en und Zusätze dazu Leid. lOft, anonym u. d. T. al ibäna 
ib. 107 (Weijers Orient 1 371 ff.) Auszug, nach der Ordnung des Oauiiari 
verf. vim soineni Sohne Abfi Sa'd Sa*ld, vielleicht Leid. 108, vj;l. Weijers 
I. I. 3HS fl'. 3. /*. nl hadi Us sadi. Syntax mit pers. Erläuterungen, nach 
dem sann veri".. mit anon. (.'onit. zu den Vernen Leid. 162 iWeijeib Or. 
I 371 II), Ind. OH'. 1(»27, Hi>dl. 1 lOCj,, AS 4441. 4. Tni«tat üIht die 
Nominalhihluiiu' mid die hnriif Leid. 163. 5. kleine grammat. Abhand- 
lun^r I*aii5 4<»0(). 

11. Kill Schüler al Maidäni's. Abu Ja'qub Jusuf b. Tähir 
al Murri schrieb i. J. 532/1 137: 

k. fiirn'i'l '// lif/rä'id. ejnp Sprirhwörtersammlung, HH IV 390, 
Pari? VM't^, Aii:»/ii:^ u. d. T. '////«</ al 'uqül Wien 343. 

li. Ahn 1 «^äsiiii Mahniüil b. 'Omar az ZainahAari war 
in Zainali>ar in llwinizni i. .). 4*>7J074 j^eboren. Er machte 

Brr.i k «>lm:inn, Arahiit ht Litlrraturjcetrhit hto. I. 19 



290 2. Buch. 2. Abschnitt. 

in seiner Jugend weite Studienreisen und hielt sich im Au- 
schluss an seine Pilgerfahrt längere Zeit in Mekka auf (daher 
sein Beiname gäru 'llähi). In seinen theologischen Anschau- 
ungen war er ein strenger Anhänger der mu tazilitischen 
Richtung^) und trug dies sein Bekenntnis auch im Leben 
offen zur Schau. Neben der Qor änexegese beschäftigten ihn 
hauptsächlich philologische Arbeiten; in seinem, für Anfänger 
bestimmten, lexicalischen Werke bediente er sich zwar gleich 
vielen seiner Landsleute auch der persischen Sprache, aber 
er war von der Vortrefflichkeit des Arabischen so überzeugt, 
dass er sich in der Einleitung zu seinem HufaRsal ausdrück- 
lich gegen jede su'übitische Tendenz verwahrt. Er starb in 
al Gurgäniia in Hwärizm i. J. 538/1143. 

Anb. 469— 73, J. HaH. 682, b. QutlCibugä 217, Barbier do Meynard 
JAP 1875 II 314.* I. al kasmf ^an haqä*iq affanzil, Qor'&ncomt, Berl. 
769 H8, Münch. 84— 7, Ref. 390—6, Paris 597—603, Br. Mu8. 64—7, Ind. 
Off. 52—6, Pet. 44, Alger. 320-5, AS 242—52, Kopr. 124 37, Jeni 
84^91, NO 396-v414, Kairo 1 189; ed.W. Nassau Lees and Khadim Hosain 
and *Abdal Hayi Calcutta 1856, gedr. Kairo 1307, 1308 (mit Glossen v. AU 
h. M. h1 GurgAn'O. Glossen 1. v, MHhmüd l>. MflH*ftd as STrftzl Qutbadd^n 
al 'AllÄina f 710 , 1310 Pari» 604, A8* 366 / 7. 2. futüh alyaih v. Hosain 
b. M. b. *AbdallAh at Taijibl t 743 1342 Wien 1639, Alger 826, A8 
368—74, NO 560 1, Köpr. 195 - 202, Jeni 138— 43 Kairo 1 187. 3. k. al 
half V/W muskilät al kassäf v. 'Omar b. ^Abdarrahm&n b. *Omar al 
F&rirsi t 745 1344 Berl. 790, AS 360—2, R&^ib 173, Köpr. 187/8, Jeni 
154—7, NO 564—6 Kairo I 192. 4. v. A. b. al Hosain b. Jüsuf al GÄrbardl 
Fahraddln f 746 1345 NO 554;5, R&gib 166/7. h. sarh al k, v. M. 
(Mahmud) b. M. ar R&zl at Taht&ni f 766/1364 Beri. 792, Leid. 1665, 
Rägib 172, Köpr. 193, Jeni 146, NO 556 Kairo I 168. 6. v. Jahjft b. 
Qäsim al ^Alawl al Fädil al Jemen! 'Im&daddin f 7501349 NO 563 Kairo I 
17:., VI 137. 7. V. M. b. M. b. Mahmiid al B&bartI f 786/1384 Köpr. 194, 
H. V. at TaftazAnl f 792,1389 Berl. 793, Escur.» 1412, NO 557, AS 364/5, 
Köpr. 1K<I — 91, R&gib 168, Jeni 134 Kairo 1 204, dazu anon. Superglossen 
(ioth. :>2S, Leipz. 109, desgl. v. 'Ala^addin M. al Buh&ri al 'AUM 1. H&lfte 
d«-s \\. Jahrb. Kairo I 168, v. al Hat&'i + 901 1495^ ib. 204. 9. y. 'All b. 
M. Hl (iurgäni f 816 1413 Berl. 794/5, Ind. Off. 60, R&gib 171, Köpr. 192, 
Jeni LS« 7, NO 358 9 Kairo I 166, vgl. AS 410; gedr. am Rde des K. 
Kairo 130» (s. o.); dazu Supcrgl., v. Hatibzäde f 901/1495 Kairo I 165, 203, 

') Daher eröffnete er seinen Qor'Ancomt. ursprünglich mit den 
Worten: al hamdu UUähi ^lladi halaqa *lqor*äna, wofQr die im ortho- 
doxen Sinne oastigierte Vulgata anzala liest. 



Die nachkla>»si8ohe Periode der arBbiselien Litteratur. 21U 

▼. b. KainAlp&»& f »40 1533 Jeni 148. 10. <tl muMkamtU 'aia 7 A'. v. 
'Abdalkarim b. 'AbdalgabbAr f 825/1422 NO 562, AS 363. 11. v. ul 
*Atan t 9481541 Jeni 144. 12. v. Qara KamM ca. 900/1494 NO 55». 
13. V. 'AbdalbAqi b. Mollä HalU ca. 1150 1737 Berl. 797. 14. amm. Borl. 
796. 15. fauzil al njät Cumt. zu den iawähiti v. Mohibbaddhi al Mufti 
ad Dima^ql Leid. 1067, gedr. Baiaq 1281, Kairo 1387. — Andre OloHHon 
Ahlw. 799. --- AuHzi'ige I. taqrib al k. anon. Berl. 788. 2. af faqrib fi 
V tafsir V. M. b. Ma8*Ad aH SlrAfi al Kali a» Suqqftr f 698/1298 Borl. 
790 (frgm.), AÖ 360-2. 3. falhjs al kassaf y.'OmtLr b. DA'ftd b. Sulai- 
niAn al F&ritti al 'Agami 1. Hälfte des 8. Jabrh. Kairo 1 154. 4. faf^ng 
ahfidV alk. v. *AbdallAh b. JA8uf az Zaila'i f "621360. 5. v. b. Hiigar 
t 852/1448, Berl. 1348, Jeni 174. Uegennchriften 1. Ar. ul intiHaf min 
al k. gegen die [rrlehren und einige grnmmat. Anitichten v. A.b. M. b. 
ManHÜr b. al Munaijir al MAliki f 6831284 Kairo 1 127, Aufzug v. 
'Abdallah b. JAsuf b. W\lk\\\ f 761 1359 Berl. 791. 2. k, af tamjU 
libajan md fi fafstr az Z. min al i'fizäl fi 7 k. al ^azfzt, gegen neine 
muHazilitiHchen AuHichten v. H)mar b. M. b. al Haiti an Sak(^n1 f 707/1307 
Kairo I 127, NO 475. Auszug rf/mu^/a/Zf/i» Leid." 1 668, Kncur. » 1542. 

iL k. al mnf'a^^af, vcrf. zwinchen 513 und 515 1119 und 1121, Lehr- 
buch der Grammatik, claHsisch durch die prägnante und'klare FHKsung den 
Stoffes, ed. 11 v. Brooh Chrirftiania 1879. Oommentare 1. v. Verf. Leid. 164, 
Wien 154. 2. v. al (JH8im b. al Honain al HwAraznii f <{17 1220 Br. 
Mu8. Suppl. 927. 3. V. Abä '1 baqA' b. Ja'lA f 648 1245 ed. Jahn, 2 Ude'. 
Leipzig 1882- 6. 4. v. 'Ali b. M. b. 'AbdaH^aniad att SaliAwl f 643/1245 
Leid. 165, Encur.* 61, ParSn 4007 (y frgni.) 5. v. b. HAgib f 646/1248 
Manch. 093. 6. V. Muzhiraddln an Sarif ar Kadi M., vollendet 659 1261 
Bodl. 1 1084, EHcur.- 60, Alger 43. 7. v. JahjA b. Hamza b. Haijid al 
MurtadA t 749 134H, verf. 712/1312 Kerl. 6.V21. 8. v. A. b. Mahmud b. 
'Omar al Uundi al Andalunl Ylll Jalirh. Kncur.'' 62, BodL 1 1100, 
Parirt 4003. 9. v. Abu M baqA' llalil b. A. Kef. 72. 10. anon. frgm. 
Br. Muh. 1031. 10. zu den Hturdhiil anon. Leid. 166. 24 fnmt., 

2 SawAhidcomt., 2 Abkürzungen, 2 VerrtiHcationen, 1 Widerlegung Ahlw. 
6522. 77/. k. al iinniiidfit), kfirzere (trammatik, vgl. de Hacy Anthol. 
p. 99, Leid. 167, (wu andr<; lldn«. aufgezählt) gedr. ('jiel 129H, Kairo 
1289, autogr. v. Hrorli 1H67. Kommentare 1. v. al Ardabtil f 1036 lO:^«; 
BerL 6516 7, (iotli. 224—6 (wo andre Hdii. aufgezählt) gedr. Bfilaq 1269. 

2. V. Sa'daddiii al Bardal Pet. 197, l^»ll•n 129, Wien 155, Hi>rl. 651 H. 

3. anon. Leid. l*'*H. 4. amm. zu don mwtihitl Pet. 19m. |V. k. al innhayat 
wamutammim itmhnmm arhdh al hafjdf fi *l fihd</i iral nylniat fi 'u 
nahw Kairo VII 162. V. k. al qiiHJäM fi 7 *antf/, Metrik, liorl. 711 1, 
Leid. 2«i7. Comt ▼. A. b. al HwuHn b. A. an Nahwl al Mauiilll Lvid. 20M 
(von HH IV 517 einem andren /ug<fii<'hri(fben). 

VI. k. fHH'iftddim^ii al adah \U^r\. i;964i— 2, Leid. Hl^t, Ho (wo andre 
Hd«. aufgez.). nAmiirlMrlmrii L<'xiron arab. per«, «d. J. O. WetZHtein 

I9* 



292 ^- Buch. 2. AbHclniitt. 

2 Bde. Lipttiae 1844. Comt. 1. anon. zu deu beiden ersten Teilen Escoc.* 
166s. 2. zur grammat. Einleitung v. M. 'iBmatalUli b. Mahniad Ni*- 
matall&h Buh&rt verf. 945/1538 Ind. Off. 989, 990,. B. anon. QloBSon 
ib. 99Öi. Türk. Über», v. Irth&q Efendt A. b. Hairaddln al HurÜB&wi f 
1120/1708 Wien 86. VII k, al fäHq, WB zu/ Tradition, Borl. 1648/9, 
Leid. 70, A8 4707/8, Kopr. 370 2, Jeni 1135—8, DamascuH 36 40. 
VIII. k, uaäH al haläya, WB, Berl. 6958, Leid. 71—3 (wo anilrr HdH. 
aufgez.), gedr. Bül&q 1299, 2 Bde. Auszug v. b. Hagar f 852/1448, Berl. 
6959, anon. Br. Mus. 8uppl. 857. IX. k, al umkina wal ylbäl wal mijäh, 
Z. lexicon geographicum cui tit. A'. al g. tcala. walnt. ({uod auBpice T. 
O. J. JuynboU ed. M. Salverda de Grave Lugd. Bat. 185(>. 

X. man^ala fi kalimaf as iaJiada, Berl. 240H. XI. k. I^afä'if al 
^aiara al kiräm al barara. Berl. 9656. XII. k, au nasfVih al kibär, 
Paraenese (auch maqnmät genannt) jeder Sprur.h beginnt mit ja abä 
*l Qäsimf der Selb^tanrede de« Verf. Wien 348,, dazu C«mit. vom Verf. 
Berl. 8749. XIII. k. anna§(Vih an §Ujär Leid. 2155, Br. Muh. Suppl. 1003. 
XIV. k. (d muiftatjfd /i 7 atntdL Leid. 394, Wien 388, Br. Mu». 730, 
1426, Suppl. 1002, Köpr. 13S8/9, NO 4249. XV. k. nawäbiy al kalim, 
Spruchsammlung, Berl. 8076, Leid. 391/2 (wo andre Hd». aufgez.), gedr. 
Kairo 1287. Anthologia Hontentiarum arah. cum Kc.holiis Z. ed. vert. 
ill. H. A. 8chultens Lugd. Bat. 1772, vgl. Barbier de Meynard JAP h. 
7. t. 6. p. 313 ff., de Goeje ZI)M(i 30, ."»Hi* ff. C'ommeutare: 1. v. JCalindi 
VII Jahrb. de Jong 52. 2. v. at Taftazani f 7Ji2 1389, Alger 144.5. gedr. 
Cpel 1866. 3. V. al Haiwaql ch 770 1368, Berl. S(i75. 4. von dem jcrae- 
nischen Fürsten Amir al mu'minni an Nasir liliatpi al mubln Hal&had- 
dln M. verf. i. J. 7821380, Paris 3966,. 5. v. al Q«*mwwi ca 10(M);1591, 
Berl. 8677. XVI. k, rahV al abrär. SprucliHaniiiilung, vgl. Hammer, W. 
Jahrb. 63 Anz. Bl. p. 231, Leid. 470 (w<» andere llds. aufgez.) Berl. 
8351—8. Auszüge: 1. v. Verl. Br. Mu«. 729. 2. v. M. b. Qasim b. 
Ja'qüb t 940/1533 Berl. 8357, Müneh. 600. Üresd. 4o4, Kef. 419, Br. 
MuB. 513, gedr. Kairo 1279, 12S0, 1306. 3. v. b. al Qaba<|ibi f 849 1445 
Berl. 8355. 4. anon. Wien 376 7, Berl. h35h. 5. u. d. T. znhr ar rabi* 
Berl. 8356. 6. u. d. T. rauff al aJjJiir - I^tI. «354. Gotli. 2134, Ref. 
419, Paris 35012, Br. Mus. 1125. 7. turk. voi^A^iq Celebi f «79/1571 
Wien 378. XVll. L ahvfifj (ul dahah Berl. «r,7H H, Wien 348., Paris 
3948^, '64,. 8amaehsehuris Gohlene Halsbänder, als Neiijuhrsgeschenk 
ar. u. deutseh v. J. v. Hamtrier Wien 1S35. S. goldene Halsbänder von 
neuem übers, u. mit Anm. b<»gleitet v. H. L. Fleiseher Leipzig 1835. 
Gold. Halsb. v. neuem iiberB. v. G. Weil Stuttgart 18r»;j. Les Colliers 
d'or, allocutions morales de Z. Texte ar. suivi d'uu«' trad. frang. et d'un 
eonit phil. par C. Barbier de Meynard l^aris 187(». Naeliahniung u. d. 
T. atbäq ad dahub von 'Abdal mun*im b. Hibatallah al Isfahani 7. Jahrh. 
Berl. 8n84/5, Wien 311, Br. Mus. 1429, Paris 3^48;,, V)43, '79,, f:flcur.* 
544, Kairo IV 203, mit Glossen vtm Jftsuf an Nabah&ni gedr. Bülftq 



Die nai:1ikla88i8che Puriode der arabittuhen Litteratur. 293 

1280, Bairüt 1309. XYIII. k, nxtzhat cd muta'annih AS 4831. XIX. 
(ü qafida id hiCüdija );eht vun der Beschreibung der Mttoken au», um 
Hchliesslich Outt und Hoinen Gesandten zu preisen, Berl. 7686/7. XX. 
Qafide aber die Frage Öaz&lts, wie Oott auf dem Thron titie, und die 
Beschränktheit menschlichen Wissens Berl. 7688|. XXI. andere Ge- 
dichte ib. 1. a- 

18. Zamaliisari^s Lieblingsschflier pij&'addin al Mekki 
schrieb um d. J. 550/1155: 

kifajet an nahw ft *ilm al i'räb HH I 1890, V 10795, Berl. 
652o/«. 

14. A. h. *An al ßaiha'qi Bfiga'farak starb i. J. 544/1149. 

Tay al ma^ädir WB arab. Infinitive mit pers. Erklärungen Ind. 
Off. 994—«, Bodl. l 1089, AS 4664, NO 4702, Jeni 1128. 

15. Abu *l Fath Näsir b. 'Abdassaijid al Mutarrizi war 
iu Hwärizni i. J. 58X1143 geboren, dem Todesjahre Zamalj- 
sari's, daher man ihn dessen Stellvertreter halifat az Z. nannte^). 
Ausser mit philologischen Studien beschäftigte er sich auch 
mit <iem Rechte nach der Lehre des Abu Hanifa und der 
Dogmatik im Sinne der Mu'tazila. I. J f)01/r204 hielt er 
sich vorübergehend in Bagdad auf und starb i. J. (WO/ 1213 
in seiner Heimat. 

J. Hall. 729, b. QutlCibu^ä 241. I. Ar. al minbäh fi 'u nahw, Lehrburh 
der Syntax, Borl. «530 1, Ooth. 24„ Lips. 14—18, MQnch. 695—7, Wien 
159—^3, Knifft 4»;. Leid. 172—4, Parii* 113«*, 4008, 4130,, Al^iT 4«„ 
4H„ 51,. Hr. Mu!*. 4SC„ ^j, 8hO„10305, 13!iO, 1522,, Ind. Off. H90, Havn. 
171.., l'p-. 4*;. Vt:t. 61(J, etc., v^l. de Sary Anth. 93, 224, Baillie 5 b^iok-i, 
gedr. Luckiiow BO II 1:>5. Conim«fntare 1. v. T&f^addln M. b. .M. b. 
A. al I-sfHra'iiii u. d. T. ad dau\ v.,lb;ndet i. J. ♦;84 I2Hr> Hi-rl. «532 3, 
Outh. 237, (>»•» ander*.' Hd*. auff^ez.) f^fAr. Lucknüw 1850. ißhinn*:n h) 
zur Vorr<*d<i v. Kadtaddln al Hw&rizml ßr. Muh. HXKI,. K^cur.^ 23«;,, 
b) d*;-i:l. V. M. Kiikn h! Uvauii'i Ooth. 247, c) v. al ('anlirl f 834 14:M 
Berl. ^i'i'Mi. f\) ;in«»ii. l'f.t. V.i'A., \'.i4. ei iath iaicahid ad dan ▼. Iftmli'H 
b. 'All Tari- Vr*.\,. d< -i:L arion. H«irl. 6.034 5, Ootli. 246. 2. ▼. HH«aii 
Vk'-k b. AU'^ddiri «i A^wad ca. MXl 1397 u. d. T. al iffifäh Kerl, 
i;."):!- '«. I'.i'i- 4017. 414'«(, Ooth. 248 (wo andere Hd«. aufgez.j 3. roa 
Tüüfi'i'-.u A. b. .Mahrrj'id h. *Oniar al Gundt u. d. T. al maqätld, verf. 
i. .1. TM 1 '.:." K-. i .' 2:>'f (fr^m.). 4. t. 31. b. 'AU b. BarakAt 31. al Aq^erAI 

h...- •:' Kl •li«.'-<rr H«rinaniis da« Ur^priinirliche and jener Htb- 

( ki'-.r.-n. . ■ '■'.^ !i /ü''*;i bt/e macht i^t. 



294 2. Buch. 2. Abschnitt. 

(al AqrAui) ea. 780 137H Berl. 6537. 5. v. Hftgi BAbft b. Htgg IbrAhfm 
b. Hägg *AbdalkarSni at Tü^awt 2. Hälfte des 9. Jahrh. u. d. T. Imläfat 
al Cräh Berl. 6541 2, Lip». 26, Wien 166—8, Pet. KoKen 13»,, Paris 
40233. 6. V. JahjÄ b. Nasfth b. IsrA'll Ooth. 206, Pet. 177. 7. anon. iL 
d. T. al ff'mh *rtn anwar al mi§bäh Leid. 176. 8. desgl. u. d. T. miikät 
al misbah Paris 4018. 9. desgl. Berl. 6540, '3, '4, Br. Mus. 500, Alger 
45, 47. 10. desgl. u. d. T. al mnUi'b fi iarh al 'atcämil, Goth. 207, 
203, ähnlich Bodl. 11 418, MQnch. 762 .3, Kram 51, Ooth. 218-21. 

10. zur DibAga v. at TaftazAnt f 791/1389 (V) Berl. 6545:6, dazu Glossen 
H) V. *Aliz6de Ja*qüb Leipz. 27/8 Dresd. 152, 246, b) anon. Berl. 6545, 
'7, '8. 11. V. TÄgaddin al IhfarA'inl al FAdil Berl. 6549. 12. desgl. anon. 
Ooth. 214,, 229, 230 (wo andere Hds. nufgez.), dazu Supercomt. v. Ja'qAb 
b. Saijid *Ali Krafft 48 (Autograph a. d. J. 1067/1656) Paris 4028 4, 
Goth. 234 (w<» andere Hds. aufgez.) - 8 Comt. zum Misbäh, 3 lur Dtbaga, 
3 zum Jhdt^ Ahlw. 6550. Versilicntionen a) anon. u. d. T. al gnrar 
Escor.* 26, b) nur der "airämil v. A. as Sftff Goth. 215, Calc. 1089. 

11. granimat. Abh. (verschieden vom Mittbäh) Paris 4254,. III. k, al 
vntf/rib f'i fariib al marib, WB in curopfiischer Anordnung, 2. Ausgabe 
seines verlorenen Werkes til mn'rib, für Kechtsgelehrte bestimmt, ge- 
niesst bei den Hanetiten dasselbe Ansehen wie al Azharls ^(in6 al fiqh 
(s. u. p. f2{M bei don Sufi^iten, Weijers Orient. I 678 fr., Berl. 6966 7, Leid. 
72 :J (wo tniderc Hds. aut'gcz.) Br. Mus. 8uppl. 864, ('onit. uläh al muSkil 
V. b. 'Isfur t 6<i9 1270 Anibros 153. IV. k. al iqna" lima hutcija iaht 
af qhuY. Synonynieiilexicon, fiir seinen Sohn vcrf., Berl. 6968, de Jong 
32, Paris 1330, Kscur.j 6üH. V. narh matjamat (tl Haiirl s. o. p. 277. 

1(). Siräga(l(lin Abii Ja*i|ül) Jusuf b. abi Bekr b. M. b. 
*Ali as Sakkäki war i. J. hbhWi'A) iii llwärizin geboren 
iiml starb daselbst i. J. ()2()/1221). 

1. Qutlfkbuga 250. 1. k. mlffäh al 'nlum in 3 Teilen: 1. *//m af 
farff 2. *ihn an hahw . 3. *</m ul ma*dm iral bajän: bes. geschiltzt 
ist der 3., die Rhetorik behandelnde Teil, Berl. 7184—6, Leid. 294—6, 
Escur.' 205, 232, Teil 3. bes. Milnch. 678 9, Br. Mus. 550 1, Ind. Off. 
843, Paris 395.53, 4372, Escur.» 251 '2. Comnientare zum 3. Teil: 1. v. 
'Alt b. M. b. DihqAn *Ali b. abl Bekr b. *Ali an Xasall al Kabindi verf. 
in HwArizm i. J. 718,1318, Leid. 297, Alger 197. 2. v. at Taftazani f 
79ri389, verf. 74H/1347 in HerAt, Leid. 298, Wien 235j, Paris 4373, de 
Jong 46, Ind. Off. 847 s, Cambr. 18, Escor.' 26. 3. v. Abdalkarim ar 
Basidl, vollendet i. J. 803/1400, Alger 198. 4. v. Jahja b. A. al KA») 
ca. 750/1349, Berl. 7240. 5. v. as Saijid a^ SarU' al Our^^ani f 816 1413, 
Berl. 7229/30, Wien 23«, Leid. 299, Paris 4419, Escor.- 63, 20i> s, 210, 
284], 645, gedr. Cpel 1241, dazu Glossen: a) v. al FanAri 834 1430, Berl. 
7231, b) V. 'OtmAn al HatA*i MaulAnAzAde ca. 840/1436 ib. *2, c) v. *Ali 
b. M. as »ahrbdl Musanuifek f 871/1466 Escur.' 209, 701, d) v. b. 



Die nachklasttische Periode der arabischen Litteratur. 295 

KainMp&8& f 940,1533 £»cur.' 2201, e) v. Hanan b. Mahmud al Maq- 
disi al LAd! ca. 1080 166t^ Berl. 7233, f) anon. Berl. 7234—6, Wien 
237. — 27 Glossen Ahlw. 7237. 6. v. as Slr&zt Pari» 4377, Br. Mus. 550. 
7. anon. Paris 4376. — 19 Commentare und Qlossen, 3 AuBsQge sum 
3. Teil Ahlw. 7247. — Auszüge aus dem ganzen Mift&h: 1. y. b. M&lik 
t 686/1287 u. d. T. (d misbnh Berl. 7249, Paris 4375, Escur.* 219, 250, 
yersificiert und conit. v. M. b. 'Abdarrahm&n al Marr&kost al Akmah 
IX. Jahrh. Esrur.* 219. 2. v. b. Kani&lpjibä f 940/1533, Berl. 7238, 
mit Comt. Paris 4374, Ksrur.^ 220j, 234, Glossen Berl. 7239. Auszug aus 
Teil 8: falhta nl miltäh v. (iamäldaddin M. b. *Abdarrahni&n al Qaz- 
Wim Hatib Dimasq f 739 1338, Berl. 7187 8, Münch. 680,, Leipz. 32, 
Kraflrt'69, Leid. 301-5, de Jonp. 45, Pet. 234, Ind. Off. 849-50, Paris 
4379—83, Escur.'» 227, 232., 248,, 420,, 636,, gedr. Calcutta 1815, Cpel 
1260, Dehli 1888 vgl. Mehren, Rhetorik 1—46, 63—108. Commentare: 
1. V. Verf. u. i\. T. al ujdh Berl. 7190, Paris 4384, Ind. Off. 850, Super- 
conit. idnh al hlfih Paris 4385. 2. v. al Halh&ll f 740,1339, Alger 199, 
3. V. M. b. H)tman b. M. az Zauzani Samsaddtn ca. 750/1349, Berl. 
7216. 4. V. at TttftazAni f 791 1389: A. as sarh al mufauiral Berl. 
7191,2, Wien 2:J7.,, Münch. 681,2, Havn. 200, Br. Mus. 533/4, Ind. 
Off. 852 00, Paris 4386—91, Alger 200/1, gedr. Cpel 1260, 1304, 
Lucknow 12f>5. Glossen: a) v. an Sflijid as Snrif nl OurgAnl 
t 816,1413, Paris 4392—4, Alger 202, Ind. Off. 861—4, Escur.* 230, 
253—5, gedr. Cpel 1241. b) v. JalijÄ b. ns Saif as SlrAnit f 833/ 
1429, beendet 830 1426, Pari» 4395, Ind. Off. 865,6, Escur.* 213, 225. 
c) V. M. b. ^Ali h1 QftghisÄri vollendet 825/1425. Berl. 7193. d) v. *Alt 
b. M. al BistÄnü Musannifek f 875 1470, Berl. 7195, Paris 4,396, Escur.« 
226. e) V. Abu *l Lait as Siimarqandi ca. 880 1475, Berl. 7194, Ind. 
Off. 873 .'), Pet. 201» (nach HH 11, 3541 von al HatA'i f 901149.^)). 
f) V. Hasan Ct-hbi al Eanäri f 886 14M1, Berl. 7203, Leid. HOl , Ind. 
Off. 667- 72, Esriir.- 212, 23S,, gedr. Cpel 1854. g) v. *Abdalhakliii as 
Sijalkuti t 10601050, Ind. Off. «76, Escur.* 233, gedr. Cpel 1227, 1241. 
h) V. al Abiwardi, Berl. 7196. i) anon. Berl. 7197-7204. B. as sarh 
al mnhtamr Heil. 7206 7, Leid. 307/8, Münch. 863, Krafft 70, Pet. 207, 
Havn. 201, Br. Mus. 555 6, Ind. Off. 877—85, Paris 4381j, '98 440.5, 
4415,, Escur.- 211, 231. Glossen: a) v. al HatA'i f 901 1495, Berl. 
720H9, Paris 440.H, Ind. Off. 886, Pet. 210, Escur.* 227,, gedr. Calcutta 
125r>, dazu Superglossen v. 'Abdallah b. al Hosain al Jezdt f 1015 1606, 
Berl. 7210,. Münch. 684. b) v. A. b. JahjA b. M. al Herewt Hafld (Enkel) 
al Taftaz&ni t 906 1500 Berl. 7211, Paris 4406 7,* Leid. 309, Escur.* 217, 
256 7. dazu Superglossen t. J&stn b. Zainaddin b. ab! Bekr al Himsi al 
*()laimi f 1061 1651, verf. 1054 1644, Berl. 7212, Paris 4412, Leid. 310. 
c) v. al I>fara'ini t 943 1536, Ind. Off. 887. d) v. A.b. Q&sim aPAb- 
b&di t 1040 1630, Paris 4409 11, Escur.* 235,239, Goth. 2783. e) zum 
1. jann v. Isniu*il b. Gunaim al Gauhart ca. 11601747, Berl. 7213, 



296 *^- Buch. 2. Abschnitt. 

Outh. 2785, Alger 210. f) v. iil Uunani verf. i. J. 1211 1796, gedr. BülAq 
1285. g) V. Jübuf td HafrAwl Paris 4413. h) zur Vorrede t. S)dt A. 
I). M. b. Ja'qüb Pariü 4414/5. i) anon. Goth. 2784. 12 UhitHien, 1 Comt. 
mit Glu88en und Supergl., 1 Glosse zur DIbAga, 1 Saw&hidcomt. Ahlw. 
7215. 5. V. iil lHfarA*iiil f 948/1536, Kdcur.* 228, 237. H. ma'äßM at 
tan^iH f\ iarh mwahid at falhts v. 'Abdarrahlm b. 'Abdarralimän al 
QAhirl Zaiiiaddiii f '.)H8 1550, vt>11ciidct 901'149H, Leid. 315, eine andre 
Rednktion, im fliiuse den Autorn in Cpcl i. J. 937,1530 verf. v. M. b. 
A. b1 üaz//i (il *Aniiri Leid. 31ft, Berl. 7224/5, PariH 4416, Havn. 202, 
Hodl. 1, 1108, Brill 212, Köpr. 1432 3, gedr. Kairo 1274. 7. Sarh Sawähid 
äff. V. h. US SabbAii (d. i. M. b. *Ali f 1206 1792 V) Berl. 7226. 8. deagl. 
anun. ib 7227. 9. anuii. Comt. und GIohhou, Berl. 7217 — 21, Paris 4397. 
Auszüge: 1. u. d. T. nl mulah^^ v. Zakarljä al Anwärt f 926 1520, 
gedr. \i\iUn\ i:i05. 2. v. Ilamza b. Durgüd Nüraddln, verf. 962/1555 auf 
der PilgcrreiHe in DHinaHkus, mit Comt. al hairddt Goth. 2787. 3. anon. 
u. d. T. (tfjm Hauifhn /f ^tlm al bajäu iral badV wal ma*äni mit Comt. 
de» VcM'f. /afh mauztl al matjhn K.srur.' 260i. Versitieation v. a» 
bujfitl t 911/150'> 'lujfid al gnmän fi Ulm al ma'ätn val bajän Br. Mub. 
557, vgl. Mehren, Rhetorik p. 47 -92, 109—140. Comt.: a) v. Verf. hall 
"nqCtd u. M. w. Ksi'ur.' 21 8i, 247., Alger 211. b) v. *Abdarrahmän b. 'If»A 
b. Mui'Hid al 'Oiiiarl Havn. 203. 10 GloHsen, 9 Aufzüge, 6 Veraificationen 
zum Tnlhh Ahlw. 7228. II. r. ild filmtdihi AT. Säcaqtizdde fi Hlm al 
muntizara iraqawdmnhä Miinrh. 68.'>. 

17. Hamidaddin Abu 1 Hasan 'Ali b. M. b. Ibrahim ad 
Üariri al Quhuuduri al Buhäri f t>6()/ 12(57. 

Mnhjasar au uahw Ind. Off. 956 7, 983 4, gedr. Lucknow 1262. 

IS. Abu '1 Kadi M. b. Hälid al (iam&l al Qorast voll- 
endete i. .1. (>si/12Si>: 

t(M ^itrdhf Auszug hus Oauharls sahdh mit pern. Krklflrung Cal- 
cutta 1SI2— 5, Lucknow 1289 s. o j». 128. 

1I>. Täiiaddin M. b. M. b. A. al Fädil al Isfarä'ini starb 
i. .f. <;s4,li>sr». 

I. k. IM) ol hiffob f1 Ulm al i'rdb Goth. 284, Leid. 198, Wien 183, 
Ind. Off. Ih4, Amhros. l.-)0. Alger 134 5, AS 4576 7, Kairo IV, 90. 
('ommcntai-f*: 1. v. Qutbaddin M. b. MaK*i^d b, Mahmud an Siriifl, voll- 
i'Uih.'X i. J. 712 i:n2 in SirAf (nach Kscur.* 116 iu Siräz?), Leid. 199 
(yso aiidr«? Ilds. aufg.), Paris 4121. 2. anon. verf. i. J. 728 1H2H Ksfur.* 
Hut. :i. V. M. b. A. az Zauzani verf. j^w. 686 u. 777 1287 u. 1375, 
Ht-rl. ♦»666, Ksrur.- 24. 4. v. *AbdallAh b. A. f 776 1374 (der aber als 
Verfa><*. d<.•^ (irundwerki.'s *Abdalmun*im b. M. al Abarrifihi IUI V 306 

1 • »f 



Die nAchklassi>ii:he Perijxle der Arabisirlieii LitterAtur. 297 

nennt), Eseiir.^ 168. 5. untin. u. d. T. al ^ab(ih (loth. 285. 6. Desgl. 
Berl/6665, '7, Ind. Off. S9S. — 6 andre Comt. Ahlw. IJ68H. II. larh al 
Mifbäh lil Mufarrizf k. o. p. 29'i. 

3. Die Philologie in Syrien. 

1. Dijä'addin Fahr al isläm Abu '1 Fatli Nasralläh M. 
b. 'Abdalkarim al (isizari b. al AtirO war i. J. 558/1 IGH in 
Gezirat b. 'Omar geboren, studierte in Mausil und trat 587/1 191 
in die Dienste Salähaddin.s: im «lahre darauf wurde er Wezir 
bei dessen Sohne al Malik al Afdal. Als dieser Damaskus 
verliess und nach Sarhad ging, bedrohten die Damaszener 
den b. al A. mit dem Tode, sodass er nach Ägypten fliehn 
musste. Nachdem al Malik al 'Ädil dies Land erobert hatte, 
hielt er sich eine Zeitlang verborgen und ging dann nach 
Samosata zu seinem früheren Herrn. 1. J. <)()7/r21() trat er 
in Halab in die Dienste des al Malik az Zähir, bald darauf 
ging er nach Mausil. Irbil und Singar. I. .1. ()18/r2!21 trat er 
als Munsi' in die Dienste des Fürsten Näsiraddin von Mauijil. 
Er starb i. J. (;37; 12:^1) in Haö:däd. Trotz seines bewegten 
Lebens fand er die Müsse, nicht nur eine Sammlung von 
Mnsterbriefen herauszugeben, sondern auch sich eingetiend 
mit litterarisch ästhetischer Kritik zu beschäftigen. 

J. IIhII. 734. 1. Ar. ul irtiHJ al marqüm /t hall al mauzüm PariH 
4435, NO 4:104, ^'<MJ^. Hairfit 12H1I, v^M. I>. S. MarKolioutli, On tho Royal 
CurrespniidMH't» of Diya-(Mldiii Kl-ja/.ari, Art^n du X** con^r. intern, d. 
or. ^crt. III, p. 7 21. 2. k. al fjaml'al kahir //' HiintVat al mauzüm 
min al kalam iral manhir Kairo VlI, 054. '^. k. al matal an HtVir /i 
ufldh al kai'th iras nä'ir Wi»;ii 23:J, Hr. Mu^. 1054, , l'aris -1421, KKrur.* 
214, 202, 507, Köpr. i:<07; ««dr. BfilÄq 12h2; y^l /D.MO 35 \>. 14H, 
Otddzihi^r Abii. 1 p. 101 tt'. Da^'c^'cn: /// fulk ad dtVh v. b. h1 Hndld 
t 055 1257 rt. «.. p. 2h:<. 4. Ar. al huihän // 'ihn al hajau l'oMik H«rl. 
724S. 5. ;•. al azhar, (ionprÄirh dor HliiriHfri. I'ari-i 3521,. 

1. Abii 1 Bar|;r Jais b. 'Ali b. Ja'is war i. .1. .^^lO/llöö 
in IJahib (;pbi>r»'ii und studierte da.selb.^t und in Damaskus. 
Von dort wollte er naeh Hai:dad ifehn. um bei b. al Anbäri 
(s. o. p. 2x1) zu h'ireri: al.^ er afier bis .Mausil «gekommen 

'} Si irii- iW'i'ii 1 , <l'-ii Tlifolo;:«-!! .MH^dHddiii. t 00^> 12<H)f und den 
Hi^ti'rik« r 1//^ In. r ».30 IJ'JJ. -. ii. Kap. VI 1, nr. 15 und Kap. IV 5, nr. H. 



298 2. Buch. 2. Abschnitt. 

war, erfuhr er, dass derselbe gestorben sei. Er blieb daher 
einige Zeit in M. und kehrte dann in seine Vaterstadt zurück, 
wo er bis zu seinem Tode i. J. 643/1245 als Lehrer wirkte. 

J. Hall. 804. iarh al muf'a§sal 8. o. p. 291. 

3. Tä«;^addin Abu T Qäsim A. b. Hibatalläh b. Sa'dalläh 
al Gabräni war Lehrer an der grossen Moschee zu Halab 
und starb i. J. GG8/12«9. 

1. rammt. Abh. mit anon. Gomt. Paris 4067|. 2. Grammat. 
Definitionen ib. (. 

4. Gamaladdin M. b. 'Abdallah b. Mälik at Tal al «ai- 
jäui, dessen Familie aus *laen in Spanien stammte, war 
i. J. 600/1203 in Damaskus geboren, studierte in lialab. lebte 
dann als Lehrer in seiner Vaterstadt und starb daselbst 
i. J. 672/1273. Er galt für den grössten Philologen seiner 
Zeit. 

Faw^t II 227. I. k. faslnl al f'awä*id watakmll al fnaqä§i4, Aus- 
zug aus seinem verlorenen, grösseren Werke k. al f'atc(Vid fi *n nahWf 
Berl. 6628, Leid. 194, Paris 1077., 4117, Ind. Off. 963, E;,eur.» 13,4, 64, 
66, Alger 116. Commentare 1. v. Verf. Encur.' 66. 2. v. Atlraddin 
Abu HaijÄn M. b. Jüsuf b. *Ali al Andalusl f 745 1344 Escur.« 52—9. 
3. V. b. *Aqil f 769/1367 Alger 117/8. 4. v. *Abdalq&hir b. abi 1 QAsira 
al 'ImÄdl al Ans&ri f t«. 820/1417, unvollendet, Escur.* 13. 5. v. ad 
DamÄminl f 828/1425 Ind. Otf. 964. 6. v. b. umni Q&sim f 749,1348 
Kairo IV 67. — 29 Comt., 1 Auszug, 1 Versific. Ahlw. 6629. II. k. 
al alfije grammatisches Lehrgedicht in rund 1000 Versen; Hdss. fast 
in jeder Bibliothek; gedr. Bairi^t 1888, Kairo 1306, *7, Labore 188S u. 
8. w. L'alfijja trad. en fran^. avec 1^ texte en regard et des note« 
explicatives dans les deux langues par L. Pinto, Constantine 1887. A. 
Goguyer, Manuel pour Tetude des grammairiens arabes: L* Alfijja d* 
Ibn Malik, suivie de la Lamiyyah du mome auteur Beyrouth 1888. 
Commentare 1. von seinem Sohne Abu 'AbdaU&h M. Badraddin f 686/1287 
Berl. 6635,, *6, Münch. 721, Wien 180, Ups. 41, Pet. Rosen 137, Br. 
Mus. 509, Ind. Off. 959; dazu Glossen a) v. al Ans&ri f 926/1520 feerl. 
6685,, b) V. *AbdalqAdir b. abi '1 Qäsim al 'ObÄdi al Mekkt f »80 1475 
Berl. 6637, Escur.^ 126. 5 andere Glossen Ahlw. \. 1. 2. v. Samsaddhi 
al Hasan b. al Q&sim al Murftdi b. umm Q&sim f 749 1348 Berl. 6638, 
Goth. 280, Paris 4075/6, Escur.* 4, 216, Alger 77/8, dazu Glossen v. A. 
b. abt n Qäsim al Qarümi Escur.* 5. 3. u. d. T. audah al masdlik v. 
b. HiBi\m t 762/1361 Berl. 6639/40 Leid. 195 (wo andere Hdss. aufgez.) 
gedr. Calcutta 1832. Glossen n) v. seinem Enkel SihAbaddln b. Hiiäm. 
t 835 1431 Br. Mus. 505/6, b) v. al Azhari f 905/1499 u. d. T. at ta^tih 



Die nacliklattsische Periode der arabischen Litteratur. 299 

BerL 6651/2, Pari« 4078/85, Qoth. 102« (wo andere Hdt». aufges.) c) su 
den iatcähid t. M. b. 'Abdalq&dir al Fftsl de Jong 18, d) v. Näfiraddtn 
al Laqänt Escur.* 100, 113, — 18 Glossen Ahlw. 6641. 4. t. M. b.A. b. 
Oäbir al Huw&rl al Andalusl f 780/1378, vollendet 756/1355 in Mekka, Leid. 
196, Escur.' 72, 75, Paris 4095. 5. v. Abu Hagän al Hayänl f 745/1344 
Alger 76. 6. y. Ibr&hlm b. Müsä al *Anb&sl, vollendet in Jerusalem i. 
J. 765/1363, Escur.* 68. 7. v. b. 'Aqll f 769/1367: Alfijjah, Carmen 
didacticum grammaticuni auctore I. M. et in Alfijjam uomt., quem runscrip- 
sit I. A. ed. Fr. Dieterici Lipsiae 1851. I. A. *a Comt. zur A. des I. 
M. aus dem Arab. zum ersten Male Obers, v. Fr. Dieterici Berlin 1852. 
Oedr. Bül&q 1252, Bairüt 1872, Kairo 1306. Glossen a) v. M. b. A. b. 
M. Gäzt al 'Otm&nt Br. Mus. 512, b) v. M. b. M. b. A. as 8&fi*t Goth. 
276, c) V. b. al Maijila ca 1100/1688 Berl. 1644, d) v. A. b. A. as Sif^&'l, 
vollendet 1178/1764 Goth. 277, Paris 4094, gedr. Kairo 1306, e) y. M. al 
Hadart gedr. Kairo 1305, f) zu den iawähid v. *Abdalmun*im al Girgäwl 
Kairo 1280, 1308 (am Rande: desgl. v. M. Qufta al 'Adawt), g) anon. 
Goth. 278. 8. y. 'Obaidalläh b. M. b. 'AbdalUh az Zarkast 2. llftlfte des 
VIII. Jahrh. Escur.* 107, 138. 9. v. b. al GarAd VIII. Jahrh. Kscur.« 
114. 10. V. 'Abdarrahm&n b. 'All b. S&lih al Makküdl al Mufarrazl f 
801/1398, vollendet 799,1390, Berl. GG45G, Goth. 279 (wo andere Hdss. 
aufgez.), gedr. Kairo 1279, 1305. GloHsen h) v. Kidl A. al Mu^lii PariH 
4097, b) v. al Mall&wi am Rande des Drucks Kairo 1305, c) v. al Botlwl 
Alger 91, d) v. 81d! al H&gg übt Barak&t Kraift 35. 11. al maqaHtd an 
nahwije fi navh sawahid iurnh al alpje v. Mahmf^d b. A. al 'Aiul 
t 855/1451 zu den Versen in den Comt. 1 3 und 7, Kncur.* 14, gedr. 
am Rande der Hizänat al adab BölAq 1299; Auszug v. Verf. farfVid 
al qaUVid Berl. 0047 H, Paris 1741, 2529, Br. Muh. 513, Hodl. II 610,, 
Alger 115,. 12. v. l\u\\ A. l>. M. h« «umfini f h72 1407 llavn. IH«, 
Escur.* 11. 13. V. Nfiraddiii *Ali l>. M. nl Uhmaiii f ca iH)0/141M .Mlinch. 
72*, Parir, 4100 7. Alj^er 1*2 9. Glossen u) v. M. as StibbAii Kairo 
1305 mit Supr'r^l«)r«>f'ii v. Isma'il al llainidi, b) v. M. al IlafnAwl Paris 
410H9, <•) V. Abu '1 Fath A. b. 'Omar Alj,'er 100,, d) v. M. b. 'All b. 
Sa*1d ib KU. 14. zu dfMii über di(* Flexion handelnden Teile u. d. T. 
iamnn at ht/lab /? mutVat al i* rah v. al Azharl f *K)5.1499 Berl. 
6649 50, Paris 40H7, Esiur.^ 137, Alger lOH, gedr. Kairo 1305, 1308, 1310. 
15. V. a- Sujfiti t 911 l.'>05 Berl. 0053 4, Paris 4074,, 4110,1, Pet. IM«, 
Escur.* 09, Kairo IV 27, Br. Mu*.. 511,, Ind. GfF. 902, gedr. Kairo 1310; 
Glossen v. M. Hälih al Ahh&'i verf. 1073/1002 Paris 4112.3. 10. v. M. ' 
b. al Gazzl t <«• 100<M591 Alger 109. 17. v. al Guzüll Pari» 401*8. 
18. V. 'Abdallah b. Ali ad Demllgl Pari« 4114. 19. v. Aarosaddln M. 
nl Vkr\i\\ K^rur.' r«. 20. zu den iairähid v. al Harfa»! f 1059.1649 BerL 
60.07. 21. anon. Berl. OO.V», V. Goth. 280, Paris 4088, Escur.' 15, Alger 
112 4 An'-nymer Au*zuz hulafit al hnlnyi Gs^th. 2^2, gedr. Lueknow 
BO II 1I-. 43 Cimf. und Glo^K^-n, 2 Abkürzungen Ahlw. 6660. 



300 -• ^ucli. 2. Abschnitt. 

• • 

II. lämtjat (d af^Cil oder k. al mi/täh /l ainiijcf ul af*äl Gotli. 207, 
MQnch. 718, Krafft 36, Parir* H724, Encur.* 139, 248io, Alger 12, 68,. 
Commentare: 1. v. »einem Sohne Budraddln Berl. 6661, Pari» 4119i, 
Ehcuf.' 1392, Alger 14,, hsg. v. Kellgren HelHingfurs 1854, Kellgren und 
Volck St. Petersburg 1864, Yolck Leipzig 1866. 2. v. M. b. 'Abdaddft'im 
al Birmawi f 831/1427 Leid. 197, Kscur.' 16„ 144. 3. v. Abu 'Abdallah 
M. b. al 'Abb&s Kscur.' 16„ 79, 270,. 4. v. Ja'qüb b. Sa'id al Mukallatt 
Khcur.^ 16«, Br. Mub. 548^, Glosscu v. al Hanan b. Jftsuf az Zaij&tl 
Kncur.'' 145. 5. v. Hamd b. M. a» Sa'ldl Münch. 719. 6. v. Bahraq al 
Jemen! f 930/1524 Kairo VII 104 mit Glossen v. A. ar RifA'i gedr. Kairo 
1305. 7. V. M. b. M. b. Sa'ld at Tangl Alger 13. H. v. Abu 1 'AbblU» A. 
b. al 'Abb&s al Wahrftn) Escur.^ 16„ 143,. 9. v. M. b. 'Omar al Hadramt 
Paris 4118, Kscur.* I67» 144. 10. anon. Escur.^ U>^, 111. kdfy'ct ai 
ftäfija, Formenlehre und Syntax in 2757 Kagazversen Kraift 31. lY. 
'nddaf al häfiz wa *umdaf al läfiz, P^emente der Syntax Berl. 6681, 
Comt. V. Verf. ib. 2, 3 andre Comt Ahlw. ib. V. sabk al manzüm xcafakk 
al mahfum. grammat. Abh. Berl. 6630. VI. lyäz at ta'nf' f% *Um af 
ta^rtf Escur.* 86,. VII. k. mwähid af tawlih wat fa^hth limHskilät 
al yänu\ grammat. Comt. zu Buh&ri Escur.' 141. VIII. k. al *arüd 
Metrik Escur.* 330,. IX. luhfat al mandnd fi '/ 7tMq§ür wal mumdnd 
Kairo IV 166 = Goth. 207,? X. k. ul al/äz al muhfaUfa, Synonymik, 
Berl. 7041. XI. al Ctidäd fi ^l farq bain az z<V wad diid, Qaside mit 
Comt. Berl. 7023, Goth. 414. XII. nryuza fi 7 mniallaiät Goth. 412,, 
verschieden von Bodl. 1 272,, (If 575 a). XIII. 39 K&milverse ttber 
die Wörter mit W&w und J&' als 3. Radikal und gleicher Bedeutung 
Berl. 7029,30, vgl. Sujütl Muzhir 145 ff. 

5. Sein Sohn Badraddin Abu ^Abdallah M. b. M. b. 'Ab- 
dallah b. Mälik at Tai al (iaijäni sUirb i. .1. 6S()/1287 in 
Danmskuä. ^ 

1. Ar. rand aladhäu fi *ilm al ma*(hn wal bajän Leid. 317. 2. 
Auszug aus as SakkAkTs Mift&li s. o. p. 295. 3. Comt. zu Werken 
seines Vaters s. o. p. 298, 300. 4. mrh käfijef b, Hn<jib s. u. p. 303. 

(;. Bahä'addin Abu 'Abdallah M. b. Ibrähmi al Haiabi 
b. an Nahhäs f ()9S/125)8! 

mrh diwdn JmrPl l qais al mnsaniHia bit iu^Uqa E>cur.* 302; 
s. o. p. 24. 

4. Die Philologie in Südarahien. 

Naswän b. Sa^id al Himjari t r)73/1117 suchte als 
Dichter wie als (ielehrter die Tradition von dem alten Glänze 
des Südarabertums, die in der vorigen Periode in al Hain- 



Die iiachklashiM'lie Periode der urabisohcn Litteratur. 301 

däni (s. 0. p. 229) einen begeisterten Pfleger gefunden hatte, 
neuzubeleben. Aber, während jener sieh durchweg auf dem 
Boden sicherer Thatsachen bewegt hatte, drängt sich bei 
Naswän die als himjarisch verschrienei Pseudotradition sehr 
in den Vordergruntl, die die Lücken des Wissens durch pomp- 
hafte Namen und leeres Gerede zu übertünchen suchte. 

1. iamn al ^nlüm tvadairtV knium al *arab miti al kulum, Wörter- 
buch, Berl. 696S/4, Bodl. I l(m4 *), Escur.' H4, H03, Kairo IV 17». Ano- 
nyme AusKÜge a) lawämi'^ mi unynm Br. Muh. Suppl. H.^H~- (>:t Ind. OH*. 
998, b) dijä" (d hnlnm AS 4700. 2. k. fi 7 qawäp, Ueimlohre, lioid. 2ttH. 
8. k, (d Äfir al ^hi wo fanbth an sfhui'ht, in f^ereiniter ProHH, weint auf 
die Nichtif^keit des Strcbens der verHchiedenen V61ker, Beeten und 
PhiloHophen nach der richtigen Aut'faHHung UottoH hin. Herl. H753 4. 
4. cd qaHuln al himjanja oder uii ^aftwänlja mit woitlAutigom hiHt. 
Comt. Berl. »736— s, Leid. H70 (wo a. Ildsh. aufgez.) Br. Muh. Huppl. r>84. 
Die himjariüche QaKidc hng. v. A. v. Kremor Leipiig 1H65. W. F. 
Prideaux, The Lay of the Hirnyarite^ Hehurc 1879; vgl. Krddeke 00 A 
1866 nr 20, D. H. Müller 8BWA 1877 Bd. 8« p. 171, 7iUM(» 29 p. 
620 -8. 5. einige QnMhlen Herl. 769H. 

T). Dit' IMiihilogie in Ägypten. 

1. Abu 1 Hasan Tahir b. A. b. ItAbasäd. wie der 
Name seines Grossvaters zeigt, von persiscrher Herkunft, hörtm 
bei at Til>rizi (s. o. p. "279j, als dieser si<;h in Ägypten auf- 
hielt. Er war dann im dhvdit al Insa' in Kairo angestellt 
und mit der stilistischen Redaktidii amtlicher Schriftstücke 
betraut: später gab er dies Amt auf, anj^i^blirli im Vertrauen 
auf Gottes Gute, nachdem er geseliii hatte, wir eim* Katze 
eine andr*^. blind«- ver.sortrte. Kr starb i. J. 4i'»lM(>7<;. 

.1. Hall. 2*^.'!. Hii-u I 'M)t\. k. al mnqfpldhna. L«*hrljii<'ii der Orammatik 
in lo KajMteln \Ur\. »UTO 1 . L«rid. 147 fv^l. Wifijert. Orient I :i33 ff.n 
Br. Mu>. Suppl. '.»17, Vatir. :VZ6, H42. K-iur.» 1822,. ('.miifienUru: 
1. V. V.rt. Herl. r.j72. Leid. 14>^, Hr. Mun. Huppl. 918,. 2. v. 'AU h. 
M. 1». ^iilnimän \t. \. (ramMaddln b. Hutail vor 8(jO X'.VaI H'tJ. i'AT.i 4. 
H. V. Jalija l>. Harnza h. Ka'M'jlallah t 749 1:^4S Br. Mu«. Sui»[rl. 919 20. 

2. Abu M. Abdallah b. Barri b. 'Abdaliiabbär al Maq- 
di.si al Mi^ri war i. .1. VM^ IIO.O geboren. Kr hatte, wie b. 



', W«, '!. r Narri«- f-rit-t*-llT . d«-r Tit«?l v«;r-tumrn«flr und di« Z^it- 
• ni(rali<- fali^.'i i-:». 



302 2- Buch. 2, AbHchnitt. 

Bäbasäd, das Amt, in der Kanzlei die Schriftstücke auf ihre 
sprachliche Korrektheit zu prüfen. Er starb in Kairo i. J. 
583/1187. 

J. HaU. 326, Husn I 307. 1. (/alaf ad du' aß' min ahl al fiqk 
Paria 4231 j. 2. 13 Verse über die ver^cliiedenen Bedeutungen des 
Wortes al I^äl Berl. 7068,. 3. zum Sahah 8. o. p. 129^)- 

3. Abu T Fatli 'Otmän b. *lsä al Balati war am 
27. Ramadan 524/3. Sept. 1130 in Balat am Tigris, ober- 
halb von Mausil. geboren. Schon in jungen Jahren hatte er 
sich als Philolog und Dichter in Mausil hervorgethan und 
dann eine Zeitlang in Damaskus gelebt. Als Salähaddin 
i. J. 567/1171 die Regierung in Ägypten angetreten hatte, 
begab er sich an dessen Hof und erhielt das Amt des Vor- 
stehers der alten Moschee in Fustät, des Lehrers der flram- 
matik und Qor'änlesers daselbst; doch machte er sich durch 
seinen Leichtsinn und seine Trunksucht bald unmöglich. Er 
starb i. J. 599/1002. 

FawM n 31, Wüst. Gesch. 288, Hartmann Muw. 94. Von seinen 
"Werken int nur das «prneblicho KunststiU-k al qasndn al hirbatnja, in 
der der Reimbuchstabe je nach der Constructiön verschiedene Yocale 
Eulässt, erhalten. Bodl. I 1268,. 

4. Gegen Ende des 6. Jahrh. blühte in Ägypten (?) 
Abu 'Abdallah M. b. A. b. Hisäm. 

k. ar radd 'alä *z jZuhaidi ft lahn al 'awämni gegen Abu Bekr 
M. b. Hasan az Zubaidt f 379/989 und das k, iatqif al Haan watal^fk 
al jinän des b. Mckkl (wann?) Escur.' 46. 

5. Sulaimän b. ßauin b. Halaf Taqiaddin abü ^Abdalgani 
al Misri ad Daqiqi an Nahwi starb i. J. 614/1217. 

Ar. ittifäq al mabäni waftiräq al ma'äni^ lexicologisch , Kairo 
IV 162. 

H. Abu Zakarijä Jahjä b. 'Abd al Mu'ti b. 'Abdannür az 
Zawäwi war in Damaskus geboren und hatte sich schon in 
seiner Vaterstadt als Schriftsteller und Lehrer einen Namen 
gemacht, als ihn der Aijübide al Malik al Kämil (()15 — 35, 



*) Er approbierte das Werk seines SohQlers Muhaddabaddfn Abül 
mah&sin Muhallab b. Hasan al Muhallabi k. nazm al 1arä*td wahaifr ai 
iawäridy Comt. zu einem Lehrgedicht, verf. i. J. 575/1179 Escur.* 274i. 



Die nAohkU>>ischo PeriiHie der «mbi^chen Ijttertiiur. HiKi 

121>< — 8Ä), nach Kairo berief. Dort wirkte er seitilem al* 
Lehrer an der alten Moschee und starb i. «K (^iS ViW. 

I. Hall. 772. 1. aii durra al aifijf. Ommiimtik in Ven^eu« Berl. 
6552, Estcar.- 195,. Commentare •> t. A. b. Hu««iii b. .\. b. «l IUbb4« 
al Mausill, unter Mitwirkung de» A. b. M. b. A. al N^artU beondol i, «i. 
839 1241, Berl. 6533, EMur.* 22 3, U r. M. b. A. a« SarUl t t>SM2J*t> 
Leid. 17», c) v. A. b. Jüsuf b. MkWk al Uarn4t1 ar Ko'ainl t ^7l» IH77, 
Rorl. ft554, Bodl. 1 1201, 1209. II 2t>9, Ambril 144. 8 andoro Tomt. 
Ahlw. 6555. 2. Ar. fusül haniMin. Grammatik, Berl. n5;i(^ Hodl. 11 247«, 
Comt. a) V. Gam&laddln AbA M. Hosain b. 'Akk&s f <*^1 ^-^^ 1«*'^«^' ^7», 
B4>dl. I 1079, 1097, b) v. b. al HabbAz al Maunill (h. o. l. a.) MUnoh. 
703. 3. al badr /? stnuVut as irr. Poetik in Yernen, Kef. 24«. 

7. Mu\vaffa<{addin Ahu 1 Qä^iin Msa b. .\bdHrazi^ b. 
*l8ä al Iskenderani war i. .1. f).')!)/! IT).*) ^eboron und ntarb im 
J. ()29 1i>:M. 

A*. nl mitjil fi 7 gawdb wattsu^df , liU) ^riimmat.-b'xikaliiirho 
Fragen, Auszug v. M. al FAh! (= an Sadaft f (löl;1253 odor al AnitArl 
t 662/1263 V) Herl. 6r)29. 



8. (Jainäladdin Abu 'Amr *Otmaii b. *(>i»ar b. abi Hokr 
b. al Majiib war der Sohn eines kurdisrhfu KilmmorerH d<m 
Emirs 'Izzaddin as Sah\hi und Htudiorto in Kairo anfauKH 
Qor'äulesekunst und malikitischuH Kerbt, wandto hIcIi dann abor 
ausschliesslich der Philologie zu. Nach boeiulctom Studium 
begab er sich nach Damaskus und trat dort in dor Kr^'^^*-" 
Moschee im Auditorium der Malikiten als {.obrer auf. Spiltcr 
kehrte er nach Kairo zurück und sicdidto von dort noch 
einmal nach Alexandrien über, wo er bald darauf i. .1. 
64f>/1248 starb. 

I. Hall. 386, HuMii I 307. I. al kdfija, kurtoM \.i:Urh\uU d<*r(lrMtnrnaiik, 
Hdtih. fast in j^'der Hihliotlu^k, gi'dr. Korn 1591, (^awnpori' IHHM, 1H91, Kaxan 
1889, Tankf-nt 1311, 1312 und MonHt oft. ('iimm<'nturf: |. v. Verf. B<;rl, 
6559;60, Au!*zug ib. 6561, dazu OlfMh<:n v. Nugiirnddln Hit'ld al 'A^aml 
Ind. Off. 93*-. 2. T. Niijir addln at *[Un\, *U-m büfijhintffn A>itronom<'n, 
t672 1273 Kitrur.* 191. 3. v. N&iiiraddln 'AbdalUh al Haid&wl f nHM2H6 
HH V. 13, dazu (ihtnni-.n von MauU HAdic| al KU4ni, volknditt 961;] 554 
E-trur.* 85. 4. V. Badraddln b. M4hk f 686/12H7, Kmur* 20*i. 5. f. 
Radladdln al Atit*!r4bidl t 6H6 12H7, B*r!. «562 3, Mönch. 715, Ind. flfT, 
912—6, Pt-A. 168, K«#;ur.*J8, 91. dazu Aaw4hidf;omt. v. 'Abdal<|ltdir al 
Ba^didl t 1093 1682 Iftzänat al adah, Huri 6564, Kö|*r. i486 7. \,. lütt nr. 
3fi5. r*rdr. B(il4q 1299, 4 Bd*., *. o. p. 21. 6. v. 'Ixzaddtn 'Abdal'azlz 



304' ^* Bul\u 2. AbHcIinitt. 

b. Quiii'a b. Zaid al Mausili, vollendet (>»4 12<J5, Ercuf.* 89, 90. 7. v. 
M. b. abl Bekr b. M. al liablBi VII. Jahrh. Herl. 6558, Leid. 187, 
Guth. 257 (wo a. Hdss. aufgez.)) ^^^^ GIohhcii v. h1 (liir^Hiit f ^1^/1413, 
Bierl. 6570. 8. v. Kuknaddln al Ha»an b. M. al AKteri\budi f 718 i:U:i. 
verf. nach 672/1278: a) al 5ar/* al akbar, Ind. Oft*. 917—0, Pet. 169, 
Münch. 750(V), EHCur.* 94, Bonon. 291; gedr. Liuknow r2S0. b) an mrh 
ul mufawassit oder al wa/ija fi iarh alle. Hcrl. 6565/6, Loiil Is:» (wo a. 
Hd»H. uufgez.), dazu GloHseti: a) v. al Ourgilni f 816/1413 Ksriir.* Sl,, 
153. (i) V. M. b. H)niar al Halabi la. 860 14.^6, Beil. 6567, Pari« 4040. 
;') Zur DIbAga v. Abft Sa'ld b. A. a% ZAwarK Outli. 256 (wt» a. HdsM. 
aufg.). Ü) V. at TÜHijawi, Wien 17s. r) an sarh al UH^ar verloren. 
9. V. GalAladdln A. 1). 'All b. Mahtnüd al Gugthiwani ea. 720 1H2U, 
Berl. 6571/2, Münch. 714, Leid. 1H5 (?). 10. v. A. l». M. al Qrtinftll f 
727/1327, Br. Muh. 18H0-2. 11. v. Man^ftd b. JahjA al KH^Hafi, verf. 
814/1411, MQnch. 709. 12. v. HAggl Baba b. IbrAhlni b. ^Otinan at 
fÜBljäwl ca. 870,1465, Berl. 6573/4, Br. Mus. 496.,, ,. 18. al farfVid 
ad P'^ä*ije v. MollA GAmi f ««H/1492, verf. für s.'iuen Sohn DijA addln, 
Berl. 6575/6, PariH 4044— 5H, Leipz. 21/2, Ref. 272, MCineh. 716, Wien 
176, Krafft 39, Pet. 164/5, Rosen 1H3, Algtfr 57/h, Br. Mus. 491, 1082/4, 
gedr. Bombay 18H3, Lucknow 1887, Kazan 1890. Olossen: a) v. 'Abd- 
algafür al LAr! f 912/1506. Berl. 6577;8,. Leid 188 (w.. a. Hdss. aufg.), 
gedr. Opel 1253, Kazan 18HK; dazu Superglowen v. as äijalkutl, Ind. 
Off. 980/1. b) V. IbrAhlm b. M. al Ma'mftnl f 107» 166s. B(-rl. 6579, Leid. 
189, Pari» 4187, (Autograph a. d. .1. 1012;i6(i3), dazu SuperKl. v. Mmja- 
rlral verf. 1080/1609, Berl. 6580, v. Knilr Celebt ib. *1. «•) v. Samsaddhi 
M. KühitttAnI, verf. 952 1545, Ind. Ott'. 1040,4- d) Hf.HhiJa i luajat ulUh 
Ma'nif bi Akhund Sliaikh bar 8harh i Mulla Janii Lucknow 1883. 
e) y. Muharram gedr. Cpel 1287 (Kutiug 1356). f) v. WrtAnmddln al 
iHfarA'ini f 943/1536 Opel 1235, Oalt:utta 1233, Lurknow 1265, 1282, 
Kazan 1307, dazu Super^losnen v. M. Amin al Usku<lAri OB V, 1192. 
g) V. M. b. Muharram at TekkAni, Havn. 1H3, (= eV). 14 andre 
OlosHen Ahlw. 6583. 14. v. IbrAhini b. M. b 'ArabsAli 'iHAmaddSn al 
iHfarA'inl f 943/1536, Berl. (>584;5, Esour.' 17, gedr. C^cl 12r>6, dazu 
Glossen: a) v. as Safawi f 955/1548, Berl. 65H(». b) v. ad DauwAnt X. 
Jahrh. Goth. 258 (wo andre lidss. aufgcz.), dazu Supcrglossen v. at Tau- 
qAti Kscur.* 184(V). v) anon. Pet. 170. 15. v. Mahmfid b. FMhem ca. 
900/1494, Berl. 6.587, dazu (ihMson v. 'Izzeddin al Mahdi b. al Haqq) 
ca. 1010/1601, Berl. 6588. 16. v. as 8ftdi f ca. 1(KM),1591, Pet. 172. 
17. v. HAlid al Azlian, verf. 1040.1630, Berl. 6.590. 18. v. M. Taql b. 
Hasan verf. 1275/1858, Berl. 6591. 19. v. M. b. 'Izzaddln Mufti, Ind. 
Off. 930. 20. V. äamHaddin b. 'Omar ZAwuli DaulatAbAdl, vorbcHserte 
Ausgabe eines anon. Oomt., Ind. Oft'. 937, Pet. 175. 21. v. M. 'Ismat- 
addin Mahmftd, Pet. 167. 22. Nagraaddln SaMd, Ksour.* 87. 23. v. Saf« 
gedr. Dehii 1888. 24. v. Nagmaddtn ar RidA* Paris 4036. 25. v. JAsuf 



b. A. .in y iiümi ii ^JJ*: l^. \ ». Minir %. i iiu> n «1/*,»-«. ^? •. 
RoJinttiiitiii \ i ».I "*' i'ii 1^ i t'Kc: •!. ^k>««. ^ ' H. >. V^iu^rs '• k 
*Ali ib -fifi' i*.y. '.t.ii..!.tii*v Hl- M i>* *:*-♦. Mi. ühui. t. i. l! ''*.<• » 

'9:!. *!>!•, «JTtri. j«i 1 '4 i.T- I. r: *. Ltftn. '"»«i. V.;^»:** 'i" »Ö. K i.>.^'t,4 

BinnTi r »ht ^-j-j. ?.i-w :iv.5. e-5. i»):i. fc.-*--!- ■ r * *^ ijlv* «,i'Miv.-wa ^ 
trn/ija bWi'- T *-- ' . 'ii-:. t ^ X 7. v^iki.- jJ H»:^);» Hik-». V. i. 

Ef«ii«tT a\ \ztTi' . ■' ri ir^i. trwi. «..t» 7 >^ *<»**. i^*-. «-i «■.'.>. k 

Abdo. B-A"'.-».':i :z .. T* t ?" • ■ i»» ■• # t •* lai \^'f ^ b\ :i. \^ >Ia>. 
•W3. »^«i. Ha:..'-: " '■• < *• iv ir^"i:>iAr. ^.. ' Ii. v .it vx« «. iV.v 

I!i«# jwm 4. H'«'«. *x"i:-:.», CfJ»^. 1'a1v;iHji l'<»'.\ \'i*^'t InV. v'a^u^v>\« 
I^.'?5 uTi»l *■ r*: ■ :: i"'. nimtMi:.trxv l. ^. KjiwUasUUu .■•l V!«WtAt»AvH f 
«JW> 12«»7. Brri. -*"i. K>vjr.- !:»^. Uul \>tf. 5i>Äi;, <tslr. luvWu«'>ik i^^^- 
S. \. al Ha«ap. i'. M. .«n Nl-Ä»'\ri *a. TUMSIO. IWrl f»M»i :i ^ \ Kuku 
aildin hI A-t.r;il.Ä._li t 71S|S|:« »7»\ TlT M, \Wv\. ti«;*M» \\% U* 
4. «. A. h. ,i\ H.'Miin aI (iAribAnl) t Tlt^ V^^''* Horl ^t*OM^ U\^\\\ M^ 
(wo Äiiilri- H«l-». HUfi:f/..», iTtMlr. rahutU i:?til\ l.rthoiv lÜOI. ^ \ 'VM 
alUh h. Xu.ir.'kar t 77« 1M74, B»»rl. tii407 N IVl. Kom*u IHO i.\ VI^'im 
1'^, turk. rt'bers.. Bcrl. HlU»t«. ti. <ur /^7>iiiyii \. i^wr»* Si»Au »l(\«»ul rii. 
N6^146;<, Borl. titilM. 7. v. /rtkarijÄ m1 AnnArl | ^^i?^i l.»VO. iSui-» lOi.if 
». V. LutfHllAh l>. M. b. h1 (fijAt, hui. Otf. «»M. ;». \. Aln^ tiuiirn SuMil 
b. Mas'ud al MarrAkosi H«i SiuihAiri, FNoiir ' '.M), \0 \. \lM^ '1 IltH'aii 
*A11 al Kih'mi Ksour.' S«?,. 11. surh >iin'iihnl im uh i<\ Siif(hi \ " VUil 
alqädir al BajVdAd! f KMKi niSL\ 1.i*hI. WKV). \ riHitiiiiMunK Ht IUI 
KegezversoH v. al Mawaliihi f linM7n7 iiiil roiiil., Hnl itiill 
9 Comt. und 01oss<>ii, 4 Vi>i>it)riorun^ttii, Aiilw. litirj. 

111. A*. ai onn/Sfiti til f'/tiiil fi *Hin ul liniii . Mi«trik. \}{\. rinNluK, 
Darst. d. ar. \\>r:«k. ]>. ü.ini': Lrid. 27:i, IIimI. 7ILMI, Itudl. I P.MIV,, (liidn ) 
36^. C*(Miinu>ntaro: I. v. h. WAhü (laiiiAliiddhi { nti7 l'iu;, l'niin iku\. 

2. V. M. l). abi *1 Maht'iHiii al Taihl ca. 71.11:11'), I I. 'J7ri :i v I» nl 

Asnawi f 772,1:170, Ktrur.' IH»,. I. aiKni., nidir auMnUnlirli, i.nid 2/-I 
-- f) andere ('omt. Alilw. 712<>. IV. /// tnntiii Dikliilr 11. /w I /mim 
Qor*An in Dtimankii^ <il7 1220, Kain» (ii:i, (M.'>, niu, not), (IM, ttio und 
Daniankus (121,1224. 2. zu .Mutinialdd u. 11. Oicldnni DiiiiiHAkuA HIV 'Jt\, 
Kairo 012 121.'), :i. ülnr fiU^enH-in«' Kra^iii Kaim ilO'.t, 'In, '11, 'H, 'Hl, 

'; Im f'tit. irrti'iiiilicli mit dem tSaw&liitl<'«Mfit. di'nm'llM'ii Autor« /u 
1, .') id<'ritili«-ii-rt, syi\. Muliilihi 11, 4.'»2,«. 



a()6 2. Buch. 2. Abschnitt. 

DamaKkus 017 — i), 4. zu ^i'Ueneiif int»reH8anton Frftgen Kairo 61H, I>a- 
mankuH 617,8, H2(), Ji^riiMuleni (>2Ü, 5. xuni HadU Damaiikus 017— 2U, '4, 
*b. 6. zu Streitfragen aber lau, Herl. m>18, Wien 386, PariM 4392, Kairo 
IV 24 (nr. 3. allein). V. dcn^l. 1. zu einigen Stellen de» Qor*än8 und 
ZamahHarrM MufaHHal in Kairo und DamaBkuH 610—24, PariH 4Hll2a, 
2. zu den Vrrsen in dein Werke ma'äui ul tforViu ib. 4, vgl. de Sacy 
Anth. ^rainin. p. 454, 3. zu seinem verlorenen Werke muqüddima ft 
*u uahir ib.«'). W. al quHvla al mHivaSHaha bil asntfV al mu^innata oder 
alf/. (t ^hnu\ninatjil us sanuVijc Tiber die Nomina männlieher Form und 
weiblirlun (JosrhlethtH, Wien 177«4, 1805,, Ind. Off. 982, Kairo VI 76, 
VII r>76. VII. r. /? V *usr ftber die Formen der Wörter „erntes* und 
,letzt(>>*' in Verbindun^^ mit „Zebntel'' Herl. 6804. VIII. muniahVH 
suVil wal umal /? 'ilmai al usnl ivaf garlaf, llandburb de« ni&lik. Rcvhta, 
Berl. 4374, Kif. 43, Br. Mu«. 125, 130, 768, Parin 817, Alper 965. Auh- 
zup diiruuH V. Verf. muhtasur al muniahä (»dor gamV al nmmahdi 
w<m1 vs den InbHlt der 7 niAlikit. Urundbiu-licr in sich vereinigt, vgl. 
I»ern»n Description d«- I' Al^n'>rie X p. XII ff., Br. Mus. 226, Ind. Off. 
29h, Kairo III 159, Al^^er 1074- 6. Commentiire 1) v. al Hasan b. JÜHuf 
b. 'All al Hilli t 72(ll32(i, Br. .Mus. Suppl. 262. 2) v. Ms& al MnklUtt 
t 743 1342, Kairo IM 16.s. 3) v. 'Adu<laddiu 'AbdarrahmÄn b. A. al 
\^\ t 756 13:>5, B.il. 4:i75, Paris HOl, Br. Mus. 160.5, Ind. Off. 299—301, 
Alfter 9i;r»7, .leni 334.".; dazu (ilossen a) v. at Taftaz&ni f 791,1389 
Berl. 4:t7«i, Wien 1773, lud. Olf. :i02 — 4, Aljc«'"' 9r.^, b) v. ul (iurgani 
t 816 1413, Bi«rl. 4377, Ind. Dil. 305 9, dazu Supergl. a. d. J. 1014 1605 
Ootli. 104H, e) V. Mi'isaj;nui f 994 15S6, Paris 2391, lud. Off. 310,1. 4. v. 
M. b. '.Vbdassaläni b. .lüsuf al llauwari (<ali'r al (iawadi'!') ea. 700.1300 
Berl. 4507. 5. v. Ibruhim b. "Ali b. M. Farhiin al Ja'muri + 799 1396 Br. 
Mus. S72,. 6. V. .M. b. 'Abdassalam b. Isliaq al Ihnawi, verf. 799/1396 
(Uli 3623 falsrli f 749,,134fS). Alfter 108.5, Kain» III 107. 7. v. IJalU b. 
U\\lu\ Br. .Mus. 125, i:<0, 13«, Al^nr 1077 -S4, dazu Glossen v. M. al 
La(|ani Br. Mus. 241. 8. v. .lalija b. Mum'i b. 'Omar ar Kaliüni Alger 
9H9. 9. auon. u. tl. T. /// lüHtjih Paris 4549. 10. desgl. frgm. Alger 
losr, 7. 11. di'^j;!. .biogr. Notizfii über alle darin rrwabnten Autoritäten 
Paris 2H».3. 20 auib're ( 'oninM'ntarr Alil>\. 4377. 

\), \\\nhxXxv/M\\ I). '.Vbilahvaliid h. Zjifir h. abi 1 Asba' 
hI '.\(l\v;nii'') al Misri, auch als Dicliter bt*kaniit, starb i. J. 

Fawät I 21»4 (fast nur (ifdirlitproben). 1. /*. lahnr af fahbtr 
Ji 'ihn alhaflV, volUMnlet 640 1242 Kairo IV 214. 2. k. hada'i' al fjor- 
\hi Kairo 1 312. 

M Seine amali 'ald altjaf al mufasstil «-it. IJiz. I 532, M 4(51.. 
■) Daraus sebeinl al C^iira>%ani bei Ahlw. tj'.^ ent>ti>llt zu sein. 



Die nachklartHiHche Periode der arabirichen Litteratur. 307 

10. Amin addin M. b. 'Ali al Mahalli f «73/1274. 

1. *. mi/'fäh al i'rab Alger 185. 2. Ar. iiifä' al 'aHl ft 'Um al 
Ifatil, Metrik, Leid. 276, Köpr. 1331. 3. urguza /» 7 'arüd Leid 277. 
4. Ar. al 'unwän fi ma'ri/et al auzän Kairo IV 195/6. 

11. 'Abdalmun'im b. Sälih b. A. b. M. at Talmi an 
Nahwi stammte au8 Jemen, lebte in Ägypten und starb i. J. 
685/1286. 

Tuhfal al miirib icaturf'af al niuyrib, Erklärung Kvhwieriger 
Qor^änstellen, alter Yer^e und SprQcliwörter Landberg-Brill 194. 

(). Die Philologie in Nordafrika und Sicilien. 

1.- Abu 'AU al Hasan b. Kasi(| al Azdi al Qairawäui 
war i. .1. 390|1()00 (n. a. 370/980) als Sohn eines griechischen 
Sclaven zu al Mahdija oder zu Masila n. a. als Sohn eines 
Goldschmieds zu al Mul.iamfoadija (= Masila) geboren, ^m 
Jahre 40()|1015 kam er nach Qairawän und gewann durch Lob- 
gedichte die (iunst des Fürsten al Mu izz b. Bädis (s. o. p. 2(58). 
Als dieser i. »I. 440/104« auch formell seine längst bestehende 
Unabhäiigigkeit vou/dein fatimidischen Chalifeu in Aegypten 
in Anspruch iialim, fielen auf (iebot seines i^ehnsherrn ara- 
bische Horden aus Ägypten in sein Land ein und zerstörten 
i. J. 443/1051 QairawHu*). Vor diesen Kriegsläuften floh b. R. 
nach Sicilien und liess sich in Mäzar nieder, wo er i. J. 
45(>/10«4, n. a. erst 4()3/1070 gestorben ist. 

J. Hall. l.')7, cod. WctZHt. II 289 fol. 107 v., WüHt. üeHch. 210. 
1. k. al ^umda fi niah(7shi ns si*r ira ddäbihi, Poetik mit einer auH- 
frilirliclien Kinleitun^ über die Dichtkunnt im Allgemeinen, von b. HaldAn 
Prtdeg. (Not. i?t Kxtr. XVIII AM) als bahnbrechend in der Beurteilung 
der neueren Poesie jc«*'eiert, Leid. 292, Br. Mu8. 600, Escur.* 2S5/(>, 
lief. H2H, Al^'er 2X1, vgl. de Saey Anthol. 442, 307, Goldziher Abb. I, 
ir>7 61. 2. (fKradai ad dahab ß naqd aS'är al \irab, Paria 3417 7. 
3. (Icdicbte Ksrur.* 467. 4. Ar. al unmüdag // HiCara" Qairaicdn HH 
7901, rit. .1. HhU. nr. 12 und nonnt ^). 5. k. al (janVib waSiudnd fi *l luya 
cit. Damir! II 140 k. v. *UHfur. 

« 

•) Kouriiel les Berberes II 169, Wü«tenfeld Fatim. 2:i.'), A.Müller 
iHlam I U34. 

*') Von Ahlw. HUHKer an der richtigen Stelle 7434,, auch noch aU 
Lexikon (>) ü«»Hl,^ aufgcfiihrt. 

20* 



308 2. Buih. 2. Abschnitt. 

2. Abu 'I yäsim *Ali b. (la'far b. al Qattä' as ^aWi as 
Sacjali aus dem Hause der Ai;Iabideii war am 10. Safar 
43»|/i). Okt. 1041 in Sicilien geboren. Kr machte seine Studien 
in Spanien und lebte nach seiner Ruckkehr als angesehener 
Dichter und Philoloj^ in seiner Heimat. Als aber die nor- 
mannischen Kinfälle begannen, verliess er die Insel, kam um 
d. J. 500/1 km; nach Ägypten und starb i. J. 515/1 1'21 in 
Fustat. 

.1. Hall. 420, Wüst, (fesrh. 228. 1. k, ul af"äl narh dem Vorbilde 
deh gleichnamif^en Werkes von b. al Qfitija f 3(>7'977 (s. o. p. 151), 
Kssrur.- 57«, Goth. 405. 2. k. aTaywJ al hän\ Metrik, Br. Mii«. Suppl. 
1214 3, Kairo IV 194, Auszug v. Verf.: k. an Safi fi ^iim al qatraff 
HII IV 7H84, Kairo 1. I., ein zweiter Aiiszuf^ vielleicht Leid. 2H5, vgl. 
Kscur.^ 328,, 3H0„ 331. 

^). Abu 'Abdallah M. b. A. b. Hisäm al iiahmi as Sabti 

w 

as Sufi f ca. 570/1174. 

1. k. al mudhal ilä taqwini al lisän wata'lim al bajan Escur.* 99. 
2. hirh maqfturaf b. Dnraid s. o. p. 112,. 3. margaritae iiiHcrtac, Leben 
des I>roi)heteii in 50 Krt]»iteln, Kscur.» 173(t, Wüst. Ge»cb. 265. 

4. Abu lsha(| Ibrahim b. IsnnVil b. A. b. 'Abdallah at 
Taräbulusf al Lujiawi al Mairibi al Ifricp b. al Agdäbi 
starb vor d. J. ()00/12(m. 

JA<|fJt I 131. kifdjrf al uiitfahaf'fiz tra tiihdjcf al mufalaffiz fi 
7 lit(}a al ^irabija. Syiionyinik, Ucrl. 7043 4, t*oth. 423 »)» Leid, 75/6, 
Br. Mus. lOlO.., j^'i'dr. Kairo 12s7, l.UH, in Verse gebracht v. M. b. A. 
1». 'AbdallAh at Taburi (iHniAladdiii f «>94 1294 Wien 88. 

/^ • 

5. *lsa b. 'Abihira/i/ Jalalbaljt al (luzuli al .lazdaktani, 
berberischer Abstannnung, inachte seine Studien in Ägypten, 
lebte luuh seiner Rückkehr in Hij^aja und starb i. .1. ()07|1210 
in Marokko. 

.1. Hall. 48(>. AI mat/athlima al (iiizülije fi '?/ nahwj durch präg- 
nante, oft rätselhafte Klirzo ausgezeichnet, Comt. v.asSalaubmt ("f" 645/1247 
in Sevilla, J. Hall. 471) Ksrnr.- 2, 3n, 190. 

7. Die Philologie in Spanien. 

I. Abu 1 Hasan '.Ali b. Ismail al Mursi b. Sida war 
in Murcia i. ^. o9S 1007 geboren und erwarb sich, obwohl 

') Vgl. meine Habilitationsscbrift b.Cfauzi's Tal<|ih etc. (Breslau lS93) 
TlH'se ;{, nirbt berücksichtif^t von Sevbold WZKM X :i5H. 



Die iiarliklassiM'hi* Periode tlor Hrabisclieii Litti'ratur. l\{)\) 

blind vim (Jeburt, ausgezeichnete philologische Kenntnisse. 
Er starb in Denia i. .1. 4')« I0r>r». 

J. HaH. 422, a<l Dabbi p. 40:) iir. 1205. 1. al k. nl mnUihhuH ft 7 
luya, Wörterbuch in 17 Händen, Kairi) IV 1^7, Bd. 1« wnd 17, Kseur.* 
575. 2. k. al muhkam tcal mithtl ai a^zam desjjl. Hr. Mus. Suppl. 8r>4, 
Kairu iV 1H4, Auszug hulami al muhkam v. M. b. al Uosain al ^Ansi nach 
680.1281, Hr. Muh. 471. 

2. Abu I Hajiuäg Jüsuf b. Sulaimän al A*lani as San- 
tamari war i. »I. 41()''101!) in Santainaria geboren, kam i. J. 
4/^3/1041 nach ("onlova, wo er sich zum (ielehrten aus- 
bildete, uml starb i. .1. 47(>/l(»SH in Sevilla. 

J. Hall. H12. l.Hurh as sii^trtV as .s/V/^/ vcl. Ahlwardt Th«* divann 
p. XVI 11, Dyrot!', Zur Oescliiebt«' d<'r Überlieferung; den Zuhuirdiwans, 
Münehen 1hJ»2, Laiidberj; I*rinn'urs arabes f?*r. II. 2. sttrh sawahid 
Sibawaihi s. «>. p. 102. .'J. k. al hamdsa eit. Iliz, I biVAg, v.u., III UJ.'i.^,,. 

»1 Abu (Jafar .\. b. 'Ab<laraziz b. 'Abilalwali al liatti. 
Dichter und Vhibdoge, erlitt bei der Kinnalime von Valencia 
durch den Cid Campeador i. J. 4><S/U)*)r) den Feuertod. 

Ad nabln ur. 442, Jaqftt l 4HH, Maijq. II 75,"), l)o/y KeeliereheH 
2. ed. II 51, ajip. nr. V. Tadkirvf al alhah brusffl al ansah Kairo 
VII 172. 

4. Abu Hekr 'Äsim b. Aiiub al Bataljusi starb i. .1. 

4;)4/iio;). 

Dozy, Ibn Hadroun p. 1., b. Ht^kuAl nr. iM)(> (Uli IV 7521 t'aUrli 
•|* 11>4), Vandeiilioff 'l'arat'a j». 5, llartniaun Mnw. 240. Sarh as su'ara' 
as siffa s. o. p. 24. 

5. Abu t Tahir M. b. Jusuf b. 'Abdallah as Saracnisti 
b. al Astarkuni starb i. J. r):iS/n4.-i in <'(»rd(»va. 

1. k. al lunsfflsal. i'iber auffällige Ausdrücke in 50 Kapiteln, deren 
jedes mit ein<*ni spraclilidi Hcliwierij^en Vi-rse beginnt, Herl. 7093, Kairo IV 
187. 2. al that/ama as Saraf/nsfijr al luzumijr Herl. M5S8,. 

V 

(). Abu iJekr M. h. *Abdalmalik b. as Sarräg as San- 

» 

tarini (nach Ma(pj. as Santamari) verliess Spanien i. .1. 
515/1121. unj sich nach Ägypten und Jemen zu begeben. 
Spater wirkte er als ^/oranleselehrcr an der Ilauptmomdiee 
in Kairo nnd starb daselbst zwischen 545 uml 55(MI5() 
und 1 155. 



310 2. Burh. 2. Abttohiiitt. 

Ma(|q. I 619. 1. k. fnnbih al albäh ft fadtVH al Vmb Berl. 6523. 
2. Ar. talqih al alhäh fi ^awämil al i*rab ib. 6524. H. k. gairähir al 
ndab wadalifVir ai su'arä* wal kuftäby AuHzug aurt der *umda de» b. 
KaHiq (h. o. p. 307), V KHCur.' 352. 

7. Abu '1 Qäsim M. b. Ibrahim b. Ijaira b. al Mawä'ini 
al Inbili stammte aus Cordova. Nachdem er zwei Jahre im 
Privatdieiiste des StatthalterN von Granada, Abu Sa'id, ge- 
standen, wurde er Secretär des Fürsten von Sevilla, Abu Flafs 
Omar b. al Mu^nin. Zuletzt trat er in die Dienste des AI- 
mohaden Abu Ja'qub Jusuf, der i. J. r)r>8/ll()3 zur Regierung 
kam. Kr starb in Marokko i. J. 5(>4/l KiS. 

Wöst. Oe«ch. 257. k, raihan al afbftb va rajä'an an labäb, verf. 
559 1164 und dem genannten Almohaden sowie Hoinein Hruder Abu 
Hafij gewidmet, ein Adabbuch mit bistor. Zutbaten in 7 marfaba^H Leid. 
474. Die auf die 'Abbädiden bezüglirbe Partie bei Dozy Script, ar. loci 
de AbbadidiK vol. JI. 

H. Abu 1 lja»;t;äii: Jusuf b. M. al Halawi b. as Saiij 
wsir in Malaga ij^eboren und genoss dort den Unterricht des 
b. al Fuliliar. Im Jahn* r>f>2/1 Uifl hörte er in Alexandrieu 
bei a.s Silafi (f r>7()/l ISO). Seine weiteren Schicksale und sein 
Todesjahr sind unbekannt. 

K. all/ bd\ Wörterburh in kihiHtliebor Anordnung, verf. für Meinen 
Sobn 'Abdarriihini Herl. 6965, Lrid. 474, HriU. }h2, Hodl. I 465, Alfter 8, 
Köpr. 12I5^H, jct'dr. BfilAq 1287. 

*). Abu 'Abdallah M. abn I (iais al Andalusi al Ansari 
al Qisti starb i. J. {\'iVyV22\)^) 

K. ^ariid al Andalnsi, Metrik, Herl. 7141 2, (i(»tli. 359/60 (wo a. 
Hdns. auff^ez.), ^edr. ('pel 1262. ('Onini<>ntare 1. v. 'Abdulmubnin al 
Qainarl VllI Jabrb. Herl. 7143/4, (lotb. 361, IVt. 134, Esrur ', 410,, 
411 2 Kairo VIJ 274. 2. v. M. b. al Halil al AlisaM + 1044/1634 Hr. 
Muh. 1398,. ,3. v. M. h. at Tabir b. ubi 'I Qasim al HoHaini f 1083 1672, 
vollendet 1076 1666 Herl. 7145. 4. v. Da^'id b. M. al Karisi Wien 223. 
5. V. M. b. HaUl al MuMtari Pet. 238,. 6. anon. Herl. 7146, Purin 31l.5.'^>,, 
Hodl. 1 1236^. 9 «ndere Comt. Alilw. 7147. 

10. Abu 1 llattab 'Omar b. al Hasan h. Diliia al Kclbi, 
as Sabti al .Andalnsi al Haiansi du n nasabain, so /jdxMiannt, 

') So Kroyt«^. Hiirst. d. ur. Vcrsk. j). 3r» obnc (jiiclbMiiiiipibe; 
Hiclicr sind nur die (Ircn/.wrrte 53s 1143 und SOO 1397. 



Die nachklasdische Periode der arabischen Litteratur. 311 

weil er väterlidierseits von Dihja al Kelbi, mütterlicher- 
seits von Kosjiin h. 'Ali abstammte, war i. J. 544/1149, 
n. a. 54(J oder *8 in Valencia geboren. Er studierte Tra- 
dition und Philologie in allen grösseren Städten seiner 
Heimat. Nach beendetem Studium wurde er zweimal zum 
Qädi in Denia ernannt, aber schliesslich seines anstdssigen 
Lebenswandels wegen abgesetzt. Kr begab sich nun als 
wandernder Litterat auf Reisen und ging zuerst nach Marokko 
und Bigäja, wo er i. J. 595/111)8 Tra<litionskunde lehrte. 
Von dort trat er die Wallfahrt nach Mekka an und hielt sich 
auf der Durchreise eine Zeit lang in Ägypten auf. Nach 
beendeter Wallfahrt durchzog er Syrien, Mraq, Persien und 
Mäzenderän uinl besuchte die (lelehrten in Haü^dad, Wasit, 
Isfahän und Nisäbur. Im Jahre (504/ 1207 traf er in Arbela 
ein, als gera<le das (leburtsfest des Propheten gefeiert wenleu 
sollte. Das gab ihm (lelegenheit, eine Festschrift zu verfassen, 
die mit einer langen <^isi(le endete und ihm v<in dem Fürsten 
Muzatfaraddiii al Malik al Mu'azzam ein reiches (ieschenk 

• • • 

eintrug: allerdings wird von einigen behauptet, <hiss er die 
Qaside dem b. Mammati (f (JOrwriOJ)) gestohlen habe. Nach 
Agypt**n zurfK-kg^kehrt, wurde er von al Malik al *Aziz mit 
dem rnterri<;lit seines s<*hon erwa<!lisenen Sohnes M., des 
späteren al Malik al Kamil, beauftragt. Als dieser nun i. .1. 
r>15;'l*JIS dfii Tlirnii hesti«»gen hatte, hifit er srintMi tVrilM»n'n 
Lehrer in linliru Khren und erbaut«^ i. ^. <5'J1 \'2'2A für ihn 
die Ilorlischule al Kaniilija; an die.^er lehrte er die Traditimis- 
knnde vom zaliiritischcn Stan<lpunkt aus. Später dhw iiel 
er in Ungnade, wurde abgestützt und starb am 14. Rabi' I, 
iy'MrM). Okt. li>:{:). 

.1. Ilall. 470. Ijutt". Will, 1(>, Mni\i\. I 52."», ^Vil^*t. <Jrsrli. 'M\), 
(fold/ilifr /«hir. IT.')—*!. 1. k. tatifnh af basiVir fi okuhV ninm al kuhai^r, 
nlxT <ii«' NamiMi <h.'s Wrincs, mit lH>fti^c>ii Ausfüllcii ^^r^ni »llr Ktxiiio- 
lojjii'ii von Wriiiiiiuiioii, dir v<iii riiin- ^'riii>ti^cMi odor wolilwoUrndi^ii H«*- 
tnirlituiij; }iiis(;rlnMi ((iold/ilu'r i. l. p. 177), ^owidinrt doni til Malik al 
Kaniil. Lfid. 7'.». 2. k. al muirih m'nt asär ahf al inat}rilß, o\nv Aiitlm- 
Iti^'i.« MM 12247. Ur. .Mus. «i.il. A. L al ajat al haijhial UM | 4!»S, 
Alu'»T 1*<7!». 4. k. al hasä'is ühiT di«» Vorzüj;!' di's IVo|)li4>t4'ii Urrl. 2.'m»7. 



312 2. Buch. 2. Abschnitt. 

5. Gedicht auf den Propheten Pari» BMI,, etwa da» oben erwähnte am 
Bchlusne de» k. at taniar fi manlid as nirüg al muntr (HH 3702) V 

11. lMjäa<ldm M. al Flazraj;^ blühte um d. J. (>r)0/li>52 
(n. a. .starb er i. J. (;26/1228). 

Ar rnmiza an mfija fi ^ilm al ^arCul irdl (jofijtt oder alqa^ida al 
Huzratpja, Lohrjcedicht über Metrik, Berl. 7112 a, Pari» 1077,, Leid. 
27H Jl, Ref. 337, Algier 376, ^ ed. Ph. Ciuadagnoli in Breven ar. ling. innt. 
Romac 1642 p. 286 8<|. (Kommentare 1. v. Abu M Q&sim al Futüh b. 
*Uk b. A. an Sanh&gi ca. 7.50 1349, Goth. 367, Leid. 285. 2. v. Abu U 
QaHim M. b. A. al HaKan'i an Sarif al AndaluHi as Sabti f 760/1359, Berl. 
7114/5, (Joth. 363, Leid. 2K(), Ref. 244, Pari» 4446,, Alger 87^, 235, Kairo 
VJI 284. 3. V. M. ad Damändni f 828.1424, Berl. 7116 7, Leid. 282—4, Br. 
Muh. 1398,, Kscur. * 186., 410^, Alger 236. 4. v. M. b. *Uzadd1n HalU 
b. M. al Bo>4rawi Muhibbaddin ca. 900 1494 Berl. 7119/20, Bodl. 1 1236«. 
5. V. dems. ein gröHKerer Berl. 7121. 6. v. A. b. M. ad Dima»q1 as 
Salih! b. Sukur f ^**>-^ 1488 Berl. 7118. 7. v. SihAbaddin al Balawi, verf. 
908.1502 Paris 4448. 8. v. Zakarijä al AnHari f 926/1520 Berl. 7122.3, 
(ioth. 364 5. Alger 237, dazu anon. (ilossen Goth. 366. 9. v. Abu 'I 
h(n\k' M. b. *Ali b. Halaf al Ahmad) Parirt 4447. 10. v. Badraddin b. 
•Omar Hog b. 'Abdallah al Fetnl ib 4450. 11. v. A. b. "Omar b. M. an 
Naq^wuVi Br. Mu». 511,. 12. v. ad Dalagi Bodl. I 1236^. 13. faqßd 
al aftjdi al imisär ilaiha p fj. al H. (nur Scandierung der Verse) v. 
Abft *l *Abi>Äs A. b. ^All al Mangftri ^Leid. 281. 14. anon. Berl. 7124, 
Pari» 3955^, K«cur. ^ 416, 489,. — 10 Comt Ahlw. 7125. 

V 

12. Sarafaddin Abu 'Abdallah M. b. *Ab<lalläb al Mur8i 
starb i. .1. ()5.*)/1257. 

A(l flaväbit al kultije. flmd tamassH *l haya ilaihi tu in al*arabije 
HH IV 78.58 (ungenau) Berl. 6614'), Grammatik, Lehrbrief darüber an 
verHchiedene Heiner Schüler Berl. LöO^. 

13. Abu '1 Mutarrif A. b. 'Abdallah al Mahzümi 
war i. J. r)S0'1184 in Valencia geboren, studierte Juris- 
prudenz, fühlte sich aber mehr zur Philologie hingezogen. 
Er wanderte später nach Marokko aus, wo er von dem Sultan 
ar Kasid erst zu seinem Sekretär, dann zum Qädi in Salä 
und nacheinander in mehreren Städten, zuletzt in (.'euta er- 
nannt wurde. Dort verlor er bei dem Aufstande der R. Marin 
seine gesamte Habe und wanderte deshalb nach Tunis aus. 

*) AIh ad dawäbif an nahmje fi **7m al 'arabijc noch einmal auf- 
geführt Ahlw. 6844/48. 



Die iiuchkho^isrlio Pcrimle der ariilü>rlien Littt^rAtur olH 

Naclulein er laiigeiv Zeit die yäiHstellen in rriius und (lahes 
verwaltet hatte, berief ihn der llafside al Mustansir biUah I, 
((547 — 7.') 1241>— 77) an seinen Hof, und gewahrte ihm grossen 
Kinfluss auf seine Regierung. Kr starb am :li)^) \}\\ 1 liiüiia 
Hi)Hi;2(K Nov. \'>i'A, 

k. at fatilrth *ftid 7 muffalahi waf faminh ira Itfamrf al ttmtmU 
tnin fnnfjai al i*i'nlal bil burhau al kdji iralba^jdn as sdfi üImt «lio Uo- 
dichte des Imru'iilquiH und des NHbi|Vii ad IJulijAiil F«>ii'iir " 2iK>. 

14. 'Ali b. Musä al Aiulalusi al *Ansi al Mmiidi starb i. •!. 
(>7:|/l-274. 

1. yiimi'^ al inuratjtjisdf al mah-ihdt, poetische Anthologie, Krjjiii. 
Br. Mus. ItJHOj. 2. satliir atj [[ahab SHUinilun^ vt>n (lediehten üher 
Aleheniie Piiris 2t)22, Glossen da/.u, Huonyni ih \'{, von *Ali (*el<'l>l il». '4. 
3. al ijmra at Idli'a /i ntCaia al mi\i sdbi*a Ahlw. 74JUj4. 

15. Al)ü 1 liusain *(>baidalläh b. A. b. abi r Itabi' al 
Qorasi starb i. J. ()SS/l2^<i^ in Sevilla. 

k. al iiudahhas fVn nafitr Conipendiuni der Syntax Ks<'ur. ' IIU. 
Vjcl. HarnaiHag. deschiehte seiner Lehrer und seiner Studien, von einem 
Heiner Schiller Wr. iMus. Suppl. <»♦>."). 

4. Kapitel: Die (iescIiicIitscIimbniiK- 

1. Kinzelbioj^raphiiMi '^). 

Die arabis»:he (leschiclitsclircibunj; liattt», wie wir (u. p. 
139) sahen, schon in ihrer ersten Kntwicklunf^ bedeutende 
Anregung von persisrher Seitt^ empfangt*n. In dfr nach- 
klassisehen Zeit verdankte die arabische Litteratur eiin^i neuen 
und bedeutsamen Zweig gleiidifalls dem irani.srhen <ii*iste. 
Es ist das die in |)omphaftenu meist durch Kndrüinn* ge- 
schmurktem und mit entle<renen Wendungen prunkendem Stil 
abgefas.ste Biographie einzelner llerr.scher. hiese meist /u 
Lebzeiten ihn*r Helden verfassten Werke sind natürlich durch- 
weg in panegyrischem Sinne gehalten und daher von der 
kriti.«5chen Forschung nur mit Vorsicht zu beiuitzen; aber «ie 
schildern namentlirh die inneren Verhältnisse d»T .»»eit dem 

') So MMq<{.: jr«;naiier am \\i\ tXcun .•- war ein Fn-itajf. 
*» ni«r l'fi«.;rraphi«fn de- |'roph«'t«-n H<;rden »ir irn Kftpitel lil#er lUf, 
Tradition lM-hMrid*rln 



:^14 2. Buch. 2. AlMobnitt. 

Zerfalle <les (Mialifats auftreteudeii , kleineren Staaten aus 
persönlicher Anschauung und ergänzen uns die Berichte der 
umfasHenderen (lenchichts werke. 

l. Das erste derartige Ituch entstan<l auf iranisclieni 
Boden seihst, <lie Biographie des türkischen Sultans Mahmud 
von (jazna. Ihr Verfasser Abu Nasr M. al *(>tbi aus einer 
vornehmen Familie arabischer Nationalität hatte unter Sehuk- 
tekin und seinem Sohne Mahmud die Laufbahn eines höhereu 
Verwaltungsbeamten gemacht und bekleidete zuletzt die Stelle 
eines Postmeisters in (lanii: Kustäq. Kr starb i. J. 4'27/IOH(i. 

Wfist. (Ie8ch. 174. Alk. al Jemintj Ge^chicbte den Jemlnaddaula 
Mahmud al Üaznawi f 421/1030; das Buch »chlietfst aber Hchon 409/1018 
mit einer Lobrede auf den damaln verstorbenen Bruder det« Sult&nH, 
Nasr, und es Hchcint, als wenn al 'Otbt das Werk dem Sultan so über- 
Handt habe, um ihn von einer Intrigue in Kenntnis zu setzen; er be- 
klagt sieh in einem Anhange darCiber, dnss er von einem gewissen AbA 
*1 Hasan al Bagaw) aus seiner Stelle verdrüngt sei. Herl. U807 — 9, 
Münrh. 423, Wien 947, Leid. K41/2, Hr. Mus. 311, Supjd. 548, Ind. Off. 
701, Paris 18945, Pet. A. M. 157, Konen 34, Jen! S30; ed. Mawhiwi 
MamKik und A. Sprenger (lith.) Dehli 1847, Hamiduddin Labore 1HK8; 
vgl. Th. Nöldeke, Über das KitAb Jamini SBWA 1857 Bd. 23. p. 15 ff., 
Klliot-Dowson llistorv of India II 14 ff. (-omnientare 1. al fath al irahbi 
*aln fa'nh alA Xasr al *()tb1 v. A. b. *All b. 'Omar ad Diniasqi al 
Manlni, verf. 1144— 7 ; 1731 -34, Wien 948, Pet. Hosen 35, gedr. Kairo 
1286. 2. basafin al Jndala v. Mahmud b. 'Omar an Nagäti an Nisabürl 
NO 3357, Jeni 859/60. 3. v. *.\n b. Muslih as Saiii'ani, al Kirniani, Aus- 
zug Hr. Mus. Öuppl. 549. Pers. (Mmth. 1. v. AbA s Saraf Nasih b. Zafar 
al OarbAdÄkanl verf. 582 1186, WIimi 949.50 Br. Mus. pers. 1 157, vgl. 
de Sarv Not. et Extr. IV .325. 2. wörtlicher v. M. KarAmat *Ali Berl. 
441, Hr. Mus. pers. 111 900, JAS Hengal XXIII 1855 p. 239 nr. «H. 
Kngl. Transl. by .1. Reynolds London 1858. 

'2. hl Vonlerasieu war es besoiidiu-s <lie kraftvolle INm- 
söiilichkeit Sali\l.iati<liiis, <lie zu bio«;rai»bis(]ien Werken Aiihujs 
gab. Schon sein Zeitgenosse M. b. M. 'linadaddin al kätib 
al Isfahäni wandte sieb dit^ser .Vufgabe zn. Kr war i. .1. 
^}\\)\W1') zu Isfaban geboren und maelite seine Studien an 
<b'! Nizinnija zu Hag<la<l. Sein (iönner, der Wezir i). Ilubaira, 
verftiebiilVte iliin einen gut besoldeten P(»stt»n in der V«Twaltung 
erst zu liasrn, dann zu Wasit. Narli dessen Tode i. .1. 
THiOl !().') verlor er ni<bt nur seim» Stelle, sondern wanderte 



Dil* na^hklH^^i^«^1lo l'criudu dc»r arul»iM'lu>ii Littoratiir. ,*^lf) 

sogar ins <iefüngnis. Kr wurde zwar bald wieder eiitlus8eii, 
doch ging es ihm s<» schlecht ihiss er sich zw«»i Jahre spater 
entschloss. nach Damaskus überzusiedeln. Dort lernte er 
durch Vermittlung des Qädi Kamäladdin l>. as Sahrazuri den 
Nagmaddin b. Aijfib kennen und gewann bahl seine (lunst 
und die Freundschaft seines Sohnes Salähaddin. Der Sultan 
Nuraddin übertrug ihm das Amt eines kätib un<l betraute 
ihn mit einer Gesandtschaft an <ien ('halifen al Mustangid in 
Bagdad. Nachdem er sich dieser Aufgabe zur Zufriedenheit 
des Sultans entle<ligt, übertrug er ihm i. J. r)()7/1171 eine 
Professur an der neuerhauten IlcM-hschule, «lie er ihm zu 
Ehren al Mmä<iija nannte, und machte ihn im Jahre darauf 
zum Präsidenten <les Staatsrats. Aber Nüraddin's Sohn und 
Nachfolger, der i. J. r)(;9/117'^ noch als Knabe auf den Thr<»n 
kam, entsetzte ihn seiner Ämter un<l verbannte ihn vom 
Mofe. Kr wollte nach Haä:däd gehen, erkrankt««! aber unter- 
wegs in Muusil und erfuhr dort,^dass Salähaddin sich der 
Herrschaft in Ägypten bemächtigt habe und s<:hon auf dem 
Wege nach Syrien sei. Kr ging ihm nun bis Malab entgegen 
und gewann, auf ihre alte KnMindschaft gestützt, bald grossen 
KinHuss bei Salähaddin, den er fortan auf allen seinen Zügen 
begleitete. Nach dessen Tcnle abi'r, i. J. r)S^)/lll)3, musste er 
sich ins Privatleben zurürkziehen und wi<lmete den Rest seiner 
Tage litterari.si'hen Arbeiten. !»is fr am 15. liamadan .'»97,' 
'20. Juni 1201 starb. 

.1. Hall. G7«>, IliiMi I iCJf), Wiist.iM'srh. 2s4, .I.M* s. <♦ t. A p. 4H'I. 1. k. nl 
/ir///i al tjuss"/ fi *l /'afh al fjiuhi '), ('«nHjii^t«' d«* la Syri«» i't «l«' ia I'alaoHtiin* 
|iar SMiahcildhi, |»u!»l. |). (■. tU* linudhora^, vul. l t«'xt>' ar. Lowir IHHS. 
2. k. al harn as sa'nn. (irntfliirlitr h<*iin'r Zoit in 7 nd<'ii. IUI I77H- 
Bil. .'') nlM-r (lif .hilin* r)7H— K0 1]s2 K4 nixli. I 7ril ; Auswahl von <fc- 
dirlitcn uiiil StilnrnlMMi Lovil. s*J4. 'i. k. nunral al falra ira 'nnrut nl 
filt'c^ (irsrliirlit«' d<T Si'ljjiMp'ii iiml ilir«T Wi'/.in-, abi;i'kiirzt<* Tlirr- 
sft/uiit; il<'<* w<>itliuitii:i-n, |icr«>is('lii-ii Wi^rkcn von Sarafaililin Anonarwän 
(t .'»:CJ 1 IMT» in srliv*ii|.rii;i.ni Munii'Htil Boill. I r,<;*J, l'ari^ 214.'», Au^zii^ 
vi»n al liiiiHlHri ;•. n. 2^, t. hanihil alffasr irat/aihlal ahl atanr X\\n*T 
ilir l)i<-htrr (1<-» li. .fiilirli, im A iinclilii"-« an di«' jaihiml (nhla/ir iU>?i 
Ta'älll.i i-. n. |,. 2'*4) und ihn- Kort-i-t/nnu'iii l'arif* :i:*2<; :12, lir. .Mnn. .^74, 
Mmh;, L.id II 2n«* sH, n,i. I Miimli. .*Hi.'i. NU :t774. Au-zuu' ' i'al an 

') /ufii Tit.! vrrirl. I.an.ll.iri,' /.I).M<i 4«*, H'.r.. 



HK; 2. Buch. 2. Absolniitt. 

mhah von 'Ali b. M. ar RidäM al Qüstaiitini ar KAiiii f 1039 1 «29 Horl. 
7412/3. :». rill Uodicht (Jt.tii. 26 fol. 136b»). 

3. Abu 'I Maliasin Jüsuf h. Rafi' b. Saddäd ßahä'addin 
al Haiabi war am 1(K Kaniadän h'^\)X). März 1145 in Mausil 
gt*büreii. Nachdem er seine Studien in »einer Vaterstadt be- 
endet, ging er nach Bagdad und erhielt die Stelle eines 
Repetenten an der Ni/amija. Im Jahre r>()9,'117;^ (?) wurde 
er Professor an der Hochschule in Mausil. Auf der Rückkehr 
von der Pilgerfahrt kam er i. .1. 584/1 1S8 nach Damaskus 
und erhielt von Salahaddin die Ämter des Qädi al *Askar 
und A^i^ (/ädi von Jerusalem. Nach dessen Tode ging er zu 
seinem Sohne al Malik a/ Zahir nach Halab und erhielt das 
Richteramt, das er auch unter seinem Nachfolger al Malik 
al *A/iz behielt. Aus seiner reichen Einnahme stiftete er 
daselbst zwei ll()chs«*hulen. Als al *Aziz i. J. 52t)/1281 der 

') llifi- möge aurh al Qiiiji al F&dil 'Abdarrahim b. *A1! b. M. 
al Lalim'i al *AK(}alatit al Hainani genannt sein, der Freund des Mm&d, 
der /war nicht »olbst als Historiker auftrat, dessen litterarischer Nach- 
lass aber uns vorzugsweise als Dokument fiir die (iesehichte seiner 
Zeit interessiert, (ieboren am 15. (Jum(ldft 11 529 3. Apr. 1135 als 
8ohn des QAdi von Askalon, begann er seine Laufbahn im IMw&n al 
ins^' zu Kairt» und wurde dann Sekretär beim Q&di von Alexandrien. 
Von dem fatimidischen Chalifen az ZAtir wurde er zum Staatssekretär 

• • • 

befördert und behielt dies Amt auch unter dessen Nachfolgern. Da er 
re<'htzeitig zu Salahaddin überging, blieb er auf seinem Posten und 
wurde während des syrisclieii Feldzugs sogar Statthalter in Ägypten. 
In Damaskus, das er zuweilen, um Keehenschaft abzulegen, besuchte, 
lernte er den 'Iniad kennen und unterhielt mit ihm einen lebhaften 
Briefwechsel. Kr starb i. J. 59« 1 D>0. J. Hall. ^84, H.')7, Wüst, üeseh. 
27S, Ma<ir. Ilitat II HB»;, llusn I 325, Hist. or. des Crois. 1 Introd. LVi, JAP 
s. W t. :i |). \W.\. Seine Biographie u. d. T. k. nddurr an nuzim /i auHaf al 
fjdfli Wbdarrahhti schrieb der QAdi Muhjladdin 'Abdallah b. 'Abdazz&hir 
(s. u. nr. S) Maqr. Ijitat 11 79;,. — Aus seinen amtlichen Berichten und 
seiner Privatkorrespondenz mit *lmädad<lin ist uns eine Auswahl sti- 
listischer Musterstücke, Münch^ 402, Br. Mus. 778/9, erhalten, einzelne 
Stücke aus seinen Sendschreiben Berl. H612, Auswahl aus seinem Brief- 
Wechsel mit 'Abdallah b. *Ali b. M. al (ia*fari Br. Mus. 1540, eine andre 
Sanimhing ib 1541, sein Briefwechsel mit Us&ma b. Munqid (s. u. nr. 9) 
aus Anlass von dessen Buch k, al *asä aus der Ilarida des Mm&daddin 
bei Derenbourg, Nouv. niel. or. p. 147—52. Kiue Art Tagebuch von 
ihm (ai maiayaddiddl) citiert Maqr. Hitat I 269iq, ,,, 281^, H 104«. 



Die iiaclikhis^isvliL' Periode der araWischen Litteratiir. 317 

Regierung entsagte? , verlor er seinen Kinfluss und lebte bis 
zu seinem Tode (582/1 2H4 als einfacher Privatmann. 

J. HaH. 813, AbuH'. IV 408, Wüst. GeMoh. 318. l. k. an vanndir 
an Hultnmja iral tnahäsin al Jfisufija Berl. 9812, Leyd. 820, Br. Mus. 
1630. Vita et res fs^estae Saladini auciore Bohadino f. Sjcddadi ed. A. 
SchultenH Lugd. Bat. 1732, 1755, v^l. de Slane Hist. des crois., liitro- 
duction p. 45. C. II. Conder, Tlie life of Saladin by Beha ad Din rom- 
pared with the original Arabir and annotated with a preface by Ch. 
Wilson London* 1897. 2. fa'nh Halah Pot. A. M. 203. 3. daliVil al 
ahkäm, Grundlagen der Jurisprudenz mit Angabe der Traditionen, 
Paris 736. 4. malya al hukkdm *inda Htlban al ahkam Kairo 111 
2nilS. 5. Vorlesungen über Hadit, die er in Kairo hielt, als er dort 
i. J. 629/1231 als Gesandter weilte, Bodl. I 117^ vgl. II 569. 

V 

4. Sihäbaddin Abu 1 QAsim 'Abdarral.iman b. Ismail 
Abu SiimaM war am 2:1 Rah? 11 r}\){)l\i) Jan. 1203 in Damas- 
kus geboren. Kr studierte Philologie und «hirisprndtMiz in 
seiner Vaterstadt und in Alexandria. Nach seiner Heimkehr 
ruckte er durch einige untergeordnete Stellen /u einer Pro- 
fessur an der Medrese ar Uuknija auf. Am 11). Kamadän 
f>(ir)/Kl Juni 12fiH wurde er von einem, durrh den Venlarht 
eines Verbrechens gegen ihn aufgeregten Pcibeihaufen er- 
mordet. 

Fawat I 252, Huff. XIX 10, Maqr. I 4«, Orientalia 11 253, Wust: 
Oeiioh. 349. 1. k. ar randatain f'i ahbdr ad daulatahi Oesrhicht«* «ler 
Hultftne Nuraddin und Salahaddin, Berl. imi2, iMünrli. 404, Wien Siis, 
Leyd. 819, Br. Mus. 313, 1228, Paris 1700/1, Bodl. I 7-15, gedr. Kairo 
12878, 1292, 2 Bde., vgl. Fleischer SB Sacli». GW 1859 Ud. 11 S. 141!*. 
Arab. Quellenbeiträge zur OeBchiehte der Kreuz/.üge übers, u. Iisg. v. 
K. P. Goergens und R. Röhricht, Bd. I Zur (iesrh. Sa]i\haddin*s Brrl. 
1879. Auszug "ujün arr. v. HalU b. Kaikaldi al 'AlAM f '*^^^ ••*<»<> Br. 
Mus. Suppl. 554 (Autograph). 2. dail ar randatahi iiber die Jahr«» 
591 665/1195 1266 Berl. 9813 4, Havn. 156, Br. Mus. Suppl. :>55 56, 
vgl. Wahl, Neue arab. Anthologie p. 208. 3. narh sah* f/a^tVid as Sahjhri 
fi madh an naht Paris 3142, verf. 642/1244. 4. sarh al Unrda (s. o. p. 264) 
Miinch. 547. 5. ibrdz al nin'dni fi iiarh hirz al amdni (<i. i. die SAtibije) 
H. u. C'ap. VN I 2, 11, 4. 6. eine Qaslde in 40 Versen, in der er ftber 
seine traurige und stürmische Gemütsart und Verstimmung klagt und 
seinen Lehrer 'Alnmaddin as Sahilwi ("f* 643 1245) um Kat bittet, Herl. 
103 = 7772. 

') I>er Mann mit dem Muttermal. 



818 2. Buch. 2. Abschnitt. 

* 

5. Abu I Maliäsiii M. b. Nasrallah Sarafaddiii al Ansäri 
b. *Unain war am \). Sabän 549/20. Okt. 1154 in Damaskus 
geboren. Scheu in jungen Jahren zeichnete er sich als 
Dichter aus, wurde aber seiner beissenden Satiren wegen von 
aSalähaddin aus seiner Vaterstadt verbannt. Kr kam nach 
langer Wanderung über Persien und hulien nach Jemen, das 
damals unter <ler Herrschaft des al Malik al *A/iz, Bruders 
des Salähaddin, stand. Nachdem er sich hier eine Zeit lang 
aufgehalten, ging er (iber Hi^az nach Kairo und kehrte nach 
Salähaddins 'Hxle nach Damaskus zurück. Dessen Nachfolger 
verlieh ihm den Titel eines Wezir und betraute ihn mehr- 
mals mit diplomatischen Missionen. Kr starb in seiner Vater- 
8ta<lt am 22. Kabi' II, i\:M)il. Jan. 123:i 

.J. IJall. «5ti, WüHt. Oe»*«h. :U7. 1. at tanh al 'Azizi Biojfrftphie 
doH erwähnten al. M. tirAzIz IjH 2257. 2. TrHu<*rgudi<ht auf al Malik 
al Mu'azzam f «24/1227 Berl. 7712. 

(). Sarafa<idin Jahjä b. abi I Qiisim b. Jahja al Ijamzi 
begann im Kabi* I, r>4(;/124«: 

Kine ausführliche' Bio^rtipliio «Ich liiiani al 31ah(li litlln allah Abu 
M IJosain, ^^ch. (;12,'1210, ^'ofallen im Kampfe G-^iH PifiS, Bt^rl. U741. 

7. Kine Biographie des al Malik au Nasir Da'ud b. 
Isil b. abi Hekr^) schrieb einer seiner Söhne u. d. T. 

-1/ fawaid al f/ulijc /i *l fanVid an Xdsinje mit einer Auswahl 
von ihm verfanster Vern- und Prosastürke Br. Muh. Suppl. 5.'>7. 

S. Mulijiaddiu Abu 'I FadI 'Abdallah b. *.\bda/zähir as 
Sa dl starb, 72 Jahre alt, i. J. {\\)±U\)^. 

Kawat I 271, Orient. II 2H5, von HII 85H2 irrij,' unter die Fati- 
niidenherrtichaft jjesetzt, Wüst. 'M\\\. 1. shvl as sulfdit al Malik a: 
Zdhir liaihavH (rg. v. lif)« 7«/12(>0-77) in Versen, Bd. 1 Br. Mu». 
1221^ vt)n Sah* al 'Asqaläni (f 7;J9 1329) in einen ProsHauszu^ ^ehraeht 
inj 7.'U1. 2. al alläf al fia/ijc min as sira an sanfa as sulldntjv al 
malikijc al ASrafijc, (leschiehte des ägyptisehen Sultans al Malik al 

*) (>eb. H03 120H, kam (>24/1227 in Damaskus zur Ke^nerung, wurde 
zwei Jahre spater mit Karak abgefunden, eroberte GH7.12:{0 «lerusalem« 
wurde 047; 1249 von dem ägyptisehen Sultan al Malik as Salih aus Karak 
vertri<?ben, führte seitdem ein Wanderleben und starb am 2«>. (iumada 
I. «5« 1. Juni 12r)S in Damaskus; vgl. Abulfetla Ann. IV, :i3«), H50, 
44S, .SOO. 



Die n«chklH8HiHche PeritMlc der arahirtclien Littcratur. l^\\) 

AHraf (6HU~HH, 12m)^»») Teil IJI, von den H letzten Monaten dett 
Jahre» 690 bi» zum 27. Muharram 691, Münrh. 405 (Autograph), vgl. 
J. Marcel Hiist. de P^^gyptc p. XIV. H. AuHgewAhltc Gedichte Leid. 710. 
4. Maqämc Qber MiHr, den Nil und die Kauda Berl. 8550,. 5. Bio- 
graphie des al Qlidi al Fädil k. o. p. 316. 6. k, nr ruuda al hahija uz 
Ziihira /? hitat al Muizzija al (^Viira, eine der Hauptquellen von 
MaqrIzrH Hitat, v^M. 1 5,^ H '^^^ apu etc. 

9. Ein'ungenaiiiiter Autor schrieb: 

al fadl al nia*hh' min strH an snlfan al malik al maumr Sttif'adilin 
Aln 7 Falk Qalmnnt an Sdlihi (678— 89/1279— 90) Bodl. l 766»). 

10. Im irauisrheii Sprachgebiete, in der eigentlichen 
Heimat der Biographie, fand al 'Otbi nur einen Nachfolger 
in M. b. A. b. *Ali b. A. an Nasawi. Kr war in lioreudiz 
bei Nasa geboren und trat als Sekretilr in die Dienste des 

» 

Sultans (ialaladdin Mankobirti liwari/msah, als dieser nach 
seiner Niederlage am Indus i, .1. (JlS/rj'JP) in seine west- 
lichen Staaten /uruckkchrte, und blieb bis zu seinem Tode 
i. .1. rr2Sll281 bei ihm. Zehn Jahre später i. .1. (J31)/1241 
schrieb er: 

SU'cf tts suliän (iaU'iliiddhi Muhhdt'n-ti ed. (). HoudHs, texte et 
trad. 2 voll. Paris ISOI, lS<)r> (Piihl. de Tecole d. laii^- »r. viv. MIe Herie 
vol. IX, X). S(>in<> I>Hrstelliing int riilii^ und unparteÜHch, die Sprache 
Hehwerfälli^ und oft in4'hr im perrtiKrhen hIh im aral). Ueihte gedacht, 
vgl. Abulf. IV 278, d'OhsKon Hist. d. Mongoln I8:i4 t. 1 p. XVI ff., Wilnt. 
(ieM'h. :<24. 

11. Kin neues (Irrire^), das der Autobiogniphie, führte 
Abu '1 Mu/aftar Lsama b. Mursid Ma^daddin Muaija<l ad 

» 

daula b. Mun<|id in die Litteratur ein. Kr war am 27. (In- 
mada II. 488/2.'). rluni \{)\)h in Saizar geboren, wo seine 
Familie ein kltMues Fürstentum besass. Im .lahre 5:^2/1 l.SS 
wurde i^r von seinem regierenden Oheim Mzzaddin, dem er 
wegen seiner Tapferkeit und seines Khrgeizes gefährlich zu 

^) IUI 7:i42 Hclirriht es mit einem grohen AnaehronismuH d«m Qadi 
al Ftt«lil ul HhIkuiiI f 5Hi; s. o. p. MW n. 1 zu, und Wuntenfeld nimmt 
daher einen zweiten Auti>r f^leirhen Nument« an, deinen Tod er iuH Jahr 
(iilf) ftetzt wenij; walirsehcinlieh. 

') \'\i\. A. Mniler, Inlum II, 21l>. 

') Wenn wir nhHclin von der doch wesentlich anders g^eurteten 
Autohin^raphic 'OniäraV s. u. 4. K. 2. 



:^2J -• 1<"*1». "i- Abschnitt. 

wenleii <lrühte, aus der Heimat verbannt uml ging narli 
Damaskus, wo er bei Sihäbaddin Mahmud b. Ta^almulk Huri 
freundliche Aufnahme fand. Aber i. .1. WWX 144 gehmg es 
einem neuen (Junstling des Mahmud, dem Türken 'rum'au, 
mit Hilfe einiger auf ihn eifersüchtigen I)jimas<ener seine 
Ausweisung durchzusetzen. Kr ginj; nach Ägypten und lebte 
dort anfangs in stiller Zurüc^kgezogenheit, nur «ler Jagd ob- 
liegend. In den Jahren 54r>/lir)() und r)4S/lir):^ aber nahm 
er in Askalon an den Kämpfen gegen die Kreuzfahrer teil. 
Inzwischen waren in Ägypten Verhaltnisse eingetreten, die 
ihn i. J. r)4i)/'ll.*)4 zur Rückkehr nach Damcuskus zwangen. 
Im Jahre 7)bb\\U\() machte er <lie Pilgerfahrt nach Mekka 
u. zw. mit der von Bagdiul ausgehen<len Karawane. Im Jahre 
f)57/lljll'2 luihm er an dem Feldzuge Nüraddins gegen die 
Franken teil, der i. J. 5()()/ll()4 mit der Kinnahme von 
Ijärim endete. Im selben .lahre wanderte er nach Dijilrbekr 
aus uikI fand bei Qara Arslän in llisn Kaifa ein Asvl. In 
die dort verlebte Mussezeit fallen hauptsächlich seine litte- 
rarischen Arbeiten. Im .lahre 'üiVWli berief ihn Salahaddiu, 
dessen (lunst sein Sohn Murhaf sich schon früher erworben 
hatte, an seinen Hof imch Damaskus; aber er fiel nach 
einiger Zeit in Ungnade und musste dort bleiben, als der 
Sultan i. J. r»72'117() seine Hesidenz nach Agy|)ten verlegte. 
Kr starb in Damaskus am IH. Ramadan hM\{\. Nov. IISS. 

• 

1. Ar. til i^fihfir, Autohioj^rapliic, Iik;;. und weitschwtMftg paraphrn- 
«iert V. II. Deronbiturg, Ous^Ama ihn .Moiinkiilh Paris 1886—93, Publ. de 
IVi'ole d. lan^. or. viv. 11«^ «»'rii*, vol. XII; Traduction in Kevue de Tor. 
lat. II 857 — 5t)5 ; der«. KrininoH muHuIinaiieti et clm'titMinoH au 12« siecle, 
opisiMloH tin's de T autubi<»j?raphie d'OusÄiiia: Mrlan^oK Julien Havet 
Paris 1895 p. 305—1«)'). 2. Ä*. dl hadV /f 7 bndV, Srhönlieiten und 
Mangel der poetiselHMi Diktion, Berl. 7277, Kairo IV, 124. Aui^zug^, 
fnnhfuHtfr nnajatldamaf ns .si*r Leid. 293, vgl. ])er«*nbourjj Ousftnia p. 
<591 - 722. 3. A". dl *dHd Leid. 472, vgl. Deronbourg .Melanies orient. 
(1886) p. 116, Ousania p. 499 543. 4. Au8gewAhlt<> (lediehte (ioth. 
2l96j, vgl. l)erenbt»urg Nouv. niel. or. p. 115, OusAma p. 543 — 51. 

') Als Pendant zu diesem Werke ist aus derselben Zeit nur die 
writ klirzere Autobiographie des Polyhistors b. al (iauzi (f 597 s. 
<:ap. 18) zu nennen. 



>«■ 



Die nachklasBiäche Periode der arabisohen Litteratur. 321 

2. Dynastiengeschichte. 

Die auf den Trümmern des Chalifenreiches sich erheben- 
den Dynastien gaben den Gesehich tschreibern einen dank- 
baren Stoff zu monographischen Darstellungen. 

1. Gamäladdin Abu 1 Hasan 'Ali b. Zäfir al Azdi war i. J. 
567/1171 geboren, wurde der Nachfolger seines Vaters als 
Professor an der Medrese al Kämilije in Kairo. Später trat 
er als Wezir in die Dienste des al Malik al Asraf.^) 

Fawät II 51, Wüst. Gesch. 309. 1. k. ad duwal al munqafi'a in 
4 Bden, HH 5142, von denen der letzte die Geschichte der Hamdäniden, 
Sägiden, Tülüniden Ihsiden, Fätimiden und 'Abbäsiden bis zum J. 
622/1225 behandelt, Guth. 1555, Br. Mus. Suppl. 461; die der Sägiden 
hsg. V. Freytag in Lokmani Fabulae Bonn 1823, für die Hamd. vgl. 
ZDMG X 439, für die ägypt. Dynastien Wüstenfelds Statthalter von 
Ägypten und Gesch. der Fätimiden. 2. k. badä*i' al hidäjaj Sammlung 
von Witzen, geistreichen Antworten, Improvisationen u. s. w. Paris 
3514^, Havn. 209, Kairo IV 210, Auszug v. Zainaddln al Halabt Escur.* 
420i. 3. Anhang dazu dail al manäqib an Nurtje, verf. 587 1191, dem 
Sal&hadd!n gewidmet, über die poetischen Vergleiche, Kscur' 425. 

2. Abu 'I Fath b. 'Ali h. al Fath Qawämaddin al Bun- 
däri al Isbahäni schrieb i. J. ()23/122(): 

1. Ziibdat an nu^ra wa nu?ibat al 'nsraj Auszug aus 'Imädaddin^s 
Geschichte der Selgüqen (s. o. p. 315) in einfacherem Stil: Histoire des 
Seldjoucides de P Ir&q publ. p. M. Th. Houtsma. Recueil de texten rel. 
k rhist. des Sei. Bd. 2. Leyde 1889. 2. Arabische Übersetzung des 
Sahnäme von Firdausi, dem Sult&n al Malik al Mu*azzani 'Isft b. *JLdil 
(t 624.1257) gewidmet, Berl. 8440, Escur. » 1656, Bodl. 1 845, II 76H, 
Tunis Bull, de corr. Afr. 1884 p. 27 nr. 93; vgl. Nöldeke, Iran. 
Kationalepos (S.-A. a. d. Iran. Grundriss) p. 77 § 68. — Wüst. Gesch. 312. 

3. Sadraddin Abu M Hasan 'Ali b. as Saijid al hnäni 
as Sahid Abi T Fawäris Näsir b. 'Ali al Husaini schrieb 
unter dem Chalifate des an Näsir lidin alläh (575 — G22 
1180—1225): 



^) Das kann nur Muzaffaraddln Müsa sein, der seit 607 1210 in 
Mesopotamien regierte; er war also nicht Wezir in Halab, wie Wüst, 
auf Grund seiner Titel vermutete. 

^) DrtHs der Verf. in dieser Hds. als Sicilianer bezeichnet wird, be- 
ruht offenbar auf einer Verwechslung mit b. Zafar s. Kap. 5 nr. 4. 

Brockelmann, Arabinch« Litterattirg eschichte. I. 21 



822 -'• Buch. 2. Abschnitt. 

Zubdat at kiwärVi, für die ältere Zeit ein Auszug aus 'Imädaddind 
Oeschichte der Selguqen (s. o. p. 315) bis auf den Tod des Sultans 
Tugril t 500 1194, dann Geschichte der AtÄbeke bis 620 1223, Br. Mus. 
Suppl. 550, vgl. V. Rosen Zapiski I 243 — 52, Houtsnia Recueil II 
p. XXXVI. 

4. Abu 'Abdallah M. b. 'Ali b. IJammAd schrieb um 
d. i, (> 17/ 1220; 

Chronik der nordafrikanischen Dynastie der 'Obaiditen bis zum 
J. 617 1220, Paris 1888, 4614 5, Alger 1588.^, vgl. Cherbonneau JAP 1852 
t. 2 p. 470, 1855 t, 1 p. 159. 

5. Abu M. 'Abdalwäliid b. 'Ali Muhjiaddin at Tamimi 
al Marrakosi war am 8. Rabi" 11, 581/10. Juli 1185 in 
Marokkc) geboren, machte seine Studien in seiner Vaterstadt 
und in Fez, sowie in Spanien, wo er sich v. ()()5 — ()10 und 
wieder Oll — 8 aufhielt. Im Jahre ()13/121() ging er nach 
Ägypten und scheint dies Land, abgesehn von einer Wall- 
fahrt nach Mekka i. J. ()20/1228 nicht wieder verlassen 
zu haben. 

Wüst. 30(*.. k. al mnyih /? uhhdr ahl al majjrib. verf. 621 1224. 
The historv of the Ahnohades, preceded bv a ßketch of the historv of 
Spain from the tinies of the conquest tili the reign of Yusof Ibn- 
Taschifin and of the hirit<)rv of the Alnioravides, bv Abdo-'l-wÄhid el- 
MarrekoHhi ed. by R. P. A. Dozy. Leyden 1847. 2. ftd. 1881. E. Fagnan, 
L'histoire des Almohndes d'apres 'Abd el Wahid Merr&keehi, Rev. afr. 36, 
205, p. 16t) 208, 206 p. 262—88, 207 p. 847—88; 87, 208 p. 22-51, 
209 10 p. 181—246, S.-A. Algor Jourdain 1893. 

(). (iamaladdin M. b. Sälim b. Wäsil war i. J. 004/1207 
geboren und lebte als Lehrer des säfi'itischen Rechts, der 
Philosophie, Mathematik und Astronomie in Hamät. Im 
Jahre ()51)/12()1 wurde er nach Kairo berufen und hielt sich, 
von Sultan Baibars als (lesandter zum König Manfred, Sohn 
Friedrirhs II., nach Sicilien geschickt, längere Zeit an dessen 
Hofe auf.^) Nach seiner Kü<'kkehr wurde er Oberqädi und 
Professor an der Hochschule zn Hamät und starb daselbst 
am 28. Sauwal (>J1T/J). Aug. VlSm. 



V) Er verfasste für ihn einen Abriss der Logik, den er ihm zu 
Ehren al Kmpcrnnjc nannte, nach seiner Rückkehr in den Orient aber 
alrt nuhbai al fikr fi 7 mantitj veröffentlichte, IIH 1305. 



Die narhkla:*5*ische Periode der arabischen Litteratur. 323 

Abulf. V 144, Orient II 295, Wüst. Gesch. 371. 1. k. mujarrig 
al kurnh fi ahhär B. Aijub 3 Bde. HH 12620, Fragmente Paris 1702 3i, 
Fortsetzung bis zum J. 695/1296 von 'Ali b. 'Abdarrahm&n b. A., 
Sekretär und Klienten des al Malik al Muzatfar, Vorgängers des Abü'l 
üdti* in der Herrschaft von llamät, ib. 17032, Auszüge bei Reinaud 
Kxtraits d. bist. ar. (Paris 1822) p. 548, Quatrem^re Mamlouks I 252. Ein 
von den Pariser Handschriften abweichender Auszug v. Qartäi al 4zzi 
al HazandAri, die Jahre 626 -89/1228-90 behandelnd, Goth. 1655, 
vgl. V. Tiesenhausen, Goldene Horde 1 70 5. 2. mrh al maqsad algatil 
libn Hdgib s. o. p. 305. 

7. Badraddin M. b. Hätim al Jamaui al Hamdani 
schrieb um d. J. ()i>4/r295: 

k. (18 simf al galt al iaman fi ahhär al mulük min al Gxizz bil 
Jaman, («eschichte der Aijftbiden und Rasüliden v. 569 — 694/1173—1295, 
dem Todesjahre des al Malik al Muzaffar Abu Mansür Jüsuf, in dessen 
Heer er die Stelle eines Emirs bekleidet hatte, Br. Mus. 1584. 

8. AI Hasan b. M. al Hasani schrieb i. J. 700/1300 
in Kairo: 

Kxplanatio de eo, quod cohaeret cum domino principe, Gesch. der 
Serife von Mekka, Escur. ^ 1689, Wüst. Gesch. 374. 

3. Personalgeschichte. 

Nach dem Vorbilde der Klassenbücher, die aus den Be- 
dürfnissen der Traditionswissenschaft herausgewachsen waren, 
hatte man schon in der vorigen Periode angefangen, die 
Lebensnachrichten über bedeutende Männer auch aus anderen 
Berufszweigen, namentlich über Dichter und Philologen zu 
sammeln. Auch in der nachklassischen Zeit fand diese Litte- 
raturgattung eifrige Pflege. Die hierher gelnirigen Bücher 
sollen im folgenden aufgezählt werden, mit Ausschluss der 
Werke über die Traditionarier, die zweckmässiger beim Hadit 
besprochen werden, s<)wie der über die bedeutenden Männer 
eines ganzen Landes oder einer Stadt, die wir zur Lokal- 
geschichte ziehen. 

1. Abu 1 Hasan Hiläl b. al Muhsin al 'Ijäti (?) as Säbi, 
aus der bekannten Gelehrtenfamilie des Täbit b. Qorra (s. o. 
p. '217) war im Sauwäl d. J. 359/Aug. 969 geboren und trat 
als Kätib in den Staatsdienst. Er nahm später den Islam 
an und starb i. J. 448/105G. 




324 2. Buch. 2. Aböchnitt. 

J. Hall. 756, Wüst. Gesch. 198. 1. k. al a'järi tral amäfil wohl 
= ta^rih al wuzarä* HH I 192; daraus das Leben dreier Wezire des 
Chalifen al Muqtadir bill&h (295 320/908-932) Goth. 1756, vgl. A. v. 
Kremer, Das Einnahmebudget des Abb&sidenreiches v. J. 306, Denkschr. 
d. phil. bist. Cl. d. W. A. Bd. 36 p. 283 362. 2. Fortsetzung der Ge- 
schichte des I&bit b. Sinän (f 365 975) bis zum J. 447 1055 HH 2191, 
Bd. 8 über die Jahre 390—2/1000—2, Br. Mus. 930. 

2. Abu Ishäq Ibrahim b. Jüsiif al Firüzäbädi, geb. 
303/1003, gest. 476/1083. 

Tahaqnt al fuqahä" Jeni 865, Kairo V 80. 

3. Qawäniaddin Ismä'il b. M. al Fadl at Taimi al Häfiz 
al Isbahäni Abu M Qäsim f 535/1140. 

k. sijar as salaf, Biographien von Gefährten Muhammads, T&bi'ün 
und mehreren Heiligen Paris 2012. — 4 Qor'&ncommentare Ahlw. 

4. Zahiraddin Abu '1 Hasan 'Ali b. abi T Qäsim Zaid 
al Baihaqi ca. 500— 570/1 10()— 1174. 

1. Ta'rih hukama al isläm, Nachtrag zu dem mvän al hikma 
des M. b. T&hir b. Bahräm ns Sigazi ca. 370 980, Berl. 10052. 2. pers. 
Gesch. von Baihaq, vollendet am 5. Sauwäl 563 14. Juli 1168 zu Sas- 
tamad, Berl. pers. 535, Br. Mus. pers. Suppl. 89 (vgl. b. Hall, trans. by 
de Slane II 323, HH III 238, VI 443, 510). 

5. Abu 'Ali Israä'il b. al Qäsim jal Bagdädi blühte im 
6. Jahrh. in Granada. 

k. dail ad daily Dichterbiographien, Escur. * 1662. 

H. Abii *Ali b. abi Saraf al Qurtubi schrieb: 

k. al ahäf hh zum J. 615/1218, Escur.» 1727., Wüst. Gesch. 302. 

7. Abu 1 Maäli al Malik al Mansur M. b. 'Omar b. 

V 

Sähansäh b. Aijüb hatte nach dem Tode seines Vaters i. J. 
587/1191 die Regierung von Hamät, Ma'arra, Salämija und den 
umliegenden Gebieten übernommen. Obwohl er fast beständig 
mit den Kreuzfahrern in Fehde lag, Hess er doch an seinem 
Hofe den Wissenschaften eifrige Pflege angedeihem Er starb 
auf seinem Schlosse zu Hamät im Du M qaMa 617/Jan. 1221. 

Abulf. IV 114, 288, Wüst. Gesch. 303. 1. Tabaqät as suara HH 7901, 
Bd. 9, verf. i. J. 602/1205, Leyd. 884, vgl. Weijers spec. crit. p. 13, 
Orient. I 490. 2. k. durar al ädäb iramahäsin dam 7 albäh lief. 225. 



Die nachklassiHche Periode der arabischen Litteratur. 325 

8. Abu T Hasan 'Ali b. Jüsuf b. Ibrahim as Saibäni 
al Qifti Gamäladdin war als Sohn einer vornehmen, aus 
Küfa stammenden Beamtenfamilie i. J. 568/1172 zu Qift in 
Oberägypten geboren. Nach vollendetem Studium lebte er 
in Jerusalem und seit 598/1202 in Haleb; dort übertrug ihm 
gegen seine Neigung i. J. 610/1214 al Malik az Zähir die 
Leitung der Civilverwaltung mit dem Titel al Qädi al Akram 
oder al Wezir al A. Dies Amt legte er, als az Zähir i. J. 
618/1216 gestorben war, sogleich nieder. Aber i. J. 616/121& 
musste er die Geschäfte wieder übernehmen und führte sie 
bis zum J. ()28/1231 und wieder von 633/1236 bis zu seinem 
Tode am 13. Ramadan 646/31. Dez. 1248. Er war ein ex- 
centrischer Bibliomane, der, um seiner Leidenschaft zu fröhnen, 
auf allen Comfort verzichtete. 

Fawät II 96, Jäqiit lY 152, as Safadt ed. FlQgel in Abulfeda Hiat. 
Anteii*!. ed. Fleiöcher p. 233 — 5, Sujütl Husn al muhadara I 319, Wüst. 
Ge8ch. 831, Steinschneider, Polem. u. apol. Literatur (Abh. f. d. K. d^ 
M. 1877) S. 129 nr. 111, Ledere II 193—8. 1. k, iJ^bär al Udama" hVahbär 
al hukama (= raudat «/'M/ama' Joni854), Auszug tabaqät alhukamä% ge- 
wöhnlich kurz /a'rf^a/A. genannt, v.M.b. 'Allb.M.azZauzanI, yerf. 647,1249, 
Berl. 10053/4, Wien 1161/2, Strassb. 30, Münch. 440, Leid. 885.6, Br. Mus. 
1583, Ertcur. » 1773, Rftgib 988, Kairo V 34»), vgL Wenrich p. IV— IX, 
A. Müller, Uas arab. Verzeichnis der aristotelischen Schriften in Morgenl. 
Forsch . (Leipzig 1875) p. 1—32; ders. Über das sogenannte fa'riJ^ 
alhukanuV de» Ibn el-Qifti in Actes du 8« congrfes intern, d. or., sect. I 
fsc. 1. Leyd. 1891 p. 15—36. J. Lippert Ibn al Qifti über den Ursprung 
der Apaturien ZDMG 48 S. 486 — 9. 2. k. ahhar an nahmßn, Auszug v. 
ad Dahabi (f 7481347) Leyd. H76. 3. k. al Muhammadhi min aS Marä* 
wa a»*ärhuni Dichter des Namens M, alphabetisch geordnet nach den 
Namen ihrer Väter, ein opus posthumum, Paris 3335. 

IL Hamid b. A. al Mahalli, ein jemenischer Schriftsteller, 
starb i. J. f)rr2/li>54. 

km al hadaiq al wardije fi dikr dimmet az Zaidije Landberg 
Brill. 261. 

10. Muwaffaqaddin Abu '1 'Abbäs A. b. al Qäsim b. abi 
Usaibi'a as SaMi al Hazragi war i. J. 600/1203 zu Damaskus 
geboren, wo sein Vater Augenarzt war. Er studierte Medizin 

') Die Hds. Paris 2112 soll kein Auszug aus b. al Q., sondern ein 
selbständiges Werk des Z. sein? 



326 2. Buch. 2. Abschnitt. 

in seiner Vaterstadt und am Näsirischen Krankenhause zu 
Kairo ; besondere Anregung verdankte er dem bekannten Arzt 
und Botaniker b. Baitär. Im J. 634/128i) wurde er von Saläh- 
addin an einem neugegründeten Krankenhause zu Kairo an- 
gestellt. Aber schon im Jahre darauf folgte er einem Rufe 
des Emir 'Izzaddin Aidamir b. 'Abdallah nach Sarhad bei 

• V 

f 

Damaskus und starb daselbst im Gumädä I 66<s / Jan. 1270. 

Wüst. Gesch. 850, Leclerc II 187 — 93. k. ^ujnn al anh(V Ji lahaqaf 
al ailbba in zwei Rezensionen, einer v. J. 640/1242 und einer jüngeren 
mit manchen Zusätzen, hsg. v. A. Müller Königsberg 18H4, vgl. dens. 
ZDMG 34, 471, Travaux du VIe congr. intern, d. or. k Leide II p. 268 ff., 
SB phil.-hist. Cl. d. Bayr. Ak. d. W. 1884 p. 857 ff. 

11. Nuraddin Abu T Hasan 'Ali b. Jusuf b. Garir al Lahmi 

• u 

Gal.i/am al Hamdäni, ein Säfi*it aus SaUanauf in Ägypten 
schrieb in Mekka um d. J. ()60/rJ()2: 

k. buhyat al asrär ira madin al anwar, Lebensbeschreibungen 
frommer und heiliger Personen mit einigen Wundergeschichten; den 
Anfang macht 'AbdalqÄdir al Giläni (•{• 561 1165), dessen Biographie die 
Hilirte des Buches einnimmt, HH 1951, Paris 2016 (?), ein Auszug aus 
dem Leben dieses Heiligen, Paris 201 6^, Kef. 11. — Wüst. Gesch. 347. 

1*2. Ibn 'Abdalmalik al Marräkosi blühte im 7. Jahrh. ^) 
in Valencia. 

k. at ,'akniila, ein sehr grosses biographisches Werk 11 H 3525; 
daraus der Buchstabe S'm Escur. * 1677. 

V 

13. Samsaddin Abu '1 *Abbäs A. b. M. b. Ibrahim b. 
Abi Bekr b. Hallikän al Barmaki al Irbili as Säfi'i war am 
Donnerstag 2) "d. 11. Rabi" 11 608/23. Sept. 1211 zu Arbela 
als Sohn eines Professors an der Medrese al Muzaft'arija ge- 
boren, der sein Geschlecht von den Barmekiden herleitete. 
Nachdem er seine ersten Studien in der Heimat gemacht 
hatte, ging er i. J. ()2()/1229 nach Halab, wo er die \;oii b. 
Saddäd (s. o. p. 31()) gestiftete Hochschule bezog. Nach 
dessen Tode i. J. ()32 1234 wandte er sich nach Damaskus. 



*) Nicht im 6. Jahrb.; denn ein Citat aus seinem Werke Maqq. I 
590 betrifft einen i. J. 669 gestorbenen Gelehrten; s. Wüst. 291. 

-) So nach seiner eigenen Angabe in nr. 205, rechnungsmässig 
Dienstag. 



Die naohklassische Periode der arabischen jjitteratur. 327 

Die nächsten Jahre verlebte er abwechselnd dort und in Halab. 
Im J. H3i)/1"238 ging er nach Alexandrien und Kairo. Bald 
darauf übernahm er die Vertretung des Oberqädi Jusuf b. al 
Hasan as Singäri und heiratete i. J. ()50/12r)2. Nachdem er 
einige Jahre litterarisch thätig gewesen war, erhielt er i. J. 
()r)9,'ri()l die einflussreiclie und glänzend dotierte Stelle des 
Obeniadi von Syrien mit dem Wohnsitz in Damaskus. Im 
J. ()(H/12()() wurde sein Einfluss wesentlich geschmälert da- 
durch, dass der Sultan auch für die übrigen drei orthodoxen 
Riten, die bisher der Jurisdiction des einen säfi*itischen Ober- 
qädi unterstellt waren, selbständige höchste Instanzen er- 
nannte, und fünf Jahre später verlor er sein Amt ganz. Er 
übernahm nun eine Professur an der Medrese al Fahrije in 
Kairo und vollendete in sieben Jahren unfreiwilliger Müsse 
sein Ocschichtswerk. I. J. G7()/ri78 wurde er in sein früheres 
Amt wieder eingesetzt. Zu Anfang des J. 671)/128() geriet 
er in den Verdacht, einen Aufstand des Statthalters von 
Damaskus begünstigt zu hab:'n. und brachte einige Wochen 
im (iefängnisse zu; bald darauf aber erhielt er sein Amt 
zurück. Doch schon im Muharram OHO /Mai 1281 wurde er 
abermals entsetzt. Als Professor an der Medrese al Aminije 
endete er am 2f). Ragab (>81/8(). Okt. 1282 sein Leben. 

HuHn I 320, Wü8t. Gesch. 358, de SlaneBiogr. Dict.Introd., Quatremere 
Maralouks 1 2 p. 180 ff., II 21, JAP. s. 9 t. 3 p. 467. k. wajajät^) al 
(Cjäu wa (üibfV abn(V az ztimäti, begonnen in Kairo 654 1256, voUendet 
daseU>8t am 12. Oumftd^ II 672 4. Jan. 1274, nachdem die Arbeit durch 
»eine Vernetzung nach Pamankus unterbrochen gewesen war. Auh- 
gewchlossen von seinem Plane waren die Zeitgenossen des Propheten, 
mit ihnen auch die vier ersten Chalifen, sowie die nächste Generation. 
Er woUte anfangs das Werk noch einmal umarbeiten und erweitern, 
scheint aber diese Absicht schon aufgegeben zu haben, al» er die Arbeit 
zum zweiten Male wieder aufnahm; daher sind die Biographien von 
nr. 817 (bei Wüst.) bis zum Schlüsse weit ausführlicher gehalten al» 
die früheren. Uebrigens zeigt sein Autograph (Br. Mus. 1505, Suppl. 
607, vgl. Cureton JRAS VI 1841 p. 225, Wüstenfeld GGA 1841, 286), 
dass er, wie nicht anders zu erwarten, auch später noch manche Zu- 
sätze machte. Goth. 1725—31, wo andere Hdss. aufgezählt. Ihn Challi- 



') So betitelt, weil grundsätzlich nur solche Leute aufgenommen 
sind, d«»ren Todesjahr feststeht. 



328 2. Buch. 2. Abschnitt. 

kani vitae illuBt. vir. nunc primum arab. ed. F. Wüstenfeld, Göttingen 
1835—43. Vies des hommes illustres de 1' Islamisme en Arabe par 
J. Kh. publ. par M. G. de Slane Paris 1838—42 (nur bis nr. 678). 
J. Kh. biographical dictionary, transl. form, the arabic by M. G. de 
Slane, 4 voll, Paris London 1843—71; gedr. Bül&q 1275, 1299'). Cod. 
Ainstelod. 106 enthält 24 in den übrigen Hdss. fehlende Biographien, 
davon 13 bei Pijnappel Vitae ex. lex. biogr. Ibn ChallicÄnis, quae non 
exstant, nisi in cod. Amstelod. 1845. Pers. Uebers. 1. v. Jüsuf b. A. 
b. M. b. 'Otm&n, vollendet 8951 490 Br. Mus. pers. I 334. 2. v. Kabir 
b. Uwais b. M. al Latifi unter SultÄn Selim (918— 26 / 1512—19) Ouseley 
nr. 376, Kings College 110, Bodl. pers. 361. Auszüge 1. von seinem 
Sohne Müsä (geb. U. Safar 651 13. Apr. 1253 zu Kairo, Wüst. Gesch. 
376), vollendet 752/1351 Ind. Off. 705. 2. von 'Ali b. Ja'qftb al B&riz!, 
vollendet 751,1350 Paris 2060. 3. über Dichter und UdabÄ' v. al 
Hasan b. 'Omar b. Habib al Halabi f 779/1377 Berl. 9860. 4. andre 
Br. Mus. 353,, Bodl. I 2994, II 120, Münch. 436, Escur. ' 1775, Pet. A. 
M. 204 (Lebensbeschreibungen älterer arabischer Dichter *) mit Be- 
nutzung der qaläid al 'iqjän u. a. Werke, vgl. Strandmann, de cod. msto 
vitas veterum poetarum Arabum sub nomine Ibn Challikani exhibente, 
Helsingforsii 1866), Calcutta p. 30 nr. 250, Constantine JAP 1854 II 
j). 435 nr. 12. Fortsetzungen: 1. fali k. wajäjät al a'^jän v. al MuwafTaq 
Fadlalläh b. abi M. Fahr as SaqäM (Wüst. Gesch. 391) über die in 
Ägypten und Syrien während der Jahre 660—715, 717—25/1261—1325 
verstorbenen, Paris 2061. 2. fawäf al wafajät v. M. b. Säkir b. A. al 
Kutubi t 764/1362, 2 Bde., Böl&q 1299. II. Gedichte, (die als massig 
bezeichnet werden) Berl. 778I3. *, Goth. 2196, Faw&t I 55 ff. 

14. Sein Bnider Bahä^addin M. b. M. b. Hallikän, f i. J. 
683/1284 als Qädi von Ba'albekk, schrieb wahrscheinlich: 

k. at ta^nli al akhar ft {ahaqät al 'ulamä* wa^ahbärihirn Bodl. I 
747, Wüst. 359. 

4. Lok alge schichte. 

Die Chroniken einzelner Städte sowohl wie ganzer Länder 
berühren sich vielfach mit der Personalgeschichte, insofern 
die Verfasser ihr Hauptaugenmerk auf die Gelehrten richteten, 
die entweder am Orte selbst lebten, oder auch nur vorüber- 
gehend sich dort aufhielten. 



') Eine Concordanz dieses v'on uns citierten Druckes mit der 
Wüst.schen Ausgabe siehe in der Vorrede. 

^) Von Wüst, als selbständiges Werk aufgeführt. 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 3*29 

A. Bagdad. 

1. Abu Bekr A. b. 'Ali b. Täbit al Hatib al Bagdad! 
war im Gumädä 11 892/1002 in Darzigän, einem grossen 
Dorf auf der Westseite des Tigris unterhalb von Bagdad als Sohn 
eines Predigers geboren. Nachdem er weite Reisen zum 
Zwecke des Traditionsstudiums gemacht hatte ^), Hess er sich 
als Prediger (Hatib) in Bagdad nieder und erwarb sich den 
Ruhm eines der grössten Traditionskenner seiner Zeit. Er 
starb daselbst am 7. Du'lhigga 403/5. Sept. 1071. 

J. HaU. 33, Huff. XIV U, Jftqüt 11 567, Wüst. Gesch. 208, Schaf. 
423. 1. iarih Bagdad, besonders Gelehrtengeschichte, in 14 Bänden 
HH2179, einzelne Bde.: Berl. 9757 (Heft 87)^ Br. Mus. 1281— 4, Suppl. 
655/6, Paris 1228—31, Alger 1006—7, Kairo V 26; vgl. JRAS Bengal* 
vol. 25; G. le Strange, A greek ambassy to Bagdad in 917, transl. from 
the ar. ms. of al Khatib in the Br. Mus. Library, JRAS 1897 p. 35 — 45. 
Auszüge a) v. Massud b. M. b. A. b. Hamid al Bohäri f 491/1098 HH 2179 
Berl. 9850, daraus wieder ein Auszug v. Abft *Ali Jahjä b. *l8& b. Gazla 
+ 493/1100 Br. Mus. 1625. b) anon. Autograph aus dem 14. Jahrh. 
Paris 2132- 2. A*. al kijäja /f marifat upil 'Um ar Hwäja Berl. 1039 
(2. Hälfte), Leid. 1737, Kairo I 244, ausführliche Darlegung der Er- 
fordernisse zu einem Traditionskenner, ein Denkmal seines Eifers für 
die Reinigung des Hadit, vgl. Goldziher M. St. II 183. 3. k. faqßd al 
*^ilm weist nach, dass das Aufschreiben des Hadit durchaus zulässig 
sei, Berl. 1035, vgl. Goldziher 1. 1. II 198 ff. 4. saraf ashäb al hadit 
Berl. 9920 1. 5. al mutanif fakmilef al mxCialif wal muhtalif über 
richtige Schreibung und Aussprache ähnlicher Eigen-, Gentil- und Bei- 
namen, nebst biographischen Angaben, als Ergänzung zum k. almuhialif 
wal müfalif des D&raqutni f 385 995 (s. o. p. 165) Berl. 10157. 6. talhU 
al mulasäbih ji ^rrasm wa hbnäjef mä askala niinhu 'an nawädir 
al fashi/' wal wahm Kairo I 232, Auszug v. *Ali b. Otm&n at Turkomänl 
t 750/1349, Leid. 134. 7. k. al buhaW Br. Mus. SuppL 1132. 

2. Abu Sa'd 'Abdalkarim b. M. b. Mansür at Tamimi 
as Sam'äni war am 21. Sa'bäu 506/11. Febr. 1113 als Sohn 
einer (lelehrtenfamilie in Marw geboren. Er machte zum 



^ Die er in dem Buche ar rahla fi talab al hadU beschrieb, 
HH 10131, vgl. Goldziher M. St. II, 175 ff. 

*) Von Ahlwardt seltsamerweise unter Verkennung des doch sehr 
gewöhnlichen Namens madinef as saldm für Bagdad als eine Chronik 
von Medina aufgeführt. 



330 2. Buch. 2. Abschnitt. 

Studium der Traditionen ausgedehnte Reisen ^) und starb im 
Rabr I 5()2/Jan. Uiu. 

J. HaH. 368, Huff. XYI 12, Abulf. 111 605, Wüst. LüddeV Ztnch. 
I 43 nr. 73, Gesch. 254. 1. Fortsetzung der Geschichte Bagdilds von 
al Hatlb in 15 Bden. HH 2179, Lee 86, Aufzug Leyd. 869, Carabr. 
Palmer 152. 2. ä*. al ansah. Erklärung der Nisben, unter denen be- 
sonders die von iranischen und transoxanischen Ortsnamen tur uns 
von grosser Wichtigkeit sind, weil sie viel durch S. allein erhaltenes, 
historisches und geographisches Material enthalten, mit Angabe der 
beriihmten Personen, die die Nisbe geführt und ihrer Biographien; 
darin wichtiges Material für die centralasiatische Geschichte*); begonnen 
i. J. 550/1155 auf Wunsch des 'Omar b. 'AU al Bast&ml, mit dem er in 
Transoxanien zusammenkam. S Bde. HH 1350, voüständig Köpr. 1010, 
einzelne Teile Br. Mus. 345, 1286, Lee 91, Pet. A. M. 196, AS 2976, 
2980, Jeni U 244, Basir Ag& 445. Auszug al lubäb in 3 Bden., der 
das Grundwerk fast ganz verdrängte, v. 'Izzaddin b. al Atir f 630/1232 
Goth. 418 (Alif-Hä*) Lee 91 (Sin-'Ain), Kairo VI 21, vgl. Specimen el- 
Lobabi s. Genealogiarum Arabura, quas conscriptas ab Abu Sa*d 
Sam*anense abbrev. emend. Ibn el Athir ed. F. Wüstenfeld, Gottingae 1835, 
Auszug Luhh al lubäb /i iahrir alansäb v. as Sujuti (f 911/1505) ed 
P. J. Veth. Leiden 1S30 2. 

8. Abu ^\bdanah M. b. abi 1 Ma'ält Said b. abi Talib 
Jahjä b. ad Diibaiti al Wäsiti as Säfi'i war am '2(y. Ragab 
558 / Juli 1103 in Wäsit geboren, seine Vorfahren stammten 
aus Kauiia in Arrän und waren nach Dubaita bei Wäsit über- 
gesiedelt. Er lebte als Traditionsgelelirter in Bagdad und 
starb daselbst am S. Rabi" II (>37 / 8. Okt. 1239. 

J. Hall. 633, Huff. XVI II 14, Wüst. Gesch. 323. Ergänzung und 
Fortsetzung des fa^nh Bagdad von al Hatlb im Anschluss an as Sam- 
*Ani HH 2179, ein Teil Paris 2133. Auszug v. ad ])a\\iib\ f 748/1347 
Kairo V 145.'') 

H. Damaskus. 

1. Abu 1 Hasan *AIi b. M. b. as Sui;ä* ar Raba*i al 
Mäliki schrieb i. J. 435/1048: 



') Die der hanbalitische Polemiker und Polyhistor b. Gauzt 
(t 597 s. Kap. 18) kleinlicher Weise in Zweifel zog, vgl. b. al Atir XI 
134, Goldziher M. St. II 185. 

'*) Den Hinweis auf die Wichtigkeit dieses Werkes und auf die 
Cpler Hdss. desselben verdanke ich Herrn Geh. Kath Sachau. 

=») b. an XaggAr f 643 1245 s. u. Kap. VI, § 1, nr. 20. 



Die iiachkla.s»is('he Periode der arubisclien Litteratur. 331 

k. al Vlam /i fad(Vil an Sehn wa Dimahi wadikr mä jth'nnä min 
al aUh'äl wal biqrV as sanfa, historische Topographie von D., HH 952, 
9126; Lehrbrief dariiber v. M. b. Tulün f 952;154G Berl. 173,/ Vgl. 
Lemming Commeiit. philo], p. XXYII. Auszug v. Burhftnaddin IbrähSm 
b. TAgaddin *Abdarrahiii&n al Faz&ri f 729 1329 Berl. 0074, Goth. 54^,, 
Tüb. Wetzst. 202. 

2. Abu 1 Qäsim *Ali b. al Hasan b. Hibatalläh Tiqataddin 
b. 'Asäkir as Safi*i war im Mul.iarram 491) / Sept. 1105 in 
Damaskus geboren. Seit d. J. 520/ 1 126 studierte er Traditions- 
wissenschaft an der Nizämija in Bagdad und in den Haupt- 
städten Persiens. Nach seiner Rückkehr wurde er Professor 
an der Medrese an Nurija in Damaskus und starb dort am 
11. Ragab 571/26. Jan. 117(); bei seinem Leichenbegäng- 
nisse war Salähaddin selbst zugegen. 

J. Hall. 414, Hutf. XIV 10. Wüst. Oesch. 207. 1. 7V/ViA madinat 
IHtnasq, Biographien beriihniter Damasceiier und solcher Gelehrten, die 
sich einige Zeit in I). autgehalten, nach dem Vorbilde des ta'nh Baydädf 
mit dem er sich schon in früher Jugend beschäftigt hatte, 80 Bde. HH 
21(H, 221H, voHständig (?) in Cpel HH VII p. 81 nr. .')1H, p. 219, nr. 087, 
einzelne Teile Berl. 9781 Goth. 1775 (wo andre Hdss. aufgez., dazu 
2 Bde. in Landbergs Besitz und Br. Mus. Suppl. 0.^8). Auszüge a) v. 
abü Sama f 00.5 12>.H, ein Teil Berl. 9782. b) etwa ein Viertel des 
Originals v. M. b. al Mukarram al K&tib al AnsAri f 711,1311, Teil 11 
Goth. 1770 (Autograph), Köpr. 1148 51. c) v. b. QAdi Sohba t 851,1447 
Berl. 9783. d) ancm. (»oth. 1777 (Anfang); vgl. ZDPV IV 83, Goldziher 
WZKM IX 359 71. 2. fabjin htdib al muflan /imd nufsiba IIa abi 
7 Jlasati al As'an (s. u. p. 194) Ref. 149, Leyd. 901, Bodl. I 181, 
Escur. ' 1790; Auszug mit Vermehrung der TabaqAt u. d. T. saraf al 
ma/ahir al '^atije p manäqib al a^imme al Asartje v. *AbdallAh b. 
As*ad al Jamani Leyd. 902; vgl, Spitta, Zur Gesch. des Abü T H. al 
As. p. 10 ff. 3. k. al isrdf Ulla ma^rijet al ahdj, Indices zu den 
4 Traditions werken (mit Ausschluss v. Buhäri und Muslim) AS 455,0 
Kairo I 208. 4. k. al arba'hi al bulddnije^ 40 Traditionen, HH 1 397, 
vielleicht Berl. 1400. 5. fabßn al imtinän biVamr bil ihtitdn 
Kairo I 278. 

('. Jerusalem. 

1. AI Qäsim b. 'Asakir, Sohn des eben genannten. 
t 6(M) 1208. 

V 

FadtVil al (^uds was Sdm liegt dem b(Vvi ati un/iis ild zijärat al 
(ffttds al mahriis des b. al Firkah f T29 1329 zu Grunde; vgl. Bd. II, 
1. Ab.-^ch., 1. Kap. i;12, nr. 2, 1. 



332 2. Buch. 2. Abschnitt. 

2. Abu Sa*d 'Abdallah b. al Hasan Nizämaddin b. 'Asäkir, 
geb. 600/1203 in Damaskus, f 645/1247. 

Wüst. Gesch. 330. FadCCil al Maqdin HH 9149, anon. Auszug 
munfahab Ref. 211. 

D. Halab. 

• 

Kamäladdin Abu 1 Qäsim *Omar b. A. b. al 'Adim al 
*Oqaili al Haiabi war am Anfang des Du T Ingge 586 / Jan. 
1191 oder 588/ Jan. 1193 zu Halab geboren, wo seine Vorfahren 
seit fünf Generationen das Amt des Qädi innegehabt hatten. Er 
studierte in seiner Vaterstadt, in Bagdad, Damaskus, Jerusalem, 
Higäz und 'Iräq. Nach seiner Rückkehr trat er als Sekretär in die 
Beamtencarriere ein, wurde Qädi in Halab und endlich Wezir 
bei mehreren Kleinfürsten. Als Halab am 9. Safar 658 / 26. 
Jan. 1260 von den Tataren erobert und zerstört wurde, floh 
er mit al Malik an Näsir von Damaskus nach Ägypten. Als 
Hülägu ihn zum Oberqädi von Syrien ernannte, kehrte 
er auf kurze Zeit dorthin zurück, starb aber schon am 
29. Gumädä I 660/21. April 1262 in Kairo. 

Faw&t II 101, Abulf. IV 634, b. Qutlöbugft 143, Orient. II 248, 
"Wüst. Gesch. 345. 1. k. buyjat at tälib fi fa^iJi Halab, Gelehrten- 
geschichte, alphabetisch in 10 Bden., HH 1877, 2205, einzelne Teile 
Paris 2138, Br. Mus. 1290. Fortsetzungen a) ad dürr al munfahab fi 
td'nli mamlakat Halab von b. Hatib an Nltsirija f 843/1439 Paris 2139 
(Bd. 3), Br. Mus. 436. b) anon. Goth. 1724 (wo a. Hdss. aufgez.) '). 2. zubdat 
al halab fi ta'rih Halab, chronologisch geordneter Auszug aus dem vor- 
hergehenden Werke bis zum J. 641 1243, vor dessen Reinschrift ihn der 
Tod ereilte, Pet. AM 160, Paris 1666. Selecta ex. bist. Halebi ed. G. 
W. Frey tag Lut. Par. 1819; Regnum Saahd-al daulae in oppido Halebi 
ed. G. W. Freytag Bonn 1820. E. Blochet, L'histoire d'Alep de Kam&l- 
addln, vers. frany. d^apres le texte ar. Rev. de Tor. lat. 1896 p. 509 
bis 565, 1897 p. 146—235, 1898 p. 37-107. 3. k. ad daran fi dikr 

m 

ad daran i. J. 610/1213 dem al Malik az ZÄhir GÄzi am Geburtstage 
seines Sohnes al Malik al *Aziz überreicht, NO 3790. 4. k. al wasila 
ilä 7 halnb fi wasf at taijibät wat tib, Anweisung, allerlei Parfüms zu 
bereiten, HH VI 14273, Berl. 5464. 5. 54 Verse zum Lobe der 'A'isa 
Berl. 7766^. 6. Elegie auf den Fall von Halab, frgm. Abulf. 1. 1. 
7. Proben seiner Schreibkunst Pet. 147. 



*) A. V. Kreroer SBWA 1850 I 212 fr., 1851 p. 411 giebt als Verf. 
b. as Sihna (f 885/1480) an, dessen nuzhat an n<iwäzir der Epitomator 
vielmehr seinem Buche zu Grunde gelegt hat; s. Pertsch 1. 1. 



Die iiachkla»iiische Periode der arabischen Litteratur. 333 

E. Dunaisir. 

Der Arzt Abu Hafs *Omar b. abi T 'Abbäs al Hidr b. 
al Lamis b. ad Duzmis at Turki schrieb um 610/ 1233: 

k. hiljet an sanßn min ^awäs^ ad Dunaisarißn über die her- 
vorragenden Männer aus vernchiedenen Fächern der GelehrHamkeit, die 
sich Torübergehend oder dauernd in D. aufhielten; Auszug munta^ab 
V. Verf. Berl. 9851. 

F. Südarabien. 

1. Abu 1 *Abbäs A. b. 'Abdallah b. M. ar Räzi stammte 
aus Sana und lebte noch i. J. 460/10()>S. 

Tä*nh ar Räzij Teil III : Beschreibung von San'ä und Umgegend 
mit Angabe der Legenden und Traditionen, sowie biographischen No- 
tizen über die Gefährten des Propheten u. a. bedeutende Personen, 
die sich dort aufgehalten haben, Paris 1648, Br. Mus. Suppl. 583. 

2. Abu M. 'Omära b. *Ali b. Zaidän Nagmaddin al 
Jamani al Hakami war um d. J. 515/1121 in az ZaräMb ^) 
in Jemen geboren. Seit dem J. 530/1136 studierte er in 
Zabid. Im J. 549/1154 kam er auf der Wallfahrt nach 
Mekka und wurde von dem Emir dieser Stadt als Gesandter 
nach Ägypten geschickt. Er gewann dort die Gunst des 
fätimidischen Chalifen al Falz und seines Wezirs. Im Sauwäl 
550 / Dec. 1155 kehrte er nach Mekka und im Safar 551 / März 
115() nach Zabid zurück. Als er aber im selben Jahre wieder 
zum Hagg nach Mekka kam, wurde er von neuem mit einer 
Gesandtschaft nach Ägypten betraut. Er kam dort im Sa'bän 
552 / Sept. 1157 an und Hess sich nun dauernd dort nieder. 
Als Salähaddin das Land erobert hatte, suchte er anfangs 
auch dessen Gunst durch l^obgedichte zu gewinnen, beteiligte 
sich aber später an einer Verschwörung, um mit Hilfe des 
fränkischen Königs von Jerusalem den Sohn des letzten 
Fätimiden auf den Thron zu hebeu^ Der Plan wurde ver- 
raten und 'Omära mit seinen Complicen am 26. Sa'bän / 2. April 
verhaftet und am 2. Ramadan 569/6. April 1175 erdrosselt^). 



*) So nach Kay Introd. p. XV, nach J. Hall, in der Stadt Martän 
im W&dl WasÄ* in der jemenischen Tih&ma, 11 Tagereisen südl. v. Mekka 
(Wüst, nicht ganz genau). 

^ Gekreuzigt nach b. 8a*!d*ünw&n al murqisftt (Kairo 1286) p. 51, 5. 



334 2. Buch. 2. Abschnitt. 

J. Hall. 462, Wüst. Gesch. 263. 'Omara du Jemen sa vie et son 
Oeuvre (Xlle h.) par H. Derenbourg. T. 1. Autobiographie et recits aur 
les vizirs d'Egypte et choix de poesies. Texte ar. Publ. de Tecole des 
lang. or. viv. s. IV. t. X. Paris 1898. 1. tanh al Jaman gewidmet 
dem Qädi al Fädil (s. o. p. 316 n. 1). Yaman, its early mediaeval liistory 
by Najm ad-din 'Omarah al-Hakami etc. The original texts, with 
translation and notes by H. Cassels Kay, London 1892; vgl. W. Robertson 
Smith JRAS 1893, p. IHI — 207, Kay ib. 218-36. 2. k. an nukat al 
^asnjc fi ahbär al wuzarfV al Misrije, Selbstbiographie mit Darstellung 
seines poetischen Umgangs mit den Weziren as Sälih Talä'i* b. Ruzzik, 
S&war, al Kämil und dem Sohne des letzteren, mit Gedichten und 
poetischen Episteln, Goth. 2256, Paris 2147, Bodl. 1 835, ed. Derenbourg 
8. o. 3. Diwan, Havn. 266, Pet. AM 298. 4. (^amde auf den Xil, Ägypten 
und den Untergang der F&timiden, Berl. 7696, . 5. Gedichte auf die 
Pyramiden, Fundgr. d. Orients, Bd. 4, S. 238. 6, Qaside an Salfthaddin, 
Qalqasandi Geogr. und Verwaltung v. Aegypten (übers, v. Wüst.) S. 222, 
Mäqrizi Hitat I 495. 

w 

G. Gurji^än. 

Abu 1 Qäsini Hamza b. Jiisiif b. Ibrahim b. Müsä al 
Qorasi as Sahmi al (iurgäiii, ein vielgereister Traditions- 
keuiier, starb i. .1. 4*27/103(). 

Huff. Xlll 60, Wüst. Gesch. 186. Ta'iih Gurgän HH 2192 = 
notitiae doctorum virorum Gurgänae, Bodl. I 746. 

H. Ägypten. 

1. AI Amir al Mulitär ^Izzalmulk M. b. abi T Qäsim 
*Obaidalläh b. A. b. Ismä^il b. 'Abdaraziz al Musabbihi war 
i. J. 866/976 zu Fustät geboren und trat i. J. HiJS/lOOT als 
Sekretär in die Dienste des fätimidischeu Gbalifen al Häkim, 
dessen volles Vertrauen er sieb zu erwerben wusste. Kr ver- 
waltete eine Zeitlang die Distrikte al Kais und Bahnesä in 
Oberägypten, wurde zuletzt Chef des Besoldungsbureaus und 
starb im Rabr 11 420 /Apr. 1029. 

J. HaU. 625, Sujftti, Husn al muhddara I 254, Wüst. Gesch. 181. 
k. ahbär Mi§r loafadäHlhä wa'ayä^ibhä watarä^ifhä wayarfCibha wamä 
bihä min al biqä'^ wal äl_dr wasijar man hallahä wahalla ijairkä min 
al widäf wal umard'' wal a'imma al }iulafä* dbä^ amir al miCminiUy 
Bd. 40 (so!) über die Jahre 414— 51023 -4, Escur.- 5H4.,. Fortsetzung 
für d. J. 439—553/1047—1158 von M. b. 'Ali b. Misar um 845 1441, 
Paris 1688. 



Die naohklassiöche Periode der arabischen Litteratur. 335 

2. Abu '1 Makärim As*ad b. al Hatir b. al Mamniäti 
stammte aus einer vornehmen, christlieben Familie und war 
bei der Verwaltung angestellt. Bald nach der Eroberung 
des Landes durch Salähaddin trat er mit seiner Familie zum 
Islam über und wurde Kriegsminister mit dem Prädikat 
ahiädi al as ad. Aus Furcht vor der Feindschaft des Wezirs 
Safiaddin 'Abdallah b. Sukr floh er nach Halab zum Sultan 
al Malik az Zähir. Dort ist er, G2 Jahre alt, am 30. Gumädä 
1 6(H)/3(). Nov. I-Joy gestorben. 

J. HttU. 88, Wüst. Gesch. 295, Maqr. Hitat II IßOu ff. Husn I 325. 1. Ar. 
qawänln ad daivämn. Verhaltungsmassregeln für die ägyptischen Diw&ne 
z. Z. Sal&haddtns, Uoth. 47, 1892. Br. Mus. öuppl. 553, gedr. Kairo 1299; vgl. 
Hammer SBWA XV, 5, Wüatenfeld Calcaschandi p. 35, 148, Heerwesen 
der Mus. p. 1. 2. k. al fasns fi ahkäm Qaräqüs, satirische DarsteUung 
der schlechten Verwaltung des Q., eines Ministers Salähaddlns (vgl. 
J. Hall. 51t)), IUI HG55, Paris 3552, fälschlich dem Sujüti zugeschrieben, 
vgl. de Sacy *AbdalIatif, p. 206; Auszug Kairo VII 95. P. Casanova, 
Qarakouch, sa hegende et son histoire (Communication faite k Plnstitut 
Egyptien, Le Cairel892j; ders. Karakouch (M6m. publ. par les membres 
de la inission arch^olotfique fran<;aise au Caire t. VII, Paris 1893); 
G. Jacob Kamadän {ßA) p. 25. 

H. HHmän b. Ibrahim an Näbulusi schrieb unter der 
Regierung des Nagmaddin Aijub 637 — 48/1240 — 9. 

k. /?/ma' al qawämn al mudVa /f dawämn ad dijär al Misrtja 
über die Verwaltung Aegyptens nach eigener langjähriger Erfahrung, 
Goth. 1891 '), Kairo VI 22. 

4. (ianiäladdin Abu '1 Hasan Jahjä b. 'AbdaFazim b. al 
(iazzar al Ansäri, geb. im Safar ()01 / Oct. 1204, f i. J. 
(>6l);1270 (SO cod. (ioth. oder, 70 Jahre alt, am 12. Sauwal 
()79:). Febr. 12S1). 

Orient. II 2G7, Wust. Gesch. 357. AI Uiqüd ad dtirrtje /VI nmara 
al Misnje, ein histor. Gedicht über die ägyptischen Herrscher bis auf 
al Malik az ZÄhir Baibars, f ♦^76/1277, oder al Malik as Sa'id, abgesetzt 
678/1279, mit einer Fortsetzung bis al Malik az ZAhir Gaqmaq (f 857, 1453), 
Berl. 9814j, Leid. 835, Escur.^ 470,«, anonym bis 872 1467, Goth. 1667/8, 
Pet. 139.,, von Sujuti, f 911 1505, Paris 1608. 

r>. Ibrahim b. Wäsif sah al Misri schrieb gegen Ende 
des 7. Jahrb.: 



') Wo die Jahreszahlen unrichtig sind. 



386 2. Buch. 2. Abschnitt. 

k. yawähir al buhür wa ivaq(V'C al umür wa'^agä'ih ad duhür 
wd'ahbär ad dijär al Misinje, Gesch. Aegyptens von den frühesten, 
fabelhaften Zeiten bis 688/1289, HH 4272 (häufig benutzt in Maqrizts 
Hitat). Auszug mit einem einfachen Namensverzeichnis der Sultane bis 
auf Q&nsuh al Gftr! i. J. 923 1517 oder noch weiter, Goth. 1644 (wo a. 
Hdss. aufgez. dazu): Pet. AM 204, Br. Mus. Suppl. 687. Daraus: 
F. Wüstenfeld, Die Ulteste ägyptische Geschichte nach den Zauber- und 
Wundererzählungen der Araber, Orient u. Occident, 1861 I 326 ff., 
Chwolsohn ZDMG VI 408. — Wüst. Gesch. 373 a. 

1. AI Magrib. 

1. Abu Zakarijä Jal.ijä b. abi Bekr al Wargaläni war 
in Wargia geboren und studierte in Wad Rir' bei dem be- 
rühmten ibäditisehen Scheich Abu Rabfa Sulaimän b. Ihlaf 
al Mazati (f 471/1078). 

k. as sira wa 'ahbär al a^imma, Gesch. der ibäd. Imäme des Mzftb: 
Chronique d'Abou Zakarya ed. Masqueray, Paris-Alger 1878, vgl. Bull, 
de corr. Afr. 1885, p. 36—8, 242 nr. 2. 

•J. Abu T 'Abbäs A. b. Sa'id b. Sulaimän b. 'Ali b. Ihlaf 
ad Dergini schrieb bald nach 62()/r229: 

k. fabaqal al masäjih, Biographien der Gefährten des Propheten, 
der Täbi^ön, der rostomidischen Imäme und der hauptsächlichsten 
Lehrer der Ibäditen bis ins 7. Jahrh. d. H., vgl. Bull, de corr. Afr. 1885, 
p. 38 - 43. 

3. Abu 1 Hasan ^\Ii b. Musä b. M. b. Sa'id al Magribi 
war i. J. 605/1208, u. a. am -22. Ramadan 610/'). Febr. 1214 
auf dem Schlosse Jahsub (Alcala real) bei Granada ge- 
boren und studierte in Sevilla. I. J. ()38/1240 machte er 
sich mit seinem Vater auf die Wallfahrt; dieser starb am 
8. Sauwäl r)40/2. März 1248 in Alexandria, ein halbes Jahr 
nach ihrer Ankunft daselbst. Bis zum J. ()48,1250 hielt sich 
b. Said nun in Kairo und Fustät auf; dann ging er nach 
Bagdad und in Begleitung des b. al *Adim (s. o. p. 382) 
nach Halab, dann nach Damaskus und von dort über Bagdad 
und Basra bis nach Arragän. Nachdem er endlich auch noch 
Mekka besucht hatte, kehrte er nach dem Westen zurück 
und trat i. J. 052/1254 zu Tunis in die Dienste des Emir Abu 
'Abdallah al Mustansir. Im J. 666/1267 reiste er wieder 
nach dem Orient. Als er in Alexandrien von den Thaten 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 337 

Hulagus hörte, wüusclite er ihn kennen zu lernen und reiste 
über Hahib nach Armenien. Nachdem er dort eine Zeitlang 
sein Gast gewesen war, kehrte er zurück und starb ia Tunis 
i. J. ()85/128(;i), oder schon ()73/1274 in Damaskus^). 

Fawät II 112, Sujüti Husn I 320, Maqq. 1 634- 707, Wünt. Gesch. 
353. 1. Ä*. al muyrib /f hulä 7 mayrih HH 12079. Fragmente aus 
dem Mugrib des Ibn 8a*id, hsg. v. K. Völlers in semit. Stud. v. 
0. Bezold, Heft 1 (Bericht über die Ilds. und Leben des A. b. Tftlün 
8. o. p. 149), Weimar 1895; vgl. de Goeje ZDMO 49, 706 ff . — 3 weitere 
Bruchstiicke, die über Spanien und Aegypten handeln, in Kairo. 2. Nuntius 
laetuts de bist. Arabum paganorum, Tüb. 1. (Autograph.) 3. k. hast al ard 
Ji jülhä w(ü ^aid (oder k. al yayräfija). Bearbeitung der Geographie 
des Ptolemaeuy, von Abü'lfidÄ' häufig benutzt, dessen Handex. Paris 
2234,, Br. Mus. Huppl. 696, ein Auszug mit den Gradbestimmungen des 
b. FAtima Bodl. I 1015, II 266,, Pet. A. M. 233. 5. Geographica et 
historiea orbis descriptio, Bodl I 874, II 263, Auszüge bei Amari Bibl. 
ar. sie. p. 136 ff., BoIIctino ital. degli studii Orient. Nuova serie, Sept. 
1881, p. 388 — 92. 6. k. ' unwau al murqisät wal nnifnbäf, Einleitung 
zu einem grossen, rhetorischen Werke yämi* al inur. wal muf.j das 
Prosa- und Uedichtstücke von 150 zeitgenössischen Schöngeistern bringen 
s'>llte; entliält Proben aus alter und neuer Zeit nach 5 Ästhetischen 
Gesichtspunkten: 1. murqis, entzückend, 2. mufrib, ergötzlich, 3. maqbülj 
gefällig, 4. masthtV. erträglich, 5. mafrük, langweilig, Berl. 7175, Havn. 
212, gedr. Kairo 1286. 7. k. al qidh al muallä /i ^t ta'rth al muhallä, 
über die Dichter Spaniens in der 1. Hälfte des 7. Jahrb., nach dem 
Muster der qaWid des b. Häqän, in sehr gesuchtem Stil, Auszug v. 
M. b. 'Abdallah b. (hilil, gewidmet dem Prinzen Abu Zakartjä, Sohn 
des hafsidischen Chalifen al Mustansir billÄh (I? 647-75 1249—77) 
Paris 3340»). 

4. Ihn al Mdäri*) al Marräkosi schrieb gegen Ende 
des 7. .lahrh.: 

Histoire de l'Afrique et de PEspagne, intitul^e al-Bayano *l-raogrib 
par Ibn-Adh&ri (de Maroc), publ. par R. P. A. Dozy, Leyde 1848-51. 
Wüst. Gesch. 373. 



*) Nach Sujüti und Maqq. 

») Nach b. Tagribirdi und HH. 

») Wohl = al muhallä bil a¥är Maqr. II 181,7, Maqq. I 653 bei 
Völlers 1. 1. nr. V, der die Pariser Hds. nicht erwähnt. 

^) So nach Lubb p. 177; vgl. Gildemeister, Oat. Bonn. p. 13. 

Brockelmann, Arabtschn Litteraturgeschichte. I. 22 



338 2. Buch. 2. Abschnitt. 

K. Spanien. 

1. Abu 1 Walid 'Abdallah b. M. b. Jüsuf b. Nasr al 

• 

Azdi b. al Farad i, geb. i. J. 351/962 zu Cordova, machte 
i. J. 382/992 die Pilgerfahrt und studierte unterwegs in 
Ägypten und Qairowän, wurde i. J. 400/1009 Qädi in Valencia. 
Im J. 403/1012 war er in Cordova, als die Berbern diese 
Stadt eroberten, und wurde bei der Plünderung am 
7. Sauwäl / 22. April getötet. 

Wüst. Gesch. 165. Ta'rlh 'ulama al Andalm ed. F. Codera, Bibl. 
ar. hisp. Bd. 7 u. 8. Matriti 1891, 1892. 

2. Abu Merwän Haijän b. Halaf b. Husain b. Haijän, 
geb. i. J. 377/987 zu Cordova, einer der besten Geschicht- 
schreiber Spaniens, starb am 28. Rabi* I 469/11. Nov. 1075. 

J. Hall. 199, ad Dabb! p. 260 nr. 679, Wüst. Gesch. 212. 1. al k. 
al mathi (HU 2166, 10460, 11345, immer mubin), Gesch. Spanienä in 
60 Bden., soll sich in der grossen Moschee zu Tunis befinden, ZDMQ 
IX 626. 2. k. al muqtabis ft ta^rih al Andalus, 10 Bde., gleichfalU in 
Tunis; nach HIJ 12730*), Gelehrtengeschichten, indess enthält der 
3. Bd. Büdl. n 137 die Gesch. des 7. marwäuidischeii Chalifen 'Abdallah 
b. M. (275 — H08)/ 888 -912). 3. Ar. ma'rifef as mhäba, alphabetisch, 
Teil 3. Escur.* 1684. 

3. Abu 'Abdallah M. b. abi Nasr al Humaidi war vor 
d. J. 420/1029 zu Rusäfa, einer Vorstadt von Cordova, ge- 
boren. Nachdem er in dieser Stadt bei dem Zähiriten b. 
Hazm studiert hatte, machte er i. J. 448/105G die Pilgerfahrt 
und Hess sich, nachdem er dieselbe beendet hatte, in Bagdad 
nieder. Dort ist er am 17. Du T higge 488/19. Dec. 1095 
gestorben. 

J. HaH. 588, Huff. XV 9, Abulf. III 306, b. Besku&l nr. 1114, ad 
Dabbi p. 1113 nr. 257, Wüst. Gesch. 219, Goldziher ZAhir. 172. 1. k. 
yadwaf al muqfabift fl dikr wulät al Andalus wa asmä^ ruwät al hadit 
wa ahl al fiqh wal adab wadawt 'n nabäha tvaS 5?'*r, auf Wunsch seiner 
Bekannten zu Bagdad erst chronologisch aufgesetzt, dann auf Rat seines 
Freundes b. Makula (Kap. 6; nr. 4) alphabetisch geordnet, HH 4000 
Bodl. I 783; nach HH 12730 nichts als ein Auszug aus dem Werke 
des b. Haijän. 



*) Ueber die Confusion in diesem Artikel s. Wüst. 1. 1. 



Die nachklassiäche Periode der arabischen Litteratur. 3^J9 

4. Abu Xasr al Fath b. M. b. *Obaidalläh b. Häiiän al 
Qaisi aii8 Sahrat al walad, einem Dorf im Distrikte von 
QaFat Jalisnb bei Granada, führte in seiner Jugend das Leben 
eines litterarischen Vagabunden und Schmarotzers, bis er bei 
Täsifin b. 'Ali, Fürsten von Granada, eine Stelle als Sekretär 
fand. Er ging dann nach Marokko und wurde dort am 
22. Muharram 529/13. Nov. 1134, n. a. 535/1140, in einem 
Gasthof erdrosselt, vielleicht auf Anstiften des 'Ali b. Jüsuf 
b. Täsifin, dessen Feindschaft er sich durch ein übertriebenes 
Lobgedicht auf seinen Bruder Ibrahim zugezogen hatte. 



J. HaH. 498, Wüst. Gesch. 238 1. qalä*id al Hqjän wa mahäsin 
al a^jäiij dem genannten Prinzen Ibrahim gewidmet, in 4 Abteilungen, 
a) Fürsten, b) Wezire, c) Qftdl's und Gelehrte, d) Schöngeister und 
Dichter, Nachrichten über ihr Leben und Proben ihrer Gedichte, bes. 
geschätzt wegen der stilistischen Form in Reimprosa. Goth. 2130—2 
(wo a. Hdss. aufgez.) dazu Br. Mus. Suppl. 664, Paris 3318-23, 
Alger 1727/8, NO 4144, hsg. v. Sulaim&n al HarÄ'iri im Journal al 
BiryiSf Paris 1267, Bairüt 1283. Trad. fran^. par E. Bourgade Paris 
1865. 2. mahnah al anfus wa masrah af ta'annus fi mulah ahl al 
Audalns in oiner kleineren Ausgabe Pet. A. M., Ref. 241, Bl. 44—92, 
einer mittleren Hr. Mus. 367 und einer grossen, die wohl mit nr. 1 
identisch ist, so zwar, dass sich die grosse Ausgabe allmählich aus der 
kleineren entwickelte, vgl. Dozy, Script, ar. loci de Abadidis vol. I p. 10; 
gedr. Cpel GawA'ib 1302. 3. Biographie seines Lehrers ^Abdallah b. M. 
b. as Sid al Bataljüst (f 521 1127) mit einer Auswahl seiner Gedichte 
Escur.* 488i. 4. Maqdme über denselben ib. 5387. 

5. Abu 1 Hasan 'Ali b. Bassäm as Santarini befand sich 
i. .1. 477/1084 in I^issabon und ging 494/1001 nach Cordova. Er 
lebte von seinen litterarischen Werken, da viele Dilettanten 
die Ehre, in denselben genannt zu werden, durch Honorare 
erkauften. Er starb angeblieh erst 542/1147. 

Wüst. Gesch. 244a. k. ad dahtra ft mahäsin ahl al gazira, span. 
Gesch. und Litteraturgesch. des 5. Jahrb., Alger 1615j, 1616, Teil I 
Mohl 1755, Teil II Bodl. I 749, 11 594, Teil 111 Goth. 2136, Havn. 162, 
vgl. de Slane JAP s. 5 t. 17 p. 261 ff., Dozy Recherches* II 7 ff., Wright 
JRAS XVI 353. 

(). 'Abdallah b. M. al Bägi schrieb um d. J. 570,1174: 

k. al mann hil imäma *alä 7 mustad*aftn. Gesch. Spaniens, Teil II 
über die J. 554— 69 1159 73, Bodl 1 758; Wüst. Gesch. 266. 

22* 



340 2. Buch. 2. Abschnitt. 

7. Abu Marwän 'Abdalmalik b. * Abdallah b. Badrün as 
Silbi, aus Silves, lebte wahrscheinlich iu Sevilla und schrieb 
unter der Regierung des Jüsuf b. 'Abdal rau'min al Muwahhidi 
(558—80/1163—84): 

Comt. hist. 8ur le po^me d'Ibn-'Abdoun (s. o. p. 271) par I. B. publ. 
p. R. Dozy, Leyde 1846; Wüst. Gesch. 271. 

8. Abu 1 Qäsira Halaf b. 'Abdalraalik b. Massud b. 
Baskuäl al Qurtubi, geb. am 3. IJu '1 higga 494/30. Sept. 
1101, war einige Zeit stellvertretender Qädi in Sevilla und 
starb zu Cordova am 8. Ramadan 578/5. Jan. 1183. 

J. Hall 204, Huff. XVII 1, Wüst. 270. 1. k. as sila /i aJ^bär ahnmaf 
al Ändalus, Fortsetzung der Gelehrtengeschichte des b. al Faradi nr. 1, 
beendet am 3. Gum&dä I 534/27. Dez. 1139, ed. Fr. Codera in Bibl. 
arab. hispana t. 1. u. 2. Matriti 1883. Fortsetzung k. ad dail trat iakmila 
von M. b. M. b. 'Abdalmalik al Ausi al Ansftri al Marrftkos! zwischen 
675 und 768/1276 u. 1366, Paris 2156. 2. k. al gawämid wal mubhamät 
min al a8mä% weist nach, wer unter den in den Traditionen vor- 
kommenden, aber unbestimmt angegebenen Personen zu verstehen sei, 
Berl. 1673; Auszug vom Verf., yawamid al asmä^ al mubhama al iräqi*^a 
/i muiün al ahadV al muxnada^ ib. 1674. 

9. Abu Ga'far A. b. Jahiä b. A. b. 'Oniaira ad Da))bi 
al Qurtubi schrieb: 

Ä'. bugjaf al mutalammiii /i ta^riJ^ rigäl ahl al Andalus, Lebens- 
beschreibungen berühmter Männer und Frauen in Spanien, mit voran- 
gehender Gesch. der Eroberung und der umaijadischen Chalifen bis 
592/1196; ed Fr. Codera et J. Ribera, Bibl. ar. hisp. t. III, Matriti 1885. 
Vgl. Maqq. I 714, Wüst. Oesch. 282. 

10. Abu 'Abdallah M. b. 'Abdallah b. abi Bekr h. al 
'Ab bar al Qudä'i, geb. zu Valencia, wurde Sekretär des 
dortigen Statthalters M. h, abi Hafs und seines Sohnes Abu Zaid. 
Als dieser beim Könige von Arragon zum Christentum über- 
getreten war, schloss er sich an Zaijän b. Mardanis an und 
ging, als die Christen Valencia belagerten, mit einer Gesandt- 
schaft nach Afrika, um Hilfe zu erbitten. Er kehrte zwar 
mit einer Flotte zurück, doch konnte diese die Eroberung 
von Valencia i. J. 633/1235 nicht hindern. Er schiffte sich 
nun nach Tunis ein und erhielt dort eine Anstellung im 
Diwan; unter al Mustansir wurde er sogar zum Wezir be- 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 341 

fördert. Dann aber geriet er in den Verdacht, an einer Ver- 
schwörung beteiligt zu sein, und wurde am 15. Muharram 
658/2. Jan. 1260 auf Befehl des Fürsten in seinem Hause er- 
mordet. 

Wüst. Gesch. 344. l. k. al hulla as sijarä*, Biographien von Fürsten 
und angesehenen Personen in Spanien und Nordafrika, welche Dichter 
waren, Escur.^ 1649. 2. fuhf'at al qädinij Nachahmung eines hist. Werkes 
des Abu Bahr Safw&n b. Idris, HH 2642, 6799, Auszug Escur.* 356,, 
vgl. M. J. Müller, Beiträge zur Gesch. der westl. Araber p. 161, Dozy, 
Notices sur quelques mss. Arabes (Leyde 1847 — 51) p. 29. 3. k, fakmilet 
as »ila, Fortsetzung der Gelehrtengesch. des b. Baskuäl (nr. 8) ed. 
Codera, Bibl. ar. hisp. V, VI, Matriti 1887 — 9. 4. Restitutio gratiae 
secretariorum, Abb. über in Ungnade gefallene und wieder begnadigte 
Sekretäre, durch die er sich die Gunst des Fürsten von Tunis wieder- 
erwarb, als er sich einmal eine Strafe zugezogen hatte, Escur.* 1726. 
5. Lexikon s. bibl. Ar. Hisp. bis zum J. 650/1252, Escur.^ 1725. 

11. A»)u '1 fida Ismä'il b. A. b. Said b. M. ^mädaddin 
b. al Atir war i. J. 652/1254 zu Kairo geboren. Als sein 
Vater am U). Sauwäl 691/4. Oct. 1292 starb, erhielt er dessen 
Stelle in der Kanzlei. Im Gumädä I 692 / Apr. 1292 sollte 
er den Sultäu al Malik al Asraf nach Damaskus begleiten. 
In Karak aber überwarf er sich mit seinem Gebieter wegen 
eines Todesurteils, das auszufertigen er sich weigerte, kehrte 
nach Kairo zurück und schloss sich an den dort zurück- 
gebliebenen Statthalter Baidarä an. Als dieser im Muharram 
693 / Dec. 1293 den Sultan hatte ermorden lassen, sich aber 
selbst nicht in der Herrs(?haft behaupten konnte, scheint b. 
al A. seine Stellung verloren zu haben. Im J. 699/1299 nahm 
er an dem Feldzuge gegen den Tataren Qäzän teil und war 
nach der Niederlage des ägyptischen Heeres am 28. Rabi* I / 
29. Dec. verschollen. 

Orient. II 299, Wüst. Gesch. 372. 1. Ar. ^hrat u/i 7 ahhär ft mulük 
al amsär. Comt. zu dem Gedichte des b. 'Abdün (s. o. p. 271), fast wörtlich 
aus ^em des b. Badrün (nr. 6) entnommen, mit einer Fortsetzung in 
55 Versen, die die Gesch. bis zum J. 697/1297 weiterführen, und Comt. 
dazu, HH S037, 9444, Paris 3134, Br. Mus. 274, Gayangos praef. p. XXII. 
2. Comt. zu dem k. '^umdat al ahkäm min kaläm saijid al anäm 
des al Gammä'ili s. u. p. 357. 



342 2. Buch. 2. Abschnitt. 

4. Chalifeii- und Universalgeschichte. 

1. Abu Manvsur al Hosain b. M. al Mar'asi at Ta'älibi 

• • — — 

schrieb unter der Regierung des Mahmud v. Gazna (*^M bis 
421/998—1030): 

k. al gurar jt sijar al mulük wa^ahbärihim in 4 Bden.; Bd. 1 u. 2. 
Paris 1488: 1. Gesch. Persiens von Kajomart bis auf Jazdegird b. Bahr&m 
und den Krieg zwischen seinen Söhnen Firüz und Hormuz. 2. bis zum 
Falle des Jazdegird b. Sahrijär, die Gesch. der jüdischen Könige und 
Propheten, der Pharaonen, der Könige von Jemen, der arabischen 
Fürsten in Syrien und im *Iräq, der Könige der Griechen, 
kurze Notizen über Muhammad. Bd. 3 u. 4: Gesch. der 4 Chalifen, der 
Umaijaden und der 'AbbÄsiden, des Abu Muslim, der Barmekiden, 
TAhiriden, SftmAniden, Hamdäniden, Büjiden, des Sebuktektn und Mah- 
mfid: verf. auf Wunsch des Abu '1 Muzaffar Nasr, Bruders des Mahmud. 

2. Abu 'Ali A. h. M. b. Ja*qüb b. Maskawaih^), 
Schatzmeister und Vertrauter des Sultans *Adudaddaula b. 
Büje. Philolog, Philosoph und Arzt, starb in hohem Alter 
i. J. 421/1030. 

Abulf. Hist. anteis. ed. Fleischer p. 203, Wüst. Ärzte nr. 12«, 
Gesch. 182, Leclerc I 482. 1. Ar. iagärib al nmam, allgemeine Gesch. 
bis zum Tode des 'Adudaddaula i. J. 372/982^, HH 2430, Bodl. I 804, 
de Jong 101, Escur.* 1704. Pars sexta operis Tadjdribo 1-omami, auctore 
Ibn Maskoweih, ed. M. J. de Goeje, Fragm. hist. Ar. t. II, Lugd. Bat. 
1871. Die Fortsetzung von M. b. abi '1. Fadl al HamadAni (f 513/1119, 
Wüßt. Gesch. 227) erwähnt J. Hall. nr. 190; vgl. Sprenger ZDMG 13 
514. 2. Ar. ädäb al 'Arab wal FurSf praktische Philosophie in 6 Teilen, 
a) ein Teil des Buches gämddn ^irad, nach Gähiz' itttitälat al /ahm 
von Hasan b. Sahl, dem Bruder des Weztrs al Fadl b. Sahl, aus dem 
Pehlewi ins Arab. übertragen*) (dies bes. u. d. T. muntaJ^ab gdtciddn 
l^irad ft 'n nasä'ih AS 4304), b) Perser, c) Inder, d) Araber, e) Griechen, 
f) moderne Philosophen, Leid. 381, Bodl. I 292, Paris 3957, vgl.de Sacy, 
Not. et extr. X 95 n, M6m. de Pac. d. inscr., IX 1 ff. Aus der griech. 
Abteilung: Tabula Cebetis Graece, Arabice, Latine. Item aurea Carolina 
Pythagorae cum paraphrasi Arab. auct. Joh. Elichmann. Cum praef. Ol. 



') Eigentlich Musküje von tnuik, Moschus, Nöldeke Pers. Stud. I 
406; Wüst schreibt Miskaweih wegen des Paradigmas Sibawaih im Qämüs, 
aber das ist gewiss nur der Endung wegen angeführt. 

*) Nach 6th^ Cat. of the Pers. Mss. in the Bodl. library wäre das 
von ihm unter Nr. 1417 besprochene pers. Werk qdnün alhikma wadastür 
die Grundlage dieses Buches (?). 



Die nachklasBische Periode der arabischen Litteratur. 343 

Salmasii, Lugd. Bat. 1640, vgl. Wenrich p. 86 ff. Pers. Über«, a) v. M. 
b. M. al Arragänt at TustOrt (unter Akbar) Br. Mus. pers. II 441 s; 
b) V. M. Hosain Hakim Ind. Off. 173. 3. k, tah^b al ahläq wa fa^ir al 
aräq, Ethik, Br. Mus. Suppl. 721 II, gedr. Kairo 1298, 1299 (am Rde. 
OB II 6081), Auszug Br. Mus. 1349x2. 4. k. al fauz al asyar Escur.* 
669,. 5. Nachweis, dass der Tod nicht zu fürchten sei, Br. Mus. 980x,. 

9 

3. Abu 'Abdallah M. b. Saläina b. Ga'far b. *Alib. Hakinuu 
al Qudä'i hatte in Bagdad Traditionen und säfiHtisehes Recht 
studiert, wurde Qädi in Ägypten und von dort einmal mit 
einer Gesandtschaft an den Griechischen Kaiser betraut. 
Später erhielt er auch das Amt, für den i. J. 418/1027 von 
az Zähir zum Wezir ernannten Abu T Qäsim *Ali al Garjiarä^i, 
dem der Chalif al Hakam beide Hände hatte abhauen lassen, 
die Dekrete zu unterzeichnen. Im J. 445/1053 traf er auf 
der Wallfahrt in Mekka mit Abu Bekr al Hatib al Baädädi 
(s. 0. p. 329) zusammen und hörte bei ihm Traditionen. Er 
starb im D" 'Iqa da 454 / Nov. 1062 ») in Fustät. 

J.Hall. 5(^5, Abulf. III 189, Husnl 227, Wüst. Gesch. 199. 1. k. al inbd* 
^alä (bVanha) al anbijä* wa fatcanh al hula/a, Abriss der Weltgeschichte 
von der Schöpfung bis zum J. 417/1026 oder 4221031, Berl. 948.S, Bodl. 
I 713 (vgl. II p. 592), 865. 2. k. *ujuv al nia'ärif wafnnün uhbär al 
haUVif] Gesch. der Patriarchen, Propheten, Muhammeds, der Uniaijaden, 
'Abbäsiden und F&tiniiden, Paris 1490,, 1491, anon. Fortsetzung bis zum 
J. 926/1520, Paris 1490.2. 3. k. nuzhaf al albab gämV at fatränh wal 
albäbj Conipcndium der Weltgesch. bis zum J. 417/1026, Br. Mus. 1216. 
4. k. as suhabät ji H mawä'^iz wal ädäb min hadif rasfil alläh sUm, 
oder k. hhäb al ahbar fi 7 hikam wal atnfäl wal ädäb min al ahädtt 
an nabawije , oder h. alahbär jt *l ahädit al mandje *awi *r raftül al 
muhiär, Berl. 1271, Paris 1952, Leid. 372, (wo a. Hdss. aufgez.), Kairo 
I 367, 408, \II, 57. Vgl. Wüstenfeld, G, G. A. 1837, p. 1109. Comt. v. 
M. b. Mansür b. Munir, Br. Mus. 192; pers. Cbers. ungefähr a. d. J. 
5801184, Berl. 1270. 5. k. isyiäd as Hihäb, Index der Überlieferer zum 
vorigen Werke, Escur.» 748, 763, 1524 = musnad als. Kairo I 419. 6. k. 
al muhiär 1t dikr al hitat wal ahbär erwähnt Maqr. Hitat I 5, unter 
seinen Quellen. 

4. Abu 1 Qäsim Sä'id 1). A. b. *Abdarrahmän b. M. b. 
Sä*id al Qurtubi, geb. zu Almeria, Qädi von Toledo, starb 
am 4. Sauwäl 4f)2 / (>. Juli 1070. 



*) Nach Maqrizi Hitat 1 5,: 457 1065. 



344 2- Buch. 2. Abschnitt. 

Wüst. Gesch. 206. k. at tctAf bitabaqät al umam, Compendium 
der Weltgesch., verf. 460/1068, Maqq. I 905, Br. Mus. 1622, Auszüge ib. 
281, 15032, Leid. 754, vgl. Steinschneider al FArÄbi p. 141-6. 

T » T V 

5. Abu Sugä* Sirawaih b. Sahridär b. Sirawaih b. 
Fennähosrau al Hamadäni ad Dailami, geb. i. J. 445/1053, 
säfi'itischer Jurist und Traditionarier, Repetent an der Medrese 
zu Hamadän, starb am 9. Ragab 509 / 29. Nov. 1115. 

Huff. XV 31, Wüst. Gesch. 225. 1. k. rijad al uns li^uqalä* al his^ 
Gesch. der Propheten und Chalifen bis auf al Mustazhir billäh (487 bis 
512/1094—1118), Kairo V 64. 2. ta'nh Hamadäti, von JÄqüt oft citiert, 
HH 2339. 3. Ar. firdaus al ahhär, Sammlung von 10000 kurzen und 
ächten Traditionen, aus dem k. hihäb al ahbär des al QudA*i, alpha- 
betisch, ohne Isn&d, aber mit Angabe des R&w), Berl. 1278, Kairo I 382. 
Auszüge a) nuzl as minn ilä Hläh rabb al 'älatntn v. Mahmud ad 
Darkaztni (f 711/1311, nach Ahlw. geb. 650, f 743?), Berl. 1279, Goth. 
595, b) V. b. as SihÄb al Hamadäni, f 786/1304, Br. Mus. 890^. o) al 
huHtän al mustrahrag min al firdauH^ 1140 Traditionen v. *Ali b. 
ab! '1 QAsim b. *AI1 Alger 2196. 4. k. nuzhat al ahdäq ft makärhn 
al ahläq, kleine Traditionssammlung, Alger 497]. 

6. Abu 'l Qäsim *Abdarralimän b. M. b. 'Abdallah b. 
Jusuf b. Hubais (Habis) al Ansari war i. J. 504/1110 in 
Almeria geboren. Als Alfons VII am 20 (iumädä I 542 / 
18. Oet. 1147 diese Stadt erobert hatte, entliess er den b. 
H. aus der Gefangenschaft, da er ihm durch seine genea- 
logischen Kenntnisse imponierte. Er ging dann nach Murcia, 
wurde dort Qädi und starb am 14. Safar 584 / 14. April 1 188. 

nuff.XVII,2, Maqq. II, 761, Wüst. Gesch. 277. Ä-. al gazatmt addämina 
al käfila wal futüh al gämi*a al hafila oder kurz k, al magäzi, Gesch. 
der 3 ersten Chalifen und der unter ihnen erfolgten Ausbreitung des 
IslAms durch Siege und Eroberungen, meist nach Wäqidl und Tabari, 
verfasst im Auftrage des Almohaden Jüsuf») (558—80/1163—84), voll- 
endet i. J. 583/1187, Berl. 9689, Leid. 779, vgl. de Goeje Memoires nr. 2. 

7. Im 5. oder 6. Jahrh. schrieb ein Anonymus: 

Ar. al *ujün, Chalifengeschichte von al Walid b. 'Abdalmalik bis 
al MuHasim, wertvoll durch die ausführliche und unbefangene Geschichte 
der ümaijaden; ed. de Goeje, Frgm. bist. ar. t. I. 

^) Natürlich nicht des Bagdäder Chalifen an Näsir lidin alläh 
(675 — 622), wie Ahlw. aus der von ihm angeführten Stelle unter Ver- 
kennung eines blossen Ehrentitels schliesst, ohne die deutliche Kunja Abu 
Ja*qüb zu berücksichtigen; vgl. J. HaU. nr. 815. 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 345 

8. Abu Merwän 'Abdalmalik b. al Kavdabus at Tauzari 
schrieb wahrscheinlich gegen Ende des 6. Jahrh.: 

AI ikiifa fi ahbär al hula/a bis auf den Almohaden Jüsuf (s. nr. 6) 
HH 2213, Hds. im Besitze de Gavangos^ Auszüge in dessen Hist. of the 
Moh. dynasties in Spain, vol. I. App. D, vol. II, App. C, Dozy, Script. 
Ar. loci de Abbad. vol. II, p. 11, dess. Recherches, 2. ed., t. II, p. XXI, 
vgl. p. 45, 3. ed., t. II, p. XVIIl, vgl. p. 41. — Wüst. Gesch. 289. — 
Hdss. in Tunis und Tlemcjen vgl. Bull, de corr. Afr. 1884, p. 18, nr. 55. 

9. Badraddin Bidl b. abi 1 Ma'raar Ismä'il at Tibrizi 
blühte um d. J. 661 / 1204. 

HH 39«, Wüst. 293. Tuhfat al aidija al atqija /i dikr häl sabil 
al anhija wa ma^rifef al hulafa*, kurze Gesch. Mohammeds, seiner Ge- 
fährten und der Chalifen bis zum Regierungsantritt des al MustadT i. 
J. 566/1170, HH 2555, Goth. 45. 

10. Abu 1 Hasan 'Ali b. abi U Karam Atir addin M. b. 
M. b. *Abdalkarini 'Izzaddin M. b. al Atir as Saibäni^), 
gel), am 4. (lumädä 1 555/ 18. Mai 1160 zu (iazirat b. *Oinar 
in Mesopotamien, siedelte i. J. 576 / 1180, als sein Vater seiner 
Stelle als Prilfekt enthoben war, mit seiner Familie nach Mausil 
über, wo er seine Studien vollendete. Sowohl in Bagdad, wohin 
er mehrmals, teils auf der Pilgerreise, teils als Gesandter 
des Fürsten von Mausil kam, wie in Syrien und Jerusalem^), 
das er eigens zu diesem Zweck aufgesucht zu haben scheint, 
suchte er seine Kenntnis der Tradition und der Geschichte 
zu vermehren. Nach Mausil zurückgekehrt, lebte er als 
Privatmann nur den Wissenschaften. Im J. 626/1229 traf 
ihn b. Ijallikän (s. o. p. 327) als Gast des Sihäbaddin Tugril, 
Atabegs des al Malik al 'Aziz in Halab. Im J. 627/12H0 
reiste er nach Damaskus, kehrte im folgenden Jahre nach 
Halab zurück, begab sich nach kurzem Aufenthalte wieder 
nach Mausil und starb dort im Sa'bän 630 / Mai 1234. 

J. Hall. 433, Abulf. IV, 398, Huff XVIII, 4, de Slane, Hist. d. 
Croisades p. 752, Wüst. Gesch. 315. \.k, al kämil ji ^i td'nhj Universal- 
geschichte bis zum J. H28/1231. Der erste Teil bis zum J. 310, mit 
Ausnahme des Abschnitts über die Schlachttage der Araber, ist eine 



') Über seine Brüder Dijä'addin s. o. p. 297, Magdaddln s. u. 
p. 357. 



») Dort war er i. J. 603/1206, Kämil 1 232,,. 



346 2. Buch. 2. Abschnitt. 

durch Zusätze aus anderen Quellen vermehrte Abkürzung aus Tabari 
(s. 0. p. 142). Ibn-el-Athiri Chronicon, quod perfectissimum inscribitur, 
ed. C. J. Tornberg, U Bde., Lugd. Bat. 1851—76, 12 Bde., Kairo 1290, 
1308. Ibn-el-Athirs Chrftnika 11. delen ifräm Arabiskan ofversatt 
af C J. Tornberg, Lund 1851. C. Bruckelniann, Das Verhältnis von 
Ibn-el-Atirs Kämil fit-ta'r)h zu Tabaris Ahbär er rusul wal mulük, Dias. 
Strassburg 1890. Fortsetzung v. b. Fahd al Halabl, f 725/1325, s. Buch 
III, Abschn. 1, Kap. I, § 3, d, nr. 1,,. 2. Historia Dynastiae Atabegidarum 
Mosulae principum, verf. i. J. 608/1211, Paris 1898, ein Auszug bei de 
Ouignes, Not. et Extr. 1. 1, p. 542, vollständig gedr. in Recueil des historiens 
arabes des croisades t. II. 3. k. usd al gäba fi ma*rifet as §ahäha, 
Nachrichten über 7500 Zeitgenossen Muhammeds, 5 Bde, Kairo 1280. 
4. Ar. al luhäh muhtaaar al ansah lls SanCänt s. o. p. 330. 

11. Abu Ishäq Ibrahim b. 'Abdallah b. 'Abdalmunim 
Sihäbaddin b. abi 'd Dam al Hamdäiii al Hamawi, geb. i. 
J. 583/1187 zu Hamät, war säfi'itischer Qädi daselbst. Als al 
Malik al MuzaflFar Gäzi, Fürst von Maijäfäriqin, i. J. 642/1244 
gestorben war, wurde b. abiM Dam an die Spitze einer 
Gesandtschaft gestellt, die al Malik al Mansür, Fürst von 
Hamät, mit vielen Geschenken an den Chalifen al Musta'sim 
nach Bagdad schickte, um seine Belehnung mit dem erledigten 
(iebiete von ihm zu erwirken. Ihn abi 'd Dam erkrankte 
unterwegs, musste von Ma*arra nach Hamät zurückkehren 
und starb dort im selben Jahre. 

Abulf. IV, 480, Wüst. Gesch. 326. 1. Ta'riJi, Gesch. des Propheten 
und der Chalifen bis zum J. 628/1231, HH 2068, Bodl. I 728. 2. at fa^iih 
al Muzaffarij eine ausführliche Gesch. der islamischen Völker in 6 Bden, 
dem genannten Fürsten von Maijäfäriqin gewidmet, HH 2313. Die auf 
Sicilien bezüglichen Stellen, italienisch übers, v. Ag. Inoegeo, Annali 
di Palermo 1650, t. II, p. 659, lat. in Excerpta ab historia, cui tituhis 
Almodfori, in Bibl. bist, regni Siciliae, op. et studio O. B. Carusii, 
Panormi 1723, t. I, p. 19 — 23, Muratori, Rerum Ital. Script, t. I, P. 2, 
p. 251, Rerum Arabum, quae ad historiam Siculam spectant, ampla 
collectio op. et studio Rosarii Gregorio, Panormi 1790, p. 53 — 68. 3. k, 
tad<fiq al Unäje ft tahqiq ar ritrajCf Alger 544. 4. Ar. adab al qndiy 
Paris 996. 

12. Abu T Haggäg Jüsuf b. M. b. Ibrahim al Ansäri al 
Baijäsi, aus Baeza in Spanien, siedelte nach Tunis über und 
starb dort i. J. 653/1255. 

J. Hall. 822, Maqq. II, 213, Wüst. 338. 1. k. al i'läm bilhurüd /i 
§adr al ialanif von der Ermordung *0mar8 bis zum Aufstande des Waltd 



Die nachklaüsißche Periode der arabischen Litteratur. 347 

b. Tarif gegen H&rün ar HaBid in Mesopotamien, 2 Bde, in Tunis dem 
Emir Abu Zakarijä JahjÄ al Hafs! überreicht, HH 950, Kairo V 10. 
2. k. al Hamann j Gedichtsammlung, verf. in Tunis i. J. 646,1248, Aus- 
zug, Goth. 13. 

13. Samsaddin Abu 1 MuzaflFar Jüsuf b. Qizuglü b. *Abd- 
alläh Sibt b. al (iauzi war i. J. 582/118(5 zu Bagdad ge- 
boren. Sein Vater war ein türkischer Sklave des Wezirs b. 
Hubaira (f 560/ll()5), der ihm die Freiheit schenkte und ihn 
erziehen Hess. Kr heiratete eine Tochter des berühmten 



Predigers und Polyhistors b. al (Iauzi (f 597/1200 s. Kap. XVIII 
nr. 13) und scheint bald nach der Geburt Jüsufs gestorben 
zu sein, der nun von seinem mütterlichen Grossvater erzogen 
wurde. Von diesem hatte der Enkel das Talent zu erbau- 
licher Predigt und den Sinn für die Geschichtswissenschaft 
geerbt. Nachdem er seine Studien in Bagdad vollendet hatte, 
ging er auf Reisen und Hess sich endlich in Damaskus als 
Lehrer des hanefitischen Rechtes und als Prediger nieder; 
dort ist er am 21. Du T higga (554/10. Jan. 1257 gestorben. 

J. Hall. 378, 817, Maqq. 1 64, b. QutlöbugÄ 256, Wüst. GeBch. 340. 
1. k. niir^äf az zaman fi ta^nJi al a^jän, allgemeine Oesch. von der 
Schöpfung bis z. J. 654 1256, in einzelnen Bänden vollständig, bis auf 
den SchlusH von 120 Jahren und 50 Jahren in der Mitte erhalten: Bd. 1. 
Br. Mus. Suppl. 465, Escur.* 1639; Bd. 2, Perser, Araber, Muhammed, 
Leyd. 756; Bd. 2. M. und die Jahre 1-26, Münch. 937; Bd. 6, J. 41—80, 
Bodl. I 723; Bd. 7 u. 8, J. 72—149, Br. Mus. 1224; Bd. 4, J. 97—121, 
Bodl. I 682; Bd. 11 u. 12, J. 137- 227, Goth. 1556; Bd. 9, J. 167—210, 
Escur.* 1040; Bd. 6, J. 190—281, Paris 640; Bd. 13, J. 218-253, Escur." 
1641; J. 218-79, 282-460. Br. Mus. Suppl. 1270/1; Bd. 12. J. 327 420, 
Bodl. I 679; Bd. 12, S. 440—517, Paris 641 ; Bd. V J. 479- 533, Leyd. 757, 
Bodl. I 759; vgl. Kecueil d. bist. d. Oroisades 2, Hist. or. t. 1, introd. p. 60. 
Auszüge u) anon. über die J. 134—645, Br. Mus. 279«, b) v. M. b. as 
Sing&bi aus Teil I, Bodl. I 294.^, c) v. al Jünini f 726/1326, Teil I, Berl. 
9442, die J. 56-74, 75—96, 577-654, Br. Mus. 1225- 27 >). Fortsetzung 
von dems. in 4 Bden, von denen der erste, über Ägypten und Syrien 
in d. J. 658—74, Bodl. 1 700; anonym über die J. 655—7, 671—87, Kairo 
V 58. 2. fadkiraf JiawasH al umma hidikr hatfain al a*imma, Gesch. 
des Chalifen 'Ali, seiner Familie und der 12 Imäme, Leyd. 791. 3. k. 



*) Der von Wüst. l. l. angeführte Auszug des b. Magdaddln al 
Gauzi, Paris 772, geht vielmehr auf das k. al nnintazam des b. al Gauzl 
t 597, zurück; vgL Cat. de Slane 1550. 



hlii Die iiHchklassische Periode der arabischen Litteratur. 349 

i|ir 15. Ai)u Sukr Butriis b. ar Rähib Abu Karam b. 
ii^Muhaililib war i. .1. (JiJi) 1070 monophysitischer Diacon an der 
••Mu'allaqa d. i. der Marienkirche in Fustät und lebte noch 
**i. J. 681/12H2. 

j- Wü8t. 3G0. C'hronictm Orientale von Erschaffung der Welt bis z. 

J. 657/1259, As». I 574, VIII, mit Ausnahme der am Schlüsse stehenden 
Gesch. der 7 ökumenisclien Coucilien, übers, in: Chron. or. nunc primum 
latinitate donatuni ab Abr. Kcchelensi Paris 1651 in Script, bist. Byzant.« 
nova ed. Paris 16H5; in der neuen Ausg. der Script, bist. Byz. wieder- 
holt: Chron. or. Petri Hahebi Aegyptii primum ex Ar. lat. redditum ab 
Abr. Ecch., nunc nova interpret. donatum a. J. S. Assemani, Venet. 1729. 

IB. *Abdarrahim b. Ibrahim b. al Bärizi, geb. i. J. 
608/1211, t (>sa/1284. 

Orient. II 278; über seinen Vater Abulf. IV 538. 1. mudäwalat 
al aijäm wa mnmälalat al ahkdniy bist. Hagazgedicht, a) Leben 
Muhammeds und Gesch. der islAmischen Dynastien in Asien, Afrika 
und Spanien, b) ge»»graphische Übersicht der dem IsIäm unterworfenen 
Länder, c) die ni(-htish\mischen und die dem IslUm vorangegangenen 
Dynastien, Wien 808. 2. 41 TawUverse auf M. Berl. 7782,. 

17. Jühaniia Abu 1 farag Barhebraeus war i. J. 628/ 
1226 zu Malatia als Sohn des Arztes Ahrön, eines getauften 
Juden, geboren. Nach dem Mongoleneiufalle d. .1. 643/1248 
siedelte sein V^ater mit ihm nach Antiochien über, wo er 
Mönch wurde; bahl darauf ging er nach Tripolis, um bei 
einem Nestorianer Dialektik und Medizin zu studieren. Am 
12. Sept. 1246 wurde er zum Bischof von Gubos bei Malatia 
ernannt uiul nahm als solcher den Namen Gregorius an. Im 
J. 1252 wurde er von dem neuen jakobitisehen Patriarchen, 
dessen Wahl er energisch unterstützt hatte, zum Bischof von 
Halab befördert. Am 20. Jan. 1264 wurde er zu Sis in 
Cilicien zum Mafrijän, zum Oberhaupte der östlichen Jakobiten, 
erwählt. Als solcher hatte er seinen eigentlichen Sitz in 
Mösul, doch hielt er sich häufig in Tebriz und Maräga auf; 
in der letzteren Stadt ist er in der Nacht vom 29. zum 
30. Juli 1289 gestorben. 

Wüst. Ärzte 244, Oeseh. 363, Ledere II 147, Nöldeke, Orient. 
Skizzen, S.>i3 73, L. Cheikho in al Machriq I, Bairüt 1898. k, muh- 
ta§ar ad duwal, eine abgekiirzte, aber durch Zusätze, namentlich über 



340 2. Buch. 2. Abschnitt. 

7. Abu Marwän 'Abdalmalik b. ^Abdallah b. Badrün as 
Silbi, aus Silves, lebte wahrscheinlich in Sevilla und schrieb 
unter der Regierung des Jüsuf b. *Abdal rau'min al Muwahhidi 
(558—80/1163—84): 

Coint. hist. 8ur le poeme d'Ibii-*Abdoun (s. o. p. 271) par I. B. publ. 
p. R. Dozy, Leyde 1846; Wüst. Gesch. 271. 

8. Abu 1 Qäsim Halaf b. 'Abdalmalik b. Massud b. 
Baskuäl al Qurtubi, geb. am 3. Du '1 l.iig^a 494/30. Sept. 
1101, war einige Zeit stellvertretender Qädi in Sevilla und 
starb zu Cordova am 8. Ramadan 578/5. Jan. 1183. 

J. Hau 204, Huff. XVII 1, Wüst. 270. 1. k. an sila fi ahbär aimmat 
al Ändalus, Fortsetzung der Gelehrtengeschichte des b. al Farad! nr. 1, 
beendet am 3. GuraÄdä I 534/27. Dez. 1139, ed. Fr. Codera in Bibl. 
arab. hispana t. 1. u. 2. Matriti 1883. Fortsetzung Ä*. ad dail wat takmila 
von M. b. M. b. *Abdalmalik al Ausi al Ansftri al Marr&kosi zwischen 
675 und 768/1276 u. 1366, Paris 2156. 2. k, al gawämid wal mubßuimät 
min al asmd% weist nach, wer unter den in den Traditionen vor- 
kommenden, aber unbestimmt angegebenen Personen zu verstehen sei, 
Berl. 1673; Auszug vom Verf., yawänrid al asmä^ al muhhuma al iräqi^a 
ft muiün al ahddU al musnada, ib. 1674. 

9. Abu Ga'far A. b. Jahiä b. A. b. 'Omaira ad Dabbi 
al Qurtubi schrieb: 

K, hugjat al mufalammis ji ta^HJi riyäl ahl al AndaluH, Lebens- 
beschreibungen berühmter Männer und Frauen in Spanien, mit voran- 
gehender Gesch. der Eroberung und der umaijadiAchen Chalifen bis 
592/1196; ed Fr. Codera et J. Ribera, Bibl. ar. hisp. t. III, Matriti 1885. 
Vgl. Maqq. I 714, Wüst. Gesch. 282. 

10. Abu 'Abdallah M. b. ^Abdallah b. abi Bekr h, al 
'Abbär al Qudä*i, geb. zu Valencia, wurde Sekretär des 
dortigen Statthalters M. b. abi Hafs und seines Sohnes Abu Zaid. 
Als dieser beim Könige von Arragon zum Christentum über- 
getreten war, schloss er sich an Zaijän b. Mardanis an und 
ging, als die Christen Valencia belagerten, mit einer Gesandt- 
schaft nach Afrika, um Hilfe zu erbitten. Er kehrte zwar 
mit einer Flotte zurück, doch konnte diese die Eroberung 
von Valencia i. J. 633/1235 nicht hindern. Er schiffte sich 
nun nach Tunis ein und erhielt dort eine Anstellung im 
Diwan; unter al Mustansir wurde er sogar zum Wezir be- 



Die nachklaEsisuhe Periode der arabischen Litteratur. 341 

fordert. Dann alier geriet er in den Verdaclit, an einer Ver- 
schwöruug beteiligt zu sein, und wurde am 15. Muliarram 
658/2, Jan. 1260 auf Befehl des Fürsten in seinem Hause er- 
mordet. 

Wüst. Gesch. 344. 1. k, al JwWa as aijarä', Biograpliien yon FOrsten 
und angesehenen Personen in Spanien und Nordafrika, welche Dichter 
waren, Escur.' 1649. 2. luhfai al qädim, Nachahmung eines hist. "Werkes 
des Abb Bahr Safyikn b. Idri«, HH 2642, 67U!I, Auezug Esuur.' 356,, 
Tgl. M. J. Hüller, Beiträge zur Gesch. der westl. Araber p. 161, Dozy, 
Notices sur i|ue1ques mss. Arabes (Lejde 1847—51) p. 29. 3. k. lakmilet 
ag gila, Fortsetzung der Oelelirtengesch. des b. BaÄkuftl <nr. S) ed. 
Codera, Bihl. ar. hisp. V, VI, Matriti 1887—9. 4. Restitutio gratiae 
secretariuruni, Abb. über in Ungnade gefallene und wieder begnadigte 
Sekretäre, durth die er sith die Gunat du« Forsten von Tunis wieJer- 
erwarb, aU er sii-h einmal eine Strafe zugezogen hatte, Escur.' 1726. 
5. Lexikon s. bibl. Ar. Hisp. bis zum J. 650,1252, F.scur.' 1725. 

11. AUö '1 fidä' Ismä'il b. A. b. Sa'td b. M. 'Imädaddin 
li. al Atir war i. .1. (ir»2/r254 zu Kairo geboren. Als sein 
Vater am 19. Sauwäl (iOl/l. (*ct. 1292 starb, erhielt er dessen 
Steile in der Kanzlei. Im (luraädä 1 (iiV2 / Apr. 1292 sollte 
er den :5ultäii al Malik al A.^raf na('h Damaskus begleiten. 
In Karak aber überwarf er sich mit seinem Gebieter wegen 
eines Todesurteils, das auszufertigen er sich weigerte, kehrte 
nach Kairo zurück und schloss sich au den dort zurück- 
gebliebenen Statthalter Baidarä an. Als dieser im Muharram 
693 / Dec. 1293 den Sultan hatte ermorden lassen, sich aber 
selbst nicht in der Herrsrhaft behaupten konnte, scheint b. 
al A. seine Stellung verloren zu haben. Im .1. 699(1299 nahm 
er an dem Feldzage gegen den Tataren Qäzän teil und war 
nach der Niederlage des ägyptischen Heeres am 28. Rabf 1/ 
29. Dec. verschollen. 

Orient. II 2110, Wüst. Gesch. 372. 1. k. 'ibmf uB V ahbSr ft mulük 
alantgär. Conit. zu dem Gedichte des b. 'Abddn (s. o. p. 271), fast wörtlich 
aus dem des b. Badrftn (nr. 6) entnommen, mit einer Fortsetzung in 
55 Versen, die die Geitcli. bis zum J. 697/1297 weiterführen, und Comt. 
dazu, HH H037, 9444, Paris 3134, Br. Mus. 274, Gayangoa praef. p. XXII. 
2. Comt. zu dem k. 'umdat al ahkäm miti kaläm aaijid al atiSm 
des al GamniA'Ui s. u. u. 3ä7. 




342 2. Buch. 2. Abüchiiitt. 

4. Chalifen- und Universalgeschichte. 

1. Abu Mansür al Hosain b. M. al Mar*asi at Ta'älil)i 

• • — — 
• 

schrieb unter der Regierung des Mahmud v. Gazna (388 bis 
421 / 998—1030): 

k. al gurar ]i sijar al mulnk wa^ahbarihim in 4 Bden.; Bd. 1 u. 2. 
Paris 1488: 1. Gesch. Persiens von Kajomart bis auf Jazdegird b. Bahr^m 
und den Krieg zwischen seinen Söhnen Firüz und Hormuz. 2. bis zum 
Falle des Jazdegird b. Sahrij&r, die Gesch. der jüdischen Könige und 
Propheten, der Pharaonen, der Könige von Jemen, der arabischen 
Fürsten in Syrien und im *lr&q, der Könige der Griechen, 
kurze Notizen über Muhammad. Bd. 3 u. 4: Gesch. der 4 Chalifen, der 
Umaijaden und der 'AbbÄsiden, des Abft Muslim, der Barmekiden, 
TAhiriden, S&mftniden, Hamd&niden, Büjiden, des Sebuktekin und Mah- 
mfid; verf. auf Wunsch des Abu 'l Muzaffar Nasr, Bruders des Mahmftd. 

2. Abu 'Ali A. b. M. b. Ja'qüb b. Maskawaih^), 
Schatzmeister und Vertrauter des Sultans *Adudaddaula b. 
Biije. Philolog, Philosoph und Arzt, starb in hohem Alter 
i. .1. 421/1030. 

Abulf. Hist. anteis. ed. Fleischer p. 203, Wüst. Arzte nr. 12«, 
Gesch. 182, Leclerc I 482. l. k, iagärib al umam, allgemeine Gesch. 
bis zum Tode des 'Adudaddaula i. J. 372/982^, HH 2430, Bodl. I 804, 
de Jong 101, Escur.* 1704. Pars sexta operis Tadj4ribo 1-omami, auctore 
Ibn Maskoweih, ed. M. J. de Goeje, Fragm. hist. Ar. t. 11, Lugd. Bat. 
1871. Die Fortsetzung von M. b. abi '1 Fadl al Hamadäni (f 513/1119, 
Wüst. Gesch. 227) erwähnt J. Hall. nr. 190; vgl. Sprenger ZDMG 13 
514. 2. k. ädäh al ^Arab wal FurSf praktische Philosophie in 6 Teilen, 
a) ein Teil des Buches gätridän ^irad, nach Gfthiz' htifälat al fahtn 
von Hasan b. Sahl, dem Bruder des Wezirs al Fadl b. Sahl, aus dem 
Pehlewt ins Arab. übertragen*) (dies bes. u. d. T. munial^ab gämdan 
hirad ft *n nasä^ih AS 4304), b) Perser, c) Inder, d) Araber, e) Griechen, 
f) moderne Philosophen, Leid. 381, Bodl. 1 292, Paris 3957, vgl. de Sacy, 
Not. et extr. X 95 n, M^m. de Pac. d. inscr., IX 1 ff. Aus der griecli. 
Abteilung: Tabula Cebetis Graece, Arabice, Latine. Item aurea carmina 
Pythagorae cum paraphrasi Arab. auct. Joh. Elichmann. Cum praef. Cl. 



*) Eigentlich MuSküje von tnuSkj Moschus, Nöldeke Pers. Stud, I 
406; Wüst schreibt Miskaweih wegen des Paradigmas SIbawaih im Qämüs, 
aber das ist gewiss nur der Endung wegen angeführt. 

*) Nach 6th^ Cat. of the Pers. Mss. in the Bodl. library wäre das 
von ihm unter Nr. 1417 besprochene pers. Werk qanün alhikma wadastnr 
die Grundlage dieses Buches (?). 



Die nacliklasMsche Periode der arabischen Litteratur. 343 

Salniasii, Lugd. Bat. 1640, vgl. Wenrich p. 86 ff. Per». Über«, a) v. M. 
b. M. al Arra^&nl at Tustürt (unter Akbar) Br. Mu». pertn. II 441 ft; 
b) V. M. Hosain Hakim Ind. Oif. 173. 3. k, fah^b al ahläq wa fatjr al 
aräq, Ethik, Br. Mus. Suppl. 721 II, gedr. Kairo 1298, 1299 (am Rde. 
OB II 6081), Auszug Br. Mus. 1349,2- 4. k. al fauz al asyar Escur.* 
669,. 5. Nachweis, dass der Tod nicht zu fürchten sei, Br. Mus. 980,,. 

3. Abu * Abdallah M. b. Saläina b. (ia*far b. 'Ali b. Hakinun 
al Qudä'i hatte in Bagdad Traditionen und säfi'itisehes Recht 
studiert, wurde Qädi in Ägypten und von dort einmal mit 
einer Gesandtschaft an den Griechischen Kaiser betraut. 
Später erhielt er auch das Amt, für den i. J. 418/1027 von 
az Zähir zum Wezir ernannten Abu T Qäsim 'AH al Gargarä'i, 
dem der Chalif al Hakam beide Hände hatte abhauen lassen, 
die Dekrete zu unterzeichnen. Im J. 445/1053 traf er auf 
der Wallfahrt in Mekka mit Abu Bekr al Hatib al Baüdädi 
(s. 0. p. 329) zusammen und hörte bei ihm Traditionen. Er 
starb im Du Iqa da 454 / Nov. 1062 in Fustät. 

J.HaU. 565, Abulf. III 189, Husnl 227, Wüst. Gesch. 199. 1. k. al inba 
\ilä (hVanba) al anbija wa fatränh al hula/ä\ Abriss der Weltgeschichte 
von der Schöpfung bis zum J. 417/1026 oder 422 1081, Berl. 9483, Bodl. 
I 713 (vgl. II p. 592), 865. 2. k. Uijün al ma'ärif wafunün ahbar al 
liaWif, Gesch. der Patriarchen, Propheten, Muhanimcds, der Umaijaden, 
'AbbAsiden und F&timiden, Paris 1490,, 1491, anon. Fortsetzung bis zum 
J. 926/1520, Paris 14902. 3. k. nuzhaf al albäb gämi" at taiväiih wal 
albab, Conipendium der Weltgesch. bis zum J. 417/1026, Br. Mus. 1216. 
4. Ar. as suhabäf fi ^l mawä^iz wal ädäb min hadit rasül alläh s'^lm. 
oder k. iihab al ahbar fi 7 hikam wal amtäl wal ädäb min al ahädtt 
an nabatvijv, oder s. alahhär fi ^l ahädit al marmje *ani 'r rastil al 
muhtävy Berl. 1271, Paris 1952, Leid. 372, (wo a. Hdss. aufgez.), Kairo 
I 367, 408, \1I, 57. Vgl. Wüstenfeld, G. G. A. 1837, p. 1109. Comt. v. 
M. b. Mansür b. Munir, Br. Mus. 192; pers. Übers, ungefähr a. d. J. 
580/1184, Berl. 1270. 5. k. isnäd al hhäb , Index der Überlieferer zum 
vorigen Werke, Escur.^ 748, 763, 1524 = musnad aU. Kairo 1 419. 6. k. 
al ynuhiär 1i dikr al hiiaf wal ahbar erwähnt Maqr. Hitat I 5, unter 
seinen Quellen. 

4. Abu 1 Qäsim Sä'id b. A. b. 'Abdarraljmän b. M. b. 
Sä*id al Qurtubi, geb. zu Almeria, Qädi V(Ui Toledo, starb 
am 4. Sauwäl 462 / (>. Juli 1070. 



') Nach MBqrlzl Hitat 1 5^ : 457,1065. 



344 2- Buch. 2. Abschnitt. 

Wüst. Gesch. 206. k, at fä'nf bitahaqät al umam, Corapendium 
der Weltgesch., verf. 460/1068, Maqq. I 905, Br. Mus. 1622, Auszüge ib. 
281, 1503,, Leid. 754, vgl. Steinschneider al Fär&bi p. 141—6. 

TT T T 

5. Abu Sugä* Sirawaih b. Sahridär b. Sirawaih b. 
Fennähosrau al Hamadäni ad Dailami, geb. i. J. 445/1053, 
säfi^itischer Jurist und Traditionarier, Repetent an der Medrese 
zu Hamadän, starb am 9. Ragab 509/29. Nov. 1115. 

Huff. XV 31, Wüst. Gesch. 225. 1. Ar. rijad al uns li*uqalä' al ins, 
Gesch. der Propheten und Chalifen bis auf al Mustazhir biU&h (487 bis 
512/1094—1118), Kairo V 64. 2. /a'n^ Hamadan, von J&qüt oft citiert, 
HH 2339. 3. k. firdaus al aJ^bär, Sammlung von 10000 kurzen und 
ächten Traditionen, aus dem k. Uhäb al ahbär des al Qud&M, alpha- 
betisch, ohne Isnäd, aber mit Angabe des R&wl, Berl. 1278, Kairo I 382. 
Auszüge a) nuzl as 8<Viri7i ilä 'lläh robb al ^älamin v. Mahmud ad 
Darkazini (f 711/1311, nach Ahlw. geb. 650, f 743V), Berl. 1279, Goth. 
595, b) V. b. as Sih&b al HamadÄni, f 786/1304, Br. Mus. 890*. c) al 
busfän al mustrahrag min al firdaus^ 1140 Traditionen v. *A1! b. 
abi 'l Q&sim b. *Ali Alger 2196. 4. k. nuzhat al ahdäq ft makärim 
al ahläq, kleine Traditionssammlung, Alger 497,. 

6. Abu '1 Qäsim *Abdarrahmän b. M. b. 'Abdallah b. 
Jüsuf b. Hubais (Habis) al Ansari war i. J. 504/1110 in 
Almeria geboren. Als Alfons VII am 20 Guniädä I 542 / 
18. Oct. 1147 diese Stadt erobert hatte, entliess er den b. 
H. aus der Gefangenschaft, da er ihm durch seine genea- 
logischen Kenntnisse imponierte. Er ging dann nach Murcia, 
wurde dort Qädi und starb am 14. Safar 584/ 14. April 1188. 

Huff.XVir,2, Maqq. II, 761, Wüst. Gesch. 277. A:. al gazawäi addämina 
al käfila wal futüh al gämi'a al hdfila oder kurz k. al magäzt, Gesch. 
der 3 ersten Chalifen und der unter ihnen erfolgten Ausbreitung des 
Islams durch Siege und Eroberungen, meist nach WÄqidi und Tabari, 
verfasst im Auftrage des Almohaden Jftsuf») (558—80/1163—84), voll- 
endet i. J. 583/1187, Berl. 9689, Leid. 779, vgl. de Goeje Mdmoires nr. 2. 

7. Im 5. oder 6. Jahrh. schrieb ein Anonymus: 

Ar. al ^ujüfif Chalifengeschichte von al Walid b. 'Abdalmalik bis 
al Mu'tasira, wertvoll durch die ausführliche und unbefangene Geschichte 
der ümaijaden; ed. de Goeje, Frgm. bist. ar. t. I. 

') Natürlich nicht des Bagdäder Chalifen an Näsir lidin all&h 
(675 — 622), wie Ahlw. aus der von ihm angeführten Stelle unter Ver- 
kennung eines blossen Ehrentitels schliesst, ohne die deutliche Kunja Abu 
Ja'qüb zu berücksichtigen; vgl. J. HalL nr. 815. 



Die nachklasäische Periode der arabischen Litteratur. 345 

8. Abu Merwän 'Abdalmalik b. al Kardabüs at Tauzari 
schrieb wahrscheinlich gegen Ende des 6. Jahrb.: 

AI ikiifa ft aJibär al Jiulafa bis auf den Almohaden Jüsuf (s. nr. 6) 
HH 2213, Hds. im Besitze de Gayangos^ Auszüge in dessen Hist. of the 
Moh. dynasties in Spain, vol. I. App. D, vol. II, App. C, Dozy, Script. 
Ar. loci de Abbad. vol. 11, p. 11, dess. Recherches, 2. ed., t. II, p. XXI, 
vgl. p. 45, 3. ed., t. II, p. XVIII, vgl. p. 41. — Wüst. Gesch. 289. — 
Hdss. in Tunis und Tlem^en vgl. Bull, de corr. Afr. 1884, p. 18, nr. 55. 

9. Badraddin Bidl b. abi M Ma'mar Isniä'il at Tibrizi 
blühte um d. J. 661 / 1204. 

HH 396, Wüst. 293. Tuhfat al aulija al atqija fi dikr Ml sahil 
al anhija wa ma^rifet al hulaja*, kurze Gesch. Mohammeds, seiner Ge- 
fährten und der Chalifen bis zum Regierungsantritt des al Mustadr i. 
J. 566/1170, HH 2555, Goth. 45. 

10. Abu 1 Hasan 'Ali b. abi '1 Karani Atir addin M. b. 
M. b. ^Abdalkariin *Izzaddin M. b. al Atir as Saibäni^), 
geb. am 4. (iumädä 1 555/ Kl Mai 1160 zu Gazirat b. *Omar 
in Mesopotamien, siedelte i. J. 576 / 1180, als sein Vater seiner 
Stelle als Priifekt enthoben war, mit seiner Familie nach Mausil 
über, wo er seine Studien vollendete. Sowohl in Bagdad, wohin 
er mehrmals, teils auf der Pilgerreise, teils als Gesandter 
des Fürsten von Mausil kam, wie in Syrien und Jerusalem *), 
das er eigens zu diesem Zweck aufgesucht zu haben scheint, 
suchte er seine Kenntnis der Tradition und der Geschichte 
zu vermehren. Nach Mausil zurückgekehrt, lebte er als 
Privatmann nur den Wissenschaften. Im J. 626/1229 traf 
ihn b. IJallikän (s. o. p. 327) als Gast des Sihäbaddin Tugril, 
Atabegs des al Malik al 'Aziz in Halab. Im J. 627/12H0 
reiste er nach Damaskus, kehrte im folgenden Jahre nach 
Halab zurück, begab sich nach kurzem Aufenthalte wieder 
nach Mausil und starb dort im Sa*bän 630 /Mai 1234. 

J. HaU. 433, Abulf. IV, 398, Huff XVIII, 4, de Slane, Hist. d. 
Croisades p. 752, Wüst. Gesch. 315. 1. k. al kämil ft V la'nfi, Universal- 
geHchichte bis zum J. 628/1231. Der erste Teil bis zum J. 310, mit 
Ausnahme des Abschnitts über die Schlachttage der Araber, ist eine 



') Über seine Brüder Dijä'addln s. o. p. 297, Magdaddln s. u. 
p. 357. 

2) Dort war er i. J. 603,1206, K&mil 1 232,,. 



346 2. Buch. 2. Abschnitt. 

durch Zusätze aus anderen Quellen vermehrte Abkürzung aus Tabarl 
(s. ü. p. 142). Ibn-el-Athiri Chronicon, quod perfeetissimum inscribitur, 
ed. C. J. Tornberg, 14 Bde., Lugd. Bat. 1851—76, 12 Bde., Kairo 1290, 
1308. Ibn-el-Athirs Chrönika 11. delen ifräm Arabiskan ofversatt 
af C. J. Tornberg, Lund 1851. C. Brockelmann, Das Verhältnis von 
Ibn-el-AtIrs Kämil fit-ta'rih zu Tabaris Ahbär er rusul wal mulük, Diss. 
Strassburg 1890. Fortsetzung v. b. Fahd al Halabl, f 725/1325, s. Buch 
III, Abschn. 1, Kap. I, § 3, d, nr. 1,,. 2. Historia Dynastiae Atabegidarum 
Mosulae principum, verf. i. J. 608/1211, Paris 1898, ein Auszug bei de 
Guignes, Not. et Extr. 1. 1, p. 542, vollständig gedr. in Recueil des historiens 
arabes des croisades t. II. 3. k. usd al gäba fi ma'rifet as §ahähaj 
Nachrichten über 7500 Zeitgenossen Muhammeds, 5 Bde, Kairo 1280. 
4. k, al lubäb muhtasar al ansah lis SanCdnt s. o. p. 830. 

11. Abu Isliäq Ibrahim b. 'Abdallah b. 'Abdalmun'iin 
Sihäbaddin b. abi M Dam al Hamdäni al Hamawi, geb. i. 
J. 583/1187 zu Hamät, war säfi'itischer Qädi daselbst. Als al 
Malik al MuzaflFar Gäzi, Fürst von Maijäfäriqin, i. J. 642/1244 
gestorben war, wurde b. abfd Dam an die Spitze einer 
Gesandtschaft gestellt, die al Malik al Mansur, Fürst von 
llamät, mit vielen Geschenken an den Chalifen al Musta'.sim 
nach Bagdad schickte, um seine Belehnung mit dem erledigten 
(Jebiete von ihm zu erwirken. Ibn abi *d Dam erkrankte 
unterwegs, musste von Ma*arra nach Hamät zurückkehren 
und starb dort im selben Jahre. 

Abulf. IV, 480, Wüst. Gesch. 326. 1. ToM^J, Gesch. des Propheten 
und der Chalifen bis zum J. 628/1231, HH 2068, Bodl. I 728. 2. at fa*nf^ 
al Muzaffarij eine ausführliche Gesch. der isl&mischen Völker in 6 Bden, 
dem genannten Fürsten von Maijäfäriqin gewidmet, HH 2313. Die auf 
Sicilien bezüglichen Stellen, itaUenisch übers. ▼. Ag. Inoegeo, Annali 
di Palermo 1650, t. II, p. 659, lat. in Excerpta ab historia, cui titulus 
Almodfori, in Bibl. bist, regni Siciliae, op. et studio O. B. Carusii, 
Panormi 1723, t. I, p. 19—23, Muratori, Rerum Ital. script. t. I, P. 2, 
p. 251 , Rerum Arabum, quae ad historiam Siculam spectant, ampla 
collectio op. et studio Rosarii Gregorio, Panormi 1790, p. 53 — 68. 3. k, 
fadqiq al 'inäje fr iahqiq ar riteaje, Alger 544. 4. k. adab al godi, 
Paris 996. 

12. Abu T Haggäg Jusuf b. M. b. Ibrahim al Ansäri al 
Baijäsi, aus Baeza in Spanien, siedelte nach Tunis über und 
starb dort i. J. 653/1255. 

J. Hall. 822, Maqq. II, 213, Wüst. 338. 1. k. al i'läm bilhurüb fi 
sadr al islänif von der Ermordung 'Omars bis zum Aufstande des Waltd 



Die nachklassiBcbe Periode der arabischen Litteratur. 347 

b. Tarif gegen Härün ar Ra»id in Mesopotamien, 2 Bde, in Tunis dem 
Emir Abu Zakarijä JahjÄ al Hafsl überreicht, HH 950, Kairo V 10. 
2. k. al Hamäsa^ Gedichtsammlung, verf. in Tunis i. J. 646/1248, Aus- 
zug, Goth. 13. 

13. Samsaddin Abu T MuzaflFar Jusuf b. Qizuglü b. *Abd- 
alläh Sibt b. al (lauzi war i. J. 582/1186 zu Bagdad ge- 
boren. Sein Vater war ein türkischer Sklave des Wezirs b. 
Hubaira (f 560/1165), der ihm die Freiheit schenkte und ihn 
erziehen Hess. Er heiratete eine Tochter des berühmten 
Predigers und Polyhistors b. al Gauzi (f 597/1200 s. Kap. XVIII 
nr. 13) und scheint bald nach der Geburt Jüsufs gestorben 
zu sein, der nun von seinem mütterlichen Grossvater erzogen 
wurde. Von diesem hatte der Enkel das Talent zu erbau- 
licher Predigt und den Sinn für die Geschichtswissenschaft 
geerbt. Nachdem er seine Studien in Bagdad vollendet hatte, 
ging er auf Reisen und Hess sich endlich in Damaskus als 
Lehrer des hanefitischen Rechtes und als Prediger nieder; 
dort ist er am 21. Du T higga 654/10. Jan. 1257 gestorben. 

J. Hall. 378, 817, Maqq. I 64, b. Qutlübugä 256, Wüst. Gesch. 340. 
1. A:. mir^ät az zamän fi ta^nßi ^^ a'jän, allgemeine Gesch. von der 
Schöpfung bis z. J. 654/1256, in einzelnen Bänden vollständig, bis auf 
den Schluss von 120 Jahren und 50 Jahren in der Mitte erhalten: Bd. 1. 
Br. Mus. Suppl. 465, Escur.* 1639; Bd. 2, Perser, Araber, Muhammed, 
Leyd. 756; Bd. 2. M. und die Jahre 1-26, Münch. 937; Bd. 6, J. 41— 80, 
Bodl. I 723; Bd. 7 u. 8, J. 72—149, Br. Mus. 1224; Bd. 4, J. 97—121, 
Bodl. I 682; Bd. 11 u. 12, J. 137-227, Goth. 1556; Bd. 9, J. 167—210, 
Escur.* 1040; Bd. 6, J. 190—281, Paris 640; Bd. 13, J. 218-253, E.ncur.» 
1641; J. 218— 79, 282-460. Br. Mus. Suppl. 1270/1; Bd. 12. J. 327 420, 
Bodl. I 679; Bd. 12, S. 440—517, Paris 641; Bd. ? J. 479-533, Leyd. 757, 
Bodl. 1 759; vgl. Recueil d. bist. d. Croisades 2, Hist. or. t. I, introd. p. 60. 
Auszüge a) anon. über die J. 134—645, Br. Mus. 279, , b) v. M. b. as 
. Singäbi aus Teil I, Bodl. I 294^, c) v. al Jünln! f 726/1326, Teil I, Berl. 
9442, die J. 56 -74, 75—96, 577-654, Br. Mus. 1225- 27 »). Fortsetzung 
von dems. in 4 Bden, von denen der erste, über Ägypten und Syrien 
in d. J. 658—74, Bodl. I 700; anonym über die J. 655—7, 671—87, Kairo 
V 58. 2. tadkirat hawäss al umma bidikr hasais al a*imma, Gesch. 
des Chalifen 'Ali, seiner Familie und der 12 Im&me, Leyd. 791. 3. Ä:. 

*) Der von Wüst. 1. l. angeführte Auszug des b. Magdaddln al 
Gruzi, Paris 772, geht vielmehr auf das k. al mmifazam des b. al Öauz! 
t 597, zurück; vgl. Cat. de Slane 1550. 



348 2. Buch. 2. Abschnitt. 

al galis as mlih wal anis mmäfih, teils zum Lobe, teils zur Belehrung 
des Aijübiden Abu '1 Muzaffar Müsä b. abt Bekr b. Aijüb, t 635,1237, 
als Statthalter Yon Damaskus: a) seine Geburt und Erziehung, b) Not- 
wendigkeit der Ermahnung, c) was der Fürst anwenden niuss, d) Rang 
und Würde des Statthalters, e) Vorzüge der Gerechtigkeit und der 
Unterstützung der Unterdrückten, f) Tadel der Ungerechtigkeit, 
g) Glaubenskampf, h) Auswahl aus Fürstenbiographien, i) ausgewählte 
Erzählungen von Frommen und Asketen, ihre Reden und wer von ihnen 
zu Fürsten kam, wer nicht, k) Ermahnung Früherer an Fürsten, wer 
von ihnen Geld annahm, wer nicht. Goth. 1881. 4. k. kam al mulük f% 
kaifijef as Hulüky Anekdotensammlung, Paris 3515. 5. Ein Erbauungsbuch, 
Titel? Verf. V Berl. 8781. 

14. Girgis rAbdalläh) b. abi '1 Jäsir b. abi T Makärim 
al Makin b. al * Amid war i. J. ()(V2/1205 in Kairo als Sohu 
eines christlichen Beamten im Kriegsministerium geboren und 
erhielt als junger Mann eine gleiche Stellung. Als der Gönner 
seines Vaters, der Statthalter von Syrien 'Alä'addin Tibars, 
beim Sultan in Ungnade fiel, wurden sämtliche Beamte 
seines Kriegsbureaus, unter ihnen auch abu M Jäsir und sein 
Sohn, nach Ägypten citiert und dort gefangen gesetzt. Der 
Vater starb i. J. 636/1288; der Sohn erhielt bald darauf seine 
Freiheit und seinen Posten in Syrien wieder. Nachdem er 
aber hier durch einen neidischen Rivalen zum zweiten Male 
verdächtigt und einige Zeit gefangen gehalten war, zog er 
sich nach Damaskus ins Privatleben zurück und starb dort 
i. J. 672/1273. 

Jourdain Biogr. univ. XllI, 42» Rödiger in Ersch u. Gruber, XXII I, 
426, A. Bonneau, Nouv. Biogr. generale, XV, 901. Wüst Gesch. 351. 
k. al magmiC al mubdrak, allgemeine Weltgesch., Teil I von der 
Schöpfung bis Muhammed, Goth. 1557 (wo a. Hdss. aufgez.)t Auszüge 
in Hottingers Smegma Orientale, Teil II von M. bis z. J. 658/1260, Berl. 
9443, Bodl. II 47. Historia Saracenica, arabice olim exarata a Georgio 
El macino et latine reddita opera Th. Erpenii, Lugd. Bat. 1625, engl. 
Übers, v. S. Purchas, London 1626, franz. v. P. Vattier, Paris 1657. 
Fortsetzung ati nahg an sadid wad dürr al fand ftmä ba^d fd'rth b. 
al 'Amtd, von dem ägyptischen Christen Mufaddal b. abt '1 Fadä'il, 
Gesch. der Maralükensultäne von al Malik az Z&hir Baibars 658/1260 
bis al Malik an Näsir b. Qal&wün 741/1340 und einzelne Ereignisse bis 
749/1348, behandelt auch die Gesch. der Jakobitischen Patriarchen von 
Ägypten, der Muslime in Jemen und Indien und der Tataren. 
Paris 4525. 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 349 

V 

15. Abu Sukr Butrus b. ar Rähib Abu Karam h. 
Muhaddib war i. J. n()9/1070 monophysitischer Diacon an der 
Mu'allaqa d. i. der Marienkirche in Fustät und lebte noch 
i. J. 681/1282. 

Wüst. 360. Chronicon Orientale von Erschaffung der Welt bis z. 
J. 657/1259, Ass. 1 574, VIII, mit Ausnahme der am Schlüsse stehenden 
Gesch. der 7 ökumenischen Concilien, übers, in: Chron. or. nunc primum 
latinitate donatum ab Abr. Ecchelensi Paris 1651 in Script, bist. Byzant, 
nova ed. Paris 1685; in der neuen Ausg. der Script, bist. Byz. wieder- 
holt: Chron. or. Petri Rahebi Aegyptii primum ex Ar. lat. redditum ab 
Abr. Ecch., nunc nova interpret. donatum a. J. S. Assemani, Venet. 1729. 

16. 'Abdarrahim b. Ibrahim b. al Bärizi, geb. i. J. 
608/1211, t 683/1284. 

Orient. II 273; über seinen Vater Abulf. IV 538. 1. mudäwalat 
al aijäm wa mumätalai al ahkäm, bist. Ragazgedicht, a) Leben 
Muhammeds und Gesch. der islamischen Dynastien in Asien, Afrika 
und Spanien, b) geographische Übersicht der dem Islam unterworfenen 
Länder, c) die nichtisl&mischen und die dem IslAm vorangegangenen 
Dynastien, Wien 808. 2. 41 Tawilverse auf M. Berl. 7782i. 

17. Juhanmi Abu '1 farag Barhebraeus war i. J. 623/ 
1226 zu Malatia als Sohn des Arztes Ahrön, eines getauften 
Juden, geboren. Nach dem Mongoleneinfalle d. J. 643/1243 
siedelte sein Vater mit ihm nach Antiochien über, wo er 
Mönch wurde; bald darauf ging er nach Tripolis, um bei 
einem Nestorianer Dialektik und Medizin zu studieren. Am 
12. Sept. 1246 wurde er zum Bischof von Gubos bei Malatia 
ernannt und nahm als solcher den Namen Gregorius an. Im 
J. 1252 wurde er von dem neuen jakobitischen Patriarchen, 
dessen Wahl er energisch unterstützt hatte, zum Bischof von 
Halab befördert. Am 20. Jan. 1264 wurde er zu Sis in 

• 

Cilicden zum Mafrijän, zum Oberhaupte der östlichen Jakobiten, 
erwählt. Als solcher hatte er seinen eigentlichen Sitz in 
Mosul, doch hielt er sich häufig in Tebriz und Maräga auf; 
in der letzteren Stadt ist er in der Nacht vom 29. zum 
30. Juli 1289 gestorben. 

Wüst. Ärzte 244, Gesch. 363, Ledere 11 147, Nöldeke, Orient 
Skizzen, 8.'253- 73, L. Cheikho in al Machriq I, Bairüt 1898. k, muh- 
ta§ar ad duwal, eine abgekürzte, aber durch Zusätze, namentlich über 



^.•BatflM^ 



350 2- Buch. 2. Abschnitt. 

die medizinische und mathematische Litteratur der Araber, vermehrte 
Obers, seiner syrischen Chronik, auf Bitten einiger vurnehmen Muslime 
kurz vur seinem Tode veranstaltet. Hii^turia Orientalin autore Gregorio 
Abul-Pharagio ed. E. Pococke, Oxon. Ifi63, Suppl. 1H72; ed. S&lihäni, 
Beyrouth 1890»). 

18. M. b. 'Ali b. 'AbdaFaziz b. 'Ali b. Barakät al Hamawi 
sehrieb in der 2. Hälfte des 7. Jahrb.: 

1. Mulitamr tdjar al awä^il wal mulük tca wamlet al *abd al 
mamlük, Abriss der vorisl4mischen Gesell, und der des Isl&ms bis auf 
den Chalifen al Muhtadt 255/869, gewidmet dem Isfahsalär Saifaddln 
•Ali b. Hasan, Paris 1507. 2. at ta^ri?^ al Man§nn tulJ^^ al kaSf tcal 
bajan fi hawädit az zanidn, verf. i. J. H31 1233, Pet. AM 159. 

6. Prophetengeschichte. 

1. Abu Bekr M. b. 'Abdallah al Kisä'i schrieb zu An- 
fang des 5. Jahrh. : 

1. k. bad* (lialq) ad dunjä tcaqi^a^ al anbijä\ Berl. 1021 — 4, 
Bonn 7, Münch. 444/5, Ref. 154, Paris 1909—17, Leid. 2042, Br. Mus. 351, 
901/2, 1274/5, 1500, Suppl. 497-9, Ind. Off. 715, Bodl. 1 127,, 756, 833, 
II 123, vgl. Hottinger, Promptuarium (Heidelberg 1658) \^. 209, Lidzbarski, 
DisH. p. 20 — 5. 2. k. ^agd*ib al mamlaknf, Schöpfungsgesch. Berl. 6160, 
Landberg-Brill 281, Kairo VII 328. 

2. Abu Ishäq A. b. M. b. Ibrahim atTa'la!)i an Nisä- 
büri, säfi'itischer Jurist, starb i. J. 427/1036. 

J. Hall. 30, Wüst. Gesch. 185. 1. k. ^ard^is al magälis fi qi§a§ 
al anbija\ Berl. 1019/20»), Bodl. II 47, Br. Mus. Suppl. 494-6, Auszug 
Goth. 99, (wo a. Hdss. aufgez.), gedr. Kairo 1297, 1306, 1308, 1310, 
Bombay 1306. 2. Ein davon verschiedenes Werk über die vormuhamme- 
danischen Propheten, HH lY 195, Alger 848«. 3. k, al kalf wal bajan 
'an fa/sir al qorän, Berl. 737 43, Landberg-BriU 489, Br. Mus. 821, 
Kairo 1 193, vgl. ^Noldeke Gesch. d. Qor'äns p. 76«, dazu die Kritik 
tnabähit at tafsir v. A. b. M. b. al Muhtftr ar Räzi um 631/1233, Kairo 
I 198; Auszug v. b. abi Randaqa, f 520/1126, Kairo I 209. 4. k. mubärak 
judkar fihi qaflä *l qorän al *aztm alla^na sami'ü 7 qor^dn tca nidfii 



*) Seine syrischen Werke s. b. Wright Öyriac Litterature p. 265 ff., 
seine andren arab. Werke in meiner künftigen Gesch. der christlich- 
arab. Litteratur. 

*) k. qi§(i? dl anbijä* Paris 1923 ist aus Kisli'i und Ta'labi com- 
biniert. 



Die nachklassiäche Periode der arabischen Litteratur. 351 

binamä'i?iif Leid. 1979, 1890. 5. k. ad durra al Jähira ß 7 amiäl an 
ftaira, R&gib 1097, Verf V (etwa at Ta* Alibi? ». o. p. 284). 

5. Kapitel. Unterhaltiingslitteratiir in Prosa. 

1. Abu Sa'id Mansur b. al Hosain al Äbi, Wezir des 
Büjiden Magdaddaiila, f 421/1030. 

Jäqüt I 57. k, nah' ad durar (wayiafä^is algauhar) /t 7 m uhädaräl 
Anthologie in Vers und Prosa, sieht von ganzen Gedichten und längeren 
Geschichten ab, sucht aber ein möglichst vielseitiges Interesse zu be- 
friedigen und das Gleichartige und Zueinandergehorige zusammenzu- 
stellen, Berl. 8329—31, Leid. 450 (Teil 1 u. 2), Bodl. I 301 (?), 374, 
Pet. AM p. 19, Kairo IV 336; Auszug v. 'Abdallah b. Xasr b. 'AbdaKazIz 
az Zaidi, Paris 3490. 

2. Abu Jüsuf Ja'qub b. Sulaimän al Isfarä'ini gestorben 

488/1095. 

Mahäffin al adab wagtinäh ar rijab, 8 Kapitel über Moral und 
den Umgang mit Menschen, Paris 3401^. 

3. hl der zweiteu Hälfte des 5. Jahrh. schrieb Abu 1 

» 

'Abbäs M. b, Is!jäc( b. Ibrahim al Gurgäni at Taqafi: 

al muntahab min klnäjät al udaba* ira*iiarät albulaga, Kairo 
I V 332. 

4. Abu Bekr M. b. (ia'far b. A. b. al Hosain as iSarräg 
al Qäri al Bagdädi, geb. ca. 418/1027, gest. 500/1106 in 
Bagdad. 

J. Hall. 131. k. masäri^ al 'nSSäq, Erzählungen und Gedichte über 
die Liebe und Liebende, Br. Mus. 1419, Suppl. 1133, gedr. Opel 1301 ; Auszug 
k. aswaq al ahcäq min w. af *«. v. Abu *1 Hasan Ibrahim b. 'Omar b. 
Husain al Biq&'i f 885 1480, Paris 3065 (vgl. Kosegarten Chrcst. X 3), 
Escur.^ 4()82; Auswahl fazßn al asicäq bitaft/il (farfib) aswaq al UtSSäq 
V. DA'üd al Antäki f 1005,1596, Berl. 8421, Goth. 2700, Wien 410, Br. Mus. 
774, Havn. 287, v. Kremer Ideen p. 408, gedr. Kairo 1279, Bül&q 1281, vgl. 
Kosegarten Chrest. p. 22, Goldziher SB WA, phil. bist. Cl. Bd. 88, p. 513 
nr. VIL 

5. Abu 'Abdallah (Abu Häsiin) M. b. abi M. b. M. b. 
Zafar as Saqali Huggat addin war in Sicilien geboren und 
in Mekka aufgewachsen, verlebte seine Mannesjahre wieder 
in der Heimat und starb i. J. 565/1 H)9 (n. a. 568) in 
Haniat. 



:^:)'2 2. Buch. 2. Abschnitt. 

1. k. sulwan al muiff^, ein Fürstonrtpiejyjel ^), 1. Ausgabe v. J. 545 
1150, Br. Mus. 1530,, 2. v. J. 554/1159, gewidmet dem Abu 'AbdalUh 
M. I). abi n Qäsim 'Ali al Qorasi, Qa'id v. Sicilien, Berl. 8750 1, Leid. 
537—40 (wo a. Hdss. aufg.), Br. Mus. Suppl. 1160, gedr. Kairo 1278, 
Tunis 1279, Bairfit 1300. Amari, Conforti politici di Ibn Zafar, Firenze 
1851; Solwan or Waters of Comfort, London 1852; türk. Übers, v. Qara 
Halilzäde f 1168 1754, Berl. 8752, Wien 382, vgl. Hammer, Gesch. d. 
osman. Reiches, VIII, 251 3, JAP 186«) II, p. 8623. 2. k. inb(V liugabä" 
al ab7tä\ Charakterzüge und Anekdoten aus dem Leben berühmter 
Kinder, Paris 2121 2, abgekürzte Neubearbeitung durar al qnrar ft i. 
n. <il a. Berl. 95067, Goth. 1780, Br. Mus. Suppl. 1139. 3. k. Jiair al 
busar^) bikdir al basat'j Prophezeiungen über den Propheten, a) in der 
hl. Schrift, b) von den jüdischen ahbdr. c) von den arab. kuhhfw, d) von 
den (iinn, Paris 1959, Kairo YII 520, lith. Böläq 1863, vgl. Amari Storia 
dei Musulmani di Sicilia 111 728, Steinschneider, Pol. u. apol. Lit., p. 396. 
4. k. janbiC al hajät , Qor'Äncomt. , Bd. 2, Paris 608, Bd. 2, 3 u. 5 
Kairo 1 223. 

A. 

6. Safiaddin Abu '1 Fath 'Isä b. al Buhturi al Haiabi 

• • • • 

schrieb in der 2. Hälfte des (J. Jahrb.: 

k. uns al manyun wardhat al mnhzmi, Gedichte und Erzählungen, 
zu seinem eigenen Tröste in der Gefangenschaft gesammelt, Br. Mus. 1097. 

7. Gleichfalls in der 2. Hälfte des (>. Jahrb. schrieb Abu 
Jal.ijä Zaknrijä b. 'Abdallah (b.) Zakarijä al Mara^i: 

k. al ^adad al ma'düd fi 7 muhddarät in 5 Kapiteln, Kairo IV 281. 

8. Abu Ishäq Ibrahim b. abi T Hasan 'Ali b. A. al Fihri 
schrieb i. J. H32/1234: 

k. kauz al kuttdb wa muniahab al dddb, Blütenlese aus den besten 
Prosaikern und Dichtern Spaniens im 5. u. 6. Jahrb., Krafft 147. 

9. Abu Amir *Ali b. M. b. ar Radi b. M. al Hosaini al 
Müsawi at Tiisi b. as Sarif Defterhän al 'Ädili schrieb um 
<1. J. 654/1256: 

k. alf gdrija wa gdnja, als Seitenstück zu seinem k, alf gulam 
waguldm, einer Nachahmung des k. al gilmdn von at Ta'Älibi (f 429, 
s. o. p. 286) in 8 Kapiteln, in denen er je einem Mädchen ein Epigramm 
von 3 oder 4 Distichen widmet, Wien 387. 



*) Ueber die Einteilung vgl. Flügel, Intelligenzbl. der Leipz. Litter. 
Ztg. 1829 p. 312. 

-) Als Plural v. bnsrd, in den Lex. nicht verzeichnet; Steinschneider 
schreibt bisar'f 



Die nachklasBische Periode der arabischen Litteratur. 353 

9 

10. (lamäladdin Abu 'd Dürr Jäqüt al Musta'simi al 
Bagdädi, berühmt als Kalligraph, starb i. J. 698/1298 in 
Bagdad. 

Orient. II 291, Quatreniere, Hist. des sultans Mamlonks II 140. 
1. Ar. aJ^bär wa as'är wamulah wafiqar wahikam fca wofäjä munta^aba, 
verf. i. J. 662/1264, Anthologie, Br. Mus. 1428. 2. asrär al hukamä\ 
Sentenzennammlung, Röpr. 1205, gedr. Gpel 1300. 

6. Kapitel. Der Hadft. 

Nachdem die grosse haditbildende und haditsammelode 
Bewegung der ersten Periode durch den Abschluss der ka- 
nonischen Sammlungen zum Stillstande gekommen war, blieb 
fernerhin jede Möglichkeit zu schöpferischer Produktion auf 
diesem Gebiete abgeschnitten. Nichtsdestoweniger hat der 
Ulm al hadU nicht aufgehört, zahlreiche Federn in Bewegung 
zu setzen. Man stellte aus den grossen Sammlungen zahl- 
reiche kleinere her, indem man den Isnäd beiseite Hess und 
das Hauptgewicht auf den Inhalt und seine erbauliche Wirkung 
leckte; beson<lers beliebt waren aufgrund eines prophetischen 
Ausspruchs Werke, die in 40 Traditionen die Quintessenz der 
Religionslehre zusammenfassen wollten. Waren diese Bücher 
meist für ein grösseres Publikum bestimmt, so wandten sii'h 
andere au den engen Kreis der Spezialisten, indem sie teils 
in grossem Stil alles zusammenfassten, was über die Lebens- 
verhältnisse der Traditiouarier bekannt war und einen Mass- 
stab für ihre Zuverlässigkeit abgeben konnte, teils die kritische 
Sonde an einzelne Punkte der Überlieferung anlegten. Freilich 
operierte diese Kritik immer nur mit den längst feststehenden 
Prinzipien des Hlm ar rlgt^l und hat daher irgend welche 
neue und fruchtbare Gesichtspunkte nicht zu Tage gefördert. 
Überhaupt giebt es kein Gebiet der Litteratur, auf dem die 
für die Zeiten des tiefsten Verfalles charakteristischen Ge- 
wohnheiten des Excerpierens und Compilierens so früh zur 
Herrschaft gelangt sind, wie auf dem der Tradition. 

1. Mräq, Gezira, Syrien und Arabien. 

1. Abu ^1 Qäsim al Husain b. 'Ali b. M. b. Jusuf b. Bahr b. 
Bahräm al Wezir al Magribi, aus einer vornehmen, persischen 

Brockelmann, Arabtiche LitteratiirgeKhichte. L 23 



354 2. Buch. 2. Abschnitt. 

Familie war in Ägypten geboren und herangewachsen. Am 
3. IJvVl higga d. .1. 400/1*). Juli 1010 tötete der Chalife al Häkim 
seinen Sohn, seinen Oheim und seine beiden Brüder. Er selbst 
floh nach Ramla und hetzte den Fürsten dieser Stadt sowie den 
Serif von Mekka gegen den Fätimiden auf. Als aber ersterer 
sich mit diesem ausgesöhnt hatte, und letzterer geschlagen 
war, floh er nach dem 'Iräq und schloss sich an den Weztr 
Fahr al mulk an. Kr begleitete ihn nach Wäsit und ging 
nach seiner Ermordung nach Mausil, wo er Sekretär des *üqai- 
liden Mu'tamid addaula Qarwäs wurde. Bald darauf machte 
ihn der Büjide Musrif addaula zu seinem Weztr. Nachdem 
dieser aus B«!i<läd vertriel)en war. kehrte er zu Qarwas zu- 
rück. Der Chalife al Qädir billäh aber veranlasste diesen, 
ihn auszuweisen. Nun ging er nach Maijäfäriijin und starb 
dort als Wezir des Fürsten Abu Nasr b. Marwän i. J. 4lS. 
U>27, n. a. aber erst 42S/10.S7, als Wezir des Fürsten A. b. 
Merw«n von Dijärbekr. 

J. Hall. IHf), vj:l. 72. 1. Sirc! an nabi, \U. II, Landborj^-Brill 243. 
2. k. dl hiäs bi'ilm nhinsäb, <U<- eiiiiindcr ültnlirheii aral). 8ttiiiiiiinaiiii>n 
in al|»]ial)(»t. Ordnung mit dichterischen Citaten und zuweilen mit hio- 
^rapliisclien und liistoriHchen Notizen, Hr. Mu». Suppl. 5ir4. 3. k. /? 'x 
sijdsa, Kairo Vll ötif). Von seinen belletristischen Werken ist nichts 
erhalten. 

i\ M. b. 'Ali al Karajiuki Abu T Fath as Sfi, aus 
einem Dorf in der Nähe von Wäsit, starb i. J. 449/1057. 

k. md'din al yawahir ira rijädat al hawäiiry Aussprüche Muhuni- 
meds u. a., in denen die Zahlen 1 — 10 vorkommen, und in denen von 
<lenseU><»n diese oder jene Kigens<^haft ausgesagt wird, oder ihr so und 
si> oftmali>(es Vorkommen von Personen und Dingen besprochen wird. 
Herl. S704. 

^1 *Abdalwahhäb b. M. b. Ishäq b. Man da starb i. J. 
47:|/10S2. 

Sahifaf Ifatnmam b, Manila (f 151/748), Traditi<men von Ab(i 
Huraira (f 58 ö7H) HF} IV 7731, Berl. 1384. 

4. AI Amir Abu Nasr 'Ali b. Hibatalläh b. 'Ali b. 
MAkulH al Mi^li war als Sohn einer vornehmen, persischen 
Familie am ."). Sabän 4211). Aug. 10:^0 zu *Okbara in der 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 355 

Nähe von Bagdad geboren. Als sein Vater Wezir des Glia- 
lifen al Qälm (422— G7 / lOHl— 75) wurde, kam er nach 
Bagdad und machte dort seine Studien. Diese setzte er 
später auf weit ausgedehnten Reisen fort. Auf einer solchen 
wurde er von einem seiner türkischen Sklaven ermordet und 
beraubt; die Abgaben über den Ort seines Todes schwanken 
zwischen lloräsän, al Ahwäz und Ciurgän, die Aber das Datum 
zwischen 475, 479, 4S() und 487/1094. 

J. Hall. 420, Fawät II 93, HufF. XV 1, Wöst. Gesch. 215. Ar. al 
iktnäl fiH mnhfalif ival mutalif min asmä^ arHyälj Bearbeitung eines 
Werkes von al Hatib al Bagd&dl (s. o. p. 329), verf. v. 464- 7/1071—4, 
Berl. 10158—60, Br. Mus. Suppl. 626, Escur.» 1642—4, Kairo 1 228, 
al» Ergänsfung dazu: k. takmilaf al ikmäl und k. muitdbih an ninba 
V. b. Nuqta, f 629,1231, Bd. I, Goth. 1759, Bd. II u. III, Br. Mus. 
8uppl. 622, dazu dail von Wagthaddtn Mansür b. Saltm b. al 'Imftdtja 
al Hamdani Muhtasib al Iskendcrtje f 673/1274, Kairo I 239. 

5. AI Qäsim b. al Fadl at Taqafi starb i. J. 48J)/10i)6. 

Arba'ün, 40 Traditionen, Paris 722«. 

G. M. b. 'All b. 'Abdallah al Mausili b. Wad^än Abu 
Nasr starb i. J. 494/ 110 1. 

k. al arba'hi al Wa(t(hnje, hsg. und comt. von seinem Schöler as 
Silafl t 576 11 HO, HH III 4728, VI 14201, Berl. 1458—60, Kairo I 409, 
mit Comt. v. 'Abdara'ziz b. A. al Bärgllgamt (8. Jahrb.?) HH III 4728, 
Berl. 1461. 

7. Ibrahim b. M. b. Halaf b. Hamdän 5. Jahrh. 

k. mu'yizäf al anbijfV, Wunder der Propheten, HH V 10504, 
Borl. 2553. 

8. Abu T Fadl M. b. Tähir b. 'Ali al Maijdisi b. al 
Qaisaräni, geb. am (>. Sauwäl 448/18. Dec. l()r)8 in Jeru- 
salem, studierte seit 4()S/107r> in Bagdä<l. Nach einer laug- 
jährigen, an Entbehrungen reichen Studienreise Hess er sich 
in seiner Vaterstadt nieder. Er starb auf der Rückkehr von 
der Pilgerfahrt zu Bagdad im Rabf I oder 11 507 /Aug. 
Sept. 1113. 

J. Hall. 591, Huif. XV 21, J&qfit IV 601. 1. k. al ansdb al mnita- 
fiqa /i "Ik^tt al ynufamaLila fl 'm naqt wad dabt, Berl. 10162, mit 
einem Anhang v. Abu MüsA M. b. ab! Bekr nl IsfahAnl t 5H1/1185: 

23* 



35() 2. Buch. 2. Abschnitt. 

Hoinonyma inter nomina relativa, ed. de Jong, Lugd. Bat. 1865. 2. k, 
ß 7 ahädit allafi rawathn 7 kadaba wal mudallisnny ca. 1400, erlogene 
Traditionen, Berl. 1628. 3. afräf al gara'ih tral afräd, Kairo I 2&9. 

9. Abu 'Abdallah M. b. al Fadl al 'Azäwi schrieb i. J. 

52S/1134: 

Ai'ba^iin, Paris 7224. 

10. Abu 1 Futüli M. b. M. b. *Ali at Tä'i al Hamadäni 
t 555/ 11 «0. 

k, al arbithi ilä irstid «« sfVinri Hll I 414, Berl. 1464 5, Land- 
berg-Brill 173, Kain» I 263, AVurgla (?) Bull, de corr. Afr. 1885, p. 244, 
nr. 30. 

11. 'Abdarrahmän b. Marwan al Ma'arri f 557/ll(i2. 

k. al *^aqn*iq, l*re<ligten über die (iebcb. de« Propheten, Br. Mus. 
352, 1440, vgl. Add. p. 771. 

12. M. b. 'Abdarrahmän b. M. b. Mas'ud al Fangadihi 
(al H. oder al Randi), ^eb. i. .1. 522/1 12S lebte in der Ijänqäh 
as Suiiuüsätija zu Damaskus, war der Lehrer des al Malik 
al Afdiil Sohnes <les Sahtliaddin, und starb i. tl. 5S4/118S. 

J. Hall. 631. Mutilahjtb min k. uz zuhd , Aubzug aua dem Werke 
des b. Hanbal (h. o. p. 1H3) nach Aba Huraira HH V. 10162, Berl. 1385. 

Kl Abu Bekr M. b. Müsä b. 'Otinän b. Häzim Zainaddin 
al Häzimi al Hamadäni as Säfi'i, geb. i. J. 548/1153 zu 
Hamadän, studierte in Bagdad, Hess sicli nach einer längeren 
Studienreise dort nieder und starb am 22. fiumädä I 
5S4/2(). Julr n«8. 

J. Hall. 597, Huff. XVfl 10, Wüst, (iesch. 278. 1. k. al i'tibär ß 
•/» unsih tral mmiHuJi min al hadif_, Berl. 1627, Kairo 1 269. 2. Ar. 
'uffftltti al muhtudi wafudälal al manfa/n^ Ninben von Traditionariern 
in Hlpliabetisober Folge, B«'rl. 9378. 

14. Ta(|iaddin 'Abdalgani b. 'Abdalwähid b. Surür al 
<iammä*ili al Mnqdisi, geb. i. J. 541/1 14<> in Gammä'ii bei 
Nabulus, gest. i. J. <)00/120a iu Kairo. 

Hiitt". XYIII 16. 1. k. al ahkdm al kuhrd, Landberg-Brül 43. 
Ü. Auszug daraus: k\ 'ttmd(tt al ahkdm Vm saijid al andm (min ahädit 
tnt hiiln 'iilnihi \s saldm). Tniditionen über Rechtserundnätzo, die Buh4rt 

V 

und Muslim geiiU'insHin sind, Herl. 1304—8, Paris 1266 7, Kairo 1 371. 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 357 

Gomt. a) V. b. al Attr, f B99/1299, nach dem Y<»rtrage des b. Daqiq %1 
')d, t 702/1302, Berl. 1309, Landberg-Briil 42, Paris 2088, Kairo I 260 ; 
b) anon. u. d. T. 'umdat al afhäm, verf. zw. 600 u. 703 (falsch HH IV 
8S00), Berl. 1310; c) v. *Alt b. lAbit, Auszug Br. Mus. 548 II; d) ▼. 
M. b. Farhün al Ja'muri f 769/1367, Kairo I 368; e) ▼. M. b. A. b. 
Marzüq at Tilimsäni f 781/1379, Kairo I 292; f) v. b. al Mulaqqin, 
t 804/1401 , Kairo I 269. 3. k, al kamäl ft ma'rifet (aamff) ar rigäl 
berücksichtigt die Autoritäten der 6 kanonischen Bücher, Berl. 9924/5, 
Br. Mus. Suppl. 625 6, Kairo I 244, vgl. Jäqüt II 113, 17, Qoldziher 
M. 8t. II 203. 4. Ar. ad divrra al mudi^a ß '» fnra an nabaidfjaf Pari» 
1966. 5. 'nqlda, Glaubensbekenntnis,. Berl. 1985. 6. k, mihnat al imäm 
A, b. Hanbai as Saibantj die Heimsuchungen und Strafen, die A. b. H. 
(tt. o. p. 182) wegen seiner Stellung zu der Frage, ob der Qor*&n ge- 
schaffen sei oder nicht, erlitt. Berl. 10016.') 7. an nadha ft 7 ad^ija 
a§ §dhiha, Kairo I 410, 444. 

15. Magdaddin Abu» Sa'ädät al Mubarak b. al Atir^) 
as Saibäni al Oezeri war i. J. 544/1149 zu Geziret b. Omar 
geboren, trat als Munsi in den Dienst des Emir Qäimäz zu 
Mausil und behielt diese Stelle unter 'Izzaddin b. Arslänsäh. 
Im Alter war er an Händen und Füssen geUlhmt und starb 
i. J. ()06/1209. 

J. Hall. 524, Kcskül 16. 1. h gami* al upül li'ahädit ar rasülr 
a) Einleitung, b) sHchliche Ordnung der Traditionen in alphabetisch ge- 
ordneten Artikeln, c) Biographien des Propheten und seiner Zeitgenossen, 
Berl. 1311—6, Paris 728—9, Br. Mus. Suppl. 145, Jeni 181—93, Kairo 
I 294. Auszüge 1. taynd al usul v. HibatallÄh b. 'Abdarrahlm al 
liamawi b. al B&rizi f 738 1337, Mtinch. 129, Kairo 1 278, wahrscheinlich 
auch Berl. 1317 (anon.). 2. iaimr al wusül v. *Abdarriihmän b. *AH b. 
M. b. ad Diba* az ZaMdi f 944 1537, in alphabetischer Folge mit einzelnen» 
Änderungen, Paris 730, Alger 498, R&gib 251, Kairo I 293, Dibnga, 
Goth. 2,0., mit Comt. v. M. 'AbbÄd al Mauza*i ca. 1215 1800, Berl. 1318. 
3. V. 'Abdallah alMadani, voUendet in Mekka 971.1563, Berl. 1319. 4. gleich- 
zeitig aus dem magma*^ az zawffid des b. al Haitami: gam* al jaiväHd min 
gnmi' al uhüI tvu niagma' azz., mit bes. Berücksichtigung des b. M&ga, Berl. 
1320. 5. nm>n. Kairo 1 411. II. /r. an nihaja fi ganb al hadtt ical atar, WB 
zu den Traditionen, Berl. 1650—8, Ind. Off. 999, Br. Mus. 1387, 1686, BodL 1 
1061, II 607, AS 4781 2, R&gib 359—62, Kairo I 445, gedr. Teher&n 1269, 
Kairo 1311. Auszug: ad dürr an natjr v. as Sujötl f 911 1505, Bodl. 



M Nicht benutzt von W. M. Patton A. b. Hanbai and the Mihna, 
Leiden 1897. 

') Seine Brüder 'Izzaddin und pij&'addtn s. o. p. 207, 345. 



35s 2. Buch. 2. Abttchnitt. 

U 208, Br. Muh. 1687, Jnd. Off. 1000, gedr. am Rde. v. O. B. V 2414, 
5137, Auszug Qoth. 98is; Yersificierung : al ki/'äja fi nazm an nihaja 
▼. Umk'W b. M. b. BirdiB al Ba'li f 764/1362, Berl. 1659; Anhang: at 
fadjil waf tadnib *alä nihäjef al gai% v. as Sujütt, Berl. 1660, anon. Aufzug 
ib.l661. l]I.A:.a/mura^«a',Kunjawörterbuch, NO 41 1 5, gedr. Stambul 1304'), 
nicht benutzt in der AuHgabe von Seybold in Semit. Stud. hsg. ▼. G. Bezold, 
10 u. 11. Ergänzungsheft zur Ztschr. f. Ass. Weimar 1896. lY. Ar. al 
mn?^fär fi manäqib al ahjär, Biographien berühmter Muslime, Landberg- 
Brill 26«, Bd. I.*) 

1(). Abu Bekr M. b. 'Abdalgaiü b. abi Bekr Mu'inaddia 
al Hanbali al Bai2:dädi b. Nu(jta, bald nach 550/1155 geb., 
lebte nach ausgedehnten »Studienreisen als Lehrer der Tradition 
in Bagdad, wo er am 22. Safar ()29/20. Dec. 1231 ge- 
storben ist. 

J. Hall. 632, Huff. XVIII 13, Wüst, (iesih. 313. 1. k. af taqfid 
lima'rifef ar rnwäf was Hxman tval mamntd, Br. Mus. 1629. 2. fakmilef 
al ikmäl s. o. p. 355. 

17. *Omar b. Badr b. Sa*id al Hanafi al Mausili war 
i. J. 557/1 1()2 zu Damaskus geboren und starb i. J. 022/1225, 
n. a. f>19/r222. 

b. Qutlübugä nr. 138. k. al mugnt *ani 7 hif'z wal ktfdb, Zusamnien- 
hteUung unechter Traditionen, HH V 12488, Berl. 1629. 

18. AI Mu'äfä b. Ismä'il b. al Hasan b. ul Ilusain b. 
ubi n Fath Abu's Sinän al Mausili, geb. 551/115(5 f <>'^0/ 
1 233. 

Wüst. Ak. d. Ar. nr. 188. 1. k. uns al munqafVin, 300 Traditionen, 
mit ebenso vielen Erzählungen untermischt, Goth. 612, Berl. 8777/8, 
HrcHlau Mar. Magd. 4®, nr. 27, Br. Mus. Suppl. 144, Escur.' 745, Alger 
518—20, 763, A8 1671/2; Kairo I 273, 400; vgl. Jos. Cohn, AI Mu*Afae 
I). Ism&Ml Mausiliensis Kitäb Anis al Munqati*!n pars I, diss. Yratislaviae 
187r>. 2. nihäjat al bajän ß laffnr al qoräUf Br. Mus. Suppl. 112, 
ICairo 1 220. 3. k. al bajän fi fafnir al qorVin Köpr. 65. 

11). Taciiaddin Abu *Amr *Otmän b. Salähaddin Abi 1 
Qäsim 'Abdarrahmän b. 'Otmän b. Musä b. abi Nasr b. as 
Salah as Sahrazuri, kurdischer Abkunft, wurde i. J. 577/1181 

M OB n 4331, Devri Hamldl ÄtArl Stambul 1308 p. 36. 
-) Das ihm von 111} zugeschriebene W«'rk fuh/af al %iya*ib trafurfaf 
ai garaibj Br. Mus. 383, kann nirht von ihm herrQhren, vgl.C'ut. Add. p. 772. 



Die nachklaH»i8che Periode der arabinchen Litteratur. 3;')J) 

zu Saraljän zwischen Arbela und Hamadän geboren. Naih- 
dein er seine Studien in Mausil begonnen und in den be- 
deutendsten Städten des Islams fortgesetzt hatte, kam er nach 
.Ferusalem und lehrte dort an der Medrese as Salähija. Im 

• • • V 

J. ()H)/li01) siedelte er nach Damaskus über und erhielt dort 
die säfi'itische Professur an der Rawähija, die erste Professur 
an der Samija (iuwanija, der von Sitt as Säm Zumurrud, 
Schwester des Sultans Salähaddin, neugegründeten Medrese, 
und eine Oberlehrerstelle an der Traditionsschule Asrafija. 
Er starb daselbst am -i'). Rabf II G43/2Ü. Sept. 1248. 

J. HaU. .S84, Abulf. IV 466, 482, Huif. XVIII 21, Wö«t. Gesch. 325. 
I. k, aqm V amal was sanq fi *ulüm had^l ar rasuf , Br. Mus. 1597/8, 
Suppl. 1237, Fct. 120, Alger 545,, Jeni 164, = k. ma"ri/ef anwa* 'Um 
al hadU_, Kairo I 253. Kommentar v. *Abdarrah1m aPlr&q), f ^^^; 1-^03, 
Br. Mus. 1598, Kairo 1 232. Glossen islah b. a§ Salnh v. al Mugaltä'i 
t 762 1360 ib. Auszüge u) v. an Nawawi f 676/1277 u. d. T. irsäd al 
hatUL Berl. 1038—40, Br. Mus. Su^)^l. 143, A8 433 bis; Comt. v. 'Omar 
b. A. ad DuiiiAni AS 439. Zweiter Auszug at tiiqnb traf iaitfir limarifet 
: unan til bnsir an natl'n; Berl. 1041 — 3, Ref. 189, K&gib 23.j, Kairo 1 
231 ; Oonit. dazu und gleichzeitig zu dem Grundwerke des b. as Saläh 
fadfib arrfun v. as Öujfiti f 911/1505, Berl. 1044/5, Kairo 1 229, gedr. OB 
IV 3928, V. as SamAwi, Ref. 236, b) v. Badraddin M. b. (iamA*a f 733/1332, 
Br. Mus. 191 II, e) v. Isma^il b. 'Omar b. Katlr f 774/1372, Brill 782, 
d) mit Zusätzen niahas'ni al isfildh wa tadnnn k. b. as Saldh v. *Omar 
b. RaslAn al Bulqini f S05 1402, Berl. 1048, e) nnhbat al fikr v. b. 
HHgar t «52 144H, mit Comt. des Verf. Berl. 1088 1107, Ind. Off. 199, 
10363, Paris 760, 761,, 4207,,, Alger 724«, Kairo I 246, VII 254, ed. Lee 
Calcutta 1862; gedr. Kairo 1308. Commentare und Glossen a) v. b. abl 
's Sarif f 906/1500, Berl. IIOH, (i) v. al Q&rl al Herewi f 1014 160.5, 
Berl. 1109/10, Ind. Off. 200 1, Kairo I 251, ;•) v. 'AbdarraVif al MunÄwi 
t 1031 H>22, Kairo 1 255, ^) v. al LaqAni f H»41 163i, Paris 761j, Kairo I 
242, F) V. Atiraddln verf. 1043 1633 ib 249, :) v. IbrÄhim al Kurdi f 1142 1729, 
Berl. 1111, 1]) dieselben, verschmolzen mit den GU)ssen des b. as SÄ*ig 
t 10601655, Berl. 1112; versificiert v. Radiaddin M. b. A. al üazzi 
t 935.152s, Berl. 1113, Hef. 342, anon. Berl. 1114. Andre Comt. bei 
Ahlw. 1115. Versiftcierungen a) v. M. b. A. b. al llalll al lluwaijf 

t 693/1294, Berl. 1046, b) v. M. b. Sa'Ada f 693/1294, Brill 182, e) u. 
d. T. at labniia iraf fadkira oder al/'tja v. "AbdarrahmAn al MrAql 
t 806,1403, Berl. 1071 5, Goth. 579 (wo a. Hdss. uufg.), Ind. Off. 197, 
Kairo I 22h, N() 409 10, mit Comt. a) v. Verf. /afh al yaif Berl. 1076 7, 
Kairo I 241, .leni 166H, NO 414. fi) v. ZakarijÄ al Ansari f *^26 1520, 
Berl. 107H S3, (i(th. 5M), Algcr 547 8, Glo.^sen tiazu, Kairo I 32.5, Ahlw. 



360 2. Buch. 2. Abschnitt. 

1083. Vgl. Goldziher H. St. II 186 n. 5. II. k. dl ahädit ft fadl al Isken- 
derije wa ^Asqalän Berl. 1389. III. Liber odoratuB odoram terrae sacrae, 
fabelhafte Gesch. Muhammeds, Flor. 121. IV. k. adab al mufti ical 
mustafH Flor. 121. Y. fatäwä h, af Salähy Kairo III 248. VI. filat 
an näsik ft fifat al manäsik, Kairo VII 691. 

-20. Abu 'Abdallah M. b. Mahmud b. al Hasan b. an 
Naggär Muhibbaddin al Bagd&di as Säfi'i, geb. im Du 'I 
qa'da 578 /Febr. 1183, war ein Schüler des b. al Gauzi 
(t 527, Kap. XVIII). Nachdem er 27 Jahre lang auf Reisen 
gewesen war, liess er sich als Lehrer und Schriftsteller in 
Bagdad nieder und starb daselbst am 5. Sa'bän 643/27. Dec. 
1245. 

FawAt II 264, Huff. XVIII 20, Wüst. Oesch. 327. 1. k. an nnzha 
(ad durra) at famina fi al^bär al Mcdwa, verf. 593/1196 in Medina, 
Goth. 1713, Paris 1630; Umarbeitung fahqfq an nufra v. Zainaddln al 
MarA^t t 815/1412, Lee 112 (Autograph), Bodl. I 769, 852 vgl. II, 
p. 595. 2. k, al kamäl /t ma^^rifet ar*ngäl, Biographien der Überlieferer; 
dazu schrieben Ganiäladdln Jüsuf b. az Zakt al Mizzt f 742/1341 und 
'Al&*add1n MugultäM b. QUi^ t 762/1361 eine Ergänzung und Berichtigung 
Ar. af fahfßb in 13 Bänden; einzelne Teile: Berl. 9930/1 *), Paris 2U89— 91, 
Bodl. I 754, II 594, Br. Mus. 1635, Kairo 1 233; daraus machte SamsaddSn 
M. b. A. ad Dahabt f 748/1347 einen Auszug ii. d. T. k. af tadhxb /« muf^- 
tafar tahdib al kamäl, Berl. 9933/4, Ooth. 1757, Kairo I 230; vgl. A. Fischer, 
Biographien von Gewährsmännern des Ibn Ishäq, hauptsächlich aus ad 
Cahabi, Leiden 1890, ders. ZDMQ 44, '401 44. Neubearbeitung v. b. 
Hagar f 852.1448 tahdib af tadhtb, Dehli 1891 (OB V 3800). Andre 
Auszüge: a) ikmäl fahdib al kamäl v. b. al Mulaqqin f 804/1401, Kairo 
I 227, b) al ahädtt al 'hml min tahdib al kamäl v. al Gauharl f 809/ 
1406, ib. 258, c) taqrib at tahßb v. b. Hagar f 852/1448, Berl. 9954;5, 
Jeni 837/8, Kairo I 232, vgl. Berl. 9337/8, d) fyiläfa v. M. b. 'AbdaUäh 
al Hazragl f 923/1517, Kairo I 239. 3. dail ta'ri^ Bagdad, Auszug von 
A. b. Aibek b. ad Dimjätf t 749/1348, Kairo V 150. 

21. Radiaddin al Hasan b. M. b. al Hasan as Sagäni 
al Hindi, geb. i. J. 577/1181, hanefitischer Traditionslehrer 
und Philolog, starb i. J. (;50/1252. 

J. Qutlübugä nr. 61, Wüst. Gesch. 33K. 1. k, masäriq al anwär 
an nabawije min fihäh al ahbär al MH§fafan\je, Traditiunssammlung 



^) Nach Ahlw. liegt diesem Werke vielmehr das k. al kamäl des 
al Maqdisl (s. o. nr. 14) zu Grunde (?). 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 3()l 

auB BuhArl und Muslim mit den ächten Traditionen aus dem k. ai hhäh 
de« al QodA'1 (f 454/1062 8. o. p. 343) und dem k, an nagm des al Iqlisl 
(t 550/1155 s. u. §4 nr. 4) Herl. 1322, Ups. 394, Br. Mus. Suppl. 145, 
Paris 737, Alger 476, Jeni 280—4, Kairo 1 420; vgl. K. Y. Zetterst^en, 
Om el-Hasun bin M. b. el Hasan as Barani och hers arbete Mesariq el 
anwAr cnnebewije min s. al a. al M. Leipzig 1896. Commentare: a) v. 
al Arzangänl f 643/1245, Kairo I 335, b) v. M. b. Mahmud al B&bart! 
al Hanaft f 786/1384, Br. Mus. 1575/6, Kairo I 280, c) v. 'Abdallatlf b. 
*Abdaraz1z al Kerm&nl b. Maliksäh ca. 800/1397, Berl. 1323/4, Wien 
1651, Havn. 56, Paris 758/9, anon. Auszug Wien 1650, d) v. M. b. *AtA'- 
allAh ar Räzl al Herewi ca. 829/1426, Berl. 1325, .dazu Olussen v. 
SaihzÄde f 950/1543 ib. 1326, e) v. b. Malak f 885/1480, Kairo I 395, 
f) anon. Alger 477. Auszug lawämt al anwar v. M. b. *Abdalkarlm al 
Mausill Landberg-Brill 199. — 13 Comt. u. Qlossen, 2 Auszüge b. Ahlw. 
1327. 2. Nachweis unechter Traditionen im k. aS sihäb v. al Qod&') 
(s. o.) u. a. Werken Alger 1359^ = r, al ahädil al mandü^äff Kairo 
VII 123i. 3. k. darr (dar) as sahäba fi bajän mawädi*^ wafajof an 
fahäba, Berl. 9652, Kairo Y h2. 4. k. al ^abäb az zäl^ir wal lubäb al 
ßkir, Lexicon in 20 Bden, Kairo IV 175, AS 4702—4, Köpr. 1551-3. 
5. k. magma* al bahrain /£ '/ luga^ Köpr. 1570. 6. Ar. at takmila urad 
dail wa^ §ila, lexicologisch, Kairo lY 167. 7. k. al addäd, Berl. 7092. 
8. hiaJ^iaifar ]i 7 *arüd, Berl. 7127. 9. ta'nz baifai al Haririj Gedicht 
zu Ehren zweier Verse in der 40. Maq&me HV, Berl. 7756. 

22. Sadnuldin Kämil al Mulitar f (574/1278. 

k. gaml*^ a§ sagir ma\a zijädnf, Jeni 395. 

23. Muhibbaddin Abu T 'Abbäs A. b. 'Abdallah at 
Tabari al Mekki, geb. i. .1. ()15/1218, der erste säfiMtische 
Jurist und Traditionslehrer seiner Zeit im Hi^äz, starb im 
(iumädä II (>94/Mär2 1295. 

Huff. XX 4, Orient. II 290, Wüst. Gesch. 367. 1. Ar. «r rijad an 
nadira /f fadi'Cil al ^aSara über die 10 durch die Paradiesesverheissung 
ausgezeichneten Gefährten Muhammeds HIJ 111 6735, lY 9135, Berl. 
9657, Leid. 1748, Landberg-BriÜ 232, Kairo' Y 65; anon. Auszug Berl. 
9«58; tatimma, Krgänzung, v. al Horaifl» f «Ol 1398, Berl. 9659. 2. k. 
dahtVir al ^uqbä fi manäqib datri 7 qurba, über die Verwandten de» 
Propheten, Hll III 5770, Goth. 1834»). 3. ahadU muJ^kila und 4. sn/waf 
al girä* fi sifet higgef al Muftafn ira tawäfihi bVumm al qurä. Land- 
berg-Brill 51, Auszug aus al ginV lifjä^'d umm al qurd^ Kairo 111 260. 
5. yä'tei al ahkäm /« '/ ahädil iral ahkdm Paris 793. 6. ^ulä§af stfar 



') Nicht 1. Teil von nr. 1, wie Wüst, angiebt. 



3()2 2. Buch. 2. Abschnitt. 

saijid dl Lasar , Leben M/s in 24 Kapiteln, Paris 1546». 7. sütische 
Qaside Berl. 3435. 

2. Persien. 

1. Abu Nu'aim A. b. 'Abdallah b. A. b. Ishäq al 
Isfahäni, geb. im Ragab 336 /Jan. 948, säfiMtischer Jurist 
und Traditionarier, starb im Muljarram 430 /Okt. 1038. 

J. Hall. 32, HuflF. XlII 62, Wüst. Gesch. 187, Schaf. 346. 1. Ar. 
hiljet al anbijä* wafabaqät al a^fijä^, Gesch. der Frommen und Heiligen, 
Berl. 9973/4, Ref. 143 (frgm.), Leid. 891, Paris 2028:9, Brill. 205, R&gib 
1004/5. Auszug fif'ct a§ mftca in 5 Bden v. b. al Gauz! t 597/1200 
(Kap. 18) beginnt mit M. und den Frommen von Mekka und Medina, 
geht dann auf Bagdad über, behandelt ferner die östl., dann die westl. 
davon gelegenen Länder und schliesst mit den Frommen unter den Ginn, 
Berl. 8069, 9975-8^), Br. Mus. 962/3, Suppl. 638, Paris 2030/1, Kairo 
V 75, Cpel (vgl. Blau ZDMG VII 576); daraus wieder die Auszüge 

a) ahäshi al mahäsin v. Ibr&him ar Raqqi f 703/1303, Berl. 9979, Ref. 10. 

b) magma* al ahhäb watadkirci uti 7 albäb M. b. Hasan b. *AbdallAh 
al Hosaini f 7761374, Paris 2032. Vgl. a) nazm rigäl hiljef al aulijä* 
v. M. b. Gftbir verf. 793/1391, Kairo VII 32. b) faqnb al bugja fi tarlxb 
uhädU al hilja v. 'AIS b. abi Bekr al Haitami f 807/1404, Kairo 1 286. 
2. k. fibb an nabi, die auf Medicin bezüglichen Traditionen, Escur.* 
1014, Jeni 273b, vgl. Leclerc I 484; Auszug mit Weglassung der Isnäds 
und Zusätzen aus andren Werken v. 'AbdalwabbAb b. A. b. Mahmud 
ar Rftmt Pet. Rosen 224,. 3. Zwei TraditionsTieftc, Berl. 1567/8. 4. fa'rih 
Jfbahän, Gelehrtengesch. HH 2142, Leid. 904. 5. al mustahrag *alä 
Muslim Br. Mus. Suppl. 137. 6. daläil an nnhfiwa Br. Mus. Suppl. 510, 
Kairo 1 341. 7. muHiiad Kairo I 418. 

2. Abu J'ali al Halil b. 'Abdallah b. A. al llalili al 
Qazwini, Qädi zu Qazwin f 44<)/l^''>4. 

Huff. XIV 7, b. Hall. 801, Wüst. Gesch. 196 k\ al irnad ft 'ulamä' 
al bildd, kurze Angaben über alte, zuverlässige Traditionarier, nach 
ihren Wohnorten geordnet, Auszug v. as Silafi t 576 1180, Berl. 9919. 

3. Abu *()tmän Ismä'il b. *Abdarraliman b. A. as Säbuni, 

— . . . ' 

geb. i. J. 373/^)83 zu Ni.säbür als Sohn eines Predigers. Naeh- 
er sich in der Heimat und auf Reisen gebildet hatte, wurde 
er der Nachfolger im Amte seines Vaters, den er in seinem 
^h Lebensjahre durch einen gewaltsamen Tod verloren hatte. 

*) Ohne Hiuwcih auf die schon früher gegebene Beschreibung. 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 363 

Er starb als hochangesehene Autorität in geistlichen Dingen 
am 4. Muharram 449 / 13. März 1057. 

WüMt. Schaf. 392. k, al mi'atain, ausgewählte Traditionen daraus, 
Landberg-Brill 102. 

4. Abu Bekr A. b. al Husain b. 'Ali b. Musä al Baiha(ii 
al Hosrügirdi, geb. im Sa*bän 384 / Sept. 994 zu llosrüjiird 
im Distrikte Baihaq, '20 Parasangen von Nisäbur, beschäftigte 
sich auf langen Reisen mit dem Studium der Tradition. 
Später lehrte er in Nisäbur säffitisches Recht nach seiner 
eigenen grossen Sammlung der Rechtssätze des Säfi'i und starb 
am 10. Oumädä 1 458 / 9. April 106(). 

J. HaU. 27, HuflF. XIV 18, Jäqüt I 804, Wüst. Gesch. 203, Schuf. 
407. 1. k. as sunan wal ätär oder Jk. as sunan al kabir, Traditions- 
Sammlung, Jeni 204 — 6, Kairo I 352 — 4 (darunter ein Autograph des 
Verf.); dazu fawä'id al muniaq^ lizawä'id al B. v. A. b. abi Bekr al 
Büsirl t B40/1436 Kairo I 383; dagegen schrieb 'Alt b. Otmän b. at 
Turkomänl f 747/1346: Ar. gauhar an natjfi ft V radd *alä 7 Baihaqi 
Paris 753, Havn. 54, Kairo I 328. 2. as sunan as §uyrä Kairo I 351. 

3. A*. dahVil an nubütca Br. Mus. Suppl. 511, Kairo I 341, vgl. 
K. Nylander, Die Upsalaer llds. der D. en N. Leyden 1892 *). 

4. k. al ba'i ican nitsüv, über das jüngste Gericht, ein Stück daraus 
Berl. 2734. 5. altjami* al musannaf ß Si'ab al hnan Kairo I 
324. 6. k. al adäb Kairo I 257, Auszug v. ZakarIjA al Ans&ri 
t 926/1520 Paris 4593. 7. 'k. tah^ng ahädif al nmm 2. Bd. Kairo 111 
206. 8. L fadä*il al auqät, Gebetbuch, Wien 1675. 9. k. mtsus al 
imäm as SafCi (s. o.) 10 Bde., HH 11330, 1H823. Bodl. I, H28. 10. k. 
ft hajät al anbija fi quburihim Landberg-Brill 108. 

5. Abu T Qäsim 'Abdallah b. A. b. Malfmüd al Bullii 
t im Gnmädä II 488 / 1095 in Balli. 

A'. qabül al ahbär wa ma*rifef ar rigäl Kairo I 242. 

f>. Abu M. al Hosain b. Mas'üd al Farrä' al Bagawi 
aus Baiijsiir zwiscbAi Herät und Merwerrüd^), starb i. J. 518/ 
1122, n. a. 510/111() in Merwerrüd. 

J. Hall. 177, Huff. XV 30, Sujüti ed. Meursinge p. 12 n. 35. 1. k, 
masabih as snnnaj eine aus 7 Grundwerken compilierte Traditions- 

') Dazu: C, Laiidherj;, Dr. K. Nylanders Speciiiienschrift, kritisch 
beleuchtet, Leyden 1892; K. Nylander, Dr. C. Graf v. Laiidhcrg als Kri- 
tiker beleuchtet, Upsala 1892. 

^) J&qüt ] 695, Barbier de Meynard Dict. geogr. 1(»!». 



364 2. Buch. 2. Abschnitt. 

Hammlung; in jedem Kapitel sind die Traditionen nach einem fe:)t- 
stehenden Schema eingeteilt in §ahth aus BohArl und Muslim, Kasan 
aus den Sunan, yarib und da*ifj ganz unsichere; Berl. 1280—8, Paria 
720, Havn. 55, Br. Mus. 1190, Suppl. 138/9, Ind. Off. 149, 150, Jeni 281 
bis 91, Kairo 1 422. Commentare a) v. b. MAlik R&|^ib 822—4, b) v. al 
BaidAwl ib. 326, c) v. Zain al 'Arab 'All b. 'ObaidallAh b. A. Berl. 1289, 
Leipz. 185, Br. Mus 1573, Kairo 1 363, d) ▼. al Hosain az Zabadftnt 
(? Kairo: az Zaidän), 9. Jahrh. ? Kairo: verf. 720/1320) Berl. 1290, R&gib 
325, Kairo I 427, e) ▼. b. Firiste b. Malak 9. Jahrh. Kairo I 362, f) v. 
A. ar Rümi al Aqhisärl in 100 magälh Wien 1652—4, MQnch. 125, 
g) anon. Berl. 1291, Ind. Off. 151 Kairo I 363. Auszug kaif dl manähig 
wat tanäqih ft la^rig ahädit al niasälnh v. M. b. Ibrfthim al Munftwl 
t 803/1400 Kairo I 389. 28 Commentare und 2 Auszüge bei Ahlw. 
1294. Neubearbeitung miikät al ma§äMhy v. M. b. 'Abdallah al Hatlb 
at Tibrlzl, verf. i. J. 737/1336, ist wegen ihrer Fülle und praktischen 
Brauchbarkeit bis heute weit verbreitet; sie ersetzt dem Muslim, 
namentlich dem Halbgelehrten, alle übrigen älteren Sammlungen, 
vermeidet allen lästigen Isnädpomp und ist nioht so sehr auf ge- 
lehrte Pedanterie als für die Erbauung berechnet; vgl. Goldziher 
M. St. II 270/1. Goth. 597 (wo a. Hdss. aufgez.), Kairo I 420; mehr- 
fach gedr. in Dehli, Bombay und Calcutta, lith. 8t. Petersburg 1895. 
Commentare a) v. Hasan b. M. at Taijibi t 743/1842 Berl. 1293, Paris 
751/2, Br. Mus. 1596, Ind. Off. 157, Rägib 321, Jeni 245, 259; v. dems. 
aemä' rigäl al mükät NO 656. b) v. al Gurgänt f 816/1413 Kairo I 
832. c) V. b. Hagar al Haitami f 974/1566 Kairo I 874. d) v. al QäH 
al Herewl f 1016/1607, Ind. Off. 158—60 Br. Mus. Suppl. 140, Alger 
510-6, Rä^ib 819/20 Jeni 246—54, Kairo I 416, gedr. Kairo 1309 in 
5 Bden., pers. Übers, mit Comt. Tippu 20, 21, Berl. Sprenger 526 — 9; 
pers. Comt. v. *Abdalhaqq ad Dihlawi f 1052/1642 Br. Mus. Suppl. 141; 
gedr. Calcutta u. Chinsura 1251 — 9; anon. Auszug Ind. Off. 161. 2. k. 
iarh as sumiüf eine ausführlichere Traditionssammlung, Berl. 1295/6, 
Jeni 235, Kairo I 357. 3. k, at tahdib fi *l furü*, Jurist. Compendium, 
Kairo III 212. 4. k. maälim at tanzil^ Qor*äncomt. Goth. 524 (wo a. 
Hdss. aufg. dazu) Br. Mus. 62/3, 1544—8, Suppl. 101—3, Escur.' 1274, 
Alger 817/8, AS 269—79, Rägib 230, Jeni 95, Kairo I 211. Auszüge 
a) nafä^ls az zamän ft gam* Q^f^9 d qor'än v. 'Abdalwahhäb b. M. al 
Hosaini f 875/1470 Alger 319, b) anon. Escur, > 1322. 

7. Abu T Hasan 'Abdalgäfir b. Ismail b. 'Abdalgäfir 
al Färisi, geb. im Rabi' II 451 / Mai 1059 zu Nisäbur, 
studierte in seiner Vaterstadt an der Medrese an Nizämije 
und reiste dann durch Ilwärizm und über (iazna bis nach 
Indien hinein. Nach seiner Kuckkehr wurde er Prediger in 
Nisäbür und starb dort i. J. 529 / 1134. 



Die nachklattsische Periode der arabischen Litteratur. 365 

J. Hall. 375, Huff. XY 41, WüBt. Gesch. 236. 1. Ar. al arba'in, 
Baminlung von 40 Traditionen, Berl. 1463. 2. k, ma^a*' al garä^ibf 
Wörterbuch zu den grossen Traditionssammlungen, yollendet i. J. 527 / 
1133, Bodl. I 1154, Kairo I 400. 3. Ar. al mufhim fi iarh garib Muslim, 
Gomt Eum ^ahih des M., beendet am 5. Rabl* I 528/4. Jan. 1133, 
Escur.^ 1479. 

V 

8. Zähir b. Tähir b. M. as Sahhämi an Nisäbüri Abu 1 
Qäsim starb i. J. 533/ 1138. 

Ar. al ahädit al iläMje, Traditionen mit genauen IsnAds in 9 Heften, 
im 10. Heft zwei nau* aus dem Werke des b. Hibbftn f 354/965 (s. o. 
p. 164) Berl. 1297. 

9. Abu Tähir A. b. M. as Silafi war um 475/1082 in 
Isbabän geboren, studierte dort und in Bagdad und kam i. 
J. 511/1117 nach Alexandria. Daselbst Hess der Wezir des 
Fätimiden az Zäfir, al Malik al 'Ädil b. as Sallär, i. J. 546/ 
1151 für ihn eine Medrese bauen, an der er bis zu seinem Tode 
am 5. Rabr II 57(5/30. Aug. 1180, n. a. 578, lehrte. 

J. Hall. 43, H uff. XVI 4, Wüst. Qesch. 268. 1. Ar. al abhat Tradi- 
tionssummlunjc, Bd. 5 u. 9. Landberg-Brill 75/6. 2. mu'gafn iuj<Ü^ 
Bagdad, über 100 Hefte, abgeschlossen i. J. 574/1178, Escur.* 1778. 3. Ar. al 
arba^in al tnuHfagni bita^jhi mä /ihi min al mu^in, gewöhnlich cd bulddn^e 
genannt, weil jede Tradition in einer anderen Stadt gesammelt war 
(vgl. b. Hall. 1. l.)t Paris 722i, Alger 768«. 4. Erklärung auffallender 
Ausdrtkcke im Qor'ftn, v. b. Arrftk f 933/1526 in sein Werk gauharat al 
gautoäf aufgenommen, Berl. 427, vgl. 698. 5. eine Qa^lde Berl. 7697}. 

10. Abu 1 Karam ^Abdassaläm b. M. b. al Hasan b. 'Ali 
al Higgi^) al Firdau«! al Andarasfäni blühte in der 
2. Hälfte des H. Jahrb. in Hwärazra. 

k, al mustaq^ä (Erweiterung eines früheren Werkes al mugtabä) 
Geschichte Muhammeds nach Muslim, Buhär! und al Muwatta', der Er- 
oberungen der 4 ersten Chalifen und al Hasan^s; ins Pers. Übers. Ton 
Kam&laddin Husain al Hw&razmi (f ca. 840,1436) Br. Mus. pers. I 144. 

11. Mul.iji as sumia Abu Müsa M. b. abi Bekr 'Omar 
b. abi isä A. b. M)mar b. M. b. abi 'Lsä al Isbahäni, geb. 
im Dü'lqa'da 501 / Juni 1 108 in iHbahän, f daselbst Mittwoch 
H. (iumädä I 581 / 8. Aug. 1185. 



1) = al HAgg in HwArazni nach as Öam*An1. 



H()t; 2. Buch; 2. Abschnitt. 

1. AI Inf (Vif mm daqaiq al maärif /i 'li/iim al huffäz ul a'ärif 
Kairo 1 394. 2. k. faqdijat mä juqtU 7 'ain m/n haf'awät k. al yaribain 
des Ab& *Obaid al Herewi (s. d. p. 131) Bodl. II 381 4 (= k, al mmfil 
bei J. Hall.?) 

• Vi. Abu Bekr M. b. MCwä b. 'Otm&n b. Müsa b. "Otmän 
b. Häzim al Hamadäni, geb. 548/1153, f im (uimädä 1 
584 /Juli 1188. 

An nänih iral manf<üh min hadU raml alläh Kairo I 200. 

13. Dijä'addin Abu Bekr *Atiq b. 'Ali b. M. b. 'Omar 
al Herewi diktierte i. J. 637/1239 einem seiner Schüler: 

ArhaüUf 40 Traditionen, Paris 7222. 

14. Faljraddin Abu U Hasan 'Ali b. A. b. al Bohäri al 
Hanbali f 690/1291. 

k. al maijaha al Fahnje oder aanä 7 maqtisid wa a^dah al mawärid, 
Traditionssammlung, geordnet nach meinen 62 Lehrern und 6 Lehrer- 
innen, Paris 750. 

3. Ägypten und Nordafrika. 

1. Abu 'Ali M. b. As ad b. 'Ali al Gauwäni al Hosaini 
starb i. J. 588/1192 in Ägypten. 

k. sayaraf ranül alldhj die verwandtschaftlichen Verhältnisse des 
Propheten mit kurzer Erwähnung der geschichtlichen Beziehungen, dem 
Salähaddin gewidmet, Berl. 9511. 

2. Abu T 'Abbas b. 'Abdallah (f 570.1174) al Lalimi 
aus Ceuta starb um d. .). 600/1203. 

k, (ul darr al munazzam ft maulid an nabt al mu^azzanif voll- 
endet von seinem Sohne Abft 1 QAsim, Br. Muh. 919. 

3. Sarafaddin Abu T Hasan 'Ali b. al Qädi abi '1 Makäriin 
al Mufaddal b. 'Ali b. al Mufarrig al Ma^jdisi war i. J. 
544/1149 an der syrisch -ägyptischen Grenze geboren, war 
einige Zeit stellvertretender Qädi in Alexandria, dann Pro- 
fessor an der Medrese des b. Sukr zu Qairo, starb dort im 
Sa'bän d. J. «11 / Dec. 1214. 

J. Hall. 404, Huff. XVII 23, Husn l 200. Ar. al arba'in al muraftaba 
\ila tahaqäi al arba^in oder arbuilna haditan '^an ttrbama salf^au^ mit 
genauer Angabc der Lebenszeit jedes Lehrers und mit vollem innftd, 
Bcrl. 14«>7, Hr. Mus. 162H, Suppl. 158. 



Die nachklassische Periode der arabischen Litteratur. 367 

4. Abu M. *Abdarazim b. *Abilalqawi Zaki addin al 
Mundiri war im Sa*bän d. .1. 581 /Nov. 11S5 in Ägypten 
geboren, studierte in Mekka. Damaskus, Ilarrän, Edessa und 
Alexandrien, wurde Lehrer an der Moschee az Zafiri zu Kairo, 
bekleidete (iann 20 Jahre lang die säfi'itische Professur für 
Traditionswissenschaft an der Medrese al Kämilije und starb 
am 4. Oünqa'da ()5() / 3. Nov. 1258. 

Huff. XVIII 24, Husn 1 201, Wüst. Gesch. 342. 1. Ar. at targib wat 
iarhiöf Traditionen, nach gewissen Fächern geordnet, um zum Guten und 
Rechten anzutreiben, vom Schlechten und Unrechten abzu- 
schrecken, HH II 2937, Berl. 1328—31, Paris 740/1, Jeni 175/6, Bull, 
de corr. Afr. 1884 p. 3G9 nr. 20, Kairo 1 284. Comt. a) 'njälat al imlä\ 
bes. Berichtigung von Flüchtigkeiten, Versehreibungen und Auslassungen 
V. Ibr&him b. M. b. Mahmud an Nägl f 900/1495, Berl. 1332/3; Br. Mus. 
Suppl. 1269. b) V. Hasan b. 'Ali al FHijümi 9. Jahrh. Br. Mus. 
8up])l. 146. Auszüge: a) at faish- iraf (aqt-ib v. M. 'Amm&r al M&liki 
Paris 742, b) af fmjnb al munfaza^ v. Sftlim al MurtadA Br. Mus. 1594, 
2. arbaün aus Bohärt und Muslim Berl. 1470. 3. magälis fi §aum 
jaum *A8nra Landberg-Brill 103. 4. atfakmila liwafajäf an naqcUa, 
Biographien von Traditiousgelehrten von 625/1228 bis 642/1244, Br. Mus. 
Sup] 1. 029. 5. ki/d^cf al mnfuabbid watnh/at al mutazahhid Kairo 
VII 66. 

5. 'Abdalbäri' h. *Abdarrahmän as Sa'idi starb i. J. 
650/1252. 

R. fi '/ waiuHCdt min al ahädit Berl. 1630. 

H. Abu Ishäq Ibrahim b. abi Bekr at Tilimsäni, geb. 
i. J. ()1(),'1213 in TIemsen, f <)90/1291 in Ceuta. 

1. Satigel al hijar wamuzilet al gijar, Gedicht über das Leben 
des Propheten, E.Hcur.' 390a. 2. manzümä ft 7 farä^idf Lehrgedicht 
über Erbrecht, Commentare: a) munfahä 7